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E_1929_Zeitung_Nr.080

E_1929_Zeitung_Nr.080

Selbstverständlich kann

Selbstverständlich kann es sich nicht darum handeln — und es kann dies auch nicht die Ansicht des Bundesgerichtes sein •— dass der mitfahrende Eigentümer beständig kontrolliert und Verhaltungsmassregeln gibt, and gar etwa noch verpflichtet wäre, im Augenblick eines Unfalls Wegleitungen zu geben. Seine Verpflichtung besteht vielmehr darin, allgemein dafür besorgt zu sein, dass sein Chauffeur vorschriftsmässig fährt, damit auf diese Weise Unfälle verhütet werden können. Dabei, es sei dies nochmals ausdrücklich wiederholt, sind jedesmal bezüglich der Frage, ob sich der mitfahrende Eigentümer des unkorrekten Verhaltens bewusst war oder hätte bewusst sein müssen, die besonderen Verhältnisse in Berücksichtigung zu ziehen. Im Falle des marmelspielenden Knaben auf der Strasse Miecourt—Pruntrut konnte vom mitfahrenden Eigentümer nicht verlangt werden, dass er 15 Meter vor dem Kollisionspunkte noch Weisungen hätte erteilen sollen. Sein Verschulden lag vielmehr darin, dass er, offenbar in der Lage, den ganzen Vorfall verfolgen zu können, den Chauffeur nicht zu verminderter Geschwindigkeit, namentlich im Zeitpunkte der Signalabgabe, angehalten hat. Wenn die vorstehenden Ausführungen dazu beitragen können, die Frage der Haftbarkeit des mitfahrenden Eigentümers abzuklären, und die vielfach vorhandene Unsicherheit etwas zu beheben, so ist deren Zweck erfüllt. Es gibt eben auch hier, wie in vielen anderen Fällen, kein Schema. Die jeweiligen Verhältnisse und Verumständungen, die einem Unfall vorangegangen, ihn veranlasst oder dabei mitgespielt haben, werden immer für die Bejahung oder Verneinung der Haftung ausschlaggebend sein, wobei nicht vergessen werden darf, dass bei an sich ähnlichen oder gleichen Tatbeständen unter veränderten Verhältnissen und anderen Verumständungen das eine Mal das Vorhandensein eines Verschuldens bejaht, das andere Mal verneint werden muss. Festgehalten sei aber, dass auch das Bundesgericht der Auffassung ist, dass Die beiden wünschten der Mutter eine gute Nacht und verliessen das Haus. Als sie einige Zeit ohne zu reden nebeneinander gegangen waren, fragte der Bruder unvermittelt : « Du, Hedy, denkst du niemals an Fleissig? Er ist wieder im Land.» «Lieber Max, es verging in all den Jahren kein Tag, an dem ich nicht an ihn dachte. Mein Temperament hat mir damals einen Streich gespielt, den ich mit meinem Lebensglück bezahle, denn ich liebe Alfred noch heute. Dazu drückt mich das Gewissen, dass ich ihm vielleicht Unrecht getan und ihn, ohne seine Rechtfertigung anzuhören, ins Unglück gestossen habe. Auch wenn er gefehlt haben sollte, hätte meine Güte und Liebe stärker sein sollen als mein verletztes Ehrgefühl. Nun ist er ein armer Teufel, und ich werde eine ale Jungfer. Einen andern heiraten kann ich nicht.» Fortsetzung siehe Autler-Feierabend. Oesterreich Frankreich Ver. Staaten Spanien Dänemark Tsohecho'vakei Canada August 1929 a 18 b 1 o 20 d 21 e 22 f 10 giae 1256 a 25 b 1 c 18 d 90 e 41 f 3 g i a b 3 2 o 17 d 11 e 37 f 5 g Belgien a 23 b d 1 e 3 f 3 Niederlande f Grossbritannien b 103 a d 1 f b o d e f g if f ff a b o d e f g i 17 310 139 41 186 2 72 434 248 62 1 12 q ka 31.60 2.26 132.06 260.60 302.83 332.76 6.67 17.59 6.40 84.92 4.78 39.66 9.85 112.00 1020.59 586.42 191.03 59 67.95 2.78 89 132.61 110.44 508.32 167.21 3.31 39.39 77 10.82 42.97 79.15 15 32 166.67 9.80 8.60 16.64 3.02 19.73 1.43 134.34 3524.76 2002.64 1074.23 11.46 113.25 12 14 Wert In Vt; Total 36.335 2.050 57.847 148.370 188.540 314.855 4.195 6.955 4.526 66.350 3.090 36.837 6.200 69.475 406.770 334.400 138.428 564 34.835 2.755 250 68.800 62.700 216.000 144.148 1.840 33.527 300 8.000 26.500 64.725 200 370 162.130 5.500 5.400 13.304 2.900 17.780 900 40.600 1.310.860 1.015.702 683.144 6.587 39.269 357 140 759.147 73.966 496.493 133.052 570 189.234 3.113.842 357 140 5 160 42 160 306.38 294.090 24.93 15.200 511.01 236.722 4935.81 1.942.100 3528.10 1.847.492 1866.80 1.362.726 25.05 15.086 188.79 81.059 5.794.476 1017 11386.87 a 431 617.08 577.223 b 7 17.74 19.830 o 51 390.02 164.913 d492 5367.91 2.278.257 e 240 3320.84 1.837.590 f 63 1699.09 1.157.188 g 1 14.20 12.122 b. 4 60.44 22.857 6.069.980 Nach wie vor stehen die Vereinigten Staaten an der Spitze unserer Lieferanten. Das von Amerika eingeführte Kontingent beläuft sich auf 3113842 Fr. oder auf 53,7% der Gesamteinfuhr. An zweiter Stelle steht Frankreich, dessen Einfuhrwert-, die Million noch übersteigt. Es folgen Deutschland, Italien, Grossbritannien und Belgien. Die Einfuhrerhöhung liegt ganz besonders in der Mehreinfuhr von nicht karossierten Chassis begründet. Die Einfuhr an Automobilen und Chassis von weniger als 800 kg hat sich nicht ganz verdoppelt, diejenige an Karosserien für alle Arten Automobile ist um 24 % und diejenige an Automobilen und Chassis von über 1600 kg um 17 % gestiegen. Die AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N n 80 das zürcherische Obergericht einige Jahre dem mitfahrenden Eigentümer eine durchgreifende Beaufsichtigung seines Chauf- vorher in einem in den Blättern für zürcherische Rechtsprechung veröffentlichten feurs, d. h. eine Tätigkeit, welche die ange- Urteil geäussert. Auch es hält dafür, dass der neben dem Chauffeur mitfahrende, fahrkundige Automobileigentümer, welcher duldet, dass der Chauffeur unzulässig rasch fährt, für das zu schnelle Fahren Die Einfuhr im vergangenen Monat August betrug 5 794 475 Fr. gegenüber 6069980 als mitverantwortlich betrachtet werden müsse. Fr. im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres. Aus den vorstehenden Ausführungen und Verglichen mit der Einfuhrquote des Monats Beispielen geht hervor, dass bei Unfällen, Juli 1929 stehen wir vor einer Mindereinfuhr bei welchen den Chauffeur ein Verschulden von 1932 566 Fr., welche einzig einem geringeren Einkaufe in der Motorradbranche zuzu- trifft, nicht ohne weiteres auch den mitfahrenden Eigentümer ein Mitverschulden schreiben ist. Die Ausfuhr im August 1929 trifft. Es wird dies vielmehr jedesmal auf erreichte 1284958 Fr., gegenüber 1580029 Grund der vorliegenden Verhältnisse abgeklärt werden müssen. Massgebend für Monat Juli 1929 die Höhe von 1635 420 Fr. Fr. im August 1928. Da die Ausfuhrziffer im das Vorhandensein eines Verschuldens des erreichte, steht somit die Augustausfuhr um mitfahrenden Eigentümers ist, wie bereits 350462 Fr. zurück. Auch im Vergleich mit erwähnt, ob er an der Zuverlässigkeit seines Chauffeurs zu zweifeln keinen Anlass rund 300 000 Fr. zu konstatieren. der Augustausfuhr 1928 ist ein Rückgang von hatte, und ob er ein unkorrektes Verhalten Wir erinnern an die Nomenklatur der offiziellen Statistik : seines Chauffeurs wahrgenommen hat oder ihm ein solches nicht hat entgehen können. Es wird also dem mitfahrenden Eigentümer a) Motorzwei- und -dreiräder ohne Lederüberzug; b) andere (also solche mit Leberüberzug); ein gewisses Mass Aufmerksamkeit zugemutet. Er darf sich nicht auf den Stand- weniger als 800 kg; c) Automobile und Chassis im Stückgewicht von punkt stellen, dass, weil nun sein Chauffeur fährt, ihn sämtliche Vorschriften und 800 bis und mit 1200 kg; d) Automobile und Chassis im Stückgewicht von e) Automobile und Chassis im Stückgewicht von allfällig aus deren Widerhandlung entstehende Folgen nichts angehen. Er hat f) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 1200 bis und mit 1600 kg; zweifellos die Pflicht, in allen denjenigen mehr als 1600 kg; Fällen gegen unkorrektes Verhalten seines ?) Karosserien aller Art für Automobile; h) Elektrokarren; Chauffeurs einzuschreiten, die ihm bewusst i) Traktoren ohne Karosserie. werden oder ihm nach den gegebenen Umständen hätten bewusst sein müssen. Es Die wird auch den des Fahrens unkundigen Einfuhr Wageneigentümers unter Umständen ein im August 1929 verteilt sich auf folgende Verschulden treffen können, indem auch zwölf Länder: von diesem verlangt werden kann, dass er Stock z. B. die üblichen Geschwindigkeitsvorschriften kennt und gegebenenfalls seinen Deutschland Chauffeur darauf verweist. spannte Aufmerksamkeit des Mitfahrenden erheischen würde, nicht zugemutet werden kann. — Der Automobil-Aussenhandel im August 1929 Italien August 1929 1 10 n 1.027.509 1289 11487.32 DlindfifEiufnhr 275.505 Ausfuhr im August 1929 erstreckte sich über 36 Län- der, gegenüber 33 im August des Vorjahres. Die Tabelle zeigt folgendes Bild : StOok Wert in Fr. Total Fr. Deutschland El a 31.65 32.706 f 964.02 307.892 340.598 Oesterreich a 3 4.40 4.170 f 38.56 49.556 53.726 Frankreich a 6 37.02 37.233 f 27.84 41.3.09 h 7 152 78.694 Italien a 3 6.47 7.422 f 38.65 74.633 82.055 Belgien afafafafafaf 60 535 17.41 31.237 31.772 Niederlande K 3.33 3.160 31.70 15.512 18.672 Grossbritannien 39 665 1 195.80 129.603 130.268 Spanien 1421 21.92 17.035 204.09 113.560 130.595 Portugal 1.47 850 14 864 Dänemark 1 14 2.48 6.405 6.419 Schweden 3 34 12.21 16.532 16.566 Polen 1.61 1.581 f 6.96 8.790 10.371 Tschecho'vakei afafafabafaaa 3.25 5.041 136.81 144.342 149.383 Ungarn 31 400 11.72 11.012 11.412 Jugoslavien 5.62 4.020 1.68 1.764 5.784 Griechenland 7.65 6.025 68 600 6.625 Russland 1.04 1.600 21.13 56.633 58.233 Ostafrika 1.82 2.200 2.200 Niederl. Indien 3.08 2.710 2.710 Uruguay 3 80 42.00 23.845 23.925 Norwegen 66 841 841 Finnland 1.83 3.307 3.307 Bulgarien 3 42 42 Rumänien 3.09 4.635 4.535 Türkei 4.62 2.740 2.740 Algerien 5.09 10.270 10.270 Marokko 2.31 3.421 3.421 Südafrika. 12 353 353 Japan 2.36 3.918 3.918 Ver. Staaten 41 708 708 Venezuela 53.43 32.284 32.284 Brasilien 100.53 66.190 56.190 Argentinien 70 1.654 1.654 Peru 2 30 f 30 Bolivia ff 9.43 3.300 3.300 Austral. Bund 35 493 493 August 1929 a bfh August 1928 b d i 48 131.60 127.481 68 600 10 1938.04 1.156.725 7 152 1.284.958 68 2070.39 34 327.05 329.471 42 1.292 1 11.80 8.300 27 1486.23 1.240.966 1.580.029 62 1824.50 Minder-Ausfuhr 295.071 Deutschland bleibt unser bester Abnehmer. Während diese Stellung bis zum Juni 1929 von der bedeutenden Motorradausfuhr abhing, ist im Juli und August durch einen vermehrten Automobilabsatz Deutschland an die erste Stelle gerückt. An zweiter Stelle steht die Tschechoslowakei, gefolgt von Spanien. Leider verzeichnen beide Länder einen etwas geringeren Absatz als im Juli 1929 und im August 1928. Grossbritannien ist das einzige Land, dessen Absatz noch die 100 000 Franken erreicht. Alle übrigen Länder beziehen nur in Werten von 10—100 000 Fr. Es sind dies Italien, dessen Markt sich langsam den Schweizer Produkten besser zu Öffnen scheint, Frankreich, Russland, Brasilien, Oesterreich, Venezuela, Belgien, Uruguay, Holland, Schweden, Ungarn, Polen und Algier. Hervorzuheben ist der steigende Absatz nach Russland. Während noch im Jahre 1927 wir nur für 10 000 Fr. nach Russland liefern konnten, betrug im Jahre 1928 die Ausfuhrziffer bereits 20 534 Fr. Sie beträgt heute für die ersten acht Monate des Jahres 1928 bereits 355 235 Fr. Lassen wir also Politik Politik und Wirtschaft Wirtschaft sein. Unverständlich. Man schreibt uns: «Mit grosser Freude las ich in Nr. 77 der «Automobil-Revue» Ihre under dem Titel «In welcher Schublade» erschienene Anfrage eines Einsenders an die hohe bernische Regierung, wann sie die stadtbernische Verkehrsordnung aus der Schublade zu ziehen und jn Kraft zu erklären gedenke. Wir haben nicht auf Antwort gewartet, wohl wissend, dass des Volkes Sprache in den höheren Regionen der Regierung keinen starken Eindruck mehr zu machen versteht. Nun werden aber die Verhältnisse in Bern geradezu skandalös. Di© Zahlen der täglichen Verkehrsunfälle der Stadt Bern mehren sich derart, dass man sich wirklich fragen muss, wie lange noch diesen Dingen der Lauf gelassen werden soll. Unterdessen hat die Presse das Vergnügen, stets länger werdende Polizei-Communiques über Verkehrsunfälle in ihren Spalten zu publizieren. Wie heisst es darin ? „i.Atn Dienstag sprang eine Frau vom Trottoir über die Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten, direkt vor ein. über den Platz fahrendes Lastauto. Natürlich warder Anprall unvermeidlich, die Frau musste per Sanitätsauto nach Hause geführt werden. Am gleichen Tag kam ein Fussgänger im Laufschritt vom Pulverweg her über den Platz gelaufen, wurde dabei von einem Auto erfasst und zu Boden geworfen. Der Fussgänger musste seine eigene Schuld zugeben. Eine Radfahrerin fuhr unvorsichtig die Schanzenstrasse hinunter, seitlich in ein Personenautomobil hinein und stürzte. Tags darauf lief an einer andern Strasse ein Kind einem Automobilisten direkt vor den Wagen in den Bremsweg und wurde natürlich überfahren, da es dem Autofahrer nicht mehr möglich war, den Unfall zu verhindern. Es sind dies nur wenige Beispiele. Die Liste solcher Verkehrsunfälle verlängert sich von Tag zu Tag. Selbstverständlich wird auch die beste Ver kehrsordnung den Verkehrsunfall nicht ganz aus der Welt schaffen können. Dagegen wäre die stadtbernische Verkehrsordnung geeignet, jedenfalls das Gefahrenmoment der Strasse auf ein Minimum zu reduzieren. Der gesamte Verkehr für bespannte Fuhrwerke, für den Fussgängerverkehr, für den Droschkenverkehr usw. sind in alle Details behandelt. Die stadtbernische Verkehrsordnung darf tatsächlich als mustergültig bezeichnet werden und wäre gewiss dazu angetan, der heute sich steigernden Verkehrsanarchie in Bern einen Riegel zu schieben. Die Zustände, wie sie sich langsam in den engen Strassen Berns herausbilden, schreien nach Abhilfe! Dem gemeinen Bürger scheint es, als ob dies auch den in Bern wohnenden Regierungsräten ersichtlich sein sollte. Allein, die Verkehrsordnung bleibt in der grünen Schublade liegen, die Herren sehen und lesen nichts und so lässt man den Dingen ihren Lauf. Vielleicht nur deshalb, weil man aus der ganzen Geschichte eine Prestigefrage gemacht hat? Beim Strassenverkehr jedoch, bei dem täglich der Tod auf seine Beute lauert, sollten Prestigefragen zwischen der Behörde X und der Behörde Y keine Rolle spielen dürfen. Das passive Verhalten der bernischen Regierung, trägt sie doch im gesamten die Verantwortung und nicht nur eine Direktion allein, wird dem gemeinen Bürger je länger je weniger verständlich. Durch dieses passive Verhalten und durch die Verzögerung einer dringenden Angelegenheit lädt sich die gesamtbernische Regierung eine Verantwortlichkeit und ein Mitverschulden an den täglich sich häufenden Verkehrsunfällen auf, die sich für sie einmal recht unangenehm auswirken könnten. Aber nicht nur das. Nicht nur politische Vernunft, sondern auch menschliches Gewissen sollten die bernische Regierung endlich dazu führen, der stadtbeniischen Verkehrsordnung Gesetzeskraft zu verleihen. Sfrassen Die Strasse von Gandrla. Nun ist der lange Kampf um die Strasse von Gandria endlich friedlich beigelegt. Der Staatsrat des Kantons Tessin hat die neuen Pläne genehmigt und sie mit dem Gesuch um die Bundessubvention an den Bundesrat weitergeleitet. Damit wird endlich ein alter Wunsch verwirklicht. Schon seit 1860 wurde eine Strasse verlangt, die Lugano mit dem obern Becken des Comersees verbinden soll. 1914 baute Italien eine Fahrstrasse von Porlezza bis Oria dicht an der Schweizergrenze, aber die Fortsetzung auf Schweizergebiet Hess auf sich warten. Wie unsere Leser wissen, konnte man sich lange nicht über dieStrassenführung einigen. Die Tessiner Regierung wollte eine Fahrstrasse dem See entlang bauen. Dagegen protestierten aber weite Kreise unter Führung des Heimatschutzes, da durch eine solche Strasse der wundervolle Hang zwischen Lugano und Gandria zerschnitten worden wäre und das schöne Ufer seinen Reiz verloren hätte. Schliesslich sah dies auch die Tessiner Regierung ein und es wurde ein höher gelegenes Trasse in Vorschlag gebracht. Die Baukosten stiegen dadurch allerdings von einer Million auf 2,6 Millionen Franken. Bei der neuen Linienführung wird auf die Erstellung von Tunnels verzichtet und die Strasse nach Möglichkeit in Einschnitten angelegt. Der romantische Fussweg am Ufer des Sees soll erhalten bleiben. Da die neue Strasse voraussichtlich einen sehr starken Verkehr erhalten wird, prüft die tessinische Baudirektion auch die Anlage einer neuen Strasse zwischen Castagnola und Lugano. Auch ohne diese Entlastungsstrasse wird es in Zukunft möglich sein, in sechs Stunden von Lugano nach St. Moritz zu fahren. g r . Ein guter Fahrer braucht die Bremsen so wenig als möglich. Er reguliert die Geschwindigkeit mit dem Gaspedal und erkennt durch angestrengte Aufmerksamkeit die Gefahren immer zur rechten Zeit.

1KT0 SA _ 1QQQ Des» grosse Preis von Monza Varzi auf Alfa Romeo Sieger mit einem Stundenmittel von 187,73 km. — Ein neuer Rekord aufgestellt. — Erfolg des Schweizer Fahrers Caflisch. — 200 km Tempi. ' Letzten Sonntag wurde auf der grossen Piste von Monza unter heisser italienischer Sonne und unter gewaltiger Teilnahme des Volkes der Grosse Preis von Monza ausgetragen, der um so höheres Interesse wachrief, als eine Reihe der hervorragendsten Renner und zum ersten Male auch deutsche Marken um den Sieg des Tages und um die in die über 100 000 Franken gehenden Preise rangen. Ein schwerer Schatten hatte sich letztes !jahr über Monza gelegt, hatte doch beim Grossen Preis von Europa der Rennfahrer Materassi auf Talbot nicht nur seinen Tod, sondern durch sein Herausschleudern aus der Bahn auch unter der Zuschauermenge ein grosses Blutbad angerichtet. Für dieses Rennen waren alle Vorsichtsmassnahmen getroffen worden. An den heikelsten Stellen waren vor den Zuschauerplätzen starke Betonmauern aufgerichtet, um so das Publikum unter allen Umständen wirksam zu schützen. Dieser Schutz wurde denn auch »durch aufgeworfene Gräben und durch eine gewisse Garantiezone in vorbildlicher Weise noch erhöht; die heranbrausenden Rennungeheuer konnten auch im schlimmsten Falle der Zuschauermenge nicht mehr Tod und Verderben bringen... Der Zeiger rückte gegen 10 Uhr vormittags, als der Start freigegeben wurde. Nach dem neuen Rennplane wurde in drei Klassen gefahren. In drei Vorläufen massen sich die Wagen verschiedenen Zylinderinihaltes, wovon je die drei ersten dieser Vorläufe hernach zum Entscheidungskampfe antraten. Vorlauf der ersten Klasse. (1100—1500 ccm Zylinderinhalt.) Fünf Teilnehmer melden sich zum Start. Vier weiter Angemeldete bleiben aus. Zwei Maserati, zwei Talbot und ein Packard- Wagen schicken sich an, den Vorlauf über 99 km auf der innern Schleife der Bahn auszutragen. Das Donnern und Heulen der Motoren beginnt. Die Spannung der Zuschauer ist vom ersten Augenblick an da. Der Amerikaner Duray auf Packard arbeitet sich in flottem Tempo bald an die Spitze und überholt in der zehnten Runde die beiden Talbot-Wagen. Er muss leider in der 14. Runde, nachdem er bereits seine Fahrgeschwindigkeit auf 191,14 km heraufgeschraubt hatte, wegen Heisslaufens der Lager aufgeben. Heiss geht der Zweikampf zwischen Talbot und Maserati wei- ter. Nach 33 Minuten 9 Sekunden fährt der Maserati-Fahrer Arcangeli als Erster durchs Ziel, gefolgt von Nuvolari auf Talbot und Ruggieri auf Maserati. Vorlauf der zweiten Klasse UV2—3 Liter) Von den dreizehn Angemeldeten erscheinen zehn Wagen zum Start: ein Packard, zwei AlfaRomeo-, drei Maserati- und vier Rugatti-Wagen. Alfa Romeo und Maserati liefern sich ein heisses Duell. Schon zu Beginn sausen die von Varzi und Brilli Peri gesteuerten Alfa Romeos an die Spitze. Nach der elften Runde führt Brilli Peri mit ttä^^m* -^ Die Kennstrecke, bei der am diesjährigen Rennen die Waldkurve oben nicht gefahren wurde. einem Stundendurchschnitt von 187 km, dicht gefolgt von Borzacchini auf Maserati, Varzi auf Alfa Romeo und Duray auf Packard-Cable. Biondetti, Foresti, Zanelli sind dicht auf den Fersen. Duray, der sich nach einigen Runden bis an die drittvorderste Stelle hervorgearbeitet hatte, musste leider nach der elften Runde aufgeben. Das gleiche Schicksal erreicht Nenzioni auf Maserati und Zanelli auf Bugatti. Die Führung kann Brilli Peri auf Alfa Romeo nicht mehr entrissen werden; nach 32 Minuten 9 Sekunden schiesst er durchs Ziel. Kurz nach ihm folgt Borzacchini auf Maserati mit 32' 21", hernach Varzi 32' 45". mit Spannung und Sensation steigern sich beim Vorlauf der dritten Klasse (über 3 Liter), wo sich die von Caflisch, einem Schweizer, Momberger und Rosenberger gesteuerten Mercedes-Benz-Wagen, dem von Maserati selber gesteuerten 16-Zylinder-Wagen eine scharfeKonkurrenz zu liefern gedenken. Der Sieg Maseratis scheint von Anfang an gegeben zu sein. Sofort setzt er sich an die Spitze, allerdings von Rosenberger auf kürzeste Distanz gefolgt. Leider ist Rosenberger vom Pech verfolgt. Kerzendefekt — ausgeschieden! Für Momberger und Caflisch scheinen die Chancen verloren zu sein. Allein Momberger vermag sich bis zur letzten Runde dicht an Maserati heranzuarbeiten, holt in der letzten Kurve plötzlich aus; mit einer Fünftelsekunde Vorsprung saust er an seinem Konkurrenten vorbei und als Erster durchs Ziel. Die bereits halbaufgezogene Tricolore am Flaggenmast sinkt in sich zurück. 34' 16" brauchte Momberger für die 99 km, Maserati wie gesagt eine Fünftelsekunde mehr und Caflisch 35' 22". AUTOMOBIL-REVUE Der Entscheidungskampf. 3 Uhr nachmittags. Wer wird die Tro phäe des Tages an sich reissen? Die Namen Arcangelis, Brilli Peris, Maseratis stehen in aller Mund. Es geht um Alfa Romeo oder Maserati. Die Spannung ist auf das Hoch ste gestiegen. Mit verhaltenem Atem verfolgt die Menge die sausende Fahrt der Donnermaschinen. Italienische Begeisterung und italienischer Siegerwille beherrschen Piste und Trihüne. Varzi auf Alfa Romeo führt glänzend und schiesst ala Erster mit 31' 38" durchs Ziel. Er hat damit den bisherigen Rekord Bordinos um 12 Sekunden verbessert, in dem er die schnellste Runde in 1:21 durchfuhr. Die Begeisterung will kein Ende finden. Nach 1' 27" folgt Nuvolari auf Talbot als Zweiter mit 33' 15". 1' 02" später erreicht Momberger auf Mercedes das Ziel, dicht gefolgt von Brilli Peri, der eine Sekunde mehr brauchte. Als Fünfter mit 34' 20" placiert sich der Schweizer Caflisch auf seinem Mercedes-Wagen. Maserati war insofern vom Pech verfolgt, indem Arcangeli aufgeben musste. Eines der schönsten und spannendsten, ohne jeglichen Zwischenfall getrübtes Rennen, hatte seinen Abschluss gefunden. Das Hauptverdienst fällt auf den derzeitigen Präsidenten der Sportkommission, Herrn Vinzenz Florio, einer der begeistertsten Förderer des italienischen Automobilsportes. Das Resultat: I. Vorlauf, Waotn bis 1500 ccm: 1. Arcangeli (Talbat), 99 km in 33:20,8 (Durchschnitt 173,130 km); 2. Nuvolari (Talbot), 34:11.2: 3. Ruggieri (Maserati), 37:58. II. Vorlauf, Wagen von 1500 bis 3000 ccm: 1. Brilli Peri (Alfa-Romeo), 32:09 (Stundendurchschnitt 184,676 km); 2. Borzacchini (Maserati), 32 : 21; 3. Varzi (Alfa-Romeo). 32:45; 4. Biondetti (Bugatti), 34:23,4; 5. Foresti (Bugatti), 34:27,6; 6. Toti (Maserati), 36:22,2; 7. De CarolU (Bugatti), 36:84. III. Vorlauf. Wagen Ober 3000 ccm: 1. Momberger (Mercedes), 34 :16,6 (Stundenmittel 173,295 km); 2. Maserati (Maserati). 34:16,8; 3. Caflisch (Mercedes), 35 :22. Endlauf: 1. Varzi (Alfa-Romeo). 31:38 (Stundenmittel 187,736 km); 2. Nuvolari (Talbot), 33:15; 3. Momberger (Mercedes), 34:07,4; 4. Brilli Peri (Alfa-Romeo), 34 :18,6; 5. Caflisch (Mercedes), 34 : 20; 6. Maserati (Maserati), 34:48,4; 7. BoTzacchini (Maserati). 35 :17,2; 8. Ruggieri (Maserati), 37 :14. Vom Semmenng-Rennen. Am Semmenne- Rennen vom letzten Sonntag hat Hans Stuck die beste Tageszeit und zugleich einen neuen Streckenrekord aufgestellt, indem er die 10 Kilometer lange Rennstrecke in 6*30,38" durchfuhr, was einem Stundenmittel von 92 Kilometern entspricht. Stuck hat damit einen neuen Beweis seiner Fahrkunst abgelegt. Die Internationale Sportkommission wird am 9. und 10. Oktober in Paris eine Sitzung abhalten. Folgende Traktanden werden zur Behandlung kommen: In erster Linie werden die Daten des Grand Prix für das Jahr 1930 festgelegt Die Schweiz hat als Zeitpunkt für den Klausen den 9. und 10. August, für die St. Moritzer Automobilwoche den 23. und 24. August (Schluss der Woche) und für den Kilometer-Lance von Eauxmortes den 23. März festgelegt. Da diese Daten mit keinem ausländischen srossen Rennen kollidieren, wird ihre Festsetzung keine Schwierigkeiten ergeben. In zweiter Linie wird das Reglement über die Weltmeisterschaft 1930 auszuarbeiten sein. Die Vereinigten Staaten machen den Vorschlag, den Titel eines Weltmeisters abzuändern in denjenigen eines Europameisters, da ihre Fahrer nicht alle europäischen Rennen mitmachen können. Was das Reglement für die Bergprüfungsfahrt betrifft, wird es für die nächsten drei Jahre bei der Einteilung in Rennwagen und Sportwagen bleiben. Italien und die Schweiz werden einen Vorschlag machen auf Dreiteilung in Renn-, Sport- und Toutenwagen. Qegen diese Dreiteilung sind Frankreich, Belgien und Eng- land. Das verhindert aber nicht, dass die Schweiz und ihre Nachbarländer ein für sie geltendes Reglement mit der gewünschten Dreiteilung ausarbeiten. Die Kommission wird sich ferner mit einer Ergänzung der Definition des Autos befasfen, in dem Sinne, dass Fahrzeuge mit Luftschrauben und Raketenfahrzeuge ausgeschlossen werden. Auf einige weitere Aenderungen des Reglements werden wir im Berichte über die Sitzung der C. S. I. zu sprechen kommen. gr. 30 Millionen Franken Benzinzoll im Jahre 1929. Die Benzineinfuhr im ersten Halbjahr 1929. Laut Statistik hat die Schweiz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 62,426,894 Kilo Benzin und Benzol eingeführt, gegenüber 53,899,548 Kilo in derselben Zeit des Vorjahres. Der Benzinzoll für dieses Einfuhrkontingent beträgt, bei einem Einheitssatz von 23 Franken auf 100 Kilo, Fr. 14,358,208 gegenüber Fr. 12,396,896 in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres. Die Mehreinnahmen an Zollbeträgen belaufen sich also auf Fr. 1,961,312. Diese Vermehrung entspricht dem Zuwachs der Automobilemfuhr, die sich um 1260 Einheiten höher stellt als im ersten Halbjahr 1928. Wenn man die Zahlen des letzten Jahres zugrunde legt, so dürfte die Benzineinfuhr für das ganze Jahr um zehn Prozent höher stehen als letztes Jahr, sich somit auf rund 68,35 Millionen Kilo belaufen. Es ist also für 1929 ein Zollertrag von rund 30 Millionen Franken zu erwarten. gr. Eine berechtigte Massnahme. Der franzosische Automobilclub gibt bekannt, dass von den französischen Polizeibehörden strenge Massnahmen gegen alle Automobilisten ergriffen werden, welche auf den französischen Alpenstrassen die beim Anhalten der Wagen unterlegten Steine nicht von der Strassevor der Weiterfahrt entfernen. Aehnliche Massnahmen wären auch für die schweizerischen Alpenstrassen am Platze. Strasse Klösterli-Grosslützel. Die Direktion des I. Schweiz. Zollkreises in Basel macht darauf aufmerksam, dass das 13 km lange Strassenstüok Klösterli-Grosslüfzel (im Berner und Solothurner Jura, siehe Touristikbulletin A. C. S. Nr. 20) internationalen Charakter hat. Auf dieser Strecke befinden sich keine französischen Zollämter, und es fallen somit für die schweizerischen Automobilisten die französischen Zollformalitäten für das Befahren dieses Strassenstückes dahin. Hingegen müssen sich die aus der Schweiz kommenden Automobilisten sowohl beim Ein- als auch beim Ausgang bei den schweizerischen Zollämtern in Lucelle bzw. Kleinlützel melden. Für das Befahren dieses Strassenabschnittes kommen für die aus der Schweiz kommenden Automobilisten somit nur die französischen, nicht aber die schweizerischen Zollformalitäten in Wegfall. Der letzt© Postillon wird auf der Linie Lohn-Lüterkofen-Gossliwil im September dieses Jahres gedient haben. Vor 50 Jahren schon wurde ein Einspänner-Postkurs von Solothurn über Lüterkofen nach Gossliwil gefahren. Die Eröffnung der Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn brachte eine Verkürzung der Postkurse, die- nur noch von den Bahnstationen Lohn, bzw. Bätterkinden aus, ge~ führt wurden. Im Mai 1925 wurden die Pferdeposten Lohn-Lüterswil, Lohn Aetigkofen und Bätterkinden-Balm gegen die Autoposten vertauscht und nun fällt auch die letzte Pferdepost dem raschern und zeitgemässeren Automobil zum Opfer. steht Ihnen unveÄndKöh zu einer Probefahrt zur Verfügung. Für Kenner ist es ein Ereignis, diesen.teejiyrtis^ auj|ggEfeif&ßn» m der Karosserie vornehmen und gediegenen Ächtzylinderwagen Generalvertreter C SCHLOTTERBJLC& BASEL ZÜRICH-BERN.. - Verlangen Sie unverbindliche Probefahrt,