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E_1929_Zeitung_Nr.097

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Bern, Dienstag 12. November 1929 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 97 Im heutigen „Autler-Feierabend": Der Aufstand der Rischkas Die kleinen Geschichten Flanerie Die Seite der Frau Seite .13 14 14 15 Haben Sie eine gutgelüftete Küche? 15 Farbige Tischtücher, farbige Bettwäsche 16 Die Mode 16 Homor 17 Tourismus 18 Sprechsaal 18 Arzt sagt: Es gibt keinen elektrischen Tod Und der elektrische Stuhl ? In einer Sitzung der Wiener Aerzte-Gesellschaft berichtete der bekannte Elektropatholog Professor Stephan Jellinek, laut « Wiener Journal», über interessante Versuche an menschenähnlichen Affen, bei denen durch Einwirkung von Starkströmen vorübergehend Herzflimmern erzeugt wurde, das sich : dann regelmässig spontan zurückbilldete. Es wurde nämlich nach Oeffnung der Brusthöhle der Affen das Herz blossgelegt, Elektroden unmittelbar an die Herzmuskulatur angesetzt und Herzflimmern durch Stromstärken bis 100 Volt erzeugt. Es war kein Unterschied, ob Gleich- oder Wechselstrom verwendet wurde. Um den elektrischen Unfall, wie er sich beim Menschen abspielt, nachzuahmen, wurde bei den späteren Versuchen, die in einem experimentellen pathologischen Institut durchgeführt wurden, nicht mehr der Brustkorb geöffnet, sondern es wurden Nadeln in die"- Brust und den "Oberschenkel eingestochen und so der Strom eingeführt. Durch diese Versuche ist es gelungen, nachzuweisen, dass bei den menschenähnlichen Affen das Herz durch Starkströme in Kammerflimmern gerät und dieses einer vollkommenen spontanen Rückbildung fähig ist. Für die Praxis ergibt sich die wichtige Folgerung, dass Kammerflimmern auch beim Menschen, der scheinbar einen elektrischen Tod durch Unfall erlitt, nicht irreparabel ist. Der durch elektrischen Strom Verletzte, der leblos zusammenstürzt* kann somit durch künstliche Atmung und andere Manipulationen, die oft stundenlang fortgesetzt werden müssen, wieder ins Leben zurückgerufen werden. Einen eigentlichen elektrischen Tod gibt es demnach nicht. Der Aufstand der Rischkas gegen das Auto Im Augenblick, da ein neuer Vorstoss der chinesischen Rischken-Kulis gegen die mo dernen Verkehrsmittel — Tram und Auto — in Peking zu blutigen Unruhen geführt hat, fordert ein kleines Reiseerlebnis, welches Kurt Lubinski in der Kirgisen-Republik Kosakstan hatte, zu Vergleichen heraus. Unterm Titel « Protest in Sowjet-Asien» erzählt er, wie die Kirgisen dagegen protestierten, dass er eine photographische Aufnahme eines Kirgisen, der in kulihafter Weise einen Wagen zog, gemacht hatte. «Wir verlangen, dass der Europäer dieses Bild vernichtet und die Aufnahme wiederholt, und zwar derart, dass vor den Wagen ein Pferd gespannt wird, und dass der Kirgise es kutschiert. Wir dulden nicht, dass man uns im Ausland mit Kulis verwechselt, die es bei uns längst nicht mehr gibt-J » lautete der Protest. « Da ich keinen Anlass hatte, den Wunsch der Versammlung abzuschlagen », berichtete Lubinski, « musste der Kirgise sein Pferd vor den Karren spannen, und die Aufnahme wurde wiederholt. Die andere habe ich allerdings nicht vernichtet. » Dieser Protest und der nicht minder charakteristische Vorstoss der chinesischen Rischken-Kulis — so unbedeutend diese Ereignisse an sich auch erscheinen mögen — lassen jedenfalls erkennen, dass auch im fer-" nen Osten der Kampf zwischen Tradition und Fortschritt im Verkehrsleben ernstere Formen anzunehmen begonnen hat. Zu einer Siebenmeilenstiefel-Entwicklung der Verkehrsverhältnisse wie in Amerika oder Europa fehlen dort allerdings die Voraussetzungen. Zieren Erinnerungsstücke an die Epoche der Sänfte in Europa längst die Raritätenkabinette und Museen, so ist die Sänfte in Asien noch immer eines der beliebtesten Personentransportmittel. Von Indien bis China und Japan, in ganz Hinterasien, beherrscht die Rischka oder Rickscha, zu deren Beförderung, wenn man so sagen darf, das menschliche «PS» als Antriebskraft dient, das Strassenbild. Es berühre den Europäer ganz sonderbar, schreibt ein Asienreisender, wenn er in den übervölkerten Ländern des fernen Ostens eine dieser von menschlichen Kräften bewegten Rickschas oder Beförderungsdroschken besteigt, um, von den federnden Schritten der Kulis gezogen, eine kurze oder längere Strecke zurücklegen. Im Gegensatz zu den noch im 18. Jahrhundert als Beförderungsmittel dienenden, gewöhnlich von zwei Dienern getragenen europäischen Sänften, Tragsänften genannt, sind die chinesischen Rickschas in der Mehrzahl rollende Sänften, von den Kulis so geschickt in der Balance gehalten, dass den Insassen jede Erschütterung erspart bleibt. Menschliche Maschinen. Wurde auch über Ausdauer und Schnelligkeit eines Rickscha-Kulis vieles gefabelt, so verfügen doch manche — und gerade diese stellen sich dem Europäer gern zur Verfügung — über eine ungewöhnliche Beinkraft, die sie trotz ihrer primitiven Ernährungsweise zu dieser schweren Muskelarbeit befähigt. Allerdings ist das Gewicht der Rickscha verhältnismässig gering, ein Umstand, welcher die auf das Ziehen des belasteten Gefährtes entfallende Kraft der eigentlichen Fortbewegungsleistung gegenüber nicht allzusehr zur Geltung kommen lässt, besonders, da der Kuli Meister ist in der Fertigkeit, die Last seines Fahrgastes rationell mit seinem eigenen Körpergewicht auszubalancieren. Gemessen .an der Kraftleistung der Rickscha-Kulis mit ihrer ausgebildeten Beinmuskulatur, war jene der europäischen Sänftenträger — nach alten Bildern und Stichen zu schliessen, oft wahre Athleten ! — ausgesprochene Schwerarbeit, wie die chinesische Rickscha der euro- Aus meinem Fenster Heut liegt vor meinem Fenster Dichte Nebelflut. — Kaum dringt der Sonne erweckende,Glut Durch diese starre Mauer. Ein frischer Lufthauch, ein leiser Schauer... Ich habe wieder zugemacht. Nun schau ich, wie der Dunst sich teilt Und wie der junge Tag erwacht, Die Sonne hoch und strahlend weilt, Und meinem Fenster gegenüber Den roten Wald erleuchtet In herbstlicher Pracht, Vom Morgentau gefeuchtet. Ko. päischen Tragsänfte gegenüber zweifellos das vorteilhaftere Beförderungsmittel darstellt. «Manch einer von ihnen (den Rickschen-Kulisy würde vielleicht sogar einem Nurmi, dieser menschlichen Rennmaschine, gefährlich werden können, wenn sein Los ihn nicht von den sportlichen Attraktionen der zivilisierten Welt tern hielte ! » sagt ein Chinareisender. Das Los eines Rikschen-Kulis! Man hat berechnet, dass er für seinen und seiner Familie Lebensunterhalt genau dieselbe Nahrungsmenge benötigt wie etwa ein Pferd. Wenn auch bei uns die Arbeitskraft eines gesunden Menschen gleich einem Zehn-' tel der Arbeitskraft eines Pferdes gilt, so ist doch die Arbeitskraft eines Rickschenkulis, weil das Pferd in heissen Ländern weniger leistungsfähig ist, viel billiger als die eines Pferdes. Das Los des Rickschen-Kulis! «Der Mann dort, halb in Lumpen, mit der Tragstange auf der Schulter, kämpft verzweifelt um sein taglichs Brot! » Begreiflich, wenn er sich durch die fortschreitende Motorisierung des Ver-? kehrs trotz seiner erbärmlichen Lebensbedingungen in seiner Existenz bedroht fühlt !i «In diesem von Menschen überquellenden» Lande » — sagt ein. guter Kenner Chinas •;-* «hat man durch die Einrichtung d. e r kraftsparenden Mechanik, der Eisenbahn und des Dampfes vielen Tausenden, vielleicht Hunderttausenden, das Brot genommen, eben dem Trägern, Kulitreibern, Sänftenschleppern und Karrenführern. Die lokalen Gewerbe und Gilden des seit Jahrtausenden überkommenen Die Tarnmaschine Unveröffentlichter Roman von Paul Gerhard Lau. Fortsetzung aus dem Hauptblatt. 3. Kapitel : Der abgewiesene Freier. > Der grau und trüb anbrechende Morgen fand Dr. Börel schon in dem Laboratorium. Geschäftig hinkte er zwischen den Schränken und dem Experimentiertisch hin und her und holte grosse, sauber angefertigte Zeichnungen hervor. Prüfend flogen seine Augen über die Zahlen und Berechnungen und ein zufriedenes Lächeln ging über sein Gesicht. Dann wickelte er die Blätter zu einer Rolle zusammen, umband sie mit einem Seidenfaden und trug sie in sein Arbeitszimmer. Mit aller Ruhe ging er an die Untersuchung des Meerschweinchens, mit dem er gestern experimentiert hatte*. Er prüfte die Lungen, das Herz, die Augen und den Pulsschlag. Das Tier war völlig gesund und hatte nicht im geringsten Schaden gelitten. Schmunzelnd rieb sich der Chemiker die Hände und griff nach einer Zigarette. Den Rauch in blauen Wölkchen vor sich herstossend, trat er vor die Tierkäfige und betrachtete eine Kreatur nach der andern. Dann wählte er eine kleine Kreuzotter aus und trug sie nach dem Apparat. Mit geübten Fingern fesselte er das Tier, führte die sechs Kanülen ein und wiederholte das Experiment vom vergangenen Abend. Auch dieser Versuch gelang; die Schlange' war unsichtbar. Er probierte auch mit einem Kaninchen, das er vorher zur Hälfte rasierte, und mit einem Kanarienvogel die Wirkung seiner Erfindung. Zu seiner Zufriedenheit konnte er feststellen, dass die Kreaturen scheinbar verschwunden waren. Mit grosser Sorgfalt kleidete sich der Chemiker an. Ehe er die Macht, die er nun in Händen hielt, ausnutzte, wollte er noch einmal versuchen, das von ihm so heiss geliebte und begehrte Mädchen zu erringen. Als er endlich mit seiner Garderobe fertig war, trat er vor den Spiegel. Spöttisch lächelte er über sich selbst. Das Bild, das ihm die blanke Glasfläche zeigte, glich eher dem eines Affen als dem eines Menschen. Der schwarze Gehrock, den er angezogen hatte, Hess seine Gestalt nur noch kümmerlicher und lächerlicher erscheinen. Dr. Borel wandte sich ab. «Es muss aber sein», murmelte er vor sich hin. «Sagt sie wieder nein, dann werde ich den Weg gehen, den ich mär bereits geebnet habe.» Telephonisch rief er einen Kraftwagen nach seiner Villa und fuhr seinem Ziele zu. Unterwegs kaufte er noch einen Strauss kostbarer roter Rosen. In dem Hause des Fabrikbesitzers angekommen, liess er sich durch das Mädchen, das ihn freundlich begrüsste, anmelden. Dr. Borel trug noch einmal seinen Wunsch, die Hand von Fräulein Hildegard Kley zu besitzen, vor. «Sie kommen zu spät, Herr Doktor,» sagte der Fabrikbesitzer, «meine Tochter hat sich gestern mit dem Oberingenieur meiner Werke, Herrn Karl Weidlar, verlobt.» Dr. Borel sagte kein Wort, nur ein krampfhaftes Zucken ging über sein Gesicht. «Herr Kley,» sagte er nach einer Weile peinlichen Stillschweigens, «wenn Sie mir trotzdem -die Hand ihrer Tochter geben und die Verlobung rückgängig machen, dann werde ich Sie zum mächtigsten Manne der Welt machen.» Der Fabrikbesitzer erhob sich. Empört blickte er den Chemiker an. - «Das ist ein unerhörtes Ansinnen!» rier er. «Glauben Sie denn, dass ich meine Tochter verkuppeln werde?» «Nein!» sagte er, etwas ruhiger werdend. «Nein! Herr Doktor, ich besitze genug und habe gar nicht den Wunsch, Herr der Welt zu werden. Ich verzeihe Ihnen Ihr Ansinnen, da Sie meine Tochter sehr zu lieben scheinen.» Dr. Borel hatte sich nun ebenfalls erhoben« «Wie Sie wollen, Herr Kley,» sagte er mit zitternder Stimme. «Leben Sie wohl!» Müde warf er sich in den wartenden Kraft-* wagen. »«Junkerstrasse 17», rief er dem Chauffeur zu, und in schneller Fahrt strebte der Wagen nach dem Stadtinnern. Dr. Borel hatte den Rosenstrauss, der für Hilde Kley bestimmt war, wieder mitgenommen, und seine langen weissen Finger glitten jetzt spielend über die Blüten und Knospen. Langsam zerpflückte er eine nach der andern und warf sie auf den Boden. Dabei biss er sich auf die Lippen und suchte krampfhaft ein Schluchzen zu unterdrücken. Seine Mündwinkel waren nach unten gezerrt wie bei einem Kinde, das zu weinen beginnt. Endlich hatte er alle Blüten und Knospen entblättert und hielt nur noch einen elenden Büschel von Dornen und Zweigen in den Händen. Eine Weile blickte er auf die Ueberreste und seine Augen, die eben noch glanzlos und trübe ins Leere gestarrt hatten, nahmen plötzlich einen harten, mitleidslosen Ausdruck an. Ein teuflisches heiseres Krächzen löste sich aus seiner eingefallenen Brust; mit höhnischem Grinsen warf er den zerpflückten Strauss auf den Boden und trat mit den Füssen darauf. Ciga retten Vircjinier