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E_1930_Zeitung_Nr.010

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die Entwicklung eines

die Entwicklung eines sehr komplizierten Mechanismus erforderlich, bevor die gegenseitige und gleichzeitige Einstellung beider Augen möglich war. Der Aufbau des Instrumentes zur Regelung dieser Augenbewegungen stellt den fundamentalen Faktor in der Entwicklung unserer Vorfahren dar. Beide Augen konnten nun gleichzeitig auf ein- und denselben Gegenstand gerichtet werden. Automatisch erfolgte diese Bewegung aber erst, als im Mittelhirn sich ein besonderes Zentrum dafür Frei! Vorbei 1 Schluss! Noch einmal Angst geschwitzt heute morgen, und dann: Bestanden 1 Hans Hennings, das Examen bestanden ! Du bist damit durch. Heute noch werden die elenden .Schulbücher beim Antiquar verkauft. Noch nie hat die Sonne so echön geschienen "wio heute. Ich könnte schreiten und' schreiten in das schimmernde, glückverheisisende Land. Ich darf es nicht sagen, wie mir ums Herz ist, keiner versteht mich, sind sie ja alle so nüchtern, so schrecklich nüchtern. Erst will ich mich die paar nächsten Jahre umschauen und dann anpacken, wo es fehlt. Die Menschen brauchen Wärme. Das Leben muss lebendiger werden. Sie ahnen es alle nicht: es ist eine Wonne, zu leben. Wenn ich übermorgen die Stadt zurücklasse, wenn ich durch meine Wälder wandre und nur das Blau über mir und das Spriessen der Knospen um mich ist, dann werde ich hinknien vor einer Eiche und geloben, so hart und fest zu werden wie sie. Ich werde durch das Gewimmel der Städte geben und doch nicht vergessen, es gibt hinter mir Wälder, Glück und die grosse Natur. Jung zu sein! Lieben zu dürfen 1 Aber noch ist viel um mich dunkel. Werde ich den Mut haben, die Entscheidung meines Schicksals herbeizuführen ? Als ich Erna gestern auf dem Balkon sah, bin ich schnell fortgegangen. Wenn sie mich angeblickt hätte, und dieser Blick wäre gleichgültig gewesen, ich. wüsste nicht, was ich getan hätte. Vielleicht wird sie nie erfahren, wie ich oft in meinen Träumen die Hände nach ihr, der Fühlenden, Reinen ausgestreckt habe. Wenn sie morgen nicht zu Hause wäre und ich müsste abreisen, ohne sie gesprochen zu haben ? Morgen 1 Morgen ! Noch ^Sn ganzer Tag, ein schmerzlicher, langer. In den Strassen werden die ersten Laternen angezündet. Erna) steht sinnend im Gartentor und weiss nicht, ob sie sich nach rechts oder links wenden soll. Schliesslich lässt sie sich •willenlos irgendwohin treiben, mitten hinein in die Stadt. Warum klopft nur ihr Herz so laut, warum sind ihre Hände so matt ? Wenn ich doch, wüsste, was es iet, ich muss doch klar denken. Ich bin albern, es ist nichts. Was könnte es denn sein ? Es bat sich doch nichts ereignet. Nein, ich will nicht an den dummen Hennings denken. Ich bin überhaupt unvernünftig, dass ich jeden Mittag auf dem Balkon stehe und ihm seinen Gruss erwidre. Es ist jedesmal dasselbe: Er hebt langsam den Blick, sucht mich hinter den Blumenkästen, sieht mich an, errötet, reisst den Hut herab und stürmt davon. Gestern ist er vorbeigegangen und ha;t nicht hergeschaut. Heute ist er gar nicht gekommen.. Ich glaube, ich habe mich erkältet. Wie ein Ring liegt es um meine Stirne. Was würde ich nur tun, wenn ich ihn nicht mehr sähe ? Ach, es wäre mir einerlei, es wäre mir bestimmt ganz einerlei. Nein, ich liebe ihn nicht, das will ich mir einreden. Kann man jemanden lieben, mit dem man. noch kein Wort gesprochen hat ? Er wird kommen und Vater das Buch wiederbringen. Merkwürdig, dass Vater es ihm geliehen hat, wo er ihn doch nur flüchtig kennt. Aber warum denke ich ftaran ? Was kümmert es mich ? Am nächsten Vormittalg. Erna lehnt am Balkongeländer, und ihr Blick ist weit fort. Sie bemerkt nicht, dass jemand über die Strasse auf das Garfentor zugeschritten ist und heraufsieht. Da fährt sie empor... Hans Hennings ... Eraahrocken tritt entwickelt hatte. Hier in diesem Zentrum liegt der Grundstein der menschlichen Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit Das Vermögen, einen Gegenstand gleichzeitig mit einem ganz bestimmten Fleck der Netzhaut aufzunehmen, versetzte den Vorfahren in die Lage, sich ein stereoskopisches Sehvermögen anzueignen und nun Form, Grosse, Dicke und Entfernung eines Gegenstandes zu erkennen. In diesem Zeitpunkt stellte er wahrscheinlich das erste Tier dar, das jemals nach unserem Begriff «sehen » konnte. at. Vorfrühlingsnovelle sie zurück. Es klingelt. Sie ist allein zu Hause imd muss selber öffnen. Herzlich sieht sie ihn an und schüttelt den Kopf. Mit einem Blick auf das Buch, das er in der Hand hält, sagt sie: »Vater ist nicht zu Hause.» Ich wollte Ihrem Herrn Vater das Buch zurückbringen.> «Wenn Sie auf ihn warten wollen, bitte.» Sie sind ins Zimmer getreten, er sitzt an dem grossen Tisch, sie am Fenster, ausschauend, ob der Vaiter nicht kommt. «Hat es Ihnen gefallen ?» «Was denn ?» «Das Buch.» «Ach so. Ich konnte es nicht ganz zu Ende lesen, weil ich morgen abreiße. Ich habe gestern mein Examen gemacht.» Erna zittert kaum merklich. «Oh, da gratuliere ich Ihnen, -das muss sehr schön sein.» Er sieht sie voll an. «Es ist so schwer, Abschied zu nehmen, ich weiss nicht, wie ich mich ausdrücken soll. Ich habe in den letzten Wochen... Was war das für ein Glück, wenn ich hier des Mittags vorüberkam.» Sie rührt sich nicht und hat ihre Augen tief gesenkt. «Würden Sie mir nicht erlauben. Sie heute gegen Abend zu sprechen ?» Erna antwortet nicht. Es läutet. Mühsam geht Erna hinaus. Der Vater poltert wohlwollend herein. «Mein lieber Hennings, das freut mich aber. Ich habe schon gehört. beglückwünsche Sie !» Herr Studiosus also. Ich ÄUTOMOBIL-REVUE 1930 — N* 10 Worüber ärgern Sie sich ? stochen aufgefunden wurde, ohne dass der 5 21,700 Ursachen, die zum Aerger führen, Mörder entdeckt werden konnte, hat Professor Carson von der Rochester- Nach langen Arbeiten in den Archiven der Universität in zwanzigjähriger Forschungs- Oper wurde nunmehr festgestellt, dass daarbeit registriert. Die Versuche hat er an mals ein Schotte namens Mac Breck wegen 750 verschiedenen Personen vorgenommen, religiöser Verfolgungen aus seiner Heimat Er stellte fest, dass die Frauen mehr zum nach Lissabon flüchtete und hier dem Opern- Verärgertsein neigen als die Männer. personal beitrat. Es ist nunmehr nicht mehrzu bezweifeln, dass Mac Breck der Mörder Er will in ein vatikanisches Gefängnis. der Sängerin Arletti war, und dass der Pa- Im vatikanischen Territorium in Rom pagei seit über 100 Jahren den Schreckenswurde ein Mann im Petersdom überrascht, **rei wiederholt den die Sängerin auswie er mit einer Leimrute Geld aus den Opstiess > als der Morder das Zlramer betrat " ferstöcken fischte. Bei seiner Festnahme ver- DJ 6 Sprachen Europas und der Welt langte der Dieb in ein vatikanisches Gefäng- Eim interessante Statistik. L ?^? S Bunte Chronik aus aller Welt vatlkanisclies uetangms giot Der dufch den Krieg und die Nachkriegszeit es nocu ment. hervorgerufenen Veränderungen ist bestmög- Nein, England hält den Schlafrekord. lieh Rechnung getragen worden. In einem _ , ,. _ , , Anhang veröffentlicht M. L. Tesniere eine England protestiert gegen die Behauptung, Statistik der in Europa und ^ der Welt ^ dass der Mann, der wegen seiner 15jahngen nütz{en Sp, rachen> För Europa wurden dio Schlaflosigkeit als medizinisches Phänomen UmgangsSp rach e n in 36 Staaten nach dem angestaunt wird, mit dieser Leistung einen stand vom 31> Dezember 1926 erfasst. Da die Rekord aufgestellt hat. In Heaton bei New- Durch{ührurig der Sprachenstatistik in den castle lebt ein Mann namens E.T. Mäher, einzei, nen Län dern nicht einheitlich ist und Kolorualwarenhändler seines Zeichens, der, woW auc]l jQ manchen FäHen durch politiwie glaubhafte Zeugen bestätigen, seit mehr sche Rücksichten beeinflusst sein mag, darf als 20 Jahren kein Auge zugetan hat. Er notwendigerweis© dem Gesamtergebnis keine diente im Krieg im York and Lancaster- objektive Richti g keit beigemessen werden, Regiment und brachte es dort zu all- Auch ^ - n mehrtTea staaten keine Spra . gemeiner Beliebtheit, weil er freiwillig die chenstatisti3c vorhanden, so dass der Ver« Nachtwachen aller seiner Kameraden auf sich {asser zum TeH auf Schatzungen angewiesen nahm. Der Mann hat sich bereits allen er- war denklichen Operationen unterzogen, aber bis- Von den m in EuTopa gesprocneneQ Spra^ her hat ihm noch kein Arzt helfen können. chen shld nach der ^ der Europäerj diQ Die gefährlichen leuchtenden Zifferblätter. ste als Umgangssprache benützen, die wich- In den Vereinigten Staaten, aber vielleicht Sprachen Zahl der Personen auch in anderen Ländern, hat man in den (in Tausend) letzten Jahren zahlreiche Fälle ernster Ver- *• R^si^si ä ssosamt) 70 054 112576 giftungen bei Arbeitern und Arbeiterinnen EJetaussisch 83 945 konstatiert, die in Fabriken tätig gewesen Weissrussisch 6621 sind, in denen im Dunkeln leuchtende Farben Tatarisch 1 756 erzeugt werden. In Erinnerung ist noch die jj. deutsch fvno* aufsehenerregende Massenvergiftung in einer 4! italienisch 40 808 amerikanischen Fabrik, in der Radiumziffer- 5'. Französisch 39 842 blätter hergestellt wurden. Das Arbeits- 6. Polnisch 23177 * Es hat geregnet. Der nasse Asphalt ist übergössen vom Licht der Bogenlampen. Es ist schon halb siehen. Die Leute haben es eilig und streben schnell vorüber. Hans Hennings verharrt auf seinem Fleck und starrt auf das Gartentor da drüben. Endlich geht die Tür auf ... Erna. Haas Hennings tritt auf sie zu. «Gulen Abend.» «Ich muss gleich wieder hinein.» departement der Vereinigten Staaten hat desn - Spanisch 15 936 «Wollen Sie gar nicht mit mir kommen ?» halb eine eingehende Untersuchung ange- &; Holländisch 11570 «Doch ein kleines Stück nur, ein ganz kleines.» stellt und kürzlich einen Bericht über das Er- 10. Ungarisch 10190 Sie gehen stumm nebeneinander. Blau© Wolken gebnis der Nachforschungen veröffentlicht. 11. Serbisch-kroatisch 9 327 tanzen um den Mond. Sterne klingen auf, verlöschen, klingen auf. Die Lampen einer Waldwirt- In dem Bericht wird empfohlen, die techni- M 12 / Portugiesisch 8148 schaft flackern im Winde und gehen unter hinter sehe Verwendung von Radium so viel als . *?

N° 10 — 1980 AUTOMOBIL-REVUE Das Radio-Gehirn im Maschinenmenschen. Der Professor an der New Yorker Universität, William Mactavish, hat einen neuen Maschinenmenschen konstruiert, der für besonders genaue Untersuchungen im chemischen Laboratorium geeignet ist Er besitzt, um «kaltes Licht» zu produzieren, ein Radiogehirn und ist damit in der Lage, das Goldgewicht in verschiedenen Legierungen zu bestimmen, wozu erst ein längerer chemischer Prozess notwendig wäre. Der Maschiaenmensch besitzt ein «elektrisches Auge», das für Farbunterschiede 150mal so empfindlich ist als das menschliche Auge. Humoristen gesucht zur Hebung der Börsenstimmung. Auf einem Bankett der New Yorker Theaterdirektoren wurde auch da-rüber Klage geführt, dass die Theater es nicht verstanden hätten, sich dem Unterhaltungsbedürfnis des Publikums anzupassen. Einer der Redner brachte die Ansicht befreundeter Wallstreet- Matadoren zum Ausdruck, dass das Theater Anstrengungen machen müsse, um die schlechte Stimmung, die aus den Börsenver- Justen in den letzten Wochen hervorgegangen sei, zu beseitigen. Dem Durchschnittstheater fehlen die Humoristen, wird an der New Yorker Börse behauptet. Nur Humoristen können diejenige optimistische Stimmung erzeugen, die den amerikanischen Geschäftsmann überwinden. instandsetzt, Krisenzeiten zu Tödliche Schallwellen. Von den seinerzeit so berühmten Todesstrahlen ist es in den letzten Jahren recht still geworden, nachdem sich alle Behauptungen kühner «Erfinder», die sie entdeckt haben wollten, mehr oder weniger als Schwindel herausgestellt hatten. Jetzt ist aber in Amerika ein Verfahren ausgearbeitet worden, mit dessen Hilfe tatsächlich Strahlen erzeugt werden können, die den erwähnten Namen verdienen. Es handelt sich — wenigstens vorläufig — allerdings nicht um eine auch dem Menschen gefährliche Strahlenart, sondern ihre Wirkung macht sich mehr im Kleinen bemerkbar, dies aber in einer recht intensiven Weise. Fische, die man in den Bereich der Strahlung bringt, werden sofort getötet, der Aufbau von Pflanzen wird zerstört, und den Finger soll man besser den Strahlen nicht aussetzen, da sie Brandblasen verursachen. Das Sonderbarste bei diesen Todesstrah- Jen en miniature ist aber ihre Entstehung; —> sie sind nichts anderes als Schallwellen, allerdings solche besonderer Art Man kann nämlich durch geeignete elektrische Behandlung gewisse Kristalle so in Schwingung versetzen, dass sie Schallwellen von ausseTordentlich hoher Frequenz ausstrahlen. Hören kann man allerdings diese Schallwellen nicht, da sie ausserhalb der Aufnahmefähigkeit des menschlichen Ohres für Schallschwingungen liegen, aber ihrer Wirkung tut das keinen Abbruch, wie die bezeichneten Experimente beweisen. Erwähnenswert sei noch, dass man auch in Deutschland bereits seit längerer Zeit mit derartigen Schallstrahlen arbeitet. Irgendwelche Gefahr für den Menschen wird auch in Zukunft durch die neue Strahlenart kaum entstehen, dazu ist die in Betracht kommende Energie zu gering. Das Hotel des Boxers. Jack Dempsey besitzt in Florida ein Hotel, ausgestattet mit allem Luxus und jedem Komfort, einen wahren Palast, in welchem die amerikanischen Multimillionäre absteigen. Vor einigen Wochen erschien dort spät abends ein alter Mann, welcher eine kleine Handtasche trug, und verlangte ein Zimmer. Drei Tage lang wohnte er dort und zahlte — dann weigerte er sich, noch einen Cent herzugeben. Als man ihm drohte, er würde hinausgeworfen, sagte er: «Sagen Sie Jack, dass der alte .Tommy' aus Denver in seinem Hotel wohnt, dass er aber keinen Cent mehr zum Zahlen hat.» Man telegraphierte an Dempsey, der gerade in New York war und sofort kam die Antwort: «Wenn der alte Tommy aus Denver keinen Cent mehr besitzt, ist das in seinem Alter sehr traurig. Aber Jack erinnert sich der ausgezeichneten Stunden, die ihm Tommy gab, und dieser soll in seinem Hotel bleiben und dort verpflegt werden, unter der Bedingung, dass er nicht mehr als zwei Pfund Roastbeef am Tage isst». Tommy blieb und lässt jeden Tag vor seinen Augen die beiden Pfund Roastbeef abwiegen. Katzengeschichten. Kürzlich verlegte, wie dem «Seetaler» geschrieben wird, ein Gewerbetreibeader seinen Wohnsitz von Thierachern bei Thun nach Zofingen. Die Familie nahm bei der «Züglete» auch ihr geliebtes «Büsi» mit. Damit es ihr nicht entlaufe und sich an die neuen Verhältnisse gewöhne, hielt sie das Tier einige Zeit in Gewahrsam. Als die Leute die Katze mit den neuen Verhältnissen vertraut glaubten, Hess man ihr volle Freiheit, aber damit war sie auch gänzlich verschwunden. Nach zehn Tagen kam von Thierachern Bericht, dass das «Büsi» in der Morgenfrühe sich vor der frühern Wohnung eingestellt habe und durch «Miauen» Einlass und Verpflegung suchte, was dem treuen Tier auch gerne gewährt wurde. Die Anhänglichkeit ans Haus ist bei den Katzen hoch entwickelt, aber dieser Heimatsinn, mit dem dieses «Büsi» die ausserordentliche Entfernung, die Strapazen und den Hunger überwand, ist ein so seltenes Vorkommnis, dass seiner Erwähnung gebührt. — Hund und Katze sind sonst sprichwörtliche Feinde. Nun hat sich im Zeichen des Weltfriedens ein weiteres Katzenidyll bei einem Tierfreunde in Zofingen abgespielt. Sein Hündchen und seine Katze hatten fast gleichzeitig Junge zur Welt gebracht. Daran ging das wertvolle Hündchen ein. Um dessen Nachwuchs zu retten, wurden die zwei kleinen Tierchen der Katze zum Erziehen ins Nest gelegt. Der Versuch gelang, die Katzenmutter ernährte und pflegte die kleinen Hündchen mit derselben Sorgfalt wie ihre eigenen Lieblinge. Edgar Wallace in Verlegenheit. Edgar Wallace, der berühmte Erzähler, der schon so viele Rätsel gelöst hat, steht nun selbst vor einem Rätsel, das er sich nicht zu erklären vermag. Das ist allerdings nur auf den ersten Blick verblüffend, denn wenn man bedenkt, dass Wallace die Rätsel, die er in seinen Büchern gelöst hat, vorher selber konstruiert hat, im vorliegenden Falle aber das Rätsel ohne sein Zutun entstanden ist, so findet man die Sache weniger seltsam. Das Rätsel hat diesmal Dickie, das Lieblingshündchen des sechsjährigen Töchterchens des Erzählers, Wallace aufgegeben. Dickie spazierte eines Morgens aus dem Hause, ohne eine Spur zu hinterlassen, und ist seither verschwunden. Penelope, Wallaces Tochter, weiss noch nicht, dass ihr Liebling vermisst wird und da sie glücklicherweise keine Zeitungen liest — dort wird vonWalaces Missgeschick, des langen und breiten erzählt —, wird sie das Unglück nicht so bald erfahren. Wallace aber fühlt, dass das Verschwinden Dickies seine Ehre tangiert und richtet deshalb in den Zeitungen an alle Welt die Aufforderung, ihm Angaben zu machen, die zur Ausforschung des entlaufenen Hundes beitragen könnten. Für die Beschaffung Dickies hat er eine Belohnung von einem Pfund Sterling ausgesetzt, was keine hohe Summe ist. Doch wahrscheinlich will er die Lösung des Rätsels sich selbst vorbehalten. Humoristische Ecke Die Begrüssung. Der Betrieb beginnt um 9 Uhr. Fräulein Jutta erscheint 9.15 Uhr. Niemand macht ihr Vorwürfe; man weiss, der Herr Direktor liebt es, in ihre schönen Augen zu sehen. Fräulein Jutta ist merklich müde, aber sie beginnt ihre Tätigkeit an der Schreibmaschine. Um 10 Uhr erscheint der Herr Direktor. Er müss durch das Hauptkontor. «Outen Morgen», sagt er märkig und schreitet dem Privatraum zu, «Guten Morgen, iierr Direktor», erschallt es fast militärisch im Chor. Fräulein Jutta fährt auf aus Wachträumen. Sie sieht den Mann sich nahen, diesen Mann, den — der — und sie ist nur entrückt, als sie zärtlich erwidert: «Guten Morgen, Liebling ...» Der Engel der Stille und Erstarrung schreitet durch das Lokal. Unter seinem Schutz erreicht der Herr Direktor das Privatkontor und sinkt ohnmächtig in einen Sessel. Das Ausland lacht Um 4 Uhr morgens trat der Gewohnheitsbummler aus dem Nachtclub auf die Strasse. «Um Gottes willen, was ist denn das hier für ein merkwürdiger Geruch?» «Das, mein Herr,» antwortete der Portier, »das ist frische Luft.» (Humor.). Eine neue Art Armbanduhr zieht sich durch die Armbewegungen des TTägers selbst auf. — Welcher Nationalität hat wohl der Mann angehört, der nach einem Gespräch von fünf Minuten bemerkte, dass seine Uhr überdreht war. (London Opinion.) «Der Gewinner des Loses auf zwei Meerschweinchen, vom Pfadfinderfest am Sonnabend wird aufgefordert, sich zu melden. Der Gewinn hat sich inzwischen auf vier Meerschweinchen vermehrt.» (Southern Rhodesia Paper.) RADIO IN JEDEM HEIM! Es wird berichtet, dass ein Mann on sei* ner Taubheit geheilt wurde, während er einen Tonfilm ansah. — Schreckliches Pech* dass die Kur gerade da gewirkt hat! (London Oi>Mon.y MEINE — RADIO-MOBEL (ges. gesch.) Elegant - Praktisch - Bequem - Schaffen Ordnung A mit eingebauter Bah- ** xnenantenno, f. Platte oder 2 Fach, oben für Radio und Grafcmophonctabau eingerichtet. Ig^S^llnElohan Fr. 210.- A r ta (K 0 ° e0 * Apparat, nn- Ml Id V» ten JÜI ali e Geräte. Appuatpbtte: 18 x 48 cm\in Elchen Fr. 140.- 20 x 53 cm/In Nussbaum Fr. 150.- 20 x 60 cm\in Eichen l.115.-, NuMbaum Fr. 125.-. Arta n in Ia. Hartholz, mit MI IO fc/ Schublade u. 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Jedem wird etwas geboten, jeder Geschmack wird befriedigt, nur zu seiner Zeit. Wie wir auch nicht in das Theater gehen, wenn wir uns von einem Stück nichts versprechen oder wenn eine Tragödie gegeben wird, während wir gerne Lustspiele sehen, so sollen wir auch nicht jedes Radioprogramm abhören, nur weil wir einen Empfänger besitzen und die Konzession dafür bezahlen. Wir gehen auch nicht in den Kino, wenn wir aus dem Programm entnehmen können, dass wir uns für dieses Stück nicht begeistern können. Warum wollen wir deshalb vom Radio verlangen, dass er immer und zu jeder Zeit gerade unsern Geschmack trifft? Hat es nicht noch Tausende von Hörern, denen vielleicht gerade diese Darbietung, die uns nicht viel bedeutet, zusagt? Man überlege sich diese wenigen Sätze einmal, und man wird zum Schlüsse sagen, dass viel Wahrheit darin liegt. Also Radiohören muss verstanden werden. Man böro nur dann, wenn wir dazu das Bedürfnis haben und wenn uns das Programm zusagt. Und wie leicht man heute ja an diesem grossen Fortschritt des 20. Jahrhunderts teilnehmen kann. Wir haben es nicht mehr nötig, eine Viertelstunde vor dem Empfänger zu sitzen und an verschiedenen Knöpfen und Hebeln zu drehen, um irgendeine Station zu hören. Wir drehen jetzt nur noch an einem Knopf, stellen dio gewünschte Station ein und reglieren noch die uns zusagende Lautstärke. Wie bequem und praktisch. Auch der Lautsprecher befriedigt uns heute. Erstens ist er mit einem hübschen Kleide verseben, der alte, bässliche Trichter ist verschwunden, der jedes Zimmer verunstalten musste. An 6eine Stelle ist heute ein trichterloser mit einem einwandfreien Holzgehäuse, das sich der Zimmereinrichtung anpasst,, getreten. Auch die Empfänger selbst sind nun ein Schmuckstück geworden. Welche edle Linien besitzen die neuen Modelle, das rein technische Moment ist verdrängt worden, aus dem technischen Apparat ist ein Hausmöbel, das nicht mehr auffällt, geworden. Vorbei ist auch die Zeit, da ein Drahtverhau einen solchen Empfänger begleitete. Vorbei die Zeit der Akkumulatoren und Batterien, mit denen der gewöhnliche Sterbliche nichts anzufangen wusste. Diese ^ waren ihm böhmische Dörfer, die ihm, eben gerade darum, weil er nichts von ihnen verstanden hat, viel Kosten auferlegten. Wir drehen heute an einem Schlüssel oder drücken auf einen Knopf, und schon können wir hören. Das Mädchen für alles, die Elektrizität, speist unsern Empfänger. Ueberall, wo wir eine Steckdose haben, können wir auch einen Radioempfänger in Betrieb setzen. Der Draht, der zur Wasserleitung oder zur Zentralheizung, am Boden befestigt, läuft, stört uns nicht, denn er ist gar nicht zu sehen, auch ist er keine Gefahr für uns. Wir können uns den Empfänger gut von innen ansehen, können sogar mit den Händen, was ja absolut notwendig zu sein scheint, diesen und jenen Teil berühren, ohne Gefahr zu laufen, Voltas Froschechenkelversuch an uns selbst zu erleben. Beim Oeffnen des Deckels wird der elektrische Strom automatisch ausgeschaltet, und jeder Teil liegt friedlich da, ohne jene geheimnisvolle Kraft, die ihn erst zum Leben erweckt und uns die Nacht zum Tag machen kann. Aber auch, wenn wir noch keinen modernen Empfänger besitzen, so hat sich doch auch verschiedenes geändert. Wenn wir früher den Apparat auf einem x-beliebigen Tischchen aufstellten, so wurden Akkumulator und Batterie auf den Boden oder auf einem Tablar aufgestellt, und die Drähte führten nun in allen Farben und in einem Wirrwarr zum Empfänger selbst. Heute haben wir doch den Apparat in einem Schränkchen, in dem auch die Speisungsquellen bequem Platz haben. Das Technische der ganzen Angelegenheit verbergen wir in einem Möbel, das sich seiner Umgebung anpasst. Auch die Arbeit des Ladens oder des Zum-Ladenbringens wurde uns abgenommen. Wir haben den Kleinlader, der uns stets den Akkumulator mit neuer Kraft füll);, so dass er immer zum Gebrauch bereit ist. Wieviel dieser Fortschritt bedeutet, kann nur der ermessen, der seinen Akkumulator zur Ladestätte transportieren musste. Schon das Gewicnt desselben wurde unangenehm empfunden, viel mehr aber der Umstand, dass man wahrend dieser Zeit ohne Radio sein musste. Oder erst dann, wenn es die Tücke des Objektes wollte, dass gerade bei einer schönen Darbietung der Empfang immer schwächer und schwächer wurde. Ein bisschen Enthusiasmus gehörte damals zum Radiohören, heute kann man nur Freude daran haben. Radio im eigenen Heim sei deshalb der Wahlspruch des Lesers. Radio wird ih r" manchen Genuss verschaffen, wird ihm manchen verregneten Sonntag oder Abend verkürzen und erbellen, Radio bringt ihm die grosse, schöne Welt ins Haus. -er- Seien Sie versichert, dass einer korrekten Radio- Neueinrichtung oder -Modernisierung, -Instandetzung oder -Revision •— heute mehr denn je Schneller als der schnellste Wagen führt Sie der gute Radio- Apparat in die Stadt nach der Sie sich sehnen. Die Welt wird kleiner von Tag zu Tag. Setzen Sie sich mit ihr in Verbindung mit einem guten Philips-, Lorenz- oder Telef unken - Apparat. Ich führe alle drei Marken, weil sie die besten auf dem Weltmarkte sind. Schreiben Sie mir, womit ich Ihnen dienen kann, ich rate Ihnen gerne. E.HÄBIG, ERMATINGEN Radio - Spezialhaus Mit den Fragen einzusenden an Laboratorium Oberingenieur P.JARAY, Brunnen wirklich gewachsen ist. Radio soll nicht Aerger, sondern Freude bereiten! Sohreiben Sie so bald wie möglich Ihre Wünsche an Alle Anfragen und Aufträge werden in der Reihenfolge des Einlaufs erledigt. Sprechstunden: Montag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr. Coupon für Gratis-Beantwortung von drei radiotechnischen Fragen. Name: Adresse:. xxixi- der erfahrene Fach-Ingenieur Oberingenieur P. JARAY BRUNNEN