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E_1929_Zeitung_Nr.083

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Aasgabe: Deutsche

Aasgabe: Deutsche Schweiz. BERN, Freitag 27. September 1929 Nummer 20 Cts. 25. Jahrgang. - N° 83 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe Liste" Halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10 Im Ausland unter Portozuschlag, sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtUche Bestellung 30 ADMINISTRATION; Breitenrainstrasse 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechnung 111/414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Das kommende Automobilgesetz Wir glauben, im Interesse aller Automobilisten zu handeln, wenn wir im kommenden den Fragebogen, den das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement den interessierten Verbänden und Kantonsregierungen hat zukommen lassen, näher erörtern und die vom Departement gemachten Bemerkungen, welche seine Auffassung in wesentlichen Punkten bereits ziemlich ausgeprägt präjudizieren, umschreiben ohne uns vorläufig in irgendwelcher Art selbst festzulegen. Die Grundlage des neuen in Aussicht genommenen Bundesgesetzes bildet der Gesetzentwurf vom 10. Februar 1929. Unter den allgemeinen Bestimmungen figurierten zwei Artikel. In Artikel 1 wurde bestimmt, dass unter das Gesetz Automobile (Motorwagen und Motorräder) und Fahrräder fallen sollten. Der Begriff Motorlastwagen war näher umschrieben. Als solcher wurden Motorwagen bezeichnet, die bei voller Belastung ein Gesamtgewicht von 300d kg erreichen können, sowie Auto-Omnibusse, Autogesellschaftswagen, Traktoren und Anhängewagen. Zu den Motorrädern zählten auch die Fahrräder mit Hilfsmotoren. Im Zweifelsfalle sollte der Bundesrat, nach Einholung eines Berichtes der Kantonsregierungen, darüber entscheiden, ob und in welcher"Weise* 'einer Fahrzeuggattung oder ein einzelnes Fahrzeug unter diese Bestimmungen zu fallen hätten. Das Departement stellt nun die Frage, ob Alinea 1 nach Massgabe der parlamentarischen Motionen derart zu erweitern sei, dass das vorliegende Gesetz Bestimmungen über die Benützung von Automobilen (Motorwagen und Motorrädern) sowie über den Verkehr, auf den dem Automobil geöffneten Strassen im allgemeinen enthalte. Daraus geht deutlich hervor, dass das Gesetz nicht für alle Strassen in Anwendung gelangen soir und dass die Fahrräder eventuell nicht in dasselbe mit einbezogen werden sollen. Eine zweite Frage geht dahin, ob gegen die Umschreibung der Motorlastwagen sich Bedenken erhöben und eine dritte Frage, ob nicht auch Bedenken sich geltend machten gegen die Einbeziehung der Fahrräder mit Hilfsmotoren unter die Motorräder. Artikel 2 befasste sich mit den Durchgangsstrassen und legte fest, dass es in der Kompetenz des Bundesrates, nach Anhörung der F E U I L L E T O N Patent No. 2002. Kriminalroman von Ludwig Peter. (6. Fortsetzung) Kantonsregierungen, läge, für den allgemeinen Durchgangsverkehr notwendige Strassen in vollem oder beschränktem Umfang für offen zu erklären, dass aber im übrigen die Kantone berechtigt seien, die Benützung der Strassen zu beschränken oder ganz zu untersagen. Das Departement stellt die Frage, ob der Bundesrat seine Kompetenz erst nach Anhörung der Kantonsregierungen soll ausüben dürfen und ob nicht auch die vorausgehende Anhörung 3er Bundesinstanz, wenigstens für zeitliche kantonale Beschränkungen, vorgesehen werden sollte. Das Dpeartement fügt hinzu, dass die im seinerzeitigen bundesrät- 6 liehen Entwurf vorgesehene Genehmigung des Bundesrates für Beschränkungen, die sich auf den Sonntag und die Zeit für Alpauftrieb und -entladung bezogen, vom Parlamente abgelehnt wurde. Es ist jedoch nach wie vor der Aufassung, dass der Zwang zur vorherigen Rücksprache wohl auch für die Kantone selbst von Nutzen wäre, indem damit zum mindesten die gröbsten Unzuträglichkeiten und unnötigen Ungleichheiten vermieden werden könnten.. Wir glauben, in der Annahme nicht fehlzugehen, dass alle Verbände mit der Auffassung des Departementes für diese minimalste Forderung einiggehen werden. ,*_P>© Vorschriten über die Automobile umfassen in elf Artikeln Bestimmungen über die Fahrausweise und in 16 Artikeln solche übef Verkehrsvorschriften. Der Fahrausweis. Artikel 3 bestimmte, dass ein Automobil zum öffentlichen Verkehr nur auf Grund eines Verkehrausweises zugelassen und dass niemand ein Automobil führen dürfe, der nicht im Besitze eines Fahrausweises sei. Die Frage stellt sich, ob nicht eine besondere Kategorie von provisorischen Fahrbewilli- «ungen (Lern-Fahrbewilligungen) geschaffen oder als solche erwähnt werden sollte oder ob diese Bestimmung besser in die Verordnung zu placieren oder gar der Praxis 'zu überlassen sei. Artikel 4 soll unverändert gelassen werden. Er lautete: «Die Ausweise werden durch den Kanton erteilt, wo der Bewerber seinen Wohnsitz hat. Sie werden für das Kalenderjahr ausgestellt und sind jährlich zu erneuern. Sie sind gültig für das Gebiet der Eidgenossenschaft.» Nach kurzer Zeit hörte man das Rattern eines Motorrades, ein Polizist brachte die Ausweise. Dr. Steinmann verabschiedete sich von Kramer und holte seinen Wagen aus der Garage. Auf der Kraft'schen Bank erhielt er die Auskunft, dass der Prinzipal unpässlich sei, am Montag jedoch wieder erscheinen werde. Der Detektiv begab sich daraufhin zur Wohnung des Bankiers. Man sagte ihm, es gehe dem Kranken besser, er sei gerade daran, sich anzukleiden, in zehn Minuten stehe er zur Verfügung. Wiederholt bemühte sich die Haushälterin um den schweigsamen Gast. Sie schien den Detektiv zu kennen und sprach, ohne gefragt zu sein, über die intimen Beziehungen ihres Herrn zu den gestern verunglückten Freunden. Sie hatte etwas Aengstliches und Unruhiges in ihrem Wesen, das sich plötzlich Bahn brach: «Herr Kraft ist gestern Nachmittag plötzlich an Leibschmerzen erkrankt; Herr Dr. Beck war noch hier und hat eine recht ernste Miene gemacht. Er hat Proben des Erbrochenen ins Institut geschickt, und heute morgen hat die Haushälterin des Verstorbenen den schriftlichen Bericht über das Untersuchungsresultat gebracht. Es ist Arsenik im Mageninhalt gefunden worden, aber ich möchte dem Herrn nichts davon mitteilen, da er auf mich Verdacht haben könnte, und ich bin doch so sehr in Sorge um Herrn Kraft. Vor einigen Tagen schon habe ich Fräulein Keller von einem unheimlichen Mann mit schwarzem Bart erzählt, den ich mehrmals am Heckenweg gesehen habe. Ich befürchte, dass dieser das Gemüse des Herrn in der Küche vergiftet hat, als ich im Esszimmer den Tisch deckte. Ich selber liebe das Gemüse nicht und habe keines gegessen. Hier ist der Schein vom Institut.» Kraft betrat, sorgfältig angezogen, das Empfangszimmer, schien aber in der Tat recht mitgenommen zu sein. Die Männer begrüssten sich. Dr. Steinmann erklärte den Grund seines Kommens und bat den Bankier um verschiedene Auskünfte über die Verstorbenen, nachdem er von Kramers Ahnungen erzählt hatte. Fritz Kraft berichtete genau, wie alles gekommen war. Er konnte aber dem, was der Detektiv bereits durch den Schriftsteller erfahren hatte, nicht viel Wesentliches beifügen, weil er über die Erfindung Kellers, von der Kramer nichts wusste, dem Versprechen gemäss nichts verlauten lassen wollte. Auf die Frage, ob die Verstorbenen keine Feinde gehabt hätten, erwähnte Kraft den Brief von Alfred Fleissig und erzählte seine Geschichte; auch überliess er Dr. Steinmann auf dessen Bitte die Photographie des Legionärs und Artikel 5 bestimmte, dass der Verkehrs-1 ausweis auf den Namen des Halters des Automobils erteilt werde, wenn amtliche, sachverständige Prüfungen die Eignung des Automobils für den beabsichtigten Betrieb ergeben haben und der Bewerber nachweise, dass die durch dieses Gesetz vorgeschriebene Haftpflichtversicherung bestehe. Das Departement hält eine Bestimmung für unnötig, wonach mehrere Kantone gemeinsame Experten bestellen können. Es wirft aber die Frage auf, ob die Art des Nachweises der bestehenden Versicherung (Vorweisen der Police oder Bescheinigung der Gesellschaft über Bestehen der Versicherung, Unterschriftsberechtigung, Prüfungspflicht) hier oder besser in der Verordnung geregelt werden sollte. Artikel 7 befasste sich speziell mit dem Führerausweis und bestimmte, dass er auf Grund einer theoretischen und praktischen Prüfung erteilt werden könne, durch die sich der Bewerber darüber ausweist, dass er ohne Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu fahren verstehe. Er sah eine neue Prüfung vor, sofern der Führerausweis während drei Jahren nicht erneuert wurde und bestimmte, dass er nicht erteilt werden durfte an Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, an solche, die nicht urteilsfähig oder durch körperliches oder geistiges Gebrechen an der sichern Führung des Fahrzeuges behindert sind, und an solche, die dem Trunke ergeben oder aus an- *dern amtlich feststehenden Gründen nicht geeignet erscheinen. Das Departement glaubt nicht, dass man über den allgemeinen Grundsatz für die Prüfungsvoraussetzung hinausgehen sollte. Das vom Departement in Anpassung an bereits bestehende kantonale Prüfungsvorschriften aufgestellte und den Kantonen bekanntgegebene Schema wurde von zwölf Kantonen ausdrücklich akzeptiert, von andern vielleicht stillschweigend übernommen. Es ist der Ansicht, dass die ganze Materie in die Verordnungen placiert werden sollte. Eine weitere Frage stellt sich, ob es den Kantonen anheimgestellt werden soll, noch schärfere Bestimmungen zu erlassen. Zu prüfen ist ferner, ob noch andere zwingende Ausschlussgründe vorhanden sind, deren ausdrückliche Nennung wünschenswert wäre. Das Departement erwähnt andere mannigfache Möglichkeiten (Kokainismus, Strolchenfahrten ohne Fahrausweise), denen aber durch die im Schlusssatz verlangte amtliche Notorietät genügend vorgebeugt werden könnte. das Schreiben aus Karthum. Der Detektiv dankte und verabschiedete sich. Darauf fuhr er mit einem Radio-Installateur zum Hause Dr. Fischers, legitimierte sich bei dem Mädchen und Hess sich den Hergang des Unglücks erzählen. Während er die Leichen kurz untersuchte, kontrollierte der Elektriker den Radioaparat und stellte fest, dass verschiedene Teile durch den heftigen Stromstoss gelitten hatten; dann demontierte er die Antenne. Dr. Steinmann machte sich Notizen. Im Schreibtisch der Verstorbenen, dessen Verschluss geschickt von der geübten Hand geöffnet worden war, fand Steinmann ein Schriftstück, das er in seiner Rocktasche versorgte. Kurz darauf stand er Fräulein Bleuler gegenüber. «Zeigen Si© mir das Giebelzimmer, an dessen Aussenseite die Antenne Dr. Fischers befestigt war.» Sie stiegen zwei Treppen hoch. «Das Zimmer ist leer. Herr Klein, mein früherer Mieter, ist gestern abend um achteinhalb Uhr für immer verreist und hat sein ganzes Laboratoriums-Inventar durch einen Dienstmann abholen lassen.» Die Aengstlichkeit war von der Dame gewichen und ihre gewohnte, artige Geschwätzigkeit forderte ihr Recht. «Wissen Sie Herr Doktor, Herr Klein war imer sehr liebenswürdig; denken Sie, er hat, weil er so plötzlich verreisen musste, sein INSEPTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentaril. Inseratensehluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern In Artikel 9 wurde bestimmt, dass die Ausweise und das Fahrzeug jederzeit von den Kantonsbehörden kontrolliert werden können und dass erstere bei jeder Fahrt mitzuführen seien. Die Frage drängt sich hier auf, ob obligatorische periodische Kontrollen der Fahrzeuge vorgeschrieben werden sollten, oder ob die Anordnung derselben den Kantonen freizustellen sei. Das Departement betrachtet die periodischen Kontrollen der grossen Personentransportfahrzeuge unter allen Umständen in gewissen Rahmen als notwendig. Artikel 10 spricht über den Entzug der Ausweise. Er bestimmte, dass der Verkehrsausweis durch die Behörden des Kantons, wo der Halter den Wohnsitz hat, zu entziehen sei, wenn das Fahrzeug den aufgestellten Vorschriften nicht mehr entsprechen oder wenn die Versicherung aussetze, dass der Führerausweis durch die Behörde des Wohnsitzkantones zu entziehen sei, wenn Ausschlussgründe nachträglich bekannt wurden oder eintraten und dass er zeitweilig oder dauernd entzogen werden könne, wenn der Führer Verkehrsvorschriften schwer verletzt oder wiederholt übertreten habe. Im ferneren waren die Kantone berechtigt, beim Wohnsitzkanton den Entzug der Fahrausweise zu beantragen. Die Möglichkeit des Entzuges des Fahrausweises durch die Administrativbehörde bei wiederholter, leichter Uebertretung ist iniäer letzten Abstimmungskampagne beanstandet worden. Das Departement stellt ittesbalb die Frage, ob die Praxis Anlass zu Befürchtungen wegen Missbrauches dieser Kompetenz ergeben habe und fügt bei, dass mehrere Kantone den Konkordatszwang in ihrem Ausführungsdekret in ein Fakultativum umgewandelt hätten. Artikel 11 bestimmte, dass Fahrten zu Lehrzwecken nur mit Fahrzeugen, für die Verkehrsausweise bestünden und in Begleitung einer Person, die den Führerausweis besitze, gestattet werden dürften. Vom Fahrlehrer wurde eine Bewilligung des Wohnsitzkantons verlangt. Die Frage stellt sich, ob hier oder in die Verordnung Vorschriften für die Fahrlehrer aufgenommen werden sollten, wie dies z. B. im neuen italienischen Gesetz der Fall sei. Artikel 13 sah vor, dass für ausländische Automobile und Führer, die nicht durch internationale Uebereinkunft davon enthoben sind, die Ausweise durch die Kantone erteilt würden. Dem Bundesrat war vorbehalten, in gewissen Fällen ausländische Ausweise Zimmer für weitere vier Wochen bezahlt. Ueberhaupt war er ein feiner Herr; nur in Handschuhen hat er gearbeitet, um seine zarten Hände zu schonen.» «So, seine zarten Hände.» «Ja, er hatte wunderschöne, gepflegte Hände.» «Wie hat er denn sonst ausgesehen?* «Oh, Herr Klein war ein schöner Mann mit schwarzem Vollbart.» «Gleicht er diesem Bild?» Steinmann zeigte Fleissigs PhotograpWe. «Ja, Herr Doktor, das ist er, sind Sie mit ihm befreundet?» «Eben deshalb komme ich; er hat eine Kleinigkeit vergessen.» Der Detektiv hatte die Zeit von Fräulein Bleulers Redefluss benützt, um das ganze Zimmer zu durchsuchen und hatte in einem Wandkasten den untern Teil eines zerbrochenen Reagenzrohres gefunden, den er sorgfältig verpackte und einsteckte. Er verabschiedete sich von der Dame und musterte im Vorbeigehen noch genau einen neben der Tür befindlichen Steckkontakt. Nach dem Mittagessen verschwand er für kurze Zeit in seinem Laboratorium. Kurz darauf bestieg er seinen Wagen und fuhr zur Dienstmänner-Anstalt. Nach einer Stunde bemerkten Passanten, die eine der abgelegenen Brücken der Stadt passierten, dass in der Nähe von einem Kahn aus das Wasser mit Stangen durchsucht wurde. Dr. Stein-

als genügend anzuerkennen. Das Departement hebt hervor, dass die Fassung des Artikels dem Bundesrat gestatten würde, neben dem internationalen Ausweis den nationalen Ausweis für Angehörige von Konventionsstaaten als genügend zu erkären, so z. B. für Nachbarstaaten, deren Ausweise in einer unserer Landessprachen ausgestellt sind. Es wäre dies auf alle Fälle eine Massnahme, die der Vereinfachung des internationalen Verkehrs dienen würde, sofern die betreffenden Staaten Gegenrecht hielten. (Fortsetzung folgt.) Der Benzinzoil im Nationalrat. Nationalrat Meuli postuliert 50 Prozent des Benzinzolles. Entsprechend dem Postulate Amstalden im Ständerat hat nun auch im Nationalrate Herr Dr. Meuli, Sekretär des A. C. S. Graubünden, folgendes Postulat eingereicht: «Der Bundesrat wird eingeladen, die Frage zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, ob nicht mit Rücksicht auf die ausserordentliche Zunahme des Benzinzollertrages einerseits und den Ausgaben der Kantone für die Instandstelhmg des Strassennetzes anderseits, Artikel 2 des Bundesbeschlusses betreffend die Ausrichtung von Bundesbeiträgen an die Kantone für die Automobilstrassen dahin abzuändern sei, dass der Anteil der Kantone am erhöhten Benzinzoll auf mindestens die Hälfte (statt Ü) festgesetzt werde und ob nicht gleichzeitig der in Artikel 3 niedergelegte Verteilungsmodus jetzt schon einer Revision zu unterziehen sei.» Wir beglückwünschen Herrn Nationalrat Dr. Meuli zu seinem Postulate. Es freut uns ganz besonders, dass die berechtigte Forderung gerade von dieser Seite gestellt wurde. Der Kampf um die Strassenverkehrsinitiative war also doch nicht umsonst. Er bedeutet© einen gewaltigen Vorstoss für die Beseitigung des nicht genügenden Benzinzollviertels und für die Verwirklichung des den modernen Bedürfnissen besser entsprechenden kommenden Automobilgesetzes. Initiativen, auch wenn sie unterlagen, waren immer die bedeutenden Schrittmacher des Fortschrittes. So auch hier. Wir glauben, dass ganz besonders durch die unermüdliche Aufklärungsarbeit der « Automobil-Revue » die Ansichten im ganzen Schweizerlande, nicht zuletzt aber auch in den kantonalen Räten und in der Bundesversammlung soweit abgeklärt sind, dass die Notwendigkeit einer Revision der heute zu Recht bestehenden Benzinzollverteilung unumstritten sein dürfte. Es bleibt nur z.u wünschen übrig, dass sich der Bundesrat der Angelegenheit ohne Verzug annimmt, damit keine köstliche Zeit verloren geht und den Kantonen raschmöglichst der Segen der neuen Benzinzollerträge zugute kommen kann. Dabei erachten wir es als unbedingt selbstverständlich, dass auch der Verteilungsmodus einer Revision unterzogen wird, damit den Bedürfnissen der finanzschwachem Alpenkantone besser und gerechter entsprochen werden kann. Das vitale Interesse unserer Volkswirtschaft erheischt die sofortige Anhandnahme der Revisionsarbeit. Die Lösung der Frage ist so dringend wie jedes ander© Geschäft des schweizerischen Parlamentes, -t. Verbreiterung der Strasse durch die Klus von Baden. Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat der Baudirektion die Abtragung des Martinsfelsens bei Baden beantragt, um damit Raum zu schaffen für die Verbreiterung der Fahrbahn und die Anlage eines Trottoirs an der Strässe durch die Klus. mg. mann hatte sich ins Haus von Dr. Beck begeben. Er Hess sich die Leiche des Arztes zeigen und begab sich darauf in di© Garage. Nicht die kleinst© Einzelheit am Wagen entging seinem geübten Auge. Am Boden vor dem Führersitz fand er eine halbabgebrannte Zigarette. Sorgfältig verwahrte er diesen Stummel in der Brieftasche. Der Heizungskörper war tatsächlich nicht mehr mit der Rohrleitung verbunden. Steinmann notierte alle Einzelheiten. Dann begab er sich ins Haus und Hess sich den Hergang der Ereignisse erzählen. «Ich weiss nur, dass der Herr Doktor um neun Uhr von irgendwo auf dem Lande angerufen worden ist, er möchte zu einer Gebärenden kommen, Dr. Auer verlange seine Hilfe. Nach einigen Stunden kamen dann der Bezirksstatthalter und Dr. Auer mit der Leiche des Herrn. Herr Dr. Auer wollte nichts wissen, Herrn Dr. Beck bestellt zu haben. Er sei an diesem Abend auch bei keiner Geburt gewesen.» Der Detektiv dankte für den Bericht und liess sich mit Dr. Auer in Oberkirch telephonisch verbinden. Er fragte den Arzt, ob er mit ihm und eventuellen Zeugen den Ort aufsuchen könnte, wo der Wagen von Dr. Beck gefunden worden sei. Dr. Auer war Die Gemeindeammänner des Kantons Aargau haben dem Strassenlärm den Krieg erklärt. Am 23. September haben sie in Wohlen getagt und sich in ziemlich energischer Sprache gegen den Lärm der Motorfahrzeuge gewandt. Einige unter ihnen möchten am liebsten ein Nachtfahrverbot. Sie rücken nun dem Regierungsrat auf den Leib und fragen ihn über das Schicksal der letztes Jahr von 120 Gemeindeammännern eingereichten Eingabe an betreffend Massnahmen gegen Belästigung der Strassenanwohner durch den Lärm der Autos und Motorräder während der Nachtzeit. Sie stellen ihrer hohen Regierung sogar in ultimativer Weise eine Interpellation im Grossen Rate in Aussicht, ja, wenn nötig, sogar eine Volksinitiative! Wir wissen nicht, welch grossen Eindruck diese Versammlung der 70 Gemeindeoberhäupter auf die Regierung gemacht hat. Auf alle Fälle hat tags darauf die aargauische Polizeidirektion die «starke Hand» gezeigt und neue verkehrspolizeiliche Weisungen erlassen. In diesem Erlass heisst es: «Nachdem in der letzten Zeit wiederum berechtigte Klagen über die Missachtung der Verkehrsbestimmungen durch Motorfahrzeugführer und Radfahrer eingehen, sieht sich die Polizeidirektion veranlasst, folgende Weisungen, die an die Polizeiorgane ergangen sind, öffentlich bekanntzugeben : 1. Alle Führer von Motorfahrzeugen, die durch lärmendes Fahren die Ruhe der Bevölkerung stören, sind zur Anzeige zu bringen. Den Beanzeigten ist überdies die Fahr- und Verkehrsbewilligung abzunehmen. 2. Jedem Führer eines Motorfahrzeuges und jedem Radfahrer, der als Lenker eines Motorfahrzeuges oder Fahrrades in betrunkenem Zustande betroffen wird, ist die Fahr- und Verkehrsbewilligung abzunehmen. Das Fahrzeug ist in polizeiliche Verwahrung zu nehmen. 3. Die Fahr- und Verkehrsbewilligung ist ferner abzunehmen, wenn der Lenker eines Motorfahrzeuges im Innern von Ortschaften oder auf verkehrsreichen und unübersichtlichen Strassenstrecken die Verkehrsvorschriften, speziell auch die Geschwindigkeitsvorschriften, offensichtlich in krasser Weise verletzt und dadurch Veranlassung zu Verkehrsgefährdungen gibt. 4. Motorfahrzeugführer und Radfahrer, deren Fahrzeuge absichtlich beschmutzte Kontrollschilder tragen, werden dem Strafrichter überwiesen. Defekte Kontrollschilder werden polizeilich beschlagnahmt. » Die aargauischen Gemeindeoberhäupter haben demnach einen ersten Erfolg zu buchene Wir dagegen halten diese Weisungen in zwei Punkten für allzu weitgehend und zu einseitig. Ganz selbstverständlich wird jeder Motorfahrzeugbesitzer, jeder Automobilist, die Nachtruhe so hoch schätzen wie jeder andere Mensch. Dagegen sind es nicht nur Automobilisten und Motorradfahrer, welche die Ein neuer Rücktritt im Bundesrat? Kaum ist di© Kunde durchs Land geklungen, dass auf Ende des Jahres Herr Bundesrat Haab zurückzutreten gedenke, so wird gerne bereit, einen der jungen Männer, welche den traurigen Fund gemacht hatten, zu bestellen und den Detektiv um vier Uhr in seinem Hause zu erwarten. Auf die Anfrage bei der Zentrale, ob Dr. Beck, Nr. 5324, von Oberkirch aus angerufen worden sei, bekam Steinmann die Antwort: «Oberkirch wird automatisch bedi©nt, es ist aber möglich, dass der Arzt von Hochau aus bestellt worden ist, ich werde Sie mit dem Bureau Hochau verbinden.» Dieses meldete sich sofort. Der Detektiv nannte seinen Namen. «Ist Nr. 5324 gestern abend von Hochau aus verlangt worden?» Die Telephonistin antwortete: «Ja, diese Nummer ist am Freitag abend um neun Uhr bestellt worden, von der öffentlichen Kabine aus.» «Haben Sie den Sprecher gesehen?» «Ja.» «Wie sah er aus?» «Er trug einen schwarzen Bart und eine blaue Brille.» «Was war der Inhalt des Gesprächs?» «Ich darf keine Gespräche belauschen.» «Ich danke», sagte Dr. Steinmann und legte den Hörer zurück. Um vier Uhr hielt sein Wagen vor dem AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N° 83 Was geht im Kanton Aargau vor? Nachtruhe der Bevölkerung stören können. Wenn schon von amtlicher Seite für diese Ruhe gesorgt werden soll, so geschehe das in umfassender Weise und unter Miteinbezug aller grölenden Nachtbuben und Wirtshaushocker, die zwischen 11 und 1 Uhr die Nacht zum Tage machen und jedenfalls ihre Mitmenschen ebenso stark, wenn nicht stärker belästigen als die Führer von Motorfahrzeugen. Durch die Weisung 1 werden Automobilisten und Motorradfahrer zudem der Willkür der örtlichen Polizeiorgane ausgesetzt, da «lärmendes Fahren» ein sehr dehnbarer Kautschukbegriff ist. Wir laden die aargauischen Gemeindeoberhäupter samt der aargauischen Polizeidirektion ein, selbständig jede Instanz für sich, den Begriff «lärmendes Fahren» näher zu definieren. Die Antwort dürfte sehr interessant sein. Dass, bei einem derart fragwürdigen Delikt dem Beanzeigten überdies die Fahr- und Verkehrsbewilligung abgenommen werden darf, ist offensichtlich eine viel zu weitgehende und willkürliche Verfügung, die bei Ausführung zu schweren Komplikationen führen muss und die zudem im Widerspruch zu Artikel 16 des Konkordates steht, der den Entzug der Fahrbewilligung nur bei wiederholter Uebertretung oder bei schwerer Verletzung der Verkehrsbestimmungen vorsieht. Bei Tage wird zudem die « Ruhe der Bevölkerung» nicht gut berücksichtigt werden können, wenn der Automobilist infolge schlechter Strassendisziplin anderer Strassenbenützer zur Signalgebung gezwungen wird. Ebenso kautschuckartig ist die Weisung unter Punkt 3. Auch sie öffnet der Willkür Tür und Tor, denn niemand wird in der Lage sein, zu bestimmen, wo Geschwindigkeitsvorschriften offensichtlich oder wo sie nicht offensichtlich in krasser Weise verletzt wurden. Zudem weiss man, dass die Geschwindigkeitsvorschriften des Konkordates schon längstens überholt sind und dass es gerade nur zu oft im Interesse der Verkehrssicherheit liegt, wenn die berühmten 18 km eines trabenden Pferdes nicht innegehalten werden. Dass bei einer Uebertretung der Geschwindigkeitsvorschriften, sofern der betreffende Polizeimann diese als « offensichtlich in krasser Weise verletzt» betrachtet, Fahr- und Verkehrsbewilligung abgenommen werden dürfen, geht ebenfalls und zwar hier .bestimmt offensichtlich zu weit. Wir nehmen an, dass die aargauischen VeTkehrsverbände sich mit diesen Weisungen der aargauischen Polizeidirektion noch ein wenig näher befassen werden und hoffen, dass bis zur Abklärung der Geister diese äusse'rt jovial' gehandhabt werden. Ein Nachtfahrverbot für den Kanton Aargau dürite im gegenwärtigen Augenblick wohl ernsthaft nicht in Frage kommen. Es wäre denn, der alte Fortschritts- und Kulturkanton hätte mit der Zeit nicht mehr Schritt halten können ... K in den Couloirs des Bundeshauses, wo sich unsere Herren Bundesväter jeweils von grosser Arbeit im gemütlichen Schwatz ausruhen, das Gerücht herumgeboten, dass auch Bundesrat Häberlin gesundheitshalber auf Ende dieser Legislaturperiode als Bundesrat zurückzutreten gedenke. Dieser Ballon eines voreiligen Reporters ist natürlich mit aller Vorsicht aufzunehmen. Bundesrat Häberlin steht im 61sten Altersjahr, gehört seit 1920 dem Bundesrate an und hat noch viel «Werch an der Kunkel.» Da ©r mitten in den Vorarbeiten des neuen Automobilgesetzes steckt und jedenfalls dies© Arbeit noch selbst beenden möchte, glauben wir annehmen zu dürfen, dass eventuelle Rücktrittsgedanken noch nicht in absoluter Form vorliegen. Anderseits ist zu hoffen, dass das Automobilgesetz in der gegenwärtigen Legislaturperiode unter Dach gebracht werden kann» Bereits tauchen die ersten Nachfolgernamen für Herrn Bundesrat Haab auf. Zweifellos wird der Stand Zürich auf den Bundesratssitz Anspruch erheben. Schwieriger dürfte sich die Frage des Nachfolgers gestalten. Es wird u. a. auch vom derzeitigen Stadtpräsidenten, Dr. Klöti, gesprochen, der sich auch in der Hafraba-Bewegung einen Namen gemacht hat. Bevor jedoch diese Nomination in den Vordergrund rücken kann, muss sich die sozialdemokratische Partei zuerst grundsätzlich über die Beteiligung in der Bundesregierung schlüssig machen. Eine andere Nomination, die in gewissen Kre sen ebenfalls in Erwägung gezogen wird, ist diejenige des Herrn Direktor Tobler, dem ehemaligen bekannten und beliebten zürcherischen Regierungsrates, der sich auch infolge seiner Tatkraft, seiner Initiative und grossen Energie im Nationalrate einen guten Namen zu sichern verstund. Als Präsident der nationalrätlichen Finanzkommission hatte er Gelegenheit, sich im ganzen Bundeshaushalte gut zu orientieren, so dass ihm bundesrätliche Arbeitsweise in keiner Weise fremd wäre. Als Automobilist und heutiger industrieller Führer brächte er den nötigen frischen Zug ins Bundeshaus mit. Bereits die nächsten Wochen dürften übrigens in der Frage der Bundesratsnachfolge nähere Abklärung bringen. • Das Automobil im Berner Grossen Rat. Unerfreuliches und Erfreuliches. Anlässlich der Behandlung des Staatswirtschaftsberichtes musste anlässlich der Debatte über die Polizeidirektion und der Unterrichtsdirektion das Automobil folgerichtig wiederum in Diskussion gezogen werden. Mit nicht geringem Befremden werden die Automobilisten sowohl von der Erklärung des Referenten der Staatswirtschaftskommission als auch des Polizeidirektors Kenntnis nehmen, dass man auf der bernischen Polizeidirektion von den sogenannten Autofallen nicht glaubt Umgang nehmen zu können. Dass man selbst von offizieller Seite aus den Begriff der «Autofalle» aufnimmt und damit das Unmoralisch© der ganzen Institution ausdrücklich als gesetzlich erklärt, ist mehr als bedauernswert. Eine Falle ist an und für sich unmoralisch. Die Verwendung unmoralischer Mittel, um einem Gesetze Nachachtung zu verschaffen, ist aber von Seiten der Behörden ganz besonders verwerflich. Wohin müsste eine solche Praxis führen, wenn auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens sich die Regierung zu einer Fallentaktik herabliesse? Auf jeden Fall könnte sich das Volk ein derartiges Regiertwerden, das jeder Ehrlichkeit spottet, nicht gefallen lassen. Auch im Regieren sollt© Fairness oberster Leitgedanke bleiben. Jede Regierung hütet sich deshalb begreiflicherweise wohl, der Umgehung der Gesetze mittelst eines Fallenbetriebes steuern zu wollen. Nur den Automobilisten hält man noch für vogelfrei. Ihm glaubt man, die Falle stellen zu dürfen und freut sich, des ihm auf solche Weise abgenommenen Geldes. Gegen diese unwürdige Behandlung legen wir nachdrücklich und des entschiedensten Protest ein. Wir hoffen, dass die neugegründete bernisch© Verkehrsliga keine Mittel unversucht lassen wird, um diesen das Ansehen des Kantons schädigenden «Betrieb» endlich einmal abzustellen. Erfreulicherweise hat Grossrat Keller aus Langnau die rechten Worte gefunden, um diese versteckten Kontrol'en tiefer zu hängen. Der anständige Automobilist will sich nicht der Kontrolle entziehen, doch solj sie absolut einwandfrei und korrekt Doktorhaus© in Oberkirch. Der Arzt war rechts fünf Millimeter, links vier Millimeter sehr zuvorkommend und erklärt© sich bereit, dem Detektiv nach Kräften zu helfen. Stollen von vier Millimetern und links einen betrug, hinten rechts einen Continental mit Der junge Fritz aus Hochau war schon mit Michelin Cable mit Stollen von drei Millimetern. Wortlos kehrte der Detektiv zu seinem Rad eingtroffen. Die drei Männer fuhren sofort im Wagen Steinmanns an die den andern zurück. Sie fuhren nach Oberkirch. Dort bestieg Fritz sein Rad, und die Waldkurve. Fritz erzählte : beiden Herren trennten sich. In ruhigem «Wir hatten getanzt und wollten zu viert Tempo fuhr Dr. Steinmann in die Stadt. Er heimkehren, da fanden wir den Wagen mit gliederte das, was er bis jetzt gefunden und der Leiche. Meine Braut und ich blieben beim ordnete es ein in das Mosaik, das ihm, wenn Toten. Plötzlich erschien ein dunkelbärtiger das Bild vollständig war, die Lösung des Mann mit dunkler Brille, sichtlich erschreckt schvvierieren Falles bringen musste. Kaum darüber, dass wir zugegen waren. Er fragte war er zu Hause, schrillte das Telephon. Di© nach dem Weg nach Oberkirch und nach Dienstmänneranstalt meldete, der im Fluss dem letzten Zug. Nachher haben wir aus vermutete Gegenstand sei gefunden. Steinman war auf dem rechten Wege. In seinem nicht sehr grosser Entfernung ein Automobil in der Richtung Oberkirch davonfahren Arbeitszimmer verlangte er die Verbindung gehört.» mit dem städtischen Physikat u. fragte, wer Steinmann entfernte sich und durchstreifte in den letzten Wochen einen Giftschein für den Wald. Etwa vierhundert Meter unterhalb der Kurve bückte er sich. Ein Waldweg Beamte gab an, ein Chemiker namens Klein, Arsenik verlangt habe. Der stellvertretende zweigte hier gegen Norden ab. Sein lehmiger Boden zeigte deutliche Spuren eines weg, habe als Letzter Arsen zu Studien- wohnhaft bei Fräulein Bleuler am Garten- Automobils. Dr. Steinmann mass den Radstand und die Spurweite. Er zeichnete getektiv, dass er es mit einem überaus rafzwecken gewünscht. Nun wusste der Denau die Abdrücke der Pneus und kam zu finierten und sehr gefährlichen Verbrecher folgendem Schluss: Der Wagen trug vorne zu tun hatte. * beidseitig Firestone mit Stollen, deren Dicke Fortsetzung folgt)