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E_1930_Zeitung_Nr.009

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en seit 1909 für die schweizerische Fremdenmdustrie gespielt hat : 1909 ? V 1910 ? ? 1911 ? ? 1912 ? ? 1913 4.539 6.003 1914 2.339 3.372 19151 SS e 78 53 ° 1918- 1 1919 134 795 1920 1103 2.286 1921 2.214 2.902 1922 3.277 4,007 1923 R.141 3.990 1924 9.054 4.122 1025 15 078 5.125 1926 19.171 5.160 1927 27 762 5.714 1928 41333 6.231 s3 7.840 1R.177 25.716 45.428 56.066 65.624 6.742 7.003 7.910 8.766 10.542 5.711 (272 13 261 907 856 1.776 4.831 — 5.439 — 123 J 149 5 ! 118 — 31 V 69 _ 49 929 + 860 3.389 + 2.460 5.116 + 1.727 7.284 + 2.168 10.131 + 2.847 21.916 + 11.785 36.380 + 14.464 50047 + 13.667 78.904 + 28.857 103.630 + 24.726 1929 59.081 6.508 131.213 + 27.583 Die hauptsächlichsten Faktoren, die die erfreuliche Förderung des internationalen Autotourismus bei uns so sehr begünstigt haben, dürften, abgesehen von der touristischen Anziehungskraft der landschaftlichen Schönheiten unseres Landes und abgesehen vom rasch anschwellenden Automobilbestand des Kontinents, wie folgt zusammengefasst werden : 1. Grössere Freizügigkeit in der kantonalen Automobilgesetzgebung. 2. Erleichterungen in der Einreise der Autos in die Schweiz. 3. Verbesserung unseres Strassennetzes. 4. Abschaffung der kantonalen Taxen. 5. Oeffnung der meisten Strassen für den Automobilverkehr. 6. Vermehrung der Propaganda im Ausland durch Automobilisten-, Hoteliers- und Ver.- kehrsverbände. Diese sechs Faktoren dürften in engster Zusammenarbeit dazu beigetragen haben, der Schweiz den früheren automobüfeindiichen Ruf zu nehmen und sie in die Reihe derjenigen grossen Touristikländer einzureihen, die auch von den Autotouristen gerne aufgesucht werden. Der schweizerische Automobilismus besitzt im Ausland besten Klang, nicht zuletzt auch wegen der schönen Erfolge auf automobilsportlichem Gebiet (Klausenrennen etc.). Wenn noch gewisse Unsitten im Strassenverkehr beseitigt werden können (nicht vorfahren lassen, ungenügendes Ausweichen etc.) wird man die Schweiz bald als das Eldorado der Autotouristen bezeichnen dürfen. Für unsere Hotellerie und die verwandten Gewerbe ist dies von grösster Bedeutung, denn das Automobil bringt unserem Lande Tausende zahlungskräftiger Gäste, die heute ein ansehnliches Kontingent der Touristen stellen. Für St. Moritz betrug z. B. dasselbe im Jahre 1929 rund 16 Prozent der Fremdenziffer. Nimmt man an, dass die 131,213 im Jahre 1929 zu vorübergehendem Aufenthalt in die Schweiz eingereisten fremden Automobile von durchschnittlich drei Insassen besetzt waren, so darf wohl mit einem Zustrom von rund 400,000 Automobilreisenden gerechnet werden. Bei einem durchschnittlichen Aufenthalt von fünf Tagen ergeben sich rund zwei Millionen Aufenthaltstage und bei einer mutmassüchen täglichen Ausgabe von Fr. 25.— ein Umsatz von ca. Fr. 50,000,000. Es ist dies eine Summe, die man sich nicht genug vor Augen halten kann, zumalen sie eher noch zu tief als zu hoch angesetzt sein dürfte. Unserem Hotel- und Garagegewerbe und den zugehörigen Zweigen kann es kaum gleichgültig sein, ob diese 50 Millionen Franken der Schweiz erhalten bleiben oder eventuell, wenigstens zum Teil, ins Ausland abwandern. Man wird daher zuständigen Ortes auch fernerhin der Förderung des Automobilreiseverkehrs grösste Beachtung schenken und letzterem weitgehendste Förderung angedeihen lassen, damit die Schweiz auch fernerhin ihre Rolle als bedeutendstes Auto. touristikland Europas zu bewahren vermag. Man wird auch Mittel und Wege suchen, wie unserem Lande neue Autotouristen zugeführt werden können und zu diesem Zwecke nach neuen Einreise- und Verkehrserleichterungen Umschau halten. Es ist noch von Interesse, festzustellen, wie sich die Einreise der über 130,000 fremden Automobile im letzten Jahre entwickelt hat, worüber die nachstehende Zusammenstellung Auskunft gibt: I. II 1 ti g-c £ Januar 818 335 Februar 778 412 März 1.693 353 April 3.450 560 Mai 5.521 676 Juni 4.954 657 Juli 10.068 714 August 18.428 827 September 11.619 573 Oktober 4.047 406 November 2.443 525 1.746 1.675 3.493 6.887 11.675 11.491 21.874 35.009 21.989 7.618 4.396 3.360 1.643 1.920 3.021 6.702 7.277 10.089 18.500 26.889 15.879 5.917 3.570 2.223 Dezember 1.805 470 Total 1929 65.624 fi.508 59.081 131513 103.630 In % 50% 5% 45% — — Total 1928 56.066 6.231 41.333 — 103.630 In % 54% 6% 40% — — Total 1927 45.478 5.714 27.762 — 78.904 In % 58% 7% 35% — — Es ergibt sich hieraus, dass mit Ausnahme des Monats Februar — die grosse Kälte war dem Automobil reiseverkehr ziemlich hinderlich — alle Monate starke Zunahmen gegenüber 1928 aufweisen. Die Höchstfrequenz erzielte der Monat August mit 35,009 Wagen, ca. 8000 mehr als im Vorjahr. Aber auch die Monate Juli und September verzeigen mit 21,000 Wagen sehr stattliche Kontingente. Es zeigte sich auch 1929 wieder, dass der Automobilreiseverkehr sehr saisonverlängernd wirkt, sind doch noch im Oktober 1929 rund 7600 fremde Automobile zu Vorübergehendem Aufenthalt in die Schweiz eingefahren. Besonders unsere höher gelegenen Kurorte werden sich diese Saisonverlängerungen gerne gefallen lassen und auch in dieser Beziehung den Automobiltourismus als tatkräftigen Helfer begrüssen. Die obige Zusammenstellung gibt aber auch interessante Aufschlüsse über die Verwendung der verschiedenen Zollausweise. Mit der Einführung der provisorischen Einreisekarte (Fünftagekarte) hat diese eine sehr starke Verwendung gefunden und die Triptyks und Grenzpassierscheinhefte weit überflügelt. 1927 betrug ihr Anteil 58 Prozent Er ist dann 1928 auf 54% und nun 1929. auf 50 Prozent zurückgegangen, -während die Verwendung von Triptyks und Grenzpassierscheinheften von 35 Prozent im Jahre 1927 auf 40 Prozent im Jahre 1928 Ut#> auf 45 Prozent im Jahre 1929 angewachseff'Ist'. Dem Nichteingeweihten sagen diese Feststellungen vielleicht nichts. Wer sich aber in der Sache auskennt, kann daraus den Schluss ziehen, dass mit der Zunahme der langfristigen Triptyks und Grenzpassierscheinhefte auch die Aufenthaltsdauer der eingereisten fremden Automobilisten zugenommen haben dürfte, da die provisorische Eintrittskarte eben auf Aufenthalte von maximal zehn Tagen begrenzt ist, während Triptyks und Grenzpassierscheinhefte ein ganzes Jahr gültig sind. Eine Konstatierung, die ebenfalls von den Hoteliers sehr beifällig aufgenommen werden dürfte. Dass die Verwendung des Freipasses immer mehr an Bedeutung verliert, erhellt sich daraus, dass dieselbe von 7 Prozent im Jahre 1927 auf 5 Prozent im verflossenen Jahr zurückgegangen ist. Von den im Jahre 1929 mehr zugereisten 27,583 fremden Automobilen entfielen 59,081 auf Triptyks und Grenzpassierscheinhefte, 65,624 auf die provisorische Einreisekarte und 6508 auf Freipässe. Ob dies nicht ein Wink sein dürfte, die Dauer der provisorischen Einreisekarte von 5 Tagen auf 10, resp. 14 Tage zu erhöhen? Helft mit! Der in unserer letzten Nummer unter diesem Titel erschienene Aufruf, den wir von den «Basler Nachrichten» tibernahmen, hat bereits seine ersten Früchte gezeitigt. Wir erfahren soeben, dass das Organisationskomitee des letztjährigen Internationalen Klausenrennens beschlossen hat, der sich in Not befindlichen Gemeinde 150 Fr. auf dem Ueberschuss der Abrechnung pro 1929 zu überweisen und ist dieser schöne Betrag dem dortigen Gemeinderat bereits ausbezahlt woTden. Dieses spontane Beispiel hohen Sportsinnes ehrt die Donatoren umsomehr, als das Organisationskodie ganze Nacht wach und dacht« über das nach, was ich gesehen und gehört hatte. Ich hatte dabei das Gefühl, dass -etwas Besonderes geschehen sein müsste. Der Herr sah furchtbar aus, als er abfuhr, gerade als wäre er betrunken; aber er hatte nichts getrunken, wie ich ganz genau weiss.» «Hörten Sie ihn wieder zurückkommen?» «Ja, ich hörte Stampfen und Lärmen vom Stall her, als er die Pferde einstellte. «Was für einen Wagen hatte er zu der Fahrt benutzt?» «Einen alten, klapperigen Karren.> «Aus Eisen?» fragte der Detektiv. Der Verwalter lächelte. «Ich weiss, worauf Sie hinauswollen,» antwortete er. «Ich habe auch die alte Geschichte gehört, aber ich glaube nicht an Spuk. Der alte Karren macht wohl etwas Lärm, aber es ist jedenfalls sehr schwer, ihn von anderen Wagen zu unterscheiden, wenn er ein Stück weiter fort ist.» «Dann ist es nicht der Wagen, den ich gehört habe,» warf ich voll Eifer ein. «O doch,» antwortete der Verwalter lächelnd, «gerade den haben Sie gehört.» Ich schwieg. Der Detektiv fragte: «Aber nach dieser Nacht haben Sie wohl nichts Besonderes auf dem Hofe gesehen oder gehört?» iVoHsetzang folgt.) AUTOMOBTL-REVUE 1930 — N° 9 initee ja bekantlich trotz seiner uneigennützigen Arbeit und der grossen Unterstützung, das es in weiten Kreisen findet, ständig mit beträchtlichen Finanzsorgen zu kämpfen hatte und die finanziellen Ergebnisse verschiedener Kiausenrennen besonders durch die Ungunst Am 26. Juni 1927 ereignete sich in La Chaux-de-Fonds ein Zusammenstoss zwischen einem Auto und einem Motorrad, dessen zivilrechtliche Folgen vom Bundesgericht durch Urteil vom 22. Januar endgültig geregelt worden sind. Der Beklagte fuhr am betreffenden Tage, einem Sonntag, mit seinem Automobil aus der Garage; die Ausfahrt mündet rechtwinklig in die Kantonsstrasse und ist auf ihrer rechten Seite durch eine den Ausblick auf die Strasse verhindernde Bretterwand begrenzt. Der Automobilist näherte sich der Strasse im Schritt (5—6 km), wobei er ständig Hornsignale abgab. Bei der im scharfen Winkel nach rechts erfolgenden Einfahrt in die Kantonsstrasse wurde diese zum grösseren Teil von dem Wagen versperrt, so dass nur 1 m 40 bis 1 m 60 frei blieben; gerade in diesem kritischen Moment fuhren dem Auto von rechts zwei Motorräder entgegen und der langsam fahrende Wagen hielt so plötzlich an, dass die Hinterräder noch auf dem Zufahrtswege stehen blieben. Das vordere der beiden Motorräder kam rechts an dem stillstehenden Auto vorbei, wenn es-dieses auch ein wenig streifte. Der zweite Motorradfahrer, der noch einen Passagier aufgeladen hatte, war weniger glücklich. Er hatte dem andern Motorrad vorfahren wollen und war deswegen nach links ausgebogen, wobei er ein Tempo von 60—70 km angeschlagen hatte. Da er zudem noch im Vorbeifahren Bekannte begrüsste, anstatt seine Aufmerksamkeit der Strasse zu widmen, fuhr er auf der linken Strassenseite in voller Geschwindigkeit in den Motorwagen hinein, wobei er schwere Verletzungen erlitt. Der Motorradfahrer, der eine dauernde Einbusse in der Arbeitsfähigkeit von 25 Prozent davonträgt, belangte den Automobilisten auf Fr. 40,000 Schadenersatz. Das Kantonsgericftt Neuenburg erblickte die Hauptursache des Unfalles in der schweren Fahrlässigkeit des Klägers, welcher innerhalb einer Ortschaft, wo das Konkordat blpss 18 km zugelassen hätte, .^ in derart, übersetztem Tempo fuhr und dabei nicht nur auf der linken Strassenseite fuhr, sondern es auch noch an der nötigsten Aufmerksamkeit fehlen Hess. Immerhin entschied es, dass der Kläger zu % die Unfallfolgen zu tragen habe, während ihm der Beklagte K des Schadens zu ersetzen und ausserdem 1000 Fr. Schmerzensgeld zu zahlen habe. Es schrieb nämlich dem Automobilisten ein Verschulden zu, weil er Grimselstrasse und Autogebühren. Mit der Regelung der Benzinzollvergütung an die Kanton© wurde im Jahre 1928 von Bundes wegen unzweideutig die Forderung aufgestellt, die Kantone hätten nun auf die Erhebung von S.trassenzöllen und Durchgangsgebühren zu verzichten. Verschiedene ausserbemische Regierungen haben seither ihr© Konsequenzen gezogen, während die kantonalbernische Polizeidirektion mit einer Beharrlichkeit, die einer bessern Sache würdig wäre, auf der Grimselstrasse immer noch ein© Ausnahmestellung aufrechterhält. Private Lastwagenbesitzer, welch© diese Staatsstrasse ab Innertkirchen zur Bedienung ihrer Kundschaft befahren müssen, haben bei der besagten Instanz eine Bewilligung einzuholen, die zwar in der Regel nicht verweigert wird, aber doch den alten Hang zum Einkassieren von Gebühren zum Ausdruck bringt. Die Gebühr ist «geschenkt», wenn es sich um einen Lebensmitteltransport handelt, nicht aber, wenn der Camionbesitzer in die Lage versetzt ist, ander© für die Bevölkerung unentbehrliche Gebrauchsgegenstände zu transportieren. Für jede solch© Fuhrung muss der Polizei Fr. 5.— abgeliefert werden. An sich ist dies©, den Lebensmittelkonsumenten gegenüber noble Geste höchst begrüssenswert* aber Zweifel über di© programmässig© Auswirkung der Verfügung sind sehr am Platze, auch dann, wenn diese Bestimmung sich nachträglich rechtlich, erhärten sollte. Nicht di© Höhe der Taxe, wohl aber das System soll kritisiert werden. Man stell© sich die Unzuträglichkeiten vor, die aus der exakten Befolgung der regierungsrätlichen Ver- der Witterung schwer beeinträchtigt worden sind. Wir dürfen hoffen, dass noch zahlreiche Sportverbände und Private ihr© Anhänglichkeit an unser grosses Bergrennen auch durch Unterstützung dieser Hilfsaktion zum Ausdruck bringen! b. Vorsicht bei der Ausfahrt aus der Garage! Aus dem Bundesgericht. nicht entweder bei der Einmündung der Ga-< rageausfahrt in die Strasse eine Wache ausgestellt oder aber angehalten habe, um erst nachzusehen, ob diese Ausfahrt frei sei. Es sprach dem Kläger daher 5500 Fr. zu. Beide Parteien wandten sich ans Bundesgericht und dieses hat das kantonsgerichtliche Urteil insofern abgeändert, als es dem Kläger bloss einen Schadenersatz von 2000 Franken zuerkannte. Der Gerichtshof war darüber einig, dass eine grobe Fahrlässigkeit des Motorradfahrers vorliege, und die Diskussion drehte sich im wesentlichen nur darum, ob überhaupt von einem Verschulden des Automobilisten die Rede sein könne. Einige Mitglieder des Gerichtshofes verneinten dies, da die vom Kantonsgericht aufgestellten Anforderungen den im Verkehr geltenden Anschauungen widersprächen und der Führer des Motorwagens alle ihm zuzumutende Vorsicht bewiesen habe. Wenn der Kläger die Hupensignale des Autos wegen des eigenen Motorenlärms überhört habe, so sei dies eben seinem unvorsichtigen Fahren zuzuschreiben; als Ortskundiger habe er den Zufahrtsweg gekannt und er hätte der Kreuzung seine Aufmerksamkeit schenken sollen. Die Mehrheit hielt aber doch dafür, der Automobilist hätte angesichts der besonders ungünstigen Zufahrtsverhältnisse auch ganz besondere Vorsichtsmassnahmen anwenden sollen. Enir weder hätte der die Garage öffnende Chauffeur nachher die Einfahrt in die Kantonsstrasse überwachen können oder aber der Wagenführer hätte vor der Einmündung anhalten können, damit sich einer seiner vie: Passagiere überzeuge, dass die Strecke frei sei. Wurde demnach ein Mitverschulden des Beklagten angenommen, so waren anderseits sämtliche Mitglieder des Gerichtshofes der Auffassung, dass die vom Kantonsgericht vor-» genommene Schadensteilung (% : %) nicht dem wahren Verhältnis des beidseitigen VeH schuldens gerecht werde, weil das Verschul-i den des Automobilisten neben der groben Fahrlässigkeit des Motorradfahrers unbedeu-f tend erscheine. Während ein Antrag dem Beklagten ein Sechstel des vom Kläger erlittenen Schadens auferlegen wollte, entschied sich das Gericht dahin, ihm nur 10 Prozent des festgestellten Schadens aufzuerlegen. Auch wurde der Anspruch des Klägers auf eine Genugtuungssumme abgewiesen. W. fügung entstehen müssen. Man wird den Gedanken nicht leicht los, dass fortschreitend die Poli'zeiorgane Anweisung und Kompetenzen erhalten müssten, um in Zweifelfällen feststellen können, ob für diese oder jene, vielleicht gemischte Fracht nun di© Tax© berappt werden müsse oder nicht. Solche Folgerungen und Zustände passen aber wenig in unser Zeitalter, wo Wahrung des Geschäftsgeheimnisses durch andere staatliche Betriebe, wie Post und Eisenbahn, «in© Selbstverständlichkeit geworden sind! In privatwirtschaftlichen Kreisen hat auch diese Verfügung der kantonalen Polizeidirektion Unwillen und Kopfschütteln hervorge» rufen und man ist geneigt, an Hand einer Reih© von solchen Verfügungen, der betreffenden Behörde die Fähigkeit abzusprechen, di© Tragweite gewisser Verfügungen vorauszusehen. Diese wenig grosszügige Lösung des Warenverkehrs auf der Grimselstrasse ist diesmal zwar kaum durch die bedrohten Interessen bernischer Dekretsbahnen inspiriert, erinnert das Oberhasli jedoch an die sehr bescheidenen Abfindungen, di© der Staat Bern anlässlich der Expropriation des Landbesitzes für das Millionen-Grimsel-Kraftwerk den kleinen Grundeigentümern vergütet hat. M. Die neue Basler Strassenverkehrsordnung. Das in der Presse angekündigte Referat über die neue Basler Strassenverkehrsverordnung, welches vom Rechtskonsulenten des Touring-Club der Schweiz. Sektion Basel, Herrn Dr. Walter Wellauer, f unter den Auspizien der genannten Vereinigung am Montag abend im Cinema Odeon gehalten wurde, hat vor vollbesetztem Hause grosses Interesse gefunden. Zahlreich waren die Personen, die infolge des viel zu kleinen Vortragssaales keinen Platz gefunden haben. Der überaus starke Besuch weist deutlich auf das grosse Interesse hin, das für das Verkehrsproblem unserer Stadt zutage tritt. Nach der üblichen Begrüssung durch den Präsidenten des T. C. S. Basel, Herrn Rene Levaillant, beleuchtete der Vortragend« in mehr oder weniger grossen Zügen die ausserordentlich zahlreichen Paragraphen der neuen Strassenverkehrsordnung und wies in seinen bis in den letzten Winkel des Saales ausge-i zeichnet verständlichen Ausführungen auf die wesentlichen Punkte und deren Bedeutung für die Strassenbenützer hin. Wenn auch nicht alle Richtlinien der neuen Verordnung;

N°9 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE die endgültige Lösung des Verkehrsproblems gebracht haben, so ist doch das Bestreben der Behörden zu begrüssen, durch zweckentsprechende Bestimmungen viele veraltete und durch die gewaltige Verkehrssteigerung überholte oder fehlende Vorschriften einer Neuregelung zuzuführen. Sache der interessierten Verbände wird es sein, die noch bestehenden Missstände und "die zutage tretenden Mängel der neuen Praxis durch Eingaben an die Behörden und durch Aufklärung, des Publikums zu beseitigen. Der Anfang einer einsichtigeren Stellungnahme der Behörden ist gemacht worden. Wenn nun auch noch die Handhabung der Verordnung und die, richterliche Auslegung bei Zuwiderhandlungen von einer Seite erfolgt, welche für die Bedürfnisse praktisch erworbenes Verständnis besitzt, wird eine Besserung nicht zuletzt auch in bezug auf die Automobilisten bald zu verspüren sein. Der klaren, den Schatten- aber auch den guten Seiten der neuen Verkehrsregelung gerecht werdenden Rede spendete die Versammlung einmütigen Beifall. Der zweite Teil wurde von sehr lehrreichen Verkehrsfilmen ausgefüllt, die veranschaulichten, wie man es machen muss und wie man es nicht machen soll. Ein weiterer Film gab einen interessanten Ueberblick über die weltumfassende Bedeutung des Automobils im Verkehr der heutigen Zeit. Damit kam die Versammlung zum Abschluss Den Initianten sei die wertvolle Aufklärungsarbeit auch an dieser Stelle verdankt. Geschwindigkeiten. Der bekannte Rennfahrer Kaye Don hat kürzlich in einer deutschen Zeitung den Satz niedergelegt: «Geschwindigkeit ist ein pakkender Götze.» Er hat damit gewiss den Nagel auf den Kopf getroffen. Einmal in Hr. Ernst Rey, Generalsekretär des Genfer Salons. seinem verführerischen Banne, ist ihmfertig zu werden. Dieses Jahr, wo der Anbau grösser wird als 1929, wurde ganz zeitig nicht mehr zu entkommen. Es packt einem, er hält einem fest. Wenn einer einmal im mit den Bauarbeiten begonnen und diese sind Rennwagen gesessen und ihm der Wind um bei der günstigen Witterung schon recht weit hat, der ist der Ge-fortgeschritten. Dieser Tage wird die Auswahl der Innenausstattung erfolgen. Auch der Katalog wird bald druckreif sein und auf Anfang März erscheinen können. -/. die Ohren gepfiffen schwindigkeit verfallen. Wer einmal im Wagen gesessen, dessen Motor zum pustenden Dämon wurde, der entzieht sich diesem Banne nicht mehr. Er verfällt der Knechtschaft des Motors. Heute spielen Geschwindigkeiten, die man noch vor kurzer Zeit als Maxima bezeichnete, keine Rolle mehr. Auf dem Lande haben wir einen Rekord von 6,2 km in der Minute erreicht und in der Luft steht der RekoTd auf 9 km in der gleichen Zeitspanne. Es scheint, dass die Sättigung noch nicht erreicht ist, weder auf der Erde, noch auf dem Meere, noch in der Luft. Der Geschwindigkeitstaumel kennt wahrhaftig keine Grenzen. Fieberhaft arbeiten gewisse Werkstätten daran, auf dem Lande einen Wagen zu konstruieren, der noch grössere Geschwindigkeiten erlaubt als die bisher erreichten. Unsere Leser werden sich daran erinnern, dass Segrave einen Geschwindigkeitsrekord von 231,36 Stundenmeilen aufgestellt hat und dass heute Kaye Don daran geht, diesen Rekord zu brechen. Das Motorfahrzeug, mit •4000 PS ausgerüstet, soll im kommenden März in Daytona (Florida) seinem Fahrer die letzten Lorbeeren bringen. Der Wagen . selbst ist 2,5 Tonnen schwer und 22, Fuss lang. Wir wünschen Kaye Don den besten Erfolg, halten aber nicht dafür, dass diese TVIonstre-Renntypen zur Förderung des Automobilismus noch Wesentliches beitragen können. • Der III. Internationale Automobil-Salon von Italien. Diese Automobilausstellung, die letztes Jahr in Rom abgehalten wurde, wrrd diesmal wie vor zwei Jahren im Mailänder Sportpalast stattfinden, und zwar gleichzeitig mit der Mailänder Messe. Die Ausstellung wird vom 12.—27. April geöffnet sein. Wie letztes Jahr wird die Veranstaltung auch ausserhalb Italiens Beachtung finden, bietet sie doch den besten und vollständigsten Ueberblick über die gesamte italienische Automobilindustrie und verwandte Branchen. Der Salon wird folgende Abteilungen aufweisen: A. Tourenwagen; B Karosserien; C. Industriell© Wagen und Taxis; D. Zubehör. Alle bekannten Automobilmarken, auch nichtitalienische, werden vertreten sein. -o- Die österreichischen Automobilhändler bleiben der Frühjahrsmesse fern- Der Verband österreichischer Automobilhändler hat beschlossen, der Wiener Frühjahrsmesse, welche seit Jahren die Rolle eines österreichischen Auto-Salons inne hatte, fernzubleiben. Der Hauptgrund für die Nichtbeteiligung ist als Demonstration gegen das System der Einfuhrkontingentierung zu betrachten, da die Händlerschaft erklärt, die Erfolge an der Messe doch nicht auswerten zu können, da durch die Kontingentierung, welche einem teilweisen Einfuhrverbot gleichkommt, es ja doch nicht möglich sei, der Nachfrage zu genügen. Dieser Beschluss betrifft die österreichische Autoindustrie selbst nicht, welche vollzählig vertreten sein wird. Daneben werden vereinzelte ausländische Automarken einen Stand belegen, so dass auch die Internationalität der Ausstellung, allerdings in sehr bescheidenem Rahmen, gewahrt bleiben wird. z. Die Vorbereitungen zum Genfer Salon. Noch sieben Wochen trennen uns von die- Der Amsterdamer Salon wurde am 24. Januar ser klassischen Veranstaltung, die aus un-eröffneserem Automobilwesen gar nicht mehr weg- und wird bis zum 2. Februar dauern. zudenken ist. Sieben Wochen: eine lange Zeit für den zukünftigen Besucher, aber eine recht kurze für die Organisatoren. Denn wieviele Dinge sind da vorzubereiten, zu wählen, einzuteilen! Letztes Jahr hatte die unerwartete Kältewelle die Vergrösserungsarbeiten stark behindert und es war nur mit der grössten Anstrengung gelungen, noch rechtzeitig Jluusx'ielluinsiemi Der Amsterdamer Salon. Der Verband der Automobil- und Fahrrad- Importeure Hollands hält dieses Jahr zum 20. Mal seit 1895 ihre Mustermesse ab, die dem modernen Brauche folgend, Salon genannt wird. Die Ausläufer des wirtschaftlichen Tiefs, das sich Ende des letzten Jahres in Amerika bildete haben auch Holland berührt und die Depression macht sich auch im Autohandel stark fühlbar. Das war natürlich nur ein Grund mehr, den Salon trotzdem abzuhalten. Es wären ja keine Holländer, keine Söhne eines seefahrenden Volkes, wenn sie wegen Gegenwind und schlechtem Wetter das Schiff der Wirtschaft treiben lassen würden. Neukonstruktionen, die nicht schon auf einer anderen internationalen Ausstellung unseres Kontinents zu sehen waren, sind an dieser Ausstellung nicht vertreten. Auch hier zeigt es sich, dass im Automobilhandel nur bewährte Konstruktionen zu Schau gestellt werden, die entweder in der Fabrik während mehreren Jahren ihre Feuerprobe bestanden haben oder dann im Herstellungsland mit Erfolg in den Markt eingedrungen sind. Nachstehend die Anzahl der ausgestellten Wagen, nach Ländern geordnet, und in Klammern die entsprechenden Zahlen des Vorjahres: Tourenwanen: Amerika 35 (33). Frankreich 14 (19). England 8 (9) Deutschland 9 (6). Italien 3 (5). Belgien 2 (4) Oesterreich 1 (1) Autobusse und Lastwaqen: Amerika 12 (11) Frankreich 8 (9). Deutschland 8 (9) Eneland 1 (3) Italien 2 (2). Beiden 1 (1). Schweb 1 (1). Wie man sieht hat die Schweiz wie letztes Jahr einen Wagen ausgestellt. Es handelt sich um einen Autobus Saurer -f. Die Sternfahrt nach Monte Carlo. Die ersten Ankünfte. Nachdem die Kontrolle in Lyon, die letzte vor dem Ziel, gestern um 9 Uhr geöffnet hatte, war vorauszusehen, dass die ersten Sternfahrer bereits in den frühen Morgenstunden des 29. Januar in Monte Carlo eintreffen würden. Das ist denn auch der Fall gewesen. Als die offizielle Schlusskontrolle um 10 Uhr öffnete, waren bereits etwa 20 Teilnehmer anwesend. A's erster war Caracciola auf Mercedes-Benz aus Reval eingetroffen, der schon um halb fünf Uhr in Monte Carlo einfuhr. Bald kamen auch noch andere Wagen an, unter diesen befanden sich der gleichfalls von Reval abgefahrene Major Gutknecht (Simson Supra), die von Riga gekommenen Doerschlag und Vallentin (Mercedes-Benz) und Klinke (NAO-Protos), der die ganze Strecke von Riga bis Monte Carlo über allein am Steuer gesessen hatte. Vor allem ist aber das Paar Bernet-Burgzaller zu nennen- die einzigen Deutschen in Reduzieren Sie Ihre Betriebsspesen! FIRESTONE Lastwagen- und Omnibusreilen halten alle Weltrekorde für Kilometerleistung. In Tausenden von Fällen haben sie Leistungen, die bis zu einem Drittel und höher über dem Durchschnitt liegen, erreicht. Der Weg, den Sie zu gehen haben, um Ihre Betriebsspesen auf das möglichste Minimum zu reduzieren, ist klar vorgezeichnet. Beschreiten Sie ihn, indem Sie FIRESTONE, die stärksten Reifen der Welt, montieren lassen. Wir helfen Ihnen Geld sparen und bedienen.Sie besser! Eduard Paisantf. Eduard Paisant, Mitglied des Verwaltungsrates und ehemaliger Präsident des T. C. S., ist am Abend des 28. Januar einer langen und schweren Krankheit erlegen. der Jassy-Gruppe, aus der sie, da sie die grösste Entfernung zurücklegten, als Sieger der Sternfahrt hervorgehen dürften. Auch Karl Kappler ist glücklich eingetroffen. Unter den Erstangekommenen befinden sich ferner: Fräulein Fridrich, von Sundsvall, Graf Van Heiden, von Stockholm, Frau Michel Dore, von Reval, Lucien Francotte, von Reval. H. Petit, von Jassy. Die genaue Liste wird erst in der nächsten Nummer gegeben werden können. Regen und Nebel. Acht Tage lang hat in Südfrankreich Regenwetter geherrscht- Sonnabend und Sonntag gingen an der Riviera Wolkenbrüche nieder, wie man es hier selten erlebt hat. Diese Wolkenbrüche wären beinahe den Rallyefahrern gefährlich geworden. Die Nationalstrasse Nr. 7 war an mehreren Stellen am Meer durch Erdrutsche verschüttet und erst gestern abend waren die Stellen wieder fahrbar gemacht worden. Die beiseite geschafften Erd- und Geröllmassen und die Löcher an den Strassenrändern waren für die Fahrt in der Dunkelheit aber immer noch eine grosse Gefahr. Noch bedrohlicher war die Ueberschwemmung, die sich bei Frejus gebildet hatte, wo 80 Zentimeter hohes Wasser die Verbindung unterbrach. Glücklicherweise hatte sich das Wasser in der Nacht soweit verlaufen, dass es für die Rallyefahrer beim Passieren des Ueberschwemmungsgebietes nicht mehr hin-« derlich war. Die Nacht vom Montag zum Dienstag brachte nach übereinstimmenden Erklärungen der Teilnehmer die grössten Schwierigkeiten der bisherigen Etappen. Bis nach Paris hinein herrschte dichter, grauschwarzer Nebel, der nur wenige Meter Sicht gestattete, so dass grosse und kleine Irrfahrten keine Seltenheiten waren. Caracciola,- der sich am Steuer mit Mertz ablöste, irrte fast eine Stunde lang um Maubeuge herum. Die Verkehrsregelung in Paris wurde von vielen Fahrern bewundert. Frau Seeliger huschte sozusagen durch die französische Hauptstadt. Fünf Minuten Aufenthalt. «Die Fahrt war bisher recht gut, aber entschuldigen Sie, wir haben es sehr eilig.» Und fort war sie- Max Simons (D. K. W.) hat den in Berlin erlittenen unfreiwilligen Aufenthalt wieder gutgemacht, aber ausgesprochenes Pech hatte der Sieger der Sternfahrt nach Riga. Kurt May. Bei seiner Ankunft in Paris musste er die Feststellung machen, dass er seine Ledermappe mit Geld und Dokumenten verloren hatte. Eine ordnungsmässige Kontrolle konnte deshalb für ihn in Paris nicht stattfinden. Nachdem, alle Versuche, das Kontrollheft noch rechtzeitig nach Paris zu bekommen, vergeblich geblieben waren, Hessen die Pariser Herren sich erweichen und stellten als vorläufigen Ersatz einen Interimsschein aus. Es hängt nun natürlich von den Monte Carloer Schiedsrichtern ab, ob May noch zur Endwertung zugelassen wird. Als Kuriosum ist zu erwähnen, dass sämtliche Insassen des Renaultschen Wagens des holländischen Hauptmanns Polis in voller Uniform stecken und so die einzige Militärmannschaft bilden. Auch die einzige reine Damenmannschaft ist eine holländische. Frau Rimy de Boer-Wassenaar fährt ohne jede männliche Hilfe und lässt sich am Steuer von ihren drei Mitfahrerinnen ablösen. -o- Nibelungenstrasse. Eine Denkschrift des Oberösterreichischen Automobilchibs schlägt die Schaffung einer Donauufer-Autostrasse Passau-Linz vor. Die beiden Städte würden dadurch in den grossen kontinentalen Strassenzug eingeführt werden, der von Paris über Frankfurt-Regensburg nach Wien, Budapest, Bukarest und dem Schwarzen Meer führt. Es wird vorgeschlagen, die Strasse nach den Nibelungen zu benennen, entsprechend deren einstigem sagenhaften Zuge.