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E_1929_Zeitung_Nr.078

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N°78..— 1929 T. C. AUTOSEKTION WALDSTATTE DES T.C.S. War der Ausfahrt ins Uechtland infolge äusserer Umstände (Concours hippufue, Verlegung des Seenachtfestes) nicht der unsern Anlässen übliche Erfolg beschieden, so hat die Schwarzwaldfahrt bei einer Beteiligung von 96 Personen den Ausfall mehr •wie gut gemacht. Gleich von Anfang an liefen die Anmeldungen zahlreich ein, so dass den Veranstaltern um den Erfolg nicht bange sein konnte. Man •war schliesslich direkt froh, mit Rücksicht auf die von der Sektionskasse zu leistende Subvention von Fr. 10.— pro Wagen, als die Zahl der Anmeldungen mit 28 stoppte, um dann im letzten Augenblick um drei zurückzugehen. So gruppierten sich in der Morgenfrühe — um 6 Uhr — gegen die zwanzig Wagen auf dem Kaeernenplatz um die drei Fronten unseres Clublokals Hotel «Engel». Die Ausweispapiere aller Fahrer stimmten, nur ein besonders Vorsichtiger hatte unsern Angaben im Zirkular nicht getraut und sich anderswo überzeugen lassen, dass für den Schwarz- •wald kein Triptyk nötig sei. Der Vorstand wisse ja nicht einmal, dass neuestens vom Völkerbund der Schweiz der Schwarzwald zugesprochen worden sei an Stelle von Liechtenstein. Nun ja, so geht es eben, wenn man rückständig ist! Item, es wurde Kilchberg 63 angeläutet, worauf wir in zuvorkommender Weise Bescheid erhielten, das fehlende Dokument morgens 8 Uhr auf dem Office des T.G.S. in Zürich ausstellen zu lassen. So konnte die ganze Reisegesellschaft die Reise programmgemäss antreten und ohne nennenswerte Verspätung durchführen. Auf wohlgepflegter Kantonsstrasse ging es den Grenzen der Heimat entgegen. Doch nicht lange währte das beschauliche Fahren, denn schon in Ebikon und noch viel mehr in Gisikon-Root wurde man durch den kläglichen Zustand der Strasse in die rauhe Wirklichkeit zurückgerufen. Durch das viele Schütteln und Stossen wurde nicht nur viel Staub aufgewirbelt, sondern auch alte Erinnerungen wieder geweckt, Versprechen der Behörden, den Automobilisten gute Strassen zu geben, wenn sie eine Extragebühr von 25% Zuschlagsteuer pro Wagen nebst den ordentlichen mehr oder weniger gesetzlichen Abgaben zahlen würden. Das neue Gesetz ist denn auch angenommen worden, dank dem guten Willen der Automobilisten, welche immer da sind, wenn es sich ums Zahlen handelt, welche aber auch die letzten sind, wenn sie Gegenleistungen erhalten sollen. Hoffen wir. dass die Behörden, welche uns seinerzeit alle Garantien für die zweckmässige und sinngemässe Verwendung dieser neuen Gebühren — gemeint ist nicht etwa der Anteil an der Verteilung der Benzinmillionen, sondern die Erhöhung der Automobilsteuern um 25% zum Zwecke der Beschaffung guter Strassen «innerorts» —, auch den zur Ausführung der Versprechen nötigen Nachdruck am richtigen Ort zu geben wissen. Es gilt dies selbstverständlich nicht nur für Gisikon-Root. Die guten Strassen im benachbarten Zugerbiet Hessen die aufgestiegenen Unlustgefühle allmählich wieder verschwinden. In Zürich-Enge wurde Stundenhalt gemacht, und die kleine Viertelstunde zu allerhand nützlichen Gängen benützt. Wir hatten die Ehre und das Vergnügen, Von Herrn Fehr, Präsident der Sektion Zürich des TC.S., und unserem lieben Freund Herr Dr Tilgenkamp begrüsst zu werden, welch letzterer es sich nicht nehmen Hess, die zum Teil stadtunkundigen Luzerner auf dem besten Wege um die Grossstadt herumzuführen. Die Weiterfahrt über Schaffhausen bis an die Grenze gestaltete sich ohne Schwierikgeiten, und in angenehmer Fahrt wurde das Zollhaus Randen erreicht. Unsere Triptyks waren von einem Clubmitglied, das uns in leicht beschleunigtem Tempo vorausgefahren war, an die Grenzstation gebracht und in der Zwischenzeit erledigt worden, so dass sich der Grenzübertritt glatt und ohne Schwierigkeiten vollzog. In der Folge zog man nach Donaueschingen, wo ein kurzer Halt gemacht und die Parkanlagen des Schlosses besichtigt wurden. Immerhin machte man sich bald wieder fahrbereit, denn es galt noch zirka 40 km zu machen bi? an den Titisee, wo uns ein gutes und reichliches Mittagessen wartete. Im Verlaufe des Nachmittags wurde noch auf die Feldberghöhe gefahren, und je nach Laune und Temperament blieb man dort bei einem erfrischenden Zobig im kühlen Schatten sitzen oder pilgerte zu Fuss nach dem Bismarkdenkmal, oder noch weiter bis auf den 1400 m hoch gelegenen Gipfel des Feldberges. Nach der Hitze und dem Staub des Tages empfand man die kühle BergJuft als eine grosse Wohltat. Unterdessen waren noch zwei Nachzügler eingetroffen, der Kassier und der Aktuar, welche infolge ihrer beruflichen Tätigkeit erst um 1 Uhr Luzern hauen verlassen können und auf dem kürzeren Weg via Waldshut den übrigen nachgefolgt waren. Gegen Abend sammelte man sich zur Abfahrt nach Hinterzarten, wo wir in einigen Hotels der mondänen deutschen «Sommerfrische» Unterkunft gefunden hatten. Das in Quantität und Qualität erstklassige Nachtessen wurde im Hotel «Ravennaschlucht» bei Hinterzarten einge- AUTOMOBIL-REVUE Von der Schwarzwaldfahrt der Sektion Waldstätte: Alte Schwarzwaldmühle. nommen, und nachdem die Kurgäste das Feld geräumt hatten, entwickelte sich im Kreise der T.C.S.- Familie und einiger einheimischer Musikanten bei. Tanz und Musik eine gemütliche improvisierte Abendunterhaltung. Es soll ziemlich spät geworden sein, bis die letzten zur Ruhe gegangen waren: Wie am ersten Tag. so hatten wir auch heute herrliches Wetter, strahlende Sonne von der ersten Morgenstunde an. So war es denn kein Wunder, schon in aller Herrgottsfrühe unsere Wagen mit den blauweissen Farben auf Rekognoszierungsfahrten ausziehen zu sehen. Nach 9 Uhr zog man einzeln und gruppenwese ab durch das idyllische Höllental, wobei es uns nicht wenig Spass machte zu sehen, wie fast auf jedem Felsen irgendeine, Gruppe Touristen Akrobatik übte und photogra-' phierte. Nachdem wir dem Kreuzfeuer der Photographen auf der Landstrasse glücklich entronnen waren (durch diese hohle Gasse muss der CH kommen, es führt kein anderer Weg nach Freiburg .), Hess auch bald die idyllische Romantik de.s Tales nach, und man war bald wieder im offenen Gelände. In Freiburg selbst war es einigermassen schwierig durchzukommen, weil infolge eines Umzuges (Katholikentag) die meisten Hauptstrassen gesperrt und wir so auf Schleichwegen ins Weichbild der Stadt zu gelangen gezwungen waren. Auf einem kurzen Rundgang wurden die Hauptsehenswürdigkeiten besehen, vorab das Münster. Recht angenehm war bei der grossen Hitze der Aufentnalt im «Keller» des Cafe'-Restaurants «Theater», dessen kühle Luft wir ebenso schätzten wie Speise und Trank. Hatte jeweils Herr Helmlin, Präsident der Sektion Waldstätte, die nötigen Orientierungen gegeben, so ergriff nun Herr Simon Studer, Präsident des Unterhaltungskomitees, das Wort, um dem Vorstand und im besondern Herrn Präsident Helmlin für die gute Organisation und reibungslose Durchführung der Auslandsfahrt den wohlverdienten Dank der Teilnehmer auszusprechen. Nach dem schwarzen Kaffee wurde unter Führung- eines Einheimischen eine kurze Rundfahrt durch die Stadt gemacht. Andere zogen es vor, auf den Münsterturm hinaufzuklettern; es soll ihnen dort so gut gefallen haben, dass sie nur mit respektabler Verspätung zurückkamen, als die andern schon längst alle fort waren. Da glücklicherweise es auch in Deutschland Sitte Ut. an der Landstrasse von Zeit zu Zeit einen Gasthof aufzustellen, so fand eine etappenweise Rückfahrt nach Basel statt, wobei in der Bildung der Gruppen und in der Vertauschung der Passagiere mannigfaltige Kombinationen stattfanden. Das Gros der Gesellschaft fand sich schliesslich im Bahnhofbuffet Basel, nachdem alle ohne Schwierigkeiten wieder in den Machtbereich von Mutter Helvetia gelangt waren. Auch von Basel an war wiederum eine fraktionierte Weiterreise beliebt. Es mag um Mitternacht gewesen sein, als die letzten ihre Garagentüre verriegelt haben. Summa summarum, die Schwarzwaldfahrt der Sektion Waldstätte kann in allen Teilen als durchaus gelungen betrachtet werden, und alle Teilnehmer haben von diesem anmutigen, mit saftig grünen Wiesen und ernsten Tannenwäldern überzogenen Hügelland die besten Erinnerungen nach Hause mitgenommen. Dr. R. Z. Nur im ständigen Gebrauch zeigt sich die wirkliche Leistungsfäkigkeit eines Wagens! LA UALITE des CAMIONS OMNIBUS CARSALPINS MA.§JH 4OO Unter Katalog tteht «« ihrer Verfügung. GENEVE, S. A. Perrot, Duval & Cie. GENEVE, Grand Garace de l'Athene«, S.A. LAUSANNE Garage Wirth & Cle. FREIBURG, Garage de Perolles LUGANO, Garage Central LA CHAÜX-DE-FONO», 0. Peter & Cle., S.A. LIESTAL, Konrad Peter & Cie„ A.-G. ZUG (Baar), Th. Klaus SCHAFFHAUSEN, Huriimann & Guyan ZOFINGEN, P. Erlsmann BIEL, Konrtf Pater & Cie., A.-G. So glänzend gewisse sportliche Resultate auch sind, denen lange technische Vorbereitungen vorangehen und denen eine lärmende Reklame folgen, so reichen sie doch nicht an das Zeugnis der Zufriedenheit heran, welches jeder Nashbesitzer seinem Wagen ausstellt. Anfangs mit Vertrauen, später mit Begeisterung schätzt jeder Fahrer seine unbestreitbaren Vorzüge. Geräuschlosigkeit, Rasse, leichte Lenkbarkeit, vollkommene Ausführung, vornehmer Komfort. Das Maximum an Wert zu massigem Preis und für jeden erreichbar. BASEL, Stalder fc SUcklin, Autogaraga ZÜRICH, Sehmohl *. Ci«. BERN, Uni & Huber BERN, Probst &Cie„ Gans* Ctatnl 8OLOTHÜRN, E. Seh netz * Ci«. KRIENS, Walter Uenhard THUN, Rad. »oli BRUGG, A. Schürch CHUR, Leenhard Oosch ROHRBAGH, Hans Lau FLAWiU Hans StaaiMr 5-, ev. 6/7-Plätzer, Amerikaner bevorzugt. 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Bureau Zürich.

6 AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N°78 Strasseiihüfsdtenst des Touring-Club der Schweiz. Der erste Betriebsmonat des Strassenhilfsdienstes auf der Strecke Zürich-Aarau zeitigte folgende Resultate : In 23 Tagen fuhr der Hilfsdienstwagen 3200 Kilometer Strecke ab. 46 Fahrzeugen wurde aus der Panne geholfen, vier Fahrern, die ohne Benzin stecken geblieben sind, konnte Betriebsstoff geliefert werden. In einem Unglücksfalle wurde ein Radfahrer zum Arzte gebracht. So wurde innert Monatsfrist total 50 Auto- THobilfahrern durch den Hilfsdienstwagen aus unangenehmen Situationen geholfen, ein Beweis, dass sich der Strassenhilfsdienst des Touring-Club der Schweiz voll und ganz bewährt. (Mitg.) Neue Regelung der Fahrgeschwindigkeitsvorschriftea in Oesterreich. Das österreichische Bundesministerium hat einen Erlass heraugegeben, der neue Bestimmungen für Automobile und vor allem verschärfte Massnahmen gegen das Schnellfahren enthält. Eine wichtige Vorschrift lautet, dass in Zukunft wegen zu schnellen Fahrens sowohl Nebenstehend: Die Strassen- und Auskunftstel- Ira-Organisation des T. C. S. O Offie«» du T.C.9. fjf Oialofs franhVa ShwMi>hilf»li«i»l' in FunkKon — Swvica d'vtfroidttnfonch'on Sh-MMnWIfsdwnU in Vbrbarcihind •••• Sorvica d'tn^ aida an nrÖBaraNbn t Kreualnfien der Lenker des Wagens als auch dessen Besitzer strafbar sind. Die, Automobilisten- Vereinigungen beabsichtigen, zu dem neuen Erlass der Regierung Stellung zu nehmen, gr. Transportgesellschaft Indra. Unter dieser Firma hat sich, mit Sitz m Zürich und auf unbeschränkte Dauer, am 1. August 1929 eine Genossenschaft gebildet. Sie bezweckt die Betätigung auf dem Gebiete des Transportwesens jeder Art, insbesondere des Möbeltransportes. Das Geno&senschaftskapital beteht aus dem Totalbetrage der jeweils ausgegebenen, auf den Namen lautenden Anteilscheine zu Fr. 100. Die Organe der Genossenschaft sind: Die Generalversammlung, der aus 1—3 Mitgliedern bestehende Vorstand und die Kontrollstelle. Als Vorstand ist gewählt: Ernst Lüthi. Kaufmann, von Wetzikon und Stettfurt (Thurgau), in Zürich. Der Genannte führt Einzelunterschrift namens der Genossenschaft. Geschäftslokeel: Hardplatz 21, Zürich 4. /* i % » V, \ ^**} / Neugrundung: ff i \ I V^; v \ Charles Müller & Cie., Biel. Unter dieser Firma »