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E_1930_Zeitung_Nr.018

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freut. Wir wünschen ihm

freut. Wir wünschen ihm nur, dass ihm recht bald die Gemeinde zur Anschaffung eines eigenen Wagens verhelfe, damit er auch praktisch die Vorteile der Erfindung an sich und an allen seinen Kirchgenossen erfahren kann. Auch wir haben uns je und je gegen Auswüchse ausgesprochen. Vielleicht ist dem Herrn Pfarrer die Bewegung des « Weissen Sterns» nicht bekannt, die darauf ausgeht, • auch auf Seite der Automobilfahrer alles zu Schon seit Jahren kämpft die Sektion Zürich des A. C. S. in unermüdlicher Weise für die Reduktion der viel zu hoch angesetzten Gebühr, die alle Motorfahrzeuglenker alljährlich für die Erneuerung ihrer Führerbewilligung in der Höhe von Fr. 10— zu bezahlen haben. Wiederholt wurde in Eingabe« an die kantonale Polizeidirektion und den Regierungsrat darauf hingewiesen, dass diese Gebühr viel zu hoch angesetzt sei, dass man es hierbei nicht mehr mit einer eigentlichen Gebühr, sondern mit einer verdeckten Steuer zu tun habe, die vom Kanton neben der Motorfahrzeugsteuer für die Verkehrsbewilligung bezogen werde. Bis anhin war aber all diesen Demarchen noch kein Erfolg beschieden; die letzte Eingabe ist erst anfangs dieses Jahres von der kantonalen Polizeidirektion ohne stichhaltige Gründe abgewiesen worden. Es veran'.asste dann dies Herr M. Gassmann, Präsident der Verkehrskommission der Sektion Zürich des A. C. S., kürzlich im Kantonsrat erneut in dieser Sache einen Anlauf zu nehmen, wobei aber vom Regierungsratstisch aus nur eine «Prüfung» des Verlangens in Aussicht gestellt wurde. Die Sektion Zürich des A. C. S. ist nun aber gewillt, es bei der bisherigen ablehnenden Stellungnahme der kantonalen Polizeidirektion nicht bewenden zu lassen und die Sache diesmal weiter zu ziehen. Um nun über die rechtliche Seite der Frage die nötige Aufklärung zu erhalten, wurde Herr Professor Dr. F. Pleiner, Zürich, der bekannte Rechtsgelehrte, ersucht, ein Gutachten hierüber zu verfassen und darin festzulegen, ob es sich bei dieser jährlichen Abgabe von Fr. 10.— noch um eine Gebühr oder vielmehr um eine versteckte Steuer handle. Das Gutachten lautet nun vernichtend für die bisherige Stellungnahme der kantonalen Polizeidirektion. Herr Professor Fleiner führt darin aus, dass die Grundlage für die Erhebung einer Erneuerungstaxe für die Führerbewilligung nicht das Automobilgesetz vom 18. Februar 1923 biete, sondern vielmehr die züreherische, Gebührenordnung für die Verwaltungsbehörden vom 11. Dezember 1922, da es sich hier nach Konkordat, Art. 20, nicht um eine Steuer, sondern um eine Gebühr handelt. Für letztere sei nun aber der Entgeltscharakter massgebend, d. h., die Gebühr darf den Kostenbetrag der staatlichen Leistung nicht übersteigen, sonst wird sie eben zu einer Steuer. Die zürcherische Gebührenordnung legt speziell fest, dass die Höhe der Gebühr jeweils zu bemessen sei nach dem Zeitaufwand und der Bedeutung des Geschäftes. Was nun den letzteren Punkt anbetrifft, so führt das Gutachten aus, dass der Standpunkt der Polizeidirektion, wonach die Führerbewilligung dem Inhaber einen Freipass im gesamten Konkordatsgebiet verschaffe, eine rechtswidrige Auslegung darstelle, besonders wenn man die Gebührenhöhe festsetzen möchte im Hinblick auf die subjektive Bedeutung, welche der Führerbewilligung für den einzelnen Motorfahrzeuglenker zukomme. Denn nach Konkordat hat jeder Fahrer, der die Prüfung bestanden hat, Anspruch auf die Bewilligung, mit der die kantonale Motorfahrzeugkontrolle dem Fahrer kein Privileg erteilt. Es kann somit bei der Bemessung der höhe der Gebühr nur auf den Aufwand an Arbeit ankommen, der durch die Erneuerung der Bewilligung, resp. deren Ausstellung, entsteht. Diese Arbeit, eine reine Schreibund Registrierarbeit, rechtfertigt aber keineswegs eine Gebühr von Fr. 10.—. Aber auch nicht die Frage der Deckung der Kosten für diese Arbeit kann zur Rechtfertigung der Gebühr von Fr. 10.— herangezogen werden. Die gesamten Ausgaben der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle haben 1928 Fr. 162,900 für Besoldungen und Bureauauslagen betragen, während die Einnahmen aus Staats- und Schreibgebühren 225,800 Franken einbrachten, die Ausgaben also mehr als deckten. Dabei sind die andern Einnahmen ganz ausser aoht gelassen. Es ergibt sich somit, dass diese Staats- und Schreibgebühren die Auslagen des Kantons für den Apparat der Motorfahrzeugkontrolle bei weitem übersteigen, so dass auch von diesem Gesichtspunkt aus nicht mehr von einer Gebühr gesprochen werden kann. tun, was Aergernis und Verkehrsunfälle verhüten kann. Gegen das Automobil oder gegen die Auswüchse nicht organisierter Automobilfahrer schreiben, ist aber zweierlei, und da der betreffende Artikel im «Alpenhorn» zweifellos sich überhaupt gegen die Automobilisten richtete und vielleicht in einem Augenblick der Verärgerung geschrieben wurde, sahen wir uns veranlasst, nicht den Herrn Pfarrer aufzugabeln, wohl aber seine Uebertreibungen ganz gehörig zu stutzen. Er möge uns verstehen, so wie wir ihm nach seinem mea culpa verzeihen wollen. D * * * Versteckte Steuern in der Führerbewilligungsgebühr Das Gutachten kommt zum Schlüsse, dass die kantonalen zürcherischen Behörden diese Erneuerungsgebühr für die Führerbewilligungen in unzulässiger Weise bemessen haben und dass es sich nicht mehr um eine Gebühr, sondern um eine versteckte Steuer handle. Es weist auch den Weg, der zur Beseitigung dieses unzulässigen Zustandes zu begehen ist. Es dürfte wohl ausser Zweifel stehen, dass die Sektion Zürich des A. C. S. nun diese Angelegenheit mit allem Nachdruck weiterverfo'gt und auch vor einem staatsrechtlichen Rekurs an das Bundesgericht nicht zurückschrecken wird. Es dürfte sich aber fragen, ob die Regierung im Hinblick auf das Fleinersche Gutachten nicht einlenken und eine starke Reduktion der unhaltbaren Gebühr von sich aus vornehmen sollte; denn es berührt eigenartig, dass eine Regierungsbehörde, die auf genaue Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu achten hat, es offensichtlich duldet, dass in diesem einen Falle — vielleicht gibt es auch noch andere! — den Vorschriften der kantonalen Gebührenordnung nicht nachgelebt wird. Dem Vorgehen der Sektion Zürich des A. C. S., die sich für die Interessen der Motorfahrzeugbesitzer einsetzt, kommt aus dem Grunde erhöhte Bedeutung .zu, weil durch die notwendig werdende Reduktion der Gebühr ein interessanter Präjudizfall für andere Kantone geschaffen werden dürfte. Grosse Strassenzüge und breite Ausfallstrassen in Zürich. Die Bauverwaltung: der Stadt Zürich hat es sich zur sehr schätzenswerten Aufgabe gemacht, jeweils die in Beratung stehenden Bauprojekte für Strassenverbesserungen in der Stadt Zürich einex allgemeinen. Besprechung mit den Strassenverkehrsinteres^entenverbänden zu unterziehen. So hat wiederum am 24. Februar eine solche Konferenz stattgefunden mit den Vertretern der Zürcher Sektionen des A. C. S., T. C. S., der Aspa etc., wobei folgende Projekte zur Besprechung kamen : /. Verlängerung der Gloriastrasse. Das vorliegende Projekt, das eine bessere Zufahrt zum Quartier Fluntern bezwecktest derart gut ausgearbeitet worden, dass keinerlei Aussetzungen zu machen waren. Die neue Strasse wird von der Rämistrasse durch die Wässerwiese hinauf und hinter der Kantonsschule durch zur Gloriastrasse führen und auch die Strassenbahnlinie aufnehmen, die jetzt durch die untere Zürichbergstrasse und Plattenstrasse führt. Dadurch wird die bisherige gefährliche Kreuzung Plattenstrasse - Zürichbergstrasse in der Zufahrt nach. Fluntern vollständig beseitigt. Ausserdem erhält die Freiestrasse eine Verlängerung bis zur Plattenstrasse, wodurch sich ein zusammenhängender Strassenzug Forchstrasse-Freie Strasse-Plattenstrasse-Sonneggstrasse - Scheuchzerstrasse auf dem rechten Limmatufer ergibt. 2. Verlängerung der Mythenquaistrasse. ? Schon längst stand die Weiterführung des Mythenquai als linksufrige Ausfallstrasse auf dem Papier. Das Projekt soll nun aber auch zur Ausführung gelangen, und zwar in der Weise, dass der Mythenquai in leichtem Bogen landeinwärts und an der Schiffswerft vorbei gegen den Niveauübergang bei der Station Wollishofen geführt wird. Diese neue Strasse wird die grosse, vielbefahrene AusfallstrasSe nach dem linken Seeufer und auch nach dem Sihltal (via Albisstrasse) werden. Da sie keine Nebenstrassen aufweisen wird, dürfte sie eine sehr hohe Verkehrssicherheit besitzen, zumal ausser den Trottoirs auch Radfahrerstreifen vorgesehen sind. Von den Verkehrsinteressenten wurde gewünscht, dass die Fahrbahhbreite durchgehend auf 9 m als Minimum belassen werde und dass der Ausbau der Alfred Escher-Strasse, die mit der Tunnelstrasse die grosse Entlastungsverbindung nach dem Ummattal und nach Winterthur-Schaffhausen darstellen wird, gleichzeitig erfolge. Ferner wurde eine möglichst vorteilhafte Lösung der Strassenunterführung gegen die Albisstrasse gewünscht, da sich dieser Verkehr sehr ausgestalten dürfte. Begrüsst wurde auch die Anlegung von Parkplätzen längs der Alfred Escher-Strasse. AUTOMOBIL-REVUE 1930 - W 18 Wenn man bedenkt, dass der Niveauübergang Wollishofen täglich bis zu 119 Mal durch Barrieren geschlossen wird, wird die Entlastung durch den ausgebauten Mythenquai eine überaus begrüssenswerte Lösung biejen, da dadurch dieser Niveauübergang an der Seestrasse vollständig ausser Betracht fiele, auch wenn die kostspielig© Strassenunterführung der Seestrasse erst später erfolgt. 3. Ausbau des Bleicherweges. Diese Strasse wird als Ausfallstrasse nach der Enge hin sehr viel befahren. Die zwischen Schanzengraben und Stookerstrasse vorstehenden Häuser haben aber bis anhin eine fliessende Verkehrsabwicklung, d. h. eine Verbreiterung der Strasse, verunmöglicht. Es ist nun für später ins Auge gelasst, dieses Strassenstück durch teilweise Beseitigung der vorstehenden Häuser zu verbreitern, wofür ein sehr gut ausgearbeitetes Projekt bereits vorliegt, dessen Ausführung von allen Strassenbenützern günstig begrüsst werden dürfte. Dasselbe gab denn auch zu keinen Einwänden oder Anregungen Anlass; ob aber dessen Ausführung, aus finanziellen Gründen, so rasch möglich ist, dürfte noch eine offene Frage sein. Diese Besprechung mit den Strassenverkehrsinteressenten-Verbänden hat aufs neue gezeigt, wie sehr solche Aussprachen mit den Behörden berufen sein dürften, wichtige Verkehrs- und Strassenfragen einer vorteilhaften Lösung entgegenzuführen. s. Geländer-Fahrten, also nicht etwa Gelände-Fahrten, sind insbesondere in Bern üblich. Unseres Erinnerns ist es nun kürzlich schon zum neunten Male passiert, dass sowohl auf der Kornhaus- als auch auf der Kirchenfeldbrücke Automobile über das Trottoir abrutschten oder schleuderten und das gusseiserne Brückengeländer durchschlugen. Wie durch ein Wunder haben alle diese Geländer-Fahrten einen glimpflichen Verlauf genommen; weder wurden Personen stark verletzt, noch ist jemals ein Fahrzeug über die 40—50 m hohe Brücke in den Abgrund gestürzt. Die Ursachen derartiger Vorfälle sind verschiedenartig, unbestritten ist, dass hierbei auch ein gesetzwidriges Fahren mitverantwortlich ist; anderseits bietet aber die Anlage der Brücken selbst: starkes Gefälle, viel zu enge Fahrbahn, glitschige Holzpflästerung, Vereisung etc. Anlass zu solchen Geländer-Fahrten. Die Geländer selbst bestehen aus Gusseisen, sie bieten wohl Fussgängern, Handwagen und vielleicht gegenüber den Seitensprüngen eines Droschkengauls einigen Schutz, vor der Schleuderkraft eines Automobils aber reissen sie durch wie ein hölzerner Lattenhag. Es ist erfreulich, dass die neugegründete bernische Strassenverkehrs-Liga sich der Sache annimmt und mit den Behörden in Fühlung tritt, um eine etwas bessere Sicherung des Verkehrs auf den Brücken zu erreichen; die neue Lorraine-Brücke weist glücklicherweise keinen der Uebelstände der beiden andern Brücken auf, sie eignet sich für den modernen Verkehr vorzüglich. Diese Brücke ist schon seit einigen Monaten fix und fertig, viele Monate zu früh, denn bis die Zufahrtsstrassen und was da drum und dran hängt, betriebsbereit sind, wird noch eine lange Frist verstreichen. A Gute und schlechte Statistiken. Mit dem anwachsenden Verkehr in unsern Städten und auf dem Lande wächst auch naturgemäss die Zahl der Unfälle. Wenn man allein auf die Meldungen in den Tageszeitungen abstellen wollte, so müsste man den Eindruck erhalten, dass die Zahl der Unfälle unverhältnismässig stark anwächst. Die Zeitungen sind täglich voll von Unfällen der verschiedensten Art. Dabei wird meistens von « Automobilunfällen» gesprochen, auch wenn es sich z. B. deutlich um einen 'Eisenbahnunfall handelt, d. h-, bei den meisten Unfällen an Niveauübergängen ist die Eisenbahn die Ursache des Unfalles. Hier kann eine richtige Statistik viel Gutes bewirken und zur Aufklärung beitragen. Nackte Zahlen, sofern sie richtig sind, sprechen immer eine klare und deutliche Sprache. Für die Schweiz darf auf die Statistik der Stadt Bern hingewiesen werden, die besonders in den letzten «Beiträgen zur Statistik der Stadt Bern >, Heft 13, das Muster einer guten Unfallstatistik vorgelegt hat. Es wurde in der erwähnten Zusammenstellung (die wir bereits früher ausführlich besprochen haben) in verschiedenen Tabellen festgestellt- 1. Die Zahl der Unfälle. 2. Die Art der Unfälle (Zusammenstösse, Anprall, Ausgleiten von Fus'sgängern etc.). 3. Die Beteiligten an den Unfällen. 4. Zeit und Ort der Unfälle. 5. Folgen der Unfälle. 6. Verschulden. 7. Kinderunfällfe I In ähnlicher Weise hat auch das Berliner Polizeipräsidium in vier Tabellen die Beteiligung an Unfällen, die Umstände, unter denen sich die Unfälle ereigneten, die Ursachen der Unfälle und endlich ihre Verteilung auf die Stunden des Tages festgestellt. Interessant ist in dieser Statistik zu sehen, dass die weiblichen Fahrer relativ weniger an den Unfällen beteiligt sind als die männlichen. Während im Juli 1929 in Berlin 267 männliche Fahrer einen Unfall durch zu schnelles Fahren verursachten, sind nur zwei Unfäilo zu verzeichnen, bei denen weiblichen Fahrern die Schuld zuzumessen war. Etwas skeptisch muss man sich verhalten zu einer Statistik, welche die Sehuldfrage festzustellen versucht. Da es meistens Polizeibeamte sind, die über einen Verkehrsunfall rapportieren, wird die Beantwortung der Schuldfrage durch die Polizeibeamteu geschehen. Diese sind aber nicht immer objektive Urteiler. Die Statistik des Verschuldens an den Unfällen hat nur einen relativen Wert und muss mit grosser Vorsicht betrachtet werden. Im allgemeinen ist zu sagen, dass besonders die städtischen Unfallstatistiken grosse- Fortschritte aufzuweisen haben. gr. Zürchei 1 Notizen Eine Sammlung der Zürcher verkehrspolizeilichen Erlasse. Eine sehr praktische und für die Motorfahrzeugführer willkommene Publikation ist die «Sammlung der Erlasse der Stadt Zürich über Verkehrspolizei», welche in neuer Auflage dieser Tage herausgekommen ist. Unseres Wissens erschien diese Zusammenstellung der städtischen Verkehrsvorschriften erstmals im Jahre 1927 als bescheidenes Bändchen von ca. zehn Seiten und ist im neuen Gewände nun auf den stattlichen Umfang von 45 Seiten angewachsen. Die Sammlung enthält, neben den allgemeinen Vorschriften, die besonderen Bestimmungen, welche für den Verkehr beim Stadttheater, bei der Tonhalle und beim Bahnhof Enge bestehen. Eine Reihe Illustrationen zeigen die von der Verkehrspolizei gegebenen Zeichen sowie die nach den Normalien des Städteverbandes bereinigten Verkehrstafeln. Auf einem übersichtlichen Stadtplänchen sind die Parkplätze, die Einbahnstrassen und diejenigen Strassen, für welche ein Fahrverbot gilt, besonders eingezeichnet. Zur Ergänzung des Planes dienen eine Anzahl von Tabellen, in welchen die Einbahnund die Parkierungsstrassen und -piätze in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind. Dieses Vademecum für den stadtzürcherischen Verkehr wird anlässlich der Erneuerung der Fahrbewilligungen jedem Motorfahrzeugbesitzer gratis abgegeben und wird erfreulicherweise auch den verschiedenen Verkehrsverbänden und -Clubs zuhanden ihrer Mitglieder zur Verfügung gestellt.. Die aufschlussreiche Schrift verdient gelesen und ab und zu zur Auffrischung des Gedächtnisses konsultiert zu werden. Bei genauer Kenntnis der geltenden Vorschriften ist viel eher eine reibungslose Verkehrsabwicklung möglich und wird die Publikation auch zum besseren gegenseitigen Verständnis zwischen den Fahrern und den Behörden, vorab der Verkehrspolizei, beitragen. b. AUSLAND Plan einer Produktionsteilung der Autoindustrie in Skandinavien. Neben den ungünstigen Verhandlungen der in Genf tagenden Zollfriedenskonferenz, wie sie die neuen Zollerhöhungen und die Alarmrufe der protektionistischen Kreise in einzelnen Ländern darstellen, fehlt es glücklicherweise auch nicht an erfreulicheren Anzeichen zur Schaffung eines grösseren Marktes durch rationelle Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen Staaten. So hat der norwegische Staatsminister Nowinksl einem dortigen Blatt gegenüber den Plan einer industriellen Zusammenarbeit in Skandinavien entwickelt, der nach seiner Ueberzeugung heute zur praktischen Verwirklichung reif ist. Danach hätte die Verteilung der Arbeit zwischer der Grossindustrie der nordischen Länder so zu erfolgen, dass Waren, die in einem Staate produziert werden, einen anerkannten Markt in den übrigen Ländern bekommen könnten. Man müsste sich daher darauf einigen, dass ein gewisser Zweig der Industrie in diesem, ein anderer in jenem Lande produzieren würde. Damit würde ein Ziel, das die Zollfriedensaktion für ganz Europa erstrebt, zunächst auf dem beschränkteren Gebiet derskandinavischen Staaten verwirklicht. Dass die Idee der Produktionsteilung überhaupt in den nordischen Ländern Boden gefasst hat, darf schon aus der einsichtsvollen Entscheidung Schwedens geschlossen werden, auf d5e Hochzüchtung einer eigenen Automobilindustrie zu verzichten und seine Kapitalien nutzbringender zu investieren. H. B. G.

N» 18 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE Umgestaltung des Bubenbergplatzes in Bern Der Gemeinderat der Stadt Bern stellte Strassenzwecken verwendet werden. Die in seiner letzten Sitzung dem Stadtrat die teilweise Niederlegung der Bahnhofhalle ist Kreditbegehren zu über die Umgestaltung die einzige Möglichkeit einer vorläufigen des Bahnhof- und Bubenbergplatzes. Der annehmbaren Lösung. Die grüne Linie der Gemeinderat fordert für die Ausführung Strassenbahn wird bis zum Anschluss an der Umbauarbeit der Baudirektion I einen die bestehenden Geleise auf den Bahnhofplatz geführt, um später beim Vollausbau Kredit von 361 000 Franken als Kapitalvorschuss und für den Umbau der Geleise in gerader Linie nach der grossen Perroninsel geführt zu werden. Bei der vorge- und Stationsanlagen einen Kredit von 536 000 Franken zu Lasten des Anlagekapitals der Strassenbahn. beidseitig der Geleise noch je 5 m breite sehenen provisorischen Lösung verbleiben Die Umgestaltung des Bubenbergplatzes Fahrbahnstreifen zur Aufnahme des Fahrzeugverkehrs. Das hoohliegende Trottoir ist bedingt durch die Veränderung der Verkehrsverhältnisse, insbesondere durch den auf der Westseite der Heiliggeistkirche sehr stark angewachsenen Automobilverkehr. Die Unfallstatistik zeigt, wie die Zahl brochen zur Verbreiterung der Fahrbahn. wird niedergelegt und im Norden unter- der Unfälle dauernd im Steigen ist. Der Fussgängerverkehr wird dort nach dem Umgesralfung DuDenöerg-Bahnho/plarz •f Diese Verhältnisse veranlassten den Ge-Bahnhomeinderat, in Verbindung mit der Generalausgabe entsteht eine grosse Trottoirzunge, hinübergeleitet. Vor der Gepäckdirektion der Bundesbahnen einen Ideenwettbewerb auszuschreiben zur Erlangung von und zum Bahnhof, wie auch dem übri- die sowohl dem starken Personenverkehr von Entwürfen zu einem Alignements- und gen Fussgängerverkehr dient. Bebauungsplan für den Bahnhof- und den Die Trottoirs auf dem Bubenbergplatz Bubenbergplatz. Dieser Wettbewerb ergab bleiben in ihrer bisherigen Breite. Später, gute Grundlagen für eine Umgestaltung des bei einem Um- oder Neubau auf dem Areal Strassenbahn- und Omnibusverkeb/s. Die des Burgerspitals, wird dieses Trottoir um städt. Strassenbahnen erstellten auf Grund der Ergebnisse des Wettbewerbes und nach eigenen Studien definitive Pläne für eine neue Geleiseanlage auf dem Bubenbergplatz. 1 Die Geleiseführung. Die neuen Geleiseanlagen der S. S. B. kommen in die Mitte des durchschnittlich 42 m breiten Platzes zu liegen und beanspruchen einen Streifen von 18 m. Für den Fahrzeug- und Fussgängerverkehr bleiben noch 24 m zu beiden Seiten der Geleiseanlagen. Die Geleise selbst befinden sich innerhalb grosser Schutz- und Verkehrsinseln, welche eine zwangsläufige Abwicklung des Fahrverkehrs garantieren. Die langgestreckte Insel zwischen Laupenstrasse und Eilgutstrasse wird beim Hirschengraben durch eine 6 m breite Fahrbahn durchbrochen zur Aufnahme des Verkehrs von der Monbijoustrasse-Hirschengraben nach der Schanzen- und Laupenstrasse. Vor den jetzigen Bureaus der Firma Kehrli & Oeler wird eine grosse birnenförmige Schutzinsel projektiert, welche gleichzeitig als Haupthaltestelle für sämtliche Tramlinien dienen soll. Auch hier ist zwischen dieser Perroninsel und der langgestreckten Insel des Bubenbergplatzes eine 8 m breite Fahrbahn für den Durchgangsverkehr vorgesehen. Bei der Einmündung der Schanzenßtrasse in die Laupenstrasse wird zur Regelung des gefährlichen Verkehrs an diesem Kreuzungspunkte eine dreieckförmige Insel von je 10 m Seitenlänge vorgesehen. Zwischen der grossen Perroninsel vor dem alten Bahnhofgebäude am obern Ende der Spitalgasse und der Eidg. Bank ist ebenfalls eine längliche Schutzinsel vorgesehen, die einerseits den Fussgängerverkehr aufnehmen, anderseits als Haltestelle für den Stadtomnibusdienst dienen soll. Ferner ist zur Ueberleitung des Fussgängerverkehrs vor dem Studerhaus und den beiden vorgenannten Inseln eine kleinere Dreieckinsel vorgesehen. Umgestaltung des Bahnfaofplatzes. Die definitive Umgestaltung des Bahnhofplatzes wird erst mit der Neugestaltung des Aufnahmegfibäudes erfolgen können. Im Zusammenhang mit der Korrektion des Bubenbergplatzes müssen aber bei der Heiliggeistkirche einige dringend notwendige Verbesserungen vorgenommen werden. Um dort Platz zu schaffen, soll die BahnhofhaMe bis zur heutigen Gepäckausgabe abgebrochen und der gewonnene Platz zu ßubenberqplate _^_^_*^-- r 7 nauptbahnhof die alle Weltrekorde für Sicherheit, Dauerhaftigkeit und Leistung halten ca. 3 m nordwärts zurückgesetzt, so dass daselbst ein Platz entsteht für die Aufstellung des Stadtomnibusses Bern-Bümpliz. Die Fahrbahnen auf dem Bubenbergplatz haben durchwegs eine Minimalbreite von 8 m. Vor der Eidg. Bank und zwischen der Insel und dem grossen Inselperron ist eine Verbreiterung der Fahrbahn auf 11 m vorgesehen, damit das Stationieren der Omnibusse ohne Hinderung des durchgehenden Fahrverkehrs erfolgen kann. Die vorgesehene Platzaufteilung erlaubt die Durchführung des Einbahnverkehra. Die Fahrbahnen auf dem Bubenbergplatz gestatten, dass drei Fahrzeuge bequem in der gleichen Fahrriohtung nebeneinander verkehren können. Die Umbauarbeiten. Die beschriebene Neugestaltung des Verkehrs erfordert grosse Umbauarbeiten. Infolge der Verlegung der Strassenbahnanlage muss die vor drei Jahren neuerstellte westliche Hälfte des Bubenbergplatzes, von der Laupenstrasse bis zum Bubenbergdenkmal, wieder umgebaut werden. Der Asphaltbelag, bestehend aus Hartguss- und Stampfasphalt, sowie die armierte Betonunterlage müssen aufgebrochen und teilweise neu eingebaut werden. Auf der Osthälfte des Platzes bis zur Spitalgasse- Schauplatzgasse wird die vorhandene Grosssteinpflästerung durch einen modernen Asphaltbelag mit Betonunterlage ersetzt. Die Neugestaltung des Platzes erfordert auch die Beseitigung des Bubenbergdenkmals. Das Denkmal muss vom Bubenbergplatz weggenommen werden und an einem für den Verkehr nicht hinderlichen Standort neu aufgestellt werden. Ueber den neuen Platz für das Denkmal konnte man sich bisher nicht einigen. Am besten wäre es vielleicht — wie ein Architekt vorschlug —, das Denkmal der Stadt Murten zu schenken. An die Asphaltiörung des Platzes müssen die Anstösser gemäss der Beitragsverordnung vom 3. April 1910 50% zahlen. Die Verlegung der Strassenbahnlinien. Im grossen ganzen wird die bisherige Linienführung beibehalten. Eine neue Führung erhält die Linie Weissenbühl-Breitenrain (weisse Linie). Sie wird von der Christoffelgasse weggenommen und durch den Hirschengraben und von da über den Bubenbergplatz nach der Spitalgasse geführt. Damit wird der Durchgangsverkehr 3 Champions ihrer Klasse Firesfone wird morgen auch Ihre Marke sein von der Christoffelgasse nach dem Bahnhofplatz entlastet. Die vom Hirschengraben, der Laupenstrasse und der Schanzenstrassc auf den Bubenbergplatz einmündenden Linien werden in der Mitte des Platzes auf zwei doppelspurigen Geleisesträngen nach der Spitalgasse geführt, wo sie nach Passieren der zentralen Haltestelle in zwei Geleise zusammengezogen werden. Bei dorn grossen Inselperron zwischen der Eidg. Bank und dem alten Bahnhofgebäude zweigen überdies jene Linien ab, die durch die Christoffel- und Bundesgasse nach Wabern und über den Bahnhofplatz und das Bollwerk nach dem Brückfeld führen. Die blaue Linie soll auf der Nordseite des Bubenbergplatzes durchgeführt werden, 'um damit die bisherige Kreuzung am Hirschengraben zu vermeiden. Der Omnibusverkehr wird selbstverständlich ebenfalls in die Neuregelung einbezogen. Um das Stationieren der Omnibusse zu erleichtern, wird vor der Eidg. Bank eine 20 m lange und 2,5 m breite Perron-Insel erstellt. Die bisherigen Haltostellen in der Christoffelgasse bleiben bestehen. Nach der Neuüberbauung des Borgefspitalareals wird dort eine Haltestelle für den Omnibusverkehr nach Bümpliz errichtet. Das neue Stationsgebäude der Strassenbahn kommt etwas weiter westlich als das bisherige zu stehen. Wahrscheinlich wird man diesmal von der Errichtung eines Heimatschutzbaues mit grossem Dach absehen, dafür dürfte der neue Pavillon etwas weniger kostspielig werden als der bestehende. Die Amortisation des neuen Pavillons soll durch den Mietvertrag mit den Zeitungskiosks ermöglicht werden. Der neue Pavillon wird dreiteilig, mit zwei 4,5 m breiten offenen Durchgängen. Stadtabwärts 'st ein Zeitungskiosk untergebracht, auf der Westseite ein Dienstraum für das Aufsichtspersonal. Der Pavillon soll außerdem 6 Telephonkabinen enthalten. gr. Si» cfiwtf Das Kilometerrennen von Eaumorte. Am Sonntag, den 23. März, finden bekanntlich zwei Rennen auf der Strasse nach Eaumorte statt: am Morgen für Automobile, am Nachmittag für Motorräder. Die Sektion Genf des A. C. S. Jiat die Organisation des ersteren übernommen, während das zweite vom Moto-Sporting-Club Genf veranstaltet wird* Letzten Montag hielten nun die beiden Organisationskomitees miteinander eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, soviel als möglich zusammenzuarbeiten. Es werden im besondern die Polizei, die Kassa- und die Presselkommission aus Vertretern beider Clubs zusammengesetzt sein, wodurch bedeutende Ersparnisse erzielt werden. Kaye Dons Rennwagen auf der Reise. Kaye Don hat sich am 26. Februar, wie vorgesehen, mit seinem 4000-PS-Sunbeam- Rennwagen « Silbern© Kugel » in Southampton an Bord der «Berengia» nach Amerika eingeschifft. Um den ausserordentlich langen Wagen auf das Schiff verladen zu können, musste man alle Radio- und Signaldrähte des Schiffes entfernen. Kaye Don hat einen Reifen-Vorrat von beinahe drei Tonnen Gewicht und ausserdem sechzehn grosse Kisten mit Einzelteilen mitgenommen. Er äusserte sich vor seiner Abreise ausserordentlich optimistisch. Er ist überzeugt, dass es ihm eine Leichtigkeit sein werde, mit «Silver Bullet» die Stundengeschwindigkeit von 400 km zu erreichen. Neues von den Mille Miglia. Die Erwartung der Italiener hat sich erfüllt: die englische Fabrik Bentley hat zwei ihrer neugebauten Rennwagen zur Teilnahme an den Mille Miglia angemeldet, wodurch dieses Rennen einen internationalen Charakter bekommt. Fahren werden u. a. D. W. Paget und Birkin. Letzterer hat zweimal im Rennen von Mans erste Preise geholt und wird von den italienischen Sportzeitungen als ein den italienischen Fahrern mindestens ebenbürtiger Konkurrent betrachtet. Die Bentleywagen haben vier Zylinder von 4500 cem Inhalt. Sie werden mit ihren Fahrern schon in den nächsten Tagen in Italien eintreffen, wo sich die letztern einen Monat lang auf das Rennen vorbereiten wollen. Ein Erfolg Im schweizerischen Flugzeugbau. Letzter Tage fand auf dem Flugplatz Dübendorf die erste Flugprobe mit einem neuen schweizerischen Flugzeugtyp statt. Es handelt sich um eine Konstruktion der Flugzeugwerkstätten Alfred Comte, die vor allem durch ihre Dimensionen auffällt. Die beiden Motoren sind oberhalb des Rumpfes hintereinander liegend angeordnet. Das Flugzeus ist ein verstrebter Hochdecker von 26 m Spannweite und 18 m Länge. Die Maschine wird in einer kleinen Serie für einen südamerikanischen Staat als Grosskampf-, Bomben- und Transportflugzeug gebaut und stellt zur Erfüllung dieser Aufgaben eine der modernsten Konstruktionen dar. mb.