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E_1929_Zeitung_Nr.093

E_1929_Zeitung_Nr.093

zuverlässigen, geistig

zuverlässigen, geistig überlegenen und gedächtnistreuen Beamten zu überweisen und dass besonders bei Urlaub oder Stellvertretungen auf genügenden Ersatz und allseitig genügende Instruktion zu sehen ist. Sehr viele Bahnunfälle scheinen sich auf das Moment zurückführen zu lassen, dass stellvertretende Beamte zu wenig einlässlich in ihren Funktionendienst und Pflichtenkreis eingeführt wurden. Sei dem wie ihm wolle. Die verantwortungsvollen Leiter des Systems dürfen diese Bahnunfälle (es handelt sich nämlich beim Unglück von St. Leonard nicht um ein Autounglück, wie es von vielen Zeitungen bezeichnet wurde) nicht mehr weiter anhäufen lassen, ansonst unsere Prophezeiung recht bekäme, dass früher oder später bei einem solchen Zusammenstoss auch einmal der Zug entgleisen und noch mehr Todesopfer erheischen könnte. Vielleicht käme dann ähnlich wie beim Rickenunglück nach einem fünfjährigen Prozesse ein anderer Staatsanwalt zum zweiten Male in die Lage festzustellen, dass « eine kaum zu übertreffende Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit vorliege und dass der elementaren Pflicht, die Durchführung der Schutz- und Sicherungsmassnahmen durch eine verantwortliche Stelle überwachen zu lassen, nicht im geringsten Genüge getan worden sei.» Wir stehen heute im Zeichen der Schweizerwoche. Der Ruf «Ehret schweizerische Arbeit» klingt an unser Ohr. Wir wenden uns an die verantwortlichen Leiter der Bundesbahnen mit dem Rufe: «Ehret schweizerisches Leben. Bedroht es nicht durch eine nicht zu verantwortende Sparpolitik, sondern sorgt durch Beseitigung dieser gefährlichen Niveau-Uebergänge für Beschäftigung schweizerischer Arbeitskraft, überlastet Euer Personal nicht durch zu komplizierte Arbeiten und schafft dem Tüchtigen freie Bahn, indem Ihr für den Stations- und Fahrdienst nur die zuverlässigsten und bestqualifiziertesten Kräfte verwendet.» Wie lange noch? Wiederum erheben wir mit aller Eindringlichkeit diese Frage, weil zum Schütze menschlichen Lebens und im Interesse unserer Bundesbahnen selbst diese aus einer gewissen Lethargie herauskommen und zur Sicherheit des Publikums, ganz besonders des automobilfahrenden Publikums, in der Vorkehrung von Schutzmassnahmen mit dem steigenden Verkehr Schritt halten müssen. Wir glauben annehmen zu dürfen, dass weder Kreisdirektion, noch Generaldirektion, noch das Eisenbahndepartement die Verantwortung für solch skandalöse Unglücksfälle länger auf sich nehmen wollen. • Situationsplan zur Katastrophe von St. Leonbard: a) Fahrnchtung des Autos, b) Fahrrichtung des Zuges, c) Stelle des Zusammenpralls, d) Haus der Familie Melly. Sicherung der Niveauübergänge Am 7. Mai 1929 hat der Bundesrat eine neue Verordnung betreffend den Abschluss und die sein Interesse für alle andern Hausbewohner; wie graue Schatten sah er sie noch in ihren grauen Stuben herumhuschen als Vertreter eines dumpfen, kraftlosen Hindämmerns. Glühendes Leben, erkämpftes, bedrohtes, von Blut durchpulstes Leben spielte sich nur dort ab, wo er in ganz verschwindenden Augenblicken das Glück hatte, die schöne Fremde, die von fernen Himmelsstrichen stammen musste, zu sehen. Allabendlich erstrahlten diese Räume in blendendem Licht, aber nur für eine halbe Stunde, bis sie durch die tückischen Laden vermauert wurden, die sich immer erst sehr spät am Vormittag wieder öffneten. Unendlich selten waren die Momente, wo es ihm bei Tage gelang, die Schöne zu sehen, wenn sie langsam, wie unlustig und doch stolz aufgerichtet, durch die zwei Zimmer schritt, niemals beschäftigt, ausser etwa mit Lektüre, so dass es Georg beklemmend aufs Herz fiel, sie müsse vor grauenhafter Langweile sterben. Denn offenbar empfing sie keine Besuche, keine Briefe, und machte keine Ausgänge; immer mehr bestärkte sich Georgs Meinung, dass sie eine aus Eifersucht gefangen gehaltene Geliebte sei. Und wenn er dann die Signalisierung der Niveaukreuzungen der Eisenbahnen mit öffentlichen Strassen und Wegen herausgegeben, deren Bestimmungen den neuzeitlichen Verkehrsverhältnissen angepasst sind. Als Bahnabschluss im Sinne des Bundesgesetzes vom 23. Dezember 1872 über Bau und Betrieb der Eisenbahnen auf dem Gebiete der schweizerischen Eidgenossenschaft gelten darnach: 1. Barrieren, die durch Bahnpersonal bedient oder automatisch durch den Zug betätigt werden; 2. optische und akustische Signalisierung, die durch Bahnpersonal oder automatisch durch den Zug betätigt wird; 3. blosse Kenntlichmachung der unbewachten Uebergänge, vor deren Ueberschreiten der Strassenbenützer sich selbst zu vergewissern hat, dass kein Zug naht, durch Warnsignale. Die Bahnverwaltungen sind verpflichtet, die Durchführung der Signalisierung der Niveaukreuzungen nach den neuen Vorschriften innert einer festgesetzten Frist in die Wege zu leiten. Schon finden wir bei verschiedenen Niveauübergängen die nach Ziffer 2 hievor erstellten automatischen Blinklichtsignalanlagen, so zum Beispiel beim Staatsstrassenübergang in der Enge Biberist, im Wilerwald, im Ranflühschachen und im Mungnauschachen in der E. B. und beim Staatsstrassenübergang zwischen Konolfingen und Stalden-Dorf an der BTB. Diese Anlagen wurden durch die Signum A.-G. in Wallisellen erstellt. Sie funktionieren ausnahmslos gut und haben die gewünschte Erleichterung gebracht. Nun ist aber zu sagen, dass diese Einrichtungen von den Passanten oftmals nicht genügend respektiert werden, indem die Uebergänge trotz Funktionierens der Blinklichter noch passiert werden. Das widerspricht sowohl den Vorschriften der neuen Verordnung als auch denjenigen des Bahnpolizeigesetzes. Fehlbare haben deshalb zu gewärtigen, dass sie wegen Widerhandlung gegen diese Vorschriften dem Richter verzeigt werden, wobei namentlich für Fuhrwerke und Motorfahrzeuge erschwerend ins Gewicht fällt, dass ihre Handlung als Gefährdung des Eisenbahnbetriebes taxiert und dementsprechend schwerer geahndet wird. Die vorstehenden Zeilen bezwecken, jedermann auf die bei den Niveaukreuzungen der Eisenbahnen mit öffentlichen Strassen und Wegen eintretenden Neuerungen aufmerksam zu machen mit dem wohlgemeinten Rate, diese neuen Vorschriften und Signale im eigenen Interesse zu respektieren. (Eine.) Es geht vorwärts... Der Urner Landrat hat die Staatsrechnung für das Jahr 1928 durchberaten und genehmigt. Dabei erhielt der Regierungsrat den Auftrag, beim Bundesrat unverzüglich vorstellig zu werden, damit die Frage der Verteilung des Austgleichfonds zum Benzinzoll endlich einer Lösung entgegengeführt werde. Der Landrat stellte fest, dass die bisherigen Erträgnisse aus dem Benzinzoll als durchaus ungenügend bezeichnet und als eine Begünstigung der grossen Kantone angesehen werden müssten. Der gute Zustand der Strassen könne nur aufrecht erhalten werden, wenn vermehrte Mittel zur Verfügung gestellt würden. Die bessere Einsicht, wenn auch etwas spät, bricht sich Bahn ! Ein gutes Beispiel. Bekanntlich hat die Polizeidirektion des Kantons Luzern eine Bekanntmachung betr. bessere Be'euchtung der Fuhrwerke und Velos zur Nachtzeit erlassen und es ist erfreulich, dass nun im Luzernischen einem leider noch im ganzen Lande herum verbreiteten argen und gefährlichen Uebelstand gesteuert wird. Schriftstellersfrau trällernd ihrer häuslichen Beschäftigung nachgehen sah, so kam es ihm vor, als tanze diese über einem Abgrund. Georg Wimper merkte, dass er aus einem — zwar stark interessierten, aber immerhin noch über sich selbst verfügenden Zuschauer, zum leidenschaftlichen Mitspieler geworden war. Der Gedanke an die Bewohnerin des zweiten Stockwerkes begleitete ihn jetzt ständig, Hess ihn keine Minute los; war er in der Stadt, so strebte er so schnell als möglich nach Hause. Spielte er im Orchester, so sah er ihr Gesicht vor sich und litt bei der Vorstellung, dass er sie vielleicht jetzt sehen könnte, wenn er auf dem Lauscherposten wäre. Ausserdem hatte er seine Gewohnheit, immer geradeaus zu blikken, ganz abgelegt. Seine Augen gingen jetzt, wo er auch sein mochte, rastlos hin und her durch das ihn umgebende Gewühl. Er starrte in jedes Auto, das nahe genug an ihm vorübersauste, er spähte in jedes Restaurationslokal, wo die elegante Welt an Marmortischchen sass. Er suchte so angelegentlich das wunderschöne Gesicht seiner Nachbarin, dass er sich davon, wenn er endlich heimkehrte, zu Tode erschöpft fühlte. ÄUTOMOBIL-REVUE 1929 — Aus der luzernischen Gemeinde Münster werden nun Stimmen laut, die verlangen, dass auch die Milchfuhrwerke, welche zur Käserei fahren und dabei oft nicht nur eine Ortschaft, sondern namhafte Strecken der Kantonsstrassen begehen, vorschriftsgemäss mit einem Lichte zu versehen seien. Diese Anregung ist sehr zu begrüssen, denn ein Fuhrwerk ohne Licht hat bei einem Unfall alles Entschädigungsrecht verwirkt und sollte eine scharfe Strafe gewärtigen. Alle Polizeiposten, die sich um eine gute Strassenordnung mühen, würden nützliche Arbeit für die Verkehrssicherheit leisten, wenn sie ohne Licht kursierende Fuhrwerke und Milchwagen ins Auge fassen und mahnen würden. Eine Bekanntmachung in diesem Sinne müsste in allen Kantonen erlassen und ihr seitens aller fahrenden Strassenbenützer — also auch aller Arten von Fuhrwerken — grösste Nachachtung verschafft werden. So könnte die Unfallgefahr auf der nächtlichen Strasse um vieles reduziert werden. Ob wohl das gute Beispiel von Luzern auch anderswo Schule machen wird? ... R. Die Autostrasse durch das Toggenburg. (er.) Im Toggenburg hat der Automobilverkehr in den letzten Jahren ganz gewaltig zugenommen, obgleich die Strassenverhältnisse keine besonders verlockenden waren. Der Kanton St. Gallen hat zwar auch in dieser Landschaft an Strassenverbesserungen aller Art getan, was billigerweise von ihm verlangt werden konnte. Aber die zunehmende Bedeutung des Strassenzuges Wil- Wattwil-Wildhaus-Rheintal gebietet, dass unverzüglich nun auch noch Jenes Teilstück dem modernen Verkehr angepasst wird, das ganz besonders zu wünschen übrig lässt. Es ist das die Strecke Starkenbach bis Alt St. Johann mit ihren zahlreichen unübersichtlichen Stellen, den vielen scharfen Kurven und Gegensteigungen und der zudem viel zu schmalen Fahrbahn. Die Techniker sind einig in der Meinung, dass es nicht angeht, die bestehende Strasse mit einem künstlichen Belag zu versehen, ohne dieselbe vorher einem gründlichen Umbau zu unterziehen. Das neue Trasse folgt teilweise der alten Strasse, teilweise findet eine Verlegung statt. Durchwegs werden aber die Kurven gestreckt oder ganz abgeschnitten und die Gegensteigungen ausgeglichen. Die Fahrbahn erhält durchgehend eine Verbreiterung von 5 auf 6,5 Meter. Der Kostenvoranschlag stellt sich auf 200,000 Franken. Da das Trasse teilweise vom Berghange- weggerückt wird, dürfte der Schneebruch — ein sehr wichtiger Faktor in dieser Gegend — eine Erleichterung erfahren und die Strasse nunmehr von den gefürchteten Schneewehen verschont bleiben. Durch diesen Umbau wird der Strassenzug erst zu einer richtigen Automobil-Durchgangsstrasse, die den Verkehr von den nördlichen Teilen des Kantons St. Gallen, dem Thurgau, vom Ricken und von Deutschland her mit dem St. Galler Oberland und dem Kanton Graubünden vermittelt und die Sommer und Winter befahren werden kann. Denn gerade für den Winterautoverkehr bildete just dieses zu korrigierende und umzubauende Strassenstück durch die strategisch wichtige Talsperre ein unwillkommenes und auch gefährliches Hindernis, das leider nur zu oft von unsern Automobilfahrern verkannt worden ist. Die Traoeführung der Durchgangs-Autostrasse Gossau-Wü (man beachte unsern Artikel in No 90). N°9S Die fehlende Strassenorientierung In Zürich. Zürich darf heute wohl die Auszeichnung in Anspruch nehmen, dass es diejenige Schweizerstadt ist, wo sich der ortsunkundige Automobilist mangels einer genügenden Orientierung am schlechtesten zurechtfindet. Kleinere Städte wie Lenzburg, Rapperswil, Chur — um nur diese zu nennen — sind in dieser Hinsicht bedeutend weiter vorgeschritten und haben schon längst für eine grosszügige ausreichende Orientierung an den wichtigsten Strassenkreuzungen gesorgt. Nicht so in Zürich. Wohl prangen am Paradeplatz zwei prächtige Wegweisertafeln und vielleicht noch an weiteren zwei Kreuzungsstellen, damit ist's aber Schluss! Wer nach Luzern, den Gotthard, nach Wädenswil oder Winterthur fahren will, muss sich an allen Ecken zurechtfragen, bis er endlich wirklich die richtige Strasse erwischt hat, und sehr zahlreich sind die fremden Fahrer, die nach labyrinthähnlichem Herumtasten endlich glücklich wieder auf dem Paradeplatz landen, den sie zehn Minuten zuvor verlassen haben. Und doch liegen die Verhältnisse für die Durchführung einer ausreichenden Orientierung ziemlich einfach, indem die Verkehrskommission der Sektion Zürich des A. C. S. dieses Frühjahr, unter Mitarbeit von Vertretern des Bauwesens I und der städtischen Polizeibehörden ein definitives Projekt ausgearbeitet hat über die in Betracht kommenden Ein- und Ausfahrtsstrassen, unter genauer Angabe derjenigen Kreuzungsstellen und Plätze, wo Orientierungstafeln anzubringen wären. Selbst die Inschriften dieser Tafeln wurden genau festgelegt und diejenigen Tafeln festgehalten, die nachts zu beleuchten wären (wichtige Kreuzungstellen). Die Eingabe ging dann mit einem genauen Verzeichnis und einer Karte mit den eingezeichneten Ausfallstrassen und Tafelstandplätzen an das Bauwesen I, wurde dann von hier dem Polizeiwesen zur Ausführung übergeben und hier erlebt nun die Vorlage einen wohltätigen Winterschlaf. Es ist ein Hohn, dass eine Stadt von der Grosse Zürichs, die alljährlich Tausende von ausserkantonalen und ausländischen Autotouristen beherbergt, es bei dieser Sachlage bewenden lässt. Denn finanzielle Gründe können bei der Finanzlage Zürichs nicht massgebend sein. Es wäre wohl eine bedeutend nutzbringendere Tätigkeit, wenn die Polizeiorgane, anstatt in krankhafter Weise alle acht oder 14 Tage neue Einbahnstrassen zu bezeichnen, wo gar keine Notwendigkeit dazu vorhanden ist, einmal bei solch grosszügigeren und dringenderen Projekten Hand anlegen und so einen seit langem bestehenden Missstand beseitigen würden. Die wiederholten Demarchen der Sektion Zürich des A. C. S. waren bis heute leider ohne positiven E' folg, so dass nun wohl der Moment gekommen ist, wo es gilt, die weite Oeffentlichkeit auf diese unhaltbaren Zustände in der Stadt Zürich aufmerksam zu machen. s. SPORTLICHES Leon Duray, der bekannte amerikanische Rennfahrer, hat sich dieser Tage nach einem längeren Europa-Aufenthalt wieder nach Amerika eingeschifft, bekanntlich bestritt Duray verschiedene europäische Rennen, unter anderen den Grossen Preis von Monza. Der Amerikaner hat vor seiner Abreise zwei seiner Packard-Cable-Wagen mit Vorderradantrieb gegen vier Bugatti 2300 ccm eingetauscht. Ungarischer Circuit. Die vom ungarischen Automobilclub auf der Strecke Jat-Nijerges- Nyfaln (34 km) organisierte Schne'ligkeitsfahrt hat folgende Resultate ergeben: Toi renwagen: 1. Lyka (Bugatti), mit 132,150 Stundenkilometern; Sportwagen: 1. Wolfner (Steyr) mit 168,540 Stundenkilometern; Rennwagen: 1. Hdtees (Bugatti) mit 182,840 Stundenkilometern. j Meeting von Barcelona. Für die Konkurrenten der Sternfahrt sind ein Komfort-Wettbewerb und ein Bergrennen organisiert worden. Den Komfort-Wettbewerb gewannen ex aequo: Picter Bon Czn (Fiat), Sze"nasy (Daimler-Benz) und Wiethand (Austro-Daimler). Im Bergrennen klassierten sich die Marken wie folgt: 1. Mercedes, mit 1* 24" 4/10; 2. Austro-Daimler, mit 1' 38"; 3. Ballot, mit 1' 39"; 4. Bugatti mit 1' 48"; 5. Daimler-Benz, mit 1' 55"; 6. Fiat, mit 2'; 7 Praga, mit 2' 2"; 8. Daimler-Benz, mit 2' 9"; 9. Steyer, mit 2' 8"; 10. Fiat, mit 2' 55". ZleHahrt nach San Remo. San Remo ladet zur Beteiligung an der II. Internationalen Zielfahrt ein, deren Teilnehmer sich am 9. und 10. November in der Zielkontrolle eintragen müssen. Die erlaubten Startorte, die auf der der Ausschreibung beiliegenden Karte verzeichnet sind, liegen innerhalb von fünf Zonen, deren äusserste (I.) durch eine Linie, die über die Städte Oslo, Stockholm, Moskau.

W' O« — Konstantinopel, Alexandria, Tripolis, Tanger, Lissabon, Glasgow führt, begrenzt wird. Je nachdem der Start innerhalb dieser oder jener Zone erfolgt, ist die Startzeit zu wählen, da für jede Zone die Wege und die Durchschnittsgeschwindigkeiten (zwischen 25 und 45 km) vorgeschrieben sind. Gemessen wird der tatsächlich zurückgelegte Weg auf Grund der auf der Karte verzeichneten Kilometerzahl. Der Erstankommende der entferntesten Zone erhält den Pokal der Stadt San Remo, ausserdem werden noch andere Sonderpreise gegeben, u. a. ein Pokal für die Dame, di« die meisten Kilometer zurückgelegt hat. Alle Teilnehmer erhalten eine goldene Medaille und ein Diplom, und dem ausländischen Automobilclub, von dem mindestens sechs Wagen am Ziel angelangt sind, wird ein kunstvolles Schild übergeben. Um den Sportkalender 1930. In der Sportpresse ist in den letzten Tagen an den Daten der nächstjährigen Automobilsaison scharfe Kritik geübt worden. Auch die « Automobil-Revue» hat in Nummer 88 unter dem Titel « Brauchen wir eine schweizerische Alpenfahrt» einen Mitarbeiter zu Worte kommen lassen, der die Festlegung der Daten als recht unglücklich bezeichnete und seine Ausführungen mit Gründen belegte, denen man sich nicht verschliessen kann. Wenn aber behauptet wird, der schweizerische Vertreter an den Sitzungen der Internationalen Sportkommission hätte die Interessen unseres Landes nicht zu vertreten gewusst, sondern eine Schlappe erlitten, die zur Frage berechtigt, ob die Schweiz in der Vertretung an der Internationalen Sportbehörde nicht einen Wechsel zu erörtern hätte —, so wird mit dieser Behauptung zweifellos weit über das Ziel hinausgeschossen. Man darf nicht vergessen, dass sich nicht nur die Schweiz für ihre Daten einsetzt, sondern eben auch Jedes andere Land. Tatsache ist, dass ursprünglich Klausen-Rennen und Alpenfahrt — die ä propos nächstes Jahr mit einer oberen Geschwindigkeitslimite organisiert werden soll! — auf ein und dasselbe Datum angesetzt waren. Den Anstrengungen unseres Vertreters gelang es dann, zwischen Alpenfahrt und Klausenrennen eine Woche einzuschieben. Dass das Bernina-Rennen mit der Tourist- Trophy und dem Ventoux- und Tatra-Bergrennen zusammenfällt, ist von nicht so eminenter Bedeutung, wie gemeinhin angenommen wird. Die Tourist-Trophy fiel ja schon dieses Jahr mit dem Klausen-Rennen zusammen und trotzdem war unser Grosser Bergpreis ein voller Erfolg. Das Tatra-Bergrennen wird der Bernina so wenig wie das Ventoux-Rennen grossen Schaden antun können. Das Ventoux-Rennen fand dieses Jahr unter sehr misslicher Beteiligung statt. Dies nur zur Feststellung. Damit soll allerdings eine gewisse Konkurrenz nicht bestritten werden. Für die Internationale Sportkommission ist es schwer, es allen recht zu machen. Wenn sie dem Klausenrennen ein konkurrenzfreies Datum eingeräumt hat, so hat sie damit nicht wenig getan. Das Bernina-Rennen spielt In den Augen der Internationalen Sportkommission eben doch noch nicht jene überragende Rolle, die es zum dominierenden Rennen des Tages erklärt, Das Bernina-Rennen 1929 war ohne Zweifel ein ganz grosser und ein ganz internationaler Erfolg, das wollen wir nicht bestreiten. Aber es war das erste Bernina- Rennen. Sportbehörden wollen den guten Ruf erst bewährt sehen. Das ist, von internationaler Warte gesehen, sicher begreiflich. Wir kennen keinen anderen Wunsch, als unseren Rennen grösstmöglichen Erfolg gesichert zu wissen. Es lag uns aber daran, die Situation auch von der anderen Seite zu beleuchten. Wie oft wird dies, im lobenswerten Eifer für die eigene Sache, vergessen. Die Bauten an der Rhetobrücke be! Rüd- Hngeu schreiten tüchtig vorwärts. Kürzlich konnte das vorderste Stück der Brücke — der sogenannte Schnabel — auf das Flaachemerufer gezogen werden. Die Brücke soll bald fertigmontiert werden und man hofft, dass sie in ca. 4 Wochen dem Verkehr übergeben werden kann. ry. Genfer Salon 1930. Der Salon 1930, zu dem die Reglemente soeben versandt worden sind, wird an Ausdehnung alle frühern Veranstaltungen übertreffen. Immerhin muss bemerkt werden, dass der neue Salonbau noch vom Grossen Rat des Kantons Genf genehmigt werden muss. Die Zweiteilung des Salons 1929 verschwindet, wobei die Aviatik vom Schauplatz abtritt. Wo werden nun die Flugzeuge zur Ausstellung kommen ? Der Salon 1930 wird Personenwagen, Lastwagen und Zubehörteile zu einem Ganzen vereinigen. Dass der vorhandene Platz, selbst bei einer Vergrösserung, den Anforderungen aller Firmen nicht vollauf genügen kann, beweist die Tatsache einer (wenn auch bescheidenen) Reduzierung der Ausstellungsflächen. In Zukunft wird die Galerie vollständig den Zubehörfirmen überlassen. Verschiedene Anbauten provisorischer Natur haben den Karosseriefirmen zu dienen. Wir entnehmen dem neuen Reglement folgende Angaben : Die VII. Internationale Automobil-, Motorrad- und Fahrradausstellung in der Schweiz dauert vom 21. bis zum 30. März 1930. Der offizielle Titel ist: Internationale Automobilausstellung in Genf. Sie umfasst folgende Gruppen : 1. Personenautomobile und Chassis. 2 Lastwagen und alle Motorfahrzeuge, die Industriezwecken dienen 3. Karosserien für Automobile und Lastfahrzeuge (nur auf Chassis von ausgestellten Marken). 4. Maschinen und Motoren für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke, Motorboote, Motoren. 5. Motorräder und Fahrräder. 6. Bestandteile aller Art für Automobile, Motorräder und Fahrräder. 7 Räder und Bereifung. 8. Werkzeuge und Maschinen für die Herstellung und die Reparatur von Automobilen, Motorrädern und Fahrrädern usw. 9. Ausrüstungen, Sportanzüge, Fachliteratur. Die Anmeldungen sind spätestens bis 15. November 1929 an das Sekretariat der Internationalen Automobilausstellung in Genf, 1, Place du Lac, zu senden. Die Stände besitzen eine maximale Grosse von 80 Quadratmetern und eine minimale von 10 Quadratmetern. Jeder Aussteller hat ausser den Firmenschildern und den Einfassungen alles selbst zu besorgen. Als Dekorationen sind nur Pflanzen zulässig. Für das Organisationskomitee zeichnet ais Präsident wiederum Herr Marchand, Genf, während Herr Bundesrat Schulthess, der Chef des eidg. Volkswirtschaftsdepartemen- AUTOMOBIL-REVUE der,, tes, dem Ehrenkomitee vorsteht. lt. Olympia-Schau geschlossen. Die Olympia- Schau schloss letzten Sonntag ihre Pforten. Zusammenfassend kann man sagen, dass auch der englische Salon im grossen und ganzen und zur Mehrzahl nur erprobte Konstruktionen gezeigt hat. England macht, wie die meisten andern automobilbauenden Länder, wenig Experimente, die nicht zum vorneherein auf einen grossen Erfolg hoffen lassen. Immerhin konnte man auch in London interessante Ansätze zu seltenen Eigenkonstruktionen beobachten, Konstruktionen, die vielleicht in den nächsten Jahren zu allgemeiner Beobachtung kommen werden. Wir nennen folgende Spezialkonstruktionen: Verschiedene Freiläufe zur Erleichterung des Schaltens, ein automatisch schaltendes Getriebe (ähnlich dem Soden-Getriebe), ein Wagen mit Hinterachsbrücke aus Aluminium mit Rahmen, der unter der Hinterachse durchgeht, ein wassergekühlter Zweizylinder mit einander gegenüberliegenden Zylindern und gegenläufigen Kolben usw. Das Erprobte dominierte auch in London, eine Tatsache, die aus dem nüchternen Denken und der geschäftlichen Einstellung der Engländer ohne weiteres verständlich ist. lt. Der 21. tschechische Autosalon begann am 23. Oktober. Da sich die Automobilindustrie in der Tschechoslowakei in den letzten Jahren immer rascher entwickelt hat und heute eine schätzungsweise Jahresproduktion von 18,000 Fahrzeugen auf den Markt bringt, darf man dem Prager Salon eine hohe Bedeutung auch für den internationalen Markt beimessen. Der Motorwagenbestand der Tschechoslowakei dürfte heute zirka 40,000 betragen. Im Verlaufe von fünf Jahren hat sich der Bestand um rund 30,000 vermehrt. Die tschechische Automobilindustrie deckt den Landesbedarf nicht vollständig durch ihre eigene Produktion. Rund 4000 Wagen werden jährlich eingeführt. Die Ausfuhr tschechischer Wagen beziffert sich auf ca. 2000 Stück. Amerika steht mit einem Einfuhrkontingent von ca. 60—70 Prozent an der Spitze der Importstaaten. Der Prager Salon ist, vom internationalen Standpunkt aus gesehen, eine Ausgangszentrale für den Export von Automobilen nach den Balkanstaaten, nach Jugoslawien und nach Ungarn. Die Einfuhr nach der Tschechoslowakei selber kann aber nicht gerade als leicht bezeichnet werden, da ein Zoll von 45 Prozent und eine Importsteuer von zwei Prozent auf jeden Wagen entrichtet werden muss. An der tschechischen Autoschau beteiligen sich 19 amerikanische Wagen. 7 französische, 3 englische, 2 österreichische, 2 belgische und eine italienische Marke. lt. Fahrten nach Holland. Die in Holland einreisenden fremden Automobilisten haben eine Strassen- Die grosse Dauerprüfungsfahrt auf schneefreier, 800 km langer Strecke durch Rheinebene, über Hochschwarzwald und Alpenpässe im Sommer,erbrachte unter behördlicher und fachmännischer Kontrolleden Beweis von Überlegenheit und Sicherheit dieser Edelstahl-Schneekette Vertangen S/e von mir das interessante Fahrtergebnis mit Abbildungen und Reproduktion der Kontrollurkunde Um die bewährte „Hetzkette" in der Schweiz einzuführen, verkaufe ich sie zunächst im Preise der qualitativ minderwertigen und billigsten Schneeketten. BASEL-ZÜRICH-BERN Wiederverkäufer gesucht Tschechischer Autosalon. ^«e •»!*«§••• Eine ha*« et*** 6 taxe zu entrichten, für deren Berechnung u. a. das Gewicht des Wagens massgebend ist. Es ist nun vielfach Uebung geworden, dass, um den Strassentaxenbetrag möglichst klein zu halten, zu niedrige Wagengewichte angegeben worden sind. Der Holländische Automobil-Club macht nun darauf aufmerksam, dass den Zollbeamten jederzeit das Recht zusteht, ein Ahwägen des Wagens zu verlangen, was oft ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt und langes Warten zur Folge hat Auch den Steuerbeamten im Lande selbst steht das Recht zu, jederzeit in die Steuerkarte Einsicht zu nehmen und den Wagen zur Waage zu führen, wobei dann der Automobilist Gefahr läuft, ausser der zu wenig bezahlten Gebühr noch eine Straftaxe bezahlen zn müssen. e. Taxen auf fremden Automobilen. Im Auftrage des Völkerbundrates hat das Steuerkomitee gemeinsam mit dem Vorstand der Strassenbenützerliga einen Vertragsentwurf ausgearbeitet, wonach eine Einigung bezüglich des Wegfallens der Verkehrssteuer auf Verkehrsautomobilen erzielt und die Vereinfachung der Kontrollformalitäten zu empfehlen, beschlossen wurde. Das gemischte Komitee vertrat die Ansicht, die Beratung des Abkommenentwurfes fortzusetzen und beauftragte ein Mitglied, die Besprechungen mit der Strassenverkehrsliga aufrechtzuerhalten. An die internationale Konferenz über die Behandlung der Ausländer wurden mit beratender Stimme auf Einladung des Völkerbundrates delegiert: Blau (Schweiz) und Bordugo (Frankreich). Die Konferenz findet im November in Paris st * Erleichterungen in Frankreich. Der schweizerische Touring-Club teilt mit: Die französische Zollverwaltuns: beabsichtigt, im Einverständnis mit der Generaldirektion der indirekten Steuern, das im Jahre 1925 eingeführte Regime hinsichtlich der von ausländischen Automobilen zu fordernden Fahrgebühr abzuändern. Die französische Zollverwaltung hat durch Beschluss vom 30. September dieses Jahres in Erwartung der gesetzgeberischen Verwirklichung dieser Massnahme die Zollorgane an der Grenze eingeladen, — nach Erhebung der schuldigen Zuschlagsgebühr — gutgläubige Verstösse von ausländischen Automobilisten, die sich bei ihrer Ausfahrt aus Frankreich mit abgelaufenen Fahrausweisen oder Fahrbewilligungen an der Grenze präsentieren, nicht zu ahnden. Die schweizerischen Automobilisten weTden mit grosser Genugtuung erfahren, dass sie sich künftig bei der Ankunft an der französischen Grenze nicht mehr der Gefahr aussetzen, hohe Bussen bezahlen zu müssen, weil sie Fahrausweise besitzen, deren Gültigkeitsdauer abgelaufen ist. Stand der Alpenstrassen. Touristikbulletin des A.C.S. vom 25. Oktober 1929. Strassen. Der Wettersturz vom 19. und 20 Oktober ist nicht ohne Einfluss auf die Passierbarkeit der Alpenstrassen geblieben. Währenddem in der Vorwoche sozusagen alle Passstrassen sehr gut fahrbar waren, ist heute früh die Situation folgende: Schweiz. Albula: unpassierbar, SO cm hohe Schneeschicht; bei stabiler Witterung ist eine Oeffnung anfangs nächster Woche möglich. Bernina: durch ungepfadete Schneemengen unpassierbar. Brünig: schneefrei. Flüela: gegenwärtig wieder fahrbar, Ketten ratsam. Forclaz: schneefrei. Furkas unpassierbar. Grimsel: fahrbar bis zum alten Hospiz. Grosser St Bernhard: mit Schneeketten bis kurz unterhalb Hospiz fahrbar. Julier: durchgehend passierbar, Ketten empfohlen. Klausen: Strecke Linthal—Hotel «Klausenpasshöhe» gut fahrbar, ab Balm Ketten empfohlen. Lenzerheide: schneefrei. Lukmanier- fahrbar mit Ketten. Maloja: schneefrei. Oberalp: Schneeketten, Schnee festgetreten. Ofen: morgens und abends wegen Frostgefahr Ketten empfohlen. Pillon: ohne Ketten fahrbar. San Bernardino: morgens und abends Frostgefahr, ohne Ketten fahrbar. St. Gotthard: unpassierbar, Strasse schneefrei bis Hospenthal auf der Kordseite und bis Tremolakehren auf der Südseite. Simplon: ohne Ketten gut fahrbar. Splügen: Strasse ausgeschaufelt, Ketten ratsam. Umbrail: offen. Wolfgang: dünne Schneeschicht an den Schattenstellen, ohne Ketten fahrbar. Italien: Mit Ausnahm« des Stilfserjochs sind noch alle italienischen Passstrassen fahrbar. Oesterreich: Alle Passstrassen sind dem Fahrverkehr offen. Arlberg ist bei dünner Schneeschicht ohne Ketten fahrbar. Frankreich: Galibier und Izoard unpassierbar. Mit Ketten fahrbar sind: Petit Saint-Bernard, Lautaret und Mont Cenis. Eine neue dänische Fabrik. Zur Zeit wird in Dänemark an dem Bau einer neuen Automobilfabrik gearbeitet, die nach ihrer Vollendung, welche im kommenden Frühjahr zu erwarten steht, eine Produktionskapazität von 30000 Automobilen jährlich aufzuweisen haben wird. Im Hinblick hierauf erscheint es schwierig, eine Voraussage über die zukünftige Entwicklung dieser Industrie zu machen, welche im Jahre 1927 nicht weniger als 21 506 der insgesamt 29 303 aus den Vereinigten Staaten entweder als Fertigautomobile oder in Einzelteilen zum Import gelangten Personen- und Gebrauchsautomobile, also 73 % der Gesamteinfuhr, wieder hat ausführen können. pi.