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E_1930_Zeitung_Nr.022

E_1930_Zeitung_Nr.022

marken, 10

marken, 10 Karosseriemarken und mehr als 100 Aussteller von Zubehörartikeln. Bundesrat Schulthess wohnte als Ehrengast der Eröffnung der Schau bei. Die Besucherzahl ging im Verhältnis zu der des Vorjahres etwas zurück, sie betrug 116 000. Bei einer Zweiteilung musste aber von vorneherein aauf einen Ausfall gerechnet werden. In technischer Hinsicht konnten auch letztes Jahr wieder eine Reihe bedeutungsvoller Neuerungen festgestellt werden. Die geschmackvolle, stilvolle Linie war durchwegs zu erkennen. Erschwerend wirkte sich beim zweiten Teil des Salons der zu späte Zeitpunkt für die Aussteller von Motorrädern aus. Der zweite Salon 1929 wurde am 27. April eröffnet und am 5. Mai schloss er endgültig seine Tore. Auch dieser Teil vermittelte ein aufschlussreiches Bild über die Situation der Lastwagen-, Motorrad- und Flugzeugindustrie. Das Organisationskomitee beschloss jedoch, in Zukunft wieder den Salon einteilig durchzuführen, das Experiment von 1929 ergab Schwierigkeiten, die nur schwer überwindbar sind. Und so stehen wir denn vor dem neuen Salon, dem Salon 1930! Alle Vorbereitungen sind getroffen, die Calvinstadt rüstet zum Empfang, sie wird wieder für einige Tage Metropole des Automobils, und die reiche stilvolle Schau wird beweisen, dass das Auto seinen Triumphzug als raumbesiegendes Werkzeug weiter durch alle Länder und alle Erdteile fortsetzt, unaufhaltsam, machtvoll, Herold der neuen Zeit! Weitere Verkehrsprojekte in Basel. Unter den mannigfaltigen Projekten zur Verbesserung des Basler Strassenverkehrs befindet sich auch ein Vorschlag zur bessern Verbindung des Gundeldinger Quartiers mit dem Westen und dem Stadtzentrum. Dieses Quartier hat in den letzten Jahren einen beträchtlichen Aufschwung genommen, ist aber durch die Bahnanlagen der Bundesbahnen und der Elsässerbahn # und durch den Einschnitt des Birsigtals vom Stadtzentrum und vom Westplateau der Stadt abgeschnitten. Wie die «National-Zeitung» berichtet, hat nun der Qtiartierverein Qundeldingen in einer öffentlichen Versammlung zu diesen Fragen Stellung genommen. In einem Referat verlangte Herr Dr. Carl Glenck die Errichtung eines Dorenbachvladaktes. Dieser Viadukt ist gedacht als gemeinsame horizontale Verlängerung der Gundeldingerstrasse und der Margaretenstrasse zur Holeestrasse und bietet dem Qundeldingerquartier die Möglichkeit einer guten und kurzen Verbindung mit dem Westplateau. Gleichzeitig ermöglicht der Viadukt auch dem Tram die kürzeste Verbindung der Gundeldingerstrasse mit der Neuweilerstrasse. Ausserdem beseitigt der Viadukt die gefährliche Strassenkreuzung beim Birsigbrücklein an der Dorenbachmündung und vermittelt im Zusammenhang mit der Untertunnelung der Bahnanlagen bei der Gempenstrasse dem Westplateau den direkten Zugang zum Bahnhof. Die Kosten der Anlage werden von Sachverständigen auf zirka eine halbe Million Franken geschätzt. Auch das Baudepartement hat die Kosten der Anlage berechnet und ist dabei auf einen Betrag von zirka \2 Millionen Franken gekommen. Dabei sind zirka 400 000 Franken Kanalisationskosten einberechnet, die auf keinen Fall dem Dorenbachprojekt belastet werden dürfen, sondern auf ein anderes Konto gehören. Die Stellung der Behörden "zu diesem Projekt ist noch nicht abgeklärt. Gegen das Projekt hat sich der Vorsteher der Strassenbahnen ausgesprochen. Man will die Tramlinie auf eine 500 Meter längere Strecke durch die Spalenvorstadt und die Rütimeyerstrasse führen. Eine andere wichtige Verkehrsfrage des Gundeldingerquartiers ist der projektierte Personentunnel zwischen Gempenstrasse und Zentralbahnplatz. Während dem Fahrverkehr die vier vorhandenen Brücken vorläufig genügen, macht sich immer mehr das Bedürfnis geltend, nach einer besseren Verbindung für den Personenverkehr zwischen dem unteren 1 Teil des Gundeldingerquartiers und dem Zentralbahnplatz. Von den verschiedenen Vorschlägen für diese Verbindung bringt einzig das Tunnelprojekt die notwendige Entlastung der Zentralbahnstrasse. Der Tunnel würde dem Gundeldingerquartier den direkten Zugang zum Bahnhof ermöglichen und damit den jetzigen Personentunnel der Bundesbahnen entlasten. Er bildet im Gegensatz zu früheren Projekten nicht etwa die Fortsetzung des jetzigen Tunnels, sondern eine Parallelanlage, die mit dem Tunnel der Bundesbahnen durch Verbindungsgänge verbunden werden könnte. Die Kosten dieses Personentunnels sind von Sachverständigen auf maximal eine Million geschätzt worden. Der Regierungsrat verhält sich vorläufig ablehnend gegen das Projekt. In der Diskussion wurde prinzipiell das Tunnelprojekt begrüsst. Ueber den Dorenbachviadukt sprach Herr Regierungsrat Niederhauser. Er ist der Auffassung, dass dieses Projekt einmal ausgeführt werden wird, heute aber bestehe die Notwendigkeit nicht. Das kleine Birsigbrücklein genüge für den Fussgängerverkehr vollkommen. Von einem besonders günstigen Einzugsgebiet der Tramlinie über den Viadukt sei keiiie Rede. In seinem Schlusswort sprach der Referent die Hoffnung aus, dass sich in der Frage der Untertunnelung der Bahnanlagen eine Verständigung mit den Bundesbahnen erzielen lasse. Was den Dorenbachviadukt anbetrifft, so seien die Nachteile der Linie durch die Rütimeyerstrasse von Regierungsrat Niederhauser nicht widerlegt worden. Die Versammlung folgte den Ausführungen des Referenten und der Diskussionsredner mit grossem Interesse. Gr. Die bernische Verkehrsverordnung kommt! Die bernische Regierung will nun mit der Inkraftsetzung einer kommenden berniscb,en Verordnung über die Strassenpölizei (Verkehrsverordnung) nicht zuwarten, bis das eidgenössische Verkehrsgesetz da ist. Wie wir erfahren, liegt diese bernische Verordnung bereits vor und sie soll in den nächsten Tagen im Entwurf den verschiedenen Verbänden zur Einsicht und Begutachtung zugestellt werden. Es war© sehr zu begrüssen, wenn die mit der Ausarbeitung dieses Entwurfes betraute Kommission den verschiedenen Wünschen der am Verkehr interessierten Verbände weitgehendst Rechnung tragen würde, damit eine Verkehrsverordnung zustandekommt, die nicht etwa nur die Behörden befriedigt, sondern den wirklichen heutigen Verkehrsverhältnissen angepasst ist. Wie man uns mitteilt, hofft man, dass diese Verkehrsverordnung bereits auf Ende April oder Anfang Mai in Kraft trete. Ry. Fussgänger, Velofahrer und Strassenverkehr. Mit Vorliebe berichtet die Tagespresse über «Automobilunfälle», auch wenn andere Strassenbenützer die Ursache zu dem Unfälle gewesen sind.- Viele Zeitungen versäumen es nicht, in solchen Fällen Kritik am Automobilisten zu üben. Sehr oft hat man den Viel wird geklagt über die Disziplinlosigkeit der Radfahrer. Aber auch hier soll man nicht einseitig urteilen. Solange man den Velofahrern keine Radfahrwege zur Verfügung stellt und unsere Strassen sehr oft an den Rändern in schlechtem Zustande sind, darf man ihnen nicht böse sein, wenn sie eben mehr in der Mitte der Strasse fahren. Mit schönen Vorschriften, wie sie z. B. die Berner Verkehrsordnung aufstellt: «Der Radfahrer hat stets am äussersten rechten Rand der Fahrbahn zu fahren », ist es nicht getan. Man muss zuerst die Strassen in einen solchen Stand bringen, dass das Fahren am äussersten Strassenrande ohne Gefahr erfolgen kann. Es ist klar, dass die verschiedenen Strassenbenützer im Strassenverkehr Rücksicht aufeinander nehmen sollen. Nur durch gegenseitige Rücksichtnahme ist eine reibungslose Verkehrsabwicklung möglich. Deshalb möge sich jeder bestreben, sei es nun als Automobilist, als Velofahrer oder als Fussgänger, durch rücksichtsvolles Benehmen Konflikte zu vermeiden. gr. Neue Einschreibungen zu den Mille Miglia. Seit unserer in Nr. 19 veröffentlichten Liste sind noch sechs weitere Anmeldungen eingegangen, und zwar drei von der Fabrik O. M. und je ein Bugatti, ein Fiat 505 und ein Amilcar. Die Firma O. M. schickt damit sechs Wagen ins Treffen. -o~ Mille Miglia. Bis jetzt sind 43 Anmeldungen eingelaufen. Unter den letzten befindet sich auch diejenige von Frau Antonietta Avanzo, die voraussichtlich als einzige Teilnehmerin starten wird. Sie Sie wird eine Maserati fahren. Schon zweimal, in den Jahren 1928 und 1929, hatte diese Dame an dem Rennen teilgenommen, allerdings ohne Erfolg da sie beide Male aufgeben musste. -o- Die Grosse Saharafahrt nimmt ihren Fortgang. Vier Gruppen sind bis jetzt glücklich wieder am Ausgangspunkt (Algier oder Tunis) angekommen. Die andern bahnen sich weiter ihren mühsamen Weg durch den Sand. Die Gruppe Nr. 7 (4 Citroen) hat entschieden Pech gehabt, haben doch drei der Wagen aufgeben müssen, davon einer schon auf der Hinfahrt zum Niger. -o- Bugatti an der Targa Florio. Der A. C. Palermo hat die offizielle Anmeldung der Bugattimannschaft erhalten. Die Elsässer Firma schickt vier Wagen, die von Caberto Conelli, Chiron, Divo und Williams gesteuert werden. Ausser Williams sind alle Fahrer schon alteTprobte Kenner der Strecke. Divo ist der Sieger der letzten zwei Rennen und der gegenwärtige Rekordmann der Strecke. Eine Tourenfahrt Triest-Wien-Prag wird von den A. C. Triest und Padua veranstaltet Sie findet vom 16. bis 23. April statt. Den! Teilnehmern wird zur Pflicht gemacht, die Strassenreglemente der durchfahrenen Länder streng zu respektieren. Es sind fünf Etapen vorgesehen: Triest-Klagenfurt, Klagenfurt-Wien, Wien-Prag, Prag-Salzburg und Salzburg-Triest. Die Gesamtstrecke beträgt 1808 Kilometer. Es ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 bis 50 Kilometer einzuhalten, -o- 10,000-KHometer-Tourenfahrt des A. v. D. Die Ausschreibung der 10,000-Kilometer- Tourenfahrt durch neuen Länder, die vom A. v. D. auf den 3. bis 30. Juli organisiert wird, ist erschienen. Die Strecke führt von Berlin nach Stettin, Bremen, Düsseldorf, Nürburgring, Frankfürt a. M., Freiburg, Stuttgart, München, Villach, Dubrovnik, Belgrad, Budapest, Bukarest, Cluj, Budapest, Wien, Nürnberg, Prag, Warschau, Dünaburg, Riga, Berlin. Es wird mit dieser grossen Fahrt nicht allein beabsichtigt, serienmässe Tourenwagen (die allein teilnehmen dürfen), einer gründlichen Prüfung zu unterziehen, sondern auch für die deutsche Automobilindustrie Reklame zu machen. Es sind elf Kontrollen vorgesehen. Die Wagen sind in zwei Kategorien eingeteilt: 1. 525 bis 1575 ccm und 2. über 1575 ccm. Die Wagen der ersten Kategorie haben einen Stundendurchschnitt von 28 Kilometern, diejenigen der zweiten einen solchen von 33 Kilometern zurückzulegen, Ruhezeit, mit Ausnahme eines Ruhetages in Budapest, eingerechnet. Die Fahrzeit beträgt für die Kleinwagen 16 Tage und 5% Stunden, für die grossen Wagen 13 Tage und 13 % Stunden. Mehrere Wagen können zu Markenteams zusammengefasst werden. Noch eine Erschwerung der Fahrt bildet die Vorschrift, dass gewisse «lebenswichtige» Teile bei der Abfahrt plombiert oder sonst bezeichnet werden müssen. Diese Teile dürfen nicht ausgewechselt werden. -o- Im «Palais des Exposition«» (Jinis) wird der AutomoMWBalon und im «Palais EJectoral> der Moturradealon. abgehalten. Die Zielplätxe der Sternfahrt sind gesondert bezeichnet. Eindruck, dass diese Kritik nicht unvoreingenommen sei. Selten aber sind Artikel in unserer Tagespresse, die sich mit ihren Kritiken mit dem Fussgänger oder dem Velofahrer und ihrer Rolle im Verkehr befassen. Und doch sind diese beiden Kategorien von Strassenbenützern gegenüber dem Automobil noch in grosser Ueberzahl. Es ist daher vom Standpunkt des Automobilisten als eine erfreuliche Erscheinung zu konstatieren, wenn eine Tageszeitung, in diesem Falle die « Glarner Nachrichten », in einem f^spaltigen Artikel sich mit den Fussgängern und Velofahrern im Strassenverkehr befasst. Es wird darin an die Adresse der Behörden der Vorwurf erhoben, dass sie auf den Fussgänger zu wenig Rücksicht nehmen. Beispiele: Schmale Trottoirs in den Städten, Fehlen von Trottoirs auf dem Lande. Den Fussgängern wird der Rat erteilt, nicht wie die Hühner auf der Strasse herumzulaufen und beim Ueberqueren von Strassen und Plätzen ihre Aufmerksamkeit dem Strassenverkehr zu widmen. Eine andere gerügte Unsitte betrifft das Stehenbleiben mit Bekannten an verkehrsreichen Punkten. Ganze Familien, Frauen mit Kinderwagen usw. bleiben eine Viertelstunde lang beieinander auf dem Trottoir stehen, so dass alle Passanten die Plaudergruppe umgehen müssen. Es sind dies Disziplinlosigkeiten, die unbedingt verschwinden sollten. AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N° 22 S» Wie gelangt man in Genf zum Salon? Noch eine Saharafahrt, diesmal für Militärautos. Die Grosse Wüste hat ihre Hochsaison. Noch ist die Grosse Saharafahrt nicht zu Ende und schon beginnt eine zweite. Es handelt sich diesmal um eine Prüfungsfahrt für Militärwagen. Im ganzen nehmen 14 Fahrzeuge, meistens leichte Lastwagen, daran teil. Die Abfahrt fand am 8. März vn Algier statt, die Rückkunft soll am 28. März erfolgen. Die Route ist: Algier-Laghouat, Ghardia, El Golea, Timimun, Adrar, In Sala, El Golea, Uargla. -o- Auch Stuck in Monaco. Aus Wien wird berichtet: Die Meldung, dass der Austro- Daimler-Fahrer seine Meldung zum «Grossen Preis von Monaco > zurückgezogen habe, ist irrtümlich erfolgt. Nach neuesten Informationen wird Stuck an dem Rennen teilnehmen. Vorbereitungen zur Targa Florio. Die italienische Industrie rüstet mit allen Mitteln zu dem am 4. Mai stattfindenden Targa- Florio-Rennen. Alfa Romeo wird mit einer Mannschaft erscheinen, die als die stärkste Europas bezeichnet werden kann: Campari, BrHlj Peri, Achille Varzi, Pietro Ghersi und NuvolarL Maserati wird, ausser durch den Konstrukteur selbst, noch durch Borzacchini vertreten sein. Diesen italienischen Berühmtheiten wird Bugatti die Fahrer Chiron, Williams und Divo entgegenstellen. Auch die Teilnahme Talbots wird erwartet ff. du Consei/ General Nofizen Wohin mit dem Zürcher Markt? Jede Stadt hat ihr Sorgenkind — Bern hat seinen Bubenberg, der lange heimatlos zu werden drohte — und Zürich schlägt sich mit dem Problem der Marktverlegung herum, der an der Bahnhofstrasse so ziemlich am ungeschicktesten Ort steht. Da nützt weder Originalität noch Pietät: wenn man nicht mehr zirkulieren kann, so gehört der Markt eben schleunigst weg. Man schlägt vor, den Markt nach der Richtung See zu verlegen, zweifellos wäre der Bürkliplatz oder der Alpenquai in jeder Beziehung besser geeignet. Dem steht die Meinung der entferntwohnenden Zürcher gegenüber, die wegen einem Kabiskopf nicht gerne einen zweistündigen Spaziergang unternehmen. Früher oder später wird das Problem doch nur durch die Dezentralisation des Marktes zu lösen sein; auf diese Weise erhielte jeder Kreis seinen eigenen Markt Auch mit der Frage einer Markthalle hat man sich beschäftigt;

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