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E_1929_Zeitung_Nr.094

E_1929_Zeitung_Nr.094

fängnis oder Busse bis

fängnis oder Busse bis zu 500 Fr. in Aussicht gestellt. Wir wissen, dass einzelne Kantone diese Bussenmaxima noch viel höher hinauf geschraubt haben. Auf alle Fälle halten wir dafür, dass der Bund nicht dazu da ist, mit drakonischen Massnahmen gegen die Automobilisten vorzugehen, ganz besonders solange nicht, als nicht sämtliche Strassenbenützer gleichen Strafbestimmungen unterworfen werden. Gegen Art. 55, der sich mit dem pflichtwidrigen Verhalten bei einem Unfall befasst, haben wir nichts einzuwenden. Er enthält Tendenzen, für die wir stets eingetreten sind und die zu beachten jeder anständige Automobilist sich zur Gewissenspflicht machen wird. Allerdings muss dabei ausdrücklich hervorgehoben werden, dass derjenige Automobilist nicht unter die Strafsanktion dieses Artikels fallen kann, der den verursachten Unfall überhaupt nicht bemerkt hat. Hätte der Unfall bei einiger Aufmerksamkeit wahrgenommen werden können und steht damit eine gewisse Fahrlässigkeit im Zusammenhang, so kann Gefängnisstrafe höchstens bei einem Rückfall in Frage kommen. Art. 56 befasst sich mit dem Fahren ohne Ausweis. Die vorgesehenen Strafsanktionen gehen hier unbedingt zu weit. Es ist merklich über die Hutschnur gehauen, denjenigen Automobilisten mit einer Busse von 200 Fr. oder bei Rückfall bis zu 500 Fr. büssen zu wollen, dem es einmal passieren sollte, seinen Führerausweis nicht mit sich zu führen. Vergesslichkeit ist eine menschliche Schwäche, die wir nicht beschönigen wollen, die aber gewiss in sehr vielen Fällen zu entschuldigen ist. Alinea 4 des betreffenden Artikels hat dem Bussensystem derart Tür und Tor geöffnet und den Automobilisten zum Ausbeutungsobjekt der Polizeiorgane gestempelt, dass es wirklich an der Zeit ist, hier mildere Grundsätze walten zu lassen. Art. 57 richtet sich gegen die sogenannten Strolchenfahrten. Er bestimmt, dass derjenige, der sich ein Automobil rechtswidrig zum Gebrauch aneignet und sofern der Tatbestand des Diebstahls nicht erfüllt ist, mit Gefängnis bis zu einem Monat und einer Busse bis zu 1000 Fr. bestraft werden soll. Der Artikel entspricht ganz gewiss einem immer wieder geäusserten Bedürfnis, Strolchenfahrten unter eine spezielle Strafnorm zu stellen. Schärfstes Vorgehen ist hier am Platze. Art. 61 setzt den Automobilisten zu jeder Zeit mit einem Bein ins Gefängnis, indem jede fahrlässige Handlung als strafbar bezeichnet wird und Gefängnis und Busse verbunden werden können. Der Begriff «fahrläsige Handlung» ist jedoch äusserst kautschukartig und kann vom Richter sehr willkürlich ausgelegt werden. Es führt tatsächlich zu weit, wenn die fahrlässige Begehung eines jeden in den vorausgehenden Artikeln umschriebenen Deliktes mit Strafe belegt werden müsste. Sollte das neue Automobilgesetz zu einem ausgesprochenen Polizeigesetz ausarten — und es wäre dies bei Annahme des Art. 61 der Fall — so könnten die Automobilisten zu seiner Annahme niemals die Hand bieten. Für die Unterführung beim Matthof des Bahnhofes Wil sowie für die Bahnhoferweiterung sieht der Bauvoranschlag der S. B. B. für 1930 Fr. 578,000 vor. Wollte man doch auch an anderen Orten Gelder bewilligen, um die gefährlichen Bahnübergänge durch Unter- oder Ueberführungen zu ersetzen! rm. F E IJ I L Durch die Fenster Novelle von Anna Burg. (3. Fortsetzung) Trotzdem gönnte er sich kaum eine Ruhepause. Von seinem Fenster aus bewachte er das Gegenüber; selbst nachdem dort die Läden geschlossen waren, schaute er noch nach dem Lichtschein, der durch die Ritzen drang, in der Erwartung, irgend etwas Besonderes zu entdecken. Manchmal versuchte er, sich aus diesem Wahn aufzuraffen, sich auf sein eigenes Dasein zu besinnen, seine vorige Ruhe zurückzugewinnen, die andern Bewohner, die früher seine Teilnahme erregt, wieder wie sonst mit behaglicher Ruhe zu betrachten — umsonst. Beim Anblick der Portiersleute, der Witwe mit ihren Töchtern, der Beamtenfamilie kam ihn eine tödliche Melancholie an. Wie ertrugen sie nur ihr farbloses, schönheitsarmes Dasein? Wie ertrugen es die Frauen, zu existieren wo eine ihres Geschlechtes lebte, die sie in so überirdischer Weise überstrahlte? Wie konnten die Männer in demselben Hause wie die Fee atmen, ohne von dem Feuerbrand der Leidenschaft ergriffen zu werden? Wie konnte die Schriftstellersfrau noch trällern und singen, da doch jeden Tag das Furchtbare geschehen konnte, dass ihr Liebhaber die andere, die Eine zu Gesicht bekam und dass in Strassenbau im Kanton Thurgau. Das Budget des Kantons Thurgau für das Jahr 1930 ist, man könnte bald sagen, gewohnheitsmässig mit einem Defizit balanciert. Da die Staatsrechnung des letzten Jahres mit einem Ueberschuss der Einnahmen von Fr. 477 000.— abgeschlossen hat, dürfte dieses von der Regierung wohl mit Absicht berechnete Defizit allerdings nicht so tragisch genommen werden. Denn auch der Kanton Thurgau hat seine Automobil- und Fahrradgebühren, die von Jahr zu Jahr steigen und zum Ausgleich des Budgets mächtig beitragen. Für das Jahr 1930 wird gerade aus diesen Gebühren mit einer Mehreinnahme von 145 000 Fr. gerechnet. Die Taxen aus dem Automobil- und Fahrradverkehr sind mit 1145 000 Fr. eingesetzt. Dazu kommt der Benzinzollanteil mit rund 250 000 Fr. So hat denn auch der Regierungsrat nicht unterlassen, das Strassenbaudepartement mit ca. 120 000 Fr. mehr zu beschenken, als dies letztes Jahr der Fall war. Für den Strassenbau sind folgende Summen vorgesehen : 1 129 500 Fr. für den ordentlichen Strassenunterhalt und 1,792,000 Franken für den ausserordentlichen Strassenunterhalt. Eine Herabsetzung der Kosten ist nicht möglich, weil auf Rechnung des ordentlichen Unterhalts auch die Nachteerung, die Verbesserungen der Querprofile und die Verzinsung der Schuld für die ausgeführten Betonstrassen und Kleinpflasterstein-Lieferungen verbucht werden. Unter den ausserordentlichen Strassenunterhalt hat der Regierungsrat zu den neuen Strassenbelägen auch die Strassenkorrektionen und die Brückenverstärkungen eingereiht. Der Kanton Thurgau macht alle Anstrengungen, seine Strassen dem modernen Automobilverkehr anzupassen. Da auch für diesen Kanton die nötigen Gelder fehlen, kann leider die Durchführung der Strassenrenovation nicht in dem Tempo eingehalten werden, wie dies wünschenswert wäre. Manche Begehren von Gemeinden müssen leider zurückgestellt und das aufgestellte Bauprogramm für die heute als unbedingt ausbaubedürftig zu bezeichnende Strecken muss auf mindestens drei Jahre verteilt werden. Die für den ausserordentlichen Strassenunterhalt budgetierten Ausgaben übersteigen die Einnahmen aus dem Ertrag des Benzinzolles und der Automobilkontrolle. Allein es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass eine zu erwartende Mehreinnahme aus dem Benzinzoll die Ausgaben decken wird, sofern diese Summe wirklich für den Strassenbau verwendet wird, wie dies auch vorgesehen ist. Für neue Strassenbeläge sieht der Kanton eine Summe von 1 260 000 Fr. vor. Der Ausbau und die teilweise Korrektion der Seestrasse verlangen erhöhte Summen. Es ist beabsichtigt, diese Strasse zwischen Uttwil und Kesswil im Längenprofil zu verbessern, in Triboltingen die Strasse nordwärts zu verlegen, um dort bestehende schwierige Ve'rkehrsverhältnisse aus der Welt zu schaffen und die Strecke zwischen Glarisegg und Mammern weiter auszubauen. • Verkehrsfragen im Aargau. bereit sei, die Durchführung des vor einem Jahr beschlossenen Strassenbauprogramms zu beschleunigen und das Programm durch Einbeziehung der Rheintalstrasse, und zwar auch der Ausserortsstrecken, zu erweitern. Herr Dr. Ernst Lüscher machte die Regierung sodann auf den unhaltbaren und verkehrswidrigen Zustand der Kantonsstrasse von Aarau bis zur luzernischen Kantonsgrenze aufmerksam und er interpelliert die Regierung darüber, ob sie nicht dieses Strassenstück schon im nächsten Jahre umzubauen gedenke mit Rücksicht auf seinen schlechten Zustand und seine grosse Beanspruchung. Dann hat auch Herr Nationalrat Fricker die Regierung angefragt, ob sie bereit sei, für eine neue Aarebrücke bei Koblenz ein Projekt auszuarbeiten. In den Konzessionsbestimmungen des Aarewerkes Klingnau wurde den Konzessionären nämlich die Auflage gemacht, an den Bau einer neuen Aarebrücke Koblenz- Felsenau einen Betrag von einer Viertelmillion Franken zu entrichten. In gleicher Weise wurde der Konzessionärin des Kraftwerkes Dogern auferlegt, die infolge des Staues entstehenden Mehrkosten der Brücken Felsenau- Koblenz und Waldshut-Koblenz zu tragen. Auch im Kanton Aargau zeigt es sich, dass die alten Strassen der erhöhten und besonders anders gearteten Beanspruchung durch den stark gesteigerten Motorfahrzeugverkehr nicht mehr gewachsen sind. So war ein beschleunigter Umbau vor allem der belebten Durchgangsstrassen eine dringende Notwendigkeit. Man darf dem Kanton Aargau die Anerkennung nicht versagen, dass er in dieser Beziehung schon schöne Arbeit geleistet hat. Wie man erfährt, sollen für die nächsten vier Jahre je drei Millionen Franken notwendig sein, um das vorgesehene Bauprogramm durchzuführen. Allgemein wird zugestanden, dass jene Strassen, die bereits umgebaut und instandgestellt worden sind, sich jetzt in einem vorzüglichen Zustand befinden. Die grosse Durchgangsstrasse von Zürich her, von der Kantonsgrenze bis Badcn-Brugg, ist völlig, die Strecke Baden-Melligen-Lenzburg-Suhr- Safenwil-Aarburg-Murgenthal bis auf einige kurze Strecken fertig instandgestellt worden, ebenso die Strecke Frick-Stein-Mumpf-Rheinfelden-Kaiseraugst. Dann kommen noch die aargauische Strecke von Hunzenschwil- Aarau - Kantonsgrenze Richtung Schönenwerd-Olten und einige Innerortsstrecken im Suhren-, See-, Bünztal sowie Muri und Dietwil dazu. Alle diese Arbeiten sind glänzend durchgeführt worden. Wesentlich schwieriger und auch zerstükkelter sieht das ausserordentliche Strassenunterhaltsprogramm aus. Einige Strecken sind bereits fertiggestellt worden: so die Teilstrecke an der Bötzbergstrasse zwischen Brügg und Frick, diejenige zwischen Aarburg und Zofingen sowie von Wildegg nach Schinznach. Bei diesen Kurrektionsarbeiten wurde an Innerortsstrassen, Kreuzungen und heiklen Kurven sowie an Steilstrecken eine Quarz-Sandsteinpflästerung erstellt. Dieser Stein hat bekanntlich die Vorteile, sehr dauerhaft zu sein und immer sehr rauh zu bleiben. An den Steilstrecken der Bötzbergstrasse wurde ein Belag aus Teer-Asphaltschotter angeordnet, der aus einem Gemisch von heissem Teer, Asphalt und grobem Kies besteht Wer selbst mit einem Motorfahrzeug fährt. weiss gute Strassenverhältuisse besonders zu schätzen. Aber auch die Bewohner der an stark frequentierten Durchgangsstrassen lie- Verschiedene im aargauischen Grossen Rate vorgebrachte Anregungen zeigen, das man mit der Verbesserung der Strassenverhältnisse und der Schaffung günstiger Verkehrsmöglichkeiten vorwärts machen will. So hat Herr Nationalrat Fricker in einer Interpellation die Regierung angefragt, ob sie instandgestellten Innerortsstrecken, da genden Ortschaften freuen sich über alle damit seinem Herzen alles erstarb, was er für seine Gefährten je empfunden? Selbst der Gedanke an die alte Jungfer in der Dachkammer, die — wie er geglaubt, — eine Höhe des Lebens erstiegen hatte, von der es kein Zurücksinken mehr gibt, — die kam ihm arm, elend, betrogen vor, betrogen um Glanz und Rausch des Lebens. Und während er so bis zum Ekel gesteigertes Mitleid mit all seinen Hausgenossen empfand, fühlte er einen rasenden, fressenden Neid gegen den schweren Mann, der sich hinter seinen geschlossenen Laden des Anblickes, der Gegenwart, des Besitzes der traumhaft schönen Frau erfreute. Dieser Zustand dauerte zwei Monate, die nach Georg Wimpers Meinung gedrängt voll von Ereignissen waren, und doch bestand dies Geschehen in nichts anderem,- als dass er hie und da, in besonders glücklichen Augenblikken, die Gestalt der Fremden in den Räumen, in die sie nicht zu gehören schien, hin und her gehen sah. Auch kam es noch ein paar Mal vor, dass der Mann mit dem kahlen Kopf und dem glatten, lebendig leuchtenden Antlitz unters Fenster trat und forschend seine Blicke über die Häuserwände im Umkreis gleiten Hess. Georg Wimper war jetzt auf der Hut, sich nicht mehr ertappen zu lassen. Er hatte sich in den dichten Vorhang seines Fensters ein kleines, viereckiges Loch geschnitten, das, wenn die Gardine gerafft war, in den Falten verschwand, durch das er aber die Gegenüber beobachten konnte^ ohne gesehen zu werden. So bereitete es ihm AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 94 die Staubplage am wirksamsten bekämpft wird und eine gute. Strasse dem Dorfbild letzten Endes nur zum Vorteil gereichen kann. Wohl werden vor solchen Umbauarbeiten Bedenken wegen den hohen Unkosten laut. Aber wenn einmal die Strasse umgebaut und nstandgestellt ist, freut man sich doch sehr darüber und erkennt die grossen daraus resultierenden Vorteile. Es ist erfreulich, zu sehen, wie viele Gemeinden darauf drängen, dass auch ihre Strassen in besseren Zustand gestellt werden, und die aargauische Regierung bemüht sich, diesen Wünschen bestmöglichst Rechnung zu tragen. R. Eine neue Rhefnbrücke? Noch immer steht die Brückenbaufrage von Waldshut in Diskussion, und schon wird wieder ein neues Brückenprojekt von nicht minderer Bedeutung bekannt: es handelt sich um eine Verbindung zwischen Albbruck-Schwaderloch. Dieses neue Projekt hat mehr als nur lokale Bedeutung und erfreut sich weit herum eines lebhaften Interesses. Schon lange erfasste man die grosse Bedeutung einer Brückenverbindung der beiden Bheinseiten, sowohl in wirtschaftlicher als auch in verkehrspolitischer Hinsicht. Es stellt sich nun aber doch die Frage, inwieweit dieses neue Projekt mit dem Waldshuter Projekt konkurrieren kann. Die Pläne der interessierten Gemeinden sind eng verknüpft mit der Errichtung der Albtalbahn und der Dachsbergstrasse. Wenn die beiden geplanten Projekte durchgeführt werden, so wird natürlich das Albbrucker Brückenbauprojekt der Kreisstadt Waldshut in der Brückenbaufrage ziemlich Konkurrenz machen, denn der ganze Nordsüdverkehr durch den Schwarzwald nach der Schweiz könnte unter Umständen über Albbruck geleitet werden. Immerhin bietet die Finanzierung des Unternehmens den Gemeinden bedeutende Schwierigkeiten. Zudem muss die Brücke, wenn sie wirklich konkurrenzfähig sein will, entsprechende Ausmasse aufweisen. Es ist hier eine breite Stein- oder Eisenbrücke geplant. Man trägt sich sogar mit dem Gedanken, die geplante Bahnstrecke Titisee—Albbruck, also die Albtalbahn, bis nach Brugg weiterzuführen, um so eine direkte Nordsüdverbindung mit Zürich zu erlangen. Obschon dieses Projekt noch nicht aktuell geworden ist, entbehrt es doch nicht der Unterlagen und der Berechtigung. Erst die Schaffung einer Schlüchttalbahn, als Weiterführung der Strecke Freiburg—Titisee—Waldshut, könnte das Waldsbuter Projekt konkurrenzfähig erhalten. Das Albbrucker Projekt hat als unbedingtes Hinterland ohne die Albtalbahn den Hotzenwald, während Waldshut als Kreisstadt ein viel grösseres Hinterland hat. Die Bedeutung des Albbrucker Brückenbauprojektes hängt also, wie das «Oberbadische Volksblatt* bemerkt, ausschliesslich von der Errichtung der Albtalbahn ab, während das Waldshuter Projekt nur mittelbar von dem Bau der Schlüchttalbahn. abhängt. R. SPORTLICHES Das Bergrennen von Griffoulet gewann Lonnand (Bugatti) in 38% Sekunden. Di© zweitbeste Zeit erzielte Nicol (X.). Das Rennen führte über einen Kilometer. Und wieder der Weltrekord! Wie angekündigt wird, beabsichtigt der Engländer Kay Don im Februar des nächsten Jahres nach Daytona Beach überzusetzen, um dort mit einem Spezialwagen den gegenwärtigen absoluten Geschwindigkeitsrekord für Automobi'le anzugreifen. Das Consuma - Bergrennen, das Clubrennen des Florentiner Automobilclubs, wurde von Presenti auf Alfa Romeo in der neuen Rekordzeit von ll'21 3 / 5 " gewonnen (Länge der Strecke 14,8 km). Der alte Rekord war von Graf Masetti aufgestellt worden. Der bekannte Florentiner Rennfahrer Graf Brilli Peri unternahm ausser Konkurrenz ebenfalls einen Rekordversuch, und zwar an Bord eines Mercedes-Wagens. Er erzielte 12'33%" dann eine quälende Wonne, den Herrn jener schönen Gefangenen zu betrachten, seine Miene zu studieren, und sich zu sagen: «Sie liebt ihn nicht, — es ist nicht möglich, dass sie ihn liebt —; sie könnte nur einen Gott lieben —». Ein einziges Mal geschah das Unerhörte und Erschütternde, dass sie selbst an das offene Fenster trat und sich, auf die eine Hand gestützt, anmutig über die Brüstung lehnte. Das war der Höhepunkt der Entzükkungen, die Georg durch die Erscheinung der Fremden erlebte. Denn nun konnte er ihr klar gezeichnetes, mattes, schwarz umlocktes Gesicht, mit dunklen, von Glut und Traum erfüllten Augen, ihre Gestalt, den schlanken Arm — sie selbst ohne Schleierverhüllung wirklich sehen. Und er trank den Anblick, der sich ihm während drei Minuten bot, mit Gier und Schmerz. Wenige Tage später trat die Katastrophe ein. Georg Wimper hatte von einer Unpässlichkeit profitiert, um ganz zu Hause zu bleiben. So brachte er denn den ganzen Nachmittag auf seinem Lauscherposten zu. Und da fiel es ihm auf, dass drüben, nachdem die Läden geöffnet worden waren, eine gewisse Unruhe herrschte. Die Dienerschaft, bestehend aus der unangenehmen Person, deren Amt es war, die Läden zu schliessen, und einem ganz jungen Zimmermädchen, schien rastlos hin und her zu gehen. Georg sah die zwei Mägde miteinander sprechen, während sie sonst rasch und ohne Aufenthalt die Arbeit in den Zimmern zu verrichten pflegten. Es war, als lauschten sie auf irgend etwas, als warteten sie auf Klingelzeichen, auf einen Ruf. Ihre Unruhe war deutlich erkennbar. Es fiel Georg nachträglich auf, dass der Mann gestern den ganzen Tag nicht zu sehen gewesen war. Er musste abwesend sein. Die Mittagsstunde, zu welcher er sonst regelmässig erschien, kam heran, ohne dass er sich zeigte. Und immer noch standen drüben die Mägde, unlustig zur Arbeit, herum, immer noch warteten sie. Dann schien es, als hätten sie einen Entschluss gefasst; das Zimmermädchen blieb allem, während die ältere Magd sich entfernte; Georg ahnte, sie ging in das Schlafzimmer der Herrin. War diese krank? Man sah sie sonst gewöhnlich gegen Mittag in einem fliessenden gelben Neglige durch die pfaublau getönte Pracht ihres Salons gleiten. Plötzlich kam drüben die ältere Dienstperson zurück, mit rücksichtlosem Schritt, in höchster Aufregung. Und sie und das Mädchen liefen, wie es schien, kopflos in der Wohnung umher. Das Haus hatte den Haupteingang von der anderen Seite, darum war es Georg Wimper vewehrt, das Ein- und Ausgehen der dort Wohnenden zu sehen. So stand der Tyrann — er wurde von Georg längst im stillen so genannt — plötzlich im Zimmer, — richtete eine wilde Frage an die Magd, erhielt eine zitternde Antwort — und gebärdete sich im nächsten Augenblick wie ein Rasender. fFortsetzung folgt.)

n - An der Coppa Pierazzi, die, wie alle Bergrennen des letzten Sonntags, unter der regnerischen Witterung litt, siegte Biondetti auf Bugatti in 14'23" (83,430 Stundenkilometer). Die beste Zeit der Sportwagen erreichte auf der 21 km langen Strecke Fagioli auf Maserati in 15'7 3 / B " (Stundenmittel 79,330 km). Neuer Rekord. Den Fahrern Eldridge und Thomson gelang es, auf der Rennbahn von Montlhery mit einem Riley-llOO-ccm-Wagen einen neuen Rekord der 1100-ccm-Klasse über 1000 Meilen aufzustellen. Der Rekordwagen bewältigte die Distanz in 15 Std. 11' 25,83", was einem Stundenmittel von 105,943 km entspricht. Das Rabassada-Bergrennen, die traditionelle spanische Bergprüfungsfahrt über 4,9 Kilometer, fand letzten Sonntag bei sehr ungünstiger Witterung statt. Die beste Tageszeit fuhr Cherpin auf Amilcar in 3'58". Bei den Sportwagen waren Müller auf Alfa Romeo und Roig auf Graham-Paige siegreich; sie fuhren beide mit 4'39" die genau gleiche Zeit. Das Gometz-Le Chätel-Rennen. An dem letzten Sonntag ausgetragenen Bergrennen über einen Kilometer wurde durch den Motorfahrer Lambert mit 29 Sekunden = 120 Stundenkilometer, ein neuer Streckenrekord geschaffen. Die beste Zeit der Wagen fuhr Namont auf einem Salmson - Rennwagen 1100 ccm nach Hause. Er benötigte 34 Sekunden. Weiter zeichneten sich aus: Michel Dore (Bugatti), Lepicard (Donnet), Senechal (Bugatti), Ismalun (Panhard), Sizaire (Sizaire), Rovin (Rovin), Clerx (Bugatti). Der unermüdliche Campbell. Wie der Daily Herald mitteilt, hat der englische Rennfahrer Campbell beschlossen, in der Wash-Bucht eine igrosse Autorennbahn zu bauen. Zu diesem Zweck soll ein 17 Meilen langer Deich gebaut werden. Auf dem gewonnenen Gelände wird eine Betonbahn errichtet. Die Sternfahrt nach San Remo findet, wie die eingehenden Nennungen bekunden, grösstes Interesse. Die Fiat-Werke haben sich für die ligurische Veranstaltung offiziell mit nicht weniger als hundert Wagen eingeschrieben. Beinahe alle grossen italienischen Automobilclubs werden sich beteiligen, so Turin, Cremona, Imperia, Bologna, Parma, Mantua, Pari, Florenz, Faenza etc. Von den ausländischen Clubs liegen Nennungen des Automobilclubs von Deutschland, des Automobilclubs von Bukarest, von Budapest, des Automobilclubs von Frankreich, von Holland, von Oxford und von London vor. Die Fahrt findet am 9./10. November statt; letzter Antneldetermin: 5. November. VepkeltP Die neue Basler Verkehrsordnung. Im Kantonsblatt Nr. 34 vom 26. Oktober 1929 ist die « Verordnung über den Strassenverkehr », die am 1. Januar 1930 in Kraft tritt, abgedruckt. Die Verordnung besteht aus 194 Paragraphen und setzt mehr als ein Dutzend ältere Verordnungen ausser Kraft, worunter eine aus dem Jahre 1864 über den Dienstmännerbetrieb... Wir empfehlen allen Automobilisten, sich den Text der Verordnung, welche das Polizeiinspektorat zum halben Selbstkostenpreis abgibt, zu beschaffen. Die zwei Monate bis zur Inkraftsetzung der neuen Verordnung reichen gerade noch aus, um sich mit den 200 Paragraphen genügend vertraut zu machen, mg. Der Autoverkehr zwischen Baden und Wettingen soll nun bestimmt ab Neujahr eröffnet werden, und zwar mit zwei grossen Wagen, ähnlich denjenigen, die nach Ehrendingen fahren. Damit ist nicht nur einem längst gehegten Wunsche, sondern vielmehr einem seit lange vorhandenen Bedürfnis Genüge geleistet worden! Der Verkehr zwischen den beiden Ortschaften ist ein sehr reger, und zwar nicht nur in Zeiten, wo die Leute von der Arbeit kommen oder zur Arbeit gehen, sondern auch tagsüber. Man bedauert allgemein, dass der Verkehr nicht schon mit dem 1. November aufgenommen werden kann, aber man tröstet sich damit, das nun wenigstens der Autobusverkehr Tatsache wird. ry. Zum Unglück von St. Leonard. Nach dem schrecklichen Zusammenstoss vom 27. Oktober am Niveauübergang von St. Leonard hat der Schweizer Touring Club im Namen der schweizerischen Automobilisten, speziell im Namen seiner Mitglieder, einen Protest an das Eidgenössische Post- und Eisenbahndepartement gerichtet. Darin weist der Schweizerische Touring Club auf die Häufigkeit von Unglücken dieser Art hin und kritisiert den Dienst der Bewachung der Niveauübergänge. In den Schlussfolgerungen verlangt der T. C. S. nähere Angaben über die Massnahmen, welche das Eidgenössische Post- und Eisenbahndepartement zu ergreifen gedenke, um den Strassenbenützern volle Sicherheit zu gewährleisten. Weiter verlangt er die Abschaffung der Niveauübergänge überhaupt, eine Frage, die schon vergangenes AUTOMOBIL-REVUE Wohin wandern die Millionen? Jahr aufgeworfen worden ist. Der T. C. S. erklärt, dass einzig das Verschwinden der Niveauübergänge die Gefahr beseitigen könne, welcher die Automobilisten beständig ausgesetzt sind. ÄUSUND Autowegweiser In Berlin. Der mehrfach wiederholten Anregung der Berliner Verkehrsverbände, die Ausfallstrassen Berlins mit Richtungsweisern zu versehen, wird jetzt endlich nachgekommen. Dieser Tage sind die ersten Auto-Richtungsweiser errichtet worden: an je zwei schwarz-weissen Pfählen hängt das Schild über der Strasse. Die Kilometerzahl ist beigefügt. Laut einem deutschen Gesetz müssen bis 1930 alle Autostrassen mit diesen Wegweisern versehen sein. Es liegt im Interesse des Fremdenverkehrs wie des Automobilismus, dass mit der Errichtung solcher Wegweiser auch bei uns nicht lange mehr gezögert wird. opfern verbundenes Eisenbahnunglück wäre geschehen und könnte nicht mit dem Deckmantel des Automobilunfalles der Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden. In unserem Gelände, da unsere Schienen mehr in Kurven als in Geraden angelegt werden mussten, wo der Schienenweg häufig einem Seegelände oder Abgründen entlangführt, können jeden Tag bei irgend einer vergessenen Barriere einige hundert Bahnreisende als Opfer der Sparpolitik der Bahnen ausersehen sein. Deshalb stellen wir die kategorische Forderung nach Abschaffung der Niveauübergänge. Die den Bundesbahnen zugeschanzten 35 Millionen Franken sollten unverzüglich für die Beseitigung der allerschlimmsten Niveauübergänge herangezogen werden, bevor weitere Katastrophen unsere Bevölkerung in Alarm versetzen. Die Berechtigung dieser Forderung kann uns umso weniger abgesprochen werden, als die 35 Millionen Franken wohl zum grössten Teil aus den Benzinmillionen der Automobilfahrer herrühren. Sehe man deshalb zum Rechten, bevor neue Menschenopfer zu beklagen sind und weiteres tiefes Leid in ahnungslose Familien getragen wird. n Reserve-Autobus für die Fernlinien zu bewilligen. Sr. Ein freiwilliges Automobilkorps in Oesterreicb. Nach einer Meldung des «Neuen Wiener-Journal» haben sich österreichische pda«»* Notizen Automobilisten und Motorradfahrer zur Gründung eines Motorkorps entschlossen, Der Ausbau einer rechtsufrigen Ausfallstrasse das den Zweck hat, der österreichischen Bundesregierung die Automobile und Motorräder der Korpsmitglieder zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass die österreichischen Behörden jederzeit über einen Motorfahrzeugpark und über geschulte Fahrer verfügen können. Die Mitglieder des Motorkorps werden eine besondere Uniform tragen und sollen straff organisiert werden. Das Motorkorps will auch einen eigenen ständigen Hilfsdienst auf den Hauptverkehrsstrassen Oesterreichs einrichten. Sitz des Korps ist Wien. mg. Luzern. Neue Autobuslinie Lido-Baanhoi- Steghof. Der Stadtrat schlägt dem Grossen Stadtrat als Ersatz des unrentabeln Trambetriebes in die Halde die Schaffung einer neuen Autobuslinie Halde-Bdhnhof-Stegho voseve MARMON • FABRIKAT Luzevnev Notaz^mi Ohne Rivalen zu seinem Preis! Ehemals gab es unzählige 4 Cylinder zu diesem Preis; heute ist die Wahl unter den zahlreichen 6 Cylinder dieser Preislage schwer, aber.... es gibt nur einen 8 Cylinder in Linie Roosevett zu Fr. 10*900 Sein gewaltiger Erfolg und seine Popularität beweisen dass "Roosevelt" keinen Rivalen in seiner Preisklasse besitzt Kein anderer Wagen vereinigt in solchem Masse die Kennzeichen des modernsten Luxuswagen und höchste Eleganz der Linienführung. Exklusiver Import ßr die Schweiz: «Aren _• OAP /\GENCE/\ d APCI MEBICAINE.SA. Administration 17, Boulevard Helvetique, Genf Administration AARAU BASEL BERN GENF LAUSANNE LUZERN MONTREUX ST-GALLEN SCHAFFHAUSEN VEVEY ZÜRICH Nach Bundesbeschluss über die Vergütung ausserordentlicher Leistungen der Bundesbahnen in den Kriegs- und Nachkriegs jähren ist der zugesprochene Beitrag von 35 Millionen Franken den Bundesbahnen auf den 15. Januar 1930 zur Verfügung zu stellen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir wieder darauf aufmerksam machen, welch grosses Gefahrmoment die Niveauübergänge mit steigendem Verkehr bedeuten. In frischer Erinnerung stehen die Unfälle der letzten Zeit Irgendwelche Verkettungen von Umständen können jeden Tag die bereits zahlreich bestehenden Unglücksstätten vermehren. Die Barriere ist zur Mörderin geworden, die, solange sie besteht, immer wieder Menschenopfer fordern wird. Bis heute wurden diese Unfälle von Seiten der Bundesbahnen, als auch vieler Tageszeitungen, dem Publikum notorisch als « Automobilunfälle » bekanntgegeben. Wer aber bürgt dafür, dass nicht eines schönen Tages infolge der vergessenen Barriere ein schwerer Motorlastwagen mit dem Zuge zusammenfährt, wobei die Wahrscheinlichkeit nahe liegt, dass nicht nur das Automobil, sondern auch der Zug « zu Falle » kommen wird? Ein schweres, mit zahlreichen Menschenmit Fortsetzung zum Lido während der Badezeit vor. Es sollen sieben Autobusse im Betrage von Fr. 448,000.— angeschaut werden. Das Einzelbillet würde kosten: Steghof-Bahnhof 20 Rp., Lido-Bahnhoi 35 Rp. (jetzt 40 Rp.), Steghof-Lido 50 Rp., mit entsprechender Ermässigung im Abonnement. Die Ausdennung der Fahrten aui die Strecke Halde-Lido ist für 110 Tage im Jahr in Berechnung gezogen. In Wirklichkeit wird sie sich dem Wetter anpassen und unter Umständen weniger Betriebsstunden aufweisen Das verbleibende Tramnetz wird in zwei Tramstrecken verteilt: Bahnhof - Qerliswil und Kriens-Maihof mit zeitweisem Dreiminutenbetrieb auf der Strecke Eichhof-Maihof.. Es wird bei der neuen Autobuslinie für die ersten Jahre mit einem möglichen Rück« schlage bis zu 76 000 Fr. gerechnet. Die bisherige Tramführung in die Halde brachte aber ebenfalls jedes Jahr ein Defizit von über 50 000 Fr. Es ist zu erwarten, dass der Autobusbetrieb sich in einigen Jahren ohne Defizit durchführen lässt. Der Stadtrat kommt nach gründlicher Erwägung aller Möglichkeiten zu folgendem Antrag: 1. Die Tramlinie Luzernerhof-Halde sei abzubrechen ; 2. Auf der Strecke Lido-Bahnhof-Steghof sei ein Autobusverkehr einzurichten; 3. Es sei ein Kredit von 448 000 Fr. für die Anschaffung von sechs Autobussen für die neue Linie und für einen der Stadt Zürich hat im Grossen Stadtrat einer vielseitigen Diskussion gerufen, die zwar zeitweise mehr in die Breite als in die Tiefe ging und sogar aufs politische Gebiet hinüberzuspielen drohte. Es standen sich drei Vorschläge für die künftige Gestaltung der Ausfallstrassen auf dem rechten Ufer des Sees gegenüber: Einmal der Antrag des Stadtrates, unterstützt von der Kommissionsmehrheit, der den Ausbau der Bellerivestrasse empfahl, dann der Gegenantrag der Minderheit in der Kommission, welche den Einbahnverkehr in der Dufourund der Bellerivestrasse befürwortete, wobei der eine Strassenzug den ausfahrenden, der andere den Richtung Stadt orientierten Verkehr aufzunehmen gehabt hätte. Endlich war noch der Vorschlag der Verkehrskommission des A.C.S., durch Herrn Gassmann vertreten, der dem Utoquai-Seefeldcraai den! Vorzug gibt, aus der verkehrstechnisch sehr überzeugenden Ueberlegung heraus, dass die Strasse nur* sehr wenig und nur einseitig bewohnt ist und nur" auf der stadteinwärts liegenden Seite von Querstrassen angeschnitten wird. Verkehrsstatistiken ergeben auch, dass sich in dieser Quaistrasso die wenigsten Unfälle zutragen, obwohl der Motorfahr^ zeugverkehr ein recht intensiver ist und die Zahl der Kollisionen in den übrigen Parallelstrassen in dem Masse zunimmt, als die Strasse mehr vom Seej weg and damit mehr im Quartierkern drin liegt. Zudem wurde lichtig an die immer positivere 1 Form annehmenden Projekte eines Ausbaues der Walenseestrasse erinnert. Wenn diese Strasse verwirklicht wird, dann ergibt sich daraus zwangsläufig eine bedeutende Steigerung des Ausfallverkehrs auf dem rechten Seeufer und dieser Verkehrszunahme ist weder die Bellerive- noch die Dufourstrasse gewachsen. Der Stadtrat, von welchem Kollegium einzelne Mitglieder zusammen mit Vertretern der Polizeibehörde anlässlich früheren Diskussionen mit den Automobilisten ebenfalls dem Seefeldquai-Projekt den Vorzug gaben, nimmt durch den Bauvorstand nunmehr Stellung dagegen, weil u. a. das Trasse der Quaistrasse beim Zürichhorn abgeändert werden müsste. Der neue Strassenverlauf würde das von der Stadt teuer erkaufte Blattergut in zwei Teile zerlegen und den einen davon als Anlage fast wertlos machen. Wir fragen uns zwar, ob das korrigierte Trasse ausgerechnet mitten durch dieses Gut hätte gelegt werden müssen. Zudem sei nur an das Ausland erinnert, wo ausgesprochene Automobilstrassen mitten durch Parkanlagen gehen (Bois de Boulogne, Hydepark in London), ohne dass das Publikum unter einer besonderen Gefährdung zu leiden hätte. Wenn übrigens auf diesem Teilstück das Hupen verboten würde, so wäre auch eine Hauptstörung der «ich erholenden Spaziergänger beseitigt gewesen. Es erübrigt sich wohl, nachträglich noch auf das pro und contra der beiden Kommissionsvorschläge einzugehen. Sicherlich hat jedes Projekt etwas für sich und wir zweifehl nicht daran, dass beide Seiten vom besten Willen, der städtischen Verkehrssache zu dienen, geleitet waren, obwohl zwar die Diskussion im Rat wohl erkennen Hess, dass einzelne nur aus politischen Erwägungen heraus, Stellung für das Projekt des Stadtrates bezogen. Rein nur vom verkehrstechnischen Standpunkt aus betrachtet, kann aber keiner der beiden Vorschläge ganz befriedigen, weil zuviele Querstrassen, die nicht alle abgerigelt werden können, die flüssige Gestaltung des Verkehrs immer in gewissem Umfang hindern müssen und Strassen, die nur einseitig bebaut sind, eicher solchen mit beidseitiger Wohnhäuserreihe vorgezogen werden sollten. Die Abstimmug fiel zugunsten des stadträtlichen Projektes, Ausbau der Bellerivestrasse. aus. Wenn sich viele Automobilisten aruch mit diesem Entscheid nicht zum vorneherein befreunden können, so hat doch dieses Geschäft den positiven Verdienst, dass in der Frage einer Ausfallstrasse, endlich einmal ein Schritt vorwärts gemacht wurde und wenn eine Reihe von Ratsmitgliedern noch die Lehre aus der ganzen Beratung gezogen haben, dasg sich nämlich Verkehrsprobleme entschieden nicht mit politischen Argumenten lösen lassen, dann ist immerhin für zukünftige Verkehrsfragen schon manches gewonnen worden, b. Automobilwerk baut Strassen. Die bekannten tschechoslowakischen Skodawerke führen gegenwärtig in Pilsen Strassenbauten in eigener Regie durch. Wie die tschechoslowakische Presse meldet, schreiten die Arbeiten auf der Staatsstrassenstrecke Veltrusy- Teplitz rasch vorwärts und sollen nach fachmännischem. Urteil vorzüglich angelegt sein.