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E_1929_Zeitung_Nr.109

E_1929_Zeitung_Nr.109

AUTOMOBIL-REVUE 29 —

AUTOMOBIL-REVUE 29 — W109 eilen wir dem neuen Jahr entgegen. Die meisten Automobilisten widmen sich in diesen Tagen der rechnerischen Seite des Fahrbetriebes, stellen fest, was sie an Benzin und Oel, an Reparaturen und Ersatzteilen verauslagt haben, was sie an Steuern und Versicherungen bezahlten, mit andern Worten, was Pflege und Unterhalt des Wagens zu Hause kosteten und was der Betrieb verschlang. Von der Wirtschaftlichkeit seines Wagens für Geschäftstouren und Familienfahrten überzeugt, lässt doch niemand die kaufmännische Gepflogenheit der Nachkalkulation ausser Acht. Eine derartige Rechnungsablage würde allerdings grosse Zeitaufwendungen verursachen, wenn nicht im Äutomobilkalender mit seinen dem Vergessen vorbeugenden Vordrucken schon das Jahr hindurch die einzelnen Beträge hätten notiert werden können. Wer sich dieser kleinen Mühe unterzogen hat, dem bleibt jetzt bloss noch die Rekapitulation der einzelnen Ausgaben kosten zu tun übrig. Er hat damit aber auch das MitteliniJejL Jlänä, ^er* gleiche mit den gleichen Ausgabe-Kategorien der Vorjahre anzustellen, um festzustellen, wo der Hebel zu Einsparungen und Verbesserungen angesetzt werden kann. Die nächstliegende Vorkehrung in dieser Richtung ist die Bestellung des neuen Automobilkalenders zur sofortigen Ingebrauchnahme nach Jahresbeginn. Die Rekapitulation der jedes Jahr mit den Neuheiten der Technik in Uebereinstimmung gebrachten und mit vielen Abbildungen versehenen „Winke für die Fahrpraxis" ist ja den Rationalisierungsbestrebungen des Routiniers wie des Anfängers nur dienlich und förderlich. Dezember Letzter Termin für Bestellung des Abonnentenpreis nur Fr. 6.» Bücherzettel Senden Sie sofort per Nachnahme __. Expl. Automobil-Kalender 1930 mit Personenwagen- Verzeichnis zum regulären Preis von Fr. 7.50* zum Aüuaueateu-Preis von fr. 6.—• , den ._ *) Bitt» streiohen, was nioht »«trifft. Mit Riesenschritten geht aber auch unser Vorrat trotz gewaltiger ÄuHaeenerhöhung jetzt schon dem Ende entgegen. Die Erkenntnis von der Nützlichkeit des Automobil-Kalenders als Notiz- und Nachschlagewerk hat sich allgemein durchgesetzt; die Zahl derjenigen Fahrer, die sich seiner Dienste glauben entraten zu können, wird von Jahr zu Jahr kleiner. Es ist deshalb ratsam, sich sofort die nötigen Exemplare zu sichern. Wer glaubt, das Werk wegen dem Besitzerverzeichnis erst auf die Fahrsaison hin kommen lassen zu können, ist noch jedes Jahr angerannt, zu jener Zeit ist es jeweils schon längst ausverkauft. Man sende uns nebenstehenden Bestellschein ein, die Lieferung erlolgt dann sofort. Oder man lasse das Buch auf einem unserer Bureaux (BERN: Breitenrainstrasse 97, ZÜAICH: Löwenstrasse 51) abholen. Verlag Automobil - Revue, Bern Verlag, Administration. Druck and Clichene: HALL WAG A.-O. Üalleische Bucndrucierei und WagnerBche VerlagsanstaU. bera

KFiirar II. Blatt BERN. 24. Dezember 1029 II. Blatt BERN, 24 Dezember 1920 Technische Rundschau Zweck und Wirkungsweise der Torsionsschwingungs Dämpfer Wer je eine Kurbelwelle in natura gesehen Bat, steht unter dem Eindruck, es handle sich da um ein vollständig starres Stahlgebüde. Gefühlsmässig beurteilt erscheint es ausgeschlossen, dass irgendwelche Kräfte sie merklich zum Durchfedern in irgend einer Richtung zu bringen vermöchten. Aber die «irgendwelchen» Kräfte schätzt man eben auch leicht zu klein ein. Die Nachrechnung ergibt, dass allein schon durch den Arbeitsvorgang in einem Zylinder ein einseitiger Druck von einer Tonne auf den betreffenden Kurbelzapfen Zustandekommen kann. In Wirklichkeit wirkt aber nicht, nur ein Zylinder, sondern eine ganze Anzahl davon. Wohl treten die Drücke nicht gleichzeitig auf; dass sie hintereinanderfolgen oder teilweise entgegengesetzt wirken, erleichtert jedoch der Kurbelwelle ihre Arbeit nicht. Es entstehen so teilweise nur noch heftigere Hebelwirkungen, welche die Kurbelwelle nach allen Richtungen hin zu deformieren suchen. So hat man sich zuerst gezwungen gesehen, die Kurbelwelle nicht nur an ihren beiden Enden, sondern noch zwischendrin durch Lager zu unterstützen, sobald ihre Länge ein gewisses Höchstmass überschreitet, sobald die Zylinder grössere Dimensionen annehmen und die Tourenzahl in höhere Regionen steigt.' Die Tourenzahl spielt deshalb eine gewaltige Rolle, weil von ihr ja die Grosse der Beschleunigungskräfte abhängt, die zur Beschleunigung und Verzögerung der abwechslungsweise hin- und hergehenden Kolben notwendig sind. Die 'wirkenden Kräfte. Durch die erwähnte mehrmalige Lagerung ist es nun verhältnismässig einfach, ein Durchfedern der Kurbelwelle aus ihrer normalen Achsrichtung heraus zu verhindern. Aber die Explosions-, Beschleunigungs- und Verzögerungskräfte wollen die Welle nicht nur aus ihrer Achsrichtung hinausdrücken, sie versuchen sie auch noch zu verdrehen. Gegen eine solche Verdrehung nützen natürlich alle in noch so grosser ZaW vorhandenen La- ger nichts. Anderseits kann man die Kurbelwelle auch nicht so dick ausführen, dass sie, trotz ihrer manchmal sehr beträchtlichen Länge vom Schwungrad bis turn vordersten Kurbelzapfen gegen Verdrehung in sich selbst vollkommen steif ist. Man m'uss deshalb eine gewisse Eigenelastizität der Kurbelwelle in ihrem Drehsinn wohl oder übel in Kauf nehmen und hat nur dafür zu sorgen, dass sie einen Höchstbetrag nicht überschreitet, weil sonst eine dauernde Verbiegung in der Drehebene eintritt oder gar ein Bruch entsteht. Bei Ein- bis" Vierzylindermotoren" efgibf sich die genügende Torsionssteifigkeit der Kurbelwelle dank ihrer Kürze von selbst. Wo aber die Welle grössere Längen annimmt, wie beim Sechs- und Achtzylindermotor — man denke sich dabei die Kröpfungen zu einer Geraden ausgestreckt — wird die Sache schon schwieriger. Wohl kann man die Welle genügend stark dimensionieren, dass sie ohne Verbregungs- oder Bruchgefahr die auf die einzelnen Kurbelzapfen einwirkenden Kräfte nach hinten zum Schwungrad abzuleiten vermag. Da sie aber doch schon nachgiebiger ist, besteht die Gefahr, dass unter dem Einfluss der periodischen Kraftimpulse Schwingungen auftreten. Das Pendel als Vergleich. Als Vergleich sei hier zur Erläuterung dieser Schwingungen ein Pendel herangezogen. Uebt man auf ein Pendel eine Seitwärtskraft aus, so verlässt es seine Gleichgewichtslage und bleibt in einer Schrägstellung, die vom Verhältnis seiner Länge und Masse zur Verschiebekraft abhängt, stehen. Wenn die Kraft zu wirken aufhört, geht es nach einigem Schwingen wieder von selbst in seine : Ruhelage zurück. Gibt man aber dem Pendel mit derselben Kraft nur einen kurzen Anstoss, lässt es dann zurückschwingen, wiederholt danach den Anstoss mit der gleichen Kraft und fährt so eine Zeitlang fort, so dauert nicht nur die Schwingung beständig an, .dasiPejidel »macht 1 auch immer grössere Ausschläge, bis es schliesslich irgendwie überschnappt. Die beiden Versuche haben also zwei ganz verschiedene Resultate gezeitigt: Obwohl in beiden Fällen die aufgewendete Kraft dieselbe war, ist es zu ganz verschieden starken Ausschlägen gekommen. Im ersten Fall zu einem begrenzten, im zweiten zu einem unbegrenzten Ausschlag. Schuld am dauernden Zunehmen des. Ausschlages im-zweiten Fall war das-periodische Einwirken der. -Ktaft. Und zwar musste im zweiten Fall die Kraft immer in einem solchen Zeitintervall auftreten, dass sie mit'der natürlichen Vorwärts-Schwittgbewegung des Pendels zusammenfiel. Sie musste mit dem Pendel «in Resonanz» sein. Bei der Kurbelwelle im Explosionsmotor haben wir ganz ähnliche Zustände. Auch die Kurbelwelle stellt eine Art Pendel dar. Man denke sich dazu vorläufig ihr Schwungradende fest und unbeweglich eingespannt. Uebt man nun auf die vorderste Kröpfung einen starken Druck aus, so wird die Kröpfung einen gewissen Ausschlag machen, weil die Kurbelwelle elastisch nachgibt. Beim Nachlassen des Druckes federt die Kröpfung wieder in ihre frühere Lage zurück. Lässt man nun aber denselben Druck periodisch mit einer solchen Stosszahl pro Zeiteinheit auftreten, als der elastischen Schwingungsdauer der Kurbelwelle entspricht, so tritt Resonanz auf und die Ausschläge der Kröpfung werden beständig grösser. Bei genauer Resonanz nehmen die Ausschläge theoretisch so stark zu, dass es unbedingt zu einem Brach kommen muss. « Resonanz ». Ob nun das hintere Kurbelwellenende fest eingespannt sei, wie wir es hier angenommen haben, oder ob es frei rotiert, spielt keine Rolle. Bei rotierender Welle übernimmt einfach das schwere Schwungrad die Rolle der Einspannung, indem es das hintere Wellenende zu einer gleichförmigen Drehbewegung zwingt, während das Vordere Ende nach wie vor elastisch schwingen kann. Die periodischen Stösse aber, die wir uns oben als künstlich ^erzeugt - gedacht haben, ergeben sich in Wirklichkeit aus der periodischen Aufeinanderfolge der einzelnen Explosionskräfte. LA,Uein'_schQn. leder Zylinder übt ja einen, periodisch wiederkehrenden Druckimpuls auf die Kurbelwelle aus. Bei sechs oder acht Zylindern vermehrt sich aber ,die Zahl dieser Impulse noch um das sechs- bzw. achtfache. Bei einem Sechszylindermotor, der mit.3000 Umdrehungen läuft, beträgt die Zahl der gleichartigen minutlichen Kraftimpulse 9000 und bei einem Achtzylinder-in-Linie 12,000, in der Sekunde also 150 bzw. 200. Bei nicht stark dimensionierten Kurbelwellen fällt nun diese Impulszahl in den Bereich der elastischen Schwingungszahl der Kurbelwelle, es besteht die Möglichkeit der Resonanz. Der daraus resultierenden Bruchgefahr kann man nicht etwa entwischen, indem man die Kurbelwelle stärker wählt und so ihre Eigenschwingungszahl erhöht Progressiv! zunehmende Schwingungen können nämlich auch entstehen, wenn die Impulszahl der Kräfte-mit der Eigenschwingungszahl' nicht übereinstimmt, aber mit ihr in einem «harmonischen» Verhältnis steht Um dieses interessante Verhältnis zu verstehen, greifen wir wieder zum Pendel: Beim zweiten Ver* such haben wir die Pendel-Ausschläge durch! periodische Anstösse' vermehrt, die sich bei jeder Vorwärtsbewegung folgten. Nun entdecken wir aber, dass die Ausschläge auch zunehmen, wenn wir nur bei jeder zweiten, dritten, vierten usw. Vorwärtsbewegung einen Anstoss erteilen. Wohl ist dann die Zunahme der Ausschläge pro Zeiteinheit geringer. Aber auf die Dauer kann sie auch genügen, um das Pendel zum Ueberschnappea zu bringen. Am gefährlichsten in dieser Hin« sichf ist nach der Resonanz die Harmonie 1 :2 (auf zwei Pendelschwingungen ein Anstoss), schon etwas weniger wirksam die Harmonie 1 :3 usw. Machen wir beim oben betrachteten Motor die Kurbelwelle so steif, dass ihre Eigenschwingungszahl erst mit einer Motorumdrehungszahl von 4000 resonieren könnte, so haben wir damit nicht ausgeschlossen, dass bei einer Umdrehungszahl von 2000 zwischen den Kraftimpulsen und der Schwingungszahl eine erste Harmonie eintritt. Die Kurbelwelle gerät dann ins Schwingen, weil auf jede zweite ihrer Eigenschwingungen ein Kraftimpuls entfällt. Bei 1330 Umdrehungen wird eine zweite Harmonie sich bemerkbar; machen^ bei 10OO Touren eine; dritte, usw. , ... , (Fqrtsetzung folgt.)' 1 Angenehme Fahrt im Winter sichert Ihnen die neue Dampfheizung f. Automobile Keine Auspuffheizung; absolut unabhängig vom Motor und Kühlwasser! 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