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E_1930_Zeitung_Nr.006

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — Zusammenfassend kann man über die Probleme, die von den gewissenhaften Motoren- Bauern jetzt hauptsächlich bearbeitet werden, folgendes sagen: Es muss gelingen, die Frage der Kolbenschmierung besonders in der Anfahrperiode zu lösen, wozu eine Zusatzschmierung erforderlich sein wird. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Oeltemperatur auch im Winter schneller ansteigt als bisher, wozu wahrscheinlich eine veränderliche Oelkühlung erforderlich sein wird. Schliesslich müssen die Temperaturen in den Lagern festgestellt werden. Erst dann wird es gelingen, was angestrebt wird, Fahrstrecken von 300,000 km oder Betriebszeiten von 10,000 Stunden ohne wesentliche Reparaturen zu erreichen. Zum Vergleich sei angeführt, dass Dampflokomotiven eine Lebensdauer von 2 Millionen Kilometer mit mehrmaliger Ueberholung haben, und dass stationäre Maschinen oft 40,000 Betriebsstunden ohne jede Reparatur durchhalten müssen. Selbstverständlich muss man immer berücksichtigen, dass keine Maschine einem solchen Wechsel von Leerlauf auf Voll-Last sowie anderen Beanspruchungen durch ungleichmässige Fahrbahn und schlachte Bedienung ausgesetzt ist, wie der Automobilmotor. Te«li I. Antwort 7485. Garagenproblem. Seit 3 Jahren besitze ich eine Eternit-Garage, mit welcher ich iehr zufrieden bin. Nachdem die Garagenfrage durch diese Eternit-Garagen in finanzieller wie bautechnischer Beziehung wirklich gelöst ist, möchte ich meine Erfahrungen den Garage-Interessenten nicht vorenthalten. Dass sich Eternit als Bedachungs- und Wandverkleidungsmaterial seit bald 20 Jahren bestens bewährt, habe ich an eigenen Bauten erfahren. Aber auch die Isolationsfähigkeit der Wände ist eine ausgezeichnete. Die von den Erstellern gemachten diesbezüglichen Angaben erweisen sich als vollberechtigt Im letzten strengen Winter genügte mir ein venez essayer gratuitement et sans engagement nos nouveaux modeles 1930 MONASIX et VIVASIX 6cyl.8CV 6cy|.17CV votre heure sera la nötre GARAGE DES NATIONS rue de Lausanne, GEN&VE Lastwagen S P 4 Tonnen, zu verkaufen wegen Anschaffung eines grösseren Wagens, Modell 1924, mit elektr. Licht, vorn Luftpneus, hinten Hohlreifen, Bereifung neu, Brücke mit Galeriedach, Wagen in tadellosem Zustand. — Offerten unter Chiffre 43399 an die Automobil-Revue. Bern. Autoreparatur- Werkstätte mit Maschinen, Werkzeugen und Transmission, in gutem Zustand. Ev. Zahlungserleichterung. 8375 Offerten unter Chiffre Z 1564 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. 4 Tonnen, in modernster Ausstattung, mit neuer Luftbereifung, Anlasser und elektr. Beleuchtung. Ganzer Wagen wie neu. 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Kleinauto RosengarL Zuschriften weitergeleitet. Eed. Frage 7498. Gelbscheiben bei Nebel. Zuschrift weitergeleitet. Red. Frage 7491. Zugwindschutz bei Limousinen. Wir ersuchen Sie hb'fl., in den Fragekasten folgendes aufzunehmen : Ist eine Vorrichtung oder ein Patent bekannt. welches den Zugwind bei Motorfahrzeugen auch bei geöffneten Fenstern ausscbjiesst? H.'S. Frage 7492. Garagen-Problem. Mit Recht würde kürzlich in diesem Blatte darauf hingewiesen, dass die Garagenfrage es manchem Interessenten verunmögliche, einen Wagen zu kaufen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich die Frage an unsere Garagenbesitzer stellen, wie sich die Eternit-Garagen bewähren. Weitere Antworten durch die Redaktion erwünscht. w. Fraae 7504. Vorderadantrieb an Lastwagen. Der Vorderradantrieb ist meiner Auffassung nach im Kommen. Der erste Personenwagen dieser Art war ja am letzten Pariser Salon zu sehen. Wie steht es aber mit dem Vorderradantrieb für Lastwagen? Bietet derselbe nicht noch mehr Vorteile? A. G. in B. Antwort: Der Gedanke, beim Lastwagen mit vorn liegendem Motor den Antrieb nicht von der Hinterachse, sondern von der Vorderachse aus vorzunehmen, ist naheliegend, da auf diese Weise die erhebliche Energiemengen durch Reibung verzehrende Kardanwelle überflüssig wird. Welche grosse Bedeutung diesem Wegfall der Kardanwelle beigemessen wird, geht aus der Tatsache hervor, dass wiederholt der Versuch gemacht worden ist, den Motor nach hinten zu verlegen ; doch stehen dieser Lösung Nachteile gegenüber, so die Aus Gesundheitsrücksicht zu verkaufen : Marke PEUGEOT, Modell 1928, wenig u. sehr sorgfältig gefahren, 4 Zyl., ca. 8 PS, Vierradbremsen, bei sofortiger Wegnahme nur Fr. 3000.—. Anfragen an: A. Landolt, Stäfa. Telephon 128. 43397 Hr.1 Nr. 2 Nr. 3 Nr. 4 ungenügende Kühlluftzuführung und die grössere Gefahr für die Insassen, welch letztere sich bei Unfällen mannigfacher Art, insbesondere bei Zusammeostössen daraus ergibt, dass der schwere Motor infolge der Trägheit der Miassen nach vorn geschleudert wird. Derartige Nachteile sind beim Vorderradantrieb nicht zu verzeichnen, vielmehr ist man längst zu der Erkenntnis gelangt, dass der gezogene Wagen günstigere Fahreigenschaften schobene Wagen, ausserdem infolge Wegfalls der Kardanwelle eine bessere Energieausnutzung mit sich bringt und sonst noch Vorteile zeitigt. Daher hat man auch Personenwagen mit Vorderradantrieb herausgebracht. In neuerer Zeit sind nun auch mit Lastwagen mit Vorderantrieb Versuche gemacht worden, und es hat sich gezeigt, dass sich hierbei noch einige weitere Vorteile ergeben. Insbesondere ergibt sich durch den Wegfall der Kardanwelle ein günstigerer Laderaum, und zwar kann der Laderaum so niedrig gelegt werden, dass das Ein- und Ausladen der Güter bedeutend erleichtert wird, lt. Frage 7505. Lichtmaschinen-Regelung durch dritte Börste. Wie kommt die Stromregelung bei solchen Lichtmaschinen, die mit einer sogenannten dritten Bürste ausgerüstet sind, zustande ? R. G. in Z. Antwort: An Hand der beiden bestehenden Skizzen, von denen die erste eine Dynamo ohne dritte Bürste und die zweite eine solche mit dritter Bürste zeigt, werden Sie die Wirkungsweise der Regelung ohne weiteres verstehen. In beiden Fällen erfolgt die Erregung der Feldmagnete im Nebenschluss, d. h. unabhängig vom Verbrauchs-Stromkreis. 14—16-PL, mod., mit Verglasung, 15—17 St.-PS, 14/17plätzig, mit Verglasung, Führersitz u. Brücke 1927 abnehmb. Karosserie, geg. Allwetter, in vorzügl. Zu-Kassastand, 25000 km gefah- Chiffre 43316 an die Fr. 6500.—. 43400II — Offerten unter (1800 kg). 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Bern, Dienstag 21. Janaar 1930 ,Aatomobil-Revae" No. 6 99 Im heutigen Autler-Feierabend": Seite Die Jagd nach den Rekorden 11 Die kleine Zettlerin 12 Bunte Chronik 12 Die Seite der Frau 13 Tourenspreohsaal 14 Ein neues Tonfilm-Auto In der deutschen Zeitschrift «Kinotechnik» wird eine fahrbare Tonaufnahmestation eingehend beschrieben, welche soeben in einem Berliner Werk fertiggestellt worden ist. Es handelt sich um ein geräumiges Automobil mit fast geräuschlos laufendem Motor, so dass auch während der Fahrt vom glatten Dach des Wagens aus Tonfilmaufnahmen möglich sind. Der Motor hat 70 PS, die mittlere Fahrgeschwindigkeit beträgt 55 km/Std. Ausser der gesamten für Ton- und Film- Aufnahmen benötigten Apparatur werden sechs bis zehn Personen befördert. Somit ist auch während der Aufnahme genügend Platz im Wagen vorhanden, so dass jeder seine Arbeiten ungehindert verrichten kann. Das Innere ist dreigeteilt: Führersitz mit Gepäckraum, Dunkelkammer und — am grössten — der Tonaufnahme-Raum. Seitlich zwischen den Rädern sind Akkumulatoren- Batterien, an der Rückseite Kabeltrommeln mit 200 m Kabel für Kameras und Mikrophone eingebaut. Die Kabel enthalten die Stromzuführungs- sowie Fernsprech- und Signalleitungen. Durch Anstecken der Reservekabel werden 300 m Gesamtlänge erreicht. Alle empfindlichen Apparate sind auf Schwammgummi gelagert. Probeentwicklungen werden mit besonderer Einrichtung für Bänder bis 15 m Länge vorgenommen. Die Ausrüstung mit den am Aufnahmeort erforderlichen Geräten besteht in zwei Bild-Aufnahme-Apparaten und vier Mikrophonen. Drei bis vier Minuten nach Ankunft ist alles aufnahmebereit. Gerade die Aufnahmen im Freien bedürfen keiner ängstlichen Fernhaltung von Nebengeräuschen, die der Zuschauer vielleicht noch sogar als Verstärkung der Natureindriicke empfindet. Die Mannschaft des Wagens, geleitet vom Erbauer Ing. Dustmann, •wird voraussichtlich rasch aufeinander eingespielt sein, worauf es ja bei der uns noch vollkommen neuen Tonaufnahme-Technik wesentlich ankommt. F E U I L L E T O N Der eiserne Wagen Kriminal-Roman von Sven Elvestad. Fortsetzung aas dem Hauptblatt. Gott mag wissen, was er eigentlich trieb! Soweit ich sehen konnte, beschäftigte er sich auch nicht im geringsten mehr mit Nachforschungen. Wenn er zufällig den Eigentümer Gjaernaes auf seinen Spaziergängen traf, sprach er mit ihm über die Ernteaussichten. Eines Tages erschienen schwarze Gestalten zwischen den lichten Schwärmen der Sommergäste. Die Familie des Toten war angelangt, um die Ueberführung der Leiche zu regeln. Aber die Leute mit den Kreppschleiern und den weissen Taschentüchern in den schwarz behandschuhten Händen verschwanden bald wieder. Krag hatte sich nicht einmal bemüht, die Familie zu begrüssen, und alles blieb wie zuvor Inzwischen arbeiteten der Amtsvorsteher und die übrige Ortspolizei unabhängig von dem Detektiv. Der Amtsvorsteher radelte, fuhr hin und her und hatte schrecklich viel zu laufen. Aber er kam der Lösung des Rätsels deshalb doch nicht um Haaresbreite näher. Der Gedanke, dass es sich doch um einen Raubmord handeln mochte, war nicht länger von der Hand zu weisen, denn es verbreitete sich die Kunde, dass der Forstmeister zu jener Zeit im Besitze eines Geldbetrages von einigen hundert Kronen gewesen war und Ein dunkler Blick in die Zukunft! Mr. Sidney Dark, Herausgeber der Church Times, hielt auf einer Tagung des Soroptimist Club im Criterion Restaurant in Lon- anmassender sein, als sie es bisher schon don eine Rede, in der er den schrecklichsten ist, und das vielleicht so weit treiben, dass Befürchtungen über die zukünftige Ent- sie die Ueberhand über die männliche Hälfte Wicklung der Frau zum Ausdruck verhalf, gewinnen wird. Mr. Darks Stimme über- Nach seiner Ansicht wird sie noch ungemein schlug sich bei Schluss seiner Ausführungen. Die Jagd nach den Rekorden Eine Galerie des Blödsinns Wir leben im Zeitalter der heftigsten Konkurrenzen, die Freude am Superlativ begeistert und verführt die Massen dazu, immer neue Höhen-, Spitzen- und Gipfelleistungen aufzustellen. Jeder erste beste will der beste Erste werden, und so schiessen an allen Ecken und Enden die eigenartigsten Kampfveranstaltungen aus dem Boden, aus den ungeahntesten Dingen werden Wettbewerbe, deren Ausgang die darauf wartende Welt mit einem neuen Rekord beglückt. Flugs trägt der Draht den Namen und die Tat des stolzen Helden um den Erdball, aber bei so manchem derartigen Rekord fragt man sich kopfschüttelnd, ob da nicht schon der Psychiater zuständig sei. Das abgelaufene Jahr brachte uns eine Unzahl solch kurioser Weltmeisterschaften, und es soll gleich gesagt sein, dass Europa diesbezüglich nicht hinter, sondern ebenbürtig neben Amerika marschiert. Vor allem gilt dies für die Ess- oder besser Fressrekorde. Louis Karansky, ein biederer Einwohner Chicagos, ist zwar im Lexikon noch nicht verzeichnet, aber im Buche der Rekorde prangt seine Name golden als unbestrittener Meister im Eieressen; er bewältigte 40 rohe Eier in 79 Sekunden. Vor drei Zeugen, deren einer sogleich den neuen Champion in die erforderliche ärztliche Behandlung nahm. Der Neger Washington Hartem in Boston blieb Weltmeister im Austern schlürfen, und in dem Wettbewerb der Pfannkuchenesser, der zwischen den Städten New York und Philadelphia ausgefochten wurde, blieb nach scharfem Endspurt New York Sieger. Ein Wiener hält bis auf weiteres den Rekord im Knödelessen; er brachte es bei einer wohlkontrollierten Veranstaltung in einem Vorstadtgasthaus auf gut gezählte 69 Stück. Sein letzter Partner gab kurz vorher wegen Bauchgrimmens auf. Den Rekord in der Teilnahme an Banketten beansprucht Mr. Chair, der Präsident des Touring Club de France, für sich. Nach dem Jahresbericht des Clubs hat er an mehr als 400 Banketten teilgenommen und dabei auch jedesmal geredet. Die «Kochkönigin» aber weist Deutschland auf; Frau Elis Geissler-Berlin erhielt auf dem Reichswettkochen als schnellste Köchin den ersten Preis. Die im Wettrauchen des Deutschen Raucherbundes aufgestellte Bestleistung im Langsamrauchen wurde jedoch bald von einem _ Wiener übertroffen, der an seinem Glimmstengel fünf Stunden dass er ein. grünes Taschentuch von gepresstem Krokodilleder besass. Weder das Taschentuch noch das Geld waren aber bei der Leiche gefunden worden. Andererseits sprach gegen die Annahme eines Raubmordes doch auch wieder, dass seine goldene Uhr und seine Ringe bei ihm gefunden worden waren. Immerhin wurden Steckbriefe hinter Zigeunern erlassen, die sich etwa um jene Zeit in der Nachbarschaft aufgehalten haben konnten. Aber Asbjörn Krags Trägheit und Gleichgültigkeit wirkte beruhigend auf die Stimmung. Die Erregung und Nervosität legte sich nach und nach, und das Sommerleben trat wieder in seine alten Rechte. Das düstere Geflüster, das leise, heimliche Geraune wich herzlichem Lachen und Schwatzen auf allen Wegen, und vom Meere herauf klangen wieder die ungeübten Ruderschläge der Badegäste. Der Leser wird sich erinnern, dass ich an jenem Morgen, als Asbjörn Krag auftauchte, um ein anderes Zimmer gebeten hatte. Durch reinen Zufall entdeckte ich damals, dass die Wände den Schall wie ein Fernsprecher wiedergaben, und der Umstand, dass ich in einem Zimmer kein Wort sprechen konnte, ohne dass man es links und rechts davon hörte, regte mich beständig auf. Da aber' zur Zeit nur wenige Zimmer im Hotel frei waren, machte die Wirtin für mich ein solches ausfindig, das wenige Minuten Weges vom Hotel auf einer kleinen Landzunge,' der sogenannten Seehunds-Odde, lag. Dort wohnte ich in einem kleinen Häuschen ganz allein, doch nahm 17 Minuten ziehen konnte und gleichzeitig so nebenbei noch den ersten Preis für die längste Zigarrenasche gewann. 17,131 Worte auf eine Postkarte hat der Belgier August Meunier geschrieben und damit den Weltrekord für Kleinschrift gebrochen, der bisher mit «nur» 11,000 Worten von einem amerikanischen Schneider gehalten worden war. Dieser Rekord hat noch eine zweite Seite. Das grosse Kleinwerk wurde nach einer mühevollen Arbeit von 14 Jahren fertiggestellt, was wohl die längste Zeit sein dürfte, die zum Schreiben einer Postkarte benötigt wurde. Die schnellste Maschinenschreiberin Europas wurde Frl. Odette Piau mit 96 (französischen)Worten in der Minute,während ihre amerikanische Kollegin im Fach, die New Yorker Stenotypistin Germaine Bajot, bei einem von der Gesamtheit der New Yorker Künstler Veranstalteten Wettbewerb um die schönsten Frauenhände der Welt als Siegerin hervorging. Das grösste Juweliergeschäft am Broadway hat sie daraufhin als «Mannequin» für Ringe und Armbänder mit einem Monatsgehalt von 2500 Dollar engagiert, was Fräulein Bajot veranlasste, ihre Hände auf 100,000 Dollar versichern zu lassen. Amerika! Da war Miss Edna Aselin, eine siebzehnjährige Haustochter, die bei einem Fegewettbewerb in Los Angeles die Palme erhielt, weil sie ihren acht Meter langen Bodenstreifen in 38 ""Sekunden am saubersten fegte. Der achtjährige Sonny Albany aber hat die Meisterschaft von Philadelphia im Murmelspiel gewonnen, worüber ihm eine in Leder gebundene Ehrenurkunde ausgestellt wurde. Natürlich schützt auch drüben Alter nicht vor Torheit und so hat Mr. Wilfred Buckins aus Chicago einen Dauerrekord im Tanzen für Achtzigjährige aufgestellt, indem er es auf 6 Stunden 11 Minuten brachte. Den Weltrekord im Tanzen hat der Wiener Willi Gagavzuk mit 79V£ Stunden aufgestellt. Um den Rekord im Klavierspiel wurde das ganze Jahr hindurch heftig geklimpert. Der Amerikaner Kemp war auf ich meine Mahlzeiten nach wie vor im Hotel ein. Einen Tag nach meinem Umzug fragte mich der Detektiv: «Haben Sie keine Angst, so ganz allein zu wohnen?» «Nein,» antwortete ich, «warum sollte ich Angst haben?» «Noch sind die Nächte ja hell,» sagte Asbjörn Krag und blickte zum Himmel empor, «aber später kommen auch dunkle Nächte.» «Ich verstehe Sie nicht.» «Das unheimliche Vorkommnis hat also Ihre Nerven nicht angegriffen?» «Nein.» «Das ist gut; Sie sind gerade der Mann, der mir helfen kann. Ich hoffe, Sie geben noch einige Tage zu.» «Ich bleibe gern noch einige Tage,» unterbrach ich, «und glaube, dass es mir keine Schwierigkeiten bereiten wird, Ihnen zu helfen.» «Nanu?» «Weil ich nicht sehen kann, dass Sie selbst irgend etwas tun.» Asbjörn Krag lächelte und sagte etwas, das mich in diesem Augenblick in Erstaunen setzte, an das ich mich aber bei späterer Gelegenheit wieder erinnerte. Er erwiderte nämlich: «Aber Sie müssen doch zugeben, dass die Zeit vergeht.» «Womit beschäftigen Sie sich eigentlich während des Tages?» fragte ich. «Ich schreibe Briefe,» antwortete er. «Ei- seine 64 Stunden recht stolz, bis der Engländer Max Bridge in Manchester es auf 65 Stunden brachte. Das liess den Wiener Pianisten Geza Ledovsky aber nicht ruhen, er setzte sich hin und spielte 75 S A Stunden, womit er auf längere Zeit hinaus einen Vorsprung gewonnen zu haben glaubte. Aber der Pianist Delhess in Mülheim an der Ruhr vermochte 76K Stunden auf die Tasten zu schlagen, so dass sich Ledovsky zu 77 H Stunden aufschwang. Da kam der Fleischhauergehilfe Otto Braun-Novak, der mit80J^' Stunden die zünftigen Klavierspieler in den Schatten stellte. Als er sich auf die gewinnverheissende amerikanische Tournee begeben wollte, zwang sich Ledovsky zu 82 Stunden, mit welchem er nun Weltrekordinhaber ist. In diese Kategorie zu reihen ist der Nerveuathlet John Barrington aus Ontario, der eine volle Woche Violinspielen — zuhörte, wobei Dilettanten und junge Anfänger den Bogen führten, der wiederholt die übrigen Zuhörer in die Flucht jagte. Meisterküsserin! Mit diesem anziehenden Titel darf sich die bildhübsche Choristin Elise Laureton aus Delmar schmücken. Auf Grund wissenschaftlicher Experimente, die die Beschleunigung des Herzschlages beim Küssen registrierten, ist sie aus dem Wettbewerb um die Meisterschaft der Vereinigten Staaten als Siegeria hervorgegangen. Fünfzehnmal öfter als das ihrer Rivalinnen, die es nur auf eine Vermehrung von fünf bis dreizehn Schlägen brachten, schlug ihr Herz beim Küssen ihres Partners. Ganz aus dem Rahmen fiel wohl der Vornehmheitswettbewerb, der in der C6te d'Azur die internationale vornehme Welt — und was sich dazu zählte ~ vereinigte. Während des Galadiners wurde von einer Geheimjury die Marquise Anna d'Angelos di Bertolini aus Palermo als vornehmste Dame der Welt bezeichnet Zwischen Paris und Boston tobt derzeit ein heftiger Streit darüber, ob ein Franzose oder ein Amerikaner der Ozeanweltrekordfafirer ist Vor einiger Zeit hat man diese Auszeichnung dem Präsidenten der französisch-amerikanischen Handelskammer, Herrn James, zugesprochen, da er unter Beweis stellte, dass er insgesamt fünfundfünfzigmal drüben war, somit hundertzehnmal den Ozean überquert hat. Da regte sich aber der Amerikaner Mr. Peadbody und meldete nach Paris, dass er hundertneunzehnmal das Meer hinter sich gebracht habe, dass also er der Weltrekordler sei. Daraufhin erklärte der siebenundsiebzig Jahre alte James, der nun zu einem ganz einfachen Ozeanreisenden degradiert wurde, dass er es doch noch zuwege bringen werde, den Ozeanfahrerweltrekord zurückzuerobern. Da aber auch Mr. Peadbody den schönen Titel nicht verlieren will, wird wohl in Bälde ein einzigartiges Wettfahren zwischen den beiden stattfinden. nigen Agenten in Christiania habe ich ziem-* lieh viel zu schaffen gemacht mit meinen Auf«* trägen, Erkundigungen einzuziehen, und nun warte ich — auf etwas, das sich erst ereignen wird.» «Ereignen wird?». «Jawohl.» Ich war bei diesem Gespräch gerade im Begriff, nach meinem kleinen Häuschen auf der Landzunge zurückzukehren; Asbjörn Krag begleitete mich, denn er hegte ein auffallendes Interesse für dieses Häuschen. Er sagte unter anderem, es erinnere ihn an ein kleines Leuchtturmwärterhaus, wie es so da 1 draussen auf der Landzunge lag. Als wir uns dem Hause näherten, zeigte er darauf und meinte: «Sehen Sie nun, wie einsam Sie wohnen?« «Ja, gewiss wohne ich einsam.» «Hier ist das letzte Haus, und von hi«r bis zu Ihrer Wohnung geht man noch mehrere Minuten.» «Gewiss — so ist es.» Der Detektiv schüttelte bedächtig den Kopf und ging weiter. Er verliess mich erst an meiner Haustür. Ehe er sich verabschiedete, fragte ich ihn: «Was halten Sie von der Annahme, dass es Zigeuner gewesen sein sollen?» «Sie werden begreifen,» antwortete er, «dass sich Forstmeister Blinde kaum herbeigelassen haben dürfte, irgendeinen Zigeuner zu grüssen, der ihm in jener Nacht begegnete.» /Fnrtsotmno itJnt I