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E_1929_Zeitung_Nr.076

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Bern, Dienstag 3. Sept.

Bern, Dienstag 3. Sept. 1929 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 76 Im heutigen „Autler-Feierabend": Photowettbewerb Gedanken um ein Karussel Die Seite der Frau Im ungläubigen Eia Schotte Ecken in der Schweiz Sprechsaal Die Schlinge. Seite 13 14 15 15 16 Spät in der Nacht, im Wagen dritter Elas3e, «lahmen zwei Passagiere zufällig einander gegenüber Platz: eine junge Frau von dunkler Gesichtsfarbe, in buntem Zigeunerkleid, mit grossen Ohrgehängen und einer Menge Ringe an den Fingern, und ein bäurisch ungelenker schmalbrüstiger Mann, mit sanften Kuhaugen, in einem kurzen Schafspelz. Die junge Frau hatte gar kein Gepäck bei sich. Ihr Gegenüber trug einen Rucksack über der Schulter, wie ihn die Touristen benutzen, wenn sie ins Gebirge gehen. Der Bauer im Schafspelz kramte eine Weile im Sack, zog Brot und Wurst heraus, ass davon und bot seiner Nachbarin an. Sie dankte zunächst, nahm es aber dann doch. Um sie herum schliefen sitzend und liegend, in verschiedenartigen Stellungen, die Passagiere. «Wollen Sie nicht auch schlafen?» fragte der Mann seine Partnerin. «Es lohnt sich nicht. In anderthalb Stunden bin ich schon in Sbinje.» In der Stadt Sbinje sollte in dieser Nacht deT Räuber Anton Schaba gehenkt werden, und es war naheliegend, dass die beiden von ihm zu sprechen anfingen. «Man sagt,» bemerkte der Bauer, «dass Schaba nicht ganz so schuldig ist. Er soll viel Herz haben, sagt man.» «Er ist schuldig,» erwiderte die Frau. Er hat ja selbst eingestanden, dass er achtzehn. Menschen umgebracht hat.» «Ja, gestanden!» antwortet« der Mann. «Aber er hat die Hauptsache nicht gesagt, was alle wissen. Dass er nur darum geraubt und gemordet hat, um seiner Freundin kostbare Geschenke zu machen. Er hat eis sehr geliebt, aber sie amüsierte sich mit den andern.» • -- «Das ist nicht wahr.» sagte die Frau. «Ihn hat sie auch geliebt.» «Ja, ihn und die andern. Um sie festzuhalten, •wurde er Räuber. Es ist klar, dass sie ihn zugrunde gerichtet hat.» Die junge Frau fing plötzlich an zu weinen, ergriff die Hand des Mannes und sprach, vor Kummer und Aufregung schluchzend: •ifi Die Schönheiten unseres Schweizerlandes. Das Kirchlein von Ritzingen im Wallis',' im Hintergrunde das Weisshorn. Sie sind ein guter Mensch. Sie haben Mitleid; mit Anton. Ich hatte kein Mitleid mit ihm. Ich wusste selbst nicht, was ich tat. Er brachte mir Geschenke, und ich lachte. Da brachte er noch mehr. Ich fahre nach Sbinje, um mich von ihm zu verabschieden .. Eines wünsche ich nur, dass. man ihn vor dem Tode nicht allzusehr quälen ••möchte. Man sagt, die Henker quälen manchmal mit Absicht und hängen nicht gleich.» Der Bauer senkte die Augen zu Boden und antwortete leise: «Ja, das kommt vor. Aber ich werde ihn nicht quälen. Ich fahre nämlich auch nach Sbinje, in dieser Angelegenheit.» (Von Ossip Dymow im «Weltspiegel.») Haben Sie sich an unserem Photo- Wettbewerb schon beteiligt? Den vielen trüben und regnerischen Tagen dieses Monats sind letzte Woche klare, sonnige Tage gefolgt. Manch einer hat nun die verzögerten Ferienfahrten angetreten und zieht durch unser schönes Land, indessen auf sommerlicher Reife schon ein herbstlicher Zug liegt. Jetzt ist die schönste Zeit des Jahres und des Wanderns! Der Photographenapparat, als treuer Begleiter des Automobilisten, hat die Erinnerungen an schöne Stunden gesammelt. In der Hochsaison des schweizerischen Autosportes, an der Alpenfahrt, am Klausenrennen und an der Sankt Moritzer Automobilwoche sind zahllose Bildchen geknipst worden. Sendet sie uns ein! Die «Illustrierte Automobil-Revue» hat einen Wettbewerb veranstaltet, um die Amateurphotographie zu fördern. Eine Reihe hübscher Preise winken den Siegern. Für das Thema und die Ausführung dieser Photographien legen wir keine Grenzen. Indessen weisen schon die angesetzten Speziaipreise in bestimmte Wege: so sind ^Sj>eziqlpreise ausgesetzt für Sport-, TourenhndStrandbadbilder. * Selbstredend legen wir nicht nur Wert auf photographisch-technische Ausarbeitung des Bildes, sondern vor allem auf die Originalität des gewählten Sujets. Mit der Kamera lassen sich bekanntlich ganz eigene und völlig verblüffende Wirkungen erzielen und es kommt in der Regel nur darauf an, die Augen und den Sinn für das Eigenartige und Typische zu öffnen. In dieser Hinsicht wird unser Wettbewerb sicher viele vergnügte Stunden bereiten und dem photographischen Amateur* sport neue Freunde werben. Teilnahmebedingungen: 1. Der Wettbewerb steht allen Lesern der «Automobil-Revue» (Wochenausgabe) und «Illustrierte Automobil-Revue» (Monatsausgabe) offen. 2. Für die Aufnahme sind hinsichtlich Platten 1 oder Filme keine besondern Grossen festgesetzt.: 3. Jeder Teilnehmer kann eine unbeschränkte Zahl von Bildern einsenden. 4. Jedes eingesandte Bild muss auf der Rückseite mit einem Kennwort Und einer Erklärung, was es darstellt, versehen sein. In einer geschlossenen Enveloppe, die das Kennwort oder, bei Einsendung mehrerer Bilder, die Kennwörter trägt, sollen Name und Adresse des Einsenders enthalten sein. 5. Für die Prämiierung sind folgende Preise ausgesetzt: Ein erster Preis im Werte von Fr. 50.—^ Ein zweiter Preis im Werte von Fr. 40.—. Ein dritter Pris im Werte von Fr. 30.—. Ein Speziaipreis für das beste Sportbildim Werte von Fr. 30.—. Ein Speziaipreis für das beste touristische Bild im Werte von Fr. 20.—. Ein Spezialpreis für das beste Strandbadbild im Werte von Fr. 20.—. Das Preisgericht behält sich vor, je nach den eingegangenen Bildern noch einige weitere Speziaipreise auszusetzen. Ausserdem gelangen noch zehn Trostpreise in Form einer Buchgabe zur Verteilung. 6. Die Preise sind Naturalpreise und können von den Preisträgern nach ihrer Wahl von einer der in der Nummer der «Illustrierten Automobil-Revue», in der die Reproduktion der besten Aufnahmen erfolgt, inserierenden Firmen bezogen werden. 7. Letzter Einsendetermin ist der 5. September 18 Uhr. 8. Das Preisgericht besteht aus zwei Mitgliedern unserer Redaktion, unter Beizu? von drei weiteren photographischen und automobilistischen Fachkennern. 9. Die Publikation der Resultate des photographischen Wettbewerbes erfolgt in der «Illustrierten Automobil-Revue». Gleichzeitig wer« den in der betreffenden Nummer auch die erstprämiierten Bilder veröffentlicht. Die Redaktion bedingt sich das Recht aus, neben den prämiierten auch weitere für den Wettbewerb eingegangene Bilder kostenfrei zu reproduzier ren. Der Tintenfleck Von Sindley Gray. Mir. Podbury fühlte sich im Ecksitz eines sonst ieeren Abteiles sehr wohl, legt© die Fasse auf den gegenüberliegenden Sitz und blickte zum Fenster hinaus. Er wollte gerade nach einem Roman greifen, den er am Bahnhotfbücherstand gekauft hatte, als plötzlich die Coupetüre aufgerissen wunde und jemand über seine Füsse stolperte. Aus der Verwirrung löste sich ein lächelnder junger Mann, der sich vielmals entschuldigte, als ob er ganz allein die Schuld daran trage. «Es ist mir sehr peinlich gewesene sagte er, als er sich niedersetzte und mit einer Zeitung fächelte. Mr. Podbury lächelte und begann die erste Episode des Detektivromanes zu lesen. Während ungefähr zehn Minuten herrschte Schweigen im Wagen, dann fühlte Mr. Podbury, dass der junge Mann ihn fixiere. Er blickte auf sah sein Gegenliber Karten mischen mit einer Fingerfertigkeit, die auf grosse Uebung schliessen Hess. «Spielen Sie?» «Ich gehe ziemlich oft zu Bridgepartien,» erwiderte Mr. Podbury. «Ich bin bereit, ein wenig mit Ihnen zu spielen, um die Zeit zu vertreiben.» Sie spielten ein wenig umsonst, aber als der junge Mann fortfuhr zu gähnen, zogen sie Geld hervor. Beträchtliche Zeit verstrich und Mr. Podbury, der seinen Besitz wesentlich vermehrt hatte, strahlte. «Sie sind ein wunderbarer Spieler,» sagte der junge Mann halb spöttisch, halb bewundernd. «Ich muss versuchen zurückzugewinnen. Kennen Sie dieses kleine Spiel? Einfach ist gär nicht das Wort dafür.» Er zog drei Karten aus dem Paket hervor und hielt sie Mr. Podfoury zur Ansicht hin. Es war die Herzdame und zwei Könige. Er legte sie dann mit der Bildfläche nach unten auf den Sitz und bot Mr. Podbury eine Wette 2:1 an, dass er die Dame nicht heraus finden würde. «Das ist doch ganz einfach,» sagte Mr. Podbury, dann hielt er plötzlich inne. Beim Kartenniederlegen war der junge Mann sehr achtlos gewesen und Mr. Podbury hatte genau die Gesichter wahrgenommen. Er wusste, dass die Dame in der Mitte lag. Er beugte sich darüber, als wäre er unsicher und bemerkte auf der entscheidenden Karte etwas in der Ecke, das wie ein kleiner vertrockneter Tintenfleck aussah. Er drehte sie schnell um und der Schilling, den er gewetjtet hatte, hatte sich verdoppelt. Abermals, nachdem der junge Mann die Karten unter seinen Blicken gemischt hatte, wurden sie niedergelegt. Mr. Podbury sah die Karten an, wandte die Karte mit dem Tintenfleck um und gewann abermals. Er war jetzt sehr erregt. Er konnte nicht verlieren. Es war Geld, das er mühelos verdiente, und dass es bloss Schillinge waren, war ihm lästig. «Kann ich meinen Einsatz erhöhen?» fragte er. «Gewiss,» sagte der junge iMann treuherzig. «Sie können so viel setzen als Sie wollen.» Mr. Podbury setzte zehn Schillinge, einen Augenblick später ein Pfund. Das war wirklich herrlich. Er griff sich mit dem Finger in den Kragen und lockerte ihn. Würde der junge Mann verdacht schöpfen? Aber nein, der Jüngling pfiff fröhlich vor sich hin, als würde Geld ihm nichts bedeuten. Es folgten noch zwei Spiele, worauf der junge Mann seine Uhr hervorzog: «Wir werden meinen Bestimmungsort in wenigen Minuten erreicht haben,» sagte er. «Oh!» Mr. Podbury war sehr enttäuscht. «Es ist noch Zeit für ein Spiel. Machen wir ein recht hohes.» «Ja, ja!» Mr. Podbury war ausser sich! vor Aufregung. «Nehmen Sie einen Einsatz von zehn an?» fragte er ängstlich. ' «Zwanzig, wenn Sie wollen,» erwiderte der junge Mann kühl. Mr. Podbury durchsuchte seine sämtlichen Taschen. Alle seine Gewinste, sein eigenes Geld und jeden Halfpenny, den er in der Tasche hatte, legte er auf den Sitz neben sich und zählte. «Siehzehn Pfund, sechs Schillinge und zehn Pence,» verkündete er und begann sogleich im Kopf zu multiplizieren. Die Karten wurden hingelegt. Mr. Podbury hatte Herzklopfen, als er sich über sie beugte und ängstlich schaute. Ja, da war sie, die mittlere Karte. Mit tiefem Atemzug und zitternden Fingern drehte er die Karte um. Es war der Treffkönig. Mr. Podbury wurde ohnmächtig. Der junge Mann verliess den Zug und ging in das Wartezimmer. In einer stillen Ecke entnahm er dem Kartenspiel den Treffkönig, entfernte vorsichtig von ihm, -das was wie ein trockener Tintenfleck aussah und gab es wieder auf die Herzdame. (Münchener Telegramm-Zeitung.) Ciga retten Virginier

Gedanken um ein Karussell. Von Franz Carl Endres. Auf dem Dorfplatz dreht sich das Karussell. Seit vier Tagen schon. Die Kinder sind begeistert, sitzen auf schäumenden Rossen oder in bauchigen Schwänen und lassen sich im Kreise drehen. Ohne Unterbrechung geht das nun vier Tage. Nur wenn Kirche ist, darf nicht gedreht werden. Ich bin der Kirche sehr dankbar, denn das Karussell dreht sich nicht etwa lautlos. Da wäre ja keine Freude dabei. Im Gegenteil, 50 Prozent der Freude sind auf den Höllenlärm basiert, der aus einem Orchestrion strömt und Märsche, Tänze und Schlager mit Trompeten, Pauken und Posaunen in die Luft haut. Die Begegnung. Die Alpabfahrten beginnen Vier Tage höre ich nun diese Märsche, Tänze und Schlager. Wenn ich unten auf dem Dorfplatz bin, entschädigen mich die glückseligen Gesichter der Kinder, die irgend etwas Schönes, uns Erwachsenen Verlorenes träumen müssen, wenn sie sich da im Kreise drehen. Sie merken es gar nicht, dass ihre stolze Bewegung auf einen schwitzenden Mann zurückzuführen ist, der in der Mitte, aber damit die Illusion nicht gestört wird, etwas verdeckt, das Karussell dreht. Es ist doch schön, wenn man die tieferen Gründe seiner Emotionen nicht kennt. Wenn man ein Kind auf einem Karussell ist. Wenn ich so nachdenklich vor dem Karussell stehe, kommt mir in den Sinn, dass wohl drei Dinge es so reizvoll machen. Zunächst einmal die Bewegung. Die Vorliebe für Bewegung, zumal solche, die keine •willkürliche ist, haben alle Menschen. Der Schaukelstuhl, das Auto, die Begeisterung für Schiffsfahrten exklusive der Seekrankheit, das Rodeln und ein Dutzend anderer Bewegungen reizen ja auch den Erwachsenen. Dann aber zweitens der Lärm. Was die Menschen doch den Lärm lieben! Sie machen sogar selbst Lärm, wenn sie sich über die Stille um sie her ängstigen. Wie oft habe ich Kinder beobachtet, die einen Weg, der viel Erschreckendes an sich hatte, z. B. in den Keller, nur pfeifend oder singend zurücklegen. Und wie viel Sturmangriffe im Kriege würden nicht gelingen, wenn man nicht wild dabei schreien dürfte. Die Stille ist den meisten Menschen etwas Unbehagliches. In ihr arbeitet die Phantasie, während ein irgendwie gearteter Lärm autosuggestive Beruhigungen auslöst. Ich kenne sogar einen Autofahrer, der einen Motor haben will, der ordentlichen Lärm macht, wenn er dahin rast. Sehr viele Menschen, die von Musik gar keine Ahnung haben und einen Foxtrott mit der Götterdämmerung verwechseln, hören gerne Musik als rhythmisch bewegten Lärm. Zuletzt aber und das ist beim. Karussell wohl das Wichtigste: der Mensch ist glücklich, wenn er anders sein kann, als er gewöhnlich sein muss. Das steckt schon im Kinde. Es ist eine Art Romantik. Wo wir im Leben hinsehen, versuchen die Menschen in irgend einer Weise Karussell zu fahren. Das heisst auf erhöhtem Standpunkte sich im Kreise zu drehen, das Gefühl zu haben, etwas Besonderes zu sein und . . . von vielen anderen, die unten stehen, angestaunt zu werden. Was geht sie der schwitzende Karusselldreher an, was das schauerliche Orchestrion, was endlich die Tatsache, dass die Geschichte immer im Kreise herum geht! Das ist alles ganz einerlei. Sie glauben einen hohen Zweck mit ihrem Tun zu erfüllen. Man sitzt auf einem schäumenden Ross, dessen hölzerne Mähne fliegt, oder man sitzt in einem goldenen Schwan, wie eine Prinzessin, und andere haben Stielaugen vor Bewunderung und vor stillem Neid, dass sie nicht auch Karussell fahren können. Wenn ein Mensch einmal erkannt hat, dass alles nur ein Karussellfahren ist, hat er viel hinter sich und wenig mehr vor sich. Vier Tage tutet das Karussell in mein© stille Arbeitsstube. Es tutet über den schmalen Arm des Sees . . unaufhörlich, unaufhörlich. Jedes seiner Orchestrionstücke ist für ein Dutzend Kinder' ein Erlebnis, für den schwitzenden Karussellmann eine Einnahme. In beiden Fällen also eine respektable Tat- AUTOMOBIL-REVUE 1929"^ N° 76 sache. Ja selbst für mich war es, als ich unten zusah, eine philosophische Belehrung. Aber jetzt, wo ich ferne bin und nur der Lärm zu mir dringt, ist es etwas ganz anderes. Etwas Sännloses, "etwas Scheussliches. Da merke ich, wie wir Menschen ego- von Winkeladvokaten, die nur vom Schwindel leben. Ein Bureau dieser Art, mit dem ich zahlreich© Geschäfte gemacht hatte, betrieb als Spezialität Schadenersatzklagen. Dem Bureau stand ein Arzt zur Seite, der am Gewinn beteiligt war und die Kunden des Bureaus behandelte. Nun verlangt ein engli- istisch sind in der Bewertung von Ge-sches Gesetz, dass die Jalousien in den Wohnungen zu ebener Erde in einer gewisser Höhe angebracht werden müssen, um dem Fussgänger nicht im Weg zu sein. Di© Jalousien werden im Sommer auf Eisenstäben auf die Strass© hinausgespannt, an denen man sich leicht stossen kann, wenn si© nicht hoch genug angebracht sind. In tadel- schehnissen und wie unser Urteil falsch wird durch diesen Egoismus. > Uns gefällt nur das Karussell, auf dem wir selber sitzen, and nur das schäumende Ross, in dessen Sattel wir selbst uns im Kreise drehen, scheint Sinn zu haben. Wie böse sind wir, wenn einer, der nur den Lärm unseres geliebten Karussells hört, uns sagt, dass das nicht schön sei. Und wenn einer kommt und uns davon überzeugt, dass wir uns nur im Kreise drehen, was dann? Versuchen wir einmal diese Ueberredung bei einem Kinde. Es wird uns mit grossen Augen anschauen und lachen. Ihm ist das Ziel der Bewegung ganz gleichgültig. Ob das im Kreise geht oder nicht, spielt keine Rolle. Der Erwachsene aber sieht überall und in allem Tun ein Ziel. Und er ist empört, wenn man ihm sagt, dass sein Tun im Kreise herumgeht. Er ist moralinsauer geworden und gegenüber dem Kinde nicht mehr genussfähig im rechten Sinne des Wortes. Er kann sich an der reinen Zwecklosigkeit nicht mehr freuen. Er macht aus dem Spiel ein Wettspiel, aus der Bewegung einen Rekord. Aus der Erholung winkt ihm Zweck, aus dem Genuss ein Ziel. Seht ihr, wie viel glücklicher das Kind ist! Sein Karussell ist Wirklichkeit und eure Wirklichkeit ist ein Karussell. England, das Dorado der Schwindler. Nirgend hat es der Schwindler so leicht wie in England. So behauptet wenigstens ein gewisser Charles Gordon, der früher den Titel «König der Schwindler» für sich in Anspruch nahm und Jetzt in einer führenden schwedischen Zeitung seine Erinnerungen erscheinen lässt. «Der Gauner», schreibt Gordon, «findet in diesem Land mehr als irgendwo anders auf der Welt Leute, von deren Dummheit es sich vortrefflich leben lässt, da viele Eigentümlichkeiten des englischen Lebens dem Verbrecher zugute kommen. Ich für meinen Teil zog im Jahre gut und gern 25,000 Pfand aus meinen Tricks.» Von den mehr oder weniger guten Einfällen, die Gordon erzählt, sei folgender erwähnt: «In London gibt es viele Bureaus Aufler-Ausflugsziele aus derttiMschweiz r.i\ JF'.^-J^A Ein liebenswürdiger Leser sendet uns dieses hübsche Bildchen von drei wackeren Luzerner Meitschi, die im Auto zum Trachtenfest nach Einsiedeln gefahren, sind. losem Anzug ging ich dann durch die Strassen und suchte mir die Häuser aus, die für meinen Zweck geeignet waren. Mein steifer Hut verbarg eine geschickt angemalte «klaffende» Wunde. Im geeigneten Augenblick rannte ich, scheinbar in grösster Eile, gegen die Jalousie an, Hess mich mit einem Wehruf fallen, worauf es natürlich einen grossen Auflauf gab. Der Ladenbesitzer oder Hauseigentümer kam herbeigestürzt, ein Wagen wurde bestellt und ich hatte gerade noch so viel Kraft, die Adresse des Arztes zu lispeln, der mich für längere Zeit «arbeitsunfähig»; erklärte. Dann trat das Anwaltsbureau irt Tätigkeit, das es nicht schwer hatte, die Sache gütlich zu ordnen, wodurch jedesmal ein hübsches Stück Geld für mich abfiel.» H.reinsrein vormCHaerlin Zuverlässigen Posfversand. BroschÜre"ko~sFentos ictorialbolhekeZüpich ZÜRICH Bahnhofslraße No. 71 PFAUEN HO vis-ä-vis Kunsthans u. Schauspielhaus. Vorzügliche Küche und Keller. Grosser Billardsaal. K. HERZOG. Mein in Gläschen oder gespritzt mit Siphon. Institut Lemania, Lausanne Moderne Sprach- und Handelsfachschule mit abschliessendem Diplom. Gründliche Erlernung des Französischen sowie rationelle Vorbereitung auf den kaufmänn. Beruf. Französische Ferienkurse in den Bergen; Sport. Internat u. Extcrnat für Schüler von 15 Jahren an. Alpines Landerziehungsheim (Walliser Alpen) Champery (1070 m ü. M.) für Knaben von 8—15 Jahren. Idealer Aufenthalt und sorgfältige Erziehung; reichliche Nahrung; Hand- und Gartenarbeit; Sport. Primär-, Sekundär- und Handelsabteilung. Man verlange Prospekte. 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