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E_1930_Zeitung_Nr.016

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 16 Eine neue Art Tiefbettfelge hat die bekannte deutsche Fabrik der «Kronprinz »- scko Räder herausgebracht. Das Bett dieser Alte Flicke lassen sich ganz leicht abziehen, wenn folgendermassen vorgegangen Felge weist über den ganzen Umfang des Bettes eine Kehle auf, ausgenommen an einer Stelle gegenüber dem Ventil, wo das '«Tiefbett » durch simple Einbeulungen in ein Flachbett umgewandelt ist. Die Montage eines Reifens geschieht dann so, dass man den Reifen erst beim Ventüloch in die Rinne einhakt und gegenüber überstreift, dann das Ventil einhakt und nun auf der andern Reifenseite g'eich verfährt. Der Reifen kann aut der neuen Felge auch in luftleerem Zustand nicht mehr abfliegen, da er auf der Ventilseite durch das Ventil, auf der gegenüberliegenden Seite aber durch den Flachbettbuckel festgeklemmt ist. Vor den Felgen, welche diese Sicherheit schon jetzt ergeben, besitzt die vorliegende neue Felge den Vorzug grösserer Einfachheit und leichterer Herstellung. Sie wird dazu beitragen,, die Frage der «Wulst-oder Drahtreifen» endgültig zugunsten des letzteren zu entscheiden. y. Ein Vorsch'ag zur Lösung des Altwagen- ' Problems. Eine bekannte französische Autorität in Automobilsachen schlägt vor, das Altwagen-Problem dadurch zu lösen, dass man gebrauchte Automobile, die ein gewisses Alter erreicht haben, grundsätzlich vernichtet. Dieser schöne Wunsch bestand allerdings schon lange. Die erwähnte Autorität will ihn aber auch verwirklichen, und zwar, indem er eine finanzielle Mithilfe der Automobüfabriken fordert. Ein gebrauchter Wagen, der für einen neuen in Zahlung genommen wird und der beispielsweise mit 3000 Franken angerechnet wurde, soll unter "allen Umständen direkt zum Alteisenhändler wandern. Der Alteisenhändler wird dafür etwa 1000 Franken bezahlen. Die übrigbleibenden 2000 Franken schreiben der Vertreter, der dafür den neuen Wagen verkauft hat und die Fabrik dieses Wagens gemeinsam ab. Ihr Gewin ist dadurch allerdings im ersten Moment kleiner. Zieht man aber in Betracht, dass mit dieser Methode dem Krebsgeschwür des Tauschhandels mit der Zeit der Garaus gemacht werden kann, so hat sie doch vieles für sich. Die grosse Frage ist nur die, ob sich heute die Händlerschaft und die Fabrikanten wirklich zu einem sicheren Opfer entschlossen können, einzig auf eine noch, in ferner Zukunft schwebende Seligkeit hin. y< Prakf nl«e wird: Man bestreicht den Flick mit einer millimeterdicken Lage Gummilösung, zündet diese an und lässt sie etwa 5 Sekunden brennen. Durch die sich entwickelnde Hitze wird die Klebkraft des Flicks aufgehoben. Eine Gefahr der Beschädigung des Schlauches besteht nur, wenn die Gummilösung zu lange brennen gelassen wird. y. Schutz gegen selbsttätige Entladung dei Batterie. Vergisst man bei einem mit Batteriezündung ausgerüsteten Wagen nach dem Anhalten die Zündung auszuschalten, so wird, wenn der Motor dabei aus diesem oder jenem Grunde stillgestanden ist, die Zündspule in den meisten Fällen dauernd vom Eine Alarnrvorrichtung, die automatisch in Tätigkeit tritt, wenn man beim Anhalten die Zündung abzustellen vergisst. Zündstrom durchflössen. Die Folge davon ist eine Entladung der Batterie, wenn nicht gar eine ernsthafte Beschädigung der elektrischen Anlage. Selbst dort, wo der Zündspule zum Abdrosseln übermässiger Durchflussstromstärken Widerstandspiralen vorgeschaltet sind, tritt im Verlauf eines mehrstündigen Stehenlassens des Wagens bei eingeschalteter Zündung eine fühlbare Entladung der Batterie ein. Eine neue Vorrichtung, die auch Unachtsamen Fahrern ein ordnungswidriges Eingeschaltetsein der Zündung ins Bewusstsein zu rufen geeignet ist, wurde kürzlich in England zum Patent gemeldet. Der schematische Aufbau dieser Vorrichtung geht aus dem beistehenden Bild hervor. Mit dem normalen Zündungsschalter ist ein separater Niederspannungsstromkreis so verbunden, dass bei stillstehendem Motor automatisch ein Warnsignal ertönt oder ein gut auffälliges anderes Alarmzeichen A in Tätigkeit tritt. Die Abhängigkeit vom Motorlauf, bzw. Motorstillstand, wurde dadurch geschaffen, dass der Niederspannungsstromkreis erst beim Fehlen des Ansaugrohrunterdruckes geschlossen wird. Am Ansaugrohr ist dazu ein rechtwinklig abgebogener Stutzen eingeschraubt, der in seinem Oberteil einen federbelasteten Kolben enthält. Läuft der Motor, dann saugt der im Ansaugrohr herrschende Unterdruck den Kolben nach unten und unterbricht damit den Alarmstfomkreis. Das Alarmzeichen tritt erst in Tätigkeit, wenn der Motor stillsteht, weil dann der l'nterdruck im Ansaugrohr verschwindet, der Kolben nach aufwärts geht und der Kontakt geschlossen wird. y. Wie man die Autobatterie selbst aufladen kann. Bei einem grossen Prozentsatz von Automobilen lässt während den Wintermonaten der Ladezustand der Akkumulatorenbatterie zu wünschen übrig. Es hängt das einerseits damit zusammen, dass der Verbrauch an Strom viel grösser ist als im Sommer (wobei an die stärkere Inanspruchnahme des Anlassers und die längere Benutzungsdauer der Beleuchtung erinr/ert sei) und dass zweitens die Kälte die Kapazität der Batterie ohnehin vermindert Wo die Lichtmaschine genügend gross und nach gewissen Systemen gebaut ist, kann man diesen Mangel an Strom durch geeignete Einstellungen bis zu einem gewissen Grad abhelfen. In vielen Fällen bleibt man aber darauf angewiesen, die Batterie von Zeit zu Zeit durch eine fremde Stromquelle aufzuladen. Dazu ist es nun aber durchaus nicht nötig, den Wagen oder die Batterie immer gleich zu einer möglicherweise weit entfernten Ladestation zu bringen. Die Radiotechnik hat in den letzten Jahren zahlreiche Batterie-Ladegeräte herausgebracht, die sich ausgezeichnet auch zum Aufladen von Automobilbatterien eignen. Wenn die Ladezeit nicht eng begrenzt ist, d. h. wenn die Ladung über mehrere Stunden, eventuell über eine ganze Nacht ausgedehnt werden kann, genügt dabei zum regelmässigen Nachladen der Batterie schon ein verhältnismässig kleines, billiges Ladegerät, dessen Anschaffungskosten durch den Wegfall der Aufladekostenausser-dem-Haus rasch ausgeglichen sind. Schema eines für das Nachladen der Autoinobilbatterie geeigneten Röhren-Ladegerätes. T = Transformator. R = Gleichrichterröhre. B = Anschlüsse der Batterie. W = Anschlüsse des Lichtnetzes. Die beistehende Skizze zeigt das Schaltungsschema eines der in der Radiotechnik gegenwärtig am meisten angewandten, an jeder Wechselstrom-Leitung ansteckbaren Röhren-Ladegeräte. Die Gleichrichtung des Wechselstromes erfolgt hier in einer sogenannten Gleichrichterröhre, einer Art Lampe, die eine Brenndauer von mindestens 1000, möglicherweise aber bis zu 10,000 Betriebsstunden erreicht und ohne die geringste Wartung arbeitet. Die erforderliche niedrigere Ladespannung wird durch einen vor die Röhre geschalteten Transformator erzielt. Bringt man einen solchen Gleichrichter unter der Motorhaube unter, so kommt er zugleich noch als Schutzmittel gegen das Einfrieren des Kühlwassers in Betracht, denn der Transformator und die Lampe strömen immer eine gewisse Wärme aus. Damit das Gerät an der Batterie leicht angeschlossen werden kann, sieht man am besten an der Wagenspritzwand oder einer andern gut zugänglichen Stelle eine mit den Batterieklemmen verbundene Steckdose vor. Führt das Lichtnetz anstatt Wechselstrom Gleichstrom, dann ist die Anwendung dieses Ladegerätes allerdings nicht möglich. Das Laden der Batterie in deT eigenen Garage kann dann aber noch viel einfachererfolgen, indem man nur durch Vorscha'ten von Kohlenfadenlampen oder andern Widerständen die Spannung auf das erforderliche Mass herabdrosselt. In keinem Fall aber darf man einen ungenügenden Ladezustand der Batterie einfach übersehen und auf sich beruhen lassen. Wird nämlich eine teilweise entladene Batterie sich selbst überlassen, so tritt an ihren Platten Sulfatbildung ein, die zuerst die Kapazität empfindlich herabsetzt und schliesslich zu einem Ersatz der Platten zwingt, y. KREISE von Industrie, Gewerbe und Handel LS=F= mamum SftÜISSSt haben gemeinsame Interessen und Berührungspunkte auch in technischer Himicht \n- und •*» ksz£**t dö bung hode en d" er V.ch^^ustne, Zentral » •be und n der ne »uiUcton des Bue Bardin« Mikrophon. RLAG TECHNISCHE RUNDSCHAU, BERN

Bern, Dienstag 25. Februar 1930 „Automobil-Revue" No. 16 Im heutigen 99Autler-Feierabend u : Glatzen Maskerade im Spiegel der Zeiten Bunte Chronik aus aller Welt Die Seite der Frau 12 13 Was sagen Sie zu diesen Kostümen? 13 Dekobra, der Dichter der Frauen 13 Touren-Sprechsaal < 14 Dnser Kreuzworträtsel 14 Glatzen Seit« Von Alfred Baum. Der Saal ist gefüllt, lauter ernste, gewichtige Ehrenmänner mit Biederblick und Fingerringen, und einige wenige Damen mittleren Alters, mit kargem Hals, abfallenden Schultern und strengen Brillen. In der Bankreihe vor mir, rechts, sitzt ein Herr, an dem mein Blick hängen bleibt. Eine Glatze, gewaltig, spiegelnd. Aller Wahrscheinlichkeit nach ein Versicherungsagent. Das Meer der Kahlheit ergiesst sich tief hinab gegen den Nacken, eine kümmerliche Gloriole von sichtlich gewissenhaft gepflegten Haaren ist noch übrig. Mitten in die glatte Fläche strahlt eine Schar von sorglich angeklebten Strähnen von vorn nach hinten: die letzten vereinsamten Zeugen einer fernen, schöneren Vergangenheit. Ab und zu greift der Herr sich an den Hinterkopf — er leidet offenbar im Unbewusstsein an der Kahlheit seines Hauptes — und streicht behutsam, mit der flachen Hand, über die fünf Strähnen, oder kratzt sich zierlich mit dem kleinen Finger dort, wo es wirklich nichts mehr zu kratzen gibt... Ich ertappe mich auf Seitenpfaden. Ich stemme meinen Kopf energisch in beide Fäuste und hefte meinen Blick geradeaus nach vorn. Kopf an Kopf reut sich aneinander, alle unverwandt das Katheder mit hypnotischem Blick anstarrend. Ein hagerer Schädel im Hochrechteck fängt die Pfeile meiner Aufmerksamkeit von neuem ein. Roter Nacken, ohne Falten, brauner, dichter Pelzbesatz über den etwas langen Ohren. Aber, aber... im Zenith des Hauptes beginnt eine fröhliche kleine Hella aufzublühen. Man spürt geradezu die freudige Gewissheit. sich binnen kurzem siegreich rings auszubreiten, erst langsam, dann immer schneller: unaufhaltsam in die Finsternis des Lockenwalles vorzudringen. Zierlich mündet das helle Strässlein des Scheitels in das kleine blanke Rund ein. Klein... ja, heute noch, aber — warte nur, balde... .. .wobei die leistungspsychologischen Forechungsmethoden von Kegel doch nicht so ganz... ein verirrter Satzfetzen schlägt an mein Ohr. Herrgott! Ich rapple mich zusammen und zerre meine Blicke von dem unseligen Hochrechteck weg, auf die andere Seite. — Kegel, Kegel... sagte er vorhin nioht etwas von Kegelnl...? — Ach ja, dasitzt ja einer vor mir, links. Ein tadellos polierter, sauber gedrechselter, ein prächtiger Kegel! Fehlt bloes noch eine Einbuchtung, um den Daumen hineinzustecken, und eine gut begossene Kegelbahn dazu. Ein wahrhaftes Olympierhaupt, ohne Zweifel, nur ohne, so ganz ohne Lockenpracht. Nicht eine einzige Stelle, die noch nicht der grausamen Rasierklinge des Lockentodes erlegen wäre. In eindrucksvoller, radikaler Unbedingtheit sitzt diese elfenbeinerne Kugel zwischen breiten Schultern. Jeder kleinste Buckel und Höcker tritt in vollendeter Plastik hervor; von unten wallen in rundlichen Wellen die Nackenfalten gegen den halbkreisförmigen Wall der letzten Haare hinauf. Oh. welch ein Objekt für Phrenologen! Sicherlich ein Kolonialwarenhändler. Ein gros natürlich. Ich bemühe mich, mir die Vorderansichten vorzustellen. Schmetterndes Beifallgeräusch, heftiges Scharren des allgemeinen Aufstehens und aus dem Banne schweigender Aufmerksamkeit erlöster Redeschwall schreckt mich aus wirren Träumen. Vorne knickt Professor Kluck zur letzten Verbeugung devot zu- Es ist eigenartig, dass die Griechen aus der Zeit des Homer und Phidias, die die edle Maskenkunst seit langem kannten und bei der Ausführung der attischen Masken ausgezeichnet anwandten, keinerlei Strassenvergnügen oder Maskeraden in unserem Sinne veranstalteten. Der hellenischen Larve bedienten sich nur Meister wie Sophokles und Aristophanes. Sie war also ein symbolisches Eigengewächs der mimischen Künste und der theatralischen, Schauspiele. Erst die Römer fügten zu den jährlichen isthmischen Turnspieien tiefe in die Freuden des Lebens hineintauchende Maskeraden als öffentliche, gesellschaftliche Feste. Sie besassem im heidnischen Rom ihren Ruf und die mäzenatische Unterstützung der Cäsaren. In der Zeit der Saturnalien betonten sie sogar ihren besonderen Kult. Während dieser Maskenvergnügen, die gewöhnlich drei Tage (vom 17. bis zum 21. Dezember) dauerten, packte die Metropole der damaligen Welt die Raserei zügelloser Heiterkeit. Ueberall herrschte unbändige Freiheit und Ausgelassenheit. Dein Kriegsgefangenen und den Gefängnisinsassen nahm man die eisernen Fesseln ab, SMaven und die «plebs misera» des augustinischea Roms nahmen an den Lukuliusfesten der Patrizier teil und wurden häufig von jenen selbst bedient. Das sonnige Italien ist auoh bis heute noch jenes klassische Land, wo alljährlich Harlekinaden stattfinden, die sich im Glanz papierner Herrlichkeiten baden. Wir wissen aius der Geschichte, dass jene lärmenden Maskenspiele aus den Zeiten des altrömischen Cäsarentums häufig der Schrecken der ruhigen Bürger waren, selbst Nero jener Histrione von der Gnade der Götter, jagte nachts in seltsamen Masken durch sammen und stopft sein Taschentuch endgültig in die falsche Tasche. Zerknirschung über die dämlich verträumte Stunde überkommt mich, erbost über mich, über die vermaledeiten Glatzen, über Professor Kluck mit seinem dummen Taschentuch, über die herausdrängenden Leute und über die ganze Welt nehme ich Hut und Mantel, stürze hinaus, stolpere über die letzte Treppenstufe und erwische wider alle Konsequenz noch die Strassenbahn. Zu Hause angekommen, trete ich vor den noch nicht ganz erblindeten Teil meines Spiegels und male mir mein Zukunftsbild aus, kahl, kegelglatt, wie der Kolonialwarenhändler. — Ich greife mit der flachen Hand hinauf, an den Hinterkopf... Doch, es sind noch welche da, Tempora. Maskerade im Spiegel der Zeiten Historische Reminiszenzen. Zeit des Karnevals hervorgerufenen Aergernisse. Es ereigneten *sioh auch hlasphemische Vorfälle, in denen zum Beispiel Frauen der Ewigen Stadt durch ihre frivoie Gegenwart die Gotteshäuser profanierten. Sie kamen zur Messe mit der Maske im Gesicht und ia tief dekaltierten, karnevalistischen Kostümen. Der Papst schreitet ein. Veranlagst durch die Zunaihme der ungesunden Verhältnisse -und durch die vergnügungssüchtigen, maskierten Damen gab Papst Innonzenz XI. am SO. November 1683 eine Bulle heraus, die sich an jene Art von Frauen richtete. ET drohte mit allen kanonischen Strafen, und zwar allen Frauen, ohne Unterschied des Standes, die es wagen würden, maskiert irgendeine Kirche der katholischen Welt zu betreten. Dieser Hirtenbrief hatte insofern ErfoJg, als sich das schöne Geschlecht immerhin bis zu einem gewissen Grade an den päpstlichen Befehl hielt. die Strossen Roms und verhöhnte durch Masken Meichte Federkleidung, die auch einige andere Kaund Pasquille Achtung und Würde der S^Ertoren*"*Va7iere seines Gefolges "aufwiesen, begann, entzünoder beleidigte junge Mädchen, die er unterwegs traf, durch Zoten. • •••••••••••••••••••••••••i Im Museum «Gorrer», in Venedig, hängt ein Büd von Pietro LongM, das eine Karnevalszene einer Kirche darstellt. Man sagt, dass es der Aebtissin des Klosters cSancta Croce», Euphania Giustiniana, gelang, den ausschweifenden Karnevalspielen der Venetianer dank ihren Mahnungen und \ch Stehe Über der Stadt, Predigten eines Savonarola einen Riegel vorzuschieben. Dafür wurde sie kanonisiert und unter Auf einem Hügel (Sozusagen). Die mich geboren hat. die Heiligen gezählt In dem schönen Kirchlein «Sancta Maria dell'Orte» zeigt man den Fremden Oh! hätt ich Flügel, ausser den herrlichen Gemälden eines Tizian und Den Sprung zu wagen Tintoretto gleichfalls zwei grosse verblichene ene Por- P Darüber and Weg l träts der «Beata Euphania abbatissa SanctaeCrucis» und der Mesner vergiest bei dieser Gelegenheit ch freue nicht die Taten dieser Dame zu erwähnen. Das diesem , , , , Leoen « . -: wären nicht die einzigen durch die Maskeraden zur i>0 Viele Leute hier ZU Rennen, det durch Funken der Pechfackeln. zu brennen. Und nur dank der ritterfichen Kühnheit der Höflinge gelang es, das Staatsoberhaupt zu retten. In Deutschland und England. Aus dem vergnügungssüchtigen Italien, dem blutsverwandten Spanien und dem leichtsinnigen Frankreich gelangten die Maskenvergnügungen mit allen ihren tänzerischen Kapriolen in das schwerfällige Deutschland* (Köln, München. Mainz usw.) und von hier echliesslich in das puritanische England der Stuarts, wo man «sie mit wahrhaft königlichem Prunk empfing. Besonders König Heinrich IV. war ein Verehrer aller Vergnügungen und: der fanalischste Anhänger mannigfachster Maskeraden. Während der 21jährigen Regierung Heinrich IV. (1569—1610) wurden an seinem Hofe nicht weniger als sechzig Bälle in grossem Stil und eine unendiiehe Füll© von Maskenbällen veranstaltet, während einer solchen Karnevalredoute verbreitete sich das Unheil verkündende Gerücht von der Eroberung der schönen Stadt Amiens durch die Spanier. Das Maskenballett stellte an jenem Abend zufällig die monumentale Szene des Zusammentreffens der Könige (Friedensvertrag) in Thonara dar, auf Grund dessen dem französischen Herrscher Philipp II. verschiedene Provinzen zuerkannt wurden: die Normandie, die Bretagne und ein grosser Teil von Anjou. Für das bombastische Auftreten des si&greichen Königs hatte man ganze Legionen entzückender maskierter Damen, die als Ritter verkleidet waren, aufgeboten. Als man Heinrich IV. die Nachricht vom Fall der von ihm sehr geliebten Stadt Amiens überbrachte, soll er ausgerufen haben «...wir haben genug König von Frankreich gespielt — seien wir jetzt wiederum König von Navarra I.. .> Unter der Regierung Philipps von Orleans entstanden aus den eleganten 1 Hofballetts allmählich volkstümliche Maskeradpn mit Strassencharakter. Von dieser Zeit gingen dia öffentlichen Harlekinaden in der Karnevalszeit Hand in Hand mit den höfischein Maskenfesten. Im, 19. Jahrhundert feierte der Prinz Karneval ungeheure Triumphe in Venedig, Nizza!, Rom. Köln und; München. Auf den Maskenredouten der ersten Gattung wurde es Sitte, dass einige «quadrilles» in entsprechender Kostümierung plötzlich erschienen, die aus vier, acht, zwölf oder achtzehn Personen bestanden. Diese Quadrillen erfreuten sich' eines ungeheuren Ansehens und unterlagen im Hinblick auf, ihre Freiheit keinerlei Gesetzen. Sie besassen sogar ihre Privilegien. Auf fremden Bällen konnten sie von der Kapelle das Abspielen solcher Musikstücke verlangen, die ihrer Choreographie oder dhrem pantomimischen Cha- Die Opernredouten. die in Frankreich ihren Anfang genommen hatten, popularisierten die Maskeraden im Laufe der Zeit und gestalteten sie zu amüsanten Strassenvergnü- (rungen zur Freude des heiteren Volkes um. In Italien, dem Lande der Lionardo und RaphaeJ und! ebenso in Spanipn, dem Vaterlande der Don Quichote und Murrillo. wandelten sich alle MaskentArrangements» zu rein nationalen Spielen, rakter entsprachen. Auf einem solchen, durch die Fürstin de Berry im Januar 1693 in Paris veranstalteten Baal, auf dein Karl VI. als Führer von renfoste» und «Mummenschänze» noch heute lieh war es in Deutschland, wo die lustigen «Nar- «15 wilden Pepuanegera» verkleidet erschien, päre sonders im Rheinland der typische Abglanz der der König beinahe vollständig verbrannt. Seine alten höfischen «festivales maequees» sind. Dr. E. Meiler. Deutsch von Dr. Leo 'Koszeüa. Faule Romantik Beständig über Bekanntes ztt rennen. Und zu glauben, das sei die Welt l Was mich wohl hier hält ? Wohl nur ein allzu weicher Geist, Der nur immer einwärts und rückwärts weist, Dahin, wo mein Vater und meine Matter gelebt, Wo ich geiaulenzt und zuerst gestrebt... Wo ich die ersten Kränze gepflückt, Und wo mich die Frauen erstmals entzückt'.. F E U I L L E T O N Der eiserne Wagen Kriminal-Roman von Sven Elvestad. Fortsetzung aua dem Hauptblatt. Der Detektiv schwieg wieder, dann nahm er langsam, beinahe geziert langsam, eine Zigarrentasche aus der Jacke. Er suchte sieh sine Zigarre aus, zündete sie an, stiess einige dicke weisse Rauchwolken in das Zimmer und blieb mit der Tasche in der Hand sitzen. «Diese ist nur von gewöhnlichem Leder,» sagte er, «aber sie ist silberbeschlagen. Die Zigarrentasche, die bei Blinde fehlte, war von grünem Krokodilleder, nicht wahr?» «Es war gar keine Zigarrentasche, es war ein Notizbuch.» Asbjörn Krag blies seine grossen Rauchringe in die Luft und begann zu lachen. «Natürlich», erwiderte er, «aber hatte es nicht goldene Beschläge?» «Das weiss ich nicht... ich habe nichts davon gehört.» Der Detektiv wandte mir sein Angesicht zu, er lachte noch immer. «Ich will aufstehen,» sagte ich, «ich fühle mich noch etwas matt und will hinaus in die frische Luft.» Aber da erhob Asbjörn Krag seine Hand beschwörend gegen mich. «Ja nicht,» antwortete er ernst; «ich muss erst mit meiner Erzählung fertig werden, ich liebe nicht lange Unterbrechungen. Aber ich kann die Fenster öffnen.» cJa, bitte, öffnen Sie die Fenster, alle Fenster.» «Lieber Freund,» sagte er, «die Fenster sind offen, sie sind die ganze Zeit über offen gewesen. Haha!» Er lachte. Ich sagte nichts mehr und mochte ihn auch nicht ansehen, denn ich fürchtete, in einem fürchterlichen Wutanfal! aufzufahren. Doch hörte ich, dass er die Zigarrentasche zuklappte und in die Tasche steckte. «Wie gut», brummte er kurz darauf halblaut, als ob er mit sich selbst spräche, «kann ich Gjaernaes' Auftreten in dieser Zeit verstehen. Wegen des Mordes hatte er keine Angst. Wenn er von dem Mord an dem Forstmeister sprach, so geschah dies wie geistesabwesend, fast gleichgültig. Er hatte an andere und ernstere Dinge zu denken. Es fiel ihm gar nicht ein, dass man ihn beargwöhnen könnte. Hingegen lag das Geheimnis mit seinem Vater wie eine fürchterliche Last auf ihm; die Katastrophe war zu plötzlich gekommen, sie nahm ihn völlig mit und Hess ihn sinnlos und töricht handeln. Er musste ja" um jeden Preis den geheimnisvollen dritten Bewohner des Edelhofes verbergen, und dabei war er so eifrig, so planlos in seinem Bestreben, das Geheimnis zu bewahren, dass er gar nicht bemerkte, wie er sich blossstellte. Schliesslich konnte all und jeder auf ihn zeigen und sagen: «Er hat den Forstmeister erschlagen. Er hat sich förmlich als den Mörder ausgeliefert.» Aber zu solchen Schlussfolgerungen kommen nur gedankenlose Menschen, Dummköpfe, die keinen Funken von Kombinationstalent haben. Mit einem halben Blicke konnte ich sehen, dass unmöglich ein Mensch so auftreten konnte, der das Verbrechen draussen in der Heide begangen hatte; selbst das dümmste Wesen würde nicht hingehen und und zwar das unverdauliche Kaffee* wachs und das Coffein, sofern Sie Ihren Kaffee des reinen, feinen Geschmacks, des Genusses wegen trinken und den für viel« ' Menschen schädlichen Coffein Wirkungen auf Herz, Nerven und Nieren entgehen wollen. Alles dieses Überflüssige ist dem coffein^ freien Kaffee Hag genommen, sonst nichts. Und darum ist Kaffee Hag ein so her» vorragend feiner Bohnenkaffee, der einzige echte Kaffee mit garantierterUnschädlichkeit.