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E_1930_Zeitung_Nr.016

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2 AUTOMORIL-REVUF

2 AUTOMORIL-REVUF 1930 - N° lft Ausser diesen Ausfallstrassen kommen dann die sog. Umleitungsstrassen in Betracht, wie z. B. Schaffhauserstrasse, Röschibachstrasse, Hardstrasse, Bäckerstrasse, Seebahnstrasse, Tunnelstrasse als Verbindung Milchbuckrechtes Seeufer, die bezwecken, den Durchgangsverkehr um den eigentlichen Stadtkern herumzuleiten. Auch für diese Umleitungsstrassen sind auf beiden Limmatufern verschiedene Projekte in Vorbereitung. Anhand einiger typischer Bebauungspläne (Albisrieden, Milchbuck, Seebach, Witikon) legte Herr Hippenmeyer dann dar, wie diese Planungen im Grossen vor sich gehen, wie vor der Aufteilung des Landes den Verkehrsfragen grösste Aufmerksamkeit zu schenken ist. Dabei geht man heute von der Anlage verschiedener gleichwertiger Strassenzüge ab, schafft vielmehr nur wenige, grosse Verkehrsstrassen mit wenig Einmündungen (die einmündenden Seitenstrassen werden durch Parallelstrassen zu den Hauptverkehrsstrassen aufgefangen, Beispiel Witikon), damit diese möglichst aufnahmefähig und verkehrssicher gestaltet werden. Anhand dieser Planungen wird dann nach Festlegung des Strassennetzes die Lage der verschiedenen Siedjungen bestimmt. Besonderes Interesse fanden die Ausführungen des Referenten über den Ausbau der Strassen im Innerteil der Stadt Zürich. Um -hier zu einer planmässigen Lösung zu gelangen, ist die Anlage einer eigentlichen Ringstrasse vorgesehen, die wie folgt geführt werden soll: Seilergraben, Bahnhofbrücke- In volkswirtschaftlicher Hinsicht .und verkehrstechnisch sprechen speziell für :dte Bern-Thun-Strasse das immer stärkere "Anwachsen des Fremden- und Touristenverkehrs nach dem Berner Oberland. Es ist für den Fremdenverkehr wesentlich, dass die Zufahrten zu diesem Gebiet dem Automobilfahrer möglichst angenehm gestaltet werden. Was weiterhin für die touristische Zukunft des Berner Oberlandes spricht, ist seine direkte Verbindung durch herrliche, leicht befahrbare Alpenstrassen mit andern viel besuchten Gegenden unseres Lan-des, dem Vierwaldstätter- und Genfersee. Bern bekommt durch den bessern Anschluss an Thun einen See, womit ein langersehnter Wunsch in Erfüllung geht Auf der Berner-; seite wird zwanglos der Anschluss an die Mittelland-Verkehrsdiagonale gefunden. Die Autostrasse bildet weiter eine ideale Ver- "bindung des Flugplatzes auf dem Belpmoos mit dem Berner Oberland. Allerdings muss dazu noch die seit zwanzig Jahren projektierte Aarebrücke bei Muri erstellt werden. "Der Bau der Automobilstrasse wird sich auch hygienisch vorteilhaft auswirken, bedingt er doch die Trockenlegung der Sumpfgebiete längs der ganzen Aare. Auch in militärischer Hinsicht kommt der Autostrasse eine besondere Bedeutung zu. Die Autostrasse vermehrt nicht nur dje Verbindungsmöglichkeiten der Waffenplätze Bern und Thun, sondern stellt auch eine ideale Aufmarschroute zu den für Automobi'e befahrbaren Pässen der Vor- und Hochalpen dar. Die Generalstabsabteilung des eidg. Militärdepartementes hat denn auch die Bestrebungen des Initiativkomitees von Anfang an unterstützt. Das voraussichtliche Betriebsbudget. Für den Bau und den Betrieb der Autostrasse ist eine Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von drei Millionen Franken vorgesehen. Der übrige Betrag von zwei Millionen des notwendigen Baukapitals soll • auf dem Anleihenswege beschafft werden. Auf Grund der genannten Verteilung errechnet man bei einer 5Voprozentigen Verzinsung des Obligationenkapitals und bei Festlegung der Verwa!tungs-, Unterhalts- und Betriebskosten mit 3 Prozent des Anlagekapitals einen Gesamtausgabeposten von jährlich ca. Fr. 300,000. Die Einnahmen aus Taxen werden mit ca. Fr. 450,000 jährlich eingesetzt. Die Taxen, pro Fahrzeug betragen dabei für die, verschiedenen Personenwageriklassen und einmalige Fahrt über die Strasse Fr. 2.50 bis Fr. 3.50 für Lastwagen Fr. 4.— bis Fr. 6.50 und für Motorräder Fr. 1.— bis Fr. 1.50. Die Frequenzzahl der die Autostrasse täglich benützenden Motorfahrzeuge wurde dabei mit 446 Fahrzeugen angenommen, das sind 56 Prozent der auf der bisherigen Strasse im zweiten Halbjahr gezählten Mindestzahl an Fahrzeugen. Aus anderweitigen Einnahmequellen sollen jährlich weitere 50,000 Franken zufliessen. Es ergäbe sich somit ein jährlicher Betriebsüberschuss von ca. 200,000 Franken, der hinreicht, um nach Speisung des Reservefonds eine normale Dividende zu entrichten. Bei Mehreinnahmen ist nicht in erster Linie eine Erhöhung der normalen Dividende, sondern eine Reduktion der Taxen vorgesehen. Bahnhofplatz, Oessnerallee, Schanzengraben, Alpenquai, Seebrücke, Rämistrasse, Heimplatz. Diese ^geplante Ringstrasse soll sukzessive ausgebaut und derart ein leistungsfähiger Strassenzug erhalten werden.wodureh. der Stadtkern umfahren werden kann. An diese Ringstrasse sollen dann die Ausfallstrassen angeschlossen werden, wobei für spätere Zeiten gedacht ist, dass innerhalb dieses Ringes der Strassenbahnverkehr zu beseitigen wäre und dieser erst von der Ringstrasse radial in die Äussenviertel führen soll. Innerhalb dieses Ringes sollen noch verschiedene Innenlinien besser ausgebaut werden, so die Verbindung Stadthausquai-Bahnhofquai längs der Limmat, die Verlängerung der Zähringerstrasse mit Ausbau der Mühlegasse etc., während die Verlängerung der Fraumünsterstrasse gegen den Rennweg hin als wenig geeignetes Projekt nicht in Betracht kommt. An dieser Ringstrasse sind vor allem auch die vorhandenen Plätze auszubauen und verkehrssicherer zu gestalten. Es kommen hiebei in Betracht: Bürkliplatz, Bellevueplatz, Leonhardsplatz, Bahnhofplatz und Heimplatz. Von den Zufahrtsstrassen zur Ringstrasse ist als neues Projekt noch zu nennen die Verlängerung der Gloriastrasse bis zur Rämistrasse durch die Wässerwiese als Zufahrt nach Fluntern, wobei auch die Freiestrasse bis zur verlängerten Gloriastrasse erweitert werden soll, als grosse Durchgangsstrasse Freiestrasse, Plattenstrasse, Sonneggstrasse, Scheuchzerstrasse. (turtsetzuns, folgtJ Aufosirasse Bern-Thun baureit (Schluss.) Die angenommene Mindestfrequenzzahl verdient eine nähere Betrachtung. Sie mag auf den ersten Blick vielleicht etwas hoch eingeschätzt erscheinen, gewinnt aber sofort anWahrscheinlichkeit, wenn man sich vor Augen hält, dass in den letzten zwei Jahren in Heimberg eine Verkehrszunahme von 33 Prozent und in Egghölzli-Muri gar eine soiche von 43 Prozent festgestellt wurde, dass ferner in der angenommenen Mindestfrequenzzahl der Nachtverkehr nicht enthalten und dass auch der linksufrige Verkehr, der ebenfalls zum Teil auf die Autostrasse überströmen würde, noch nicht einbezogen ist. Zum Schlüsse noch einige technische Angaben. , Vl Die Atitostrasse beginnt südlich von M.ü$ endigt bei der Regiebrüdce in Thun, hat eine Länge von 21,3265 km und folgt in wechselndem Abstande von der Aare dem rechten Aareufer. Im Teilstück bis zur Hunzikenbrücke bildet sie teilweise gleichzeitig den Hochwasserdamm, wo ein solcher noch nicht besteht. Dabei wird zwischen Autostrasse und Aare, in direkter Anlehnung an die Strasse, ein dem öffentlichen Verkehr dienender Uferweg von 2 m Breite geschaffen. Wo heute bereits ein Hochwasserdamm besteht, kömmt die Autostrasse fast durchwegs in mindestens 10 m Entfernung vom Ufer weg zu, liegen. Die Sümpfe der Giessen oberhalb Muris werden durch einen Kanal entwässert. Bei Kreuzungen mit andern Strassen wird die Autostrasse teils unter- teils überführt Von der Jabergbrücke weg verlässt sie das Schachengelände der Aare und rückt bis auf 500 m ins Landinnere, um sich beim Thungschneit wieder der Aare anzuschließen und nach Ueberquerung der Zulg auf einer eisernen Vollwandbrücke den Endpunkt zu erreichen. Die maximale Steigung beträgt 2 %. Steigungen von mehr als 1 % sind sonst nur be den Ueberführungen über die Zufahrtsstrasse zur Jabergbrücke, die Rothachen und bei der Unterführung unter den S.B.B, anzutreffen (1,25 %, bezw. 1,05 %). Die freie Sicht beträgt auch in Gefäüsbrücken und in Kurven mindestens 250 m. Von den 13 Kurven besitzen 9 Radien von 1000 m und mehr. Die Kurve mit dem kleinsten Radius (R — 200 m) seh Messt unmittelbar an den Endpunkt Thun an. Die "Zwischenstation Münsingen ist kollisionssicher ausgeführt, d. h. derart, dass auch beim Abzweigen aus der Autostrasse oder beim Einbiegen in diese aus irgend welcher Richtung keine Fahrrichtung gekreuzt werden muss. Dem Heimatschutzgedanken wurde bei der Abfassung des Projektes weitgehend Rechnung getragen. Ausländische Arten der Reklameverwertung, die das Landschaftsbild stören könnten, sollen nicht angewandt werden. Um den Spaziergängern, Anglern und Jägern das so beliebte Aareufer in keiner Weise schwerer zugänglich zu machen, werden alle bestehenden Zugangswege geschont und über Passarellen oder durch Unterführungen weitergeführt. Die erwähnte Entsumpfung des Schachengebietes wird im übrigen anstatt der vielfach behaupteten Verschandelung nur eine Verschönerung des Landschaftsbildes mit sich bringen. Das Initiativkomitee darf wohl behaupten, dass alle mit dem Bau der ersten schweizerischen Autostrasse von Bern nach Thun zusammenhängenden Fragen mit peinlichster Sorgfalt abgeklärt worden sind. Seine Bestrebungen verdienen deshalb alle Unterstützung. Die Verwirklichung des Baues der ersten schweizerischen Autostrasse von Bern nach Thun wird nur dann möglich sein, wenn sich alle Gebiete der Schweiz zu gemeinsamem Tun die Hände reichen, mys. Freigabe des Berner Bundesplatzes? In der Sitzung vom 21. Februar wurde im Berner Stadtrat eine Interpellation eingereicht, mit welcher die Einführung des Einbahnverkehrs in der Neuen-gasse und in der Aärbergergasse angeregt und zugleich Auskunft über das Parkverbot auf dem Bundesplatz verlangt wird. Der Interpellant bewies, dass die parkierenden Autos auf dem Bundesplatz keineswegs die Arbeit im Bundeshaus stören können. Anderweitige Sonderrechte der Eidgenossenschaft gegenüber der Stadt Bern seien nicht am Platze. Der bernische Pölizeidirektor erklärte, die Vorbereitungsarbeiten für den Einwegve-rkehr seien im Gange. Ausser den oben genannten Strassen kommen noch die folgenden wichtigen Verkehrsadern der Innerstadt in Betracht: Schauplatzgasse, Genfergasse und Amthausgasse. Mit dem Einwegverkehr an der Amthausgasse muss bis zum Durchbruch der Theodor-Koohergasse gewartet werden, da ein Gegenweg fehlt. Der Poüzeidireiktor als Vertreter des Gemeinderates erklärte ferner, auf dem Bundesplatz ruhe ein strenges Servitut, das iim Grundbuch eingetragen sei. Dasse'be verbiete das Aufstellen von Fahrzeugen, Schaubuden usw. Die Stadt sei vom Bunde mehrmals gewarnt worden, wobei das eidgenössische Departement des Innern sogar für Markttage das Freihalten des Bundesplatzes von Automobilen verlangte. Im übrigen datiere das Servitut auf das Jahr 1902 zurück. Irgendwe'ches Entgegenkommen oder eine Abänderung des Servitutes sei von den Bundesbehörden kaum zu erwarten. Auch die Durchführung eines Prozesses berechtige zu keinen Hoffnungen. La. Auch Fussgänger haben sich an Vorschriften zu halten. Ein Chauffeur fuhr an einem Dezemberabend des letzten Jahres mit einem Lastauto durch den schwach beleuchteten Riehenring. Ein Auto kam ihm entgegen, dessen Führer die Scheinwerfer eingeschaltet hatte. Dadurch wurde der Angeklagte geblendet und bemerkte nicht, dass zwei Mädchen vor seinem Auto auf der Strasse gingen. Der Chauffeur konnte nicht mehr verhindern, obschon er im letzten Moment nach links ausbog, dass eine der Fussgängerinnen vom rechten Kotflügel erfasst und zu Boden geschleudert wurde. Die Verunfallte trug einen Schädelbruch davon und verlangte 500 Franken Schadenersatz. Der Angeklagte fuhr, nach Zeugenaussagen, in anständigem Tempo und konnte schon nach zwei Metern seinen Wagen stoppen. Er hatte nur die Stadtlichter eingeschaltet, weil die Scheinwerfer geblendet hätten. — Jn seiner Anklage führte der Staatsanwalt aus, dass die schlechte Beleuchtung des Riehenrings keinen Milderungsgrund für den Angeklagten bedeute. Der Automobilist müsse dafür sorgen, dass man seinen Wagen rechtzeitig erkennen könne. Der Chauffeur habe den Unfall durch unvorsichtiges Fahren verschuldet, wenn auch ein gewisses Mitverschulden der Verletzten zugegeben werden musste. Das Gericht erkannte auf eine bedingte Geldbusse von Fr. 10.—. Nach den neuen Vorschriften der Verordnung über den Strassenverkehr, welche in Basel am 1. Januar 1930 in Kraft-getreten ist, müsste der Chauffeur freigesprochen werden. Nach Paragraph 184 des Abschnittes «Vorschriften für Fussgänger > haben diese nicht mehr das Recht, auf der. Fahrbahn zu gehen. Tun sie es doch und ereignet sich dabei ein Unfall, so ist dies Selbstverschulden des Verletzten. Die Fussgänger müssen sich wohl oder übel nach diesen Vorschriften richten, wenn sie vor Schaden bewahrt bleiben wollen. Aus den Verbänden VERBAND SCHWEIZERISCHER LASTWA- GENBESITZER (ASPA). Generalversammlung. Am letzten Samstag tagte im Schützenhaus in Basel die zehnte Generalversammlung des Verbandes Schweizerischer Lastwagenbesitzer. Unter. #der straffen Leitung des Präsidenten. Herrn Kündig, Genf, wurde das weit umfassende Arbeitsprograrnim in wenigen Stunden erledigt. Der Verband hat wieder ein ausserordentlich bewegtes Jahr hinter sich, wovon der vom Geschäftsführer. Herrn Monteü, verfasste und auszugsweise vorgetragene Jahresbericht ein eindrückliches Zeugnis ablegte. Der ganze Jahresbericht umfasst Volle 25 Mäschinenseiten und wird im Verbandsblatt in extenso erscheinen. Hier müssen wir uns notgedrungen darauf beschränken, einige Schlaglichter herauszugreifen. Einleitend wies Herr Monteil auf die imme« grösser werdende Bedeutung des Motorfahrzeugverkehrs in unserem Wirtschaftsleben hin. Der Motorfahrzeugverkehr stellt die zweitgrösste Gewerbegruppe der Schweiz. Die Umsatzziifern übersteigen die der Bundesbahnen ganz beträchtlich. Die «Aßpa» zählte anfangs dieses Jahres 1860 Mitglieder mit total 4431 Wagen. Gegenüber dem Mitgliederbestand des letzten Jahres ist eine Zunahme von rund 150 Mitgliedern und im Wagenbestand eine solche von 771 Wagen zu verzeichnen. Sehr günstig hat sich im Geschäftsjahr die Bildunn kantonaler Gruppen ausgewirkt, die unter der Führung eines Obmannes kantonale Fragen selbst bebandeln können. Der Luzerner Gruppe ist es zum Beispiel gelungen, die Steuer «uf die Hälfte des von der Regierung vorgeschlagenen Betrages zu reduzieren. Auch verschiedene drohende Nachtfahrverbote konnten durch den Einfkis>3 der kantonalen Gruppen rechtzeitig abgestoppt werden. In der Betriebssiofffrage kann die Geschäftsleitunsr den Erfolg verzeichnen, dass die Benzinpreise stabil geblieben sind. Die Frage der Ersatzbrennstoffe wird eifrig weiterstudiert. Es ist zudem erfreulicherweise damit zu rechnen, dass in absehbarer Zeit auch das Departement des Innern mitmacht, indem es die Studien subventioniert. Der Grenzverkehr hat im Berichtsjahr wieder ausserordentlich viel Schwierigkeiten mit sich gebracht. Die international, auch im Triptyk-Verkehr, misslichen 'Verhältnisse bedürfen dringend einer gründlichen Sanierung. Besondere Schwierigkeiten entstanden natürlich durch die immer noch nicht gelöste Genfer Zonenfrage. Eine vollständige Bereinigung des Autocar-KonfliktoS Schweiz-Trankreich ist erst auf die" kommende Hauptreisezeit EU erwarten. Die Geschäftss,te!le^ ist im übrigen Immer mehr als Beratungsstelle' für technische und Versicherungsfragen in Anspruch genommen worden. Das Berner Dekret stört die Berner Lastwagenbositzer nicht mehr so s^hr wie die ausserkantona- !en. denen die Bussenverfügungen immer noch sehr oft ganz überraschend kommen. Das Projekt der Autostrasse Bern-Thun wird von der Aispa unterstützt da eich ein Versuch in dieser Hinsicht in unserem Land tatsächlich empfiehlt und da überdies die vorgesehene Strecke sich ganz hervorragend für einen solchen Versuch r eignet. Anlässlich der im verflossenen November in Paris zusammengetretenen Konferenz der Internationalen Vereinigung der Last- und Gesellschaftswagenbesi»zer wurde der «Aspa» die Ehre zuteil, ihren Präsidenten. Herrn Kündig, zum Präsidenten auch dieser Vereinigung ernannt zu sehen. Deber die Jahresrechnung und das Budget referierte der Haussier uud Vizepräsident. Herr Hostettler. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von Fr. 5878.22 ab. wodurch das Verbandsvermögen auf Fr. 33.495.10 angewachsen ist. Als Ersatz beziehungsweise Ergänzung wurden in den Zcntralvorstand gewählt die Herren Beck, Mühle, Landshut, Christen, Fabrikant. Wolfenschiessen. Rob. Tanner, Camionneur. Schaffhausen, Martin Itten, Uaterägeri, und v. Mentlen, Fuhrhalter. Altdorf. Ueber Tagesfragen referierte Herr Hasler. Er wies vor allem auf die Notwendigkeit eines immer stärkeren Zusammenschlusses aller Verkehrsinteressenten hin, da nur so unrechtmässigen und unvernünftigen behördlichen Einschränkungen genügend entgegengewirkt werden kann. Erst 35 Prozent aller Motorfahrzeugbesitzer gehören heute einem Verbände an. Die übr ;en begnügen sich mit den Vorteilen, die ihnen die organisierte, arbeitende Minderheit verschafft. Im Anschluss an eine Andeutung des Redners, dass das in Arbeit befindliche Verkehrsgesetz spätestens anfangs 1932 in Kraft treten werde, gab Herr Monteil in dieser Materie noch einige ergänzende Mitteilungen. Es ist mit Befriedigung zu konstatieren, das^ die einmütige Verwerfung des ersten Automobügesetzes den massgebenden Behörden die Augen geöffnet hat, und dass heute den Wünschen und Vorschlägen der Verkehrsliga schon mit bedeutend mehr Verständnis entgegengekort-tnen wird. Ueber die wesentlichen Punkte des neuen Gesetzesvorschlago», ein Werk, an dem die Herren Monteil. Dr. Stürler und Dr. Gubler in hohem Masse beteiligt sind, haben wir schon früher eingehend berichtet. Trefflich illustriert wurde die verkehrstechnische Bedeutung und die Leistungsfähigkeit des Motorfahrzeuges darauf durch den Film der englischen Zeitschrift «Motor Transport», den die Oberpostdirektion in liebenswürdiger Weise für die Generalversammlung der «Aspa» beschafft hatte. Hinsichtlich des Inhaltes dieses hochinteressanten Films sei auf unsere Mitteilung in der letzten Nummer der «A.-R.» verwiesen. In seinem Schlusswort verdankte der Präsident das zahlreiche Erscheinen dpr Mitglieder und die Arbeit des Zentralvorstandes. Ganz besonders hob er die hingebungsvolle, überaus vielseitige Tätigkeit des Geschäftsführers, Herrn Monteils. hervor. y.

Iß 1Q3A AUTOMOBIL-REVUE H Schwyzerisches Strassenbaugesetz angenommen. Das Lied von den allzu schlechten Strassen des Kantons Schwyz ist viele Jahre alt. Wir haben darüber in den letzten Monaten keine Worte mehr verloren, in der Annahme, dass sich die Kunde von den Vorbereitungen zu einem neuen Strassenbaugesetz bewahrheiten und die nachfolgende Abstimmung die Erfüllung schwyzerischer und auch Freundeidgenössischer Strassenwünsche bringen wird. In der Chronik des schwyzerischen Strassenwesens bedeutet der 23. Februar 1930 ein Markstein, denn die Annahme des Entwurfes ist zweifellos Beginn einer neuen Strassenaera für den Urkanton. Wir haben nicht schlecht gegriffen, wenn wir vermuteten, die wachsende Zahl der schwyzerischen Verkehrsinteressenten werde dem Gesetz zum Durchschlag verhelfen. Die Annahme durch das Volk mit 6606 Ja gegen 2556 Nein ist sehr erfreulich. Das Gesetz ermächtigt nun den Regierungsrat zur Aufnahme eines Zwei-Millionen Anleihens, um die schwyzerischen Kantonsstrassen modernen Verkehrsbedürfnissen entsprechend auszubauen. Nach den Gutachten der Experten sind allein für den Ausbau der beiden Durchgangsstrassen Richterswil-Reichenburg und Meggen-Küssnacht-Arth-Brunnen-Urnergrenze 3 Millionen Franken nötig. Total sollen für die nächsten 6—10 Jahre 5—6 Millionen Fr. flüssig gemacht werden. Die dritte Million kann nach Erhöhung der Gebühren für die Motorfahrzeuge und weitere 1—2 Millionen nach Einführung der Einkommensteuer aufgenommen werden. Als Kardinalpunkt des Gesetzes bezeichnen wir die Ermächtigung des Volkes an den Kantonsrat, ein modernes Strassengesetz zu erlassen. Wenn man weiss, dass bis heute ein Gesetz vom Jahre 1849 in Geltung stand, so darf man seine Freude an der Annahme des Gesetzes unverholen aussprechen. La. Das Krebsübel. Schlag auf Schlag folgen sich die Unfälle an Niveauübergängen; kaum ist die eine Hiobsbotschaft bekannt geworden, melden die Zettungen wieder neues Unglück. Diese unheimlichen Gefahren der offenen Barrieren, die auf den Automobilisten lauern, ihm die Freude an einer ruhigen Fahrt rauben, werden langsam zu einem öffentlichen Skandal. Da blieb in WH (St. Gallen) letzten Donnerstag Abend die Barriere beim Hubstrassenübergang bei der Einfahrt des Toggenburger Zuges offen. Nichtsahnend fuhr das Anto der Firma Wettstein aus Hombrechtikon auf die Geleise, als im gleichen Momente auch schon der Zug heranbrauste. Ein schweres Unglück schien wieder heraufbeschworen zu sein. Der geistesgegenwärtige Chauffeur und sein junger Begleiter erkante im letzten Momente die Gefahr, retteten sich durch einen energischen Sprung und konnten einige Augenblicke nachher, noch schreckensbleich, aus dem Krachen des zerschmetterten Autos die grausame Nähe des Todes konstatieren. Man muss es als einen grossen Zufall bezeichnen, dass die beiden Männer sich in der unglaublich kurzen Zeit, die ihnen zur Rettung blieb, in Sicherheit bringen konnten, einen Augenblick noch, und die Chronik der Unfälle an offenen Barrieren wäre um zwei weitere Menschenleben beschwert gewesen. Wir wissen nicht, weshalb der Uebergang nicht geschlossen wurde, fragen uns aber aufs Neue, wo bleibt denn da die Garantie für richtige Beaufsichtigung dieser Todesfallen ? Man darf wenigstens sichere Bewachung der Niveauübergänge verlangen, auch wenn der Wunsch nach Beseitigung derselben nicht in wenigen Jahren erfüllt werden kann. Die sich stets häufenden Bahnunfälle rechtfertigen diese Forderung voll und ganz. mb. Auch St. Gallen korrigiert die Innerstadt. Wie in andern schweizerischen Städten zeigen sich auch in der Altstadt von St. Gallen Verkehrsschwierigkeiten. Mit diesen befasste sich der städtische Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vom 18. Frbruar. Stadtingenieur Fiechter hielt anhand von Plänen einen Vortrag über die Führung der Verkehrslinien und die damit zusammenhängende Strassenkorrektion unter spezieller Berücksichtigung der Innerstadtkorrektion. Insbesondere werden die Mängel des Strassennetzes dargelegt sowie die Neugestaltung der zukünftigen westlichen Stadteingänge (südliche Umgehungsstrasse, Eingang beim Multortor sowie Eingang bei der Union und nördliche Umgehungsstrasse). Die Verbreiterung des heutigen Stadteinganges bei der Union und der «Löchlibad »-Durchbruch werden anhand der Detailpläne eingehend besprochen. Stadtrat Dr. Nägeli teilt mit, dass man beabsichtige, einen Ideenwettbewerb über die Neugestaltung der Verkehrslinien zu veranstalten. Es entwickelt sich dann eine längere Diskussion über die Placierung des Hechtbrunnens. Da man sich nicht auf einen bestimmten Platz einigen kann, beschliesst der Rat, den Hechtbrunnen vorläufig zu magazinieren. Der Stadtrat stellt folgende Anträge : 1. Das Projekt für die Erstellung eines durchgehenden Trottoirs von der Goliathgasse, am Hotel «Hecht» vorbei bis zum Theater sei zu genehmigen und nach Durchführung des öffentlichen Planauflageverfahrens zur Ausführung zu bringen. 2. Die aus dieser Trottoiranlage entstehenden Kosten im Betrage von 12,000 Fr. seien dem Gesamtkredit für diverse Verkehrsverbesserungen und Korrektionen (Budget des ausserordentlichen Bauwesens pro 1929), zu belasten. 3. Der Versetzung des Brunnens vor dem Hotel «Hecht» an die Neugasse sei zuzustimmen, und die aus dieser Massnahme entstehende Ausgabe im Betrage von 6800 Fr. sei ebenfalls dem Gesamtkredit für diverse Verkehrsverbesserungen und Korrektionen zu belasten. Ziffer 1 und 2 des stadträtlichen Antrages werden angenommen, wobei in Ziffer 2 nach dem Worte «Trottoiranlage» noch beigefügt wird : «und der Entfernung des Hechtbrunnens», gr. Zwei neue Autobuslinien in Zürich. Die Weisung des Stadtrates (siehe «A.-R. > Nr. 8 betreffend den Ausbau des städtischen Omnibusverkehrs kam in der letztwöchentlichen Ratssitzung zur Behandlung und Abstimmung. Es lagen ihr bekanntlich zwei konkrete Projekte zu Grunde, und zwar die Linie vom Bucheggplatz nach der Badenerstrasse, als Verbindung zwischen den Stadtreisen 4, 5, und 6 sowie die Linie vom Klusplatz nach Witikon. Beide Linien weisen eine Länge von ca. 2,5 km auf und werden auf jeder Strecke zwei Wagen in den Dienst sowie ein Reservewagen bereitgestellt. Die Verbindung nach Witikon ist als ein Provisorium gedacht, indem auf jener Strecke in späteren Jahren eine Strassenbahn erbaut werden soll. Allein die Kosten für deren Her- I Stellung sind so beträchtlich, dass die Ver- I wirklichung um Jahre zurückgestellt werden musste. Bis dahin sind aber auch genügend Erfahrungen mit dem Omnibus gesammelt und es wird sich dann zeigen, ob der Wunsch nach einem Tram überhaupt noch besteht, Die benötigten Kredite von je Fr. 200,000 werden genehmigt. Bezüglich des Klusplatzes, der als Endstation der einen Linie in seiner jetzigen Gestaltung vollständig ungenügend wäre, hat die Kommission dem Stadtrat noch folgende Anregung mit auf den Weg gegeben : « Der Stadtrat wird eingeladen, mit tunlichster Beschleunigung den Klusplatz unter Beseitigung der im Wege stehenden alten Häuser so auszugestalten, dass er den Verkehrsbedürfnissen genügt, wobei das bergseitige Trottoir der Witikonerstrasse unter allen Umständen bis zum Klusplatz geführt werden muss.» Wer die dortigen Platzverhältnisse kennt, wird mit der Kommission edniggehen, dass hier prompte bauliche Veränderungen dringend notwendig sind. Es sei im Zusammenhang mit der vorerwähnten Entscheidung des Rates auf Erweiterung des Omnibusnetzes noch auf eine letzte Woche erfolgte Ausdehnung der bereits bestehenden Linie Rigiplatz-Utobrücke hingewiesen, indem dieser Dienst nunmehr bis nach Wollishofen ausgedehnt worden ist. Zur Verdichtung des Verkehrs auf dieser Linie insbesondere während den Stosszeiten, werden demnächst sechs weitere Wagen eingesetzt, wovon der eine dieser Tage seinen Dienst bereits aufgenommen hat. z. Sp»< «k« Grand Prix de Lyon. Der A. C. Rhone wird am 15. Juni ein internationales Rennen auf einer Rundstrecke von 6,515 km veranstalten, wobei dieses 46 Mal durchfahren werden muss. -o- Die 22. Schönheitskonkurrenz von Monte Carlo. Vom 20. bis 22. März wird dieses Jahr die 22. Schönheitskonkurrenz für Automobile in Monte Carlo stattfinden, zu der, wie jedes Jahr, die elegante Welt sich zahlreich einfinden wird., -o- Maserati in Indianapolis? Der berühmte italienische Konstrukteur von Rennwagen soll ^beabsichtigen, an dem am 30. Mai stattfindenden Rennen von Indianapolis teilzunehmen. Als Fahrer kämen Borzacchini und Arcangeli in Betracht. -o- Kaye Dons Rennwagen Ist versandbereit. Käye Dons Rennmaschine «Silver Bullet», hat in der englischen Fabrik die strengen technischen Prüfungen anstandslos durchgemacht und wird in den nächsten Tagen nach Amerika verschifft werden. -o- X. Internationales Automobil-Turnier in Wiesbaden. Diese Veranstaltung ist neben Baden-Baden das bedeutendste Automobil- Turnier Deutschlands. Sie findet dieses Jahr vom 24. bis 29. Mai statt. Das Programm sieht folgende sechs Anlässe vor : 1. Sternfahrt zum Int. X. Wiesbadener Automobil-Turnier. 2. Geschicklichkeitsprüfung. 3. Gesellschaftsfahrt. 4. Bergprüfungsfahrt « Hohe Wurzel», «offene» internationale Prüfung über 8790 m. 5. Flugzeugverfolgungen durch Automobile. 6. Schönheitskonkurrenz. Die Veranstaltung, zu der nur Motorwagen zugelassen sind, ist organisiert nach dem Internationalen Automobilsportreglement der A. I. A. C. R. und dem Nationalen Automobilsportreglement für Deutschland (O. N. S.). -o- Durchschnlttsgeschwindigkeiten bis zu 60 km bei der Grossen Saharafahrt. Am Sonntag fuhr die zehnte Gruppe von vier Wagen von Algier ab und hat damit als letzte die lange Fahrt durch die Wüst© \in Angriff genommen. Von den andern Gruppen liegen durchwegs günstige Nachrichten vor. Von Gao wird gemeldet, dass die Gruppe Nr. 1 am 20. Februar weggefahren sei. Am 22. folgte dann planmässig Gruppe 2, während* Gruppe 3 am 20. in Gao ankam. Anderseits wird von El Golea berichtet, dass Gruppe 7 am 22. dort abgefahren sei, nachdem Nr. 4—6 schon in den Vortagen durchgekommen waren. Mehrere dieser Karawanen haben Durchschnittsgeschwindigkeiten von 60 km erzielt, also die Mindestgeschwindigkeit von 40 km weit übertroffen, -o- AKTUELLES Benzinmonopol in Deutschland? Aus Amerika wird gemeldet, die Standard Oil- und Shell-Gruppe hätten der deutschen Regierung bestimmte Vorschläge gemacht, die bezwecken, in Deutschland ein Benzinmonopol, ähnlich dem Zündholzmonopol, zugunsten der beiden Weltfirmen einzuführen. Ein New Yorker Bankenkonsortium soll bereits dem deutschen Reich für den Fall, dass das Monopol zustande käme, eine Benzinanleihe von rund einer Milliarde Mark angeboten haben. Die deutsche Regierung hat sich bisher zu diesen Nachrichten noch nicht geäus^ sert -f. Epilog zum Autorenn-Unglück bei Monza. Wie man sich erinnert, fuhr am 9. September 1928 beim Autorennen in Monza für den Grossen Preis von Europa der italienische Rennmeister Materassi mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 km durch die Balustrade in die Zuschauermenge hinein, wobei er selbst sowie 23 Zuschauer den Tod fanden. Seither ist dann ein tiefer Graben und eine stärkere Balustrade gebaut worden. Die gerichtliche Untersuchung des Unglücks ist erst letzter Tage zum Abschluss gelangt. Das Verfahren wurde eingestellt, da weder dem Organisationskomitee noch der Bahnleitung ein Verschulden nachgewiesen werden konnte. -o- \uMtellun^en Die Reklamemarken des Genfer Salons. Ususgemäss lässt das Salon-Komitee wieder den Kaufleuten, Industriellen und andern Interessenten Reklamemarken zukommen, welche sich zum Bekleben der Briefpost vorzüglich eignen. Die Marken sind dem grossen Salon-Plakat nachgebildet und in der Grosse 4X6 cm in verschiedenen Farben ausgeführt (Blau und Gold, Violett und Gold, Schwarz und Gold). Sie präsentieren sieb überaus hübsch und machen dem Entwerfer wie dem Drucker alle Ehre. Die Auflage beträgt 200,000 Stück. Interessenten können sich zum Bezüge der Marken an das Sekretariat des Automobilsalons, 1, place du Lac, Genf, oder an das « Bureau de l'Association des Inte>ets de Geneve », 3, place des Ber gues, Genf, wenden. lt Pariser Salon 1930 ohne Lastwagen. Das Komitee der (internationalen AutomobilausstePlungen in Paris beschloss am 19. Februar, dass der Pariser Automobil-Salon 1930 statt wie bisher in drei Serien nur in zwei Serien abgehalten werden soll. Die erste Serie wird vom 2.—12. Oktober dauern. Sie umfasst die Tourenwagen und Zubehör der Tourenwagen. Die zweite Serie erstreckt sich vom 23. Oktober bis 2. November. Es* werden dann ausgestellt: Motorräder, Fahrräder, Zubehör für beide Gruppen sowie elektrische Artikel.