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E_1929_Zeitung_Nr.095

E_1929_Zeitung_Nr.095

durch Erlass eines neuen

durch Erlass eines neuen Einkommensteuergesetzes zu bewältigen sei, wollen die Oppositionsparteien das Strassennetz mit Hilie einer Anleihe verbessern. Schon bevor das Gutachten der Strassenfachmänner Oberst Schläpfer von Herisau und Ingenieur Ammann von Zürich eingegangen war, entbrannte in den schwyzerischen Blättern über die Finanzfrage ein lebhafter Streit. Das Gutachten, das inzwischen eingegangen ist, verwertet zum erstenmal die Erfahrungen, die auf den Verkehrszählungen vom März 1928 bis Februar 1929 beruhen. Es hatte sich zu folgenden Fragen zu äussera : 1. Welche Kantons-, Bezirks- und Gemeindestrassen bedürfen des Ausbaues? 2. Welche Ausbaumethoden werden vorgeschlagen? 3. Wo haben dem Ausbau der Fahrbahn weitergehende Vorbereitungsarbeiten vorauszugehen? 4. Welches sind die Kosten? 5. Welche Reihenfolge ist in der Durchführung der Arbeiten innezuhalten? 6. Welche Aenderungen und Ergänzungen des kantonalen Strassengesetzes erscheinen notwendig und wünschenswert? Zur Genugtuung der fortschrittlich gesinnten Schwyzer stellt sich das fachmännische Gutächten auf den gleichen Standpunkt, den die liberalen Zeitungen des Kantons eingenommen hatten. Es kommt nämlich zum Schluss, dass man auch ohne Zuhilfenahme neuer Steuermittel eine Korrektion der schwyzerischen Strassen durchführen könne. Die Gesamtsumme, welche die Korrektion erfordert, beträgt 5 468 800 Fr. Diese rund 5^ Millionen können nach Ansicht der Experten durch die Automobilgebühren und die Benzinzolleinnahmen, die 300 000 Franken betragen, bis 1966 amortisiert werden. Bei einer jährlichen Annuität von 400 000 Franken für Amortisation wäre das ausgebaute Strassennetz im Jahre 1950 bezahlt. Wenn nach Ausbau der Strassen die infolge Wegfalles des Strassenunterhaltes frei werdenden Beträge zum weiteren Ausbau der Strassen verwendet werden, ist es möglich, auch die Nebenstrassen auszubauen und das Strassennetz des Kantons zu vervollständigen. Das Gutachten bezieht neun Strassenstrekken in die Korrektion. Als wichtigstes Stück, das zuerst ausgebaut werden soll, ist die Strasse von Richterswil nach Reichenburg genannt. Diese Strasse hat auch im Winter einen schweren Verkehr auszuhalten und ihr Unterhalt stellt sich zur Zeit so teuer, dass eine weitere Verschiebung des Ausbaues nicht zu verantworten ist. Das Gutachten schlägt vor, gleichzeitig damit die Seedammstrasse zu korrigieren, um eine zeitgemässe Verbindung mit dem wichtigen Rapperswil zu erlangen. Die Strasse von der Luzerner nach der Urner Grenze sollte ebenfalls sofort in Angriff genommen werden. Das Expertengutachten zeigt, dass es nicht angängig ist, den Strassenbau weiter hinauszuschieben und sich hinter die Ausrede zu verschanzen, man habe kein Geld und brauche ein neues Steuergesetz zur Durchführung des Strassenbaues. Besonders hat uns folgender einsichtsvolle Satz gefreut, den wir wörtlich dem Bericht des Schwyzer Korrespondenten entnehmen: «Man kann nicht einerseits von den Automobilisten höhere Gebühren verlangen und dafür anderseits nichts Wesentliches zur Verbeserung unserer Strassenverhältnisse tun.» Es ist erfreulich, dass sich im Kanton Schwyz allmählich — wenigstens bei den Einsichtigen — diese Ueberzeugung durchsetzt. Der Kanton Schwyz hat sich bisher bei den Automobilisten keine grossen Sympathien erworben. Durch den Ausbau seiner Strassen kann er beweisen, dass ein fortschrittlicher Geist im Lande Schwyz eingekehrt ist. Gr. Vom französischen Strassenwesen. _ In der letzten Sitzung der Finanzkommission der französischen Deputiertenkammer wurde u. a. auch das französische Strassenwesen eingehend behandelt. Der Abgeordnete Paganon beantragte die Einstellung eines Kredites von 100 Millionen Franken in das Budget behufs Eingliederung wichtiger und im allgemeinen Interesse stehender Verkehrswege in den ordentlichen Kostenvoranschlag. Er bezweckte damit eine Entlastung der Departements- und Gemeindebudgets sowie die Vorbereitung zu einem neuen Verwaltungs- glücklich wäre ich dort. Es ist dasselbe Gefühl wie auf einer sehr schweren Bergtour, wenn die Kräfte anfangen aufzugeben; map träumt von dem Glück daheim und meint, man wäre froh zu Hause gewesen. Nochmals alle Kraft; Zoll für Zoll gewinnen wir Boden, der Wagen ächzt, und die Kühlerhaube springt auf, von der Verbiegung gesprengt. Ich weiss, dass ich niemals nach Hause kommen werde, dann geht es auf einmal leicht, mit sanftem Ruck steht der Wagen oben. Der Anlasser lässt sich nicht bitten, wir rollen wieder dem gefährlichen Gasthaus zu, die engen und gewundenen Gassen diesmal hinunter. Die Männer sind müde geworden, ihr Handelt der Fussgänger fahrlässig, wenn er das Trottoir verlässt? Mit der Zunahme des Fahrverkehrs stellt sich immer mehr die Frage, ob der Fussgänger nicht aussehliesslich auf das Trottoir zu verweisen sei und bereits weisen die Verkehrsreglemente gewisser Städte den Fussgänger an, die Fahrbahn womöglich nur an bestimmten, besonders bezeichneten Stellen zu kreuzen. Ein neuester bundesgerichtlicher Entscheid befasst sich mit der Frage, ob es dem Fussgänger als Verschulden anzurechnen sei, wenn er das ihm zur Verfügung stehende Trottoir unbenutzt lässt und unnötigerweise auf der Fahrbahn marschiert. Der Kläger ging abends bei strömendem Regen auf der Strasse Cernier-Neuenburg und benutzte dabei nicht das auf der linken Strassenseite gelegene, wegen des Regens sehr schmutzige Trottoir, sondern die rechte Seite der Fahrbahn, auf welcher sich eine Tramlinie befindet. Hinter ihm fuhr in derselben Richtung ein Autofahrer in massiger Geschwindigkeit und mit angezündeten Scheinwerfern. Beim Kreuzen eines andern Wagens blendete der Fahrer übungsgemäss seine Scheinwerfer ab und wich noch stärker nach rechts aus, so dass er auf dem Tramgeleise fuhr; als er eben nach Passieren des andern Wagens seine Scheinwerfer wieder aufleuchten Hess, sah er plötzlich auf nur 2 m Entfernung den Fussgänger vor sich, der angefahren und einige Meter weit geschleppt wurde, bis der Wagen anhalten konnte. Das Kantonsgericht Neuenburg wies die Klage des Fussgängers auf 5000 Fr. Schadenersatz ab. Es verneinte jedes Verschulden des Autofahrers, der wegen der Begegnung mit einem andern Auto seine Scheinwerfer unter teilweiser Gutheissung der Berufung richtigerweise abgeblendet habe und des-dewegen einen Augenblick lang die vor ihm lie- Klägers in dem Sinne abgeändert, dass gende Strecke nicht gut habe übersehen können; dem Beklagten sei auch kein Vorwurf System für das französische Strassennetz. Der Hauptberichterstatter, Abg. Chappedelaine, machte die Mitteilung, dass er bereits einen Antrag vorbereitet habe, wonach den Gemeinden die für den Strassenunterhalt notwendigen Summen zugewiesen werden sollen und wonach Departements- und Gemeindestrassen mit ausgesprochenem Grossverkehrscharakter als im allgemeinen Interesse stehende Verkehrswege unter die nationalen Strassen eingegliedert werden sollen. Der Abg. Tinguy beantragte die Aufstellung einer bestimmten Formel für die Einführung kommunaler Automobilgebühren und die Wiedereinführung des Gesetzes betreffend die industriellen Subventionen. Die Kommission kam zum Schlüsse, dass alle Massnahmen, die auf eine Verbesserung der Strassen hinzielen, zu unterstützen seien und dass den Departementen, welche die Strassenunterhaltskosten nicht mehr tragen können, geholfen werden müsse. Bei dieser Gelegenheit soll auf die bedeutungsvolle Ansprache hingewiesen werden, die Minister Forgeot am 18. Oktober bei Anlass des Pariser Automobilsalons am Bankett des französischen Automobil-Clubs über das französische Strassenwesen und die Modernisierung gehalten hat. Das Netz der französischen nationalen Strassen (Staatsstrassen) messe 40 000 km. Hievon werden sich am 1. Januar 1930 etwa 30 000 km in tadellosem Zustande befinden und die übrigen 10 000 km werden es in etwa 3 Monaten später auch sein. Was aber noch fehle, sei einen Aenderung in der administrativen Klassifizierung der Strassen, die keineswegs mehr dem enorm gestiegenen Verkehr entspreche. Der Bautenminister und der Innenminister seien in diesem Punkte mit einander einig. Der Vortragende machte sodann den Vorschlag, die Strassen in drei verschiedene Kategorien einzuteilen, nämlich nationale Strassen, Departementsstrassen und Gemeindestrassen und von dem gesamten Netze von rund 600 000 km weitere 30 000 km unter die nationalen Strassen einzureihen, so dass das Auge auf den Eindringling zu lenken; wir schlüpfen durch, drüben vorbei und zurück in die zuletzt verlassene Stadt. Der erste Wirt findet die Frage nach Quartier zum Lachen; der zweite macht sich unsichtbar. Haben wir denn etwas Verdächtiges an uns? Ist ein Auto kein Reisemittel? Ein altes Kloster steht uns endlich offen, mit hallenden Gängen und verzirkelten Inschriften: eine Gastwirtschaft, aus der man in einen ganz selbstverständlichen und langweiligen Morgen erwacht, zwischen grünen Hügeln und unter sprechenden Menschen. Erick Wickenburg. (In der Frkf.-Ztg.) AUTOMOBIL-REVUb 1929 - N° 95 Aus dem Bundesgericht. daraus zu machen, dass er nicht mehr rechtzeitig abstoppen konnte, denn bei der durchnässten und glatten Asphaltstrasse wäre allzu scharfes Bremsen gefährlich gewesen. Dagegen habe bei dem Unfall, ausser den ungünstigen Sicht- und Witterungsverhältnissen, ein Verschulden des Fussgängers mitgespielt, der sich unnötigerweise auf die Fahrbahn hinaus begeben habe. Das Bundesgericht (I. zivilr. Abteilung) hat diesen Entscheid insofern abgeändert, als es auch dem Automobilisten ein Verschulden zuschrieb. Wenn die Uebersicht der Fahrstrecke des Regens wegen behindert war, so hätte der Beklagte seine Fahrgeschwindigkeit noch mehr herabsetzen sollen, um jederzeit Herr seines Fahrzeuges zu bleiben; dies wurde namentlich in dem Augenblicke zur Notwendigkeit, wo er wegen der Begegnung mit einem anderen Fahrzeug seine Scheinwerfer abzublenden hatte und die Fahrbahn deshalb nur noch mit Mühe übersehen konnte. Auf diese Weise wäre es ihm dann möglich gewesen, trotz der Glätte der Fahrbahn unverzüglich zu stoppen, als er unvermuteterweise den Fussgänger vor sich sah. Anderseits war aber auch das Verhalten des Fussgängers kein einwandfreies, denn gerade bei dem trüben Wetter bot das Verlassen des Trottoirs seine Gefahren, deren sich der Kläger bewusst sein musste. Es hat deshalb eine dem beidseitigen Grade des Verschuldens gerecht werdende Teilung des Schadens einzutreten. Dieser Schaden betrug 1200 Fr. und hievon wurden dem Kläger 500 Fr. zugesprochen; vom Zuspruch der verlangten Genugtuungssumme wurde angesichts des Verhaltens des Klägers Umgang genommen. — Das kantonsgerichtliche Urteil wurde deshalb der Beklagte 500 Fr. Schadenersatz zu bezahlen hat, wobei wegen der noch nicht übersehbaren Folgen des Unfalles dem Kläger binnen zwei Jahren ein Antrag auf Abänderung des Urteils vorbehalten bleibt. W. Netz der Staatsstrassen auf 70 000 km erweitert werde und in Tat und Wahrheit alle grossen franzöisischen Verkehrsverbindungen in sich schliesse. Für die Erstellung und den Unterhalt . dieser 70 000 km Staatsstrassen müsse ein besonderes Zusatzgebiet eröffnet werden mit einer gewissen Autonomie. Der Vortragende sprach sich sodann auch für die Schaffung einer Anzahl von Paris ausgehender Automobilstrassen aus, die aber in einiger Entfernung von der Stadt durch ein System von Ringlinien mit einander verbunden werden sollen. Der Vortragende kam zum Schlüsse auch auf die wegebenen Eisenbahnübergänge zu sprechen und betonte, dass von einer Beseitigung aller solchen Uebergänge zur Zeit nicht die Rede sein könne, da dies etwa 20 Milliarden Franken Kosten verursachen würde, hingegen sollten etwa 3000 solcher Uebergänge auf den wichtigsten und am meisten befahrenen Strassen beseitigt werden,, wofür 2-3 Milliarden Franken aufgewendet werden müssten oder etwa 200 Millionen jährlich. Die grossen Eisenbahngesellschaften seien bereit, dabei mitzuwirken, wie auch der Staat und sehr wahrscheinlich auch die Departemente, Gemeinden und interessierten Wirtschaftsverbände. F. Die Alpenstrassen. Wer gehofft hat, dass nach der Schlechtwetterperiode des Oktobers der November ein etwas freundlicheres Gesicht machen und die eine oder andere Alpenstrasse, die gesperrt war, wieder dem Verkehr geöffnet würde, sieht sich enttäuscht. Zum Teil schon metertief liegt der Schnee auf den Bergstrassen, zum Teil sind sie allerdings noch mit Schneeketten befahrbar und nur einige wenige haben noch vom Winter nichts gespürt. Sehen wir uns die Verhältnisse kurz an und beginnen am besten im Westen unseres Landes. Noch wie im Sommer passierbar ist der Col de la Forclaz, was aber nicht heissen will, dass sein Befahren ein Kinderspiel sei, sondern wer die Gegend kennt, weiss, dass der Pass auch ohne Schnee ziemliche Anforderungen an das Können des Fahrers stellt. Der Grosse St. Bernhard ist noch mit Ketten fahrbar bis Hospitalet, ca. eine Stunde unterhalb dem Hospiz, von dort aber geht's nicht mehr weiter. In den Waadtländer Alpen sind Col de Pillon und Col des Mosses noch befahrbar, man vergesse aber die Ketten nicht. Das nämliche gilt für den Jaun. Wie gewöhnlich ist der Simplon, der doch mitten durch die gewaltige Südmauer unserer Alpen geht, noch fahrbar, allerdings müssen auch hier die Ketten mitgenommen werden. Mit denselben aber läss.t sich die Fahrt über die Alpen doch noch ohne den immer etwas umständlichen Bahntransport bewerkstelligen. Als Voralpenpass ist selbstverständlich der Brünig noch fahrbar und ganz schneefrei; nicht so seine südliche Fortsetzung, die Grimsel, die ganz zugeschneit ist, ebenfalls die Furka, wo die Schneewehen auf der Passhöhe schon beträchtliche Dimensionen anzunehmen beginnen, und sogar der Gotthard, der doch sonst ziemlich lange hinaus fahrbar ist, ist auch diesmal früh für den Autoverkehr geschlossen worden. Auch auf der Oberalp-Passhöhe liegt der Schnee schon recht tief. Vom Klausen wird sogar ein ganzer Meter Schnee gemeldet, und wer die Gegend kennt, weiss, dass an ein paar Stellen sich schon nach dem ersten Schneefall kleine Lawinenkegel auf der Strasse anhäufen, die selten mehr vor dem Frühling oder Frühsommer weichen. Noch für den Verkehr geöffnet ist der Lukmanier, aber nur mit Schneeketten befahrbar, und selbst dies empfiehlt sich nicht, und wer nicht dringend muss, lasse die Fahrt lieber bleiben. Seine südliche Lage kommt de San Bernardino zugut, denn über ihn ist der Winter noch nicht hereingebrochen, er ist noch fahrbar. Von seinem Nachbarn Splügen aber meldet man 60 cm Schnee, also keine Spur mehr von Durchkommen. Der Maloja ist leicht fahrbar mit Schneeketten, ebenfalls der Julier, der noch vor einer Woche als gesperrt gemeldet wurde. Die Albulastrasse ist nur noch fahrbar bis Preda. Die gemeldete Schneehöhe beträgt 40 cm. Der Flüela ist wie gewohnt eine der ersten Alpenstrassen, die für den Verkehr gänzlich geschlossen ist. Seine Fortsetzung dagegen, der Ofenpass, ist mit Ketten noch fahrbar, da die gemeldete Neuschneemenge nur 20 cm beträgt. Von den zwei noch verbleibenden Pässen, dem Umbrail und der Berninastrasse, wird gemeldet, dass sie beide gesperrt sind. Aus dem Ausland wird die Schliessung der Arlbergstrasse gemeldet bei 70 cm Schnee, und in den französischen Alpen sind es nur noch der Arvis-, der Mont Cenis- und der Lautaret-Pass, die noch fahrbar sind. Lu. SPORTLICHES Grosser Preis von Tunis. Als letztes grosses Rennen dieses Jahres darf der am 17. November ausgetragene Grosse Preis von Tunis bezeichnet werden. Das Rennen steht im Zeichen eines Duells Italien-Frankreich. Die Beteiligung Chirons war vorgesehen, ist nun aber doch nicht erfolgt. Dafür aber vereinigt die Nennungsliste berühmte Namen des internationalen Automobilsportes. Den französischen Marken Bugatti, Amilcar, Salmson, B. N. C. stehen die Italiener Maserati und Alfa Romeo gegenüber. Für Alfa Romeo startet die grosse Kanone Varzi. Auch ein Mercedes SS ist gemeldet. Nachstehend die Nennungen: 1100 ccm: 1. Manetti Salmson 2. Bonely Salmson 3. Drumoml Amilcar 4. Naron Amilcar 5. Zanelli Maserati 1500 ccm: 1. Michel Dore Bugalti 2. Bourdelle Bugatti 3. Avon Bugatti 4. Cautillat Bugatti 5. Fic Bugatti 6. Lobre B.N.C. 2000 ccm: 1. Malplane Bugatti 2. Etancelin Bugatti 3. Dreyfus Bugatti 4. Bar. Delorme Bugatti 5. Lehoux BugatÖ 6. Lagre Bugatti 7. De Carolis Bugatti 8. Co. Ares Mercedes 9. Varzi A. Alfa-Romeo 10. Borzacchini Maserati 16 Zyl. 11. Maserati E. Maserati. Grosser Preis von Indianapolis. Die neue Formel. Ueber das grösste Rennen der Staaten, das nächstes Jahr am 30. Mai stattfinden soll, werden Einzelheiten bekannt. Das Rennen wird mit 100,000 Dollar dotiert sein, die sich auf zehn Preise im Generalklassement und auf Runden und Trostpreise verteilen, so dass beinahe auf jeden Konkurrenten ein Preis entfallen wird. Die Formel des Grossen Preises von Indianapolis, über die bei den amerikanischen Sportbehörden des langen und breiten debattiert worden ist, hat folgende Grundlagen: Zurückzulegende Distanz: 800 Kilometer; zugelassene Fahrzeuge: jeder Wagen bis und mit 6 Litern Zylinderinhalt. Technische Einzelheiten: zwei Ventile pro Zylinder, Verbot des Kompressors, ausgenommen für Zweitakt- und Dieselmotoren. Leergewicht: im Verhältnis zum Zylinderinhalt von 207 kg pro je 1000 ccm mit einem Minimum von 794 Kilogramm. Diese neue Indianapolis-Rennformel soll für die Jahre 1931, 1932 und 1933 Geltung haben. Kleinwagen und Sternfahrten. Eine Anregung für die Sternfahrt nach Monte Carlo. Der Automobilclub von Deutschland hat aus dem Bedürfnis heraus, die Beteiligung von Kleinwagen an touristischen Veranstal-

95 — 1829 AUTOMOBIL-REVUE tungen zu fördern, einen interessanten Vorschlag ausgearbeitet, der folgenden Wortlaut hat: Die jüngst erschienenen Ausschreibungen zum Rallye von Monte Carlo bestimmen, dass Wagen bis 1500 ccm Zylinderinhalt maximal drei Personen befördern müssen, wobei für jede Person zehn Punkte, d. h. insgesamt also 30 Punkte gutgebracht werden. Da viele der deutschen Kleinwagen nur mit zweisitzigen Karosserien geliefert werden, würden die Teilnehmer mit dieser Art Fahrzeugen von vorneherein um zehn Punkte benachteiligt werden. Der Automobilclub von Deutschland hat deshalb dem Internationalen Sporting Club von Monte Carlo, als Veranstalter der Sternfahrt, den Vorschlag unterbreitet, die Höchstzahl der zu befördernden Personen bei Wagen bis 750 ccm Zylinderinhalt auf zwei Personen zu beschränken und hierbei jede Person mit 15 Punkten, also insgesamt auch 30 Punkte, zu werten. Es ist zu erwarten, dass der Internationale Sporting Club die vom Automobilclub von Deutschland im Interesse der Kleinwagen gegebene Anregung, berücksichtigen wird. Im übrigen entsprechen die Bedingungen der Ausschreibung aumeist dem im vorigen Jahre herausgegebenen Reglement. Um zu vermeiden, dass die Fahrt in ein Rennen ausartet und um die Erprobung der Ausdauer der Fahrer schärfer zu gestalten (ein Fahren auf Vorrat zu vermeiden) und damit also die Regelmässigkeit der Fahrt zu fördern, wurden die Zeiten, innerhalb welcher die Bewerber sich an den Kontrollstellen einzufinden haben, begrenzt. Wer die Kontrollen nicht während den vorgeschriebenen Zeiten erreicht, scheidet aus dem Wettbewerb aus. Ueberdies wurden für jene Teilnehmer, die auf ihrer Strecke Schiffsfahrten zu absolvieren haben, wie die aus Schottland startenden, Routenänderungen eingeschaltet, so dass sie mit leichteren Ueberfahrtsmöglichkeiten rechnen können. Es ist mit einer starken internationalen Beteiligung an dieser interessanten und ältesten Sternfahrt Europas, die in den letzten Januartagen 1930 zum neunten Mal© vor sich geht, zu rechnen, stellt sie doch neben der Internationalen Alpenfahrt und anderen eine der schärfsten Erprobungen dar, die das Automobilwesen bietet. Der sensationelle Rekord eines Chrysler- Wagens, Dieser Tage ging die Meldung durch die deutsche Sportpresse, dass ein Chrysler-Sedan eine Dauerfahrt von 45,000 Kilometern bewältigt und damit eine Distanz zurückgelegt habe, welche die 40,000 km des Erdumfanges schon ganz bedeutend übertrifft. Die Leistung bedarf einer Würdigung. Man ist gewohnt, um Schnelligkeitsrekorde viel Lärm zu schlagen. Bei diesen Rekorden handelt es sich um Parforce-Leistungen mit Spezialkonstruktionen, bei denen die Raffinements der Technik und die Motorenkräfte in einer geradezu grotesken Weise potensiert werden. Für den Gebrauchswagen sieht beim Bau eines «Blue-Bird» oder «Golden Arrow» und wie die erfolgreichen Ungetüme alle heissen, herzlich wenig heraus. Bei der Rekordfahrt des Chrysler-Wagens handelt es sich um eine Zuverlässigkeits- und Dauerfahrt, eine vom touristischen und technischen Standpunkte allein schon eminent wertvolle Leistung! Was aber ganz besonders bedeutsam ist: der verwendete «Rekordwagen» ist keine Spezialkonstruktion, sondern ein Serienwagen. Was also dem seit dem 25. September auf der Avus-Bahn bei Berlin ununterbrochen rollenden zweitürigen Chrysler-Sedan gelungen, ist mit jedem anderen Chrysler- Wagen derselben Serie erreichbar! Darin liegt ein grundlegender Unterschied und ein Der Benzinzoll 1929 und ein Vorschlag Nach den offiziellen statistischen Erhebungen für die ersten neun Monate des Jahres 1929 ergibt sich mit Bestimmtheit, dass für dieses Jahr der Benzinzoll die 30 Millionen Franken übersteigen wird. Vom 1. Januar bis 30 September des Jahres 1929 haben wir 106529681 Kilo Benzin in einem Werte von 29 032016 Franken eingeführt. Da 100 Kilo Benzin 23 Fr. Benzinzoll bedingen, steigt somit der Ertrag dieses Zolles bis Ende September auf 24 501826,63 Fr. Wir glauben nicht, dass die Benzineinfuhr für das letzte Trimester derjenigen der gleichen Periode im Vorjahre nachstehen wird. Im Jahre 1928 betrug die Einfuhr im vierten Trimester 27 673 806 Kilo in einem Wertbetrag von 7500 936 Fr., auf welche 6364 875,38 Fr. Benzinzoll entfielen. Nehmen wir an, dass im vierten Trimester des laufenden Jahres die Einfuhrquantität die gleiche bleibe wie im Vorjahre, so ergibt sich für das Jahr 1929 ein Benzinzoll von 30 866 802,01 Fr. Vor fünf Jahren verlangte die schweize- ebenso unterschiedlicher Massstab zur Wertung der Leistung. Bei der Dauerfahrt des Chrysler-Wagens handelt es sich um eine praktische Demonstration der Leistungsfähigkeit dieser Marke. Die glänzende Bewährung des Wagens berechtigt indessen schon zu der Hoffnung, dass es ihm gelingen werde, den gegenwärtig von den Amerikanern gehaltene Dauerweltrekord von 48,132 km zu schlagen. Fern von diesem Rekord kann der Chrysler-Wagen heute nicht mehr sein. Die Kontrolle der Leistungen ist, überflüssig es zu sagen, eine sehr zuverlässige und strenge. Der Non-stop-Wagen hat, wie wir erfahren, bisher (d. h. bis zum Augenblicke unserer Information) 13,27 Liter Benzin pro 100 Kilometer verbraucht. Die montierten Continental-Reifen halten immer noch durch. Zur Schmierung wird Mobil-Ofl verwendet Das hat ja noch Zeit... In der letzten Maisession des Grossen Rates des Kantons St Gallen wurde von Kantonsrat Roth eine einfache Anfrage gestellt «betreffend die Einführung einer Wochenstunde Verkehrs- und Unfallverhütungsunterricht in den Schulen». Der Erziehungsrat hat sich zwischen Mai und November mit der «einfachen Anfrage» befasst, musstesich aber nach reiflicher Ueberlegung zu dem Postulate, wie gesagt wird, in ablehnendem Sinne äussern, lege indessen (wie weiter anzunehmen ist, immer nach reiflicher Ueberlegung!) der Bezirkslehrerkonferen z nahe, sich des vermehrten Schutzes der Schuljugend vor den Gefahren des Strassenverkehrs anzunehmen. Aber auch der Regierungsrat wird sich mit der Anregung weiter befassen, sobald die von der schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz bei einer Spezialkommission veranlassten Vorschläge über den Schutz der Jugend im Strassenverkehr vorliegen werden. Konferenzen, Konferenzen, Konferenzen! — Indessen hastet der motorische Verkehr Stunde für Stunde über unsere Strassen und die Kinder kreuzen sie Tag für Tag auf ihrem Wege zur Schule... V. Verkehrsfragen vor dem aargauischen Grossen Rat. Anlässlich der Sitzung des aargauischen Grossen Rates vom letzten Mittwoch den 30. Oktober begründeten die Herren Grossräte rische Eidgenossenschaft 12 Millionen vom Benzinzoll. Es fielen somit 18 Millionen den Kantonen zu, wenn nicht durch den sogenannten Benzinzollviertel die Frage auf ein falsches Geleise geschoben worden wäre. Heute erheben Vertreter der Bundesversammlung sowie auch eine Reihe von Kantonsregierungen die Forderung, dass wenigstens die Hälfte des Benzinzolles an die Kantone abgetreten werden müsse. Das eidgenössische Finanzdepartement wird dieses Verlangen nicht ohne weiteres unter den Tisch wischen können, da auch bei diesem Verteilungsmodus ihm immer noch drei Millionen mehr zufallen werden, als es ursprünglich gerechnet hatte. Ein neuer Verteilungsmodus könnte insofern in Betracht gezogen werden, dass man dem eidgenössischen Finanzdepartement die 12 Millionen Hesse, 15 Millionen den Kantonen abtreten würde und den Rest, in diesem Falle etwas über 3 Millionen, den schweizerischen Bundesbahnen zur Verfügung stellte, damit diese mit dieser Summe beförderlichst an die Beseitigung der gefährlichen Niveauübergänge schreiten könnte. Wir glauben, dass mit einem solchen Verteilungsmodus sich die Eidgenossenschaft, die Kantone, die schweizerischen Bundesbahnen als auch die Automobilisten einverstanden erklären könnten. Nach den schweren Unglücksfällen ist es an der Zeit, den Stier bei den Hörnern zu fassen. K. Dr. Lüscher (Moosleerau) und Nationalrat Fricker (Laufenburg) den Regierungsrat über die Instandstellung der Surental- und Rheintalstrasse. Der Interpellant, Herr Dr. Lüscher, verlangte vor allem die baldmögliche Instandstellung der Surentalstrasse, wo man mit gelegentlichem Kiesen nichts mehr erreiche. Die Verhältnisse verlangen eine grosszügige Instandstellung dieser Strasse, welche für den heutigen grossen Verkehr übrigens viel zu schmal ist. Er ersuchte den Regierungsrat, die Surentalstrasse im Jahre 1930 instandstellen zu lassen. Nach der Ansicht des zweiten Interpellanten, Herr Nationalrat Fricker, befinde sich das aargauische Strassenwesen ganz allgemein im Rückstand. Auch die Surentalstrasse sei in einem sehr misslichen Zustand und es sollte auch hier eine grosszügige Generalinstandstellung vorgenommen werden. In einer grossangelegten Rede referierte hierauf der aargauische Baudirektor, Herr Regierungsrat Studier, über die bisherigen Strassen-Instandstellungsarbeiten. Er wies den Vorwurf, dass der Kanton Aargau im Strassenausbau am weitesten zurückstehe, als nicht den Tatsachen entsprechend zurfick, denn bis Ende 1928 seien im Aargau 160 km instandgestellt worden und im laufenden Jahre wurden 24 km neu verbessert. Andere grössere Kantone stehen in dieser Hinsicht nicht besser da. So hatte z. B. der Kanton Zürich mit einem Strassennetz von 2441 km 364 km, oder 16%, instandgestellt, der Kanton Bern von 2107 km 352 km oder 16%. Im Kanton Aargau sind aber 31,5% der Landstrassen oder von 1260 km allgemeinen Strassen zirka 200 km .instandgestellt worden, so dass der Kanton Aargau auf der gleichen Stufe stehe, wie der Kanton Zürich. Hinsichtlich der Ausführung der Korrektionsarbeiten habe man sich im Kanton Aargau bis heute an den Grundsatz der Verkehrsdichtigkeit gehalten und man gehe nach derselben vor. Den grössten Verkehr weise die Strecke Baden-Dietikon mit 2146 Bruttotonnen pro Tag auf. Es sind diesbezüglich grosse Unterschiede festzustellen, so Baden-Brugg 1690 Bruttotonnen, Bremgarten-Dietikon 482, Wohlen-Bremgarten 742, Dintikon-Wohlen 478, Hendschikon-Villmergen 465, Boswil-Wohlen 390 und Brugg-Effingen 760 Bruttotonnen. Das Verhältnis von Landstrassen und Ortsverbindungsstrassen sei ausserordentlich verschieden, aber es dürfte mit der Zeit ein Ausgleich in dem Sinne eintreten, dass von den Motorfahrzeuggebühren auch an die Ortsverbindungsstrassen Beiträge gegeben werden. Eine schnellere Durchführung de? Strassenbauprogramms wird vom Baudirektor be-> grüsst. Man brauche deshalb kein Anleihen. Pro Jahr gebe der Kanton Aargau zirka 2'A bis 3 Millionen Franken aus, aber es werden an Motorfahrzeuggebühren zirka 1 *AMillionen eingenommen. Aus dem ersten und zweiten Strasseninstandstellungs - Programm werden dem Kanton Aargau bis Ende 1934 zirka 8 bis 10 Millionen Franken Schulden erwachsen. Für die Instandstellung in den nächsten Jahren sind die folgenden Strecken vorgesehen: 1. Strassen ohne sofortigen Belag: Wohlenschwil, Umgehungsstrasse; Würenlingen- Ruckfeld; Effingen, Umgehungsstrasse; Laufenburg, Bahnunterführung; Stein - Sisseln; Suhr-Gränichen; Brugg-Hausen; Dimtikon- Villmergen; Bullenberg; Rüstenschwil-Würenlingen; Döttingen und die Mutschellenstrasse. 2. Mit sofortigem Belag: Hunzenschwil Innerort; Brugg-Lauffohr; Zurzach Innerort; Umiken-Vierlinden; Döttingen Innerort; Aarau-Unterentfelden-Schöftland bis Luzernergrenze; Unter- und Oberentfelden Innerort; Aarau-Suhr; Unterkulm Innerort; Menziken Innerort; Aarau-Gränichen; Aarau- Surenbrücke-Rohr Innerort; Rohr-Rupperswil; Rupperswil Innerort; Hendschikon-Station-Dorf; Bremgarten Innerort; Oberrüti- Dietwil; Oberrüti Innerort; Zurzach Innerort; Wildegg Innerort; Wettingen Innerort; Wettingen-Würenlos; Zofingen-Aarburg; Villmergen-Hilfikon-Sarmenstorf; Reinach-Boniswil; Birrwil-Beinwil a. S.; Wohlen-Bremgarten; Schafisheim-Seon; Meisterschwanden Innerort und Seengen Innerort. 3. Wichtige Ortsverbindungsstrassen: Hendschikon; Dottikon-Anglikon-Wohlen. Die ganzen Instandstellungsarbeiten umfassen zirka 54 km. Die Regierung wird dieses Programm in nächster Zeit festlegen und dasselbe wird dann orientierungshalber an die Staatsrechnungs- und Geschäftsprüfungskommission geleitet werden. Die beiden Interpellanten erklärten sich mit der Auskunft des Baudirektors befriedigt und Herr Oberst Bruggisser (Wohlen) begrüsste es sehr, wenn man versuche, das zweite Instandstellungsprogramm in vier statt in acht Jahren zu erledigen. R. Vevlteh» Zu den «Verkehrserschwerungen an der italienischen Grenze». Mit Bezug auf eine in der Presse unter diesem Titel erschienen© Notiz, in welcher gemeldet wurde, dass Motorwagen von Garagen und Hotels nicht mehr die Berechtigung des freien Eintrittes nach Italien gewährt werde, teilt man uns von offizieller Seite mit, dass die italienische Zolldirektion in den letzten Tagen eine Verfügung erlassen hat, die eine bedeutende Erleichterung darstellt und derzufolge nicht nur Motorwagen von Garagen und Hotels, sondern überhaupt im Dienste des öffentlichen Verkehrs stehende Motorwagen vom Tage des Eintrittes nach Italien an und für jeden Monat der Dauer ihres Aufenthaltes in Italien eine Taxe zu entrichten haben, welche sich auf ein Zwölftel der Jahrestaxe beläuft. Demzufolge ist der obenerwähnten Motorwagenkategorie in gewissem Masse die gleiche Behandlung eingeräumt,, welche nach Ablauf der taxfreien Periode auch gegenüber Privatwagen zur Anwendung gelangt. Gleichzeitig wird uns mitgeteilt, dass die italienischen Staatsbahnen die Transporttaxen an Sonn- und Festtagen für Automobile auf der Strecke zwischen Domodossola und Brig um ungefähr 50 Prozent reduziert haben. So beläuft sich die Transporttaxe für ein Automobil auf der italienischen