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E_1929_Zeitung_Nr.086

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den offiziellen

den offiziellen Besuchsstunden, die Ausstellungsobjekte einer eingehenden Würdiguni' zu unterziehen. Wir müssen uns deshalb auf einen kurzen Ueberblick beschränken, wo in zwangloser Reihenfolge die hauptsächlichsten Details erwähnt seien. (9. Fortsetzung) Starr betrachtete Fleissig die ihn so überaus schwer belastenden Dokumente. Der Detektiv beobachtete die Wirkung, die diese Ueberrumpelung auf den starken Mann ausübte. cSo, von Fritz Kraft.> Eine Zornesader schwoll auf der Stirn des Legionärs. Plötzlich aber, wie in sich selbst zusammensinkend, sagte Fleissig: «Ich verstehe. Rufen Sie die Polizisten herein. Widerstand hat momentan keinen Zweck. Ich gehe mit.» «Ich bin allein gekommen, Herr Fleissig,> entgegnete der Detektiv, «ich habe auch keine Vollmacht, Sie zu verhaften. Ich möchte Sie fragen, was Sie von den Verstorbenen wissen und was Sie über ihren Tod denken.» «Sie wollen mich foppen!> «Ich wiederhole meine Frage.» Fleissig schien sich etwas zu beruhigen und begann: «Ich war mit Kellers Schwester verlobt. Weiberklatsch hat mich der Untreue beschuldigt; ich erhielt den Abschiedsbrief und verpflichtete mich in meinem Unglück der Legion. Anfänglich habe ich von Keller Briefe bekommen, sie aber nicht beantwortet, da ich sie nicht für ehrlich hielt. Jahrelang war ich allein, bis zu meiner Rückkehr. Am Tage vor seinem Tode hat mir Keller anvertraut, dass er eine grosse Erfindung gemacht habe, die seine Angehörigen aller Sorgen enthebe; Auch schweizerische Qualitätsarbeit fehlt erfreulicherweise nicht, finden wir doch Wagen hoher Klasse, deren gesamte elektrische Einrichtung samt Zündung von Scintilla in Solothurn stammt, die übrigens beim Zubehör mit einem eigenen Stand aufgerückt ist. Technische Betrachtungen Die Bedürfnisse der Automobilkäufer bilden das goldene Buch des Konstrukteurs, indem ihm die Richtung seiner Konstruktionen vorgeschrieben werden. Jede neue Konstruktion im Automobilbau muss auf die Wünsche des Publikums, das einen neuen Wagen kaufen will und auf die Aussetzungen des Kunden, der bereits einen oder mehrere Wagen besass, Rücksicht nehmen. Eine grosse Rolle spielt aber auch die Konkurrenz unter den vielen Automarken selber, die den einzelnen Fabrikanten oder Konstrukteur ununterbrochen zu Verbesserungen oder zur Annahme neuer Konstruktionen zwingt. Die Autokonstrukteure sind im Grunde genommen zur Mehrzahl sehr konservativ und halten an einmal bewährten Konstruktionen so lange als irgend möglich fest. Das Neue muss gebieterische Vorteile besitzen, die dem Fachmann ohne weiteres ins Auge stechen, oder eine Neuheit muss sich bei andern Marken ein Jahr bis mehrere Jahre bewährt haben, bis sie in der gleichen oder in einer ähnlichen Form zur Anwendung kommt. In den letzten Jahren wurde der Fabrikant auch durch den Grosserienbau in stärkerem Masse zum Konservativismus beeinflusst.Es ist heute eine bekannte Tatsache, dass eine Marke, die einmal begonnen hat, in immensen Serien zu bauen, ihren Betrieb nur unter bedeutenden Unkosten auf den Bau neuer Modelle umstellen kann. Ein Model! wird unter diesen Umständen zum mindesten vier Jahre in seinen Hauptzügen gleichbleiben. Geschmeidigkeit, Lautlosigkeit und Komfort Sowohl bei den Nutzfahrzeugen, bei denen der Ankaufspreis erst in zweiter Linie mitspricht, als auch bei den Gebrauchsfahrzeugen und Kleinwagen, deren Bau vom Preis souverän beeinflusst wird, machen sich heute drei gemeinsame Tendenzen geltend. Der Konstrukteur versucht, bei all diesen Wagentypen in erster Linie die Geschmeidigkeit zu verbessern, was er durch Abänderungen an ganz verschiedenen Organen, des Motors und der Kraftübertragung erreichen kann. Eine zweite, im heutigen Verkehr nicht minder •wichtige Konstruktionsanforderung ist die der Lautlosigkeit des Motors, des Chassis und der Karosserie. Auch der bescheidene Käufer gibt sich heute nicht mehr mit Wagen zufrieden, die unnötigen Lärm verursachen. Wenn es auch heute erscheint, dass sich der Automobilbau in verschiedenen Richtungen stabilisiert, so sticht doch in dritter Linie die Tendenz zu vermehrtem Komfort für den Wagenlenker und die Insassen stark heraus. Wir haben diese Tendenzen, die schon letztes Jahr sich am Pariser Salon und im Frühjahr am Genfer Salon gezeigt haben, damals besprochen und kommen nur in Einzelheiten darauf zurück. F E U I L L E T O N Patent Ko. 2002. Kriminalroman von Ludwig Peter. besserungen an den Nutzfahrzeugen kleinster Leistungsklasse und an den Luxusfahrzeugen angebracht worden, während in der Klasse zwischen diesen, speziell aber bei den 9—11- PS-Wagen die Charakteristiken der Modelle die gleichen blieben wie letztes Jahr. Wie ist das zu erklären? Der Kleinwagen in der bescheidensten Preislage soll die grosse Masse des Publikums ansprechen, das, aber von einem solchen Fahrzeug doch eine beträchtliche Leistung im Sommer wie im Winter verlangt Diese Bedürfnisse der Käuferschaft zwingen den Erbauer kleiner Nutzwagen zu resoluten Lösungen. In der Klasse der Luxusfahrzeuge hingegen ist es ohne weiteres möglich, Verbesserungen anzubringen, da ja der Preis nicht allzusehr in die Waage fällt Der Eine englische Marke vereinigt den Luftfilter und den Vorwärmer^ zu einem einzigen Apparat, der am Zylinderkopf placiert wird. Käufer eines Luxuswagens wünscht vor allem einen rassigen und lautlosen Motor, eine geräumige und elegante Karosserie und dazu jeden erdenklichen Komfort für den Lenker und die Insassen. Hier ist der Konstrukteur zu ununterbrochenen Neuerungen gezwungen, um vor der gewaltigen Konkurrenz zu bestehen. So verschieden die Bedürfnisse dieser beiden Käuferschaften sind, so ähnlich wirken ihre Anforderungen sich im Automobilbau aus. In den Zwischenklassen aber (9—12 PS) ist heute der gewünschte Komfort erreicht. Mehr können die Konstrukteure gegenwärtig bei gleicher Preislage nicht leisten. Der überaus niedrige Preis dieser Wagen hält somit die Autokonstruktion dieser Klasse im Schach. Diese Wagen werden zudem ausschliesslich in grossen Serien hergestellt, wodurch die Fabriken wiederum gezwungen sind, fix und fertig abgeschlossene Konstruktionen anzuwenden, die auf 4—6 Jahre hinaus keine wesentlichen Aenderungen aufweisen. In der Klasse der Kleinwagen sind die Verbesserungen durchaus notwendiger Natur, da ja dieser Wagen wie kein anderer in die grosse Volksmasse eindringen muss, während ich dürfe nicht davon sprechen, da das Patent noch nicht angemeldet sei; nur Beck, Fischer und Kraft wüssten davon, nicht aber Krämer, auch Mutter und Schwester nicht.» Dr. Steinmann hatte der Schilderung gespannt gelauscht und dabei den Erzähler aufmerksam beobachtet. «Kennen Sie heute Frau Keller und ihre Tochter?» «Ja.» «Kennen Sie die Damen genauer?» «Ja.» «Können Sie mir über das Familienleben der Familie Keller Auskunft geben?» «Nein.» «Warum nicht?» «Weil ich nicht in der Lage bin.» «Was wissen Sie vom Tode Ihrer drei Freunde?» «Nichts, das Sie interessieren, könnte.» «Gut, dann danke ich für die Auskunft und bitte, die Störung zu entschuldigen.» Beide erhoben sich und verabschiedeten sich korrekt aber kurz und kalt voneinander, wie Diplomaten feindlicher- Länder, die sich trennen im Gedanken, den Frieden für dieses Mal, aber nicht für ein zweites Mal garantiert zu haben. Am andern Morgen begab sich Dr. Steinmann mit Blumen zu Frau Keller, um ihr und ihrer Tochter zu kondolieren. Er habe noch mit dem Verstorbenen studiert, wenn auch an einer andern Fakultät u. habe nur die beste Erinnerung an Max. Geschickt, wie ein guter Reiter sein Pferd, meisterte der Detektiv die Unterhaltung und bestimmte die Richtung. Nach einer Viertelstunde verliess er die Damen und ging nach Hause. Dort ÄUTOMOBIL-REVUli T929 — N° 86 Verbesserungen bestehender Modelle. Eigenartigerweise sind die meisten Verdie Erhöhung des Komforts der Luxusfahrzeuge durch weitere Zubehör nicht immer den Charakter dringlicher Notwendigkeit trägt, aber doch für die Bedürfnisse jener Käufer eine Rolle spielt Am diesjährigen Salon sind nur wenige Konstruktionen anzutreffen, die als revolutionär bezeichnet werden können. Die klassischen Modelle beherrschen den Grossteil der Produktionen. Wir erwähnen aber an fortschrittlichen Lösungen das erneute Auftreten des Vorderradantriebes, der heute nun an drei verschiedenen Marken in Erscheinung getreten Ist Beim Vorderradantrieb ergibt sich eine geschlossenere und günstigere Anordnung der Uebertragungsorgane, wodurch verschiedene Vorteile resultieren und der Wagen anstatt geschoben nun gezogen wird. Der Vorderradantrieb hat speziell bei amerikanischen Rennwagen die grossen Prüfungen überstanden, so dass der Zeitpunkt für die serienmässige Verwendung bei Tourenwagen gekommen ist. Auch die unabhängige Befestigung der Räder verzeichnet wiederum ein Fortschreiten. Von Jahr zu Jahr mehren sich die Marken, die von unabhängigen Rädern füT die Federung des Wagens und für seine Geländeeignung wesentliche Vorteile erwarten. Wir können diese Konstruktion unter die Zukunftskonstruktionen rechnen, die sich in einigen Jahren mit den altbewährten Konstruktionen messen können und diese, vielleicht zu einem Teil verdrängen werden. Die Fahrsicherheit. Die Wagen, die heute annähernd 100 km und mehr als 100 km Maximalgeschwindigkeit erreichen, vermehren sich zusehends. Ebensosehr nimmt aber die Zahl der Wagenführer und Wagenführerinnen zu, die solchen Tempi nicht gewachsen sind. Die heutigen Unfälle beweisen immer wieder, dass für den Tourenwagen eine ständige Vermehrung der Geschwindigkeit Widersinn ist, wenn nicht die Bremsen und andere Sicherheitsorgane in gleichem Masse wirksamer werden. Seit den letzten paar Jahren beschäftigen sich die Konstrukteure eingehend mit den Bremsen, mit der Lenkung und mit dem Tiefrahmenchassis, drei Momente, die für die Verkehrssicherheit primär mitwirken. Auf dem Gebiete der Bremsen wurde Grosses geleistet. Wenn man die zahlreichen mechanischen und hydraulischen Vierradbremsensysteme Revue passieren lässt, so werden einem die heutigen Tendenzen sofort klar. Durch die Anwendung von Servomotoren von grösser dimensionierten Bremstrommeln und bessern Bremsbelägen und durch eine günstigere Ableitung der Hitze aus dem Bremsblock wie auch durch einen verbesserten Bremsausgleich wird die Fahrsicherheit fortwährend erhöht. Dem Bau der Vorderachse in bezug auf die Solidität der Lenkung und in bezug auf die Vermeidung von Shimmy-Erscheinungen widmen alle Marken eine besondere Aufmerksamkeit. Eine Anzahl von Marken baut zwischen dem Lenkgestänge und der Vorderachse Stossdämpfer ein, die eine Sicherung der Lenkung bedeuten. Die Lautlosigkeit Der Kampf gegen den Lärm wird gegenwärtig sehr aktiv geführt und äussert sich sowohl im Bau des Motors und der Uebertra- wartete ein alter Bauer auf seine Rückkehr. Die Männer begrüssten sich wie alte Bekannte. Der Bauer sprach, der Detektiv hörte zu und warf ab und zu «ine kurz« Zwischenfrage ein. Der Bauer stand auf, legte Bart und Perücke ab und entpuppte sich da als junger, intelligent aussehender Mann von Welt «Sehr gut besorgt, Herr Walter, ich danke Ihnen», sagte der Detektiv. «Es ist möglich, dass ich Ihrer Mithilfe bald wieder bedarf. Ich selber werde sofort abreisen und die Spur weiter verfolgen; ich hoffe, dass sie mir das letzte Glied der Kette liefert.» Walter streifte die Perücke wieder über, befestigte den Bart und verliess den Detektiv. Steinmann Hess seinen Koffer packen. Eine Stunde später sass er im Zug. Draussen peitschte der Regen die maigrüne Landschaft. Eintönig hämmerten die Räder die Schienen. Gegen Abend erreichte Steinmann seinen Bestimmungsort und begab sich ins Hotel. Der neu© Tag war für den Detektiv ausgefüllt durch eine schwierige Aufgabe. Müde bestieg er gegen Abend den Rheingold-Express und erreichte zusammen mit Herren, die von der Kölner Pressa kamen, seine Heimatstadt Noch in der gleichen Nacht verfasste er ein längeres Schreiben und trug es persönlich zur Post. Die zwei nächsten Tage waren dazu bestimmt, die letzten Sicherungen zu treffen. Dr. Steinmann hatte an seinem eigenen Leibe erfahren, wie gefährlich sein Gegner war. Die Entscheidung stand bevor. Der Ausgang des Kampfes war ihm noch in keinem früher behandelten Fall so unsicher erschienen. gung wie auch bei der Karosserie. Wir finden wiederum neue Konstruktionen zur Dämpfung des Lärms vor, worunter wir eine Nokkenwelle mit Doppelbetätigung nennen, bei der die Vibrationen, die sich aus den Belastungsdifferenzen ergeben können, vermindert werden. Ein anderer Konstrukteur befestigt das Motorschwungrad mit einem se- Eine Techt findige Neukonstruktion ist die Einfügung eines Oelkühlelementes in den Wasserkühl» rahmen. schmeidigen Gelenk an der Kurbelwelle, um wiederum unnötige Spannungen und unnötigen Lärm auszuschalten. Wachsender Beliebtheit erfreut sich das Getriebe mit zwei lautlosen Gängen, d. h. zwei Direkten, die nicht nur einen ruhigen Gang des Wagens im Stadtverkehr, sondern auch eine bessere Anzugskraft, ein rascheres Anpassen an die Vorkommnisse des Verkehrs und damit auch eine erhöhte Verkehrssicherheit erlauben. Auch im Gebiete des Karosseriebaues tauchen fortwährend bessere Lösungen auf, die einerseits den unangenehmen Lärm verbannen und anderseits die Sicherheit der Insassen vermehren. Insbesondere wird der Verbindung des Oberbaues mit dem Chassisrahmen spezielle Aufmerksamkeit geschenkt und dann aber auch der Einbau der Türen und Fenster aufs Genaueste studiert. Mit andern verbesserten Details zusammen entsteht so die moderne Karosserie, die selbst nach Jahren strengen Gebrauchs kein Knirschen und kein Knaxen zeigt. In der Absicht, die Sicherheit im Verkehr zu fördern, trifft der Konstrukteur auch neue Anordnungen, die dem Wagenlenker die Sichtbarkeit der Fahrbahn und die Bedienung der wichtigsten Organe erleichtern. Verschiedene Marken erweitern daher den Führerraum, oder legen den Führersitz und die Lenkung in die Mitte des Wagens, wobei der Führerraum dann so breit gehalten wird, dass links und rechts neben dem Lenker noch je ein Platz zur Verfügung steht. Besondere Verwandtnis haben auch die Profile der Reifen, da sie bei günstiger Gestaltung ein besseres Kleben an der nassen Strasse und ein lautloseres Rollen garantieren. In die beiden Kapitel Konstruktion und Verkehrssicherheit, sowie Konstruktion und Lärmlosigkeit gehö- Am Samstag nachmittag fuhr eT nach Freiburg L Br. und fand dort auf dem Hauptpostamt, auf den Namen Fränkel lagernd, zwei Dokumente, die er unruhig erwartet hatte und die den letzten Stein im Mosaik dieses Falles darstellten. Damit war die Kette geschlossen, geschlossen bis ins letzte Glied: ein unerreichtes Denkmal menschlicher Verworfenheit Dr. Steinmann sass wieder im Zug. Langsam kamen die heimatlichen Berge näher, donnernd brauste die schwere Maschine in die Bahnhofhalle. Walter stand am Perron, Sie gingen in die Wohnung des Detektivs. An diesem Abend fand zu Ehren zweier scheidender Bühnenkünstler ein grosser Ball im Stadtkasino statt. Der Detektiv hoffte, noch dies und das im Festestaumel zu erfahren, was ihm den schwierigsten Teil seiner Aufgabe erleichtern konnte. Zu diesem Zweck durfte er nicht erkannt werden. Er stürzte sich in den Smoking, schmückte sich mit einem blonden Schnurrbart und Spitzbart. So musste ihn Walter als Freund aus Berlin einführen und als Professor Schlemm, Spezialarzt für Frauenkrankheiten, vorstellen. Bald waren die Vorbereitungen beendet. Man soupierte im Kasino. Um zehn Uhr begaben sich die beiden Herren in die obera Säle, wo das Fest längst begonnen hatte. Der Besuch war glänzend und die Stimmung schon derart gehoben, dass für Dr. Steinmann die günstigsten Bedingungen vorhanden schienen. Im grossen Saal spielte mit Wucht eine Blechmusik, im kleineren Konzertsaal das raffinierte Orchester der Lanigiro. Fortsetzung siehe Autler-Fei*rab«ad,

N» 86 - 1929 AUTOMOBIL-REVUE ren anch die verschiedenen ständig verbesserten Zubehörgegenstände, wie Nebellampen, Signalhörner usw. Wir betonten schon vor einem Jahre die Aufmerksamkeit französischer Konstrukteure gegenüber der Anordnung der allerwichtigsten Bedienungsorgane am Lenkrad und in seiner nächsten Nähe. Auch dieses Jahr darf wieder eine wachsende Aufmerksamkeit in dieser Beziehung festgestellt werden, ohne dass man sagen kann, die Bewegung habe sich bereits in bestimmte Formen kristallisiert. Die Lautlosigkeit des Motorganges wird bei einer französischen Marke durch die federnde Aufhängung des Auspufftopfes verbessert. Durch die vorstehenden Ausführungen haben wir jene wichtigen Tendenzen summarisch zusammengefasst, die sich nach einem Die Marke Peugeot hat sich unter den französichen Konstruktionen eine Position gesichert, die ihr erlaubt, in weitem Masse mit ihren, den verschiedensten Bedürfnissen angepassten Modellen, den Markt zu beherrschen. Ihre Erzeugnisse treten aber nicht nur auf dem französischen Markt, sondern in allen Ländern der Welt auf und haben sich dort beliebt gemacht. Die Fabrik hat sich in 30jähriger zäher Arbeit ein umfassendes Absatzgebiet sichergestellt. Peugeot bringt im Pariser Salon eine Neuheit, einen kleinen Vierzylinderwagen mit 63 mm Bohrung und 90 mm Hub, der seitlich gesteuert ist und sechs Steuer-PS besitzt. Dieser Kleinwagen, vom Konstrukteur « Typ 201 > genannt, besitzt einen Motor, dessen Block mit dem Getriebe und der Kupplung zu einem Ganzen vereinigt ist. Ventilator, Dynamo u. Wasserpumpe sind auf auf einer Welle gruppiert und durch einen Riemen angetrieben. Der Kühler weist eine neue Silhouette auf, die sich dem Auge recht elegant darbietet. Dieser Kleinwagen, der berufen ist, die grosse Masse des Volkes einzudringen, wird am Stande von Peugeot dem Beschauer durch ein aufgeschnittenes Chas- Ein englischer Kiemwagenkonstrukteur schaltet durch eine neue FedeTlasche die Geräusche der elliptischen Federung aus und verbessert zudem die Aufhängung. sis bis in die Einzelheiten vordemonstriert. Daneben finden wir vom gleichen Wagen ein Cabriolet in Beige und Grün, einen grauen Innenlenker und eine Limousine in Königsblau. Rings um die neuen Kleinwagen finden wir weitere Wagen der immensen Produktion von Peugeot. Es fällt uns zuerst der 12-PS-Sechszylinder-Zweiliterwagen auf, der letztes Jahr im Pariser Salon erstmalig dem Publikum gezeigt wurde, mit den letzten technischen Errungenschaften ersten Ueberblick der Stände im Pariser Salon erkennen lassen. Bei den einzelnen Ständen, d. h. bei den meisten Beschreibungen, ist uns Gelegenheit geboten, bestimmte neue Details am betreffenden Modell selber zu würdigen. wlU Rundgang durch die Stände. Peugeot. Ein Blick in die gewaltige Halle des Salons von Paris. von Peugeot versehen ist und anspruchsvolle Leute zufriedenstellen kann. Dieser Wagen hatte im vergangenen Jahre durchgehenden Erfolg, da er bei einem Minimum von Auslagen und einem Maximum von komfortablen Eigenschaften einer der Sechszylinder ist, die leicht zu führen sind. Seine vier Gänge ermöglichen auf unsern Strassen die volle Ausnützung der Motorkraft. Wir finden von diesem Wagen im Stande von Peugeot ein Faux-Cabriolet in Grau und Beige und einen grauen Innenlenker, die sich durch sichere Linienführung würdevoll präsentieren. Die Nachstellung der Vierradbremsen bei Peugeot ist durch eine leicht zugängliche Flügelschiaube möglich. Weiterhin ist im Stand ein rotes, kleines Cabriolet auf dem 5-PS-Volkschassis zu sehen. Dieser zeigt im Vergleich zu seiner Leistungsklasse (695 ccm Zylinderinhalt) eine respektable Geräumigkeit. Ein Innenlenker auf dem gleichen Chassis beweist, dass der Wagen bequem vier Personen zu beherbergen vermag. Citroen. Die grosse französische Marke Citroen, die heute in Frankreich die gleiche Rolle spielt wie Ford in Amerika, belegt im diesjährigen Salon einen Stand zwischen der grossen Halle und der «Coupole d'Antin», d. h. in der besten Lage des Salons, und vereinigt dort zu jeder Zeit eine beträchtliche Anzahl Bewunderer. Die Ausstellung ist diesmal wiederum sehr interessant gestaltet, denn Citroen beschränkt sich nicht darauf, nur einen geschlossenen Wagen irgend eines seiner Modelle zu präsentieren, sondern führt vor allem die nackten Chassis vor, damit jeder Beschauer sich dem Studium der Details hingeben kann, die ihn interessieren mögen. Wir finden zuvor ein Chassis C 4 und ein Chassis C 6. Dahinter befinden sich noch separate Motoren, die zu den genannten Chassis gehören. Durch die gesonderte Ausstellung von Motoren will Citroen beweisen, dass auch beim Bau von grossen Serien, wie sie ein billiger Volkswagen erheischt, eine saubere und vorteilhafte Motorkonstruktion möglich ist. Gerade in der Karosseriefabrikation muss der Konstrukteur eine günstige Lösung finden, die er auf vier bis sechs Jahre mit Erfolg durchsetzen kann. Die Qualität ist entscheidend für das Schicksal grosser Serien. Auch am diesjährigen Salon führt die Marke einen vollständig aufgeschnittenen Innenlenker vor, der auf ein Sechszylinder- Chassis montiert ist und recht anschaulich die Lage der Organe zu erkennen gibt und eine Untersuchung nach der Qualität der verwendeten Stoffe ermöglicht. Dieses geschnittene Chassis ist mehr wert als eine Automechanikstunde und veranschaulicht interessante Details eines Automobiles, die der gewöhnliche Fahrer nie oder recht selten zu sehen bekommt. Der grosse Andrang des Publikums bestätigt das Interesse an der Ausstellung von Citroen. Das Modell C 6 ist seit dem letzten Jahre in einigen Details verbessert worden, indem es durch einen Stossdämpfer und verschiedene Zubehörteile ergänzt wurde, die das Fahren angenehmer gestalten. Die nachfolgenden Karosserien aus den Werkstätten von Citroen veranschaulichen die vorzügliche Repräsentation eines französischen Grossserienwagens: Ein Kabriolet-Spider in brauner Farbe, ein schwarzes Landaulet und ein vierplätziger Touren-Torpedo in Grün mit einer Windschutzscheibe und einem Schild für die hintern Sitze. Ein Innenlenker in roter und schwarzer Tönung und ein elegantes rotes Kabriolet, beide auf dem Chassis C 4 montiert, ergänzen den Stand von Citroen. Auch Citroen verwendet eine besondere FedeTlasche zur Verbesserung der Federung und zur Dämpfung des Lärms. Erinnern wir uns noch an die Hauptmerkmale dieser beiden Chassis; Bohrung und Hub 72X100 für beide Modelle ergeben 1,8 resp. 2,4 Liter, d. h. 10 resp. 14 PS, womit Citroen zwei leistungsfähige und hübsche Volkswagen bietet Willys Knlght fällt vor allem durch ein neues Modell «Great Six» auf, der natürlich auch mit dem durch die Praxis so bewährten Doppelschiebermotor ausgerüstet ist. Das technisch Wesentliche an dieser Motortype liegt bekanntlich darin, dass in jedem Zylinder zwei Metallschieber in einer schützenden Oelschicht auf- und abgleiten, durch welche Bewegung das Ansaugen der Frischgase und der Auspuff der verbrannten Gase reguliert wird, welche durch seitlich angeordnete Schlitze in den Hohlraum eindringen. Die Schieber «rgeben zusammen mit dem Zylinderkopf eine ideale Verbrennungskammer, mit ständig gleichbleibender Verdichtung und ersetzen vor allem die Ventile, womit gleichzeitig auch die durch diese bedingte Wartung und Kontrolle gänzlich in Wegfall kommen. Der Motor, welcher 80 PS an der Bremse leistet, verfügt über alle Merkmale einer modernen Konzeption, so z. B. der vollständig geräuschlos arbeitenden Steuerkette mit automatischer Einstellung, Filtern für Luft, Benzin und Oel,- siebenfach gelagerter Kurbelwelle etc. Der grossdimensionierte Kühler gefällt in seiner neuen, hochgezogenen Form sehr und ist durch eine automatisch arbeitende Jalousie nach vorn abgeschlossen. Das Wageninnere hat in seiner Ausstattung eine sehr vornehme Note, zu der auch das originell gruppierte Instrumentenbrett nicht wenig beiträgt. Typisch für die Marke ist ja auch die sogenannte Fingerspitzenkontrolle, mit welcher mittels eines in der Mitte des Lenkrades angeordneten Knopfes Anlasser, Signal und Beleuchtung betätigt werden, eine Anordnung, welche erfreulicherweise auch beim