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E_1930_Zeitung_Nr.002

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10 AUTOMOBIL-REVUE

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Automobiles, ROHRBACH Telephon 22.38. — Spezial-Werkstätte für Delage "•'ash. Opel Oorratene 16 GdieYG Tel. 40.774 nung bei reiner Druckschmierung geringer ist. Um einen gewissen Ausgleich zu haben, wählt man vorteilhaft das Oel etwas dick- 'flüssiger. Sofern man für richtige Temperatur des Kühlwassers sorgt und die Vorwärmung des Gasgemisches gegebenenfalls etwas steigert, kann die Oelverschlechterung ganz wesentlich verringert werden. Fahrstrecke von einem Kilometer sich selbst Die Zündkerze des nicht mehr arbeitenden Zylinders kühlt sich dann so weit ab, dass sie durch blosses Befühlen leicht aus deo andern herauszukönnen ist. m. S» Frage 7483. Kleinauto Rosen gart Ich beabsichtige für meioen Beruf ein Kleinauto anzuschaffen. Dasselbe muss neben rassigem Motor, der überall luiehhält, eine solide Chassis- und Karosseriekon£trnktion aufweisen, neben Ballonpneus und Vierradbremsen Ich halte speziell viel auf einsi* robusten Wagenaufbau, weil tcb mit dem bi*-- herigen Sportmodell einer bekannten Marke an Chassis und Karosserie die denkbar schlechtesten Erfahrungen gemacht habe Nur der Motor bat •>echs Jahre sozusagen ohne Störung und Reparatur tadellos funktioniert Neben den bekannten Marken ist mir auch iRosengart» zn Obren gekommen Rann mir ein Leser der Automobil-Revue mitteilen, ob diese Marke den oben besagten Anforderungen entspricht? H. in N. Frage 7484. Zugwindschutz bei Limousinen. Wir ersuchen Sie höfl., in den Fragekasten folgendes aufzunehmen : Ist eine Vorrichtung oder ein Patent bekannt, welches den Zugwind bei Motorfahrzeugen auch bei geöffneten Fenstern ausschliesst? H. S. Frage 7485. Garagen-Problem. Mit Recht würde kürzlich in diesem Blatte darauf hingewiesen, daes die Garagenfrage es manchem Interessenten verunmögliche, einen Wagen zu kaufen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich die Frage an unsere Garagenbesitzer stellen, wie sich die Eternit-Garagen bewähren, die in letzter Zeit mehr und mehr aufkommen, w. Frage 7486. Apparat zum Anlassen und Drehen eines Automotors ohne Zündungen. Ich habe vor vier oder fünf Jahren an einem Personenwagen einen Apparat eingebaut gesehen, der den Motor des Autos in Bewegung setzte und in Bewegung hielt, ohne dass Zündungen erfolgten. Der Apparat sei jeweilen an kalten Morgen oder nach langem Stehen des Wagens in Funktion gesetzt worden, um merkbar geringere Kühlwirkung als dasden Anlasser zu schonen oder die Kurbel nicht in dünne. Hinsichtlich der Schmierung von Kol-Funktioben und Zylinderwänden sind weitere Punkte zogen werden ? B. Z. setzen zu müssen. Ist einem Leser ein solcher Apparat bekannt und wo kann derselbe be- zu beachten. Die Anforderungen an die Schmierfähigkeit des Oeles werden oberhalb Frage 7487. Bergauto. Besitzer eines Berghorfö} des Kurbelgehäuses besonders hoch, denn denkt daran, den nicht grossen Waren- und Postsachentransport zu diesem Hotel in 1860 m Höhe hier muss es sowohl der grossen Kolbengeschwindigkeit, der Temperatur der Zylinder- statt bisher mit leichtem Pferdefuhrwerk. Zum Ho- mit einem kleinen Brückenauto zu bewerkstelligen, wände, der Explosionsflamme und dem Einfluss des Gasgemisches Widerstand leisten. stieg aber mit zahlreichen Windungen und mit einer tel führt ein sauberes Strässcben. am letzten An- Steigung bis etwa 16 Prozent an einzelnen Stellen. Es muss elso ein Kleinlastauto sein, dessen Dimensionen mir von fachkundiger Seite ungefähr wie folgt angegeben wurden: Motor 6—8 Steuerpferd, Radstand 1,70 m, Breite vorn ca. 1.20 m, hinten ca. 1,10 m, Nutzlast, ca. 4—500 kg, Schnelligkeit direkt 30 km, II.: ca. 18 km. IIL: 4—7 km, Ladebrücke ca. 200/135 cm. Welches Kleinlastauto entspricht am besten die-; sen Forderungen? Oder welcher WeTkstättebesitzer könnte ein solches Vehikel zusammenstellen mit Ga* die Rohstoffe.und je sorgfältiger die Verarbeitung des Oeles, um so eher wird es eine rantie und «u welchem Preis? " ' J. M. Komfort, noch wie neu, tu watet Chiffre 43080 an die flache Viskositätskurve zeigen, d. h. bei steigender Erwärmung wird das Oel relativ we- Frage 7488. Entkalktes Wasser in Batterien? Ich habe einen Wasserentkalkungsapparat, der mir Automobil-Revue. Bern. eine Art weiches oder entkalktes Wasser liefert. niger von seiner ursprünglichen Zähflüssigkeit verlieren. Den Vorzug verdienen in je- nicht für Autobatterien? Es ist doch kalkfrei. Für den Kühler ist das Wasser gut! Warum aber dem Falle die Oele, deren Viskosität von W F in G. vornherein bei der Fabrikation festgelegt Antwort: Das enthärtete, d. h. entkalkte Wasser kann für Akkumulatoren-Batterien nicht worden ist, denn solche, die erst durch Mischen von Oelen verschiedener Viskosität auf nicht gleichkommt. Durch den Enthärtungsvorgang verwendet werden, weil es dem destillierten Wasser einen bestimmten Grad gebracht worden sind, werden lediglich die Kalk- und Magnesiumsalze, trennen sich meist unter dem Einfluss der nicht aber die übrigen noch im Wasser vorhandenen Salze entfernt, welche vielmehr im Wasser Hitze und des Druckes, was zu mehr oder bleiben. Als Ersatz für destilliertes Wasser kann minder grossen Störungen Anlass geben kann. das entkalkte deshalb nicht verwendet werden. Bei solchen getrennten Gemischen besitzen «SPA» Ernst Leissing, Zürich 8 DELAGE-Ersatzteile Z U R IC H 3 AUTosa Alle modernen Verfahren TIMKEN Oli E-WEDERHAUS ER- BERN FÜR DEDENWAGENTYP EIGENES FABRIKAT Glasschleiferei, bei der Burgwes fi r i H A ii • n s 9 a ut Offizielle Vertreter für die Schweiz: DELAKDE & MEVLAM Oeldicke und Schmier kr alt. Vielfach hört man die Meinung, dass das Oel für den Motor recht dick sein müsse, um die beste Schmierung zu erreichen. Diese Annahme ist jedoch irrig. Motoren mit Schleuderölung bedingen von vornherein ein etwas dünnflüssiges Oel, weis zu zähes Oel besonders bei noch kalter Maschine und niedrigen Tourenzahlen einzelne Schmierstellen nicht erreicht, wodurch diese Schaden erleiden können. Aber auch für die heute übliche Umlauf-Druckschmierung ist ein nicht zu dickes Oe! vorteilhafter, denn der Hauptvorzug liegt bei Druckschmierung zum guten Teil darin, dass sie in der Lage ist, erhebliche Mengen Oel durch die Lager zu pressen und damit eine vorzügliche Wärmeableitung zu erzielen. Anforderungen an die SchmierfähigkeiL Das Oelquantum, welches sich in einer gewissen Zeit durch ein Lager pressen lässt, ist selbstverständlich von dessen Belastung abhängig und dem Spiel der Gleitflächen, besonders aber auch von der Zähflüssigkeit des Schmiermittels und dem durch die Oelpumpe ausgeübten Druck. Bei dünnerem Oel wird mehr durch das Lager fliessen können, vorausgesetzt, dass der Druck der Oelpumpe der gleiche ist und der Oelfilm der Lagerbelastung standhält; dickeres Oel hat infolge langsamerer Durchflussgeschwindigkeit eine Adhäsionskraft und Kapillarität sind die Eigenschaften, die ein gutes Oel haben muss, um als Schmiermittel für Explosionsmotoren verwendbar zu sein. In der Regel genügt diesen Ansprüchen ein Oel um so besser, je viskoser es ist, doch steigt nicht immer Adhäsionskraft und Hitzebeständigkeit proportional dem Viskositätsgrad des Oeles. Je besser die leichteren Oele allein oft nicht genügend Schmierfähigkeit» während die schwereren Teile wiederum nicht verbrennen, sobald sie in den Kompressionsraum gelangen. Kraftverluste und Schmieröl. Auf Kolbenboden und im Zylinderkopf bildet sich dadurch die höchst unerwünschte Oelkohle, die zu den bekannten Störungen Anlass gibt. Man ist überhaupt davon abgekommen, zu schwere Oele zu verwenden, zumal wenn es ein leichteres auch tut, denn in jedem Falle neigen die schweren Oele viel mehr zur Rückstandsbildung als die dünneren. Auch die Kraftverluste durch dickes Oel sind durchaus nicht zu unterschätzen und können mehrere Prozent der Motorleistung ausmachen; ebenso stösst das Anlassen des kalten Motors bei dickem Oel oft genug auf Schwierigkeiten. Bei Automobilmotoren kommt man in den meisten Fällen für die gewöhnliche Schmierung mit einem Oel aus, das eine Viskosität von 7—12 Englergraden besitzt, sofern es sich um ein absolut reines Raffinat handelt. Le- Frage 7489. Federbruch am Anlasser. Wir kauften vor 4 Jahren einen neuen Tadbot-Wagen. Mit ziemlicher Regelmäasigkeit tritt aber ungefähr alle 3 Monate ein Bruch der Feder des Anlasserj, „ ein. Ist vor allen Dingen Vor- oder Nachzündung anzuwenden ? Es liegt eine starke Batterie vor. Worin ist wähl die Ursache des jeweiligen Federbruches zu suchen ? G. & C, B. Anlasser: 1 = Welle: 2 = Zahnrad; 3 = Gegengewicht; 4 =» Schraubenfeder; 5 «= Treibkopi. Antwort: Ich nehme an, dass es sich bei der erwähnten Feder um die Feder des üblichen Bendex-Getriebes handelt, die den beim Eingriff des Ritzels entstehenden Stoss auszugleichen hat. Als Ursache für ihr häufiges Brechen kommt eine Ueberlastung in Betracht, die durch anormal kräftiges Anziehen des Anlassers einerseits oder Rück- diglich bei Motorradmotoren wird man einschläge des Motors anderseits bedingt sein kann. Im vorliegenden Fall halte ich beides für möglich, dickeres Oel von etwa 15 E. benutzen. Für da Sie ja speziell auf die starke Batterie hinweisen Oele der Obenschmierung ist eine geringere (die natürlich den Anlasser entsprechend beeiuflusst), und weil Sie über die Einstellung der Zün- Viskosität festgelegt. dung beim Starten offenbar nicht im klaren sind. In jedem Falle ist es besser, von der Was die Spannung der Batterie anbelangt, darf dauernden Benutzung sehr schweren Oeles diese nicht höher sein als ?ür den Betrieb des betieffenden Anlassers vorgesehen ist. Die Kapazität Abstand zu nehmen und je nach der Jahreszeit lieber ein dünn- bzw. mitteldickflüssiges Oel spielt dagegen keine Rolle. zu wählen; der Motor wird nicht so schnell Die Zündung ist beim Starten des Motors so einzustelJen, dass keine Rückschläge eintreten. verschmutzen und dadurch länger seine volle Leistung hergeben. Er. Eine Zündkerze setzt aas. Um bei einem Sechs- oder Achtzylindermotor herauszufinden, weiche es ist. braucht man auch unter Zuhilfenahme eines Zündkerzenprüfers einige Depot in Bern: E. Kuc erschmld, Erlaobatrasse 7, Tel. Boiwerk 40.64 Depot ID Zäneb: E. V ewerka. Zeit. Unangenehm zeitraubend wird aber Dutonrptresse 3, Tel. Lommat 38.37 die Feststellung der streikenden Kerze, wenn Depot in Basel: A. Q. Ac, nee Amerioaine, ein richtiges Prüfinstrument nicht zur Verfügung steht. Auf der Fahrt überlässt man 6167 Viaduktatrasse "• \ Tel. Satrau 38.38 deshalb den Motor am besten während einer Meist ist deshalb Nachzündung notwendig. Treten bei zu viel Vorzündung Rückschläge auf. wobei die Kurbelwelle sich im 'umgekehrten Drehsinn zu drehen sucht, so versucht die Schwungradverzainung über das Ritzel auch den Anlasser plötzlich rückwärts anzutreiben Da der Anlasser aber einer solchen, seiner Arbeitsrichtung entgegenwirkenden Bewegung einen grossen Widerstand entgegensetzt, kann es leicht vorkommen, dass die Ausgleichfeder als schwächstes Glied schliesslich nachgibt und bricht. Sollte keine dieser Ursachen vorliegen, so empfiehlt sich in erster Linie ein Versuch mit einer stärkeren Feder. «t

Bern, Dienstag 7. Januar 1930 Automobil-Revue" No. 2 Im heutigen „Autler-Feierabend": Seite Der kleine Italiener 11 Geniale Erfindung 11 Die Erde brennt 12 Die Seite der Frau: Frauen als Erfinder 13 Die moderne Frau und ihr Heim 13 Tourismus 14 Der kleine Italiener Dem Artikel lag folgender Brief bei: Als alter Abonnent Ihrer Zeitung wage ich es, Ihnen beiliegend eine kleine Studie vorzulegen. Denn ich schriftetellere hin und wieder (ein übles Erbe meiner Vorfahren), wenn mich der Beruf und das liebe Auto einige Minuten in Ruhe lassen. Die Geschichte ist bescheiden, aber wahr. Sollten Sie jedoch diese Skizze nicht geeignet Cndcii, dann bitte ich, sie mir zurückzusenden, — Tun Sie es ungeseheut. Oft weine ich in stiller Nacht. Nur in der Nacht, denn die Hast des Tages, die Jagd nach dem Lebensunterhalt lässt mich tagsüber nicht zur Besinnung kommen. Ich weine in der stillen, beeinnlichen Nacht, wenn ich ruhelos in die Ferne '«Icke, und am Firmament die Sterne des Südens Vwssenden Schimmer durch das offene Fenster ;werfen. Ich weine vor Reue, vor bitterer Reue, denn ich lin ein schlechter Mensch. — Im Sommer brachte ich meine Frau zur Erholung nach Südtirol in ein kleines Dorf, in welchem die Familie meiner Schwester ihren Sommersitz hat Unser kleines Auto trug uns treu und wacker über die herrlichen Alpenpässe. Klausenpass, Julier und Ofenpass waren hinter uns. Die sonnigen Strossen Merans und Bozens durchfuhren wir rasch. Nach Franzensfeste bogen wir in das waJdige Pustertai. Spät am Abend sassen wir vereint am Tische meiner Iie- Ben. Am nächsten Tage besichtigten wir das uralte Kloster und den Ort, um abends mit den Hausleuten meiner Schwester am W&ldrande einen erquickendes Gang zu tun. Da kam die Rede auf das Unterdrückte Deutschtum in Südtirol. Die Leiden der Volksgenossen unter der fremdsprachigen Herrschaft wurden eo eindringlich geschildert, dase harte Bitternis gegen das unterjochende Volk in mein Herz einzog. Am nächsten Tag musste ich wieder zurück. Pie Pflicht rief. Mein treuer Wagen trug mich auf der unbeschreiblich schönen Kaiserstrasse über den Trecroce-, Falsarego-Pordojoch- und Karrenseepass nach Meran. Doch selbst die Schönheit der Natur konnte die Bitterkeit in meinem Herzen nicht löschen, die eich noch verschärfte, als ich an den Schützengräben bei Schluderbach vorüberfuhr, in denen ich mit treuen Tiroler Brüdern das bedrohte Land bis zur letzten Stunde verteidigte. Dann ging's im Fluge durch Deutschtirol nach Münster, und eine wundervolle Abendfahrt führt« angesichts des, im Sonnenuntergänge funkelnden Ortlers, über den TJfenposa nach Zernez, wo ich späte Nachtruhe fand. Am nächsten Morgen früh zog ich einsam über F E t I L L E T Der eiserne Wagen © N Kriminal-Roman von Sven Elvestad. Deutsches Recht beim Verlag Georg Müller in München. Fortsetzung aus dem Hauptblatt. Der Fischer sass längere Zeit schweigend da. Endlich murmelte er: «Man glaubt mir nicht. Ich war einmal beim Pfarrer und habe ihm viele sonderbare Erlebnisse erzählt, die ich zu Wasser und zu Land gehabt habe. Auch beim Schulmeister bin ich gewesen, aber die haben mich nur ausgelacht und gesagt, ich hätte eine lebhafte Phantasie. Doch diesmal, dachte ich mir, kannst du vielleicht dennoch recht bekommen, denn du hast einen Grossstadtbewohner und belesenen Mann auf deiner Seite. Ja, Sie haben doch den eisernen Wagen gehört, nicht wahr?» Ich musste mich abermals über den Eifer des Fischers wundern und versicherte ihm, dass ich ihm gern beispringen würde. Ich hätte einen Wagen in der Nacht durch die Heide rollen hören; allerdings könnte ich nicht behaupten, dass es der Spuckwagen gewesen sei «Es war kein anderer Wagen,» erwiderte der Fischer bestimmt, «untersuchen Sie nur die Wege, es hat ja heute nacht geregnet. Ein Wagen, der so schwer läuft wie derjenige, den wir hörten, musste eine Spur hinterlassen. Aber untersuchen Sie nur alles — Sie werden keine Spur eines Rades auf den die Fluela nach Davos, durch das liebliche Prättigau nach Chur und landete glücklich am Abend in Luzern. Nun hauste ich allein als Strohwitwer und vergrub mich in die liegengebliebene Arbeit. Zum Mittagessen ging ich täglich in die Bahnhofwirtschaft. Natürlich gehe ich nur in das Büfett dritter Klasse. Die Zeiten für Kunstbeflissene sind mager. Die Herren Verleger kaufen mir keine Manuskripte ab, wenn sie noch so erbaulichen. Inhaltes sind. Das löbliche Publikum will Sensation und nichts Erbauliches. Nun, die Sensation für mich kam im Büfett dritter Klasse im Bahnhofe in Luzern in Gestalt eines kleinen Italienerbuben Dieser, ärmlich gekleidet, glühende, grosse, hungrige Schwarzaugen im braunen Gesicht, mit dunkelwelligem Wuschelkopf, schlich herein und setzte sich zögernd an das Stirnende der langen Tafel, an der die Gäste mit Wohlbehagen speisten. Er war ein armer Bube, weit von seinen Eltern und seiner Heimat, einsam, verlassen und — wie hungrig ! Scheu blickte er auf den langen Tisch, der voll herrlicher Dinge beladen war und versenkte sich dann in die Speisekarte. Ich selbst hatte keine rechte Lust, dem vorzüglichen Mahle zuzusprechen. Es war mir kurz vor dem Essen eine Nachricht zugekommen, die mein Innerstes bewegte und alle Lust zum vergnüglichen Essen genommen hatte. Es gibt so angenehme Mitmenschen, die einem auf die Magennerven gehen. Mein Mittagsmahl stand also kaum berührt vor mir Ḋa etand der Knabe plötzlich auf und schlich sich, hungrig wie er gekommen war, aus dem Saale. Seine kleine Barschaft reichte nicht aus, um sich ein Mittagessen bezahlen zu können. Eben drückte er sich aus der Türe. Ich wollte dem Buben nacheilen, um ihm mein Essen anzubieten. Die Bitternis in meinem Herzen liess mich einen Augenblick zögern. Dann aber sah ich die traurigen, grossen, bittenden Augen des Knaben vor mir. Alle Bitterkeit war wie ein böses Schemen verflogen und ich schämte mich. Rasch ging ich dem Jungen nach, doch fand ich ihn nicht mehr auf dem von protzigen Fremden erfüllten Bahnsteig. Und nun — in stüler Nacht — sehe ich den vorwurfsvollen, hungrigen Blick des Italienerbuben vor mir. Der Blick ist gross und traurig auf mich gerichtet und die blassen, ach noch so zarten Kinderhände möchten so gerne nach der grossen Brotschnitte greifen. Und ich weinte bitterlich in der stillen Nacht über meine Schlechtigkeit, wenn die Sterne des Südens über dem schlafenden Italien funkeln. H. v. T. Wegen finden. In der ganzen Gegend haben zudem nur Gjaernaes und der Pfarrer Pferde.» Da ich mich nicht weiter auf die Sache einlassen wollte, sagte ich ihm, dass morgen ein Mann käme, an den er sich wenden könnte. «Wie heissen Sie?» fragte ich ihn. « Jan Jansen.» antwortete er. «Gut, Jan Jansen! Morgen früh kommt ein Polizeibeamter aus Christiania mit dem Postboote; mit dem können Sie reden. Er wird Sie sicherlich mit Interesse anhören.» Ich brannte mir eine Zigarette an, um die Mücken fernzuhalten. Der Fischer sass lange stumm neben mir u. stierte mutlosvor sich hin. « Es kommt Wind auf,» murmelte er. « Wind? » fuhr ich auf. « Hier ist es ja vollständig still. Sehen Sie denn nicht, dass der Zigarrenrauch sich um uns her ausbreitet und blaue Schwaden in der Luft bildet?» Der Fischer zeigte über den Wald hinaus auf das Meer und antwortete: «Südwind; wenn es so auf See draussen in den Schären singt, kommt Wind.» Ich lauschte: es kam mir wirklich so vor, als ob ein unendlich schwaches Rauschen meine Ohren erreichte; ein Laut, den man nur hört, wenn man auf ihn horcht; dann allerdings hört man ihn auch ausschliesslich. Aber noch war die Nacht ganz still, das Tageslicht war erloschen, die Landschaft hatte keinerlei Farbe mehr und die Bäume ragten wie verkohlte Skelette gen Himmel. Plötzlich wandte der Fischer den Kopf und sprang mit einem Satz in die Höhe. Er lauschte, lauschte so gespannt, dass ihm der Mund halb offen stehen blieb. Geniale Erfindung Von G. A. Mulach, Hannover. « Man schimpfe nicht auf Amerika. Amerika ist gross, es hat tüchtige Bürger und eine Zukunft. Well.» So sprach ein Mann zu mir, der fünfzehn Jahre seines Lebens in Pennsylvanien Bäume gefällt und Cornedbeef gegessen hatte. Dann war ihn die Lust auf Europa angewandelt. Also sass er neben mir und trank Whisky mit Selterswasser. Aus Spass und nur mal so. Well. Ich trank meine Tasse Koffeinfreien und hörte andächtig zu. « Well,» sagte also der Mann aus U. S. A., « Selbsterhalrung ist der erste Trieb zur Besserung. Ich werde Ihnen von Sammy 0. H. Brown erzählen. Sammy hat sich seit seiner frühesten Jugend immer besser selbst erhalten. Er besass eine Generaloffice in St. Louis. S. 0. H. Brown war von jeher ein vorausschauender Mann. Ganz früher verkaufte er Staatenland. Für die Regierung. Dann baute er Städte. Bis ihn eine missleitete Volksmenge lynchen wollte. Im Süden mästete er Hammelherden und im Norden Rindvieh. Oder umgekehrt. Es kommt nicht darauf an. Als die grossen Eisenbahngesellschaften gegründet wurden, machte S. O. H. Brown mit. Er verfasste einladende Prospekte, und als die Geschichte anfing Geld zu kosten, hatte er seines dabei verdient. Merkwürdig, was Sammy finanzierte, ging todsicher ein Jahr später vor den zuständigen Gerichtshof. Allerdings ohne ihn, denn faule Sachen machte S. 0. H. Brown nicht mit. Nie. Er war eben vorausschauend. Dann kam die Prohibition. Und die Sodawasser-Grossindustrie. Seither fertigen fünftausend freie Bürger für Sammy Patent-Syphonverschlüsse für Sodawasserflaschen an. In Springfield, Illinois, U.S.A. Die Brownschen Verschlüsse waren ausserordentlich billig, durchaus neuartig und Ein Eisbär an der Küste Norwegens bei Tromsö inspiziert ein für ihn unbekanntes Vehikel! «Was hören Sie?» «Ich glaube, ich höre...,» er horchte wieder lange, aber dann setzte er sich auf den Felsblock und murmelte: «Nein, es war doch nichts.» Der Fischer behielt recht, in der Nacht begann es zu stürmen. Als ich um halb zwei Uhr mein Zimmer betrat, rasselten die Fenster in ihren Angeln, der Zugwind riss mir die Tür aus der Hand und schlug sie mit einem Knall zu. Ich steckte die Lampe nicht erst an, sondern stand eine Zeitlang am Fenster und starrte über die Heide hin nach Gjaernaes. Von dorther leuchtete heute kein Licht. Der Wind fuhr mir gerade ins Gesicht. Er hatte sich vom Meer erhoben und trug über das Land hin einen feuchten Hauch von salzigen Dunst. Er packte die Bäume, schüttelte die mächtigen Kronen und erfüllte den Wald mit wildem Brausen, so dass der ganze Forst auf mich loszustürmen schien; schliesslich fegten seine gewaltigen Atemzüge über die goldenen Kornfelder in breiten Wogen dahin. Ich hielt meine flatternde Jacke rings um mich fest und fühlte es eiskalt in den Aermeln. Die Hitze, die den ganzen Tag brütend auf uns gelagert hatte, war gewichen und vom Sturm verweht. Fest packte ich das Fenster, um es zu schliessen, aber plötzlich hielt ich inne, denn ich hatte einen Laut aus weiter Ferne aufgefangen, einen Laut von rasselndem Metall, der von den Windstössen getragen wurde und mit ihnen bald stärker, bald schwächer klang. Dieser Laut kam von der Heide. Es war wieder der eiserne Wagenl schlecht vernickelt. Unter Zuhilfenahme eines Schraubenschlüssels, einer Beisszange und eines Endchens Eisendraht funktionierten sie ausgezeichnet. Zur Freude aller Yankees, die ihren verbotenen Schnaps ohne Sodawasser tranken. Sammy verdiente nicht schlecht dabei. Bis die Konkurrenz kam, die den Bürgern noch billigere Verschlüsse lieferte, die gleichzeitig als Konservendosenöffner und als Lautsprecher für Radioempfangsanlagen verwendet werden konnten. Und überhaupt nicht funktionierten. Auch nicht als Lautsprecher. Und auch nicht als Konservendosenöffner. Es war schlimm. Well. Aber die Konkurrenz war da. Und die vertrug S. 0. H. Brown nicht. Es war ein friedliebender Mann, der vierzig Jahre seines Lebens mit erfolgreichen Prozessen schlicht und einfach verbracht hatte. Er sah sich die Reklame der Konkurrenz an, rechnete seinen bisherigen Verdienst aus und dachte nach. Ausserdem wollte er sich sowieso auf einen anderen Artikel werfen. Acht Tage darauf hatte er eine Idee. Besprach sich mit seinem Betriebsleiter. Well. Vierzehn Tage* später fabrizierten fünftausend freie Bürger für S. O. H. Brown das Automobilbett. Eine Kreuzung zwischen Elektrokarren und russischer Schaukel. Ein Apparat, der an jeder Zimmerdecke aufgehängt werden konnte und garantiert geräusch- und geruchlos funktionierte. Eine aufsehenerregende Sache mit Schlafkipp-Vorrichtung und Nervenberuhigungsmotor. Sammys Automobilbett half einem dringenden Bedürfnis ab. Es verschaffte vollkommen gefahrlos alle Sensationen, Zwischenfälle und angenehmen Aufregungen einer Kraftwagenfahrt. Bildete, zusammengeklappt und in die Ecke gestellt, als vielseitig zu verwendendes Möbelstück, die Zierde eines jeden Haushalts. Für sieben und einen halben Dollar. Netto ab Werk. Weil. Die Nachfrage war ungeheuer. Sie wuchs ins Phantastische hinein, als S. O. H. Brown eine zweite Ausführung auf den Markt brachte, die nebenher in der Landwirtschaft als Traktor und Butterzentrifuge verwendet werden konnte. Hier machte der Mann eine kleine Pause. Infolgedessen kniff ich mich verstohlen ins Bein. Es ist dies ein gutes Mittel, sich vom eigenen Wach- und Ichbewusstseirt zu überzeugen. Dann brachte der Kellner frischen Whisky. Aus Begeisterung für S. O.H. Brown trank ich einen mit. « Sehr einfach die Geschichte. In der kleinsten Hütte hing man im Bedarfsfalle die Automobilbettkonstruktion unter der Zimmerdecke auf, legte sich hinein, drehte an irgend einem Knopf und hatte sofort das Gefühl, im Achtzigkilometertempo davongetragen zu III. Der alte Hof. Als ich den nächsten Tag spät am Vormittag plötzlich erwachte, hatte ich sofort das Gefühl, dass ich nicht allein im Zimmer wäre. Ich richtete mich im Bett halb auf und liess den Blick umherschweifen. Ein schwarzer Kasten, der mir nicht gehörte und den ich auch vorher nicht gesehen hatte, stand auf meinem Tisch. Es war ein photographischer Apparat. Auf einem Stuhl neben dem Tisch sass ein Mann in mittleren Jahren. Ich sank in die Kissen zurück, ohne eigentlich etwas zu begreifen, da ich vom Schlummer noch zu sehr verwirrt war. Eine ruhige und liebenswürdig© Stimme sagte: «Bleiben Sie... bleiben Sie nur ruhig liegen und lassen Sie sich nicht stören.» Das ist sicherlich er, dachte ich, der Pofizeibeamte. Ich fragte: «Wie sind Sie eigentlich in mein Zimmer gekommen?» «Ganz leicht,» erwiderte die liebenswürdige Stimme; «durch die Tür.» «So müssen Sie sehr geräuschlos gegangen sein. Ich habe einen sehr leisen Schlaf.» «Ja,> nickte der Mann, «ich wusste, dass Sie schliefen, und schlich deshalb sehr vorsichtig herein, ohne Lärm zu machen.» Ich richtete mich im Bett wieder halb auf, starrte verblüfft den Mann an und fragte: «Warum wollten Sie keinen Lärm machen?» «Um Sie. nicht zu stöTen.» Der fremde Herr lächelte wohlwollend und sarkastisch zugleich.