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E_1929_Zeitung_Nr.100

E_1929_Zeitung_Nr.100

Versuche einwandfrei

Versuche einwandfrei bewiesen, dass Muskel- j arbeiten, die Genauigkeit und Geschicklichkeit erfordern, schon durch kleine Mengen Alkohol ungünstig beeinflusst werden, und dass das Arbeitsergebnis desto mehr und durch desto kleinere Mengen Alkohol schon verschlechtert wird, je mehr es bei einer Muskelarbeit auf Sicherheit und Geschwindigkeit ankommt. Das gleiche gilt für die Auffassungsfähigkeit, für die Merkfähigkeit, für die Ausführung von mehr oder weniger verwickelten Handlungen, die einen raschen Entschluss und sicheres Eingreifen erfordern. Die nachteilige Wirkung kann bei einem Fahrzeuglenker schon bestehen, ohne dass man es ihm ansieht und ohne dass er angetrunken oder auch nur angeheitert erscheint- Fahrgäste solcher Führer erklären oft, sie hätten keine Wahrnehmung gemacht, dass der Führer nicht mehr nüchtern genug gewesen sei, sonst wären sie nicht mehr mitgefahren. Es ist bald gesagt, man fahre nicht mehr mit, schüessüch müssen eben alle noch heim, und dann stehen eben die Fahrgäste in der Regel unter der gleichen Wirkung des Alkohols wie der Fahrer, oft noch in grösserem Masse, so dass auch sie keine Hemmungen mehr haben und ihr Vertrauen für sichere Fahrt auf der Heimfahrt grösser ist a's auf der Hinfahrt. Es darf aber auch nicht übersehen werden, dass nicht der letzte Tropfen Alkohol, den der Fahrzeuglenker unmittelbar vor seiner Abfahrt zu sich nimmt, das Stadium der Hemmungslosigkeit des Führers zu bestimmen braucht, die nachteilige Wirkung kann später auf der Fahrt beginnen und sich steigern. Es ist wichtig, dass jeder Fahrzeuglenker sich vor Augen hält, wie viel es ausmachen kann, ob er eine halbe oder sogar eine Sekunde seine Bremsen früher oder später anzieht oder auf eine momentan eingetretene Gefahr früher oder später reagiert. (30 Stunden-km = 8,33 Meter pro Sekunde, 40 km = 11,0 Meter, 50 km = 13,9 Meter, 60 km = 16,7 Meter, 70 km = 19,4 Meter, 80 km = 22,2 Meter usw.). Die Zahl der Verkehrsunfälle, die auf über' massigen Alkoholgenuss zurückzuführen ist, wobei auch kleine Mengen genügen, ist gross und tatsächlich muss ein hoher Prozentsatz der heutigen Verkehrsunfälle auf das Konto übermässigen Alkoholgenusses gebucht werden. Aus «!«©•• K«ain#«»nen Zur Walenseestrasse. Eine vom Vorstand der freisinnig-demokratischen Partei in Weesen einberufene gut besuchte Versammlung, hat sich einhellig für die Führung der geplanten Walenseestrasse auf dem rechten Ufer ausgesprochen. Man hofft, es werde sich auch für die Trasseführung durch die Ortschaft Weesen eine gute Lösung finden lassen. C. A. Aus dem bündnerischen Grossen Rat. An der Eröffnungssitzung vom 18. Nov. 1929 hielt Standespräsident Jakob Schmid eine Ansprache an die bündnerischen Volksvertreter. Er kam dabei auch auf den Strassenverkehr und Strassenbau zu sprechen und erwähnte dabei, dass im kommenden Jahre die Aufnahme einer Strassenbauanleihe nicht vermieden werden könne. Bei der Beratung des Budgets für 1930 referierte Schütter, Präsident der Geschäftsprüfungskommission. Der Benzinzollanteil könne in Anbetracht des wachsenden Zolles von 300,000 Franken auf 450,000 Franken angesetzt werden. Steuer und Taxen von Motorfahrzeugen ergaben im Berichtsjahre 300,000 Franken, das sind 50,000 Franken mehr als budgetiert war. mg. «Und was sagt er selbst zu alledem?» «Was soll er da viel sagen?» antwortete Weidlar. «Er hofft noch immer auf die Zur Frage der Niveauübergänge. Zwischen der Direktion des T. C. S. und dem schweizerischen Eisenbahndepartement hat sich anlässlich der Katastrophe von St. Leonhard ein interessanter Briefwechsel abgespielt, der verdient, in seinen wesentlichen Zügen auch an der Oeffentlichkeit festgehalten zu werden, bildet doch ganz besonders die Antwort des schweizerischen Eisenbahndepartements ein ausserordentlich wertvolles Belegstück über die Auffassung, welche an höchster Stelle über die Frage der Beseitigung der Niveauübergänge vorherrschend ist. Der Protest des T. C. S. Am 29. Oktober richtete die Direktion des schweizerischen Touring-Clubs an das eidgenössische Eisenbahndepartement ein Protestschreiben, in welchem es ,im Namen von 30 000 Mitgliedern des betreffenden Clubs gegen die zahlreichen Unfälle bei Niveauübergängen protestierte und dabei den Barrierendienst als schuldig erklärte. Bei all den vorgekommenen Fällen stünde die Frage der Signalisierung nicht im Vordergrunde, sondern der undiskutierbare Fehler liege in einem Organisationsfehler des Barrierendienstes. Deshalb stelle sich erneut die Dringlichkeit der Beseitigung dieser Niveauübergänge. Die Direktion des Schweizerischen Touring- Clubs bitte aus diesem Grunde das Eisenbahndepartement drängend, die ausserordentlich wichtige Frage gründlich zu studieren, wobei anzunehmen sei, dass es ebenfalls zum Schlüsse kommen werde, dass einzig die Beseitigung der Niveauübergänge weitere bedauerliche Unglücksfälle verhindern könne. Am 8. November lag bereits die Antwort des eidgenössischen Eisenbahndepartementes auf dem Sekretärentische des Schweizerischen Touring-Clubs in Genf. Was entWelt die Antwort? Wir beschränken uns dabei auf die wichtigsten Stellen des Briefes. Das eidgenössische Eisenbahndepartement weist darauf hin, dass die Zahl der Niveauübergänge auf dem Netze der Schweizerischen Bundesbahnen allein die runde Ziffer von 4600 betrage. Mit Einbezug derjenigen der Nebenbahnen zählen wir in der Schweiz ungefähr 9200 Niveauübergänge, wovon 60 Prozent, .d. h. 5500 Kreuzungen mit kantonalen Strassen oder Strassen minderer Bedeutung für den Aütomobilverkehr betreffen. Die Frage der,"Beseitigung von Niveauübergängen, wenigstens diejenige ihrer Verminderung, ist schon seit langer Zeit von den verantwortlichen Behörden der Eisenbahnen ins Auge gefasst worden. Trotz der kritischen Situation der Bundesbahnen haben diese in der Zeit von 1913 bis 1929 zur Beseitigung von Niveauübergängen und Herstellung von Unter-oder Ueberführungen allein die Summe von 80,378,000 Franken verausgabt. Eine einfache arithmetische Operation genügt, um ausrechnen zu können, welch' gewaltige Summe die Beseitigung der 5500 Niveauübergänge benötigte. Trotzdem werden die Schweizerischen Bundesbahnen dem ganzen Fragenkomplex alle Aufmerksamkeit schenken und in Verbindung mit den interessierten kantonalen und Gemeindebehörden Massnahmen ergreifen, um in Anbetracht des steigenden Strassenverkehrs die Beseitigung dieser Niveau- Übergänge zu beschleunigen. Immerhin ist darauf aufmerksam zu machen, dass der unerwartete Aufschwung des Automobilismus eine derartige Umwandlung im Strassenverkehr gebracht hat, dass die Vorsichtsmassnahmen, welche durch diesen neuen Verkehr bedingt werden, die Behörden aller Länder vor ausserordentlich schwere Dummheit, die der Dieb machen soll. Er bringt auch den grossen Raub bei der Stadtbank, wobei den Dieben eine ungeheure Summe in die Hände fiel, mit .unserem Dieb' in Verbindung. Auch bei diesem Raub, der vor zwei Wochen am hellichten Tage ausgeführt wurde, konnte man keine Spur finden. Ein heiseres Krächzen erscholl plötzlich durch eine Seitenwand der Rosenlaube. Hilde hielt vor Schreck den Atem an. «Hier scheint es zu spuken!» rief sie erregt. «Sei nicht so ängstlich!» beruhigte sie Weidlar. «Da fällt mir ein, wir wollten doch über die Festlegung unseres Hochzeitstages sprechen.» Hilde nickte eifrig. «Ja — wenn nicht dieser entsetzliche Diebstahl und Vaters Krankheit dazwischen gekommen wäre, so würden wir jetzt vielleicht schon verheiratet sein.» Sie begann leise zu weinen. Weidlar tröstete sie. «Ich denke, wir warten noch einige Wochen», meinte er dann. «Wenn der Vater gesund ist, dann können wir ruhig heiraten. Meine Zukunft ist ja gesichert» Hilde war damit einverstanden und Weidlar küsste sie. Endlich machte er sich frei. «Ich muss Jetzt gehen», sagte er und blickte auf die Uhr. «Schon elf! — Lebe wohl, Liebes. Morgen sehen wir uns wieder.» Mit schnellen Schritten, öfters zurückwinkend, verliess Weidlar den Garten. Auch Hilde hatte sich erhoben. Da die Villa auf der anderen Seite des Parkes lag und es schon recht spät war, begleitete sie ihren Verlobten nicht wie sonst bis zum Gartentor. Plötzlich fuhr sie zusammen. Der Sand neben ihr knirschte wie unter menschlichen Tritten. Doch ehe sie sich von ihrem Schreck erholt hatte, wurde sie an den Schultern gepackt und ein weicher Stoff legte sich vor ihr Gesicht. Ohne auch nur einen Schrei auszustossen, verlor sie das Bewusstsein. * * * Wie ein gereizter Stier lief der Detektiv Hans Müller in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Die Zornesader auf seiner Stirn war dick geschwollen, und die Fäuste hatte er geballt, als wollte er sich im nächsten Augenblick auf einen Feind stürzen. AUTOMOBIL-REVUE 1JJ29 - N" 100 Ein interessanter Briefwechsel Fragen und Aufgaben stellt. Ueberall herrscht die Ansicht vor, dass es nicht allein Aufgabe der Bahnen sein könne — die zu einer Zeit gebaut wurden, da ganz andere Verhältnisse masgebend waren — Probleme zu lösen, welche durch das neue Transportmittel geschaffen wurden und welches ohne seine Schuld eigentlich, das zukünftige Gedeihen der Bahnen stark in Frage stellt. Das gesamte schweizerische Bahnnetz umfasst gegenwärtig 3300 Unter- und Ueberführungen. Ihr Bau steht im Zusammenhange mit der Vergrösserung von Bahnhöfen oder mit der Schaffung von Doppelgeleisen. Diese Uebergänge verhindern jeden Zusammenstoss zwischen Eisenbahn und Strassenvehikel. Aber der Hinweis wird gestattet sein, dass die Zahl der Strassenverkehrsunfälle trotzdem eindrucksvoll bleibt. Sie müssen jedenfalls auf die Tatsache zurückgeführt werden, dass die Führer von Automobilen noch weit davon entfernt sind, alle Qualitäten der Disziplin zu besitzen, welche die Sicherheit des Strassenverkehrs erheischt. Die Beseitigung der Niveauübergänge kann nicht in genereller Weise verlangt werden. Wenn die Schweizerischen Bundesbahnen die allmähliche Verminderung der Niveauübergänge ins Auge fassen können, im Rhythmus der ihr zukommenden Mög'ichkeiten, so wird dies für die Privatbahnen, angesichts ihrer kritischen Finanzlage, leider nicht der Fall sein. Im übrigen steht dieses Verlangen, das einen Ausgabenposten von mehreren hundert Millionen Franken bedingt, im krassen Gegensatze zum beständigen Begehren nach Tarifermässigungen. Auf lange Zeit werde man sich deshalb mit den Niveauübergängen abfinden müssen, und gerade dieser Umstand habe den Bundesrat dazu veranlasst, Massnahmen zu deren Schütze zu treffen. Die Verordnung betreffend den Abschluss und die Signalisierung der Niveaukreuzungen der Eisenbahnen mit öffentlichen Strassen und Wegen, welche am 7 Mai 1929 vom Bundesrate die Genehmigung erhielt, wurde erst nach zahlreichen Studien, Konferenzen, Diskussionen und Versuchen genehmigt. Verschiedene Projekte wurden den kantonalen Behörden und den Verkehrsverbänden zur Beurteilung und Rückäusserung unterbreitet. In ihrem vollen Einverständnis ist dann der definitive Text ausgearbeitet worden. Selbstverständlich ist es, dass diese Verordnung nur dann sich wohltuend wird auswirken können, sofern ihre Vorschriften und Dispositionen zweckdienlich in Wirklichkeit umgesetzt werden und wenn solche alsdann auch von den Benutzern der Strasse die zweckentsprechende Beobachtung finden. Endlich blieb er am Fenster stehen und starrte auf den stark niedergehenden Regen. «Zu allem Unglück auch noch dies Unwetter.» murmelte er, «das alle Spuren im Kleyschen Park zerstört hat.» Erseufzte tief auf. «Fräulein Kley ist verschwunden, daran ist nichts zu ändern. Freiwillig hat sie sich sicher nicht entfernt. Seit drei Tagen haben wir nun die ganze Stadt und die ganze Um- Die Rückantwort des T.C. S. Die Direktion des Schweizerischen Touring-Clubs antwortete unterm 15. November dem eidgenössischen Eisenbahndepartement. Das Schreiben nimmt mit Genugtuung davon Kenntnis, dass die Schweizerischen Bundesbahnen ihre volle Aufmerksamkeit auch in Zukunft auf die Verminderung der Niveauübergänge richten werden. Es bittet das Departement, ganz besonders an die Beseitigung derjenigen Niveauübengänge heranzugehen, die durch ihre topographische Lage am meisten Gefahren in sich schüessen. Es handle sich weniger um Kreuzungen wichtiger Eisenbahn- und Automobiltrace"s, weil da gewöhnlich der Barrierendienst und der Bewachurgsdienst besser organisiert seien und nach den Statistiken hier auch weniger Unfälle zu verzeichnen wären, als um jene Niveauübergänge, welche in der Schleife und stark maskiert lägen. Was nun die Bemerkung betreffend der Fahrdisziplin anbelange, so stehe sie in keinem Zusammenhango mit der Frage der Niveauübergänge. Einmal die Barrieren offen und das Automobil auf dem Terrain des Niveauüberganiges selber, können die grösste Disziplin und die grössto Vorsicht nicht mehr helfen, im Augenblicke, da der Zug fällig ist. Die in letzter Zeit vorgekomenen furchtbaren Unfälle seien einzig und allein auf die Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit des Barrierendienstes zurückzuführen. Bis zu dem weit entfernten Tage, da alle Niveauübergänge verschwunden sein werden, hätten die Strassenbenützer bei deren Ueberschreiten immer mit tödlichen Gefahren zu rechnen. Es sei deshalb unumgänglich nötig, dass die Schweizerischen Bundesbahren zu radikalen Mitteln griffen, um diese gefährlichen Kreuzungen aus der Welt zu schaffen. Ohne auf die Frage der Signalisierung der Bahnübergänge näher einzutreten, sei es unbedingt nötig, dass die Schweizerischen Bundesbahnen die Frage genau und ohne Verzug prüften, auf welche Weise der Barrierendienst ratione'ler organisiert und die technische Seite der Barriereneinrichtungen verbessert werden könnten, um das Gefahrenmoment für die Strassenbenützer auf ein Minimum zu reduzieren, worauf sie ohne Zweifel Anrecht hätten, • • » Soweit der Briefwechsel, den wir hier des weitern nicht kritisieren, noch diskutieren wollen. Die Redaktion der «Automobil- Revue » ist mit aller Verve angesichts der bedeutenden und wichtigen Frage für die Beseitigung der Niveau-Uebergänge eingetreten. Es ist ihr dabei ganz klar, dass dies nur schrittweise geschehen kann. Ebenso klar aber ist es, dass sie geschehen muss. Koste es, was es wolle. Wir betonen nochmals, dass der Benzinzoll heute ein derart grosses Erträgnis einbringt, dass davon füglich jährlich einige Millionen zur Beseitigung dieser Todesfallen entnommen werden könnten. Mit besonderer Genugtuung nehmen wir davon Notiz, dass an der letzten Verwaltungsratssitzung der S.B.B, die Generaldirektion Auskunft über die von ihr in Aussicht genommenen besonderen Massnahmen zur Vermeidung von Unfällen bei Niveau-Uebergängen gegeben hat. Hoffen wir, dass etwas Erspriessliches daraus werden möge. Wenn das Schweizerische Eisenbahndepartement darauf hinweist, dass es gerade beim Studium der Signalisierung der Bahnübergänge mit den kantonalen Behörden und den Verkehrsverbänden in engstem Kontakte zusammengearbeitet habe, so dürfte wohl eine gemeinsame Aussprache aller interessierten Kreise über den bestmöglichsten Weg zur baldigen schrittweisen Beseitigung der Niveau-Uebergänge ebenfalls sehr zweckdienlich sein. In diesem Sinne haben wir bereits am 8. November votiert KL An der Barriere. Sie will nicht aufhören, die Geschichte mit den Niveauübergängen. Noch ist die Tinte über den Unglücksfall von St. Leonard nicht getrocknet, noch schreiben T. C S. und Eisenbahndepartement einander schöne Briefe und schon vernimmt man neuerdings von einem Verkehrsunfall, der sich bei einem Niveauübergang ereignet hat. Die S. B. B. hatten dabei wieder einmal Glück. Menschenopfer müssen keine beklagt werden, die Insassen des Autos sind mit dem Schrekken davongekommen. Der Materialschaden wird den S. B. B. keinen grossen Kummer bereiten. Was ist denn geschehen? Der Schweizerische Presstelegraph me'- det, dass letzten Dienstag abend an einem unübersichtlichen Bahnübergang zwischen den Stationen Frick und Eiken das Auto eines Herrn Stett'er aus Basel von einem Schnellzug erfasst worden sei. «Das Auto gebung durchsucht und durchforscht. Drei Nächte lang habe ich kein Auge zugemacht; aber alles vergeblich und erfolglos.» Wieder nahm er die Wanderung durch sein Arbeitszimmer auf. «Als Belohnung für all meine Bemühungen», dachte er ingrimmig, «erhalte ich heute morgen auch noch den schönen blauen Brief von Oberingenieur Weidlar, in dem er mir schonend mitteilt, dass er für meine weiteren Dienste dankt und mir das Honorar auf meine Bank anweist.» Er lachte spöttisch auf. «An dem Geld und an der Kündigung liegt mir nichts; denn ich besitze genug, um auf eigene Faust den Fall zu Ende zu führen. Aber mein Ruf als Detektiv steht auf dem Spiele. Weidlar ist es nicht zu verdenken, dass er mir gekündigt hat, denn seine Nerven müssen unsagbar leiden unter all den Ereignissen dieser letzten Zeit Trotz alledem werde ich die Verbrechen an dem Hause Kley aufklären und solite ich dabei zugrunde gehen ! Dieser Vorsatz beruhigte den Detektiv. Ef setzte sich in einen Sessel und zündete sich eine Zigarre an. «Es ist ein schwerer Schlag, der das Haus Kley betroffen hat,» sagte er vor sich hin und bückte den blauen Rauchwölkchen nach. «Dennoch hätte der die Untersuchung leitende Kommissar nicht zuviel Rücksicht auf den kranken Fabrikherrn nehmen müssen. Obwohl er das ganze Hauspersonal vernommen hat, schonte er Kiey auf den Wunsch Weidlars und hat ihn nicht verhört. Weil man glaubt, die Nachricht von dem Verschwinden seiner Tochter könnte seinen Gesundheitszustand stark verschlimmern, hat man dem Kranken nur gesagt, dass Fräulein Hilde an einer Influenza erkrankt sei und zu Bett liege. So weiss er noch nichts von dem Verschwinden seiner Tochter. Dennoch hätte der Kommissar auf irgend eine Weise vielleicht doch noch dieses oder jenes Wichtige von Herrn Kley erfahren können.» (Fortsetzung folgt.)

•war im Kies des Bahnkörpers stecken geblieben. Im letzten Moment ertönte das Zeichen, dass die Barriere geschlossen wer : den sollte. Stettier und seine Frau sprangen aus dem Auto, das vom Zuge erfasst und dessen hinterer Teil vollständig zertrümmert wurde.» Möge der Fall liegen, wie er will — genauere Details sind uns bis heute noch nicht zugekommen — so lässt er uns bedenken, dass guter Unterhalt der Niveauübergänge auch eine Vorbedingung zum Vermeiden von Unfällen bildet. Wir wollen nicht verallgemeinern, Tatsache aber ist, dass wir noch eine ganze Reihe Niveauübergänge besitzen, die für den Automobilisten infoige ihres mangelhaften Unterbaues in Form starker Unebenheiten, zu starkes Hervortreten der Schienen etc. nicht nur äusserst unangenehm, sondern direkt gefährlich sind. D SPORTLICHES Der Masaryk-Rfng. Der tschechoslowakische Automobilclub für Mähren und Schlesien bereitet für das Jahr 1930 an Stelle des traditionellen Rennens Brno-Sobesice, welches heuer wahrscheinlich zum letztenmal stattfand, etwas Neues vor, und zwar ein internationales Automobil - Rundrennen, dem die Bezeichnung Masaryk-Ring verliehen wird. Die Rennstrecke ist folgendermassen projektiert: Pisarky, Kohoutovice, Zebetin, Ostrovacice, Veselka, Bosonohy, Novy, Likovec, Pisarky u. wird ca. 16mal durchfahren, so dass der Ring ungefähr 500 km messen dürfte. Das Rennen wird sicher in der internationalen Welt auch dadurch sehr gewinnen, dass um den Ehrenwanderpreis des Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik gefahren wird. Brilli Peris Sieg. Wie der Alfa Romeo-Fahrer den Grand Prix von Tunis gewann. Der Grosse Preis von Tunis war ein würdiger Abschluss der internationalen Sportsaison 1930 — ein infernalisch hartes Rennen, das hohen Sport bot. Von den 25 unter Höllenlärm losspritzenden Konkurrenten erreichten nur 13 das Ziel, also weniger als die Hälfte. Von den vier roten italienischen Wagen, die gegen die Uebermacht der blauen Bugatti im Feuer lagen, machte einer nur das ganze Rennen: Brilli Peri auf Alfa Romeo. Ihm fiel, wie wir schon berichtet haben* der Sieg zu. Er war der einzige, der zu keinem Halt gezwungen war. Vom Start weg warf sich Borzacchini, der schnellste Mann von Cremona, an Varzi, dem Sieger von Monza, vorbei an die Spitze. In der ersten Runde lagen hinter den drei führenden Italienern (dicht neben Varzi fuhr Brilli Peri) die besten der Bugattileute, Dreyfuss, Lehoux, Etancelin und Lam. Am Ende der zweiten Runde hatte Varzi aufgeben müssen. Maserati duellierte sich mit DeBondelli um die Klassenherrschaft und Scaron auf Amilcar kommandierte, übrigens bis zum Schlüsse, die kleinste Klasse. Die ersten sieben Runden wurden in einem höllischen Tempo abgefahren. Die siebente war für Borzacchini die Schicksalsrunde. Ein Defekt warf ihn aus dem Kampfe, kurz nachdem er die schnellste Runde des Rennens erzielt hatte. Der Rest des Rennens ist ein prachtvoller Zweikampf zwischen Brilli Peri und dem tapferen Dreyfuss. Der Bugatti wird aber überdreht, Dreyfuss hält verschiedene Male an den Ständen und kommt so um den verdienten zweiten Platz, den Lehoux einnimmt. Brilli Peris Sieg findet grosses Echo, Er ist heute der Spitzenfahrer Italiens. V. Tagung der Sportkommission des A. C. S. In Bern. Internationales. Letzten Mittwoch trat unter Vorsitz von Herrn Decrauzat die SpoTtkommission des A .C. S. in Bern zu der üblichen Herbstsitzung zusammen. Ausser dem Präsidenten waren anwesend: die Herren Töndury, Vizepräsident, Chantre, Schmid, Thommen, Geishüsler, Pierrehumbert, Lumpert und Brieger, Sekretär. Die Verabreichung von Geldpreisen an die Experten in den internationalen Rennen, eine Frage, welche die Sportkommission bereits beschäftigt hatte, Vurde vom Zentralkomitee genehmigt. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Delegiertenversammlung, die auch über das neue Sportreglement abzustimmen haben wird. Gleichzeitig findet die Klassierung der Solofahrer eine Regelung. Der Delegierte an den Sitzungen der Internationalen Sportkommission in Paris erstattete eingehenden Rapport und wies besonders auf den Beschluss der internationalen Sportbehörde hin, wonach die Schweiz mit der Ausarbeitung eines Reglementes für die internationale Bergmeisterschaft beauftragt worden ist. Ein Entwurf ist durch das Bureau der Sportkommission bereits ausgearbeitet und den übrigen Mitgliedern der Kommission sowie den einzelnen Clubs zur Beurteilung und Ergänzung zugestellt worden. Das endgültige und revidierte Projekt wird dann der A. I. A. unterbreitet. Von den weiteren Beschlüssen der Pariser Tagung interessiert unser Land die Tatsache, dass die Einbeziehung der Tourenwagenkategorie in die internationalen Veranstaltungen auf bestem Wege ist. Eine Sonderkommission prüft den Entwurf des italienischen Automobilclubs. Die Bestimmungen für die Masse der Karosserie bezüglich der Vordersitze und die Motorhaube sind wieder einmal abgeändert worden, doch das alles findet in dem neuen Sportreglement Berücksichtigung. Schlussendlich wurde die Vertretung der Schweiz als stimmfähiges Mitglied der obersten internationalen Sportbehörde mit Genugtuung begrüsst. Nationales. Der von den Organisatoren des Klausenrennens erbetene Spezialfonds soll der Delegiertenversammlung im empfehlenden Sinne unterbreitet werden. Sämtliche Rennresultate der Saison 1929 wurden anstandslos bestätigt. Auf Grund einer ungenauen Uebersetzung kündete eine Schweizer Firma die Lei; stung eines Wagens französischer Konstruktion als Weltrekord an, was Reklamationen zur Folge hatte. Die A. I. A. ersuchte den A. C. S. um Regelung der Angelegenheit, worauf in 20 Zeitungen eine Richtigstellung erschien. Der Fall war damit erledigt. Das nationale Reglement soll den Aenderungen in der internationalen Ausschreibung angepasst werden, dabei wird die strittige Frage der Roadsters endgültig geregelt. Eine Rundfrage an verschiedene prominente Rennfahrer bezüglich der diesjährigen Organisation unserer Rennen brachte volle Anerkennung; es wurde lediglich der Wunsch geäussert, die Intervalle zwischen zwei Rennen auf mindestens 14 Tage anzusetzen, um eine sorgfältige Wiederinstandsetzung des Wagens zu ermöglichen. Zum nächstjährigen Schweizer Championnat wird noch nicht Stellung genommen. Für 1930 ist von einer neuen Automobilwoche die Rede. Man spricht' vom Berner Oberland. + Meldeschluss für den Genfer Salon 1930. Vergangenen Dienstag abend wurden die Anmeldungslisten für den nächstjährigen Genfer Salon endgültig geschlossen. Unter den 200 Anmeldungen befinden sich 40 Motorradmarken. Die Räume sind dadurch voll belegt. AUTOMOBIL-REVUE **«* Auf die seitlichen Anbauten wird Verzicht geleistet, hingegen erhält der frontale Anbau, in dem jeweilen die Karosserien zur Schau vorgeführt wurden, eine Erweiterung nach der Arve hin, lt. Ehrung einer Schweizer-Marke Im Auslande. Die Zentrale für Handelsförderung übermittelt uns die erfreuliche Mitteilung, dass die Lastwagenchassis der Motorwagen- Fabrik «Berna A.-G., Ölten» an der grossen internationalen Ausstellung von Barcelona ausgezeichnet worden sind. Unsere Schweizer Marke erhielt den «Grand-Prix und das Diplom für Mitarbeiter». Diese Auszeichnung an der grossen Welt-Ausstellung ist nicht nur eine Ehrung für die neuzeitliche Konstruktion der Bernachassis, sondern darüber hinaus eine Würdigung schweizerischer Arbeit im Auslande. Internationale Vereinigung der Lastwagen- und Gesellschaftswagen-Besitzer. Am 19. und 20. November tagten in Paris anlässlich des Salons für Schwergewichte zum erstenmal die Delegierten der nationalen Last- und Gesellschaftswagenbesitzer - Verbände. Die ASPA war durch die Herren Kündig und Hostettler vertreten. Elf Länder nahmen an den wichtigen Besprechungen teil, u. a. Frankreich, England, Italien, Deutschland, Spanien, die Niederlande, Oesterreich und die Schweiz usw. Die Delegierten dieser Länder fassten den einmütigen Beschluss, einen internationalen Verband der Last- und Gesellschaftswagenbesitzer zu gründen mit ständigem Bureau in Paris. Dabei wurde Herr Kündig, der Präsident der ASPA, zum Zentralpräsidenten ernannt. Wir beglückwünschen Herrn Kündig zu seinem neuen Amte, dessen Uebertragung an einen Schweizer zugleich für unser Land eine hohe Ehre bedeutet. Auf weitere Einzelheiten werden wir in der nächsten Nummer zurückkommen. -t. Verkehrszunahme bei den Bundesbahnen. Die im September festgestellte Mindereinnahme gegenüber dem Vorjahre hat im Oktober nicht angehalten. Personenverkehr und Güterverkehr haben gegenüber dem letzten Jahre erheblich zugenommen. Dabei ist interessant, festzustellen, dass die Transportmenge von 1,8 auf 1,94 Millionen Tonnen angestiegen ist. Es scheint nicht ausgeschlos- OOSeve MARMON • FABRIKAT > Wird der Wagen, den Sie heute \aufen, anno 1931 veraltet sein r In den höheren Preislagen haben die 8-Zylinder die 6-Zylinder heute fast vollständig verdrängt In der Mittellage gewinnen die 8-Zylinder täglich an Boden — auf total 35 Fabrikanten fabrizieren 22 Achtzylinderwagen. Zum Preise von Frs. 10.900.— existiert heute nur ein 8-Zylinder in Linie — Roosevelt Von Marmon, den grössten Welt-Produzenten von 8-Zylin« dern in Linie erbaut, wird diese Motortype auch in einigen Jahren noch so modern sein, wie sie heute ist Die Ueberlegenheit Roosevelts ist nicht eine blosse Redensart Roosevelt ist nicht nur ein sehr eleganter, sondern auch ein äusserst komfortabler Wagen modernster Konzeption. Er besitzt einen Motor von erstaunlicher Leistungsfähigkeit und von einer Geschmeidigkeit, welche das Schalten beinahe erübrigt Man muss Roosevelt selbst gefahren haben, um sich eine Idee von seiner weichen, angenehmen Steuerung machen zu können. Welches auch Ihre Ansprüche an ein Automobil seien, probieren Sie Roosevelt, setzen Sie sich selbst an's Steuer und urteilen Sie selbst I Exklasioer Import für die Schweiz : d'"Ärcis i& dir AGENtCE/VMERICAINEsx- Ädmintsiralion 17, Boulevard Helvfitique, Genf Administralion AAR AU BASEL BERN GENF LAUSANNE LUZERN MONTREUX ST-QALLEN VEVEY ZÜRICH sen, dass die billigeren Frachtsätze zu dieser Verkehrszunahme beigetragen haben. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr betragen 22 Millionen Franken und stehen damit nur wenig hinter denjenigen im November 192S (22,19 Millionen) zurück. Der Personenverkehr hat ebenfalls eine Zunahme um rund 300,000 Passagiere zu verzeichnen. Der Frequenzsteigerung entspricht eine bedeutende Einnahmenvermehrung. Das Erträgnis des Personenverkehrs ist von 11,99 Millionen Franken auf 12,33 Millionen gestiegen. Im ganzen haben die Einnahmen aus dem Betrieb von 36,7 auf 37,29 Millionen zugenommen. Gleichzeitig sind aber auch die Betriebsausgaben um nahezu eine Million Franken gestiegen. Der Ueberschuss der Betriebseinnahmen beträgt 15,373,000 Fr. gegenüber 15,788,974 Franken im September 1928. Wenn man das Gesamtresultat der ersten zehn Monate des Jahres betrachtet, ergibt sich immer noch eine Mehreinnahme gegenüber dem Vorjahre. Der Betriebsüberschuss für diesen Zeitraum ist um 2,5 Millionen Franken auf 142,736,145 Franken gestiegen. Die Nettobelastung für die Verzinsung und Amortisation, sowie für die Einlagen in die Spezialfonds beträgt 122,750,000 Franken. Wird der Betriebsüberschuss um diese Summe vermindert, so ergibt sich ein Reingewinn von 20 Millionen Franken. Diesen Reingewinn der ersten zehn Monate wird auch der Jahresreinertrag entsprechen, sofern die Monate November und Dezember keinen erheblichen Rückschlag bringen, gr. Desinfektionspflicht für Motorfahrzeuge. Das eidg. Volkswirtschaftsdepartement hat Vorschriften erlassen über die Reinigung und Desinfektion der zu Tiertransporten verwendeten Motorfahrzeuge. Die Reinigung und Desinfektion dieser Fahrzeuge hat sobald als möglich, spätestens 24 Stunden nach der Einladung zu erfolgen. Für die Vornahme der Desinfektion stehen die Desinfektionsanlagen in den Schlachthäusern und auf den Bahnstationen zur Verfügung. Für jedes zum gewerbsmässigen Tiertransport zur Verwendung gelangende Fahrzeug muss eine besondere Desinfektionskontrolle geführt werden. Die Kantone haben ihre bezüglichen Wahrnehmungen und Beobachtungen dem eidg. Veterinäramt gleichzeitig mit den jährlichen Berichten über die Aufsicht der Desinfektion der zum Tiertransport verwendeten Eisenbahnwagen bekannt zu geben. Die Vorschriften finden keine Anwendung auf private Fahrzeuge, welche von den Besitzern nur gelegentlich für den Transport von selbstgezogenen Tieren oder für die Zufuhr von Nutztieren in den eigenen Bestand zur Verwendung gelangen; dagegen können beim Auftreten von ansteckenden Tierkrankheiten die zuständigen kantonalen Behörden die Desinfektionspflicht für bestimmte Gegenden auf sämtliche für den Tiertransport zur Verwendung gelangenden Beförderungsmittel ausdehnen. Fords Programm für Europa, lieber die Penetration der Ford-Automobile in Europa hat die römische Agentur «Volta» vom italienischen Automobilclub (R. A. C. I.) folgend© Angaben erhalten: «Ford will auf dem Kontinent 17 oder 18 Fabriken errichten. Hauptziel bleibt aber die Zentralisation auf England, wo Ford seine ganze Kraft einsetzen will. Er besass schon ein riesiges Etablissement in Cork (Irland) für die Montierung. Jetzt hat er beschlossen, diese Anlagen zu vergrössern und auf die Erzeugung von Lastautos einzustellen. Ferner hat er die Erstellung eines riesigen Etab'issements in Dagenham bei London beschlossen und mit dem Bau, der 1931 beendigt sein soll, schon angefangen. Es sollen dort jährlich wenigstens 200 000 Wagen erzeugt werden. Alsdann wird das Etablissement in Manchester, das jetzt jährlich 40 000 Wagen auf den Markt werfen kann, auf die Fabrikation von Teilstücken beschränkt werden. Schon seit Jahren versendet Ford nicht mehr ganze Wagen, sondern nur Teilstücke, die in besondern Werkstätten montiert werden. Jetzt will Ford diese Stücke nicht mehr von Amerika aus liefern, sondern von England, so dass die beiden englischen Etablissemente künftig dem doppelten Zweck dienen würden: «Den englischen Markt mit kompletten Wagen zu versorgen und den auf dem Kontinent zerstreuten Montierungswerkstätten die Stücke zu liefern.» Die Werkstätte in Triest werde ausser Italien auch Albanien, Ungarn, Jugoslawien und Bulgaren versorgen, die von Kopenhagen die nordischen Länder. Autostrasse nach Bozen. Die italienische Regierung will die Strasse vom Brenner nach Bozen bis zum Oktober 1931 als erstklassige Autostrasse ausbauen. (Jedenfalls nicht aus lauter Sportfreundlichkeit!)