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E_1929_Zeitung_Nr.102

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9. AUTOMOBIL-REVUE

9. AUTOMOBIL-REVUE 1929 - 102 Präzisieren wir! (Fortsetzung-) grossen automobilistischen Verbände, wie alle anständigen Automobilisten überhaupt das Gebaren dieses Autolenkers, das der guten Sache des Automobilismus schweren Schaden zufügt und dazu angetan ist, unermüdliche Aufbauarbeit zu untergraben. Dies festgestellt, möchten wir aber auch ebenso hestimmt vor Verallgemeinerung warnen und alle eventuellen Vorwürfe gegenüber den Automobil-Organisationen zum vorneherein abweisen. Die Organisationen können nicht für jeden Autolenker, sei er Verbandsoder Nichtverbandsmitglied, verantwortlich gemacht werden. Zudem ist gerade anlässlich dieses bedauernswerten Autounglücks festzustellen, dass die Fälle äusserst selten geworden, da Verkehrsunfälle durch betrunkene Fahrer ihre Ursache finden. Dem aufmerksamen Beobachter ist es nicht entgangen, dass gerade die Abstinenz und die Befürworter der Massigkeit in den Kreisen der Automobilisten eine treue Anhängerschaft gefunden haben. Derjenige Teil der Automobilisten, welcher nicht weiss, welch ungeheure Verantwortung er auf sich lädt, wenn er sich ans Volant setzt, ist verschwindend klein. Der stetig wachsende Verkehr, die Unübersichtlichkeit mancher gefährlicher Verkehrszentren und Strassenkreuzungen, die dauernde Gefahr an den Bahnübergängen, die immer noch ungenügende Strassendisziplin der Fussgänger, die nur zu oft ebenfalls auf den Alkoholgenuss zurückzuführen ist, haben das Verantwortlichkeitsgefühl des Automobilisten wesentlich gestärkt und geschärft. Die immer schärfer sich auswirkende Haftpflicht belehrt ihn, dass er mit einem Fuss stets im Gefängnis steckt und dass er also im eigenen Interesse alle Ursache hat, durch seine moralischen Qualitäten die Sicherheit der Strasse nicht in unnützer, ja sogar in verbrecherischer Weise zu gefährden. Ein Vorschlag aber, wie er in der «Neuen Zürcher-Zeitung», Nr. 2303, unter dem Titel «Alkohol und Automobil» in längern Ausführungen begründet wurde, es seien die Fahrbewilligungen nur noch solchen Personen auszuteilen, die sich verpflichten, vor dem Fahren keinen Alkohol zu geniessen, geht entschieden zu weit. Einen solchen Satz aufzustellen, fällt nicht schwer, aber ihn zu verwirklichen, um so schwerer. Ein Alkoholverbot für Automobilisten bedingte ebenfalls ein solches für Fahrzeuglenker, Motorradfahrer, Velofährer und Fassgänger ganz allgemein. Die Undurchführbarkeit dieser Forderung ist ohne weiteres einzusehen. Darüber näher zu diskutieren halten wir für wertlos. Das Verlangen nach einem generellen Alkoholverbot für den Automobilisten halten wir als undurchführbar. Es wäre auch nicht der Weg, der zum Ziele führen würde. 99% der Automobilfahrer brauchen dieses Verbot überhaupt nicht. Die räudigen Schafe jedoch, welche leider überall in allen Organisationen und in allen Volksschichten zu finden sind, sollen unnachsichtig bestraft werden, dafür sind auch wir zu haben. Mittel dazu stehen den Behörden ja gerade für die Automobilisten genügend zur Verfügung! K. Strassenf ragen hier nichts mehr zu verbessern gäbe. Zu wünschen wäre vielfach noch ein rascheres, elastischeres Sichanpdssen der Behörden an die wechselnden Witterungszustände. Bei Schneefall sollte die Säuberung der Strassen unmittelbar aufgenommen werden und nicht erst, nachdem der bekannte Matsch entstanden ist, der den Automobilisten nicht weniger ärgert als den Fussgänger. Ein blosses Wegwischen der Kot- und Schneemassen genügt aber nicht. Im Interesse der Verkehrssicherheit ist es dringend notwendig, dass speziell Asphaltstrassen nach dieser ersten Säuberung noch gründlich abgespült werden. Es düTfte ja nachgerade auch den Behörden bekannt sein, dass sonst der berüchtigte glitschige Schmutzfilm zurückbleibt, der die Bremswege um ein Vielfaches verlängert und deshalb an einer grossen Zahl von Unfällen die Schuld trägt. Winterverkehr und Sport. Als ein Land, das mehr als ein anderes der Welt Fremdenindustrie betreibt, hat die Schweiz allen Anlass, den Automobiltourismus zu fördern. Die Schönheiten unseres Landes stellen gewissermassen das Kapital dar, das andere Länder in Bodenschätzen besitzen. Sie auszunützen ist ebenso selbstverständlich, wie man Kohle und Eisen auszunützen trachtet. In dem Masse, wie in den letzten Jahren der Wintersport zugenommen hat, verdient auch der winterliche Automobiltourismus immer grössere Beachtung Heute stehen wir hier erst am Anfang einer grandiosen Entwicklung. Die Erfahrung beweist, dass der Ausländer im Sommer zum Erholungsaufenthalt die Orte bevorzugt, die er mit seinem Wagen am leichtesten erreichen kann. Machen wir ihm auch die Wintersportplätze auf der Strasse zugänglich, so werden ausser ihm selbst sehr stark diese Sportplätze davon profitieren; das Hotelgewerbe wird einen neuen gewaltigen Aufschwung zu verzeichnen haben. Daneben bedeutet aber der grössere Verkehr auch für die übrigen Landesteile «inen nicht zu unterschätzenden Gewinn. Dutzende neuer Möglichkeiten schafft das Automobil als Ergänzung und Hilfsmittel der eigentlichen Wintersportarten. In kürzester Zeit trägt es heute den Sportler aus dem dumpfen Nebelpfuhl der Grossstadt in sonnenvergoldete, glasklare Höhen hinauf, mitten ins Herz seiner Lieblingsgefilde hinein. Erst durch das Automobil ist es vielen Stadtkommen in vermehrtem Masse auch im Berner Grossen Rat zur Sprache. In der Sitzung vom 25. November hat Grossrat Schlappbach eine Motion begründet, in welcher er den Regierungsrat einlädt, in Anbetracht des fortwährend grössern Ertrages der Automobilsteuer und des noch namhafteren Anteils des Kantons aus dem Benzinzoll, die Frage zu prüfen, ob es nicht billig wäre, den Gemeinden für die Kosten der Offenhaltung der Strassen im Winter jährliche Beiträge zu gewähren, wenigstens für diejenigen Gemeinden, die durch ihre Höhenlage der Strenge des Winters besonders ausgesetzt sind. Der Mo- Chemie, dem er auch Folge leisten wird. Heute abend findet sein Abschieds- und Ehrenfest statt.» Der Kommissar machte eine Pause, um laut aufzulachen: «Und diesen genialen Mann wollen Sie als Verbrecher hinstellen? Nein, mein Lieber, auf solche Experimente lasse ich mich nicht ein.» Der Detektiv überlegte eine Weile. «Heute abend findet das Fest statt?» fragte er. «Ja, in seiner eigenen Villa,» bekräftigte der Kommissar. «Könnte ich nicht auch eine Einladung erhalten?» fragte Müller. «Ausgeschlossen!» war die Antwort. «Vollständig ausgeschlossen! Nur Gelehrte und einige Fabrikbesitzer sind eingeladen.» Aergerlich und missgestimmt schlenderter der Detektiv durch die Strassen. Unbedingt musste er die Villa des Dr. Borel durchsuchen. Waren die Verdachtsmomente, die er gegen den Chemiker anführte, auch nur ganz gering, so war es doch wenigstens etwas, eine Spur, die er verfolgen konnte. War es tionär bezweckt somit, kürz ausgedrückt, die staatliche Unterstützung der Gemeinden in ihrer Pflicht, die Strassen auch im Winter offenzuhalten, ein Begehren, das aus verkehrspolitischen Erwägungen nur begrüsst werden kann. Immerhin stehen dem bernischen Baudirektor nicht ungemessene Mittel zur Verfügung. Er hat gemäss diesen Mitteln sich ein Strassenbauprogramm zurecht gelegt, das er mit Zähigkeit zu verwirklichen trachtet. In der Verfolgung dieses Zieles, die nicht nur den Automobilisten, sondern allen Bevölkerungsschichten unseres Kantons zu gute kommen wird, sollte er nicht gestört werden. Jedenfalls dürfen die Eingänge aus Automobilsteuern und Benzinzoll nicht zersplittert werden, denn nur eine planmässige Verwendung wird einen nachhaltigen Erfolg mit sich bringen. Dabei ist zu betonen, dass die Offenhaltung der Strassen eine Pflicht und eine prinzipielle Sache der Gemeinden ist. Andernteils liegt es ja ebenfalls im Interesse der Automobilisten, dass auch im Winter Strassen, die in Höhenregionen Hegen, offen gehalten werden. Finanzschwachen Gemeinden in dieser Hinsicht zu helfen, ist zudem ein Akt der Loyalität und der Solidarität. Wir begrüssen es deshalb, dass der Rat die Motion erheblich erklärt hat und Herr Baudirektor Bösiger bereit ist, die ganze Frage zu prüfen. Das Unglück an der Laubeck hat bereits im Grossen Rate zu einer Interpellation geführt, die den Regierungsrat anfragt, welche Massnahmen er zu ergreifen gedenke, um die zur Wiederholung von Verkehrsunfällen Anlass gebenden Staatsstrassenverhältnisse an der Kreuzung Laubeckstrasse - Bollisfenstrasse- Ostermundigenstrasse zu verbessern. —t. Aus dem Schwyzer Kantonsrat. Die Strassenfrage im Kanton Schwyz wird reif. Wir haben in der «Automobil-Revue» schon verschiedentlich Gelegenheit gehabt, auf den ganzen Fragenkomplex hinzuweisen. Nun liegt ein durch die kantonale Strassenkommission verfasstes Gesetz über den Strassenbau vor. Nach diesem Gesetzesentwurf wird der Regierungsrat ermächtigt, die Käntonsstrassen den Verkehrsbedürfhissen entsprechend auszubauen. Die Kosten sollen den Automobilsteuern und dem Benzinzoll-Anteil sowie den Bagger-Bewilligungsgebühren entnommen werden. Des weitern wird def Regierüngsrat ermächtigt, ein Anleihen Von. 3 Millionen Franken aufzunehmen, das aus den genannten Einnahmen verzinst und zurückbezahlt werden soll. Das erste Anleihen, ge/ deckt, soll der Kantonsrat die weitere Ermächtigung besitzen, zur Fortsetzung und Vollendung des Strassenbaus ein zweites Anleihen aufzunehmen. Im ferneren wird der Kantonsrat durch das neue Gesetz ermächtigt, ein dem heutigen Automobilverkehr ent; sprechendes Strassengesetz aufzustellen;' *" Da leider auch im Strassenbau die Politik eine Rolle spielt, ist über dieses Gesetz das letzte Wort noch nicht gesprochen worden. Das Gesetz hat schon in der Kommission heftigen Widerstand gefunden. Eine Minderheit will den Strassenabbau vom Zustandekommen eines neuen Einkommensteuergesetzes abhängig machen» Wir huldigen der Auffassung, dass im Kanton Schwyz der Ausbau und die Modernisierung der wichtigsten Durchgangsstrassen unverzüglich an die Hand genommen werden sollte. In der alten kantonalen Strassenverordnung heisst es nicht vergebens, dass gute Strassen die Grundlage der öffentlichen Wohlfahrt sind. Der schwyzerische Staatshaushalt verfügt über die notwendigen Mittel, um ein Anleihen von 3 Millionen Franken verzinsen und amortisieren zu können. Die sich ständig vermehrenden Einnahmen aus den Automobilsteuern, dem Benzinzoll-Anteil usw. ermöglichen ohne weiteres und ohne neues Einkommensteuergesetz die Verwirklichung eines verkehrspolitischen Minimalprogramms, das dem Kanton Schwyz in anderer Form wieder reichlich zu gute kommen wird. O Remedur schaffen. Der moderne Strassenverkehr macht einen vielfach verstärkten, verantwortlichen Streckendienst zum unbedingten Erfordernis. Das sollte um-so leichter sein, als gerade in dieser Jahreszeit gewöhnlich ein grosses Kontingent von Arbeitslosen zur Verfügung steht, denen so eine nutzbringende Beschäftigung geboten werden könnte. Durch moderne technische Hilfsmittel ist es ausserdem möglich, alle grösseren, mit neuzeitlichen Belägen versehenen Strassen fast durchgehend schneefrei zu halten. Glattem Misserfolg — nun gut, aber er hatte doch wenigstens nicht still zu sitzen brauchen. Plötzlich blieb Müller mitten auf der Strasse stehen und sagte laut, so dass die Passanten sich verwundert nach ihm umschauten: «Heute abend werde ich -das Haus mit List, und wenn es sein muss auch mit Gewalt durchsuchen.» 8. Kapitel. Professor Dr. h. c. Borel. Die kleine Villa des Dr. Borel war hell erleuchtet. Feierte doch heute der berühmte Chemiker seinen Abschied von den Hochschullehrern und Grossindustriellen der Stadt, in der er seinen Ruhm und seinen Reichtum begründet hatte. Nachdem er vor kurzer Zeit die «Norddeutschen Farbwerke» gekauft hatte, galt er nicht nur in der Wissenschaft als bedeutende Grosse, sondern er wurde auch von den Führern des Grosskapitals als einflussreicher Mann anerkannt. Mit einem verbindlichen Lächeln auf dem Das Auto im Winter. (Fortsetzung.) der Automobiltechnik bewundernd gegenüber, freut sich an ihren Erfolgen und macht sich ihre wirtschaftlichen Auswirkungen zunutze. Aber teils gar nicht, teils von den sich konkurrenziert fühlenden Bahnen absichtlich falsch orientiert, denkt sie vorläufig sehr wenig daran, auch das ihre zur Verkehrserleichterung beizutragen. Die Pflege der Strassen im Winter lässt noch in einer Weise zu wünschen übrig, die mit den auf dem Spiel stehenden Wirtschaftswerten in keinem Verhältnis steht. Zahlreiche grosse Durchgangsstrassen werden im Winter noch sozusagen sich selbst überlassen, abgesehen vielleicht von einigen oberflächlichen Schneeräumungsarbeiten, wie sie schon vor hundert Jahren Sitte waren. Die Folge davon ist, dass der Verkehr mindestens stark verzögert wird und so seiner wertvollsten Eigenschaft verlustig geht. Zudem nimmt aber das Gefahrmoment ausserordentlich zu. So kann es dann vorkommen, dass bei eintretendem Glatteis auf einer grossen Durchgangsstrasse innert wenigen Stunden nacheinander mehrere Wagen zertrümmert und zahlreiche Menschenleben gefährdet werden, weil der einzige zuständige Strassenwärter natürlich nicht gleichzeitig überall sein kann, um Sand zu streuen. Oder es tritt der Fall ein, dass Durchgangsstrassen überhaupt unpassierbar werden, weil trotz Gleitschutzketten die Räder auf der ungesundsten, vereisten Strassenoberfläche keinen Halt mehr finden. Zahlreiche weitere Beispiele Hessen sich da aufführen, wovon aber nur noch eines der bekanntesten herausgegriffen sei: die verwehte, in ihrem Verlauf unkenntlich gemachte Strasse, auf der man viel leichter in einem Graben als am Ziel landet. Jeden Winter bieten nur dem Strassenzustand zuzuschreibende Unfälle neue Lehren. Aber wenn auch Konsequenzen daraus gezogen werden, so scheinen sie sich mit dem ersten Lenzeslüftlein immer wieder zu verflüchtigen. Nur unermüdliche dringende Appellation an die Einsicht und das Verantwortungsgefühl der zuständigen Behörden können da hässlichen Gesicht begrüsste er seine Gäste. Der elegante Frack, der seinen hageren, verkrüppelten Körper umschloss, wirkte eher lächerlich als feierlich. Dennoch wurde er von jedem seiner Gäste herzlich und respektvoll begrüsst. Endlich hatten sich die Geladenen vollzählich versammelt und nahmen an der langen Festtafel Platz. In einer kurzen, geistreichen Ansprache begrüsste Borel die Erschienenen, um dann auf das Wohl der Stadt, ihrer Industrie und Hochschule sein Glas zu leeren. Hierauf ergriff der Rektor der Hochschule das Wort und feierte in einer langen Rede die Verdienste und das gewaltige Wissen und Können ihres neuen Ehrendoktors und Fabrikbesitzers Dr. Borel. (Fortsetzung folgt) Beilage: „Gelbe Liste". eisbildung, die grösste der Gefahren für den Automobilverkehr, kann bei entsprechender Vorsorge ebenfalls behoben oder doch frühzeitig genug unschädlich gemacht werden, ohne dass Kosten entstehen, die sich im Interesse der erzielten Verkehrssicherheit nicht rechtfertigen lassen. Einige Juragemeinden haben sich in den letzten Jahren Automobilschneepflüge angeschafft und damit die besten Erfahrungen gemacht. Was hier die Notwendigkeit in Anbetracht der zu bewältigenden Schneemassen verlangte, kann andernorts im Interesse der Wirtschaftlichkeit liegen. Im übrigen wäre während der Wintermonate in sehr vielen Fällen eine bessere Kenntlichmachung der Verkehrssignale angezeigt. Gerade auf der verschneiten Strasse, wo ihnen als Warnungszeichen vor Gefahren besonders hohe Bedeutung zukommt, sind die Signale mit ihren grossen weissen Flächen oft nur schwer sichtbar. In gewissen Fällen müssten bestehende Signale auch weiter von der Gefahrstelle weg versetzt werden, damit sie bei dem durch die Glätte der Strasse bedeutend grösseren Bremsweg der Fahrzeuge überhaupt Wert haben. Diese und die Bemerkung betreffend der besseren Sichtbarmachung der Signale gilt vor allem für die Warnungszeichen vor Bahnübergängen. In den Städten wird der Strassenpflege unter dem Druck der öffentlichen Meinung meist bedeutend mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Das will aber nicht heissen, dass es

»' 102 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE Winterbetrieb und Winterunterhalt Der intensive Autoverkehr im vergangenen strengen Winter hat in jeder Beziehung bewiesen, dass beim heutigen Stande der Automobiltechnik und der Ausrüstungsindustrie das Fahren keine grossen Schwierigkeiten mehr bietet. Eine winterliche Fahrt kann zu einem nachhaltigen Vergnügen werden, wenn es der Automobilfahrer versteht, seinen Wagen und sich selbst und die Insassen vor den Einflüssen der Kälte, Nässe, des Schnees und des Nebels zu schützen. vom Guten das Beste. Es sind erst wenige Jahre verflossen, seitdem während der Winterszeit nur die Tapfersten und Widerstandsfähigsten unter den Autofahrern bei grosser Kälte am Lenkrad sassen. Das Bild eines jämmerlich frierenden Lenkers, der starr und unbeweglich im Führersitz sass, ist uns noch allen vor Augen. Aber auch heute sieht man verfrorene Gestalten hinter der Windschutzscheibe, die uns stets Bedauern auslösen. Man bewundert die Tapferkeit dieser Leute, aber denkt bei sich nur Unvorteilhaftes über deren Kenntnisse im Autobetrieb und Autounterhalt. Jeder Automobilist darf heute mit voller Zuversicht seinen Wagen in winterlichen Betrieb übernehmen. Die Hiilfsmittel im Kampfe gegen Kälte, Nässe, Dunkelheit und andere Gefahren der winterlichen Jahreszeit sind Legion geworden. Es handelt sich nur darum, vom Guten das Zweckmässigste herauszufinden und einmal bescheidene Kosten zu wagen. Wenn wir in den nachstehenden Zeilen versuchen, dem Autofahrer in gedrängter Uebersicht Erfahrungen aus dem Winterbetrieb und wertvolle Wintermassnahmen und Schutzvorrichtungen zu schildern, so geschieht das mit der Absicht, ihm überhaupt zu sagen, wie die Schwierigkeiten auf verschiedene Arten behoben werden können und welche Mittel ihm in erster Linie zur Verfügung stehen. Es ist Sache jedes einzelnen Autofahrers, sich aus diesen zahlreichen Möglichkeiten das herauszuziehen, was für seinen eigenen Wagen, bzw. für die Anforderungen der Insassen, passt. Ueber Details geben die Zubehör-Händler* und die Fachleute gerne Auskunft. Auch unser technischer Sprechsaal kann mit solchen Ratschlägen dienen. Wie eine Garage heizen? Für den zweckmässigen unterhalt eines Wagens ist eine heizbare Garage unumgänglich. Die Temperatur für die kalten Wintertage muss zirka 10—15 Grad Celsius betragen, also weniger, als die Zimmertemperatur in einem Hause. Diese Temperatur genügt durchaus, um die Wasserleitung in der Garage und das Kühlwasser im Wagen vor dem Einfrieren zu schützen. Hält man sich die physikalische Tatsache vor Augen, dass zehn Teile Wasser elf Teile Eis ergeben, so braucht man über die Wichtigkeit einer geheizten Garage keine weitem Worte zu verlieren. Ein Naseweiser, der sich über diese Wintermassnahmen hinwegsetzen will, wird gewöhnlich mit einem Frostriss im Zylinderkopf bestraft, der ihm über kurz oder lang das Fahren mit seinem Wagen vergällen wird. Wird der Wagen von verschiedenen Personen benützt oder ist ein Fahrer vergesslich, so kann nur ein Frostschutzmittel* Gewähr gegen Frost bieten. Fahrer zu empfehlen. Sie sind jedem Eine kleine Garageheizung* verursacht nur geringe Auslagen. Es werden dazu feste oder tragbare Oefen verwendet, die man innerhalb oder ausserhalb derselben aus Feuersicherheitsgründen in einem Eisenblechgehäuse einbaut. Der kleine Anbau muss aus einem soliden Baustoff bestehen. Lässt sich natürlich in der Garage ein Zentralhefzungskörper anbringen, so darf diese Lösung als eine deT allerbesten angesehen werden, obschon auch die verschiedenen Systeme von transportablen Oefen recht gute Dienste leisten. Apparate ohne Wartung. Einige dieser Heizsysteme erfordern einen Unterhalt, den sich ein Teil der Autofahrer, die wenig Zeit und wenig Lust zu Heizarbeiten haben, gerne ersparen möchte. In diesem Falle kennt der versierte Autofahrer eine grosse Zahl einfacher Heizvorrichtungen*, die durch wenige Handgriffe in Betrieb zu setzen sind und nachher keinerlei Wartung erfordern. Wir denken hier an die, elektrischen Wärmevorrichtungeii, an die elektrischen Heizapparate *, wie diese Apparate alle heissen, die wir in einem nachstehenden Kapitel aufzählen werden. Zum Schlüsse erwähnen wir noch einen besondern Garage-Heizofen, den Kühlwasserwärmer*, der mit dem Kühlsystem des Motors in Verbindung gebracht wird, damit das Wasser des Kühlers ständig durch den Ofen erwärmt wird und zirkuliert Schwierigkeiten beim Starten. Ein Wagen, der lange im Freien an "der Kälte oder am Luftzug gestanden ist oder des Morgens aus einer ungeheizten Garage geholt wird, ist bis ins Motorinnere durchkältet. Der Motor leistet beim Anlassen oder Ankurbeln so grossen Widerstand, dass man ihn ohne Hilfsmittel oder Tricks manchmal mehr als eine Viertelstunde nicht in Gang setzen kann. Welches sind die Ursachen der schwierigen Ingangsetzung ? Zuerst stellen wir fest, dass, sofern nicht Winteröl in den Motor eingegossen wurde, das Oel im Innern des Motors sich verharzt hat und jeder Bewegung der Kolben, der Pleuelstangen, der Kurbelwellen, wie auch der Ventile und der Nockenwelle enormen Widerstand leistet. Anderseits erkennt man nach einigem Nachdenken die Schwierigkeiten der Vernebelung des Benzins in der kalten Ansaugleitung. Das Gasgemisch ist bei Reduzieren Sie Ihre Betriebsspesen! FIRESTONE Lastwagen- und Omnibusreifen halten allen Weltrekorde für Kilometerleistung. In Tausenden von Fällen haben sie Leistungen, die bis zu einem Drittel und höher über dem Durchschnitt liegen, erreicht. 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Der Anlasser allzu stark beansprucht. Beinahe alle Automobile sind heute mit Anlassmotoren versehen, deren elektrische Energie aus der Batterie des Wagens bezogen wird. Aus den obengenannten Gründen wird beim Anlassen im Winter bedeutend mehr Strom verbraucht als im Sommer, abgesehen von der vermehrten Benützung der Batterie für die Beleuchtung. Das Anlassen mit der Handkurbel sollte jeder Automobilist aus dem FF verstehen. Diese Fertigkeit wird ihm, obschon sie am Anfang manchen Schweisstropfen kostet, sicher einmal beim Versagen des Anlassers auf freier Strecke, weit weg von jeder Reparaturwerkstätte, zunutze kommen. Sie bietet im Winter auch den Genuss einer Leibesübung und die Genugtuung, den Anlassef und die Batterie geschont zu haben. Die Erhöhung der Batteriespannung. Bei den allerletzten Modellen werden die Anlasser so gebaut, dass der Handkurbelbetrieb äusserst selten notwendig ist. Störungen treten nur ein, wenn die Batterie beinahe entladen ist. Neuerdings werden besondere Spannungserhöher * hergestellt,udie die Spannung der Batterie verbessern, damit die Batterie einen kräftigen und warmen Strom liefert, der ja stets das Starten leichter macht. Die Bedeutung von Starterbatterien. An Stelle der gewöhnlichen Batterien wenden für den Winterbetrieb die Wagen mit einer Starterbatterie * versehen. Der Starterbatterie ist ganz besonders im Winter spezielle Aufmerksamkeit zu schenken, denn Störungen in der elektrischen Anlage eines Wagens sind in kalten Winternächten ebenso unangenehm wie solche am Motor oder^an anderen Wagenteilen. Aus Erfahrung wissen wir, dass grössere Kräfte aufgebracht werden müssen, um einen Explosionsmotor in kaltem Zustand in Gang zu Zwei Typen von Kühlerschutzhüllen, die eine gute Konservierung der Motorwärme sicherstellen. Frostschutz in der Garage. Der grössten Gefahr ist im Winter ein Wagen während der Nacht in der Garage ausgesetzt, da die Temperatur während der Nacht ihren tiefsten Punkt erreicht. Wird der Wagen am Abend in die Garage gestellt, so ist er, wenn die Garage nicht geheizt wird, den Kälteeinwirkungen über Nacht besonders ausgesetzt. Ist das Frostschutzmittel* noch nicht in den Kühler eingefüllt, so muss unbedingt das Wasser abgelassen werden. Dies geschieht bei laufendem Motor, damit überall ausgetrocknet wird. Sollte einmal in der Pumpe Eis entstanden sein, so muss man die Eisstücke durch Auflegen von heissen Tüchern zum Schmelzen bringen, bevor der Motor in Betrieb gesetzt wird. Eine Verletzung der Schaufeln kann so umgangen werden. Ein kleiner elektrischer Wärmeofen, der zur Heizung im Wageninnem oder unter der Motorhaube benützt werden kann. setzen, daher wird die Anlasserbatterie während der Kälteperiode mehr beansprucht als in wärmeren Zeiten. Oft wird der Fahrer genötigt sein, seinen Wagen in ungeheizter Garage unterzubringen, oder denselben während mehreren Stunden im Freien zu parkieren. Die darauffolgende Ingangsetzung des Wa-< gens fordert von dem Akkumulator eine bedeutende Leistung, zudem der Anlasser oft erst nach wiederholten Versuchen anspringt. Dazu kommt der grössere Stromverbrauch der Scheinwerfer und Stadtlampen infolge der früh einsetzenden Dunkelheit. All das Erwähnte führt zu einer raschen Entladung der Batterie, und da während der Winterszeit selten grössere Fahrten ausgeführt wer-' den, besteht die Gefahr, dass die Aufladungen durch die Lichtmaschine des Wagens nicht * Siehe S. 13, Industrie und Leserkreis.