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E_1930_Zeitung_Nr.004

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Eine federnde

Eine federnde Eisenbetonstrasse. Als Folgeerscheinung der ständigen Steigerung des modernen Strassenverkehrs hat sich mehr und mehr eine frühzeitige Baufälligkeit von Gebäuden durch die starken Erschütterungen herausgestellt, denen die Häuser ausgesetzt sind. In den letzten Jahren sind deshalb Fachkreise ernstlich bemüht, Mittel und Wege zu finden, die diesem Uebelstand Abhilfe bringen, das Mass der Erschütterungen auf ein Minimum herabzusetzen. Grundsätzlich geht man hierbei darauf aus, besondere Strassentypen zu konstruieren, die in der Lage sind, die Erschütterungen möglichst abzuschwächen oder die Erschütterungswellen so abzulenken, dass sie für die angrenzenden Häuser nicht mehr gefährlich werden. Im vergangenen Sommer fand in Leipzig eine internationale Tagung der Strassenbau- Fachmänner statt, die sich eingehend mit dem Problem der Ablenkung der Erschütterungs- •wellen befasste. Ein badischer Strassenbauer hat sich neuerdings die dort gemachten Erfahrungen zunutze gemacht und ein System für den erfolgversprechenden Bau erschütterungsfreier Strassen geschaffen. Es sind mit Unterstützung der badischen Regierung, der Technischen Hochschule in Karlsruhe Erschütterungsmessungen vorgenommen worden, die dem System als Grundlage dienen. Auf Grund der Ergebnisse in Leipzig hat man bei Karlsruhe nunmehr eine Versuchsstrasse gebaut, die aus einer Eisenbetonkonstruktion besteht und sich aus der Fahrbahnplatte und einer besonderen Unterkonstruktion, den sogenannten Erdtorpedos, zusammensetzt. Die letztere Vorrichtung der Erdtorpedos erfüllt die Aufgabe, parallel zur Fahrtrichtung gelegt, die Erschütterungswellen zu brechen und sie nach oben abzuleiten, von wo sie sich an der. Strassendeckenplatte auswirken können. Man hat diese neuartige Konstruktion statisch errechnet und sie in Felder-Abschnitte von 10 Meter in sich gelenkig, beweglich" und federnd eingeteilt. Es Iässt sich die Verwendung dieser interessanten Strassenkonstruktion auf jeder Art von Untergrund anwenden, wie sie auch praktisch eine unbegrenzte Dauerhaftigkeit besitzen soll, die Reparaturen in absehbarer Zeit so gut wie ausschliesst. Einerlei, ob dieser Optimismus in vollem Umfange angebracht ist, stellt diese neuartige Konstruktionsform unbedingt etwas Fortschrittliches und Erprobenswertes dar. A. C. S> A.C.S. SEKTION ZÜRICH. Am 9. Januar 1930 führte die Sektion Zürich des A. G. S. an ihrer von über 300 Personen besuchten Monatsversammlung im Grand Hotel cDolder» die automobiltechnischen Films der Nationalen Automobilhandelskammer der U. S. A. vor. Nach Begrüssung der anwesenden Gluhmitglieder durch den Vorsitzenden, Hrn. Heinrich Hürlimann (Zürich), hielt Herr Ingenieur A. Brüderlin (Zürich) einen kurzen geschichtlichen Rückblick über die Automobilkonstruktion. um dann speziell auch noch der Bedeutung des Autos in der Verkehrs- und Volkswirtschaft zu gedenken. Mit einigen knappen Zahlen beleuchtete Herr Brüderlin u. a. die enorme Bedeutung, die heute dem Automobilwesen in der ganzen Welt zukommt. Die Jahresproduktion an Automobilen betrug 1929 über 5 500 000 Stück. Hiervon entfallen rund drei Viertel auf die U. S. A. Nimmt man den Durchschnittswert der amerikanischen Automobilproduktion mit 800 Dollar pro Auto und denjenigen der europäischen Produktion mit zirka Fr. 8000.— pro Stück an, so ergibt sich für die 1929er Produktion ein Wert von mehr als 30 Milliarden Franken. In diese Produktion teilen sich 45 amerikanische Firmen, konzentriert auf neun Konzerne, mit rund 100 Fahrgestellen und zirka 230 europäische Firmen mit etwa 500 Fahrgestellen, auf welche durchschnittlich vier verschiedene Karosserietypen montiert werden. Der heutige Käufer hat daher die Möglichkeit, seine Wahl unter zirka 2500 verschiedenen Modellen zu treffen. Was nun den Jahresumsatz des Automobilgewerbes anbetrifft, so erklärte Herr Brüderlin. dass beim heutigen Automobilwelthestand von rund 30 Millionen Stück und einem Durchschnitt von 4000 Franken jährlicher Betriebsspesen pro Auto mit einem Totalumsatz von 120 Milliarden Franken gerechnet werden könne. Dazu kämen noch die obigen 30 Milliarden für Automobilherstellung, so dass ein Total von 150 Milliarden angenommen werden könne. An das interessante einleitende Referat schloss sich die Vorführung des automobiltechnischen' Films der Nationalen Automobilhandelskammer derU.S.A. an, über die an dieser Stelle bereite berichtet worden ist Den Beschluss des Abends bildete ein Tanzvergnügen in froher Gesellschaft, quasi als «Vorübung» auf den am 25. Januar stattfindenden Ball, der sich zum grossen Ereignis gestalten dürfte. Die Vergnügungskommission hat verschiedene erstklassige Darbietungen vorgesehen. s. ¥. C. AUTOSEKTION BERN DES T.C.S. Einladung ZUT Jahresfeier des Touring-Club der Schweiz. Sektion Bern, Samstag, den 18. Januar 1930. abends 20 Uhr, in den Sälen des Casino in Bern. AUTOMOBTL-REVUC 1930 — N» Sehr geehrte Damen und Herren! Unsere letzte Jahresfeier im grossen Saale des Casino in Bern hat Anklang gefunden. Wir haben es gewagt,- auch diesen Winter uns im Casino unser Stelldichein zu geben. Da der groese Saal des Casino sich als zu eng erwiesen hat, nehmen wir auch den Burgerratssaal, das Foyer und die Galerien in Anspruch. Das Bankett wird im grossen Saale abgehalten; zum Tanzen steht der Burgerratssaal und — so man will — daa Foyer zur Verfügung. Aus beiliegendem Programm, für das sich der Chef des Geselligen, wie gewohnt, alle Mühe gegeben hat, wollen Sie ersehen, dass auch den Nicht-Tänzern Unterhaltung wartet. Wer sich der stillen Beschaulichkeit ergeben will, der darf sich sogar auf die Galerien hinauf verzienen. In der Hoffnung, den vielgestaltigen Wünschen und Neigungen unserer verehrten Clubmitglieder nach Möglichkeit entsprochen zu haben, heissen wir Sie, Ihre Angehörigen und Freunde zu unserem Anlasse der Geselligkeit und der Gemütlichkeit herzlich willkommen und zeichnen mit Clubgrussl Der Vorstand. Aus ***** CHAUFFEUR-VEREIN ZÜ- RICH. Einladung auf Sonntag, den 19. Januar 1930, nachmittags 14 Uhr, im Vereinslokal, Restaurant «Du Pont». 1. Stock, zur 4. ordentlichen Generalversammlung. Die Geschäftsleitung hat eine vielversprechende Traktandenliste zur Verhandlung aufgestellt, die aus dem versandten Zirkular ersichtlich ist. Während den Pausen wird unser rassiges Vereinsorchester konzertieren. Auch wird jedem Versammlungsteilnehmer der traditionelle Z'Obig gratis verabfolgt. Nach der Versammlung, ca. 20 Uhr, gemütliches Rendez-vous mit Angehörigen, Freunden, Gönnern und Gspusi in beiden Sälen. Für Unterhaltung und Tanz ist gesorgt. Die Verhandlungen erheischen vollzähligen und pünktlichen Besuch. Für Aktivmitglieder obligatorisch. Unentschuldigtes Nichterscheinen 1 Fr. Busse. Passivmitglieder herzlich willkommen; ebenso freuen wir «uns, neue Kollegen begrüssen zu können Ẇir hoffen auf vollzähliges Erscheinen aller Vereinskollegen. • . * Bitte an die Mitglieder betreffs Einzug der Beiträge. Um einen regehnässigen monatlichen Rechnungsabschluss, der von unserm Kassier Gottlieb Urech, Hotzesteig 2, Zürich 6, besorgt wird, zu ermöglichen, richten wir an unsere verehrten Mitglieder die höfliche Bitte, dem Kassier durch prompte und pünktliche Einzahlungen resp. Einlösungen von Vereinsbeiträgen und Nachnahmen die zeitraubende Arbeit zu erleichtern. Um beidseitige unnötige Kosten und -Material zu sparen, empfehlen wir Benützung unseres Postcheck-Kontos VIII14747. Der Vorstand. Stand der Alpenstrassen. Touristikbulletin des A. C. S. vom 10. Januar 1930. Die immer noch anhaltende warme Witterung hat die Befahrbarkeit der Strassen in der vergangenen Woche weiterhin verbessert. Situation vom 10. Januar 1930, morgens. Appenzellerland: Die Mitnahme von Schneeketten ist nach vollständiger Aperung der Hauptstrassen nicht mehr notwendig. Toggenburg: Strasse Lichtensteig-Unterwasser- Wildhaus-Gams sozusagen schneefrei. Ketten vorsichtshalber mitführen. Ricken schneefrei. Schwyz: Durchgangsstrasse Rapperswil-Schindellegi-Schwyz und übrige Zufahrtestrassen von Zürich her schneefrei. Strasse Einsiedeln-Lbergerskigebiet ab Eutal mit Ketten bis Oberiberg gut fahrbar. Wäggital schneefrei. Glarnerland: Talstrasse bis Linthal fahrbalr. Ketten bei Frost ab Schwanden empfohlen. Strasse im Sernftal bis Elm, Ketten ab Schwanden. Kerenzerberg, im Strassenzug Rapperswil-Ghur, schneefrei. Graubünden: Strasse Landtjuart - Davos mit Ketten fahrbar bis Klosters (Bahnung ungenügend ab Küblis). Strasse Chur-St Moritz über Lenzerheide, JulieT, fahrbar bis Mühlen im Oberhalbstein, Ketten. Albulastrasse fahrbar für kleinere Wagen mit Ketten bis Filisur, gTosse Wagen bis Tiefencastel. Schynpass vereist, Ketten empfohlen. Strasse Landeck-St. Moritz fahrbar von Schuls abwärts, Strecke Sohuls-St. Moritz eingeschneit. Strasse Chur-Flims-Oberalp gut bis Hanz, Ketten zwischen Flims und Hanz empfohlen. Strasse üanz- Disentis wegen frischem Schneefall gegenwärtig nur schwer fahrbar. Malojai, 30 cm Schnee, fahrbar mit Ketten. Gotihard: Gotthardstrasse auf der Nordseite schneefrei bis oberhalb Wassen, mit Ketten gut fahrbar bis Göschenen, Südseite sind Ketten für das Befahren der Strasse Airolo-Piotta (Stalvedrw Schlucht) empfohlen, weiter südwärts schneefrei. Innerschweiz: Strasse Luzem - Sarnen-Interlaken über den Brünigpass wieder fahrbar; ab Lungern aufgetaut, Ketten vorsichtshalber mitnehmen. Strasse Luzern-Engelberg bis Grünenwald unterhalb Engelberg, schneefrei, Grünenwald-Engelberg mit Ketten fahrbar. Berner Oberland: Interlaiken-Lauterbrunnen- Trümmelbachfälle und Interlaken-Grindelwald mit Ketten gut fahrbar. Frutigen-Adelboden und Frutigen-Kandersteg nach Neuschnee Ketten notwendig, Strassen gebahnt. Strasse Spiez-Zweisimmen- Chäteau d'Oex schneefrei bis Zwei&immen, dünne Schneelage üJber Saaneninöser. Gurnigelbad von Riggisberg und Schwarzenburg her erreichbar, Ketten ab Dürrbach notwendig. Berner Jura: Sämtliche Häuptstrassen sind schneefrei. Neuenburger Jura: Mit Ketten überall passierbar. Wallis: Talstrasse schneefrei bis Mörel oberhalb Brig, Simplem, Nordseite offen bis Ried, Südseite fahrbar ab Simplon-Dorf. Oesterreich. Es sind noch mit Ketten fahrbar: Brenner, Fernpass, Lueg, Obdaohersattel. R&schenscheideck, Scharnitz, Schober bei Aflenz, Semmering, Strub, Zirlerberg, Italien: Dem Automobilverkehr sind geöffnet: Aprica, Fugazze, Mendola, Ospetale, Tenda, Tonale. Verkehrsvorschriften; Deutschland. Die Vorschrift, wonach parkende Automobile nachts durch die üblichen Parklichter beleuchtet werden müssen, ist jüngst für das Land Bayern in folgendem Sinne abgeschafft worden: «Mangelnde Eigenbeleuchtung von parkenden Kraftfahrzeugen ist dann nicht zu beanstanden, wenn die Kraftfahrzeuge im Scheine anderer Lichtquellen stehen, die das Fahrzeug und Kennzeichen im gleichen Masse erhellen, wie dies durch eigene Beleuchtung möglich wäre.> Somit können nun in Bayern Fahrzeuge auf beleuchteten Parkplätzen oder Strassen parkieren, ohne dass sie verpflichtet sind, die die Akkumulatorenbatterie schwer belastenden Parklichter anzuzünden. I I I INOUI, mais VRAI 5 L CV 1% O $ E N C| ^ V| T RECORD du Monde des 24 heures a Montlhery, cat. 750 eme realisant 109 km ä l'heure en 1929 eile a ete 80 fois premiere et 81 engagements sportifs re Quelques Performances: re Rallye international df Osten- re de et plus de 50 coneurrents toutes catdgories. Rallye du Rotary-Club de Paris, classement gdndral toutes categories. Rallye SURaphael, toutes eah5- gories. I I Ire Course Cote de domaine de Rothschild-Grasse. battant les temps des 1500 eme et 21 de oyL Paris - les Pyränees - Paris, classement general yoitures toutes cate*gories. Cöte du Klausen, catögorie 750 emo, record battu. Agents serieux demandSs Distributers dlrects et exclusife pour toute la Sulsse Garage Mondial S.A., rue Rothschild Proi., Geneve Telephone 23.000 Telephone 23.000 AGENTS: Bäle: Stalder-Stöcklin, 7,Delsbergerallee - Heuchätel: Garage Patthey - Tavannes: H. Pethoud - Zürich: LH. Kapp, 20, Löwenstrasse

- 1930 AUTOMOBIL-REVUE Die Mitverantwortung des Fussgängers. Laut Zeitungsbericht wurden in der Neujahrswoche in der Umgebung von Lörrach zwei junge Männer nachts von einem Arzt, der einen Krankenbesuch zu machen hatte, mit dem Auto angefahren und getötet. Aus dem betr. Bericht geht hervor, dass der Fahrer wegen eines entgegenkommenden Velos abblendete und dann plötzlich aus dem Dunkel eine Gruppe von Fussgängern vor dem Auto auftauchen sah. Da diese Leute, auf der rechten Strassenseite gehend, ihm den Rücken zukehrten und so die ihnen drohende Gefahr nicht gewahrten, war das Unglück nicht mehr zu vermeiden. Zwei Tage später ereignete sich bei Reinach (Baselland) ein ähnlicher Unfall, bei dem ein am rechten Strassenrand gehender Knabe von einem angeblich geblendeten Autofahrer ebenfalls von hinten angefahren und getötet wurde. Bei diesen beiden Unglücksfällen (die Zahl der Beispiele Hesse sich übrigens leicht beliebig vermehren) mag die Untersuchung noch diesen und jenen Faktor, der mitgewirkt hat, eruieren, dies oder jenes Verschulden des Autofahrers aufdecken, wesentlich bleibt bei allen diesen Fällen, dass der Fussgänger im Bewusstsein seines Gehens auf der rechten Strassenseite nicht daran denkt, auch seinerseits das Vorfahren eines Autos zu beachten und seelenruhig die gesamte Verantwortung dem Auto- oder Motorfahrer überlässt. Dabei weiss jeder Autofahrer, wie unendlich schwierig es auch für den gewissenhaften Fahrer sein kann, bei Nacht und Regen und der so häufigen Blendung durch Lampen oder Scheinwerfer die Fahrstrecke deutlich zu übersehen oder seinen Wagen zwischen einem entgegenkommenden Fahrzeug und den oft zu spät entdeckten Fussgängern durchzulenken. Gewiss lastet eine grosse Verantwortung auf dem Autofahrer und der gewissenhafte Fahrer wird sich derselben gerade unter den obigen erschwerenden Umständen bewusst bleiben; aber auch dem Fussgänger, der zudem leichter die Fahrbahn eines Autos beobachten kann, soll klargemacht werden, dass auch er für die Sicherheit seiner Person mitverantwortlich ist. Ist es nicht eine unglaubliche Fahrlässigkeit — nur durch das bisherige Nichtwissen von der Gefahr verständlich —•, wenn erwachsene Menschen beim unsichtigsten Wetter dem Vorfahren eines Autos, dessen Lenker vielleicht unachtsam geblendet, nicht die geringste Beachtung schen- ken, obwohl sie sich auf einem Strassenstück aufhalten, das auch das Auto befahren darf? Zeigen wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit dem Fussgänger die Sichtschwierigkeiten des Fahrers, die Grosse der Gefahr, und er wird sein Schicksal nicht mehr nur in die Hand eines ihm unbekannten Fahrers legen, sondern auch sich selbst nach der Gefahr umsehen, um ihr nötigenfalls auszuweichen. Diese so nötige Mitkontrolle ergibt sich aber in den meisten Fällen von selbst, wenn wir den Fussgänger veranlassen, auf der linken Strassenseite zu gehen. Dann werden die Fahrzeuge, die auf seiner Strassenhälfte, d. h. dicht neben ihm vorbeifahren, ihm von vorne entgegenkommen und er wird auch bei einem Versagen des Autofahrers meist die Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu bringen. Die Wagen aber, die in der gleichen Richtung wie er fahren, also von hinten kommen, benützen vorschriftsmässig die andere Strassenseite und werden den Fussgänger so sehr viel weniger gefährden. Unsere jetzige Lehre vom starren Rechtsgehen bedeutet psychologisch für den Fussgänger eine Erziehung zum Fatalismus, eine Abstumpfung seines angeborenen Selbstschutzempfindens und wird deshalb jährlich in Hunderten von Fällen alleinige oder meistens mitwirkende Ursache von Unglückfällen sein. Denn letztlich kommt es nicht nur darauf an, ob den Autofahrer ein Verschulden treffe, sondern ebenso sehr, ob der Fussgänger durch seine Aufmerksamkeit sein Verhalten, eine ihm durch Zufall oder Schuld drohende Gefahr vermeiden könne. Der Fussgänger, der im fatalistischen Vertrauen auf die Auto-Verkehrsvorschriften auf der event. möglichen Fahrbahn eines Autos herumspaziert, ohne sich nach einem auf seiner Strassenseite von hinten kommenden Fahrzeug umzusehen, begeht eine Fahrlässigkeit und ist, ganz unabhängig von der event. Schuld des Fahrers, mitverantwortlich für ein Unglück, das er durch ein anderes Verhalten hätte vermeiden helfen können. deutung zukommt. Das statistische Reichsamt in Berlin hat für die deutsche Automobilindustrie im Jahre 1928 eine Statistik veröffentlicht, die um so interessanter ist, als es sich auch darum handelt, festzustellen, welcher Art die wirtschaftliche Position ist, die einzelne europäische Produktionsländer der Automobilindustrie gegenüber Amerika noch einnehmen. Nach dieser Statistik sind im Herbst 1928 in der deutschen Automobilindustrie insgesamt 86 500 Personen beschäftigt gewesen. An Löhnen und Gehältern hat diese Kraftfahrzeugindustrie im Jahre 1928 insgesamt 225 Millionen RM. ausbezahlt. Dabei muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei dieser Erhebung lediglich die Herstellung von Kraftwagen und Motorrädern, sowie die Fabrikation von Motoren in Betracht fielen, während beispielsweise das ganze Garagewesen selbstverständlich ausser Zählung wegfiel. Es ist interessant, dass die Automobilfabriken in stärkerem Masse als bisher die Karosserien bei Spezialfirmen herstellen Hessen und ebenso auch der Einbau von anderwärts bezogenen Motoren stark zugenommen hat. Von der Gesamtzahl der Beschäftigten entfallen rund 59 000 auf reine Automobilfabriken. Die deutsche Erhebung hat interessanterweise auch den Charakter einer Produktionsstatistik. Darnach erreichte die Automobilindustrie in Deutschland im vergangenen Jahre eine Produktion von nahezu 150 000 Stück, das sind 20% mehr als im Vorjahre. Eingeschlossen sind hierin auch die in Deutschland montierten Wagen der deutschen Niederlassungen ausländischer Auiomobilfirmen. Der Gesamtwert der Produktion erreichte im Jahre 1928 rund 1,1 Milliarden RM. gegen 874 Millionen im Vorjahre, was einer Steigerung von 25% entspricht. Von diesem Gesamtproduktionswert entfielen 141 Millionen RM. auf die Motorfabriken, 215 Millionen RM. auf die gemischten Werke, die sowohl Kraftwagen als auch Motorräder herstellen und 721 Millionen RM. auf E. Lejeune. den reinen Autoinobilbau einschliesslich Die deutsche der Montagewerkstätten. Für die reinen Automobil-Industrie. Motorenfabriken ergab sich ein Produktionswert von 12 Millionen RM. Die in den letzen Jahren erfolgte Entfaltung des Automobilwesens hat mit der Im Erhebungsjahr wurden 162 000 Motorräder hergestellt, fast doppelt so viel wie zunehmenden Motorisierung des modernen Verkehrswesens dazu geführt, dass auch im Vorjahre. Den Hauptanteil an dieser der Automobilindustrie mancher Lander im Steigerung hat das in Deutschland steuerfreie Kleinmotorrad, das dem Gesamtbild der Wirtschaft steigende Be- Fahrrad immer schärfere Konkurrenz macht. Die Zahl der hergestellten Personenwagen stieg von 91 000 auf 108 000 Stück. Automobil-Omnibusse wurden rund 2000 gebaut, mehr als die Hälfte der Omnibusse wurden von besonderen Karosseriefabriken mit Aufbauten versehen, weil dadurch eine bessere Anpassung an die Anforderungen der örtlichen Verhältnisse erzielt wurde. An Liejerungs- und Lastwagen sind im Erhebungsjahr 27 750 Stück hergestellt worden. Die Typisierung durch Herstellung von Serien-Karosserien ist sehr stark. Von 3900 Lieferungskraftwagen sind nur 900 und. von 23 000 Lastkraftwagen nur 6800 unkarossiert abgeliefert worden. Die Produktion an Kraftfahrzeugen mit besondern mechanischen Arbeitseinrichtungen, also Feuerlöschautos, Traktoren usw., ist auf 11 230 Stück angestiegen. Die Elektrokarren-Industrie hat 2700 Fahrzeuge hergestellt. In den Motorenfabriken sind rund 18 000 Motoren für Automobile, Motorräder und sonstige Zwecke erzeugt worden. Der Absatz der Kraftfahrzeugindustrie belief sich 1928 auf 921 Millionen RM. gegenüber 742 Millionen RM. im Vorjahr. Der Wert des Auslandsabsatzes ist von &%• der Gesamtsumme auf 8% gestiegen. Wenn daraus auch hervorgeht, dass der Auslandabsatz der deutschen Automobilindustrie einen gewissen Fortschritt aufzuweisen hat, so ergibt sich daraus doch ebenso eindeutig, dass die ausländische Konkurrenz, besonders die amerikanische, der deutschen Automobilindustrie noch grosse Schwierigkeiten entgegenstellt. An Personenkraftwagen allein sind 1928 im Inland rund 97 000 mit einem Produktionswert ab Fabrik im Betrage von 431,7 Millionen RM. abgesetzt worden, während dem es 3862 Stück mit einem Produktionswert ab Fabrik von 18,2 Millionen RM. sind, die ins Ausland exportiert wurden. Gleichzeitig führte das deutsche Reiclisamt auch eine Produktionserhebung für die Bereifungsindustrie durch. Insgesamt wurden 23 Betriebe gezählt mit rund 9000 Beschäftigten. Die Erzeugung hatte einen Gesamtproduktionswert von rund 204 Mill. Reichsmark ab Fabrik. Es ist klar, dass die fortschreitende Entwicklung des Automobilwesens auf die Bereifungsindustrie produktionserhöhend wirkte. Vom Gesamtabsatz entfallen nahezu 10% auf den ausländischen Export. D EIN ORIGINAL-MOTOR DES GRAF ZEPPELIN Verlangen Sie sofort Kataloge und Offertel der Wagen, der auch Sie in Er- Btaunen setzen wird! Es würde zu «mit. fiiViron PIIOT »zu aa.frork nronim Bitte probieren Sie ihn, dann urteilen Sie Sehr schöne Karosserien, Cabriolets u.Cond. Interieure Fr. 13650,- bis Fr. 16150.- WALTER STOCKER, Gasometerstr. 35, ZÜRICH Langjähriger Vertreter von Hotchkiss und Lorraine Telephon Sclnan 5422 SOWIE DIE NEUESTE SCHÖPFUNG DES AUTOMOBILBAUES, DER MAYBACH 12 CYL. 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