Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1929_Zeitung_Nr.111

E_1929_Zeitung_Nr.111

8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N» 111 SPORT-HUMOR. Primo Camera, der Super-Schwergewichtsboxer, über zwei Meter gross, mit Schuhnummer 57 und einem unglaublichen Körpergewicht, trainiert zur Zeit in London. Da man für einen solchen Koloss nicht leicht Sparring-Partner findet, so besorgt man ihm von Fall zu Fall sechs Soldaten aus der berittenen Garde, denn die sogenannten «Horse-guards» sind bekanntlich sehr stramme Kerle. Trotzdem werden sie von dem riesigen Camera so vermöbelt, dass man sie alle Tage erneuern muss. Ein englischer Kolleg© schreibt nun : «Noch einen Monat solchen Regimes und Deutschland wird die schönste Gelegenheit zur Revanche haben, denn bis dahin gibt's überhaupt keine englische Armee mehr!> Oskar Egg, der schweizerische Weltrekordfahrer im Radsport, hat. gut lachen. Bekanntlich gehört ihm schon seit vielen Jahren der schönste Weltrekord der Pedale, nämlich die Bestleistung in einer Stund© ohne Schrittmacher. 44,247 km hatte der Schweizer im Jahre 1914 hinter sich gebracht. Daran haben sich schon Unzählige vergebens die Zahn© ausgebissen und Egg selbst hat immer noch grosses Vertrauen in seine Bestleistung. So hat er denn dieses Jahr demjenigen, der bis Ende Oktober seinen Rekord verbessern würde, die Summe von 10,000 französischen Franken versprochen. Niemand «wollte» sie haben. Selbst der italienische Meister Binda nicht, der sich die grösste Mühe für die zehn grossen Noten gegeben hatte. Auch er musste darauf verzichten. Und dergrosse Oskar lacht Tuhig weiter... Die Todesanzeige. Der Leipziger Antiquar Friedrich Meyer veröffentlicht am Schlüsse seines neuesten Katalogs «Vom Barock bis zur Romantik» folgende Anzeige mi. Ein NeujahrseriebtHS. Von Leo Koszeüa. «He, Mädels, wir fahren zum Grafen Drohicki. Heut' ist Neujahr. Dieser Junggeselle muss daran glauben. Damit wir im nächsten Jahr Glück haben, wollen wir ihm, alter Sitte getreu, etwas vor der Nase fortstehlen. Und zwar — sein LiebMngspferd. Ist der Einfall nicht famos ?> Wenn Katharina, die nun siebzehnjährige Tochter des Burggrafen Krynska, rief, dann wussten alle, dass der von ihr vorgeschlagene Streich ein Ereignis von nicht alltäglicher Lustigkeit werden würde. Jung waren sie alle, die Gespielinnen und Schwestern der gertenschlanken Katharina, deren feurigen, rehbraunen Augen niemand widerstehen konnte und deren Unternehmungslust die Monotonie des langen Dorfwinters so herrlich überwinden hall. Natürlich waren Sie alle dabei; denn sie waren, wenn auch meist mehr aus Langeweile und weil es an Männern, die ihrem romantischen Ideal einigermassen entsprachen, in der Umgebung fehlte, alte in Drohicki, den schneidigen Reiter, den Die säumigen Zahler haben den TodNapoleon trotz seiner achtzehn Jahre zum dieses Herrn leider veranlasst Leutnant befördert hatte, verliebt Sie kicherten, lachten und kosteten mit tausend Leipzig; November 1929. Friedrich Meyer, Antiquar. Worten, die wie die Schneeflocken draussen zu sofortigem Eintritt ein. tüchtiger, absoliit selbständiger 43187 bei guten Leistungen gutbezahlte Danemrtenung. F. Reck, Autowerkstatt, Cham. Modell 28/29, 10 Steuer-HP, Limousine, blan- Bchwara gespritzt, 6fach bereift, gr. Koffer, 2 Stossstangen, sehr guter Läufer und Steifer, alles in prima Zustand, wegen Nichtgebrauch zu verkaufen. Preis Fr. 5500.—w 43189 Schenk, Lindenhofstr. 86, Basel. 1 Krahn c Manley », 3J4 Tonnen, Fr. 600.— 3 Fiat-Räder, Occasion, 760X90, pro St Fr. 15.— Solange Vorrat, neue Kühlerdecken für Fiat 509 und 520, Fr. 20.— 1 komplette Lichtanlage «Eisemann», mit Scheinwerfer, Fr. 200.— 1 4/5-Pl.-Karosserie, Occasion, tut «rh-, Fr. 150.— Offerten unt. Chiffre 43191 sind zu richten an die Automobll-Revu«. Bern. für die Monate Juli und August 1930 nach LUZERN 10- bis 22plätziger mit oder ohne Chauffeur. Es kommen nur moderne Allwetterwagen in Frage. Bei Konvenienz ist Kauf nicht ausgeschlossen. Offerten mit Preisangabe PTO km oder Pauschalpreis für 2 Monate befördert unter Chiffre 53179 die Automobil-Revue, Bern. Englisch oder Italienisch. — Bestes System, absolut sicher zum Ziele führend, einerlei ob mit oder ohne Lehrer, nach Methode von Prof. Grand. Verlangen Sie kostenfreie Probelektionen von Französisch, Englisch oder Italienisch (gewünschte Sprache genau angeben) dieser für Sie wichtigen Methode beim Verlag: Hallwag A.-G. In Bern. Breitenrainstr. 97. Gesucht Automechaniker Feine Occasion! OPEL, 6 Zyl. Zu verkaufen aus Konkursmasse : Zu mieten gesucht CAR ALPIN Französisch OCCASION! Spottbillig um FIAT LIMOUSINE 4/5-Plätzer, sehr gut gepflegter Wagen, mit Zenith-Vergaser, Schneeketten, Abblendvorrichtung, Fr. 3000.— LNIDER0EST, LUZERN. Wochenprogramm 31. Dez.—3. Jan. STADTTHEATER! Silvester: nachm. 3 Uhr: Rotklppchen. abends 8 Uhr: Premiere: Polenblut. Neujahr: nachm. 3 Uhr: Rotkäppchen, abends 8 Uhr! Zaobertläte. Do.:abends 8 Uhr: Polenblut. Fr.: abends 8 Uhr: NlenbluL SCHAUSPIELHAUS: Silvester: abends8Vi Uhr: Weekend Im Paradies, Schwank von Franz Arnold u.Ernst Bach. Jazz-Orchester. Neujahr: nachm. 4ty, Uhr: Arm wie ein« Kirchenmaus. abends 8*/< Uhr: Dn kannst mich nicht «erstehen. Do.: Fr.: ZÜRICH: Weekend Im Profit. Der letzte Schleier. CORSO: Rosen au Florlfc, Operette von Leo Fall. OINEMA APOLLO* Dick hak Ich gtlMt, deutscher Operetten - Tonfilm mit Mady Christians. Zu kaufen gesucht Lastwagen (Occasion), 3—4 Tonnen Tragkr., Luftbereif., elektr. licht oder Gas, grosse Ladebrücke, mit Kipper oder ohne. Offerten, wenn möglich mit Photo, sind zu rieht an Zysset, Camionnage, Alteisen u. Metalle, Bern, Freiburgstrasse 66. Telephon Bw. 38.12. * WM Kauf-Gesuch! Einige verhältmsmässig wenig gefahrene 4-Zyl.- BUICK- Chassis Die Wölfe Modell 1924, mit, einwandfreier Maschinerie. Offerten unter Chiffre 43183 an die Automobil-Revue. Bern. Ein Inserat in der bringt Sie am sichersten Ihrem Ziele näher durcheinander wirbelten, das bevorstehende Abenteuer aus. Unterdessen lief Katharina in den Stall. «He, Jack! Schirr den Schlitten an. Wir fahren zu Drohicki und stehlen ihm sein Pferd. Hier sind fünf Zloty, die gibst du dem Stallknecht, damit er uns das Pferd ohne weiteres hergibt und erst nach unserer Abfahrt seinem Herrn, den Streich erzählt.» Jack, der Stallmeister, war gerade nicht hocherfreut, heut, am Neujahrstage, eine solche Sonderfahrt machen zu müssen; aber Katharinas sprühende Munterkeit steckte auch ihn an. Und schliesslich waren die dreissig Kilometer auch nichts • überwältigend Schlimmes, zumal es eben zu schneien aufhörte fund die Sonne die Herrlichkeit des Winters in seines Zaubers ganzer Fülle zeigte. Das Lachen der fünf jungen Damen steckte an. Nicht nur Jack, auch die Pferde lachten und flogen fast über die glatte, von keiner Wagen- und Tierspur Versehrte Schneedecke dahin. Und alle, die Mädchen, Jack und die Pferde waren erstaunt, als sie so rasch vor Drohickis stattlichem Gute hielten. Der Herr dieser musterhaft geleiteten Besitzung war nicht daheim. Er hatte die Neujahrsnacht bei einem Freunde verlebt und war noch nicht heimgekehrt. Um so leichter fiel der Diebstahl, diese alte, slavische, scherzhafte Neujahrssitte, etwas zu stehlen, um es aus- Üösen zu lassen, damit dieses Lösegeld der Grundstock künftigen Reichtums würde. Ein Schluck ans Jacks frisch gefüllter Wodkaflasche, und noch einer, und noch ein dritter, vier Zloty — einen hatte sich Jack als Provision behalten — Katharinas silberhelle Stimme und sovieler hübscher Damen neckisches Bitten Hessen des Stallknechts Bedenken rasch verschwinden. Bald war das kostbare Reitpferd in den Händen der harmlosen Räuber. Als sie durch den zum Gute gehörenden Wald heknwärtsfuhren, fielen die Sonnenstrahlen bereits schräger durch die schneebeladenen Aeste der alten, wispernden Tannen und Fichten, die das Lachen der lustigen Gesellschaft erwiderten und sie ihre Schneekristalle in die erhitzten Gesichtchen streuten. Doch plötzlich erstarb dieses Lachen. Die für Industrie, Gewerbe und Handel der Technik alten Klepper vor dem Schlitten wurden unruhig und das von Jack am Halfter lose mitgeführte, flinke Reitpferd des Grafen Drohicki stellte seinen Führer und Entführer vor härteste Aufgaben. Denn dort, wo mitten auf dem verschneiten Felde ein Kreuz an ein längst vergessenes Unglück erinnerte, lauerte eine hungrige Wölfin mit ihren fünf, ihr an Wuchs fast gleichen Jungen. Ratlos, fassungslos, ein Stossgebet auf ded nun blutleeren Lippen, kauerten die fünf Mädchen, eng aneinandergeschmiegt, in dem hinundhergeworfenen Schütten. Keine Waffe war vorhanden, die die Gefahr hätte abwenden können. Und in ihrer Phantasie tauchte die Gestalt jener Mutter auf, die, um ihre übrigen Kinder zu retten, das jüngste den Wölfen opfern musste. Da riss sich das an eine fremde Hand nicht gewöhnte Reitpferd los und rannte querfeldein, dem dunklen Walde zu. Die Wölfe hinterher. Ein einziger Schrei aus fünf Kehlen durchzitterte die Luft. Und mitleidsvolle Ohnmacht senkte sich auf vier der Mädchen. Katharina aber blickte sich um und sah noch von den dahinfliegenden Schlitten aus des herrlichen Pferdes mutigen aber vergeblichen Kampf mit den von rasendem Hunger gepeinigten Wölfen. Und aus des sorglosen, zu allen Soherzen aufgelegten Mädchen wurde in diesem Augenblick ein reifes Weib, über dessen taufrische Seele zum erstenmal des Lebens ernste Schatten huschten. Nach einigen Tagen fuhr der Schlitten des Grafen Drohicki vor dem Säulenportal des Schlosses vor. Katharinas Herz erbebte. Sie wusste, dass bereits die ganze Umgebung von dem Unglück sprach und auch Drohicki es längst erfahren haben musste. Gerade in den letzten Tagen war sie sich dessen bewusst geworden, dass sie Drohicki liebte. Dass sie, ob sie wollte, an ihn hatte denken müssen, und aus diesem zwangsläufigen Denken heraus auf jenen tragischen Einfall gekommen war. Leise schlich sie zur Tür, hinter der ihr Vater eben Drohicki um Verzeihung bat. Doch — was war das? Hörte sie recht? Täuschte sie die Sinne nicht? Drohicki sprach von Schicksal und — hielt um ihre Hand an. Eine Welle schlug über ihr zusammen. Als sie die Augen öffnete, neigte sich ein lachender Mund über sie, und schloss ihre Wimpern wieder mit zärtlichen Küssen. Ein gern gesehener Helfer In jedem technischen Betrieb Technische die Zeitung für planmässige BetriebsfOhrung in Anlehnung an die zeitgemässen Verhältnisse. Regeimässige Abteilungen: Werkstatttechnik - Arbeit und Betrieb - Radio - Bautechnik - Der schweizerische Aussenhandel. Abonnementspreis bei wöchentlichem Erscheinen in Rotoff- Ausstattung nur Fr. 5. -. Probenummern gern zu Diensten. Kaufe 6/7-Plätzer- Limousine- Karosserie v. Master Buick, Packard oder Cadillac, wenn auch etwas defekt, jedoch nicht unter Jahrgang 26. * al83 Offerten an Bosshard, Lindgarage, Winterthur. Zentral blatt Occasionen I OAKLAND, Mod. 28, vier Türen, 6 Zyl., 15,4 PS, 28000 km. 43178 MARMON, 8 Zyl., 16 PS, 4 Türen, erst 14000 km. ROOSEVELT, 8 Zylinder, fabrikneu. PEUGEOT, Cabr., 2/3-P1. Unv. Vorführung, ©v. auch Tausch. Anfrag, an Post- Rundschau Verlag: Breitenrainstr. 97. Bern Verlag, •dmlniotratloa, Druck and Cüchtrl«: HALLWAQ A.-O. Bailersch« Buchdrucker«! and Wa*n«r*ch» Vtrlirfinirtwlt. Bwa. Lastwagen 60/70 HP, 3-Seitenkipper, Luftbereifung, nur neuere, Ia. Occasion kommt in Frage. Ausführt. Offerten an Emil Comolli, Männedorf (Zürich). Tel. 73. Zu kaufen gesucht 5 Tonnen 1 Auto •»•»•»«»«•»•«< in nur gutem Zustand«. — Detaillierte Preisoffer-t ten mit Angaben sind zu richten unter Chiffre 43190 an die

Will II. Blatt BERN, 31. Dezember T929 Revue Silvester-Kehraus Der Fahrlehrer aus Börlin. •• «Junger Mann, passense Achtung 'n btsken! So könn'se 'n Roller im Kinderjarten steuern, aber nich 'nen Zweedutzendfeerdijen! Wo hamse denn de Hand, Mann! 'n Volang ist keen Kochtopp — feste zujepackt, Se vabrenn' Ihnen nich!... < Fahrnse'n mal an, den Herrn Wachmeesta, fahrense'n man ruhig an! Wat mein'se, wat Ihnen der erzählt! Een Märchen aus Dausendundeene wird det nich, junger Mann! So jetzt jemse Jass! Jass sollnse jeben! Herr du meine Jiete, wat denkense denn nach? Wollnse 'nen Jroschen in'n Jassautomaten werfen? So det zischt, det surrt, det zieht! « Wat mein'se woll, wat hier stinkt? Jawoll, da zerbrechense Ihnen den Kopp, wat? De Handbremse duftet, junger Mann, de Handbremse! Jawoll! Vorhin hamsese anjezogen, nich — und dabei is et jeblieben! Wat dut de Handbremse in so'm Fall? Wat sollse dun? Se stinkt zum Himmel! Wie'n Wald voll dotjejangene Affen, jawoll! Also — losjemacht de Handbremse! Mensch!!! Hand-Bremse, det sagt doch der Name vons Kind — wat wollnse'n da mit Ihre Sülzbeene!? Lassense doch de Pedäler in Frieden — wa ham doch hier keene Nähmaschine, Mann! «Nu — man ausjestiejen een bisken. Haube hoch! Tja, junger Mann, 'n frischjepuderter Säuchling is det nich, so f ne olle ehrliche Fahrschulkarre! Da könn'se Ihnen Teng bei holen, — macht nischt: Hände waschen is der Anfang von alle Sauberkeit! Nu erzählnse tnan, wat 'ne Zindkerze is und wat se soll und wozu der liebe Jott se afunden hat! «Ick vasteh nich? ... — Ach, watse sagen! Sie sin imstande und flanzen Zindkerzen uffn Weihnachtsboom, wat? Haste Teene, Anton!? Na, nu stellnse Ihnen man vor, junger Mann, Se sin uff 'ne jerade Schosseh an 'nen schiefen Boom jerasselt, nich? Bei Ihre Fahrkenntnisse und Steuerbejabung wird Sie det nich weiter schwer fall'n. Na und da liejense nu ratenweise rum, und wat een Auto war, det is„nu äie Schraubenhandlung nachm Erdbeben von Messina. Und nu stehnse vor die dankbare Ufijabe, det Jefährt wieda richtich zusammenzusetzen. Beschreibense mal, wie Se det anfangen würden! « Morjen nehm' ick frei, det ick mir mal 'nen Tach lang auslachen kann!... Meine Fresse! Wissense, wat det wird, wat Sie da zusammenbasteln? Det wird 'ne Badewanne oder 'n Kachelofen, aber nich 'ne Maschine, Menschenskind! Da is ja een Zylinda übrich! Wollse den uff'ne Kopp setzen, Mann, und Hochzeit machen? Und det Auspuffrohr? Wat soll denn det Auspuffrohr vorm Verjaser? Mann, werdense doch lieber Rohrlejer bei de Jasswerke!... « Na, nu weita — imma in die Jejend von de Schariteh, det wa's nachher nich so weit ham!...» (C. K. Roellinghoff in der Mitropa-Ztg.) Noch eine enttäuschte Erwartung. Ich warte so lange. Mir ist so bange. Ich warte mich schlänge. Ich glaube, ich hange. Mein Auge sah den Himmel offen, Als es noch hoffen Durfte dich zu sehn. Doch du liessest mich stehn. Ins Herz getroffen Bin ich dann einsam weggeloffen, Hab einen festen Schluck gesoffen, Zuletzt noch Hinz und Hunz getroffen, Bin müde dann aufs Bett gesunken, Enttäuscht, und ja Wohl auch, betrunken. : Amerikas „Sport" Der Skandal auf den Universitäten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der amerikanische Universitätssport ein Geschäft Ist. Dass di© Verhältnisse aber so skandalös, iedem Amateurbegriff einfach hohnsprechend sind, wie ein 353 Seiten langer Rapport der Carnegie-Stiftung ausweist, hätte man nicht erwartet. Das Komitee der Carnegie-Stiftung hat die Verhältnisse in drei Jahren eingehend studiert und der Bericht ist für fast sämtliche « Colleges » einfach niederschmetternd. Es würde zu weit führen, die Affären in ihren Einzelheiten zu behandeln, und wir beschränken uns deshalb darauf, nur einige Beispiele zu nennen. Die Universität New York wählte von ihren Studenten 32 der besten Sportleute aus und dispensierte sie vom Studium, um sie als Rugbyspieler auszubilden. Jeder dieser Spieler erhielt für seine «Tätigkeit einen halben Dollar für die Stunde, wobei zu bemerken ist, dass diese «Lehrlinge» nicht kontrolliert wurden, was die «Arbeitszeit» betrifft; die Rechnungen, die die Studenten vorlegten, wurden ohne weiteres bezahlt. Auf anderen Hochschulen wiederum erhielten Leute, die sich auf gute sportliche Leistungen berufen konnten, gutbezahlte Posten als Garderobenwärter, Materialverwalter usw. Befanden sich diese Sportleute auf Reisen, wurden sie nur im Pulman-Wagen befördert, wohnten in den elegantesten Hotels und kassierten erhebliche Beträge als Taschengeld ein. Die Konkurrenz zwischen dn einzelnen Hochschulen zur Erlangung einer möglichst erstklassigen Kampfmannschaft führte zu einer Preispolitik, die ungeheure Dimensionen annahm. Man forderte sogar in aller Oeffentlichkeit mit den II. Blatt BERN, 31. Dezember 1929 grössten Versprechungen zom Uebertritt auf. Dass diese Zustände sich auch auf die Aktiven äusserst schädlich auswirkten, wird aus Briefen erhellt, die solche «Amateure» an die Leiter der Hochschulen richteten. Sie hielten mit ihren Forderungen, falls sie an irgendeiner Veranstaltung teilnehmen sollten, nicht zurück. Das sportliche ^Kannen gab auch bei den Examina den Ausschlag. Wer auf der Aschenbahn oder dem Rasen etwas leistete, brauchte nicht zu befürchten, in den Prüfungen durchzufallea Verschiedene Hochschulen versuchten zwar, das Bestehen dieser Missstände abzuleugnen, aber der Präsident der Lebanon-Valley-Universität, Gossard, war freimütig genug, den Skandal aufzudecken. Er erklärte: «Alles ist genau so, wie es der Bericht sagt. Sämtliche Colleges betreiben diesen Handel. Wir sind dazu gezwungen, um konkurrieren zu können. Wir haben in unserer Hochschule in jedem Jahre 15 Freistellen, die nur an die besten Sportleute abgegeben werden. Sie können sich bei uns so lange aufhalten, wie ihre sportliche Leistungsfähigkeit anhält.> Wenn Amerika auf diese Weise seine sportliche Vormachtstellung auf vielen Gebieten erlangt hat, so ist dies bei der grossen Schar der «Amateure» kein Wunden Alljährlich werden Tausende auf solche Weise « erzogen ». Man kleidet diese Leute, er-i nährt und unterhält sie und versieht sie mit' mehr Geld, als ein Arbeiter in Europa in har~ tem Tagewerk verdienen kann. Wie lautet doch der Olympische Eid ? Englisch-amerikanischer Humor. «Na, beissen die Fische?» «Ich weiss nicht», brummte der wütende Angler. «Wenn sie beissen, beissen sie sichivielleicht gegenseitig. (Slices.) Habe ich da letzthin einen biederen Bauer in meinen Sportwagen eingeladen, und da ich unter dem Eindrucke stand, dass der Mann zuvor nie Automobil gefahren war, so wünschte ich ihm die Gratisfahrt bis zum nächsten Dorf recht eindrucksvoll zu gestalten. Tempo auf Geraden und in Kurven Hess nichts zu wünschen übrig. , An seinem Bestimmungsort angelangt, ! stand der Bauer wieder leichteren Herzens auf dem Festlande und dankte mir für die beiden Fahrten. «Wieso zwei Fahrten?>, erkundigte icS mich erstaunt. «Hä ja, natürli! Das ischt für mi die ersch? und die... Ietscht!» Hans Kunz. < nnrnnrin • nnni n II II i II II innnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnDDnnnDaDDDD Die besten Glückwünsche zum neuen Jahre entbietet seinen Kunden und Geschäftsfreunden A. ZEITZ Automobilbereifung ZÜRICH Dufourstrasse 5 CAMIONS OMNIBUS CAR ALPINS les meilleurs UNE VISITE DANS NOS USINES VOUS CONVAINCRA SA ARBON BÄLE MORGES ZÜRICH OCCASION! Zu verkaufen schöner 6/7-Plätzer, Marke Modell 26, mit allem Komfort, noch wie neu, zn Fr. 6000. — Offerten unter Chiffre 43080 an die Automobil-Revue, Bern. Lassen Sie die Messing- und Eisenteile Ihres AUTOS «SPA» Rostsicherheit Metall-Verchromung A.-G. OERLIKON Telephon L. 84.35 Rasche, fachgemässe Bedienung ZÜRCHER FREILAGER A.-G., ZÜRICH 23 TELEGRAMME: FREILAGER TELEPHON: SELNAU 97.60/62 Moderne Einrichtungen zur Lagerung unverzollter Automobile Grosser gedeckter Autoschuppen Günstige Konditionen Frachterleichterungen Eigenes Bahnbureau Günstige Gelegenheit für AutoKäufer Die Generalvertretung einer erstklassigen amerikanischen Weltmarke, welche in der Schweiz bestens eingeführt ist, verkauft infolge Jahresabschlusses eine Anzahl fabrikneue 6- und 8 Zylinder Sedan in schönster Ausführung mit voller Garantie zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Postfach G. 15j Zürich 20.