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E_1929_Zeitung_Nr.107

E_1929_Zeitung_Nr.107

Diese Strafbestimmungen

Diese Strafbestimmungen sind in § 17 neu geregelt worden und zwar derart, dass an Stelle eines komplizierten und umständlichen Verfahrens bei leichten Uebertretungen und wenn der Fehlbare die Verzeigung anerkennt und die Bussenannahme nicht verweigert, alle unwesentlichen Uebertretungsfälle dem Kantonspolizeiamt zur Erledigung überwiesen werden. Dabei ist natürlich vorgesehen, dass der Gebüsste innert 14 Tagen eine Untersuchung verlangen und den ordentlichen Richter anrufen kann. Bei schwereren Vergehen oder Verbrechen (fahrlässige Tötung, fahrlässige, Körperverletzung, bedeutende Eigentumsschädigung) kommt ohne weiteres das OTdentlicbe Strafverfahren gemäss Abschnitt 1 der Strafprozessordnung in Anwendung. Von den übrigen Verordnungen ist nichts besonderes erwähnenswert § 9 legt neuerdings fest, dass die Verkehrsbewilligungen für Motorwagen und Motorfahrräder nur erteilt und erneuert werden können, wenn der Gesuchsteller sich darüber ausweist, dass er sowohl als das Fahrzeug die im Konkordat vorgeschriebene Prüfung bestanden haben und dass er die vorgeschriebene Versicherung abgeschlossen und die Prämie für das laufende Jahr bezahlt hat. In § 12 wird das Recht der Gemeinden stipuliert, den Verkehr« mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern innerhalb ihres Gebietes auf einzelnen Strassen einzuschränken oder zu verbieten. Solche Beschlüsse bedürfen jedoch zu ihrer Gültigkeit der Genehmigung des Regierungsrates. Im fernem wird dem Kantonsrat die Kompetenz eingeräumt, den Verkehr mit Motorfahrzeugen an Sonntagen und anerkannten Feiertagen einzuschränken oder ganz allgemein zu verbieten, eine Kompetenz, von der die betreffende Behörde hoffentlich je länger je weniger Gebrauch machen wird. Selbstverständlich werden Motorfahrzeuge, die zur Nachtzeit ohne genügende Beleuchtung oder ohne Schlusslicht fahren, bestraft. Leider aber finden wir nirgends eine Bestimmung, welche diese Bussenpraxis auch auf andere Fuhrwerke, Handwagen etc. anwendet. Eine Verschärfung finden wir im neuen § 22, der den Gerichten das Recht des Entzuges der Fahrbewilligung überträgt, dabei aber neu der Polizeidirektion das Recht einräumt, in besonders dringenden Fällen diesen Entzug bis zur rechtskräftigen gerichtlichen Aburteilung vorsorglich zu verfügen. Leider ist dabei aber der Grundsatz nicht festgelegt worden, dass der Entzug des Ausweises nur nach gründlichem Studium der wirtschaftlichen Folgen vorgenommen werden darf. D einen dreimonatlichen steuerfreien Aufenthalt gewährt. Gegen die Konzession B wurde von italienischer Seite protestiert. Es wird die Aufgabe unserer Unterhändler sein, nachten wir jedoch sogleich schliessen, dass sich etwas ganz Besonderes zugetragen haben musste. Sie waren alle drei zu aufgeregt, um sofort reden zu können. Der ortsansässige Mann stammelte unverständliches Zeug, und seine Augen waren starr vor Schreck, während er nach Worten rang. Die Dame war ausser Atem und presste die Hände auf die Brust. Der Knabe,war jedoch auch mit dem Mundwerk der Flinkste und kam zuerst zu Worte. Kleine italienische Nachrichten. Die römische Stadtverwaltung hat den mutigen Entschluss gefasst, den Tramwayverkehr für den grössten Teil der Stadt durch Autobusverkehr zu ersetzen.» Von Neujahr an wird man nur noch von einem Aussenquartier ins andere per Tram gelangen können, während für die zentralen Quartiere ein Autobusdienst mit festen Linien eingerichtet wird. Hiebei ist man sich übrigens wohl bewusst, dass das nur ein Palliativ ist; die eigentliche Hilfe aus den römischen Verkehrsnöten, die immer wachsen, wird die künftige Untergrundbahn sein, die eben unter dem Gewirr von engen, winkligen Gassen durchfahren wird, welche die römische Altstadt charakterisieren und auch für die neuen Autobusse eine missliehe Aufgabe stellen. Florenz ist in der gleichen Lage, ist aber zu klein, um sich eine Untergrundbahn leisten zu können. Soeben haben die Finanzgewaltigen der Arnostadt die.. Behörden aufgefordert, Vorschläge für Ersetzung des Tramverkehrs durch Autobusse vorzubereiten. Die massgebenden Kreise von Venedig haben nun doch durchgesetzt, dass die vielberufene zweite Brücke für Tram, Automobile und Fussgänger gebaut wird. Mussolini, der sich noch vor wenigen Jahren öffentlich verschwor, die Erlaubnis für diese Brücke niemals zu geben, soll gewonnen worden sein. Die Automobile werden aber natürlich nicht auf die Piazza San Marco fahren können, was sich schon durch die Enge der venezianischen Strasjsen verbietet. Sie werden in der Nähe des jetzigen Bahnhofs einen grossen Park angewiesen erhalten. Später wird es aber auch hier besser werden. Später soll nämlich ein Tunnel nach dem Udo gebaut werden für Tram und auch für eine Automobilstrasse. Aber bis dahin werden Jahre verfliessen, während der Grundstein für die neue, der Eisenbahnbrücke parallel laufende Riesenbrücke noch in diesem Monat gelegt wird. Die Agenzia Autonoma Statale della Strade gibt bekannt, dass die Systemation der Strasse Gravellona-Lago Maggiore-Schweizergrenze sofort in Angriff genommen werde. Die Arbeiten sollen bis Mitte nächsten Jahres beendigt sein, so dass also Simplon, der obere Teil des Langensees und die Gotthardroute auch durch eine allen Anforderungen genügende Strasse verbunden sein werden. Aus der gleichen Quelle wird erklärt, dass die nationale Strasse Bolzano-Brenner schon in Angriff genommen ist und dass man binnen zwei Jahren mit der Arbeit fertig zu sein gedenke. Die italienische Kammer hat der Diskussion des sattsam bekannten Dekretes über die italienische Strassenordnung mehrere Sitzungen gewidmet, schliesslich aber das Dekret ohne wesentliche Aenderungen gutgeheissen, so dass es also jetzt Gesetzeskraft hat. Der Mailänder «Corriere della Sera» lässt sich aus London telegraphieren, dass Edison ein Surrogat für den Kautschuk gefunden habe. Edison versichere, dass der Gummi künftig in solcher Masse produziert werden könne, dass das Kilo nicht mehr als sechs italienische Liren kosten werde, also nicht einmal zwei Schweizerfranken. Der Gummi wird aus einer Graminacea gewonnen, den Botanikern bekannt als «Solidago Virgaures». Ueber das Verfahren hat Edison keine näheren Mitteilungen bis jetzt gemacht. Er erklärte nur, dass die Pflanze langsam gekocht werden müsse. Sie wächst auf steinigem und trockenem Boden und treibt kleine Büschel gelber Blumen. Zu den Italienisch-schweizerischen Verhandlungen. Wie wir bereits mitteilten, haben die italienisch-schweizerischen Verhandlungen in Mailand begonnen. Für die Tourenwagen erhebt bekanntlich Italien keine Verkehrstaxen, jedoch wurden im September dieses Jahres Einschränkungen gemacht in bezug auf Mietautomobile, Hotelomnibusse und Gesellschaftswagen. Alle diese Fahrzeuge werden vom ersten Tage an mit einer besondern Verkehrssteuer belegt. Diese Taxen stehen im Widerspruch zu der in der Schweiz geübten Praxis, welche allen italienischen Automobilen (gleichgültig welcher Kategorie) Es war so zeitig im Sommer, dass bisher nur sechs bis sieben Gäste eingetroffen waren. Drei von ihnen waren Damen, die in einem grossen Geschäft in Christiania tätig waren, wo sich die Ferien für das Personal von Mitte Mai ab bis weit hinein in den September verteilten. Die Saison hatte eigentlich noch nicht begonnen, aber diese Damen mussten sich darein finden, ihre Ferien dann zu geniessen, wenn die Reihe an sie gekommen war. Ausserdem waren noch vier Herren, ein alter Bankkassierer, ein junger Student, ein Forstmeister und der Schreiber dieser Zeilen da. Bis jetzt hatten wir mit dem Wetter recht viel Pech gehabt. Am Tage stürmte es, am Abend war es kühl und bewölkt. Aber auf einmal über Nacht war der Sommer da, mit schwüler Hitze und glühendem Sonnenbrand, und darum schwelgten wir so voller Freude in süssem Nichtstun an diesem Vormittag, als wir so plötzlich vnn den drei Menschen gestört wurden, die auf dem Wege heranliefen. Der kleine Ort, wo wir uns befanden, war sonst stark von Sommergästen besucht, nämlich im Juli und August. Ein Spazierweg von wenigen Minuten führte durch einen jungen Tannenwald geradewegs an das Meer. In dunklen Nächten schien das Blinkfeuer vom Leuchtturm weit hinaus über den Himmel wie ein wanderndes Nordlicht. Die Gegend war sehr flach, es war eine grosse, ziemlich unwegsame Insel. Bebautes Land fand sich nur in geringem Umfange und auch nur in allernächster Nähe des Hotels. In weiterer Entfernung von ihm erstreckte sich eine grosse Heide meilenweit über das Land; sie war übersät mit Steinhaufen. Hie und da glitzerte ein kleiner Tümpel oder rieselte ein Bächlein daher, und mitten in der Heide lagen moorreiche Strecken, bestanden mit Büschen und niedrigem Gehölz. In diesem Gelände lag der Edelhof Gjaernäes wie in einem Teppich von fruchtbaren grünenden Aeckern und üppigen Gärten. Am Tage konnte man den Hof vom Giebelzimmer des Hotels aus erkennen und am Abend blinkten die Lichter aus seinen Fenstern herüber. Als ich nach dem Hotel kam, hatte ich ausdrücklich darum gebeten, das Giebelzimmer zu bekommen; so konnte ich die prächtige Aussicht über die Heide ganz nach Wunsch geniessen. Die Menschen auf dem Hof« kannte ich von früher her, es war ein Geschwisterpaar, das hier wohnte, Carsten und Hilde Giaernacs. (Fortsetzung folgt) AUTOMOBIL-REVUE 1329 107 zuweisen, dass Italien kein Recht hat, die Aufhebung der Konzession B zu verlangen, solange es an seinen besondern Taxen zu JJngunsten verschiedener Kategorien schweizerischer Automobile festhält. Es ist zu hoffen, dass die Verhandlungen von Mailand eine Einigung ergeben und zur Aufhebung dieser Einschränkungen des Automobilverkehrs führen werden. er. SPORTLIC HES Deutsche WUUerfabrt. In diesen Tagen fanden »wischen dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club und dem Bayrischen Automobil-Club Besprechungen wegen einer gemeinsamen Abwicklung der Winterfahrt In Garmisch-Partenklrchen statt. Durch die erzielten Vereinbarungen gewinnt die Winterfahrt ausserordentlich an Interesse und sportlicher Bedeutung. Die entsprechenden Vorarbeiten sind bereits aufgenommen worden. Als Termin bleibt der 7. bis 9> Februar bestehen. Für dte Sternfahrt nach Monte Carlo, die in den letzten Januartagen stattfinden wird, sind neben 100,000 Francs an Geldpreisen zahlreiche Ehrenpreise ausgesetzt Der Nennungsschiluss der Veranstaltung ist der 31. d. M. Schon heute aber verzeichnet die Meldeliste mehr Eintragungen als zum nämlichen Zeitpunkt die vorjährige Veranstaltung, für die schliesslich 93 Meldungen zusammenkamen. Nachstehend die bisher Gemeldeten, unter denen sich drei weitere Damen befinden. Diese erste Liste wird sich wohl noch erheblich verlängern. Die Startorte werden erst nach Meldeschluss bekanntgegeben. Miss Kitty Bninell (TalboO. Hon. V. A. Bruve (X), Paul Pommier (Talbot). L. V. Cozens (Sanbeam), Major E. M. Douglas Morris (Triumph), Mme Michel Dor6 (Chenard Walcker). J. W. Whalley (Morris), F. H. B. Samuelson (M. G.). E. Rossauer (Graham Paige). J. F. C Kruse (Rolls Royce), Lady Eda Jardine (Lancia). G. E. Stott (Daimler), R. Friedrich (Bugatti) Cap. D. Saint Clair Bolton (Voisin), V. E. Leverett (Riley). F. G. Magnier (Voisin), P. P. J. M. Geradts (Lancia). Lord Clifford (Lagonda), JA. Comm. Glen Kidston (Benlley), Maurice B. Johnson (Riley). Dazu kommen die beiden deutschen Damen, Frau Seeliger und Frau Schultz, beide aus Stettin und Mitglieder des Damenautomobilc!ubs. Frau Seeliger ist eine routinierte Sternfahrerin. Die A. I. A. In Paris. Bedeutsames für die nächste Sportsaison. In einem der prachtvollen Säle des A.C.F.- Palastes an der Place de la Concorde trat letzten Dienstag die Sonderkommission der A. I. A. zusammen, die beauftragt ist, die Vorschläge auszuarbeiten, die der Internationalen Sportkommission zur Genehmigung unterbreitet werden müssen- An der Sitzung nahmen unter anderen teil die Delegierten des A. C. Italien, Deutschland und Frankreich. Die Vorbedingungen für die nächstjährige AutottiobllweltmelsterschaU wurden wie folgt abgeändert: Art l: Die A. I. A. organisiert im Jahre 1930 eine- Automobilweltmeisterschaft, die für die Konstrukteure reserviert ist und nach den in folgenden sieben Rennen erzielten Ergebnissen festgestellt wird: Orand Prix von Deutschland, Grand Prix von Spanien, Grand Prix des Automobilolubs von Frankreich, Grand Prix von Grossbritannien, Grand Prix von Indianapolis, Grand Prix von Italien. Von diesen Grands Prix zählen nur diejenigen für die Wertung in der Weltmeisterschaft, die nach der im Jahre 1930 in Kraft befindlichen Formel der A. I. A. gefahren werden. Art. 2: Um das Recht zur Wertung in der Weltmeisterschaft zu erlangen, müssen die konkurrierenden- Marken an dem Qrand Prix von Europa und an einem der anderen oben angeführten Rennen teilnehmen. Art. 3: Der Titel «Weltmeister 1930» wird nur dann verliehen werden, wenn wenigstens zwei Rennen nach der internationalen Formel, und zwar darunter auch der Qrand Prix von Europa,.stattgefunden haben. Art 4: Die Wertung geschieht in folgender Weise: Die Bewerber erhalten eine gewisse Punktzahl zuerkannt, die dem in der Wertung jedes Qrand Prix erhaltenen Platz entspricht, und zwar bis zu drei Plätzen, das heisst für Jedes Rennen zählt der erste Platz ! eineto Punkt, der zweite Platz zwei Punkte, , der dritte Platz drei Punkte. Die übrigen I Konkurrenten erhalten vier Punkte zuer- | karrnt; die, welche beim Start, aber nicht am j Ziel waren fünf; di«, welche überhaupt nicht ; am Rennen teilgenommen haben, sechs Punkte. Die Marken, welche an den Ren- 'nen mit mehreren Fahrzeugen teilgenommen haben, erhalten für Jeden Wagen diejenige Anzahl von Punkten, die ihrem bestplacier« i ten Wagen zuerkannt worden ist. Diese bei den Wertungen der verschiedenen Rennen erhaltenen Punkte werden addiert und zum j Sieger der Weltmeisterschaft wird diejenige Marke erklärt werden, die die geringst« An- I zahl von Punkten aufzuweisen hat. Art. 5: Im Falle von Punktgleichheit in der Weltmeisterschaftswertung ist der im Grand Prix von Europa eingenommene Platz unter den Konkurrenten ausschlaggebend. Ar. 6; Der Sieger bleibt Inhaber des Weltmeistertitels bis zum nächsten Wettbewerb. Und die Alpenfahrt? Der Studienausschuss der Sportkommission des Internationalen Automobil-Verbandes hat längere Beratungen abgehalten, die dem Zweck dienten, das vorliegende Material zu sichten und für di« am M. Januar stattfindende offizielle Sitzung der Sportkotnmisslon vorzubereiten. Die gefassten Beschlüsse werden bei dieser Gelegenheit im Form von Anträgen unterbreitet werden. Vor altem ist man über die nächstjährige Alpenfahrt dahin im Prinzip einig geworden, dass Italien die Organisation übernehmen soll. Die Beteiligung Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens erscheint gesichert Wie man sieht, fehlt neben der Schweiz auch Oesterreich, das bisher zu den beteiligten Ländern an der Alpenfahrt zählte. Der Grund des Fernbleibens ist, wie bei der Schweiz, darin zu suchen, dass Oesterreich über die Durchführung einer Alpenfahrt andere Ansichten teilt als Deutschland und Italien, die die Alpenfahrten in den letzten Jahren zu regelrechten Alpenrennen ausgestaltet haben. Sieht nun aber sowohl die Schweiz als auch Oesterreich von eineT Beteiligung ab, womit auch das Gebiet dieser beiden Länder für die Alpenfahrt gesperrt wird, so ergibt sich die Frage, ob es den Organisatoren der Alpenfahrt ohne das schweizerische und österreichische Alpengebiet überhaupt möglich ist, eine Alpenfahrt im Sinne der bisherigen bedeutungsvollen Prüfungen durchzuführen. Da der nächstjährigen Alpenfahrt demnach nur die Dolomiten und die französischen Alpen offen stehen, muss die Abhaltung sehr in Frag© gestellt werden. Europäische Bergmeisterschaft Das" vom A. C. S. ausgearbeitete Reglement einer schweizerischerseits angeregten europäischen Bergmeisterschaft wird von einer Sonderkommission der A. I. A. geprüft Bekanntlich setzt jedes Land eine Bergstrecke, die auf dem internationalen Kalender figurieren muss, in Konkurrenz. Die Minimallänge und Steigung wird von der internationalen Sportkommission festgesetzt Weltrekorde. Es wird vorgeschlagen, die Kategorie der Weltrekorde über 50 Kilometer und über 50 MeHen nicht mehr zu homologieren, sondern Weltrekorde nur noch über 100 Kilometer in der offiziellen Liste einzutragen. — Ein neues Weltrekord-Certificat ist auf Vorschlag Italiens ausgearbeitet worden. — Die Anerkennung des 10-Kilometer-Rekordes Borzacchinis in Cremona ist noch nicht erfolgt und scheint mehr denn Je fraglich, da statt des vorgeschriebenen einen Chronometrierungsapparates deren zwei verwendet worden sind. V. Malten: Stilfserjoch, Jaufenpass, Tonale, Sellajoeh, Pordoijoch, Falsaregopass, Rollepaas, Misarinastrasse. nicht mehr fahrbar. Berliner Salon. Voraussichtlich wird rm November 1930 wieder eine Autoausstellung in Berlin abgehalten. Rom. Die für Ende Januar festgesetzt« Automobilausstellung ist abgesagt worden ; dafür wird der Mailänder Messe" (12.—17. April) eine Autoausstellung angegliedert Deutsche Studiengesellschaft für Automobilstrassenbau. Die diesjährige Hauptversammlung in Berlin (am 17. Dezember) wird sich vor allem mit dem deutschen Automobilstrassennetz beschäftigea Baron de Vrlere. Der frühere langjährig« Präsident des Ostender Automobllclus, der vor dem Kriege die bekannten Ostender Automobilrenneti organisierte, Ist an den Folgen einer Bein-Amputation auf seinem Landsitz bei Ostende verstorben. mg. Der Autobus in Wiesbaden. Nach derSta« tistik des ersten Halbjahres hat sich der Autobusbetrieb als finanziell sehr vorteilhaft erwiesen. Bei einer Einnahme von rund zwei Millionen Mark wurden 200,000 Mark Reingewinn gebucht Die «Vossische Zeitung^ bemerkt zu dieser Tatsache, dass Wiesbaden einen starken Fremdenverkehr aufweise und verhältnlsmässig hoho Tarife habe (diese scheinen uns allerdings im Vergleich zu unsern schweizerischen Tarifen nicht hoch, betragen sie doch nur 15 Pfennige für zwei Teilstrecken, 20 Pfennige für drei Teilstrecken und 25 Pfennige für vier Teilstrecken). Die Abschreibungen wurden mit zehn Prozent in die Bilanz eingestellt er.

107 — 1020 AUTOMOBIL-REVUE 25 Jahre Sektion St. Gallen-Appenzell des A. C. S. Die Jubiläumsfeier vom 14. Dezember 1929 in St. Gallen. Jubiläen sind seltene Feste, die verdienen bepondera begangen zu werden, um so mehr, wenn der Jubilar auf eine erfolgreiche und glänzende Karriere zurückblicken darf, wie dies in ganz besonderem Masse auf die Sektion St. Gallen-Appenaell des A. G. S. zutrifft. 25 Jahre Aulomobilsektion bedeuten nicht einfach 25 Vereinsjahre, sondern ein Vierteljahrhundert zähen Kampf um die Popularisierung einer Idee, um die rechtliche und •wirtschaftliche Gleichstellung einer neuen Gruppe von Verkehrsinteressenten mit den übrigen Straseenbenützern und Bürgern, um die Anerkennung neuer aber gerechter Forderungen durch Staat und Volk. Wenn die mit der Durchführung des Fest&s betraute Kommission ihre Einladung mit den Worten «das 25jährige Bestehen der Sektion will gefeiert sein», einleitet, so hat sie uns wohl allen aus dem Herzen gesprochen und bei Mitgliedern und Freunden die rechte Saite angeschlagen. Es war allen ein Bedürfnis, diesen Gedenktag zu feiern in Anerkennung der von begeisterten Pionieren geleisttten Arbei' und in gerecnier Würdigung des erreichten Zieles. Dem Appell wurde in imposanter Weise. Folge geleistet und eine eindrucksvolle Festgemeinde von über 800 Personen belebte die gediegenen Räume des « Scbützengarten •. Quasi als bors d'oeuvre zu dieser Feier hat die- Sektion ihre Mitglieder mit einer stattlichen Festechrift überrascht, in welcher der Sektionssekretär Herr T. Walser, seit 1914 Vorstandsmitglied, seit 1919 Präsident, ist • anlässlich seines 10jährigen Jubiläums zum Ehrenmitglied der Sektion St. Gallen-Appenzell ernannt worden. Herr Bucher ein reiches Material an historischen Unterlagen und Bildern sorgfältig gesichtet und zu einer ebenso übersichtlichen wie lesenswerten, geschichtlichen Studie zusammgefasst hat, die van bleibendem Werte sein wird. Eine ausführliche Würdigung dieser Sektionschronik folgt übrigens an anderer Stelle. Zu diesem Feste hatten der Regierungsrat von 6t. Gallen und von Appehzell sowie auch die städtischen Behörden ihre Delegationen entsandt und von den Schwestersektionen Luzern, Aargau, Thurgau, Schaffhansen, Zürich und Liechtenstein hatten sich zum Teil recht stattliche Gruppen als Gratulanten eingestellt, zu denen sich Vertreter des Direktionskomitees und der Presse gesellten. Man war um so freudiger gekommen, als in der grossen A. G. S.- Familie nur zu gut bekannt ist, wie vortrefflich die St. Galler und Appenzeller Feste zu arrangieren •wissen und wie sehr diese Tagungen immer von einem ausgesprochenen Geiste treuer Kameradschaft und aufrichtiger Herzlichkeit getragen sind. So konnte der Sektionspräsident T. Walser eine Festgemeinde begrüssen, unter denen sich manche prominente Köpfe der Politik, Wirtschaft und des Sportes fanden und die in ihrem mondänen Aeussern, zu welchem vorab die gewählten Toiletten der brillant vertretenen Damenwelt beitrugen, den etilvollen Rahmen zur Veranstaltung gab. Mit der ihm eigenen jugendlichen Verve und nach dem Motto «In der Kürze liegt die Würze» hiess der ßektionspräsident Regierung, Delegationen und Gäste herzlich willkommen. Er schildert den tieferen Sinn der heutigen Feier und greift aus der Geschichte der Sektion einige markante Daten heraus. Mit wenig mehr als 20 Automobilisten trat die A. G. S.-Gruppe der Ostmark ins Leben und heute scharen sich 1030 Mitglieder um ihr Banner! In einer prächtig ziselierten Rede feiert im Verlarfe des Abends der Vizepräsident, Herr Dr. Fäss ler, das Jubiläum der Sektion und erinnert daran da«s St. Gallen-Appenzell wenige Monate nach Zürich und zur selben Stunde, da die Waadtländer Freunde z'im nämlichen Zwwke in Montr-pux versammelt sind, aas Silberfest des 25jährigen Bestehens begehen kann. Die Entwicklung der Sektion läuft parallel mit der Geschichte des Automobilismus überhaupt. Mit dessen Ansehen und Popularisierung wuchs auch die Anerkennung der Forderungen und Bedürfnisse der in der Sektion gruppierten Automobilisten. Der Sprechende gedenkt der heiklen Stellung der Behörden im Laufe dieser Entwicklung, standen diese doch inmitten des Kreuzfeuers der gegenseitigen Meinungsverschiedenheiten und oblag ihnen die nicht einfache Aufgabe, beiden Seiten Rechnung zu tragen und eine Verquickung der sich widerstreitenden Interessen zu finden. Wenn die Automobilisten auf die bisherigen Erfolge stolz sein können, so harren immer noch manche Probleme der Lösung. Strasson-, Benzin- und Steuer-Fragen beschäftigen uns fortlaufend, insbesonders als dieselben von anderer Seite vielfach allzuetark vom fiskalischen Standpunkt aus beurteilt werden. Herr Dr. Fässler formuliert in diesem Zusammenhang den Wunsch einer gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Verkehrsorganisationen und Behörden. Der Gedenktag verbindet für die Sektion ein doppeltes Jubiläum : Einmal das 25jährige Bestehen der Gruppe und dann die 10jährige Präsidentschaft von Herrn T. Walser. 1909 wurde er in die Sektion aufgenommen, 1914 in den Vorstand berufen, drei Jahre später mit dem Vizepräsidium betra-ut und führt nun seit 1919 mit seltenem Geschick und grosser Treue zum Sport und zur Sache das Präsidium. Die Beliebtheit des Sektionsleiters beruht weiterhin auch auf seiner kameradschaftlichen Gesinnung, seiner sportlichen Begeisterung seiner gerechten Einstellung gegenüber den anderen ötrassenbenützern. Ausgestattet mit einer reichen Erfahrung hat er mit Erfolg einen engen Kontakt mit den Behörden erreicht und ist von diesen bei der Besprechung zahlreicher Verkehrsfragen beigezogen worden. Trotz der verantwortungsvollen Arbeit und einigen ersten Silberstreifen im Haar ist der Vorsitzende jung geblieben. Die Sektion will ihrer Anerkennung einen besonderen Ausdruck verleihen und ernennt Herrn T. Walser zum Ehrenmitglied der Sektion, das dritte seines Zeichens. Die Ernennung ist in einer künstlerisch wertvollen Urkunde niedergelegt, welche der Sprechende unter einmütigem und anhaltendem Beifall dem Jubilar üben eicht. Um das Thema «Ansprachen» gleich vollständig zu erledigen, sei auch noch der trefflichen Reden von Herrn Landammann Dr. Mächler, im Namen der vertretenen Behörden und von Herrn Bucher, Präsident der Sektion Luzern. im Auftrag der vertretenen Sektionen und des Direktionskomitees gedacht, die beide den verdienten Applaus fanden. Der Vertreter der St. Galler Regierung meinte in launiger Weise, dass er eigentlich am liebsten, gleich wie die übrigen Gratulanten, mit einem Geschenk aufgerückt wäre, »Hein die Finanzverwaltung habe einen solchen Posten im Budget noch nicht vorgesehen. Wenn er aber die Anwesenden versichert, dass sich die Regierung noch nie einen andern Präsidenten gewünscht habe, so mag daraus die Wertschätzung abgeleitet werden, deren sich Herr Walser in behördlichen Kreisen erfreut. Die Regierung freut sich der prächtigen Entwicklung der Sektion, hat sie doch durch ihre Arbeit und Vermittlung viel zur besseren Gestaltung der Beziehungen «wischen Volk, Behörden und Automobilisten beigetragen. Im übrigen kann aich -die Regierung dem Jubiläum nur anschliessen, blickt doch auch sie auf eine 25jährige Geschichte in der Ausgestaltung der Verkehrsgesetzgebung zurück, nachdem 1904 die erste kantonale Verordnung für den Motorfahrzeugverkehr geschaffen wurde und Herr Regierungsrat Dr. Mächler schon vor diesem Zeitpunkt als Automobilexperte amtete... freilich, ohne selbst fahren zu können. Der Wunsch der Automobilisten nach massigen Steuern ist verständlich, man darf aber darob die Leistungen des Staates für daa Strassenwesen nicht aus dem Auge verlieren. Handelte es sich früher um einige Hunderttausend Franken, so haben sich diese Verpflichtungen bis heute verzehnfacht. So sieht das kantonale Budget pro 1930 einen Posten von 3,6 Millionen Franken für das Strassenwesen vor. Freilich helfen die Motorfahrzeugbesitzer und Velofahrer redlich zur Deckung dieser Ausgaben mit. rechnet man doch mit 2 Millionen Franken Einnahmen aus Steuern, aber es bleiben immer noch 1,8 Millionen, welche die Staatskasse übernehmen muss. Der Sprechende ist sich aber bewusst. dass '"s Strassenwesen eines der allerwichtigsten Probleme ist, und dass die Automobilfrage zum grössten Teil eine Strassmfrage darstellt, mit deren Lösung sich auch die Ergtere erledigen lässt. Herr Dr Mächler freut sich, da-ss Behörden und Automobilisten an diesem Faste einträchtig versammelt sind und sieht darin ein gute« Omen für eine weitere erspriessliche Zusammenarbeit Herr Präsident Bucher. Lurern. ist als lanejährieer Frpund dp« St. GalW Selc ganz besonders dazu berufen, dessen Verdienste ins rechte Licht zu rücken und auch der erfolggekrönten Arbeit der in der Ostmark vereinigten A. G. S.-Mitglieder zu gedenken. In einem-trefflichen geschichtlichen Aper