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E_1930_Zeitung_Nr.011

E_1930_Zeitung_Nr.011

einer Eingabe an den

einer Eingabe an den aarg. Regierungsrat mit dem Ersuchen, den Gebrauch der Kontrollschilder für alle gewerblichen Arbeiten zu gestatten, die ein Garagebetrieb mit sich bringen könne. Diese Eingabe wurde jedoch mit Schreiben vom 11. Juni 1925 in abschlägigem Sinne beantwortet. Die Bussenschraube wurde auf das hin nur noch stärker angezogen. Heute wissen weder der Inhaber einer Garagenummer noch die zuständige Amststelle, für welche Arbeiten diese besondern Kontrollschilder noch verwendet werden dürfen, ohne mit dem Strafrichter in Berührung zu kommen. Damit unsere Mitglieder einigermassen vor weiterem Schaden bewahrt werden, unterbreitete schliesslich der aarg. Garagenverband im Einverständnis mit dem aarg. Polizeikommando der zuständigen Regierungsdirektion den Vorschlag, es sei gegen Bezahlung einer entsprechenden Gebühr auf gesetzlicher Grundlage eine sog. Händlernummer zu schaffen. Der Gebrauchsradius dieses Schildes sollte jedoch gegenüber der willkürlich verklausulierten Garagenummer bedeutend erweitert werden. Diese Eingabe gelangte anfangs Dezember 1927 in den Besitz der aarg. Polizeidirektion. Volle zwei Jahre sind verflossen, ohne dass die Sektion Aargau des Auto-Gewerbe-Schutzverbandes (Rechtsnachfolgerin des Aarg. Garagenverbandes) jemals eine Empfangsbestätigung erhalten hätte. Ebensowenig hat sie bis heute eine Antwort auf diese Eingabe erhalten ! Das Urteil über eine derartige Geschäftsführung in einem Staatsbetriebe überlassen wir ruhig den Lesern. Unsere Mitglieder haben endlich einmal genug von dieser absichtlichen Sabotierung von Bittschriften. Sie verlangen, dass sich auch die Verwaltungsbehörden an die gesetzlichen Erlasse halten und nicht Bestimmungen nach Belieben erlassen, die offenbar auf keiner gesetzlichen Grundlage beruhen. Aus diesen Gründen haben sich 22 Mitglieder unseres Verbandes entschlossen, die seinerzeit unter die Garagebewilligung gesetzte Unterschrift zu widerrufen. Sie bestehen darauf, dass ihnen die Verwendung der Garagebewilligungen im Rahmen der verfassungsmässigen Gesetze und Verordnungen gestattet werde. Diese Massnahme scheint in Aarau ziemlich Staub aufzuwirbeln. Man schreitet zu Gegenmassnahmen und verweigert die Aushändigung der bezüglichen Verkehrsbewilligung, trotzdem die gesetzliche Gebühr hiefür bezahlt und entgegengenommen wurde. Die Sektion Aargau des Auto-Gewerbeschutzverbandes teilt die Auffassung, dass ihre Mitglieder, trotzdem sie ihre Unterschriften widerrufen haben, ein ihnen in § 10 der Grossratsverordnung gewährleistetes Recht auf Abgabe bezw. Erneuerung der bezüglichen Verkehrsbewilligung besitzen. Dieser Anspruch besteht für sie auch ohne Unterzeichnung von Bedingungen, da die Unterschriftgebung keine gesetzmässig normierte Voraussetzung für die Abgabe der Garagenummer ist. Diese zum Aufsehen mahnenden Zustände zeigen deutlich, welche'Rechte sich staatliche Organe ohne Rechtsgrundlage anmassen. Mit solchen willkürlichen Bestimmungen versucht der Staat die gewerbetreibenden Bürger, die ihm ohnehin schon in Steuern und Ab- Einwohnerzahl (1920) 240.776 55.354 14.614 140.708 82.390 535.220 37.549 33.834 119.854 177.073 295.543 50.428 59.731 130.617 135.933 13.956 17.567 23.973 37.848 31.569 538.602 105.506 171.000 131.349 317.498 90.398 139.174 gaben grosse Summen zuwenden, noch mehr auszuquetschen und derart zu bedrängen, dass überhaupt ihre Existenz in Frage gestellt wird- Unsere Sektion ist fest entschlossen, den Mitgliedern in der Erhaltung der gesetzmässigen Rechte mit allen erlaubten Mitteln beizustehen. Wir sind gewiss, dass die Grosszahl der Mitbürger, denen die Gewerbefreiheit und die verfassungsmässigen Rechte am Herzen liegen, unsere gerechte Sache unterstützen wird. Wir lassen uns mit den üblichen Drohungen, wie «die Polizei würde Mittel und Wege finden», den Kampf «zu einem guten Ende zu führen» oder «Druck erzeugt Gegendruck», nicht im geringsten einschüchtern. Brugg, den 3. Februar 1930. Ein dunkles Kapitel in der Automobilhaftpflicht- Versicherung. Die Tendenz, die Automobilhaftpflicht im Interesse des geschädigten Dritten auszubauen, ist in Anbetracht der Gefährlichkeit des Automobils und der unheimlichen Zunahme der Zahl der Motorfahrzeuge in der Schweiz eine selbstverständliche Pflicht. Eben erfährt man, dass vor einigen Tagen unter dem Vorsitz von Bundesrat Häberlin eine Konferenz der schweizerischen Polizeidirektoren stattgefunden hat, mit dem Zwecke, die Ueberführung der Verschuldenshaftung in die Kausalhaftung des Automobilisten nach Möglichkeit zu fördern. Um so unglaublicher ist es, dass heute noch von den Gerichten Automobilhaftpflichtpolicen ausländischer Versicherungsgesellschaften geduldet werden, die weder den Anforderungen der obligationenrechtlichen Bestimmungen, noch jenen des Konkordats entsprechen. Bei der immer noch bestehenden unzulänglichen Verschuldenshaftung gemäss Obligationenrecht Art. 41 ff. haben das Konkordat und ergänzende kantonale Zusatzbestimmungen, soweit dies überhaupt möglich war, den Schutz zugunsten des geschädigten Dritten ausgebaut und gefestigt. Aber was nützen alle diese Bemühungen, wenn immer noch Automobilhaftpflicht Versicherungspolicen geduldet werden, deren Bedingungen gesetzwidrige Klauseln enthalten, welche alle Verbesserungen illusorisch- mächen? So haben..wir eine HaftpjlichtyersichernBgs- Police einer französischen Versicherungsgesellschaft vor uns mit den nachfolgenden gesetzwidrigen Klauseln. Die Automobilfahrer auf deren Wortlaut aufmerksam zu machen, ist deshalb ausserordentlich wichtig, weil die erwähnte Police von dem züreherischen Bezirksgericht geschützt wurde gegen das Begehren des versicherungsnehmenden Automobilisten, der auf Ungültigkeitserklärung des Versicherungsvertrages geklagt hatte. Die anfechtbaren Klauseln haben den folgenden Wortlaut: Die Deckung ist an die ausdrückliche Bedingung geknüpft, «dass die Führer dieser Fahrzeuge im Besitze der Tourenwagen 1927 I 1928 I 1929 1.995 427 2.009 864 6.154 268 227 395 1.882 2.311 468 393 1.475 1.453 116 126 106 98 303 8.030 931 5.699 1.716 5.246 735 970 Autogew e'rbe-Schutzverband der Schweiz, Sektion Aargau. 2.299 432 49 2.488 941 7.159 324 250 625 1.990 2.722 554 458 1.651 1.631 140 145 117 87b 341 9.667 996 6.806 1.945 5.947 657b 1.129 2.646 484 55 2.736 1.085 7.528 341 325 808 2.387 2.835 539 459 1.805 1.818 150 139 121 89 394 9.681 1.052 7.417c 2.204 6.631 673 1.234 Lastwagen 1927 I 192S ! 1929 565 46 4 943 291 1.248 21 60 20 498 483 102 84 302 294 33 76 1.684 104 849 410 815 31 143 689 53 3 977 477 1.123 28 70 39 743 653 99 83 349 321 28 23 18 54b 89 1.944 107 1.174 454 1.058 186b 128a AUTOMOBIL-REVUE 1930 — 801 545 1.137 643 1.121a 31 73 46 540 630o 185o 127 415 381 24 61 112 3.490 124 1.316c 547 1.185 211 135 Fahrbewilligungen sind, die durch die Gesetze, Verordnungen und Reglemente verlangt werden.» «Ausgeschlossen von der Versicherung sind Unfälle, die durch vom Automobilisten bezahlte Angestellte herbeigeführt worden sind.» Ausgeschlossen ferner: «Unfälle infolge von Nichtbeachtung der Gesetze, Verordnungen und Reglemente.» Im weitern: «Unfälle dadurch verursacht, dass die Führer die Fahrzeuge verlassen (ausgenommen die Fälle des Verlassens zur Verrichtung notwendiger dienstlicher Obliegenheiten) und dadurch, dass die Führer betrunken sind oder schlafen! Ebenfalls sind ausgeschlossen von der Versicherung Sachschäden, welche durch Stichflammen oder Feuersbrünste entstanden sind.» Total der Automobile u. Lastwagen 2.560 473 48 2.952 1.155 7.402 289 287 415 2.380 2.794 570 477 1.777 1.747 149 140 124 105 379 9.714 1.035 6.548 2.126 6.061 766 1.113 Da im Schadensfalle die Ansprüche des geschädigten Dritten nicht gegenüber der Gesellschaft, sondern gegenüber deip Automobilisten gestellt werden müssen, kann man sich leicht vorstellen, welcher Wirrwarr rechtlicher Erwägungen sich aus einem dermassen ungenügenden Versicherungsvertrag für den Automobilisten ergeben kann- K.S. 2.988 485 52 3.465 1.418 8.282 352 320 664 2.733 3.275 653 546 2.000 1.952 168 168 135 141b 430 11.511 1.103 7.980 2.399 70.005 843b 1.257 3.447 538 60 5.873 1.728 8.649 372 398 854 2.927 3.365 724 586 2.220 2.199 175 172 145 150 506 13.171 1.176 8.733c 2.751 7.816 884 1.369 Die Befehlsgewalt des Verkehrspolizisten. Niemand zweifelt daran, dass dem Verkehrspolizisten bei der Regelung des heutigen Sfrassenverkehrs eine wichtige Rolle zukommt. Wer es noch nicht wissen sollte, für den hat das Obergericht des Kantons Zürich eine gerichtliche Entscheidung getroffen, welche unumstösslieh feststellt, dass der einzelne Autofahrer sich an die Anordnungen des Verkehrspolizisten zu halten hat. Wie die «N. Z. Z.» berichtet, wurde ein Automobilist vom Polizeirichter gebüsst, weil er ohne den Wink des Verkehrspolizisten abzuwarten den Leonhardsplatz überquerte. Der Automobilist machte geltend, er habe dem Verkehrsmann durch Zeichen zu verstehen gegeben, dass er vom Limmatquai zum Neumühlequai fahren wolle. Das Zeichen müsse vom Polizisten wegen der Strassenbahn nicht gesehen worden sein. Das Bezirksgericht schützte den Standpunkt des Gebüssten und hob die Busse auf- Es war der Meinung, dass man nicht jedem Fahrzeuglenker, der über die Bahnhofbrücke fährt, zumuten könne, dass er sein Fahrzeug bei freier Fahrbahn anhalte, bis der Polizist durch die endlose. Reihe der Trambahnen hindurch das Zeichen bemerke. Das. Zufahren sei vom- verkehrstechnischen Standpunkt _ aus das einzig richtige... Ohne Rächtungszeichen zu fahren, sei besser, als durch die zahllosen Fahrzeuge hindurch nach dem Polizisten zu spähen und dabei die vor dem Auto befindlichen Passanten zu gefährden. Gegen dieses Urteil'erhob der Polizeirichter eine Nichtigkeitsbeschwerde wegen Verletzung materiellen Rechtes an das Obergericht.' In seiner Begründung heisst es wörtlich : « Nur indem die Fahrer auf die Polizisten warten und achten, ist ein möglichst geordneter, hemmungsloser und ungestörter Verkehr möglich. Auch bei der besten Regelung geht es natürlich ohne gewisse zeitweilige Hemmungen nicht ab, namentlich nicht während der belebtesten Tageszeit. Aber gerade dnnn darf nur ein Wille herrschen unit das kann lediglich derjenige des Verkehrspolizisten sein, der die Art und Weise bestimmt, wie die momentane Störung am reibungslosesten behoben wird. Unter keinen Umständen kann es zugelassen werden, dass der einzelne Autofahrer nach seinem subjektiven Ermessen befindet, ob er sich an die Verkelirsvorschriften zu halten hat oder nicht. Diese müssen im Interesse des Verkehrs in jeden^. Fall beachtet werden.» Das Obergericht als Kassationsinstaii2 pflichtete dieser Auffassung bei, indem es die Busse bestätigte. gr. Finale der Sternfahrt nach Monte Carlo. Die grosszügige Veranstaltung ist zu Ende* die Preise sind verteilt, die Fahrer haben dio Tafel « Rallye Monte Carlo » von ihren W a- gen abgenommen und wenden sich wieder auf eigenen Wegen unkontrolliert nach Hause. Einen gewaltigen Erfolg verzeichnete die Sternfahrt 1930 nach Monte Carlo, 142 Fahrer aus allen Ecken Europas brachte sie auf die Beine- oder vielmehr auf die Räder, fast alle europäischen Nationen haben sich an ihr beteiligt, jede grössere Marke war dabei vertreten. Die Existenzberechtigung dieser kontinentalen Sternfahrt ist nicht mehr in Frage gestellt. Sie entspricht in Form und Reglement den heutigen Anforderungen an hohe sportliche Leistungen. Sie ist, wie ein© französische Zeitung sich ausdrückt, wirklich zur «Weltmeisterschaft der Automobiltouristik» geworden. Trotzdem die Fabrikfahrer auch hier int Zunehmen begriffen sind, ist die Sternfahrt nach Monte Carlo vor allem eine sportliche Angelegenheit, an der aus Lust zum Fahrer und nicht des äussern Erfolges halber m\t gemacht wird. Denn das ist das Eigenartige und Schöne an dieser Fahrt: die allermeisten Teilnehmer unterziehen sich grosser Strapa» zen, vollenden hohe sportliche Leistungen, obschon sie wissen, dass sie von vornherein keinerlei Aussichten auf einen Sieg haben. Die 30 Briten, die an der Nordspitze Schottlands starteten, die Holländer, die Schweden, alle die, welche von Sundvall, Stockholm, Riga, Gibraltar oder andern Städten, deren Entfernung nicht an die von Jassy heranreicht, abfuhren, wussten ganz genau, dass sie für die* ersten Preise gar nicht und füc die andern kaum in Betracht kommen konn« ten. ., Bei der Ausschreibung der Sternfahrt wurde alles getan, um die Ausartung der Fahrt in ein Rennen zu verhindern. Detr letzte Fahrtag, von Paris zum Ziel, hat dann aber doch noch ein regelrechtes Rennen gebracht, so dass etwa 20 Teilnehmer schon! vor Oeffnung der Schlusskontrolle in Monte Carlo eintrafen. Die grössten Strapazen hatten die Fahrer kleiner Wagen durchzumachen, während dis Lenker starker Wagen manche Stunde ge« winnen konnten, die ihrem Schlaf zugute ka-i men. Es ist deshalb um so bemerkenswerter,, 116,420 Motorfahrzeuge auf Ende Dezember 1929 (Unsere Statistik, basierend auf den Angaben der kantonalen Motorfahrzeugkontrollen) Kanton Deutsche Schweiz Aargau . . . . Appenzell A.-Rh, Appenzell I.-ßh. Basel-Stadt Basel-Land Bern, deutscher Kantonsteil . . Freiburg, deutscher Kantonsteil Glarus Graubünden- r Luzern St. Gallen Schaffhausen Schwyz Solothurn Thurgau J Nidwaiden Obwalden . . . . . . . . . . üri Wallis, deutscher Kantonsteil . Zug Zürich. . Total Französische Schweiz Freiburg, franz. Kantonsteil . . Genf Neuenburg Waadt Wallis Berner Jura Total 'fessin Tessin Total der Schweiz. 2.773.139 954.925 152.256 3.880.320 29.144 15.297 1.143 45.584 33.970 17.480 1.473 52.923 36.425 6.793 19.211 2.352 1.620 318 57.256 9.463 7.768 3.107 364 11.239 9.834 35.937 3.518 17.649 564 1.461 13.916 55.047 1927 1928 1929 Zahl der Einwohne: pro wohne pro Motorräder Total der orlatira Motorrad Motorfahrzeuge 1929 1927 I 1928 I 1929 1929 1927 1928 1929 70,2 102,3 251 36,3 47,5 61,8 101,5 85,1 139 60,6 87,8 69,7 101,8 68,0 64,5 77,7 80,8 102,2 252 62,2 40,8 89,8 19,6 47,7 40,8 102,3 102,1 3.120 240 34 1.006 918 4.727 119 96 432 1.350 1.474 457 362 1.490 1.244 70 63 90 119 197 5.538 41.738 46.259 60,0 23.106 837 2.168 1.299 3.635 623 1.184 20.587 22.729 42,1 9.746 1.837 2.184 42 1.361 64.162 71.172 54,5 34.253 3.804 352 43 1.132 1.186 5.509 280 119 698 1.650 1.839 540 500 1.716 1.585 88 70 95 107b 257 6.739 28.309 881 2.540 1.555 3.900 561b 1.377 10.814 1.665 40.788 4.012 429 49 1.323 1.357 6.231 348 238 860 1.665 1.892 626 505 1.874 1.911 97 96 105 122 279 7.425 1.100 3.073c 1.699 4.178 642 1.328 I 60 128,9 298 103,6 62,2 83,1 107,5 142,1 1.391 106,4 156,2 80,6 118 69,7 71,2 181,1 145,8 237 310 113,4 72,5 95,9 55,6 77,4 75,9 156 104,3 5.680 713 82 3.958 2.073 12.129 408 383 847 3.730 4.268 1.027 839 3.267 2.991 219 203 214 224 576 15.252 31.444 59.043 1.872 8.716 3.425 9.696 1.389 2.297 12.020 79,4 27.395 1.784 85,6 2.822 45.248 85,7 89.300 a) Verminderung, da seit 1928 die Lieferungswagen zu den Tourenwagen gezählt werden; b)im Wallis wurde erst im-Jahre 1928 eine genaue Statistik eingeführt; c) Statistik abaohliessend aui 31. Oktober 192D* 6.792 837 95 4.597 2.604 13.791 632 439 1.362 4.383 5.114 1.193 1.046 .3.716 3.537 256 70 230 248b 687 18.250 70.047 1.984 10.520 3.954 10.905 1.404b 2.634 31.401 3.502 104.950 7.459 967 109 5.196 3.085 14.880 720 636 1.714 4.592 5.257 1.350 1.091 4.094 4.110 272 268 250 272 785 20.596 77.703 2.276 11.806c 4.450 11.994 1.526 2.697 34.749 3.968 116.420 N» 11 IM der Einwohne? an! i Motoriahrzeug 1929 31 57,8 132 27,3 26,7 37,1 62,2 53,3 69,9 38,7 56,6 37,3 54,7 33,4 33 52 64,6 95,6 144 40,2 25,2 35,6 46,4 14,4 29,4 26,3 59,3 51,8 27,4 38,4 33,3

- 1930 AUTOMOBIL-REVUE dass es gerade ein Kleinwagen war, La Lieorne 5 PS, der den ersten Preis gewann. Unter den andern Kleinwagen sind noch zwei D. K. W. von 584 cem Zylinderinhalt zu erwähnen, von denen der eine (mit Hans Simons) die Strecke Tallin- (Reval) Monte Carlo, der andere (von Kurt May gefülirt) die Strecke Riga-Monte Carlo anstandslos zurücklegte. Pech hatte ein von Buthenuth gelenktes Hanomag-Limousinchen mit drei Insassen, dessen Vorderachse sich in Polen verbog. Die Reparatur nahm fünf Stunden kostbare Zeit in Anspruch, so dass der Wagen in Berlin, Brüssel und Paris und Monte Carlo eine halbe Stunde nach Kontrollschluss ankam. Die Fahrerinnen, besonders Frau Michel Dore, die den Damenpokal gewann, verdienen besonderes Lob. Ein© andere Französin, Fräulein Fridrich, wurde 18. und gewann einen Preis im Ausstattungswettbewefb. Unter den Engländerinnen sind besonders zu erwähnen: Frau Bruce und Frau Dinsda'e und Miss Kitty Brunei, die den ersten Preis im Ausstattungswettbewerb gewann. Die Ankunft der Sternfahrcrr hatte viele Zuschauer zum Hafen gelockt. Ueberhaupt zeigte Monte Carlo einen bedeutend stärkeren Verkehr als letztes Jahr, obwohl die amerikanische Kundschaft zum grössten Teil ausgeblieben ist. Die Stadt hatte auch dieses Jahr eine besondere Anstrengung gemacht, sich im schönsten Sehmuck zu zeigen. Die prachtvollen Palmen und die Blumenbeete vor dem Kasino wurden allabendlich von vielen Scheinwerfern und Lichtkörpern mit weissem Schein übergössen. Dem Kasino selbst gab man ein neues Kleid und Hess es abends von allen Seiten anstrahlen. So leuchtete das Wahrzeichen von Monte Carlo wie ein Palast aus einem Märchen weithin übei Meer und Küste. Die Regeltnässigkeitspriifung. Die Fahrt durch das Auf und Ab der Seealpen über eine Strecke von 160 Kilometern stellte hohe Anforderungen an die Geschicklichkeit der Fahrer und gab ihnen eine Chance, sich in der allgemeinen Klassierung noch zu verbessern, barg aber auch die Gefahr in sich, noch in letzter Stunde ins Hintertreffen zu kommen. Im günstigsten Fall konnte hier ein Sternfahrer acht Punkte erringen. Die Strecke führte von La Turbie über den 1000 Meter hohen Col de Braus, dann wieder hinunter ins Tal nach Sospel, hinauf nach Chatillon (700 m), dann ans Meer und zurück nach La Turbie. Die Strecke musste mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km durchfahren werden, wobei jede Abweichung davon zwischen den vier Kontrollstellen durch Punktabzug geahndet wurde. Die Automobile mussten also wie Uhren laufen, und zwar über eine Gebirgsstrecke, die gar nicht in idealem Zustande war. Im allgemeinen wurde sehr schlecht gefahren, was nach den Anstrengungen der Sternfahrt verständlich war: Hector Petit sicherte sich den ersten Platz. Bergrennen auf dem Mont des Mules. Im Rahmen des Automobilmeetings in Monte Carlo wurde am Samstag auf der klassischen Bergstrecke nach dem Mont des Mules ein Bergrennen über drei Kilometer ausgetragen, das nur den Teilnehmern an der Sternfahrt geöffnet war. In den einzelnen KJassen fanden sich 38 Fahrzeuge am Start ein. Die beste aller Konkurrenten erzielte dei aus Paris wohl nur zu diesem Zweck gekommene T. Velitchkovitch, der mit seinem Bugatti-Wagen den von dem Engländer Williams mit 3:23,2 aufgestellten Streckenrekord auf 3:19,2 verbesserte. In der gleichen Kategorie nahm Frl. Friderich den zweiten Platz ein. Die Preisverteilung. Aim 2. Februar, um 14.30 Uhr, klang die Sternfahrt in dem prunkvollen Finale der Preisverteilung aus. Auf dem Schlossplatz standen die Automobile der Sternfahrer, dahinter drängte sich die Menge der Zuschauet. Die Schlosswache marschierte auf, ein Hörn ertönte, die Soldaten präsentierten das Gewehr, während die Nationalhymne der Monegassen gespielt wurde. Dann schritt Prinz Peter, der Schwiegersohn des regierenden Fürsten, zur Ehrentribüne und überreichte die verschiedenen Gaben und -Preise. Der Gabentisch war sehr reichhaltig und auch die Barpreise konnten sich sehen lassen. Der erste Preis betrug 40,000 franz. Franken, der zweite 18,000. Am Abend vereinigte ein grosses Bankett die Sternfahrer, die Behörden und die Delegierten der Automobilclubs verschiedener Länder. Damit hatte die Sternfahrt endgültig ihren Abschluss gefunden. Dass aber die Automobilisten bald wieder Gelegenheit haben, nach Monte Carlo zu kommen, dafür wird det Grosse Preis von Monaco sorgen, um den am 6. April ein Rennen stattfinden wird, -o- * * * Sternfahrt nach Monte Carlo Oben: Der Ausstatfcungswettbewerb auf den Terrassen des Kasinos in Monte-Garlo. Unten: Uebersicht der Stern fahrtrouten. Trade Der Welt grösster Gummiproduzent «Der erstaunliche Aufstieg des neuen U. S. ROYAL- Pneumatiks in der ganzen Welt wäre einfach unmöglich, wenn nicht tatsächlich gesunde, fundamentale Gründe für ditese Erfolge gegeben wären!» Es sind dies: Bessere Gummiqualität, Web Cord • Konstruktion, völlig neues, auf wissenschaftlichen Erfahrungen aufgebautes und bedeutend verstärktes Gleitschutz-Profil, 6owie andere ausschlaggebende Vorzüge mehr, wie sie eben nur der grösste Gummiproduzent der Welt zu verwirklichen imstande ist. — Resultat: Telephon: 10.80, 10.81, 10.82 Mark UNITED STATES RUBBER CO. lanciert seinen neuen U.S. ROYAL Der Reifen von heute für den Wagen von heute! Unübertreffliche Rekord-Leistungen in jeder Hinsicht! 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Wie man sich erinnert, wurde Ende 1928 in Preussen ein partielles Rennverbot erlassen, das alle Rennen auf Rundstrecken öffentlicher Strassen untersagte. Ausserdem war für alle übrigen Wettbewerbe eine Bewilligung der zuständigen Landesbehörde vor Jahresbeginn einzuholen. Durch diese einschränkenden Massnahmen wurde aber dem deutschen Autosport wenig oder kein Schaden zugefügt, da Deutschland ja den Nürburgring besitzt. Wenn daher die Anzahl der Rennen durch diese Vorschriften auch verringert wurde, so konnten dabei die grossen Rennen nur gewinnen. Die Behörden zeigten sich überdies sehr zuvorkommend bei der Erteilung der Bewilligungen. - ; ' Dieses Jahr dürfte übrigens das teilweise Rennverbot fallen, so dass also dann auch Rennen auf Rundstrecken öffentlicher Strassen nur noch von einer behördlichen Bewilligung abhängig gemacht werden. Das Ringen um die automobilsportliche Hoheit Deutschlands war nach dem Krieg äusserst heftig zwischen dem Automobilclub von Deutschland, der der « Association Internationale des Automobile-Clubs reconnus» angehört, und dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC), der an den Internationalen Verband der Touringclubs angeschlossen ist. Nachdem dann der A. v. D. durch seine Aufnahme in die Association Internationale zuerst die alleinige Oberhoheit über den Automobilsport in Deutschland errang, hat er dann doch dem, an Mitgliedern viel zahlreichern ADAC Gelegenheit gegeben, in sportlichen Sachen ebenfalls ein Wort mitzureden, indem er die Oberste Nationale Sportkommission schuf, der Vertreter beider Automobilvereinigungen umfasst und die höchste autömobilsportliche Instanz Deutschlands bildet. Der Kommission steht Herr Konsul Fritsch vor, der in allen auto* mobilsportlichen Fragen sehr bewandert ist und in den Automobilkreisen des In- und Auslandes grosses Ansehen besitzt. -f. Die Europäische Bergmeisterschaft. Was fordert das Reglement? Wir haben bereits von den Beschlüssen der Internationalen Sportkommission betr. Schaffung einer Europäischen Bergmeisterschaft berichtet. Nun ist auch das genaue Reglement dazu erschienen. Es besteht aus sechs Artikeln, die wir im folgenden ohne Kürzungen wiedergeben : Art. 1. Die Internationale Automobilvcreinijtunj? organisiert 1930 eine Bcrgmoistcrscliaft, Renn- und Sportkategorie. Alle Inhaber des internationalen Renn aus weises können sieh um den Titel bewerben. Art. 2. Für die Klassierun.cc kommen die Resultate der folgenden neun Bors'rennen in Betracht: 7. Juni: Rumänien, Bergrennen von Fcleac. 25. Juni: Italien, Bergrennen Cuneo - Collo dclla Maddalena. 15. August: Schweiz, Klausenrennen. 17. August: Deutschland, Rekordtago des A D.A.G. in Preiburg i. B. (Schauinsland). 24. Aug.: Frankreich, Bergronnen Mont Vcntoux. 24. August: Polen, Tatrarennon. 14. September- Oosterreich, Semmeringrennen. 21. Sept.: Ungarn, Rennen am Schwabenbors. Datum noch ungewiss: England, Rennen am Shclsley Hill. Art. 3. Um ein Anrecht auf Klassierung zu haben, müssen die Konkurrenten mit einem Wagen gleicher Marke an mindestens der Hälfte der obigen Rennen teilnehmen. Falls weniger als sechs Rennen stattfinden sollten, sind die Konkurrenten vorpflichtet, mindestens an drei davon teilzunehmen. Der Titel wird nur vergeben, falls von den auf obiger Liste verzeichneten Rennen mindestens drei in diesem Jahr stattfinden. Art. 4. Die Roglemento der für die Bcrgmoisterschaft geltenden. Rennen müssen dem internationalen Sportrogleinent und seinen Zusätzen entsprechen. Art. 5. Bei jedem Rennen muss eine Einteilung der Sportwagen in Gruppen erfolgen. Dem Konkurrenten werden dann eine Anzahl Punkte zugesprochen, die dem Rang entsprechen, die er in seiner Gruppe erreicht hat. Der erste erhält 5 Punkte, der zweite 4. der dritte 3, alle andern für die Borgmeistorschaft konkurrierenden Fahrer, die das betreffende Rennen beendigen, erhalten zwei Punkte und solche, die zwar gestartet, aber nicht am Ziel angekommen sind, einen Punkt. Konkurrenten, welche an dem gleichen Rennen mit mehreren Wagen der gleichen Klasse teilnehmen, erhalten diejenige Punktzahl, die ihrer besten Leistung entspricht Andererseits, wird einem Konkurrenten, der überhaupt nicht gestartet ist, kein Punkt erteilt. Die so in den verschiedenen Rennen und Klassen erhaltene Punktzahl wird zusammengezählt und