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E_1930_Zeitung_Nr.002

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1930 - werden. Eine andere Vorrichtung gab alle Geräusche des Broadway wieder. Wieder eine andere illusionierte vollständig die Eindrücke einer Ueberlandfahrt. Ein Verdunkelungskondensator, der ausserdem je nach Geschmack noch mit einem Unterbewusstsein- Frequenzregler oder Schlafverstärker gekoppelt werden konnte, wirkte direkt auf das Zentralnervensystem des Bettinsassen. Die Schlaflosigkeit wurde radikal bekämpft Man legte sich in die Brownsche Konstruktion und war von ailen Sorgen des Daseins befreit Es war direkt zum Schwindligwerden. Niemand wollte mehr einen Kraftwagen kaufen. In jenen Tagen entstand das Schlagwort: Jeder Bürger sein eigenes Automobil! WelL Aber S.. 0. H. Brown ruhte und rastete nicht. Er erfand einen Zusatzapparat mit dem alle Einzelheiten eines Zusammenstosses, des Ueberfahrens von Gänsen, Enten, Hühnern, Schweinen und Hunden, von Vergaserbränden — kurz, alle Zufälligkeiten einer Pannenfahrt, dem Benutzer appliziert werden konnten. Ihnen gesagt, es war Höchstleistung. Beste U. S. A. - Arbeit Ohne Konkurrenz in the world. Leider passierte S. O. H. Brown ein kleines Missgeschick. Seine Fabrik sandte einer hochgestellten Persönlichkeit an Stelle der gewünschten Luxusausführung der Normalkonstruktion (weisse Lackierung mit Gold abgesetzt) die Sensations-Spezialkonstruktion für Nervenstarke. Der Mann hatte sich nichtsahnend in das ihm gelieferte Automobilbett gelegt, hatte auf Broadway-Illusion geschaltet ohne den Verdunkelungskondensator kurz zu schliesseiL Hatte auf den Schaltknopf des Geschwindigkeitsapplikators gedrückt. Durch diese Konstellation in der Gesamtschaltung wurde jedoch zufällig ein Trambahnzusammenstoss mit erschwerenden Nebenumständen frei. Well. Der Mann flog zum Fenster seines Schlafzimmers hinaus. S. O. H. Brown hatte Pech. Die Zeitungen griffen die Sache auf. Die Konkurrenz kam mit einer besseren Konstruktion. Es war aus. Allright.» Der Kellner entfernte sich mit unseren leeren Gläsern. «Und S. 0. H. Brown?» fragte ich interessiert Der Mann aus dem Westen strich sich dl© Weste glatt. «Well. Brown will jetzt eine Fabrik m Deutschland aufmachen.» Bei steifen Gelenken chmerrstillend GRAMMOPHONE Reise-Apparate Tisch-Apparate Schrank-Apparate grosse Auswahl von Fr. 60.— an. PLATTEN A. Bertschinger & Co. Zürich 1 Steinmühlegasse—SihIstrasse- Ecke UlaiiienDurg Schöne Zimmer mit Zentralheizung. Speisezimmer. Gute bürgerl. Küohe. la. Weine. Günstige Preise. Garage für 16 Wagen. Reparaturwerkstätte. BEN- ZIN. OELE. PNEUS. BESTANDTEILE. Reparaturen an allen Wagen werden rasch und zuverlässig unter billigster Berechnung ausgeführt. Es empfiehlt sich aufs beste K. Oberli-Aebi. Da stand ich auf, griff mir Hut und Mantel und verschwand. Ueberlegt man sich, dass z, B. bei St. Ingbert seit 100 Jahren, in Kentucky seit 57 Jahren oder Pennsylvanien seit 46 Jahren Feuer lodern, die trotz grösster menschlicher Anstrengung bis heute nicht zu löschen waren, Feuer, die nicht nur, als sie einst ausbrachen, sensationelle Katastrophen bedeuteten, sondern auch heute noch gefährlich sind und neue Katastrophen heraufbeschwören können, dann begreift man vielleicht die ernsten Sorgen jener amerikanischen Gesellschaft, der die bereits seit Monaten brennende Petroleumsonde von Moreni gehört, die Sorge der Einwohner von Moreni, der übrigen dort tätigen internationalen Gesellschaften und nicht zuletzt des rumänischen Staates selbst. Es ist ja schliesslich gleichgültig, ob es sich dort um Grubenbrände und hier um Oelfelder handelt In beiden Fällen ist es der Natur ungebrochene, von keines Menschen noch so genialem Geiste gebändigte, elementare Kraft, vor der das schöpferische Erfinderhirn, das uns Radio und Flugmaschinen, Nitroglycerin und Giftgas, Röntgenstrahlen und Radium bescherte, ohnmächtig und hilflos wie ein Kind dasteht. Die Menschen vergessen rasch. Ob Vesuv, Kentucky oder Moreni. Nur die Betroffenen fühlen stärker. Es wickelt sich der ewig gleiche Prozess geradezu gesetzmässig ab. Aus der Katastrophe wird die Sensation und aus dieser ein «sehenswertes» Naturschauspiel. Ob Vesuv, Kentucky oder Moreni. Die menschliche Ohnmacht. Noch fahren auch heute Neugierige aus aller Welt Journalisten und Fachleute hin, scheuen nicht den keineswegs idealen Autoweg zur brennenden Sonde, um das einzigartige Schauspiel gesehen zu haben. Und doch ist es weder die Kenntnis der technischen Gründe und Zusammenhänge, noch die gewaltige Hitze, die dieser 60—100 m hohen Feuersäule entströmt, noch dies Zischen, Kochen, Brodeln und Donnern, das jede Verständigung unmöglich macht noch ist es das Gespenstische und Groteske der gesamten Situation, das uns packt und nicht mehr SLOAN'S LINlMENTaufden schmerzenden Stellen auftragen. SLOAN'S LINIMENT dringt von selbst ein (ohne Reiben!), behebt die Entzündungen Und stillt die Schmerzen. — Seit 50 Jahren das bewährte Hausmittel der Engländer und Arne* rikaner gegen Rheumatismus, Hcxenschuss, Ischias, Kreuzweh, Quetschungen, Verstauchungen und alle Muskelschmerzen. Gasthof und Garage zum Schlüssel. T.C.S^ Inserieren Sie i^i Die Erde brennt! denn wir tragen Brillen von Optiker BÜCHI. E. F. BÜCHI SÖHNE Optiker BERN Spitalgasse 18 Bahnhotstrass« ZÜRICH Pcterstrassa Bündnerstube - Spezialitätenküche Qualitätsware bedingt kaufkräftige Kunden. Der Besitz eines Automobils ist immer noch ein Vorrecht der gutsituierten Familien. Ich wandere lieber aus. Zu den Eskimos, Oder zu den Bantunegern. Feuer das man nicht löschen kann. Wir 2 haben MEHR FREUDE am AUTLER-FEIERABEND . GRE DIG'S GRAND CAFE ASTORIA nehmen könnte, das Kainszeichen der Lächerlichkeit auf der Stirn trägt und erfolglos bleiben muss, wenn nicht ein glücklicher Zufall zu Hilfe kommt. Darüber hinaus ist es aber auch noch der Gedanke — und gerade er leitet über den vom Gegenwartsmenschen leider so benötigten und daher geforderten Sinneskitzel von der Katastrophe zum Naturschauspiel bedenkenlos über! —= dass man im Augenblick der Betrachtung des schaurig-schönen Phänomens selbst wie auf einem Pulverfass steht, an das die glimmende Lunte bereits angelegt ist. Eine unbezwingbare Flamme. Von solchen Gedanken hin- und hergeschüttelt, aufgepeitscht und benommen, hört man kaum auf die noch so eindrucksvollsten Angaben hin. Die Gewalt des Anblicks ist stärker als alle Zahlenmystik. Man glaubt es ohne weiteres, dass am Tage die Sonne im Umkreis von 300 m wie gar nicht existierend erscheint und begehrt nicht einmal dieses Schauspiel zu sehen. Man hört, dass die Sonde 1453 m tief ist und sich die Rohrkolonnen bereits zu heben beginnen, dass diese Katastrophe schon deshalb um so tragischer ist, als man hier zum erstenmal über 1000 m, lediglich versuchsweise, hinunterging, und eigentlich ganz unerwartet auf eine so erstaunlich und vielleicht nicht wiederkehrend ergiebige Oelquelle stiess. Man hört, dass 15 Millionen Kubikmeter Gas bei einem Druck von 200 Atmosphären an die Oberfläche gelangten, Gas, das Jahrtausende im Erdinnern aufspeicherten und sich in diesem Augenblick der Befreiung entzündete, als wollte es sich dadurch für diese unerwünschte Befreiung am Menschen rächen. Man hört, dass die Flamme in einer Entfernung von 80 km (!) sichtbar ist, und dass schon mehr als 200 Löschvorschläge von Kapazitäten aus der ganzen Welt unterbreitet wurden. Man hört, dass selbst das Aufhören des Brandes an sich noch keine endgültige Lösung und Beseitigung der Katastrophe bedeuten würde, weil sich die jetzt verbrennenden Gase dann wahrscheinlich in der Umgebung sammeln würden, tun in jedem Augenblick wieder explodieren zu können und so neue Katastrophen hervorzurufen. Man hört schliesslich, dass ein gewaltiger Metallhelm, den man über das Feuer zu stülpen versuchte, wie eine Feder fortgeblasen wurde und dass man jetzt ganz sorg- Telephon No. 64 Gefl. Preisliste verlangen reiche, wünschen glückliche Heirat. Einheiratungen. Herren, auch ohne Vermögen, sofort Auskunft. — Stabrey, Berlin, Stolpischestrasse 48. Der „Autler-Feierabend" verschafft Ihnen einen lohnenden Absatz: loslässt Nein, es ist einfach der fürchterliche, deprimierende und zermalmende Gedanke, dass angesichts dieser blinden, zerstörungswütigen, ungeheuren Naturkraft des Menschen Wille und Geist, Zähigkeit und Energie glatt ausgeschaltet ist, dass alles, was er hier unternommen hat und noch unterfältig einen Kanal gräbt um die Gase abzuleiten — ein schon gemachter gleicher Versuch kostete etliche Menschenleben! — dass aber auch dieses Experiment kaum gelingen dürfte, schon weil selbst von weither geholte Arbeiter nach kurzer Zeit — flüchten. Inzwischen lodert die Stichflamme weiter, bereitet den einen Todesangst und ist den anderen ein seltener, sensationeller Nervenkitzel, bringt den einen Verlust und kaum bemessbaren Schaden, den anderen Genuss und Vorteil. Des Lebens groteske Zickzacklinie spiegelt sich im Mikrokosmos der Oelfeld'p von Moreni Dr. Leo Koszella. Wie sehen unsere Nachkommen aus? Darüber äussern sich sehr besonnen die

- 1S30 AUTOMOBIL-REVUE 13 aoa r£ ,1 K> Auch zu den Zeiten, als es noch keine «berufstätigen Frauen > gab, hat es schon Erfinderinnen gegeben, die sich einen Namen gemacht haben. Bekannt ist Frau Barbara Uttmann, die in Annaberg als erste deutsche Bürgersfrau ein Denkmal erhielt und als Erfinderin des Spitzenklöppelns gilt (1561). Das stimmt allerdings nicht ganz. Denn die Klöppelspitzen waren in den Niederlanden schon lange bekannt, als Frau Uttmann zu Nürnberg das Licht der Welt erblickte. Das Denkmal aber hat seine Berechtigung, wenn man diese Frau als Gründerin der erzgebirgischen Spitzenindustrie gelten lässt. Im Jahre 1823 erhielt Madame Benoist ein französisches Patent auf das S-förmige Rohr an Küchenausgüssen und Klosetts, durch weiches das Aufsteigen übler Gerüche verhindert wird. Frau Benodst ist ohne Zweifel selbständig auf diese nützliche Erfindung gekommen, aber 1773 bildete das S-förmig gekrümmte Abfallrohr bereits in England einen Bestandteil des Wasserklosetts mit Trichter, das der Uhrmacher Alexander Cumming sich dort patentieren 3iess. Tragisch war das Schicksal der Berliner Erfinderin Karoline Magdalene Eichler (geb. 1809), die sich als sehr geschickte Verfertigerin patentierter Prothesen, d. h. künstlicher Arme und Beine, die durch Schnurzüge bewegt wurden, einen Namen gemacht hat. Sie heiratete einen Mechaniker mit Namen Krause, von dem sie 1842 geschieden wurde. Dieser eifersüchtige Mann besuchte die fleissige Nachfolgende entzückende Schilderung ist einer Plauderei der Vossischen Zeitung, «Das Cello und der Fetzenbinkel». von Frau Dr. Eugenie Schwarzwald, entnommen. Sie lachte glücklich. «So, und jetzt zeige ich Ihnen das Haus.» Dieses Haus duftete nach Reinlichkeit und guten Sitten. Nicht nur an der Hausfrau lag es, sondern auch am Haus. Glatte Wände, einfache, glatte Möbel, waschbare Lampenschirme und Sofakissen, eine beglückende Ornamentlosigkeit, keine Nippes auf den Tischen, wenig Bilder an den Wänden. Bucher hinter Glas, Musikinstrumente hinter Glas, Noten hinter Glas. Hier war dem Staub und der Unordnung Krieg angesagt. Die Schönheit der Räume lag in den Formen der Möbel, im guten Material und in dem Mut zur Farbe. Eine aufmunternd-gelbe Vase, ein romantischgrüner Krug, eine lebensbejahend-rote Schale leuchtete durch den Raum. Nirgends war eine Handarbeit zu sehen. Versteckte Hygiene, heimliche Pädagogik: das war die Signatur dieser Wohnung, die bis in den letzten Winkel gezeigt werden konnte. EFDP/^ Frauen als Erfinder Frau trotzdem häufig und bezog sogar von ihr Unterstützungen, da er arbeitslos war. Am 6. September 1843 traf er in ihrer Wohnung einen Mann an, gegen den er grimmigen Hass im Herzen trug, weil er ihn für die Ursache seiner Scheidung hielt, zog plötzlich aus der Rocktasche einen sogenannten Schaber, ein dreikantiges scharfes und spitzes Instrument, wie Mechaniker es oft brauchen, und erstach damit seine Frau. In England haben sich die Frauen besonders eifrig mit technischen Problemen beschäftigt. Um 1910 wurden dort weiblichen Erfindern jährlich gegen 1500 Patente erteilt. Sie betätigten sich dabei auf den verschiedensten Gebieten: sie erfanden Verbesserungen und Vervollkommnungen von Dampfmaschinen, Dampfkesseln, Automobilen, lenkbaren Luftschiffen usw. Eine Dame hat sich eine wesentliche Verbesserung der Schiffspanzer patentieren lassen, und im Jahre 1908 haben nicht weniger als fünf englische Frauen Patente auf neuartige Sicherheitsrasiermesser genommen! Während des Weltkrieges haben, wie die «Kölnische Zeitung> erzählt, zwei Erfindungen englischer Frauen Bedeutung erlangt: Mrs. Herta Hyrton erfand eine Vor- Die moderne Frau and ihr Heim Hausschneiderin. Das ist ein grosses Verpügen.» — Da müssen Sie ja durch die richtung, um erstickende Gase zu vertreiben, jetzige hässliche und kostspielige Mode ganz und Mrs. Ernestine Hart erdachte ein vonentmutigt sein?» — «Nein», sagte sie mit der Admiralität, dem Kriegsamt und den Eisenbahngesellschaften Grossbritanniens erworbenes Verfahren, Gewebe so zu imprägnieren, dass sie keinerlei Flüssigkeit mehr durchlassen. «Sie haben Zentralheizung», fragt© ich. begann ich zu weinen. Seither habe ich kei- mehr angehabt» «Gibt das nicht heillose Arbeit?» Sie lä-nechelte verschmitzt «Im Gegenteil, wir Bisher war sie von einer vorbildlich bescheidenen Haltung gewesen. Nun plötzlich brauchen wenig Zeit und wenig Koks. Aber», wandte sie sich geheimnisvoll zu mir, «das hebt sie das Haupt und sagt: «Jetzt muss hat seine Gründe: man muss eine Zentralheizung ganz in Ruhe lassen.> — Auf ich Ihnen etwas zeigen, worauf ich stolz der Zentralheizung stand ein grosses Gefässaus Nickel, von dem ein zauberhafter Schimmer ausging. «Wissen Sie», erklärte sie, «das Wasser zum Verdampfen sieht nämlich immer so leer aus und da habe ich mir Kiesel mitgebracht und heTeingetan.» Jetzt kamen wir in die Köche. Eine Wiener Küche, keine amerikanische. Nichts von kostbaren Apparaten war da zu sehen, die der Hausfrau das Leben zum Paradiese machen. Aber doch ein lieber, ansprechender Raum mit klug ausgedachten Raumverhältnissen. «Wollen Sie sehen, wie ich Geschirr wasche?» fragte sie eifrig. Schon schaufelte sie mit einem Gummispachtel die Speisereste vom Porzellanteller auf ein Zeitungspapier. Im Nu war dieses in den danebenstehenden Papierkorb gewandert. Dann wurde der Teller, ohne angerührt zu werden, mit einem winzigen Mop mit heissem Wasser abgewaschen und nachgespült. Mit den spitzen Fingern ihrer schönen Hände stellte sie den Teller auf das bereitstehende Drahtgestell. «In ein paar Stunden ist er trocken, viel reinlicher, als wenn er abgewischt wäre, und ich brauche wenig Geschirrtücher.» Auf dem Küchenherd lagen drei Bücher. In hellgelbes Wachstuch gebunden — überall in diesem Hause ist was Gelbes, augenscheinlich ein Versuch, die Sonne einzufangen — Kochbücher, Küchenbücher sind das. Hier wird nämlich Wirtschaft und Kochkunst wissenschaftlich betrieben. Neben den Büchern stand eine Zündholzschachtel von riesigen Dimensionen. «Ja, ich muss immer grosse Zünder haben, damit mein Mann und meine Freunde sie nicht stehlen.» Eine Riesenrolle, von der man Seidenpapier abwinden kann, fiel mir auf. «Beim Kochen verwenden wir viel Papier. Der Löffel, mit dem Fett aufgenommen, das Messer, mit dem Zitrone geschnitten wurde, wird sofort mit Papier gereinigt, und so kommen wir mit schmutzigen Dingen gar nicht in Berührung.» Beim nächsten Raum fragte ich: «Was geschieht hier?» —«Hier nähe ich alle Kleider für mich und die Kinder mit Hilfe einer sanfter Bestimmtheit, «die Mode überspringe ich. Nur einmal hab ich mir ein Mieder gewünscht, da war ich aber erst zwölf Jahre alt. Ich bekam es, trug es einen ganzen Tag mit Stolz und kam mir wie eine Dame vor. Aber als ich es am Abend ablegte und die abscheulichen Striemen an meinem Körper sah, bin.» Sie führt mich an einen Schrank, der ist von oben bis unten, nach Mustern und «Sind Sie müde am Abend?» Farben geordnet, mit Stoffleckerln angefüllt, malerisch, übersichtlich, beinahe appe- mit meinem Manne ins Konzert und dann frage ich. «Nein», sagt sie, «jetzt gehe ich titlich. «Das ist mein Fetzeribinkel. Ich hab bringen wir noch einige Freunde zu Schin- es nie leiden können, wenn man drin wühlte und doch nie fand, was man suchte. Auch ist es so schön, die Fetzen so vor sich zu sehen. Jedes erinnert mich an etwas Angenehmes: an ein Fest, an eine Sommerfrische, an ein Schiilkfeid meiner Tochter, an eine Krawatte meines Mannes, an eine Bluse, die ich für eine Freundin genäht habe.» Bei dieser letzten Erinnerung strahlten ihre Augen ganz besonders, und ich verstehe jetzt, warum in ihrem Wirtschaftsbuch unter der Rubrik «Vergnügen» die erste Unterabteilung Geschenke» heisst, und dann erst Konzert, Theater und Landpartien folgen. Der klassische Schnitt des Nachmittagskleides kenbrot und Tee mit nach Hause. So späte Orgien habe ich zur Zeit meiner Hausgehilfinnen nie gewagt Und schon gar nicht, gute Freunde über Nacht'als Logierbesucli zu behalten. Da habe ich mich zu sehr gefürchtet Jetzt kann ich tun, was ich wi'!.» Ich verabschiede mich. «Darf ich den Frauen von Ihren Erfahrungen etwas erzählen?» — «Gern», sagt sie, «aber ich glaube, die Frauen können das alles auch und noch besser. Lieber wäre es mir, Sie schreiben so einen Artikel, den die jungen Männer lesen, damit sie sehen, dass man sich getrauen darf, zu heiraten.» Wochenprogramm jjj 1 1 Ion BS BERN: STADTTHEATER: Di.: abends: Die Seele des Nicholas SnytScrs. Mi.: nachm.. Maxo. Moriti. abends: Meistersinger vonNärnberg, Kammer spiele: Regen. Do.: abends: Kilo. Fr.: abends: Ein Waliertraum. Sa.: nachmitt.: Peterchens Mondfahrt. abends: lumpazi Vajabundus (Tombola-Vorstellung). So.: nachmitt.: Peterchens Mondfahrt. abends: Ein Waliertraum. ZÜRICH: STADTTHEATER: Mi.: abends 8 Uhr: Polenblut. Do.: abends v Uhr; Vortrag Edouard Herriot Fr.: abends8Uhr: Madame Buttertly. SCHAUSPIELHAUS: Ml.: abends 8V< Uhr: Weekend im Paradiei. Do.: abends 8'/i Uhr: Kaiser contra Kaiser, Premiere. Fr.: abends 8Vi Uhr: Weekend im Paradies. CORSO: Täglich abends 8 Uhr: Schwnrzwaldmädel, Opert'tte von Leon Jessel. inserieren Sie in der ,RutomQi.il'Revuei ZÜRICH ^rand Tabarin - Bar Cafe EspEaiade wachst wieder / dem wissenschaftlich hergestellten Pl* fosil wäcbst Haar aud) wieder ftn kahlen Stellen i die Schuppenbildung und der Juckreiz verschwindet; nun erhält schönes, ye- Bundes, seidenglänzendes Haar. Dieser einzigartige Erfolg des Pilosit beruht dar* •uf, dafi es aus den Extrakten von Pflanzen besteht, von denen die Wissenschaft fest* gestellt hat, das sie sich zur Anregung der Kopfhaut und der Haarpapillen vorzüglich eignen. Wenn sie es täglich anwenden, wer. den Sie in ganz kurzer Zeit schon Freude an gesünderem Haarwuchs haben. 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