Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1930_Zeitung_Nr.020

E_1930_Zeitung_Nr.020

AUTOMOBIL-REVUE der

AUTOMOBIL-REVUE der Automobile aller Länder Auf den Genfer Salon Aus dem Inhalt der JAHRESSCHAU 1930 (Katalog-Nummer , der Illustrierten Automobil-Revue) Die Wagen 1930 Die Revue der Automobile mit den technischen Merkmalen der einzelnen Fabrikate. Karosseneschau 1930 Kauf eines Wagens (wegleitende Grundsätze) Achat dune uoilure Finanzierung des Lanfistrassennaues (mit Bildern) Fahrprüfung in U.SA flhriss der Geschichie der weit Ein Heft von 120 Seiten mit prächtigen Illustrationen. bringen wir alljährlich eine allgemein interessierende Zusammenstellung aller Automobilmarken, die im -laufenden Jahre auf den Markt kommen. Diese Jahresschau bildet sozusagen das literarische Extrakt des Genfer Salons, dessen unentbehrliche Ergänzung sie geworden ist. Jede Automobilmarke ist mit ihren wichtigsten Kennzeichen der Konstruktion dargestellt; von den verschiedenen Typen von Fahrzeugen sind deren Abmessungen und besondere Einzelheiten festgehalten; dazu wurde die technische und anschauliche Illustration weitgehendst herangezogen, so dass der Leser der Jahresschau über alle Merkmale der in unserem Lande gehandelten Fahrzeuge unterrichtet ist. Anschliessend an die Fahrzeuge treten die wichtigsten Zubehörteile in Erscheinung, so dass der Leser alles, was sich auf unserem heimischen Markt im Verkauf bewährte und was an Neuheiten seit dem letzten Jahre dazugekommen ist, als abgeschlossenes Bild in dieser Sondernummer der Illustrierten Automobil-Revue vor sich hat Diese Zusammenstellung erfreut sich seit ihrem Erscheinen" bei Tausenden von Automobilisten besonderer Beliebtheit. Sie ist die einzige Vergleichs- Grundlage, um die verschiedenen Arten der einzelnen Marken kennenzulernen, sie leistet besonders allen denjenigen wichtige Vorteile, die sich im Laufe des Jahres zu einem Wagen-Ankauf entschliessen und infolgedessen ein absolut zuverlässiges und getreues Spiegelbild der Charakteristiken vor sich sehen wollen. Der textlichen und bildlichen Ausstattung der Sondernummer wird wiederum besondere Sorgfalt zugewendet. Im letzten Jahre wurden in dieser Nummer 93 Automobilmarken und Typen beschrieben und dieser Beschreibung 100 Abbildungen beigefügt. Bei der Zusammenstellung der Jahresschau 1930 werden wir infolge der Fülle des verarbeiteten Materiales voraussichtlich noch eine Erweiterung des Umfanges vornehmen müssen. Der Preis dieser Sondernummer ist im Abonnement, das für die Bezüger der Wochenausgabe statt 10 Fr. nur 6 Fr. kostet, inbegriffen. Sie wird aber auch als Einzelnummer abgegeben und kostet dann 2 Fr. Der Ausgabe-Termin der Jahresschau 1930 ist auf den 15. März festgesetzt, von diesem Zeitpunkt hinweg werden zunächst die Abonnenten und alsdann die Besteller von Einzelnummern in der Reihenfolge des Einganges ihrer Bestellung bedient. Spätestens am 20. März ist Schluss des Versandes. Je frühzeitiger uns also die Bestellung zugeht, um so sicherer kann die Zusendung erfolgen. Administration der AUTOMOBIL-REVUE, BERN. (In offenem Couvert mit der Aufschrift „Drucksache" versehen und mit 5 Kp. frankiert der Administration der Automobil-Revue einzusenden.) Der unterzeichnete Abonnent der Wochenausgabe „Automobil-Revue" wünscht: 1 Jahresabonnement der «Illustrierten Automobil-Revue», einschliessl. Jahresschau 1930, Z.Vorzugspreis v. Fr. 6.—.*) Expl. der Jahresschau 1930 allein zum Preis von 2 Fr.*) Der Betrag ist per Nachnahme mit Porto-Zuschlag zu erheben. _ _ den — _ *) Nichtzutreffendes streichen, Unsere Illustrierte Unsere c Illustrierte»', eine monatlich einmal erscheinende vornehme Zeitschrift für das automobilistische Heim, ist eine moderne Revue der automobilistischen Welt. Unter Heranziehung sorgfältiger Illustration behandelt sie alle jene Fragen, an denen die Wochenausgabe mit ihrem mehr aktuellen Charakter vorübergehen muss. Aus dem regelmässigen Stoffkreis: SPORT: Aktueller, spannender Bilderdienst. Interessante Berichte berufener Sportjournalisten der Schweiz und des Auslandes. TECHNIK: Revueartige Orientierung über Neuerscheinungen. Sondernummern der grossen Automobilveranstaltungen. TOURISMUS: Beschreibung von Autotouren und Fahrterlebnissen im In- und Ausland. Prächtige Reiseaufnahmen aus aller Welt. FEUILLETON: Reizvolle und literarisch wertvolle Skizzen und Novelletten. Streiflichter des modernen Lebens. MODE: Sorgfältig ausgewählte Modelle aus erstklassigen Pariser Häusern unter Betonung der automobilistischen Note. HUMOR: Die Ergötzlichkeiten des Automobilismus im Spiegel des Humors. Eine Witzecke mit schmissigen Zeichnungen. Verlag, Administration, Druck und Pücherie: HALLWAG A.-G, Hallerache Buchdruckerei und Wajjuerscha JfoiiagHJUtait, B«rn,

Bern, Dienstag 11. März 1930 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 20 Im heutigen „Äutler-Feierabend": •Seite Jeder schläft anders 13 März 13 Frieder und Ilse 13 Eine Wolkenkratzer-Revue 14 Arbeitstempo berühmter Männer 14 Die Seite der Frau 15 Etwas über Kinderlügen 15 Ein Häuschen für 2535 Franken 16 Die Gazelle von Bu Saada 16 Die humoristische Seite 17 Touren-Sprechsaal 18 Ein neuer Kreuzworträtsel-Wettbewerb 18 Jeder schläft anders... Der englische Psychologe Johnson registriert den Schlaf. Der Direktor des Instituts für das Studium der seelischen und biologischen Phänomene des Schlafes, H. N. Johnson in London, der auf diesem Gebiete einen bedeutenden Ruf gerüesst, tritt soeben mit den Ergebnissen seiner letzten Forschungsarbeiten hervor. Seine Studien und Beobachtungen haben viel Neues über das Wesen des Schlafes zutage gefördert und rücken manche von dessen Geheimnissen in ein neues Licht. Johnson macht uns zunächst den Vorwurf, dass wir, während wir uns um den Zustand unserer Zähne sehr viel kümmern, die für unsere Gesundheit viel wichtigere Sorge um den Verlauf unseres Schlafes vernachlässigen. Während die geringsten Funktionsstörungen des Herzens den Menschen sofort in grösste Unruhe versetzen, wird es ihm nicht einfallen, eine ähnliche Unruhe bei den Unregelmässigkeiten seiner « Schlafkurve » zu zeigen. Die Bedeutung der Schlafkurve. Unter Schlafkurve versteht Johnson die graphische Figur, die den Verlauf des Schlafes anschaulich und in charakteristischer Weis© darstellt. In seinem Institut sind elektrisch betriebene Apparate gebaut worden, dio mit Hilfe einer feinen Nadel auf einer sich langsam abrollenden Walze eine Schaulinie zeichnen, aus deren Formen man auf den Verlauf des Schlafes schliessen kann. Der Apparat registriert nämlich genau die Atembewegungen des Schlafenden, deren Art, so wie sie die graphische Figur darstellt, bestimmte Rückschlüsse auf den Schlaf des Betreffenden gestattet. Zunächst hat Dr. Johnson die Beobachtung gemacht, dass der Verlauf des Schlafes einen Wellencharakter hat. Dies bedeutet soviel, dass, wenn man die Intensität, die Tiefe des Schlafes, veranschaulichen will, so erlangt man keine gerade Linie, die eine sich gleichbleibende Intensität voraussetzen müsste, sondern eine Wellenlinie mit Wellentälern und Wellenbergen, die eben der grösseren oder der geringeren Tief© des Schlafzustandes entsprechen. Dr. Johnson hat seine Beobachtungen an 350 Patienten einer Nervenheilanstalt durchgeführt, bei denen er nicht weniger als 60,000 verschiedene Schlafperioden feststellen konnte. iEin normaler Mensch, meint Dr. Johnson, wird während eines acht Stunden lang dauernden Schlafes nicht weniger als fünfunddreissigmal seine Lage verändern. Die erste und kürzeste Schlafperiode, unmittelbar nach dem Einschlafen, dauert im Durchschnitt 11 Minuten. Sie kann aber etwas länger sein, doch übersteigt sie nie 14 Minuten. Das ist die erste Welle. Die zweit© Welle hat eine grössere Tiefe, der Schlaf wird intensiver und erreicht bei der dritten Well© das Maximum seiner Intensität. Dr. Johnson tritt der landläufigen Ansicht entgegen, wonach es verschieden sei, ob man vor Mitternacht oder nach Mitternacht zu schlafen beginnt. Vormitternachtsschlaf ist eiii Vorurteil! Der Zeitpunkt des Beginnes des Schlafes •übe keinen Einfluss auf dessen Intensität. Uebrigens ist die Tiefe des Schlafes ausserordentlieh verschieden. Sie sei nach Johnsons Ansicht für ein und denselben Menschen im allgemeinen fast ebenso charakteristisch, wie etwa sein© Art zu sprechen oder zu schreiben. Jeder schläft anders, ebenso wie etwa jedes Individuum eine andere Handschrift hat. Durch Studium der Art des Schlafes könne der Spezialist einen Menschen ebenso identifizieren, wie dies der Graphologe aus der Fruhhngserwachen... Und eines Morgens, eines silbrig dünn vernebelten Morgens weiss man es, fühlt man ihn in allem und jedem Ding, geht eine Ahnung ins Blut über : der Frühling steht über der Stadt, bricht aus den dampfenden Schollen auf, raucht in zarten Nebeln durch die frühen Strassen. Man ist von einer Frohheit erfüllt, die seltsam schwingt, man glaubt wieder an alle Zukunft, an alle Güte, an alle Schönheit,, man sieht dem Tag wie einem guten Freund entgegen, man nimmt alles mit einer Jovialität, die überlegen lächelt. Und dann sieht man die Gesichter der Menschen an, man prägt sie sich ein im Vorübergehen, kein Glanz flammt darüber hin, und doch lebt in ihnen viel Glück des Morgens, und die erste zarte Sonne kommt hinter den Hügeln hervor und überflutet die Antlitze mit rotem goldenen Licht, und irgendwo läutet eine Glocke in den jungen Tilg, über dem Fluss steht zarter Nebel, die Hänge sind noch kahl und winterlich müde, die Gebärde der Bäume ist stumm klagend, hinter ihrer Trauer aber steht das Bewusstsein des Kommenden, das so schön und gut sein wird, und das macht alles das Ungewisse und Seltsame im Blut, das Aufgewühltsein, Frühlingserwachen... Alte Frau. Da steht sie, ich sehe sie im Vorübergehn, Handschrift vermag. Nur kommt im ersten Falle die Schrift des Schlafes in Betracht, jene wellenförmige Schaulinie, die die Nadel des Johnsonschen Registrierapparates mit ihrer berussten Spitze auf die Walze zeichnet. Intensität, nicht Dauer. Dr. Johnson verweist auch auf die ungünstig© Wirkung, die die sportliche Ueberanstrengung des Körpers auf den Schlaf ausübe. Der menschliche Körper, so schliesst er seine Betrachtungen, die wir einer Wiener Zeitung entnehmen, ist einer elektrischen Batterie vergleichbar, die man immer neu laden muss, damit sie funktioniere. Bei dem menschlichen Organismus vertritt der Schlaf die Ladung. Frieder und Ilse Von Gerhard Frank. Frieder geht in die Schule. Er geht an einem Kellerloch vorbei, dessen Drahtgitter abgehoben ist. Ein Mann sitzt in dem ziemlich grossen und tiefen Loch und repariert etwas an der Mauer. Frieder bleibt stehen, guckt zu und spricht den Arbeiter an: «Sie, in das Loch ist gestern meinem Freunde ein Fünffrankenstück gefallen!» «So?» sagt der Arbeiter. «Musst du aber nicht in die Schule, Kleiner? Geh' schnell!» Als Frieder aus der Schule kommt, hält ihn der Arbeiter an: «Du, Kleiner, weisst du genau, dass in dieses Kellerloch ein Fünffrankenstück gefallen ist?» «Ei ja, ich hab© doch gesehen, wie mein Freund hineingeklettert ist und es wieder herausholte!» « Ilse wird in der Schule gefragt, was denn der wichtigste Teil an einem Tiere sei. «Die Haut!» erwidert sie nach kurzem Nachdenken. «Wie kommst du darauf?» will der Lehrer wissen. «Nun, die hält doch das ganze Tier zusammen!» Frieder spielt mit einem Kameraden. Er protzt: «Ich habe heut© in der Schul© drei Prämien bekommen!» «Wofür denn?» März vor einem Pfeiler, der sich über sie hinausschwingt, im Durcheinander der mittäglichen Menge, im Hasten, Rennen, im Erreichen, im Verlieren, klein und eingefallen, auf kaltem Pflaster umrauscht von einem Lärm, der sie nichts angeht, starr, stumm, stundenlang, Blick gegen die Schaufenster vor ihr, Blumen in der Hand. Blumen? Ach nein, ich sehe, es sind Tannenzweige, klein und zierlich, grün. Ihr Körper scheint eins geworden zu sein mit dem Pfeiler im Hintergrund, mit dem Boden, er wächst hervor, steinern, einsam, und die Hand ist vorgestreckt und hält den Menschen eine kleine Gabe entgegen. Ach Gott, wie sollte man eine so kleine Menschlichkeit auch sehen, sie verschwindet ja ganz vor Unscheinbarkeit. Gute Hebe alte Frau, du hast mir Tannenzweige angeboten, ich habe sie nicht genommen, ich habe sie angesehen und bin weitergegangen, beschämt; du bist mir vorgekommen wie eine kleine stumme Mahnung von unserem Schicksal, das uns nicht verlässt, das keinen ewigen Frühling kennt, das ist wie die Gebärde deiner Hand, steinern, schweigend. Du hättest mich nicht sehen sollen, jetzt hast du mir für eine Stunde die Freude an der Sonne genommen, die dünn über mir steht, jetzt ist der leise Frühlingsrausch, der mich Einsamen ergriff, wieder erloschen, und ich sehe nur dich, deine Hände, deine Zweige, deinen «Weil ich immer so höflich bin, dafür habe ich eine bekommen, und weil ich ein gutes Gedächtnis habe, die zweite...» «Wofür die dritte?» «Du Esel, das hab' ich vergessen!» Ilse benimmt sich bei Tisch nicht sehr manierlich. Die Mutter schilt: «Aber Ilse, was ist das für eine Unart, mit dem Löffel an der Nase zu kratzen?» «Kann ich die Gabel nehmen, Mutti?» Körper vor einem Pfeiler, im Gewühl den fremden Menschen. Abend •.. Märzabend. Er kämpft um Licht und ringt mit den Schatten, die ihn überkriechen, die aus den Tiefen des Tales und des Flusses steigen, und jetzt hat er die frühe vorreife Süsse in sich, die ist wie herrliche verbotene Musik, die einem überfällt und stumm macht. Die Häuser stehen schüchtern und still im blauen Dämmer, die weissen Lichter glühen auf, am Himmel sind unendliche Farben, die ineinander fliessen und sich vermählen, im fernen Westen liegt ein namenlos schönes Rot, das sich an die weichen Hügel schmiegt, die schlanke Linien haben wie die Hände einer guten Frau, die beruhigen und WeH löschen. Das Münster ist einsam in dem leise dunkelnden Blau des Himmels, eine Urne Wärme hängt in der Luft, und die Menschen gehen ruhig nach Hause. M.B. Frieder hat in der Schule einen Jungen verdroschen. Der hat es beim Lehrer gepetzt und der Lehrer fragt Frieder: «Weisst du, was du verdient hast?» «Nein.» «Ueberleg dir mal, was du jetzt verdient; hast!» «Ich geh' doch nicht in die Schule, um zu verdienen!» Ilse kommt in die Küclie gelaufen. «Mutti, enthalten genügend Coffein, um bei vielen Menschen die lästigen und schädlichen Cof» feinwirkungen auszulösen, die sich in schlechtem Schlaf, Nervenerregung, Herzklopfen, Hitze im Kopf, Händezittern, Nierenreizung äussern können. Dem Kaffeegenuss nur das Angenehme ab» zugewinnen, heisst coff einfreien Kaffee Hag trinken. Sie haben dann immer zweifache * Garantie: l. für prima Qualität, und 2. füc absolute Unschädlichkeit.