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E_1929_Zeitung_Nr.098

E_1929_Zeitung_Nr.098

Jahres 1930 nur neun

Jahres 1930 nur neun Zehntel der Einkommenssteuer eingezogen und, falls die Finanzlage es gestattet, dem Steuerpflichtigen auf Ende des Jahres erlassen werden. Das französische Volk soll arbeiten können. Es soll leben und prosperieren. So tienkt Tardieu und er denkt wohl richtig. «Ein grosses modernes Volk muss im wieder hergestellten Frieden und in der garantierten Sicherheit einen Ansporn zur Tätigkeit sehen. Es genügt ihm nicht, sich gegen die Gefahren eines Krieges zu schützen, es muss sich für die Kämpfe des Friedens rüsten.» So ist Tar- 'dieu. Wir haben den Eindruck, dass ein Grosser an die Spitze der französischen Republik und der französischen Politik gestellt wurde. Beinahe neidisch blicken wir nach Westen. Gelingt Tardieu, das zu realisieren, was er versprochen, hat er Kraft und Lebensdauer, um sein geplantes Werk durchzuführen, so dürfte in der Tat Frankreich einer neuen Regenerationsperiode entgegengehen. Wir Schweizer sind leider nicht in der glücklichen Lage, über gewaltige Landesmittel zu verfügen. Immerhin zeigen uns die ausgesetzten Summen für das Strassenverkehrswesen und die Beseitigung der Niveauübergänge, dass in dieser wichtigen Frage in Frankreich ein gewaltiger Schritt vorwärts getan werden soll. Grund genug für uns, in diesen Bestrebungen ebenfalls nicht zu erschlaffen. Kl. Aus dem Ländchen Uri. Das Licht bricht in die Täler! So möchte man ausrufen, wenn man von den behördlichen Debatten, Diskussionen und Resolutionen Kenntnis nimmt, welche sich in letzter Zeit in der Iriner-Schweiz mit dem Strassenwesen und der Benzinzollverteilung beschäftigt haben. Ende Oktober wurde auch im Landrat des Standes Uri über die Auswirkungen der heutigen Benzinzollverteilung Fraktur gesprochen. Man war bei der Behandlung der Staats rechnung. Es zeigte sich, dass diese gegenüber dem Voranschlag eine Besserstellung von rund 164 000 Fr. aufwies, was besonders von dem um 107 560 Fr. höheren Ertrag der Automobiltaxen herrührte. Diese unvorhergesehene Einnahme ermöglichte wohl in erster Linie den Abbau der Staatsschuld um weitere 160000 Fr., so dass diese nun auf 4,77 Millionen Franken zurückgegangen ist. Der Rechnungsabschluss des Jahres 1929 wird indessen wohl ein anderes Gesicht zeigen, fallen doch für dieses Jahr die bis dahin willkommenen Durchgangsgebühren für Automobile dahin und wird sich der Kanton mit dem ihm zugesprochenen Benzinzollanteil und dem Anteil aus dem Ausgleichsfonds begnügen müsse'hY Nun sind die Herren von Uri auch so weit, einzusehen, dass sie mit dem heutigen Modus der Benzinzollverteilung zu kurz kommen. Figurierte in der Rechnung 1928 der Einnahmeposten aus Autodurchgangsgebühren mit 329068,15 Franken, so fallen, wie gesagt, für das Jahr 1929 diese Einnahmequellen eben dahin. Ein gleichwertiger Ersatz ist nicht vorhanden. Den Ausgleichsfonds, an welchem nur Uri und die beiden Unterwaiden Anteil haben sollten, machen andere Kantone mit Gebirgscharakter streitig. Der Benzinzollanteil genügt nicht; Uri bekommt damit 180 000 Franken weniger als unter altem Regime. Deshalb ist es begreiflich, dass die Urner den neuen jetzigen Zustand als unhaltbar und unerträglich bezeichnen. Anlässlich der Abstimmung über die Strassenverkehrs- Initiative wurden allerdings die Argumente der «Automobil-Revue» in den Wind geschlagen. Heute greift man sie auf, heute ballt man stützt. Der einzige westliche Zugang zur Stadt führt bis jetzt hinunter zur alten Sitterbrücke und am Stockenhang wieder hinauf. Eine Hochbrücke über die Sitter mit der Möglichkeit der Tramführung bis Breitfeld, dem st. gallischen Exerzier-, Flug- und Sportplatz, dürfte nach der Meinung des Einsendie Tiere unsichtbar gemacht hatte. Anstatt der Anschnallbretter befand sich ein bequemer, ledergepolsterter Stuhl darin. Ausserdem war an der dem Sitz gegenüberliegenden Wandung ein kleines Schaltbrett mit Hebeln und Messinstrumenten angeordnet. Ebenso befand sich ein zweites Schaltbrett mit denselben Instrumenten an der Aussenwand, so dass man auch ausserhalb des Apparates ein darin befindliches Wesen mit dem geheimnisvollen Gemisch des Dr. Borel behandeln konnte. Der Chemiker goss den Rest seiner erfundenen Flüssigkeit in den Behälter und probierte die Funktion des Apparates aus. Befriedigend vor sich her nickend, hob er den Betrunkenen auf, entkleidete ihn und schnitt ihm den Bart und die Haare ab, dann rasierte er den Kopf und die stark geröteten Wangen seiner Versuchsperson. Er musste seine ganze Kraft aufbieten, um den starken Körper des Mannes in den Apparat zu heben. Schweisstriefend hatte er es nun endlich vollbracht und führte die kleinen Spritzen ein, wovon der Betrunkene nichts fühlte, und schloss den Kasten. Zwei Sekunden schaltete er den elektrischen Strom ein. Die Injektion war geschehen. Abwartend setzte sich Dr. Borel auf seinen Stuhl zurück. Mit der Uhr in der Hand wartete er zwei Stunden. Dann öffnete er den Kasten. Sein Experiment hatte den gewünschten Erfolg. Der Körper des Mannes war scheinbar verschwunden. die Faust und wettert gegen einen Zustand, den man sich selber aufgehalst hat. Heute erklärt man von höchster Stelle aus, dass von der Frage des' Benzinzollanteiles das ganze urnerische Strassenwesen abhänge. Vor depi 12. Mai 1929 schwieg man darüber. Heute aber protestiert man gegen das «Linsenmus» und verlangt eine höhere Entschädigung, «nachdem wir die Strassen unterhalten müssen, über die der Bund befehlen will». Im Verein mit den beiden Unterwaiden hat Uri deshalb eine Eingabe an den Bundesrat gerichtet, um bei der Verteilung des Benzinzolles und in der Beanspruchung des Ausgleichfonds besser berücksichtigt zu werden. Auf diese Eingabe ist allerdings bis heute noch keine Antwort erfolgt. Darüber aber ist man sich im Lande Uri klar, dass mit dem heutigen Verteilungsmodus der Kanton viel zu kurz gekommen ist. Ständerat Walker stellte deshalb um Landrat den Antrag, dass der Regierungsrat mit allem Nachdruck auf eine gerechte Verteilung des Ausgleichfonds unter Berücksichtigung der geschädigten Kantone Uri und Unterwaiden hinzuwirken habe. Dieser Antrag wurde vom LandTat gutgeheissen. Man wird mit dem Landrat von Ob- und Nidwaiden neuerdings in Verbindung treten, um entweder getrennt oder gemeinsam in einer neuen zweiten Eingabe, da man auf die erste ohne Antwort geblieben ist, recht kräftig auf den Bundesratstisch zu klopfen. Fürwahr, es taget in den Tälern! Freuen wir uns dessen! -t. Zum Kapitel « Niveauübergänge ». Eine eigenartige Stellung unter den schweizerischen Niveauübergängen nimmt derjenige der Sihl talbahn bei der Station Sihlwald ein. Dieser Uebergang ist zwar bewacht, d. h. mit Barrieren versehen, nur ist die Bedienung keine kontinuierliche, d. h. sie fällt weg, wenn die Station Sihlwald, der die Bedienung der Barriere obliegt, nicht besetzt ist. So gibt es denn Tageszeiten, wo Züge diesen Niveauübergang befahren, ohne dass die .Barrieren geschlossen sind. Diese Massnahme hielt die Sihltalbahn aus finanziellen Gründen für angezeigt, wobei sie den Forderungen Ser Verkehrssicherheit in der Weise Rechnung zu tragen glaubte, dass der Lokomotivführer den Zug jeweils vor dem Uebergang anhalten muss und erst dann die Weiterfahrt antreten darf, wenn er sich davon überzeugt hat, dass kein Strassenfahrzeug die Bahnlinie passiert. Wenn man die bezügliche Anordnung li«,st, glaubt man kaum, dass man sich in einer Zeitperiode starken Motorfahrzeugverkehrs befindet, wo speziell die diesen Uebergang berührende grosse Durchgangsstrasse Zürich-Sihltal-Zug einen äusserst regen Automobilverkehr aufzuweisen hat. Man wird zwar von Seiten der Eisenbahn einwenden, wenn der Zug vorher halte, könne kaum ein Unfall passieren und sei dahef bestens vorgesorgt. Nun zeigen aber all die bedauerlichen Kollisionen bei Niveauübergängen, dass mit der menschlichen Unfehlbarkeit nicht gerechnet werden darf, dass trotz genauester Vorschrift eben doch Unachtsamkeit und Ablenkung zu schweren Unfällen führen können. Auch der Lokomotivführer der Sihltalbahn kann einmal aus Unachtsamkeit .oder andern Gründen (sch'echte Sicht bei Nebel etc.) übersehen, den Zu 2 vor dem Uebergang zum Stehen zu bringen und sich so vom Freisein des Ueberganges zu vergewissern, und schon ist ein schweres Unglück da, wo der Kaltblütig, ohne ein Zeichen der Erregung, griff er in den Kasten und tastete den unsichtbaren Körper ab. Er fühlte die Schultern und zerrte den Mann von dem Sitz. Ein polterndes Geräusch und ein kräftiger Stoss gegen sein steifes Bein verrieten ihm, dass sein Versuchsobjekt zu Boden gefallen war. Plötzlich klang ein lautes, wimmerndes Grunzen an sein Ohr. Dr. Bore! musste lachen: er war auf die Hand des Unsichtbaren getreten. Unheimlich klang das meckernde Krächzen des Chemikers und das Klagegeheul, das aus einer anderen Welt zu kommen schien, zusammen. Doch auf den Erfinder machte das keinen Eindruck. Noch einmal suchte er die Schultern und schlciite dann den Körper zu einem grossen Käfig, in dem früher ein Bernhardinerhund gehaust hatte, und sperrte den Unsichtbaren hinter die starken Eisengitter. Jetzt erst packte den - Chemiker die grosse Freude über, den Erfolg seiner genialen Erfindung. Er holte zwei Flaschen Sekt und eine Karaffe feinsten Likör in das Laboratorium und setzte sich d-em Käfig gegenüber. Und während er sich abwechselnd Sekt und Likör in den hohen Kelch schenkte, führte er eine laute Unterhaltung mit seinem Apparat und den Menschen, die er fortan beherrschen wollte. Endlich hatte er die Flaschen geleert und humpelte torkelnd in die Küche, um gleich darauf mit einer neuen Flasche Sekt zu erscheinen. AUTOMOBIL-REVUE JS29 — N° 88 Leidtragende ja nicht immer ein Motorfahrzeugbesitzer zu sein braucht. Solche, mit Barrieren versehene, aber nur zeitweise bediente Niveauübergänge sind eigentlich viel gefährlicher als Uebergänge ohne Schranken. Bei letzteren weiss der Strassenbenützer stets, dass er bei deren Passieren besondere Sorgfalt walten lassen muss, da jede Bewachung fehlt. Anders bei den mit Barrieren versehenen Uebergängen, wo er sich, wie die zahlreichen Unfälle zeigen, auf deren verordnungsgemässe Bewachung verlässt. Ist nun diese Bedienung, wie bei Sihlwald, nur eine partielle, so ist die Oefahr schon da und früher "oder später werden sich auch da schwere Unfälle mit Bestimmtheit einstellen. Lieber weg mtt den Barrieren und Ersetzung derselben durch automatische, akustische und optische Sinale, dann weiss der Fahrer, dass er sich genau davon zu überzeugen hat, dass die Ueberfahrt frei ist. Es dürfte aber doch zu erwarten sein, dass die Sihltalbahn, die nach Einführung der elektrischen Traktion wiederum etwas besseren Zeiten entgegensehen kann, soviel finanzielle Mittel aufbringt, dass der Niveauübergang kontinuierlich bedient werden kann. Und nun noch eine prinzipielle Fraget Es ist dem Schreiber dies anlässlich eines Besuches in England im Jahre 1925 aufgefallen, dass dortselbst bei Niveauübergängen die Barrieren nicht hochgezogen, sondern abgedreht werden, so dass entweder die Strasse oder dann das Geleise abgesperrt ist. Eine der beiden Fahrbahnen ist daher stets abgesperrt, d. h. entweder kann die Eisenbahn passieren oder dann der Strassenverkehr. Es scheint, dass die Engländer mit diesem sehr einleuchtenden System nur gute Erfahrungen gemacht haben, denn es ist ihnen bis anhin nicht eingefallen, davon abaugehen. Warum greifen bei uns die Bahnen nicht zu diesem System, das wohl ohne grosse Kosten bei den meisten Uebergängen anwendbar ist und nur dort nicht in Betracht kommen kann, wo die Strasse mehrere Geleise (anschliessend an Bahnhöfe) überquert? Man mache daher wenigstens einen Versuch, ob dieses englische System nicht auch bei uns anwendbar ist, denn bis nur die wichtigsten der Hunderten von Njveauübergängen beseitigt sein dürften, wird noch viel Wasser den Rhein hinabfiiessen. Und noch eines! Die Bezeichnung der Niveauübergänge ist noch heute für die Strassenbenützer vielfach eine ungenügende. Man mache nun einmal Ernst mit der Ausführung des bezüglichen Erlasses des eidg. Post- und Eisenbahndepärtementes, denn noch viele Strassen II. Klasse überqueren Eisenbahnlinien, ohne dass nur die elementarste Warnung, die internationale Warnungstafel, dafür vorhanden ist. Es kann daher den kantonalen Organen nur anempfohlen werden, an Hand von Rekognoszierungen hier für prompte Abhilfe zu sorgen. s. Erlebnisse an der Barriere. Laut und heiser krächzend schwang er den Champagner triumphierend über seinen Kopf. «Und nun sollst du auch einen Namen erhalten!» rief er mit schriller und trunkener Stimme. «Im Andenken an mein Vorbild, die sagenhafte Tarnkappe, taufe ich dich hiermit ,Die Tarnmaschine'. Mögest du mir die Macht geben, die ich von dir erhoffe!» Klirrend zersprang die Flasche an dem Apparat. Hoch spritzte der schäumende Sekt auf — und Dr. Borel fiel, durch den Schwunn des Wurfes aus dem Gleichgewicht gebracht, lang zu Boden. Noch einmal versuchte er sich aufzurichten, doch der Alkohol benebelte seine Sinne. Ein letztes triumphierendes Lächeln glitt über seine Züge, dann schlief er fest und traumlos ein. Man meldet uns folgenden Vorfall: Gestern abend (11. IX. 29), kurz vor 10 Uhr, fuhr ich in einem geschlossenen Wagen Richtung Langenthal-Bern. Bei einem Uebergang, nicht weit von Herzogenbuchsee (S. B. B.) waren die Barrieren bei unserer Ankunft wohl geschlossen, wurden aber gerade wieder geöffnet. Eben wollte ich den Uebergang durchfahren, als mir meine Frau zurief: «Der Zug kommt!» Und richtig: in ganz kurzer Distanz erschienen die drei Lichter der schweren elektrischen Lokomotive und sozusagen im gleichen Augenblick war der Zug auch zur Stelle. Der Bahnwärter sah jedenfalls gleichzeitig mit uns das Herannahen des Zuges und Hess die Barriere, kaum dass er sie geöffnet hatte, wieder herunter. Hätte ich den Uebergang trotzdem noch befahren, so hätten wir in eine sehr schlimme Lage kommen können. Es ist ja sehr liebenswürdig, wenn der Bahnwärter ein Auto bei weiter Entfernung des Zuges noch durchlassen will: aber in eine Mausefalle darf er einem nicht locken 1 St. Leonard. Im Walliser Grossen Rate reichte am 11. November Grossrat A. Mengis (Visp) sofort nach Eröffnung der Session eine Interpellation ein betr. der Bahnübergänge und betr. des furchtbaren Eisenbahnunglücks St. Leonard. Der Staatsrat wird die Interpellation in wenigen Tagen beantworten. Ca. 30 Stationsbeamte des Wallis versammelten sich am 10. November in Sitten zur Besprechung der Frage der Bahnübergänge, die durch den Sationsvorstand resp. Vertreter bedient werden. Sie wiesen darauf hin, dass sie die höheren Instanzen in ihren ßerichten schon öfters darauf aufmerksam gemacht haben, dass diese Ueberwachung der Uebergänge eine gefahrvolle Belastung sei. Eine eigentliche Resolution wurde aber nicht gefasst. Aus d«5« Kantfon«» Aus St. Gallen. Das Projekt der Autostrasse Gossau-Wil findet nicht überall Anklang. Das Strassenprojekt, das eine neue Brücke über die Thur vorsieht und für das Trasse allein einen Budgetposten von über zwei Millionen Franken veranschlagt, ist einem Korr. des « St. Galler Tagblatt > nicht sympathisch. Er formuliert die allgemeinen Begehren der st. gallischen Landbevölkerung dahin: 1. Die alten bestehenden Strassen bestmöglich zu korrigieren, Kurven zu strecken, die Uebersichtlichkeit zu verbessern, da und dort eine Strassenwell© abzutragen, vor allem aber die Staubplage durch Anbringung von Dauerbelägen auf ein Minimum zu reduzieren. 2. Auch für die Fussgänger besorgt zu sein durch Erstellung von durchgehenden Trottoirs in den Ortschaften. Das ist wohl bei der starken Zunahme des Autoverkehrs, der zusehends steigenden Fahrgeschwindigkeit und der damit zunehmenden Unfalls- und Lebensgefahr ein ebenso bescheidenes als selbstverständliches Begehren. • 3. Beseitigung der Niveauübergänge der S. B. B. Der Hinweis auf das schwere Eisenbahnunglück im Wallis, das fünf Personen den Tod, einen sonst dienstbeflissenen Angestellten der S. B. B. mit seiner Familie ins Unglück gebracht hat, dürfte als Beweis für diese Notwendigkeit zeugen. Der Kanton St Gallen besitzt noch eine Reihe sehr gefährlicher und stark benutzter Niveauübergänge. Der Wunsch der Stadt St. Gallen nach einer Hochbrücke über die Sitter zur Verbesserung der Zufahrt von Westen wird unter- 4. Kapitel. Die verschwundenen Millionen. Der Fabrikbesitzer Kley sass noch zu später Abendstunde — es war bereits 10 Uhr — in seinem Fabrikbüro. Unschlüssig blickte er von einem Haufen gebündelter Banknoten und dem grossen Geldschrank hin und her. «Zwei Millionen Mark,» murmelte er unruhig vor sich hin, «zwei Millionen Mark sind dieser kleine Berg Banknoten. Soll ich nun das Geld hier im Schrank aufbewahren oder mit nach Hause nehmen?» Soeben war ein Kurier aus Süddeutschland von seinem Freunde, einem Grossindustriellen, eingetroffen und hatte das Wertpaket mit dem Schatz dem Fabrikbesitzer überbracht Eigentlich hätte das Geld schon heute vormittag eintreffen müssen, aber der Zug hatte Verspätung gehabt und der Kurier musste des Anschlusses wegen einen späteren Zug benutzen. Der Fabrikbesitzer ärgerte sich darüber, dass er nicht die zwei Millionen direkt an seine Bank hatte überweisen lassen, aber da er das Geld notwendig brauchte, wollte er es gleich flüssig haben. Er beabsichtigte seine Fabrikanlagen zu vergrössern und musste morgen gleich fünfhunderttausend Mark an eine Baufirma zahlen. «Dennoch,» rief er ärgerlich, «hätte ich das Geld gleich an die Bank überweisen lassen können. Jetzt ist es zu spät, die Bankhäuser haben seit Stunden schon geschlossen.» Unruhig lief er auf dem kostbaren Smyrna- Teppich seines Büros auf und ab. «Ich Unseliger», führte er sein Selbstgespräch fort, «habe noch in den letzten Tagen zu meinen Ingenieuren und Bekannten von dem Eintreffen des Geldes gesprochen. Zwar sind es alle zuverlässige Leute, aber wer weiss, vielleicht hat doch jemand darüber geplaudert und irgend ein Verbrecher macht sich das zunutze und bricht heute nacht hier ein.» Er blickte zu dem Geldschrank, der nicht gerade neuester Konstruktion war. Auch die Alarmanlagen waren nicht sehr zuverlässig. (Fortsetzung lolsU

- 1fl?9 REVUE AUTOMOBILE des Wagens auch beim Mitführen von Geders viel wichtiger sein als eine dritte Strasse zwischen Gossau und Wil. gr. Anmerkung der Red.: Die Vorschläge des betr. Korr. können nicht ohne weiteres unter de-n Tisch gewischt werden. Sie verdienen Beachtung. Allein sie können event. auch gemeinsam mit dem Bau der Autostrasse verwirklicht werden.) Aus dem Ländchen Glarus. In den letzten Tagen hat der Regierungsrat den Voranschlag der Landesrechnung für 1930 veröffentlicht; leider schliesst er mit einem mutmasslichen Rückschlag von 338,000 Franken ab. Die Taxen aus dem Automobil- und Fahrradverkehr werden mit 126,000 Franken angegeben. Dazu kommt noch der Betrag des Benzinzolles. Für Strassenneubauten ist die Summe von 210,000 Franken eingesetzt, ein Beweis, dass man auch im Kanton Glarus die Verbesserung der Strassen ernsthaft im Auge behält D Das Automobil in Graubünden. Es ist noch nicht lange her, dass Graubünden für Automobile verschlossen war und besonders in den Gemeinden Ems und Zizers ergaben sich immerc wuchtige Mehrheiten bei Abstimmungen gegen das Automobil. Das hat sich geändert Am letzten Sonntag wurde in der Gemeinde Ems ein Beschluss gefasst, das gesamte Strassennetz in der Gemeinde dem Auto- und Motorradverkehr freizugeben, mg. Aus dem Berner Grossrat. Im Berner Grossrat begründete Herr Grossrat Meister folgende Motion: «Angesichts der in erschreckendem Masse vorkommenden Verkehrsunfälle, wobei vielfach Schulkinder tödlich verletzt werden, oder sonst schweren Schaden nehmen, wird der Regierungsrat eingeladen, die Frage zu prüfen und Bericht zu erstatten, ob nicht der Unterricht über den Strassenverkehr in allen Primarschulen, Sekundärschulen und Progymnasien des Kantons obligatorisch zu erklären ist» Der Motionär anerkannte in seiner Begründung gerne, däss in dieser Hinsicht bereits etwas geschehe- In der Stadt Bern werde in vorzüglicher Weise die Schuljugend auf die Gefahren der Strasse und auf das zweckmässige Verhalten der Fussgänger aufmerksam gemacht. Auch auf dem Lande habe man sich bereits da und dort mit der Frage des Verkehrsunterrichtes befasst. AHein um an ein erspriessliches Ziel gelangen zu können, müsse dieser Unterricht in allen Schulen obligatorisch erklärt werden. Der bernische Erziehungsdirektor Rudolf gab des weitem Auskunft, was in den verschiedenen Gemeinden des Kantons in dieser Sache bereits getan werde und bemerkte, dass die kantonale Unterrichtsdirektion ihrerseits sich mit der Polizeidirektion und dem Automobilamt zwecks Herausgabe eines Verkehrsbüchleins in Verbindung gesetzt habe. Er betrachtet es vor allem notwendig, dass den Lehrern ein Lehrmittel in die Hand gegeben werde, an Hand dessen sie den Unterricht in zweckdienlicher Weise erteilen können. Ob die Einführung des Obligatoriums möglich sei, könne erst nach genauer Prüfung beantwortet % werden. Dass die Motion im Grossen Rate unbestritten war, zeigt, dass auch die Herren Grossräte die Wichtigkeit des Verkehrsunterrichtes eingesehen und sich auf das neue Verkehrsmittel umgestellt haben. -t. Vevkeh •* Autobasbetrieb in Schaffhausen. Im Oktober beförderte der Autobus nach der Breite 35,539 (Oktober 1928: 33,400) Personen und vereinnahmte Fr. 8522 (8059). Di© durchschnittlichen Tageseinnahmen sind von Franken 260 im Oktober 1928 auf Fr. 275 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine beträchtliche Verbesserung festzustellen. Eine neue Autofähre? Einen Vorschlag zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse am Wallensee macht uns ein Leser in Zürich. Er glaubt, dass eine Fähre von Weesen nach Wallenstadt den Verkehr erleichtern würde. Wir bezweifeln allerdings, ob eine solche Fähre sich rentierte. Da sie über die ganze Länge des Wallensees,. führen würde, wäre der Zeitverlust gross und zudem die Betriebssicherheit bei der Gefährlichkeit des Wellenschlages sehr gefährdet. gr. Die französischen Verkehrstaxen. Die Schweiz begnügt sich mit einem taxfreien Aufenthalt von einem Monat. Nach Presseinformationen hat sich der Bundesrat, im Gegensatz zu der Verkehrskommission des Völkerbundes, welche eine Befreiung von den Taxen für drei Monate beantragte, befriedigt erklärt, wenn Frankteich den Schweizer Automobilisten einen steuerfreien Aufenthalt von einem Monat zubillige, mg. AutofihrebetrJeb Romansborn-Friedrlchshafen unterbrochen! Durch Bruch der schweren Tragkette an der Trajektbrücke im Bahnhof Romanshorn muss der gesamte Trajektbetrieb Romanshorn-Lindau und Romanshorn-Friedrichshafen, sowie der Autotransport mit den Motorfähren für die ungefähre Dauer von acht Tagen eingestellt werden. Der Transport der Güter und Automobile erfolgt nun mit den täglich zweimal verkehrenden zollplombierten Extrazügen auf der Gürtelbahn RomanshornTRorschach-St. Margrethen-Bregenz-Lindau-Reutin. Schon vor drei Wochen waren an der Trajektbrücke Romanshorn Beschädigungen eingetreten. Es soll nun im Interesse der Verkehrssicherheit und des Personals eine gründliche Verstärkung der Brücke vorgenommen werden. Eine neue Autobuslinie in Luzern. In Nummer 94 der «Automobil-Revue» haben wir über das Projekt einer neuen Autobuslinie Lido-Bahnhof-Steghof berichtet. Der Grosse Stadtrat von Luzern behandelte die Vorlage und bewilligte hierfür einen Kredit von 448,000 Franken zur Anschaffung von sieben Autobussen. Vorläufig wird nun also das Haldentram durch den Autobus ersetzt werden. Damit wird gegen die Neustadt hin eine neue Fahrbequemlichkeit geschaffen und dicht bevölkerte Stadtteile an das Verkehrszentrum angeschlossen. Als weitere Verkehrsverbesserungen beschloss der Stadtrat den Umbau der Haldenstrasse und Seeburgstrasse. Ebenso wurde die Korrektion der berüchtigten «scharfen Ecke» bei der Brügigiigasse gegen den Löwengraben, die Korrektion des bekannten Langensand-Engpasses und die Einführung der Landschaustrasse in die Dreilindenstrasse beschlossen. Alle diese Werke bedeuten grosse Verkehrserleichterungen, gr. Sternfahrt nach San Remo. . Die letzten Samstag und Sonntag stattgefundene grösste Sternfahrt des italienischen Sportkalenders buchte einen vollen technischen und touristischen Erfolg. Bis am Samstagabend erreichten 195 Wagen die Zielkontrolle. Als Erster traf Samstagmorgen um 10 Uhr Ernesto Urdereanu, ein Neffe des ehemaligen rumänischen Aussenministers Titulescu, ein. Er war in Bukarest gestartet und hatte die 3057 km in 40 Stunden bewältigt. Die über 100 Fiatwagen der Dopolavoro- Organisation der Turinerwerke wurden frenetisch gefeiert. Unter den Fiatisten bemerkte man die grossen Kanonen Nazzaro, Salamano, Pastore und Strazza. Am Sonntag war der Brescianer Guiseppe der erste an der Kontrolle. Die Sternfahrer wurden von den Organisatoren und Behörden feierlich empfangen, wobei die Ausländer Gegenstand besonderer Ehrungen waren. Die Sieger der fünf Zonen sind: 1. Zone: 1. Urdereanu auf Fiat, Start in Bukarest; 2. Zone: Sämtliche Konkurrenten erklärten Forfait; 3. Zone: 1. Di Girolamo auf Fiat, Start in Ascoli Piceno; 4. Zone: 1. Mme. Corazza auf Fiat, Start in Triest; 5. Zone: Nazzaro auf Fiat, Start in Turin. Einen Clubpreis erhielt der A. C. Turin, der mit 135 Nennungen an der Spitze der beteiligten Clubs marschierte. Die Organisation Dopolavoro Fiat beteiligte sich mit 111 Wagen, der A. C. Mailand mit 64 und der A. C. Genua mit 29. • ... + ^uHtellun^en Der Einschreibetermin für den Genfer Salon 1930 (21.—30 März) läuft nächsten Freitag ab. Wie wir bereits früher meldeten, ist auf eine sehr grosse Beteiligung für den Salon 1930 zu rechnen, da ausser der Automobilindustrie noch die Motorrad- und die Fahrradindustrie vertreten, sein werden. Im weiteren gesellen sich noch die zahlreichen Zubehörindustrien unter die Aussteller. Ausser dem Palais des Expositions und dem Palais Electoral stehen noch verschiedene Hallen zur Verfügung der Aussteller, so dass sich diesmal die Ausstellung wiederum grosszügiig abwickeln wird. Der Genfer Salon, dessen Anmeldefrist mit dem 30. November abläuft, hat für unser Land die entsprechende Bedeutung wie ein Pariser oder ein Prager Salon. • lt. LJJ Pariser Salon für Schwergewichte. Das Grand Palais in Paris wird nächsten Donnerstag zum dritten Male seine Pforten öffnen. Ausser den Schwergewichten, worunter man in erster Linie Lastwagen und Omnibusse versteht, gelangen alle Arten von Nutzfahrzeugen zur Schau: Industriefahrzeuge, Elektrofahrzeuge, Traktoren, Raupenschlepper, landwirtschaftliche Motorfahrzeuge, Kolonialfahrzeuge, Feuerwehrautomobile, Strassehreinigungsfahrzeuge usW. Dazu wird man im Salon noch Maschinen, Motoren, Werkzeuge usw. zu sehen bekomtrauen zur Verringerung des Heilen Budgets bei Firestone-Schläuche sind die stärksten, die je hergestellt wurden. Ihre sorgfältige Zusammensetzung aus edelsten Gummisorten bürgt für lange Lebensdauer. Denken Sie daran, dass die im Schlauch enthaltene Luft die Last Ihres Wagens trägt und Ihre Reifen schützt. Fordern Sie deshalb künftig den sichern Firestone-Schlauch! men. Die Art der Ausstellung hat jedes Jahr eine grosse Interessenahme sichergestellt Der Schwergewicht-Salon wird diesmal rund 200 Stände umfassen. lt. Bundesrat Karl Scheurer f Als sich gestern Mittag die Bureaux una Arbeitsstätten in Bern leerten, staute sich das Volk vor angeschlagenen Pressebulletins. In grossen schwarzen Lettern verkündeten sie den Hinschied von Bundesrat Karl Scheurer, Vorsteher des eidgenössischen Militärdepartements. Ganz unerwartet trifft wohl diese Schmerzenskunde das gesamte Schweizervolk, das heute trauernd an der Bahre eines grossen Schweizers und prächtigen Menschen steht. 1872 in Sumiswald geboren, als Sohn des nachmaligen bekannten bernischen Regierungsrates Scheurer, studierte der echte Seeländer Jurisprudenz an den Hochschulen von Neuenburg, Bern und Berlin, 1 um nachher, von 1897 bis 1910, als Anwalt in Bern zu praktizieren. Neun Jahre lang gehörte Karl Scheurer dem bernischen Grossen Rate an, bis er im Jahre 1910 in den Regierungsrat gewählt wurde, in dem er zuletzt das Direktorium der Finanzen innehatte. Seit dem Jahre 1914 war er Mitglied des Nationalrates, um im folgenreichen, Dezember 1919 von der Bundesver- Sammlung als Nachfolger des verstorbenen Bundesrates Eduard Müller in unsere oberste Landesbehörde gewählt zu werden. In schwerer Zeit, da innere Unruhen im Lande zur Auslösung gekommen waren, übernahm er das Militärdepartement. Mit grossem Geschick, mit, klarer Zielsicherheit und festem' Willen leitete er nun während zehn Jahren die Geschicke unserer Armee und verfocht er die Interessen unserer Landesverteidigung. Lebendiger Seeländergeist mit echt bernischer Zähigkeit und Standfestigkeit verbindend, nie das grosse Ziel aus dem Auge lassend, hat Bundesrat Scheurer nicht nur die zahlreichen Angriffe auf unsere Armee abgeschlagen, sondern in unermüdlicher Arbeit für deren Ausbau und deren Popularisierung gewirkt. Unter seiner Leitung wurde die neue Truppenordnung durchgeführt, unter seinem Einfluss manch Schwankender wieder auf den realen Boden vaterländischen Denkens zurückgeführt. Es sei an dieser Stelle ganz besonders hervorgehoben, dass unter der Leitung des Verstorbenen der Motorwagendienst der Armee gründlich ausgebaut und diese Truppe zu einer erstklassigen herangebildet wurde. So ist denn mit Bundesrat Scheurer dem Lande einer seiner besten Söhne und Magistraten entrissen worden, der sich durch seine hohen Fähigkeiten, durch sein klares Denken und folgerichtiges Handeln und durch ein ganz ausgeprägtes Schweizertum besonders auszeichnete. An den Posten, wo das Vertrauen des Volkes ihn hingestellt hatte, brauchte es die starke Hand. Karl Scheurer hat nie davor zurückgeschreckt, diese starke Hand, wenn es im Interesse des Landes stund — und dies allein war für sein Handeln massgebend — zu gebrauchen. Es ist deshalb nicht zu verwundern, dass die grosse Mehrheit des Schweizervolkes die Kunde seines Todes mit tiefer Erschütterung aufgenommen hat KL V«e*»I««&I» ••*•»«» J fr Vom Personal der Nebenbahnen. Das Personal der Nebenbahnen ist nicht zufrieden. Es wird in letzter Zeit sehr stark in Missstimmung gemacht. Man bekommt je länger Je mehr den Eindruck, als arbeiteten gewisse Sekretäre bewusst darauf hin, „zwischen den Verwaltungen und dem Personal Spannungen zu schaffen und da, wo solche* bereits vorhanden slnd, ; sie hoch zu vergrössern. Wir haben nicht die Absicht, uns in die Streitfragen einzulassen. Interessant erscheint uns nur die an der Generalversammlung vom 10. November in