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E_1930_Zeitung_Nr.021

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16 ÄUioMoüiL-ktVüt 1930 — N° 21 Vorträge Zur Umgestaltung des Bubenbergplatzes. Anlässlich der Generalversammlung des bernischen Verkehrsvereins vom 10. März sprach Herr Stadtpräsident Lindt über das gegenwärtig aktuellste Verkehrsproblem der Bundesstadt: Umgestaltung des Bubenbergplatzes. Die Vorlage betr. des Umbaues, der ungefähr eine Million Franken kosten wird, soll am 6. April den Stimmberechtigten der Gemeinde vorgelegt werden, und es steht zu hoffen, dass sie sich der Tatsache einer unbedingt notwendigen Umänderung des Platzes nicht verschliessen wird. Die Umbauarbeiten werden vom April bis in den Oktober hinein dauern. Es darf wohl gesagt werden, dass die so erzielte verbesserte Verkehrsordnung auf Jahre hinaus genügen wird. Noch weitere Umänderungen wird sodann der Bau des neuen Aufnahmegebäudes der S. B. B. mit sich bringen, der Plan ist jedoch von den massgebenden Instanzen noch nicht fertig ausgeführt worden. Ueber die Einzelheiten des Umbaues erübrigt sich die Widergabe des Referates, da die «A.-R.» bereits in Nummer 18 vom 4. März anhand des Planes der verbesserten Verhältnisse sich eingehend über den Bubenbergplatz ausliess. Die Frage des Bubenbergdenkmals ist unterdessen gelöst worden, es wird bekanntlich nun im Hirschengraben — also nicht weit von seiner früheren «Wirkungsstätte» entfernt — seinen neuen Platz erhalten In der Diskussion meldete sich vor allem der ästhetische Sinn zum Worte, der sich durch die nackte Flucht von Häusern und Asphalt beleidigt fühlt, und man tendierte auf Einpflanzung von Bäumen in die Trottoirs von der Einmündung des Hirschengrabenä bis zum Bahnhof. Wie aber Herr Stadtpräsident Lindt ausführte, erfordert dieses Begehren eine relativ hohe Auslage, denn die Wurzeln der Bäume greifen bis zu den Kanalisationsanlagen hinab, so dass dadurch die Anlegung von Bäumen weitere Umbauten nach sich ziehen würde. mb. Allen unsern Polizeibehörden zur Nachahmung empfohlen! Die neue baselstädtische «Verordnung über den Strassenverkehr» fand mit ihren 194 Paragraphen nicht den ungeteilten Beifall der Automobilisten, obschon sie im grossen und ganzen einen bedeutenden Fortschritt gegenüber den veralteten Vorschriften des interkantonalen Koniordates dar- tet, doch als ich in der heutigen Nr. 9 der « A.-R. » stellt. Was aber rühmend hervorzuheben ist, das wieder eine solche Einsendung vorfand, welche die ist die Handhabung dieser Verordnung durch das deutsche Grenzabfertigung von 1923 noch hervorholt, möchte ich es nicht unterlassen, nun arnch Polizei-Inspektorat. Wohl wird scharf (bedeutend schärfer als früher) kontrolliert, dass die Vor-einmaschriften genau beachtet werden, wenn es sich aber etwas Gegenteiliges zu bringen, damit nicht um kleinere Verstösse handelt, so wird nicht nach berühmten Mustern sofort mit einem Bussenzettel und inquisitorischen Fragen nach Alter. Herkunft, Abstammung usw. aufgewartet. So schreibt zum Beispiel Paragraph 42 vor • «Es darf ausser in Einbahnetrassen nur in der Fahrtrichtung, also am rechten Rand gehalten werden», eine sehr zweckmassige Vorschrift, um das Kreuzen in der Strasse mit dem resp. Risiko bezw. Stören des Verkehrs zu vermeiden, die aber hie und da nötig macht, einen Umweg zu machen. Fehlt nun ein Fahrer gegen diese Bestimmung, so erhält er eine gedruckte Verwarnung, die ihm für einen nochmaligen Verstass die Busse in Aussicht stellt. Dieses Vorgehen der Basler Polizei ist der allgemeinen Nachahmung zu empfehlen, wenigtens denjenigen kantonalen Polizeibehörden, denen es nicht nur darum zu tun geht, ihre Kasse zu füllen, sondern denen die wirkliche Regelung des Verkehrs am Herzen liegt. Verfehlt sich ein Automobilist trotz ergangener Verwarnung ein zweites Mal. dann verdient er eine Busse, und wenn sie etwas reichlich ausfällt, so kann er sich nicht beklagen, sondern mvss sich eben sagen • Mea eulpa. M. Autofähre Beckenried—Gersau. Ein Leser aus Gersau schreibt uns: Seit letzter Zeit ist diese Unternehmung eifrig bemüht, die beiden Anlegestationen in Gersau und Beckenried praktisch auszubauen, und soll nun der Verkehr mit 1. April 1930 eröffnet werden. Ein Prospekt orientiert über die Preise, den Schiffstyp u. a. mehr. Die Preise sind bescheiden gehalten: Für einen Sechsplätzer 5 Fr., retour 8 Fr. inkl. bis 6 Personen: Car Alpins bis 12 Personen 10 Fr., solche von 30 bis 40 Personen 30 Fr. einfache Fahrt. Leere Autocars 10 Fr. Die Lastautopreise sind für einen lH-Tonnenwagen auch auf 5 Fr., retour 8 Fr. angesetzt, gleichviel ob beladen oder leer, und für einen solchen bis 5 Tonnen 10 Fr., beladen oder leer. Auch Anhängerwagen, Traktoren-Fuhrwerke und Velos führt das Schiff billig. Die Fahrt dauert 20 Minuten, und es wird gefahren, auch wenn nur ein Auto sich meldet. Das Schiff ist ein doppelsteuerbarer Typ, mit Schraube und Steuer, hinten und vorn, nebst einem kleinen Salon für die Fahrgäste. Seine Länge ist zirka 32 m und die Breite 8 m. Acht gute Schottwände bürgen für jede Sicherheit. Für Automobiluten, welche also vom Brünig oder auch nur von Luzern herkommen, werden sich den grossen Umweg über Küssnacht, mit der schlechten Strasse hauptsächlich bis Weggis kaum mehr leisten, abgesehen von der Zeitersparnis Umgekehrt bietet die Autofähre auch ihre Vorteile für solche von Schwyz, von der Ostschweiz und nicht zuletzt von Uri, solange die linksufrige Strasse nach Altdorf noch nicht besteht. A. M. Grenzverkehr Deutschland-Schweiz. Als Leser der «Automobil-Revue» sind mir in letzter Zeit einige Male Einsendungen vor Augen gekommen, die den Grenzverkehr Deutschland-Schweiz behandelten, und die alle mehr oder weniger ungerecht und kleinlich gegen Deutschlands Grenzabfertigung sprechen. Ich habe diese Artikel nie stark beach- nur immer Unangenehmes von unserem nördlichen Nachbar berichtet wird, wozu absolut kein Grund vorliegt, wenn man sieht, dass man vor der eigenen Türe genug und noch viel mehr «u wischen hätte. Wenn die deutsche Grenzabfertigung im Jahre 1923 keine angenehme war. so wird man dies bestimmt begreifen, wer überhaupt einigermassen eine Idee davon hat, was jenes Land in den In- Zentren, kann es einem passieren, dass der nervöse Uniformierte den Insassen eines funkelnden nicht gemacht, die würden sich schämen, mit hatte. Ein deutscher Zöllner hätte dies bestimmt Wagens zuruft: «Mached Sie, dass Sie mit ihrem Fremden eo umzugehen, aber in der Schweiz passiert solches, und dazu den eigenen Leuten gegen- verr!. 1 . 1 . Goppel fortchömed, ich ha kei Zit, Ihne Uskunft z'gäh ! ! !» über. Eine Woche später durfte ich das gleiche an demselben Zollamt nochmals erleben. Noch eine Kürzlich fuhr ich spät abends gegen 12 Uhr ganze Reihe von ähnlichen Fällen könnte ich auf- und alles das in unserem Heimatland. Mit mit meinem Luxuswagen von Konstanz weg, pas-zählesierte den deutschen Zoll und kam zum schweizerischen Zollamt. Trotzdem ich fast jede Woche die Diese Zeit ist vor- flationsjahren durchgemacht. bei, und ich kann heute ruhig behaupten, dass Deutschland in Sachen Grenzabfertigninsr an erster Stelle steht, was Loyalität und Zuvorkommenheit anbetrifft. Unzählige Male habe ich schon mit meinem Wagen die deutsche Grenze passiert. Sind die Taxameter für Gütertransporte Gütertaxameter in Hamburg. Auf öffentlichen Halteplätzen in Hamburg stehen seit einigen Tagen Autodroschken zur Beförderung von Gütern nach festgesetztem Tarif dem Publikum zur Verfügung. Der Führerstand mit der Kontrolluhr. Papiere für den Uebertritt in Ordnung, so geht am deutschen Zoll alles so glatt und reibungslos vonstatten, wie es nicht noch besser sein könnte. Die Zollbeamten sind ausserordentlich freundlich, und ich habe, kurz gesagt, noch gar nie eine Schikaae erleben müssen. Diese Leute sind von oben herab erzogen, mit den Fremden freundlich zu sein. Dies ist nun bei uns ganz anders in der Schweiz, hier gehört es zum guten Ton, wenn man sich gegenseitig recht grob behandelt, sich schikaniert und das Leben sauer macht. Von der Verkehrspolizei im Landesinnern will ich hier gaT nicht sprechen, wie liebenswürdig und dienstbereit die Schupo in Berlin, Frankfurt. Stuttgart, München usw zu den Fremden sind, wissen ja nur die Leser, welche sich auch schon mit ihren Autos durch den Riesenverkehr dieser Städte geschlängelt haben. Kein böses Wort habe ich je von einem Polizisten gehört und keine bittere Miene gesehen. Aber in Zürich, einer Kleinstadt gegenüber obgenannten dortige Grenzstelle passierte, stürzten unsere schweizerischen Zollwächter schikanenlüstig auf meinen Wagen zu, nahmen meine Wagenpapiere scharf unter die Lupe, und da dieselben nun alle in Ordnung waren, fiel es Ihnen infolge langer Weile ein, mich auf verzollbare Waren zu prüfen. Es war nichts da, im Hinterteil des Wagens war nur mein kleines Reise-Etui und Autoutonsilien. Ich sagte dem Zöllner anständig und nett, dass ich nichts zu verzollen hätte. Aber es nützte nichts, er wollte schikanieren und hatte Freude daran. Ich musste den ganzen Wagen öffnen, alle Türen usw., dann drang er mit der Taschenlampe in den Reparaturutensilien-Kasten, da musste ich ihm die Pneupumpe zeigen, die paar Osram-Ersalzlampon und ein schmutziger Uebermantel. Sodann wurden wir aufgefordert, auszusteigen, und nun lüftete er noch die Teppiche am Boden. Dann zog er uns ins Zollamt, wo ich mein Reiseetui vorzulegen hatte, beinahe wollte er noch die Zahnbürste sehen. Unangenehme Reden und ein stetes Geplänkel bogleiteten diesen Vorfall. Und dies passiert schweizerseits heute noch, wo alle Kriegs- und Inflations zeit vorbei ist und dazu nachts 12 Uhr, wo ic\ pressiert war und 3 Stunden Fahrzeit vor mir deutschen Zollbehörden habe ich noch nie ein unangenehmes Wort gewechselt Ich bin Schweizer, gestatte mir jedoch ein- freies Urteil über das abzugeben, was ich.gesehen habe und was auch jeder andere sehen muss, der nicht eigensinnig und borniert mit einer rosigen Spezialbrille. die nur auf die Schweiz, eingestellt ist, durch die Welt wandert. H. L. in D. isen im Blut ist Mixfrol im Brennstoff. Von Stund an ein elastisches Fahren, kein Oberhitzen bergan, augenblickliches Anspringen bei Kälte. Das blutrote Mixtrol verbrennt nicht bei der Explosion. Es reinigt und schmiert automatisch. 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Erklärung BALLOT-Werke. — Eine Zeitlang ging das Gerücht um, dass nach dem Austritt von Herrn Maurice Ballot und dem Eintritt zweier Persönlichkeiten der Societe franeaise Hispano-Suiza in den Verwaltungsrat sich diese wohlbekannte Pariser Automobil- . Firma auf andere Produktionsgebiete umstellen werde. Eine Notiz in der Information Financiere vom 8. Februar teilt aber den zahlreichen Freunden der Marke mit, dass die neue Leitung im Gegenteil die Fabrikation von Tourenwagen nach allen Kräften zu fördern beabsichtigt. Diese Nachricht wurde uns formell bestätigt. PACKARD'TOURING 4/5-Plätzer, Modell 1926, wie neu, 2-Radbremsen, Chassis-Zentralschmierung, 2 komplette Reserveräder, zu nur Fr. 6000.— Offerten gefL unter Chiffre 44131 an die Automobil-Revue. Bern. UMOMMMMHMHMMHIHMMMMMMMIIIM? AUTOKÜHLER-Arbeiten Reparaturen sämtlicher Systeme. Sämtliche Autospenglerarbeiten. Prompte u. fachgemässe Ausführung, massige Preise. Anfertigung und Einsetzen neuer Kühlerelemente. R. 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21 — 1930 ÄUTOMOBIL-REVUE Londoner Korrespondenz. Rennen in Brooklands. Die englischen Rennveranstaltungen werden dieses Jahr am 22. März beginnen: Traditionsgemäss galt das grosse Osterrennen als Eröffnung der Saison. Das erste Treffen wird nun infolge später Ostern vorgeschoben und wird schon diesen Monat ausgetragen. Dieses Jahr sind im ganzen acht Rennen vorgesehen, sechs werden wie voriges Jahr durchgeführt, das heisst drei Handicaps über eine kirrze Strecke und drei Handicaps über eine lange Strecke. Zwei weitere Rennen sind für die weibliche Lenkerin, die in England grosse Begeisterung für Automobilsport zeigt, bestimmt Die Lautsprecheranlage, die die ganze Rennstrecke umfasst, wurde kürzlich Versuchen unterworfen, die darauf ausgehen, die Schallkraft zu verstärken. Die Resultate sollen einwandfrei sein, so dass der Zuschauer trotz des Lärms der vorbeisausenden Wagen die stetige Resultatmeldung sowie die Unterhaltungsmusik gut wahrnehmen kann. Die Bahn ist in ausgezeichnetem Zustand, so dass England mit Spannung die kommenden Rennen erwartet. Feuer in zwei Londoner Autobusgaragen. Vergangene Woche ist in zwei Grossgaragen der Londoner Autobusgesellschaften Feuer ausgebrochen. In der ersteren waren im Moment des Feuerausbruches über 70 Bus stationiert. Trotz sofortigem Eingreifen der Feuerwehr sind 11 Wagen in den Flammen geblieben. In der zweiten waren 30 Autobusse untergebracht, doch konnten die Feuerwehrleute, die alle Motorwagen zu fahren verstehen, sämtliche Wagen aus dem brennenden Gebäude retten. o.e. Wieder ein Rekordjahr In der amerikanischen Lastwagen-Industrie 1929. Mit einer Produktion von 805.000 Lastwagen erreichte die amerikanische Lastwagen-Industrie einen weiteren Rekord, der den von 1928 (576.551 Wagen) um 40% übertrifft. Diese namhafte Produktionssteigerung der Lastwagen-Industrie war in erster Linie bedingt durch die erhöhte Nachfrage des Auslandes. Tatsächlich stieg der amerikanische Lastwagen-Export von 209.560 Wagen im Jahre 1928 auf 345.000 im Jahr© 1929, was einer Zunahme von 65% gleichkommt. Neben Europa als Hauptabsatzgebiet ist der Lastwagen vor allem in den Ländern zur Not- .Autobus mit auswechselbarem Motor. Um ein leichteres Prüfen der Motoren von Autobussen zu ermöglichen, ohne einen Wagen mehr als einen halben Tag ausser Dienet zu stellen, werden in England die neuesten Omnibusse mit auswechselbaren Motoren ausgerüstet. Zum Demontieren des Motors genügen zwei Mechaniker. wendigkeit geworden, die unter Berücksichtigung ihres Flächeninhalts, unzulänglichen Eisenbahndienst haben: Australien, Südamerika, China, Indien, Südafrika u. a. m. verbürgen rasch entwicklungsfähige Absatzgebiete für den Lastwagen in den kommenden Jahren. England als Pionier im Omnibusbau Die Anerkennung des Lastwagens als überlegenen Lastenbeförderer auf kurzen Strecken fällt in die Nachkriegszeit. Von einigen Hunderttausend stieg die Zahl der Lastwagen im letzten Jahrzehnt auf 3.370.000 Und dies trotz ursprünglicher heftiger Gegnerschaft seitens der eingesessenen Eisenbahngesellschaften, die im Lastwagen ihren schärfsten Konkurrenten im Frachtdienst sahen. Heute sind bereits 7.000 Lastwagen im Besitze führender Eisenbahngesellschaften, die es von Vorteil fanden, für die Verfrachtung von Gütern auf kurzen Strecken einen Parallel dienst zu errichten, der ihnen Millionenverluste durch unrentable Eisenbahnstückgutbeförderung auf kurzen Strecken erspart. Mehr als 70% aller Güterbeförderung durch Lastwagen erstreckt sich auf Distanzen von 50 Kilometern und darunter.. 82% aller Lastkraftwagen dienen den Spediteuren, für die sie das einzige vollständige Beförderungsinstrument sind hinsichtlich Versandbeschleunigung, Verringerung des Inventars, Vermeidung von Zeitausfall usw. Während der ersten 10 Monate des Jahres 1929 wurden in den Vereinigten Staaten und Kanada insgesamt 730.000 Lastwagen hergestellt, während in der gleichen Zeit 775.000 (einschliesslich Export) verkauft wurden. Zur Befriedigung der grossen Nachfrage mussten also 45.000 Lastautos den Vorräten entnommen werden. Aber auch in anderer Hinsicht sind die Aussichten für ein erhöhtes Lastwagengeschäft im kommenden Jahre die denkbar besten. Das gewaltige 1930-Bauprogramm, das allein für Strassenbau 629.000.000 Lst vorsieht, wird grosse Mengen Lastwa- ,gen zu seinen Zwecken heranziehen. Und nicht zuletzt lassen die kürzlichen bedeutenden Verbesserungen im Lastwagenbau auf ein mehr als normales Ersatzgeschäft im kommenden Jahre schliessen. Durch diese -Verbesserungen, die sich in Uebereinstimftiung mit dem heutigen, fortschrittlichen Strassenbau und Verkehr als notwendig erwiesen, werden Hunderttausende von Lastwagen, obwohl in guter Verfassung und betriebsfähig, veraltet und im neuen Jahre ersetzt werden müssen. Zahlen aus der Lastwagen-Industrie. Lastwagen in Gebrauch 3 370000 Lastwasenbesitzer 2 460 000 Eisenbahngesellscbaften. die zar teilweisen Verfrachtung von Gütern. Lastwagen benutzen 75 Anzahl der seitens Dampfeisenbahngesellschaften benützten Lastwagen 7 000 Fabrikation von Lastwagen (Vereinigte Staaten und Kanada) im Jahre 1929 805000 Steuern auf Motorfahrzeuge in Amerika. Wie die Verbilligung der Motorfahrzeuge mit den Automobilsteuern in Verbindung steht, zeigt die Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Im Jahre 1919 ergaben sich bei einer Zahl von 7,6 Millionen Motorfahrzeugen an Registrierungssteuer 64,5 und an Benzinsteuer 1 Million Dollar. Im Jahre 1928 waren bei 24,4 Millionen Motorfahrzeugen 322,6 Millionen Dollar für die Registrierung und 304,9 Millionen Dollar für Benzinsteuern. Die auf dem einzelnen Objekt ruhende Steuerlast war im Jahre 1919 8,6, im Jahre 1928 25,61 Dollar. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Steuerbelastung des Motorfahrzeuges durch Staats- und Kommunalsteuern verdreifacht. Die Steuersätze wurden ständig erhöht. Es ergibt sich, dass von der ausserordentlichen Verbilligung der Automobilpreise pro Wagen rund 340» Dollar von Staat und Gemeinden auf dem Steuerwege entzogen wurden. Der Verbilligung der Automobilpreise kommt daher eine erhebliche fiskalische Bedeutungzu, da ohne diese Verbilligung eine Steigerung der Steuerlast in diesem Ausmasse schwerlich durchführbar wäre. Die amerikanische Erfahrung lehrt, dass eine rasche Entwicklung der Motorisierung durch eine Besteuerung des Motorwagens nicht allzusehr behindert werden kann. Eines der schwierigsten Probleme ist die Finanzierung des Landstrassenbaues, die nur dadurch gelöst werden kann, dass die von den Städten aufgebrachte Motorfahrzeugsteuer diesen entzogen und auf dem Weg der Steuerüberweisung ausschliesslich für den Landstrassenbau verwendet wird. • • • Linkskurven dürfen unter keinen Umständen geschnitten werden, es sei denn, dass man sie, und die Fortsetzung der Strasse dahinter, voll und ganz übersehen kann. TECflNISCHFRÜNDStflAü Allen Kreisen Motorfahrer Die Technische Rundschau ist das Schweizer. Zentralblatt für Industrie, Gewerbe und Handel der Technik. Sie erscheint wöchentlich 16 bis 32 Seiten stark mit plastischer Illustrierung nach dem neuesten Druckverfahren. Bezugspreis nur 5 Fr. im halben Jahr. ist der Sinn der Technik: Arbeitserleichterung und Lebensverbesserung, bekannt Ebenso verbreitet ist aber auch der Gedanke an die Notwendigkeit allgemeiner u. volkswirtschaftlich-technischer Orientierung, um im Schritt der Zeit zu bleiben. Eine planmässig redigierte Zeitschrift wie die seit 17 Jahren bestehende „Technische Rundschau" ist das beste Mittel, den Kontakt mit den Neuerungen, Problemen und Projekten der Gegenwart auf allen Gebieten zu gewinnen. Verlangen Sie kostenfreie Probenummern. VERLAG TECHNISCHE RUNDSCHAU, »*—w, BERN