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E_1930_Zeitung_Nr.020

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ekanntlich nicht

ekanntlich nicht Konkordatskanton ist, haben die Städte Zürich und Winterthur, im Einverständnis mit der Regierung, die Kompetenz, weitergehende Vorschriften als im Gesetz festgelegt zu erlassen. Der bernische Regierungsrat hat aber bloss dann etwas geändert, wenn es ihm passte; dort aber, wo eine Aenderung der Bestimmungen des Konkordates mit Rücksicht auf die Verkehrssicherheit und eine bessere Abwicklung des Verkehrs notwendig gewesen wäre und die Aufnahme neuer Bestimmungen bedingt hätte, hat et eine Aenderung konsequent unterlassen. Der Schweizerische Städteverband versucht Wege zur Besserung städtischer Verkehrsverhältnisse. Als sowohl die Konkordatskantone, wie auch andere, nachdem das Automobilgesetz verworfen worden war, nichts mehr zur Förderung der Verkehrsabwicklung und zur Reduktion der Verkehrsunfälle unternahmen, sah sich der Schweizerische Städteverband par force majeure gezwungen, etwas zu unternehmen, weil diese Missstände je länger desto unerträglicher wurden. Dieses Vorgehen war notwendig, weil sich namentlich im Städteverkehr der Mangel an richtigen Verkehrsvorschriften am stärksten geltend machte, denn gerade hier nahmen die Verkehrsunfälle am meisten zu. Es wurde in der Folge eine beratende Kommission eingesetzt, die sich nicht nur aus Verkehrsfachleuten, sondern auch aus Vertretern der am Verkehr interessierten Verbände zusammensetzte. Von dieser Kornmission wurden dann die notwendigen Regeln für den Städteverkehr ausgearbeitet (Parkierungstafeln usw). Eine Denkschrift über diese Beratungen samt den Vorschlägen zur Vereinheitlichung des Verkehrs wurde sämtlichen Kantonsregierungen, also auch der bernischen, zur Kenntnisnahme und Orientierung zugestellt. Diese Denkschrift mit den Vereinheitlichungsvorschlägen wurde weder vom Kanton Bern, noch von einer Anzahl weiterer Konkordatskantone, behandelt, während sich z. B. die Kantone Zürich, Basel und Genf sehr dafür interessierten und sie praktisch verwerteten. Es darf in diesem Zusammenhange noch erwähnt werden, dass die ganze Arbeit des schweizerischen Städteverbandes in dieser Sache auch beim internationalen Städteverband eingereicht und vor drei Jahren im Bundeshaus behandelt wurde, ebenso die Vorschläge der grossen internationalen Verbände. Zuletzt wurde die Eingabe auch an den Völkerbund gerichtet, denn es zeigt sich immer deutlicher, dass die Regelung des Strassenverkehrs und namentlich die Strassensignalisierung auf internationalen Boden gehört. Vorschläge des Städteverbandes werden missachtet. Aus all dem Geschilderten geht hervor, dass man namentlich seitens des schweizerischen Städteverbandes alles getan hat, um bessere Zustände zu schaffen. Aber die grosse Masse der Konkordatskantone, unter ihnen auch der Kanton Bern, tat nichts in dieser Sache, trotzdem das ihre Pflicht gewesen wäre. Der Vertreter der Eidgenossenschaft bei allen diesen wichtigen Verhandlungen beim Völkerbund war bekanntlich Herr Prof. Dr. Delaquis. Als nun die kantonalen Behörden bedauerlicherweise nicht taten, was ihre Pflicht gewesen wäre, musste gezwungenerweise dieseT illegale Weg der Ausarbeitung einer städtischen Verkehrsordnung beschriften werden. Eine bundesstädtische Verketirsordnung? Auf die Vorschläge des schweizerischen Städteverbandes, hat sich, wie wir wissen, auch die neue stadtberaische Verkehrsordnung aufgebaut, und zwar von der richtigen Erkenntnis ausgehend, dass eine Vereinheitlichung all der vielen detaillierten Verkehrsvorschriften ein wichtiges anzustrebendes Ziel ist. Hier hat die stadtbernische Polizeidirektion als Initiant, wir wir feststellen konnten, nicht einfach von sich aus gehandelt, sondern auch hier wurden, gleich wie bei den Beratungen der Kommission des Städteverbandes, die Vertreter aller am Verkehr interessierten Verbände zur Meinungsäusserung zugezogen (A.C.S., T.C.S., U. M. S., Motorlastwagenbesitzer, S. R. B., Arbeiterradfahrer, Fuhrhalter usw). Also ist diese Verkehrsverordnung nicht etwa die Arbeit der städtischen Polizeidirektion allein, sondern sie ist das Produkt gemeinsamer Beratungen mit den am Verkehr interessierten Verbänden. Hiefür scheint aber die bernische Regierung leider keinen Sinn zu haben, sonst hätte sie sich auch zur sofortigen Schaffung der_ gewünschten ausserparlamentarischen Kommission für Verkehrsfragen bereit erklären müssen. Schon die Dekrete von 1924 und 1927 wurden übrigens zu einem guten Teil nur am grünen Tisch ausgearbeitet, ohne dass man zu allen wichtigen Momenten Vertreter der Verbände zugezogen hätte! Stetige Orientierung der bernischen Regierung über die Verhandlungen des Städteverbandes. Nach unsern Erkundigungen sind übrigens über den Gang der Beratungen der Koimmis- Während der Passant und einzige Zeuge des Vorfalles sich anschickte, die Polizei heranzurufen, kam es zwischen Müller und dem Autodieb zu einer Auseinandersetzung. Der Passant hatte sich noch nicht weit entfernt, als er vier Schüsse knallen hörte und die Frauensperson ihrem Begleiter zurufen: «Schiesse nicht mehr!» Wie er sich umwandte, gewahrte er, dass die vier Schüsse auf Müller abgegeben worden waren, der entseelt zu Boden stürzte, während das Paar sich in grösster Eile Richtung Dreikönigstrasse flüchtete. Die Schüsse hatten, die Besion des Schweiz. Städteverbandes, als auch der neuen Verkehrsordnung der Stadt Bern, die in Frage kommenden zuständigen Organe des Kantons andauernd informiert worden. Mitten in diese Verhandlungen platzte dann der negativ gehaltene Beschluss des Regierungsrates, wonach durch die bern. Regierung den vom Gemeinderat für die Stadt Bern ausgearbeiteten Vorschriften betreffend das Verhalten der Automobile hinter stationierenden Tramways die Genehmigung versagt wurde. Trotzdem hat der Gemeinderat der Stadt Bern einerseits die Angelegenheit an das Bundesgericht weitergezogen und anderseits die fertigerstellte Verkehrverordnung der Stadt Bern dem Regierungsrat zur Genehmigung unterbreitet. Ueber den bundesgerichtlichen Entscheid, der bekanntlich zu Gunsten der Stadt Bern ausging, sind unsere Leser seinerzeit informiert worden. Natürlich musste dieser Entscheid bei den kantonalen Behörden arg verstimmen und da die Mühlen des regierungsrätlichen Apparates (Polizeidirektion) bekanntlich sehr langsam mahlen, blieb auch die stadtbernische Verkehrsverordnung beim Regierungsrat, wie bereits erwähnt, über ein Jahr in der Schublade liegen. Der stadtbernische Entwurf wird behandelt. In seiner Sitzung vom 13. Dezember 1929 hat nun der Regierungsrat des Kantons Berii diese Verkehrsverordnung der Bundesstadt endlich behandelt. In einer 20 Seiten langen Druckschrift wurden die verschiedenen Bestimmungen der stadtbernischen Verkehrsverordnung beanstandet, und doch muss sich de' Gemeinderat der Stadt Bern in ganz richtiger Weise auf den Boden gestellt haben, dass alles getan werden muss, was im Interesse einer Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und infolgedessen der Reduktion der Verkehrsunfälle liegt. Die Verkehrsverhältnisse verlangen unfehlbar neue Vorschriften. Ob sich nun dieselben auf den gegenwätigen gesetzlichen Boden stellen lassen oder nicht, sollte unseres Erachtens keine dominierende Rolle spie-, len! Das ist auch die Ansicht aller am Verkehr interessierten Verbände! Ist dieser gesetzliche Boden einmal nicht vorhanden, so sollte er eben, um die notwendigen neuen Vorschriften in Kraft setzen zu können, unverzüglich durch die bernische Regierung geschaffen werden. Das wäre auch heute noch bei einigem guten Willen möglich durch die Schaffung eines wohl in der Gesetzgebung kürzesten bestehenden Dekretes, das ungefähr folgenden Wortlaut haben könnte: Der Regierungsrat wird ermächtigt, auf dem Verordnungswege die notwendigen Vor- Am Freitagabend um 9.30 Uhr wurde an der Talstrasse in Zürich der in Luzern wohnhafte, 35jährige Techniker Albert Müller von einem Autostrolch, der ihm seinen Wagen kurz vorher beim Hauptbahnhof entwendet hatte, in dem Augenblick, als er den Dieb stellte, erschossen. Der Mörder, der in Begleitung einer Dame war, konnte unerkannt entkommen. Albert Müller ist Vertreter der Firma Charriere & Co., Bulle und Vater von drei unmündigen Kindern. Auf die Erfassung des Täters ist eine Belohnung von 1000 Fr. ausgesetzt. Wie wir aus Zürich vernehmen, war am Freitagabend aus Luzern der Techniker Müller im «Stadthof-Posthotel» abgestiegen. Er hatte sich im Hotel ein Zimmer reservieren lassen. Während er sich im Hotel befand, wurde ihm sein vor dem Hotel stationiertes Automobil gestohlen. Das Auto trug die Luzerner Nummer 2523 A. Sofort nach der Entdeckung des Diebstahls begab sich Müller auf die Polizei, um den Verlust des Autos anzuzeigen. Er ging darauf (ungefähr um 8.30 Uhr abends) die Bahnhofstrasse aufwärts, bog dann an der Börsenstrasse gegen das Hotel Baur au Lac ab und sah plötzlich in der Mitte der Talstrasse, zwischen dem Börsengebäude, und dem Hotel, sein Automobil stehen. Gleichzeitig beobachtete er, wie sich ein Mann und eine Frau daran zu schaffen machten. Er eilte auf die beiden zu und packte die Frau am Arm und fragte sie nach dem Namen des zur Seite gesprungenen Mannes. Gleichzeitig ersuchte Müller einen des Weges kommenden ..Herrn, sofort die Polizei zu alarmieren, um das Paar wegen des begangenen Diebstahls zu verhaften. AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 20 Schriften für den Fahrzeugverkehr zu erlassen unter Anstrebung einheitlicher Bestimmungen, namentlich für den städtischen Verkehr. Dieses Dekret könnte wirksam erklärt werden bis zur Inkraftsetzung des neuen Bundesgesetzes und der dazu gehörigen Vollziehungsverordnung, um —• wir betonen das erneut — die klaffende Lücke zwischen den veralteten Bestimmungen und den heutigen Verkehrsbedürfnissen zu mildern. Unfruchtbarer Diskussionsboden. In ihrem Regierungsbeschluss stellt sich nun die bernische Regierung, ganz unver ständlicherweise, auf den Standpunkt, dass alle jene Bestimmungen, die nicht auf den veralteten gesetzlichen Boden gestellt werden können, nicht annehmbar seien. Daraus ergibt sich, dass man in den wesentlichen Punkten einfach beim Alten bleiben muss und für die heutigen ganz veränderten Verhältnisse nichts vorkehren kann. Es wird daher, unter einer solchen Einstellung, ausserordentlich schwierig sein, bei den kommenden Verhandlungen zwischen den kantonalen und den städtischen Behörden wirklich etwas Positives fordern zu können. Mangelndes Verständnis ? Es ist wirklich sehr bemühend, dass der Kanton Bern jahrelang, abgesehen von den beiden Dekreten von 1924 und 1927, die insbesondere für den städtischen Verkehr keine Verbesserungen brachten, absolut nichts getan hat für eine zeitgemässe Verkehrsregelung. Und jetzt, wo eine von allen Interessenten als vorbildlich bewertete stadtbernische Verkehrsordnung vorliegt, zeigt der Regierungsrat für die wichtigsten Verkehrsfragen erneut wieder kein Verständnis. Was soll geschehen ? Ob die Berner Regierung aus Prestigeoder andern Gründen eine solche Stellungnahme zeigt, bleibe dahingestellt. Es soll zwar, wie uns Herr Regierungsrat Stauffer mitteilte, eine kantonale Verkehrsverordnung im Werden begriffen sein. Dieselbe hat aber, unseres Erachtens, wenn man an die langsame Mühle der Gesetzgebung denkt, keinen grossen Zweck mehr, da ja ein eidgenössisches Gesetz ebenso rasch erstellt sein wird. Eine kantonal-bernische Verkehrsverordnung, neuzeitlichen Verhältnissen angepasst, hätte ihren Zweck besser erfüllt, wenn sie vor zwei oder drei Jahren erlassen worden wäre. Es ist uns unerklärlich, dass die Berner Regierung in so wichtigen Verkehrsangelegenheiten so vieles versäumt! Ry. Mawd dfä?efe Auf o$ta*olch Die Autodiebstähle in Zürich mahnen zum Aufsehen! wohner der umliegenden Häuser auf den Vorfall aufmerksam gemacht. Ein Angestellter des Hotels «Baur au Lac» ergriff die Verfolgung des Mörders und seiner Begleiterin. Unterdessen avisierte der Passant die Polizei. Der Verfolger wurde von dem flüchtenden Mörder mit vorgehaltenem Revolver in Schach gehalten, so dass er sich ihm nicht nähern konnte. Als die beiden Verbrecher sahen, dass sich der Verfolger nicht mehr näher getraute, machten sie sich über die Garageneinfahrt des Hotels Baur au Lac Richtung Tonhalle davon. Kurz nach dem Mord erschien die Polizei mit 30 Detektiven, unterstützt durch sieben Polizeihunde, auf dem Tatort und nahm unverzüglich die Fahndung nach dem Täter und seiner Begleiterin auf. Ein Hund erfasste bald die Spur der Flüchtigen, verlor sie aber bei der Tonhalle wieder, da dort inzwischen verschiedene Passanten den Weg der beiden gekreuzt hatten. Die Untersuchungsorgane ordneten unverzüglich die Ueberwachung des Hauptbahnhofes bis zur Abfahrt der letzten Züge an. Im Automobil selbst wurde nur ein Damentaschentuch gefunden, das vermutlich von der Begleiterin des Mörders stammt. Dem einzigen Zeugen des Verbrechens war es möglich, ein genaues Signalement des Paares geben zu können. Der Mörder spricht Zürcher Dialekt, ist 155—158 cm gross, schlank gewachsen, im Alter von 22—25 Jahren. Er trug einen hellen Trench-Coat-Mantel und hellgrauen Hut. Seine Begleiterin spricht ebenfalls Zürcher Dialekt, ist 22—25 Jahre alt, etwa 155 ccm gross und von schmächtiger Gestalt. Sie trug dunkle Kleidung und dunklen Hut. Das Publikum wird gebeten, sachdienliche Mitteilungen unverzüglich an das Kriminalkommissariat oder dem nächsten Polizeiposten zu melden. Die Kantenspolizei gibt bekannt, dass der gesuchte Mörder und seine Begleiterin vermutlich dieselben Personen sind, die in letzter Zeit mehrmals wegen Strolchenfahrten signalisiert wurden. Am 1. Februar entwendeten sie, abends 22 Uhr, vor dem Kaufhaus Jelmoli ein Auto Marke Chrysler, fuhren damit nach Luzern, Hessen hier den Wagen in gebrauchsunfähigem Zustand zurück und stahlen ein anderes Auto, mit dem sie nach Zürich zurückkehrten. Am 5. Februar fuhren sie mit einem Personenauto vor 21 Uhr von der Zwinglistrasse in Zürich nach Hegnau, wo die den Wagen lenkende Frau in eine Telephonstange hineinfuhr. Nach aufgenommenen Blutspureri wurde die Frau im Gesicht verletzt; der Mann hinterliess eine blaue Chauffeurmütze. Am 13. Februar nachmittags entwendeten sie in der Beatengasse einen «Buiek-Six»-Wagen, welcher an der Ecke Lang-Heinrichstrasse wieder aufgefunden wurde. In Hegnau wurde gehört, dass der Mann die Frau mit «Emma» anrief. Die Begleiterin des Mörders wird als Zeugin gesucht, eine strafrechtliche Verfolgung ist gegen sie nicht eingeleitet worden. Sie wird vielmehr dringend aufgefordert, sich zu melden. Bis zur Stunde konnten die Täter nicht ausfindig gemacht werden. Die Fastnacht erschwert der Polizei die Fahndung ausserordentlich. Wir haben vor 14 Tagen (in Nummer 17 der Automobil-Revue) unter dem Titel «Eine mildbestrafte Strolchenfahrt» von einem kürzlich gefällten Entscheid des Zürcher Obergerichtes berichtet, durch welchen einem jugendlichen Autostrolchen der Strafaufschub gewährt wurde. Wir schrieben damals: «Wenn man sich in die Lage des Automobilisten versetzt, wird man es nicht verstehen, dass das Gericht zu einer bedingten Verurteilung kam. Die Wegnahme eines fremden Autos ist eine so leichtfertige und freche Tat, dass sie unbedingt eine Strafe verdient.» Heute haben wir leider schon durch ein schreckliches Verbrechen die Bestätigung unserer Ansicht. Es geht nicht an, dass die Gerichte den Autostrolchen gegenüber weiterhin Milde walten lassen. Wenn auch leider die meisten kantonalen Gesetze eine der Schwere des Vergehens angemessene Bestrafung nicht gestatten, da bei der Wegnahme eines Automobils zum Gebrauch die Aneignungsabsicht fehlt und deshalb der Tatbestand des Diebstahls nicht erfüllt ist, so muss doch eine möglichst strenge Bestrafung in Anwendung kommen. Schliesslicli sollen sich die Rechtsprechung und das Gesetz dem Leben anpassen und nicht umgekehrt. Der Entwurf zum neuen schweizerischen Strafgesetz enthält in Artikel 124 den Tatbestand der Sachentziehung. Nach Inkrafttreten dieses Gesetzes wird es möglich sein, alle Autostrolche gebührend zu bestrafen. Da aber das Inkrafttreten des schweizerischen Entwurfes noch einige Zeit auf sich warten lässt, müssen die Kantone durch eine sachentsprechende Interpretation den Autodiebstahl bestrafen. Bis wir so weit sind, müssen sich die Automobilisten selber schützen. Die Frage der Parkierung in den Städten wird immer schwieriger und mit der behördlichen Ueberwachung der Parkplätze ist es vorläufig auch nicht weit her. Es entsteht damit für jeden Fahrer die Pflicht, im eigenen Interesse seinen Wagen so zu parkieren, dass ihn ein Unberechtigter nicht benützen kann; die technischen HilfS'- mittel hiefür sind vorhanden. Gr. Interpellation Valloton. Der Bundesrat hat in seiner Freitagssitzung die Interpellation Valloton vorläufig besprochen. Verschiedene Departemente interessieren sich für die für unser Wirtschaftsleben so wichtige Frage. Vor allem kümmert sich das Volkswirtschaftsdepartement mit der Abteilung für Landwirtschaft um de Erledigung der Interpellation. Dann hat abei auch das Departement des Innern, dem das Oberforstinspektorat unterstellt ist, das Recht zur Mitsprache, denn die Begutachtung von Verwendungsmöglichkeiten von Holz und Torf fällt in den Geschäftskreis dieses Inspektorates. Schliesslich verstehen wir ohne weiteres, dass auch das Post- und Eisenbahndepartement, dem eine grössere Anzahl von Motorwagen zur Verfügung steht, sich die Frage näher besehen möchte. Den Vorrang zur Beratung haben, laut Entscheid des Bundesrates, das Departement des Innern gemeinsam mit dem Volkswirtschaftsdepartement. Der Bundesrat entschloss sich in der gleichen Sitzung, die eidgenössischen Räte zu ersuchen, in der laufenden Session auf eine Beantwortung der Interpellation Verzicht zu leisten. Wenn die Frage nun von unserer obersten Landesbehörde einmal von Grund auf angepackt wird und alle Massnahmen zur Ausführung kommen, die der nationalen Brennstoffbeschaffung förderlich sein könten, wollen wir dies© Verschiebung gerne verzeihen. La. Der Grosse Preis von Marokko. Eine geradezu ideale Rennstrecke (700 km sozusagen ohne Kurve) und ein gut ausgearbeitetes Reglement machen diese Fahrt auch dieses Jahr beliebt. Der 13. April wird u. a. zwei Bugatti, von Lehoux und Clercx gesteuert, am Start sehen. Weiter erweckt die Teilnahme eines Rally-Vierzylinders ohne Kompressor besonderes Interesse dadurch, dass er von Frau Itier, der bekannten Rennfahrerin, gesteuert werden wird. -o-

20 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Vom Rechtsvertreter des am Bahnübergang bei Tageiswangen verunglückten Automobilisten erhalten wir nachstehenden Aufruf : Ungenügend beleuchtete Bahn-Barriere? In der Nacht vom 20./21. Februar ereignete sich beim Bahnübergang Tagelswangen- Baitenswil (Linie Bassersdorf-Effretikon) ein tödlicher Automobilunfall. Nach der Darstel- ]ung des Beimanns des Lokomotivführers fuhr der Automobilist durch die geschlossene Barriere vorn in die Lokomotive des mit 75 km daher fahrenden Zuges. Auch der Bahnwärter erklärt, dass die Barriere geschlossen war. Das rote Warnungslicht an der Barriere brannte. Danach müsste also der Automobilist in die geschlossene beleuchtete Barriere hineingefahren sein! Auffallend ist nun, dass bald darauf in der Nacht vom 23-/24. Februar der Barrierenwärter ein Auto, das von Baltenswil, also in der Richtung des Unglücksautos daher kam, durch besondere Lichtsignale auf die geschlossene Barriere aufmerksam machen musste. Dasselbe konnte nur wegen dieser Signale im letzten Moment noch in die Wiese gelenkt werden. Der Führer desselben erklärte, er habe das rote Licht an der Barriere für das Stopplicht eines Autos gehalten und die Barriere selbst erst im letzten Moment gesehen. Es scheint danacli nicht ausgeschlossen, dass — vielleicht wegen besonderer Beleuchtungsverhältnisse (im zweiten Fall standen auf der andern Seite deb Bahnkörpers zwei Autos, deren Lichter den entgegenkommenden Fahrer blendeten) — das Barrierenlicht und damit die Barriere nicht deutlich genug gesehen werden können und der Verunfallte deshalb in die geschlossene Barriere hineingefahren ist. Automobilisten, welche ähnliche Erfahrungen an diesem Bahnübergang gemacht oder von solchen gehört haben, werden zur Aufklärung und Verhütung weiterer Unfälle höflich ersucht, diesbezügliche Mitteilungen zu machen an : Dr. H. Meyer-Wild, Rechtsanwalt, Torgasse 4, Zürich 1. s P Aufruf! Der Grosse Preis von Tripolis. Mit dem iRennen um den Grossen Preis von Tripolis fängt am 12. März der Reigen der 12 sportlichen Veranstaltungen an, die die diesjährigen Anwärter auf den italienischen Automeisterschaftstitel zu bestehen haben. Alle bekannten Rennfahrer, wie Borzacchini (Maserati), Brilli Peri (Talbot), Campari, Arcangeli usw. werden erwartet. Die Fahrt übers Mittelmeer lohnt sich gewiss, sind doch die ausgesetzten Preise hoch. Ferner bieten die weiten, flachen und kerzengeraden Sandpisten in Tripolis geradezu ideale Bedingungen für Geschwindigkeitsrennen. Es ist deshalb auch die Rede davon, dort einmal das Rennen um den Weltrekord austragen tzu lassen. _o_ Tourist Trophy 1930 auf der Insel Man. Für die am 16., 18. und 20. Juni stattfindenden Rennen um die Tourist Trophy ist die Ausschreibung erschienen. Wie alljährlich finden die Rennen auf der Insel Man über eine Rundstrecke von etwas mehr als 65 km statt, die siebenmal umfahren werden muss, was eine Distanz von 425 km ausmacht. Für das Junioren-Rennen (Maschinen bis 350 ccm) ist der 16., für das Leichtgewicht-Rennen (bis 250 ccm) der 18. und für das Senioren-Rennen (bis 500 ccm) der 20. Juni festgesetzt. Die Meldegebühr beträgt 33 Pfd. (825 Fr.), eine exorbitante Summe, die aber erlaubt, auch hohe Preise auszusetzen. Die Sieger (Besitzer oder Bewerber) jeder Klasse erhalten 200 Pfund (5000 Fr.), der Fahrer erhält 70 Pfund (1750 Fr.). Entsprechend sind die Preise für den zweiten und dritten. Alle Bewerber, deren Maschinen das Rennen in der vorschriftsgemässen Zeit, d. h. nicht weniger als ein Zehntel mehr als die Sieger, beenden, erhalten 10 Pfund (250 Franken). Ausser diesen Einzelpreisen werden noch Preise für Fabrik- und Clubteams ausgegeben. Im Gegensatz zu früher hat man sich dieses Jahr zum Massenstart entschlossen. Die Startaufstellung der Maschinen wird ausgelost, doch erhalten die bis zum ersten Meldeschluss eingeschriebenen Maschinen den Vorzug. -o. Der grosse Preis von Monaco in Vorbereitung. Wie wir schon kurz berichtet haben, veranstaltet der A. C. von Monaco Sonntag den 6. April das II. Rennen um den Grossen Preis von Monaco, das innerhalb der Stadt Monte Carlo ausgefahren wird. Es handelt sich um eine recht originelle Veranstaltung, die bereits im Vorjahre, wo sie zum erstenmal abgehalten wurde, grosses Interesse erweckte. Der Wettbewerb ist international und geschlossen, also nur Bewerbern zugänglich, die vom A. C. Monaco eingeladen wurden. Die Fahrstrecke innerhalb der Stadt misst 3,18 km und wird im Sinne des Uhrzeigers 100 mal durchfahren, sodass eine Strecke von 318 km zu bewältigen ist. Zugelassen sind Rennwagen der internationalen Kategorie B, C, D, E, F, also mit einem Zylinderinhalt von 1100 bis 8000 ccm. Es ist nur die Besetzung durch eine Person zulässig, doch ist Fahrerwechsel am Ersatzteillager gestattet, wenn der Ersatzfahrer vorher angemeldet wurde. Dem Gewinner winkt ein Preis von 100,000 frz. Franken, der zweite bis sechste erhält Preise von 40,000 bes 5000 Franken. Die Fahrer der kleinsten Klassen erhalten besondere Preise, ebenso wird dem nach je 10 Touren an der Spitze befindlichen eine Prämie von 1000 Franken zuerkannt. Der gegenwärtige, am 14 April 1929 aufgestellte Rundenrekord ist 2 Minuten 15 Sekunden. Wird er geschlagen, so erhält der betreffende Fahrer einen Preis von 3000 Franken. Als grosse Neuerung wird dieses Jahr ein Totalisator installiert, sodass also wie bei einem Pferderennen Wetten abgeschlossen werden können. Es wird dies der erste Totalisator sein, der bei einem Autorennen verwendet wird, -o- AUSLAND Eigene Fradhtflotten für amerikanische Automobilfabriken. Wie aus Amerika gemeldet wird, haben sich verschiedene Automobilfabriken entschlossen, für ihren Export nach Europa eine eigene Flotte von Frachtdampfern auszurüsten. Die notwendigen Schiffe seien bereits angekauft und werden für den Transport der Wagen besonders eingerichtet und umgebaut. Neben den spezialisierten Laderäumen sollen die Schiffe jeweilen auch mit einer Garagehalle ausgerüstet werden, die über ein reichhaltiges Werkzeuglager verfügt. z. Autofähre Dover-Calais. Mit dem 15. April wird die Autofähre über den Kanal ihren Sommerdienst aufnehmen. Es wird dazu ein neues, besonders gebautes Schiff verwendet, das auch Passagiere befördert. Die Benzinbehälter brauchen nicht geleert zu werden. Das Schiff wird Dover um 11 Uhr 30 verlassen und um 13 Uhr in Calais ankommen. Ausser im Falle grossen Andranges werden die Zollformalitäten bis 14^ erledigt sein. In umgekehrter Richtung wird die Fähre Calais um 15 Uhr verlassen, Ankunft in Dover um 16.30. Die "Taxen sind die gleichen wie letztes Jahr und betragen je nach der Grosse des Wagens 2^—8 Pfund für die einfache, und 5—13 Pfund für Hin- und Rückfahrt. Passagiere zahlen 12 Schilling für die Ueberfahrt. -f. Vor dem Genfer Salon Flachrennen von Eaumorte. Die Anmeldungen kommen von allen Seiten : von Genf, von Zürich, von Stuttgart, von Frankreich. Willy Rosenstein wird fahren. Einige Bugattisten werden sich wieder einfinden. Und dass ein französischer Omnibus, der eine Stundengeschwindigkeit von über 100 Kilometern entwickeln kann, auch teilnehmen will, wissen unsere Leser bereits. Die Genfer Behörden und Geschäftsfirmen haben ihre Unterstützung nicht versagt und rasch häufen sich auf dem Gabentisch die von ihnen gestifteten Preise. Der Kantonsrat, der Automobilsalon, die D. A. S., das Warenhaus Grand Passage u. a. haben wertvolle Gaben zur Verfügung gestellt. 18 Uhr: Vollsizung des Landes- und des Hauptkomitees sowie der Sport-, Touristik- und Versicherungskommission des S. R. B. 19.30: Diner in der Taverne des Ausstellungspalastes. Zusammenkunft der Sternfahrer und der Teilnehmer am Flachrennen. 20.30—22.30: Konzeit. 21 Uhr: Preisverteilung der Motorrad-Sternfahrt im Restaurant des Bätiment Electoral. 23 Uhr: Schliessung: Sonntag, den 23. März. 8.30: Internationales Kilometerrennen mit stehendem Start, organisiert durch die Sektion Genf des A.C. S. 9 Uhr: Oeffnung der Ausstellung. 14 Uhr: Kilometerrennen mit fliegendem Start für Motorräder um den Schweizer Rekord, in Eaumortes, organisiert durch den Moto-Sporting- Club Genf. 15 Uhr: Austragung des Rad-Querfeldeins für die Bauliche Veränderungen an den Gehäuden des Gen fer Salons. Ein Teil des Anbaues von der Seite der Arve aus gesehen. Folgende wichtige Punkte sind vom Organisationskomitee erledigt worden : 1. Der geschlossene Wagenpark wird die ganze Nacht durch bewacht und ist gegen Feuer versichert. 2. Die Rennstrecke wird, wie der kantonale Ingenieur versichert, in tadellosem Zustande sein. 3. Die Rennfahrer sowie die Streckenkontrolleure werden für die Versuchsfahrten und das Rennen bei der « Winterthur » und der « Zürich » versichert. 4. Flaggen werden bei Versoix und in der Stadt ausgehängt werden, um auf das Rennen aufmerksam zu machen. Die Nationale Sportkommission hat ihren Präsidenten Herrn J. Decrausat und Herrn A. Chantre an das Rennen abgeordnet. Die Eintrittspreise sind wie folgt festgesetzt (Steuer inbegriffen) : Für das Autorennen am Sonntag Morgen : Tribüne Fr. 5.75; Startplatz Fr. 2.30; Stehplatz der Strasse entlang Fr. 1.15. Für den ganzen Tag (also für Auto- und Motorradrennen) : Startplatz Fr 3.45; Stehplatz der Strasse entlang Fr. 1.80. Das allgemeine Programm Freitag, den 21. März. 13 Uhr: Bankett im Hotel des Bergues. 15.30 Ubr: Offizielle Eröffnung der Motorrad- und Fahrradausstellung im Bätiment Electoral. 16 Uhr: Offizielle Eröffnung der Automobilausstellung im Ausstellungspalast. Oeffnung für das Publikum. 15.30—17.30: Konzert. 19 Uhr: Schliessung. Samstag, den 22. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15—18 Uhr: Ankunft der Automobil-Steinfahrer vor dem Ausstellungspalast. 17—19 Uhr: Ankunft der Motorrad-Sternfahrer auf der Piaine de Plainpalais. 15.30—17.30: Konzert. schweizerische Meisterschaft, organisiert durch den Schweizer. Radfahrerbund. Start und Ziel. Velodrom Plan-les-Ouates. 15.30—17.30: Konzert. 18 Uhr: Preisverteilung des Querfeldeins im Restaurant des Bätiment Electoral. 20 Uhr: Diner in der Taverne des Ausstellungspalastes. Bekanntgabe der Resultate und Preisverteilung der Automobil-Sternfahrt Kilometerrennens mit stehendem Start. 20.30—22.30: Konzert. 23 Uhr: Schliessung: 9 Uhr: Oeffnung. 15—17.30: Konzeit 19 Uhr: Schliessung. und des Dienstag, den 25. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15.30—17.30: Konzert 19.30: Diner in der Taverne des Ausstellung»* Palastes. 23 Uhr: Schliessung: 9 Uhr: Oeffnung. 15.30—17.30: Konzert. 19 Uhr: Schliessung. Donnerstag, den 27. März. (Volkstao). 9 Uhr: Oeffnung. (Eintritt für Kinder 60 Cts.) 15.30—17.30: Konzert. 19.30: Diner in der Taverne des Ausstellunirapalastes. 20.30: Volksabend mit Konzert. Eintritt 60 Cts. 23 Uhr: Schliessung: 9 Uhr: Oeffnung. 15.30—17.30: Konzert. 19 Uhr: Schliessung. Montag, den 24. März. Mittwoch, den 26. März. Freitag, den 28. März. Samstag, den 29. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15.30—17.30: Konzert. 19.30: Diner in der Taverne des Ausstellungspalastes. 20.30—22.30: KonzeTt. 23 Uhr: Schliessung: Sonntag, den 30. März, Schlusstag (Programm folgt).