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E_1930_Zeitung_Nr.025

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 2a Auftakt einer grossen Woche Rede von Prof. Rohn (Schluss von Seite 1) verdienen würden; wir suchen vielmehr in Form von vollständigen Kursen junge Ingenieure in Fragen auszubilden, die vielleicht echon morgen ihnen gostellt werden können. Und endlich hat unsere Schule am 1. Oktober vergangenen Jahres ein Institut für rationelle Arbeitsorganisation neu eröffnet, das, gestützt durch die Erfahrungen unserer Industriellen, die wissenschaftlichen Grundlagen der Arbeitsökonomie festzulegen sucht. Eine hohe Schule, die sich nur dem Unterricht verschreiben würde, kann heute ihre Aufgabe nur halb erfüllen. Mit Hilfe der Laboratorien und VorsTichsinstitute muss sie versuchen, der Zukunft einen Weg zu bahnen: wissenschaftliche Erfahrung ist heute die 'Grundlage jedes industriellen Fortschrittes. Meine Herren! Wenn wir uns heute hier versammelt haben, wenn uns der Ausstellungspalast in dieser Stunde empfangen will, wenn in Genf ein internationaler Automobilsalon besteht, so verdanken wir es der Initiative und der Tatkraft von Herrn Marchand. Ihn immer frisch und bereit zu sehen, immer lächelnd, gibt den lebendigen Beweis des «Optimismus, der zum Erfolg führt». Erlauben Sie mir, seinen Namen mit dem Genfs zu verbinden, dieser Stadt, der er alle seine Kräfte gewidmet hat, dieser Stadt, deren Geschichte unlösbar verbunden ist mit so vielen edlen Geisteswerken, befruchtet durch eine alte Kultur der Freiheit, einer Mentalität der Unabhängigkeit, oft wild und herb, die jene richtige Atmosphäre ge schaffen hat, welche von der Welt gewürdigt wir als Schutz des Völkerbundes. Meine Herren, ich erhebe mein Glas auf das Wohl von Herrn Marchand, auf das Wohl des Prä eidenten des Staatsrates. Ich gebe den aufrich tigen Wünschen Ausdruck — und das ist die Auf fassung eines Bewohners des Zürichberges — dass Genf und sein Geist gedeihen, und dass zahlreiche geistige Brücken diese Entwicklung erleichtern mögen. Rede von AI. Moriaud Meine Herren! Das Protokoll dieses offiziellen Banketts verlangt, dass der Vertreter der Genfer Behörden zuletzt spreche. Diese Tatsache veranlasst ihn, gewisse Rücksichten zu nehmen: Erstens wird er sich kurz halten, um den Augenblick nicht allzusehr zu verzögern, wo wir alle das Vorrecht geniessen werden, die im Salon ausgestellten Herrlichkeiten zu bewundern; zweitens (hier handelt es sich weniger um eine Verpflichtung als um ein Vergnügen) wird er der Dankbarkeit nicht nur der Anwesenden, sondern auch der gesamten Bevölkerung Ausdruck verleihen gegenüber den Organisatoren des Salons, dessen Vorbereitung und Aufstellung jedes Jahr neue und grössere Anstrengungen kostet. Das ganze Komitee, an dessen Spitze Herr Robert Marchand steht, verdient die Dankbarkeit der Behörden, welche mit wachsendem Interesse die grosse Arbeit vorfolgte, die geleistet wird, um in Genf die nun bald zu eröffnende Ausstellung auf der Höhe zu halten und weiter zu entwickeln. Herr Prof. Rohn, ein Bürger von Genf. Ganz besondern Dank schulde ich Herrn Schulpräsident Rohn, der die Güte hatte, heute nach Genf zu kommen und die herzlichen und interessanten Begrüssungsworte zu sprechen, die Sie soeben gehört und begeistert aufgenommen haben. Ohne Ihre Bescheidenheit verletzen zu wollen, möchte ich Ihnen aussprechen, Herr Präsident, wie sehr Genf sieh geehrt fühlt, dass einer seiner Söhne mit so viel Auszeichnung eine so hoho Würde bekleidet, und Sie zu den Anregungen und Massnahmen, die wir Ihnen verdanken, beglückwünschen. Sie haben viel getan, um die technischen Studien in unserm Land weiter zu vervollkommnen. Sie wissen wohl, dass wir alles tun werden, um nach Massgabo unserer Mittel und unserer Kräfte Ihre Pläne zu unterstützen, deren Tragweite wir einsehen. Trotzdem Genf kein grosses Industriezentrum ist, wissen wir doch, dass die Entwicklung tler technischen Wissenschaften dem ganzen Lande dient und hoffen, dass Ihre Anstrengungen so erfolgreich sein mögen, wie Sie es verdienen. Ein zweites Palais ist nötig. Erlauben Sie mir, meine Herren, dass auch ich auf das Projekt zurückkomme« dass Herr Robert Marchand so vielseitig in seiner Rede geschildert hat: auf das Projekt einer Erweiterung des Palais des Expositions. Ich schätze mich glücklich, öffentlich hier den Standpunkt des Staatsrates auseinandersetzen zu dürfen, den diese Behörde einnahm, als sie den Grossen Rat ermächtigte, ein Gesetz um die Garantie des Kapitals der A.-G. des Palais fies Expositions einzubringen. An dem Tage, da der Bau des Palais beschlossen wurde, erregte der Mut, ja man kann sagen: die Kühnheit der Initianten Bewunderung und Aufsehen. Es fehlte nicht an Leuten, welche das Projekt als zu grossartig, ja als unsinnig bekämpften. Die Initianten aber glaubten an ihre Aufgabe und haben sie glänzend gelöst. Die seitherige Entwicklung hat ihnen recht gegeben. Die Zweifler wurden bekehrt. Heute ist das Palais, das damals als zu grosszügig bezeichnet wurde, zu klein geworden. Die Gesellschaft steht nun vor der Alternative, entweder manche Anmeldungen zurückzuweisen oder aber das Palais zu vergrössern. Es gibt nur eine Möglichkeit Herr Marchand hat Ihnen bereits gesagt, was der Verwaltungsrat der Gesellschaft des Palais beschlossen hat. Die Privatinitiative, welche das jetzise Palais schuf, kann aber das neue Werk nicht schaffen. Die Gesellschaft musste sich deshalb an den Staat wenden und ihn ersuchen, die Garantierung des benötigten Kapitals für den Neubau zru übernehmen. Der Staatsrat hat dann die ganze Frage genau geprüft, hat die neuen Pläne gesehen, hat sich über die Möglichkeiten Rechenschaft gegeben und hat daraufhin beschlossen, die Gesellschaft auf dio vorgeschlagene Art zn unterstützen und dem Grossen Rat einen diesbezüglichen Gesetzesentwurf vorzulegen. Schlechte Aufnahme beim Grossen Rat Es wäre mehr als eine blosse Uebertreibung, wenn ich sagen wollte, dass der Entwurf des Staatsrates vom Grossen Rat gut aufgenommen worden sei. Leider haben die Herren Grossräte keine grosse Sympathie für das Projekt bekundet. Warum? Wenn kein anderer Einwand da wäre als der, dass der Staat eventuell Auslagen haben werde, so könnte man unsere Deputierten darauf hinweisen, dass eine eventuelle Ausgabe mindestens durch die grossen Vorteile kompensiert würde, die unser Kanton durch die Erstellung einer in der Schweiz einzig dastehenden Ausstellungsgelegenheit gewänne. Nun sind aber leider die Einwände anderer Art. Die zahlreichen Opponenten stellen das Prinzip, dass der Staat sich überhaupt an einer solchen Angelegenheit wie eine moderne Ausstellungshalle beteiligen solle, in Frage. Meine Herren, ich achte die Mitglieder des Grossen Rates von Genf zu hoch, als dass ich die Aufrichtigkeit ihrer Meinungen in Zweifel ziehen oder irgendwelche Hintergedanken voraussetzen wollte. Gerade deshalb aber kann ich die Haltung vieler unter ihnen nur bedauern. Ein Appell an den Grossen Rat. Ich möchte, dass von allen Seiten sich Stimmen erheben, die die durchaus dringende Notwendigkeit, die Projekte der Gesellschaft zu verwirklichen, dartun und die das Interesse des Kantons und die Pflicht des Staates zur Unterstützung der guten Sache laut proklamieren. Vielleicht würde- dann die Stimme der Oeffentlichkeit in unser kleines kantonales Parlament dringen und es veranlassen, uns zu folgen. Ich hoffe es, und ich werde alles tun, dass es so kommt, denn ich habe das sichere Gefühl, dass es ein Fehler wäre, die vielen Sympathien in der Bevölkerung nicht auszunützen. Meine Herren, wenn auch das Glück nicht immer dem Kühnen lächelt, so muss man doch zugeben, dass man ohne Wagemut nie etwas Grosses zuwege bringt. Der Beweis liegt in dem, was die Gesellschaft des Palais des Expositions bis zum heutigen Tag geleistet hat: ihre Arbeit, ihr Erfolg sprechen lauter als Phrasen und rechtfertigen die Unterstützung der Behörden. Wir werden alle Anstrengungen machen, damit sie diese Unterstützung im Interesse Genfs erhält. Persönlichkeiten am Bankett Ausser den bereits in letzter Nummer erwähnten Persönlichkeiten nahmen an dem Bankett teil: Die Herren: Hartmann, Präsident des Solothurner Regierungerates; Gottret, Nationateat; Vipile, vom internationalen Arbeitsamt; Aime Leroy, Generalkonsul von Frankreich; Pättison, Generalkonsul von Grossbritannien; Roux, Bürgermeister von Plainpalais, und sein Kollege von Lancy; Marc Cougnard, Vizepräsident des Genfer Verkehrsvereins; Antbonioz, Präsident der französischen Handelskammer in der Schweiz; Peny, Bürgermeister von Eaux-Vives; F. Martin, Vizepräsident des Genfer Stadtrates; Maurice Duval, Präsident der Sektion Genf des Schweiz. Aeroclubs; Bonnet, Nationalrat; Stucki, Chefs der Handelsabteilung des -eidg. Volkswirtschaftsdepartements; Canevascini, Vizepräsident des Tessiner Staatsrates, Chef des Departements für öffentliche Arbeiten; Francesco Rusca, Nationalrat; Oberst Guisan, Kommandant der 2. Division; Borel, Ständerat von Neuenburg; Kündig, Präsident der Aspa und der Internationalen Automobil-Transport-Vereinigung; Jules Neher, Präsident der U. M. S.; Guillermet, Bürgermeister von St Julien; Florinetti, Präsident des S. R. B,: Jouvet, Generalsekretär der Genfer Handelskammer; Decrauzat, Präsident der N. S. K ; Chaton, Ständorat für den Kanton Wallis; Jolivet, Bürgermeister von Carouge; Turrettini, Ständerat, Chef des Genfer Justizdepartements; Albaret, Präsident des Genfer Verwaltungsrates; Blanchet, Präsident des Genfer Grossen Rates; Ganzoni, vom Völkerbund; Tzaut, Direktor der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Luzern; Perret, Stadtpräsident von Lausanne; Desbaillet, Genfer Staatsrat; Primault, Geschäftsführer des A.C.S., Präsident der Avia; Gafner, Präsident des schweizerischen Motorrad-Importhändler-Syndikates; A. Ballansat. Verwaltungsrat der Stadt Genf; Uhler, Verwallungsrat der Stadt Genf. usw. Man bemerkte auch die Gegenwart von Herrn James Quinclet, dem Generalsekretär des T. C. S. Er verlässt Genf Montags, um sich nach Paris zu begeben, wo er einer wichtigen Sitzung der A. I. T. beiwohnen wird, welche der Präsident des T. C S., Herr Dr. Henneberg, präsidieren wird. Im Vorlaufe dieser Konferenz wird die Tagesordnung für die C. T. I. aufgestellt werden, welche vom 26.—SO. März in Paris ebenfalls tagen wird. Post, und Eisenbahnbureau am Salon. Wie bereits berichtet, wird im Ausstellungspalast wiederum während des Salons ein Postbureau eingerichtet sein. In einem besondern Bureau der S. B. B. können die Billette für die Rückfahrt abgestempelt werden. Im Bätiment Electoral werden die Billette vom Sekretariat gestempelt. Es genügt natürlich ein Stempel, sei es nun derjenige des Palais oder derjenige des Bätiment Electoral. Die deutsche Automobilindustrie und der Sport. Auch dieses Jahr hat die deutsche Autoindustrie den Beschluss gefasst, sich nicht an sportlichen Anlässen zu beteiligen. Auch Schönheitskonkurrenzen fallen unter diesen Beschluss. Es wurde auch eine Konventionalstrafe für allfällige Widerhandlungen festgesetzt. Der Beschluss wird mit der schlechten finanziellen Lage der Autoindustrie begründet. -o- Unsere Sondernummern. Um allen Anforderungen entsprechen zu können, wird die « Automobil-Revue» während der Eröffnungswoche des Genfer-Salons und in der nachfolgenden Woche an den nachgenannten Daten erscheinen: Nr. 26 Montag den 24. März Nr. 27 Mittwoch den 26. März Nr. 28 Donnerstag den 27. März Nr. 29 Freitag den 28. März. Wir bitten unsere Inserenten, uns ihre Aufträge so rasch wie möglich zuzustellen, damit wir den zahlreichen Wünschen nach Möglichkeit Rechnung tragen können. Kurze Nachrichten vom Salon Der Salonball wird ein gesellschaftliches Ereignis erster Klasse. Unter der meisterhaften Organisation des Sektionspräsidenten des A. C. S. Genf, Herrn Chantre, wird alles auf beste vorbereitet. Die Einschreibungen strömen von allen Seiten herbei: der Ball und das Diner werden von nahezu 400 Personen besucht werden ! Die Dekorationen. Die heikle Frage der passenden Dekorationen wurde von Frau Germaine Baezner glänzend gelöst. Die originellen und geschmackvollen Festdekorationen übertreffen dieses Jahr alles, was bisher geboten wurde. Fünfzehn riesige Lampions überschütten den Saal von oben mit leicht gedämpftem Licht. Die Seiten der Lampions sind vierfarbig und zwar hängen die letztern so, dass die gleiche Farbe auch immer nach der gleichen Seite gerichtet ist. Alle Lampions erscheinen deshalb von einem bestimmten Punkte im Saal nur in einer Farbe, von einem andern Punkte in einer andern usw. An den "Wänden ranken sich stilisierte Palmstämme empor, welche über den Leuchtern in Aeste und Blätter ausgehen. Im gleichen orientalischen Stil sind die Tischdekorationen gehalten. Phantastische Blumen (je eine schwarze und zwei farbige zusammen) wachsen gleichsam aus dem Tischtuch hervor. Ein Genuss für den Gaumen, ein Genuss für die Augen und ein Genuss für die Ohren (dank Jack Hylton), alles dies sind Diner und Ball im Hotel des Bergues vom 22. März! Die Karosserie zeigt eine besonders hervorstechende Tendenz; diejenige nach immer ausgesprochenerer Tieflegung des Schwerpunktes. Bei Wagen mit Chassis der üblichen Bauart wird in vielen Fällen der Karosserieboden versenkt angeordnet, wodurch die Maximalhöhe der Karosserie verlängert werden kann, ohne dass die Innenhöhe abnimmt. Immer häufiger bedient man sich aber auch des sogenannten Hie Europa — hie Amerika! Ein prominenter Vertreter der europäischen •und amerikanischen Automobilindutrie sind hier einander gegenübergestellt. Wir überlassen unserm Leser die Bestimmung der beiden Chassis. Nlederrahmendhassis. Die Rahmenlängsträger weisen sowohl hinten wie vorn über den Achsen eine starke Aufwärtskröpfung auf, so dass ihr mittlerer Teil besonders niedrig zu liegen kommt. Einer allgemeinen Anwendung dieser Bauart stehen nur die für die Niederrahmenfabrikation bedeutend höhern Herstellungskosten entgegen. Als Baustoff findet für die Karosserie nun auch in Europa immer mehr ausschliesslich Stahlblech Verwendung. Solange die gegossene Leichtmetallkarosserie noch nicht fabrikationsreif ist, wird die Ganzstahlkarosserie in der Massenfabrikation (und auf Massenfabrikation werden sich alle Fabriken einstellen müssen) die Vorzugsstellung einnehmen. Mit der andauernden Verbesserung der Ganzstahlkarosserie ist glücklicherweise auch das Vorurteil geschwunden, das man ihr anfänglich entgegenbrachte. Die kombinierte Holzund Metallkarosserie wird immer mehr in das Gebiet der Einzelfabrikation zurückgedrängt. In ausgedehnterem Masse stehen neben der Ganzstahlkarosserie nur mehr Weymann-Karosserien der bekannten flexiblen Bauart im Gebrauch. Unter den Karosserieformen herrschen die geschlossenen immer mehr vor. Das Verhältnis zwischen im Gebrauch stehenden offenen und geschlossenen Wagen beträgt bereits etwa 1:20. Von den geschlossenen Karosserien rivalisieren miteinander das offen und geschlossen zu fahrende Cabriolet — eigentlich eine Weiterentwicklung der früheren Allwetterkarosserie — und der «sunshine-saloon», die starre ge- Und die Blumen in der Ausstellung. Das Reglement von 1930 verbietet, wie seine Vorgänger, Blumen zur Dekoration der Stände zu verwenden. Nur grüne Pflanzen sollen gestattet sein. Das in Theorie. In der Praxis toleriert man auch andere als «grüne» Blumen und der Besucher kann deshalb sehen, wie fast alle Stände ihre kleinen Gärten haben und wie gelbe, rote und blaue Blumen eine Frühlingsnote in die ernstsachliche Ausstellung hineinzubringen versuchen. Tant pis pour le reglement, werden die Genfer denken. Die Damen an der Sternfahrt, gleichviel ob Selbstfahrerin oder Passagier, werden bei der Ankunft in Genf vom Präsidenten des Empfangskomitees ein kleines Geschenk erhalten, das die Genfer Firma Clermont et Fouet zur Verfügung stellt. Hoffentlich ärgern sich die zuhause Gebliebenen nicht allzu sehr, wenn wir verraten, dass das Geschenk aus einem Parfumetui mit einem Fläschchen Kölnisch Wasser 580 und aus einer Toilettenseife besteht Jack Hylton ist mit seinen 23 boys Freitag um 12 Uhr 43 in Genf eingetroffen, also mit dem gleichen Zug, der die eidg. Behördemitglieder nach Genf brachte. Am Bahnhof wurden der berühmte Dirigent und seine Gattin vom Chef des Empfangskomitees, Herrn Dr. Guillerin, empfangen, welcher Frau Hylton eine mächtiges Bouquet überreichte. Herr und Frau Hylton sind im Hotel des Bergues abgestiegen. Sie werden beide an dem Diner, das dem Ball vorausgeht, teilnehmen. Automobilbau 1930 (Schluss) schlossene Karosserie mit dem aufklappbaren, aufrollbaren oder auischiebbaren Dach. Grosse Zukunftsaussichten hat vor allem die letztgenannte Bauart. Sie ist verhältnismässig billig, robust und ergibt doch annähernd alle Vorteile des geschlossenen und des offenen Wagens. Als Schutz gegen die Witterungsunbilden werden fast durchwegs Nitrozellulose-Anstriche verwendet. Ebenso rasch wie die Umstellung vom Oellack zum Nitrozellulose- Lack ist diejenige von Nickel zum Chrom vor sich gegangen. Heute, nach kaum mehr als einem Jahre seit der fabrikatorischen Aufnahme von Verchromungen, sind die blanken Teile schon an fast allen Automobilmarkcn mit diesem den Nickel an Unetnpfindlichkeit und Dauerhaftigkeit vielfach übertreffenden Schutzmetall behandelt. In absehbarer Zeit ist auf diesem Gebiet vielleicht nochmals eine wertvolle Neuerung zu erwarten: die Anwendung rostfreier Stähle. Jede Notwendigkeit eines Schutzanstriches oder einer Galvanisierung würde bei Anwendung solcher Stähle, sei es in irgendwelcher Verwendungsform, z. B. auch als Karosserieblech, hinfällig. Vielleicht wird uns schon der nächste Salon den blanken, absolut wetterbeständigen Wagen bringen. jO AV *T Englischer Luftverkehr. Die Luftfahrtgesellschaft Imperial Airway Ltd. gibt eine Erweiterung der englischen Luftkurse nach dem europäischen Festlande bekannt. Nach Basel, Zürich und Köln soll der Dienst mit grossen Flugzeugen von Handley Page Rolls Royce-Typ durchgeführt werden. Im Juni soll ausserdem ein neuer Typ in den Dienst gestellt werden, der von vier Motoren mit insgesamt mehr als 2000 PS betrieben werden soll. Ein Erfrischungsraum und ein Rauchzimmer sollen zur Bequemlichkeit der Reisenden beitragen. mb.

25 — 1H3II AUTDMOBIL-KEV-UP Unser Hilfsdienst für die Familie Müller kommt derselben bestens zustatten. Wir sind in der Lage, bereits eine zweite Liste mit nachstellenden Zuwendungen zu veröffentlichen. Viele Geber fügen warmherzige Worte der Teilnahme für die schwergeprüfte Familie bei. Vortrag vom 19. März 1Ö30 Fr. 291.— Emile Fausel. St. Imier 3 — A. Wiederkehr, Herisau Dir. H. Mütfer, Hotel Segnes und Post Waldhaus-Flims 10.— Trudy Perucchi, Winterthur 5.— Heinrich Hohl, Autogarage, Heiden D.~~~ Harro Fromm, Winterthur 10.— G. F. Lemaitre, Chenes-Bougeries 20.— Eugen Knecht, Lehrer, Tcufen/Rorbas 5.— Pillichody, Aarau O.~*"• Müller & Cic, Luzern 20 — E. Koch-Hug. Dietikon 10 — Albert Burrus. Boncourt 20.— J. Demand, Leysin Leon Levy. La Chaux-de-Fonds Q Automobile-Club Suisse, Secüon des Montagnes Neuchätel., La Chauxde-Fonds 20.— A. Lanz, Wabern o.~~~ Fred. Lobsiger. Genevo 5.— Henri Moginier, Solothurn (Im Andenken een den Jugendkameraden « Baböri », wie er genannt wurde). Ungenannt in Wohlen Ferd. Eichenberger, Ingenieur, Fribourjr Walter Oettli. Autos, Flawil Junker & Ferber, vorm. Nova-Werke, Zürich J. Mühlebach, Viehhändler, Wettingen Karl Bader, Lenzburg Oscar Wirz, La Chaux-de-Fonds Fa. C. Schäfer, Bern Ungenannt. Bern Moser & Cie.. Biel Emile Leuthold, La Romaine, La Chauxde-F&nds Cesar Stünzi, Zürich Während in Genf am Sonntag die Maschinen durch die Vorfrühlingslandschaft von Eaux-Mortes sausen werden, wird im sommerlich warmen Tripolis bereits das erste Rennen für die italienische Meisterschaft abgehalten. Es geht um den Gran Premio, den Grossen Preis von Tripolis. Das Rennen ist eine reine Geschwindigkeitsprüfung und steltl bei der langen Strecke (mehr als die Strecke von Genf bis St. Margreten) ungeheure Anforderungen an Führer wie Maschine. Letztes Jahr gewann Brilli Peri das Rennen und stellte dabei gleich zwei neue Rekorde auf, indem er einmal die Durchschnittsgeschwindigkeit der 419 Kilometer langen Gesamtstrecke auf 133,965 St.-km verbesserte und ferner sogar 143,736 Kilometer auf der Rundstrecke fuhr. Diese Jahr ist wieder eine Strecke von 419 Kilometer zurückzulegen. Als Neuerung wird diesmal eine Ausscheidungsfahrt vor dem eigentlichen Rennen eingelegt, für die die Fahrer eine Rennstrecke von 104,8 Kilometer zu durchfahren haben. Die Wagen werden für das Rennen in zwei Kategorien geteilt, je nachdem sie mehr oder weniger als 1500 cem Inhalt aufweisen. Die strengen Zulassungsbestimmungen haben das Komitee dazu gezwungen, die Anmeldungen mehrerer Fahrer zu annullieren. Insgesamt haben nur 12 Rennfahrer den Vorschriften genügt. Es sind alle berühmten Namen des italienischen Autosports vertreten. In der 1500- ccm-Klasse werden fahren: Brilli Peri und Biondetti auf Talbot, Nenzioni auf Bugatti, Fagioli auf Salmson, Cerani auf Maserati und Sirignano ebenfalls auf einem Wagen dieser Marke. In der zweiten Kategorie finden wir: Borzacchini mit einer vierlitrigen 16-Zylinder Maserati, Arcangeli mit einer zweilitrigen Maserati, Varzi mit einer zweilitrigen Bugatti, Nenzioni Cleto mit einer zweilitrigen Maserati, Toti mit einer ebensolchen, und Sala mit einer Bugatti 2300 ccm. Die schnellste Maschine besitzt zweifellos Borzacchini, doch ist damit noch nicht gesagt, dass der Sieg ihn in den Schoss fallen müsste. Abgesehen von den zum Teil schweren Kurven weist die Strecke auch sonst schwierige Stellen auf. Es gibt zwar gerade Strecken, die vollkommen eben sind, aber dafür gibt es wiederum Orte, wo die Strasse stark gewellt ist. In diesen «montagnes russes» hängt das Gelingen einzig von der Strassenlage der Maschine und der Geschicklichkeit des Fahrers ab, nicht aber von der theoretisch möglichen Höchstgeschwindigkeit. Borzacchini wird deshalb hart zu kämpfen haben, will er den Preis gewinnen, und es steht am nächsten Sonntag ein Rennen bevor, das noch allerlei Ueberraschungen bringen dürfte. Ueber den Verlauf und Ausgang dieser grossen sportlichen Veranstaltung werden wir Anfang nächster Woche ausführlich berichten, -oo. 10.— 10 — 5.— 20.— 5.— 5.— 20.— 5.— 5.— 30.— 5.— 100 — Stand am 20. März 1930 Fr. 660.— Weitere Zuwendungen nimmt der Hilfsdienst der «Automobil-Revue», Postcheckktmto III 5890, gerne entgegen. Verhalten bei Verkehrsunfällen. Am Sonntag Abend ereignete sich auf der Strasse zwischen Baar und Zug eine Kollision zwischen einem Auto und einem Motorrad mit Sociussitz. Die beiden Motorradfahrer blieben schwer verletzt auf der welche durch eine Verbreiterung der bisherigen Spiegelgasse, Stadthausgasse, Schneidergasse, Münzgässlein und Gerbergässlein erzielt werden soll. Der Gedanke, den Verkehr im Stadtinnern durch eine Umführungsstrasse zu leiten, hat allgemein Beifall gefunden. Ein Einsender der «Basler Nachrichten» macht den Vorschlag, dasjenige Verkehrsmittel, das heute in den engen Strassen der Innerstadt das grösste Verkehrshindernis ist, nämlich das Tram, in diese projektierte Umführungsstrasse zu verlegen. Die Strasse müsste zu diesem Zwecke noch weiter zurückgelegt werden, von der Spiegelgasse Strasse liegen. Ein Mitglied teilt uns mit, nach dem Platz vor dem Brockenhaus und dass er, nachdem bereits 5 oder 6 Wagen hinter dem Stadthaus vorbei direkt nach dem an der Unfallstelle hielten, die beiden Münzgässlein. Der Baublock Kaller-Schlimme schwerverletzten Fahrer in strömendem Regen auf der Strass© liegen fand und dass, werden müssen, die Strasse könnte hinter sollte für diese Korrektion nicht niedergelegt als er Hilfe für die Fahrer verlangte, er zur Antwort erhielt, man müsse bis zum Abtransport der Schwerverletzten auf das Erscheinen der Polizeiorgane warten. Dieser ziemlich weitverbreiteten Ansicht möchten wir bei dieser Gelegenheit, wie schon vor Jahren, entschieden entgegentreten. Bei Verkehrsunfällen spielt im allgemeinen die Lage der verunfallten Personen gegenüber der Lage ermordeter Personen eine weit untergeordnete Rolle. Viel wichtiger zur Tatbestandfeststellung sind die Fahr- und Bremsspuren und die Lage der Motorfahrzeuge, denn aus ihnen kann meist einwandfreier die Verschuldensfrage rekonstruiert werden. Insbesondere spielt es in den meisten Fällen keine Rolle, ob der Verjunfallte auf dem Rücken oder auf dem Bauche lag. Bei dem heutigen regen Strassen- Yerkehr sind in der Regel sofort eine Grosszahl von Personen an der Unfallstelle anwesend. Zur Feststellung des Tatbestandes ist es deshalb durchaus genügend, wenn die Umrisse der verunglückten Personen auf der Strasse aufgezeichnet werden. Ist keine Kreide oder ähnliches Material zur Stelle, so kann die Aufzeichnung beispielsweise durch einen Stein erfolgen, sofern dafür gesorgt wird, dass nicht nach der Wegnahme der Verunfallten diese Spuren durch Begehen verwischt werden. Ausserdem sollen diesen Aufzeichnungen wenn möglich zwei oder drei Personen beiwohnen, die die Richtigkeit der Spur bestätigen können und speziell auch die Lage der Person, ob auf dem Rükken oder auf dem Bauche liegend. Sind diese Feststellungen gemacht, so besteht kein Grund mehr, die Verletzten länger der ärztlichen Hilfeleistung zu entziehen, sondern es soll sofort der Abtransport erfolgen da unter Umständen für die Rettung der verunfallten Personen wertvolle Minuten verloren gehen. Wir möchten deshalb allen Motorfahrern in ähnlichen Situationen anraten in dieser Weise vorzugehen, um die Verunfallten baldmöglichst der ärztlichen Behandlung übergehen zu können. Rechtsabteilung des A.C.S., Zürich. Das Benzinzollviertel 1929. Das Benzinzollviertel für das vergangene Jahr ist vom Bundesrat an die Kantone verteilt worden, und zwar wurde nach dem im Bundesbeschluss vorgesehenen Schlüssel vorgegangen Der Ausgleichsfonds im Betrage von 250,000 Fr. soll zur Verteilung gelangen, nachdem eine spätere Bundesratssitzung hiezu Beschluss gefasst hat. Im Zusammenhang werden dann die genauen Ziffern veröffentlicht Zur Eröffnung des Salons Links: Herr A. Rohn, Präsident des Schulratcs der Eid?. Techn. Hochschule. Rechts: Herr Alexander Moriaud, Präsident des Genfer Regierungsrates, deren Reden wir auf Seiten 1 u. 2 veröffentlichen. Basler Verkehrssorgen. Soll man das Trara verlegen? Im generellen Bebauungsplan der Regierung ist eine Entlastungsstrasse vorgesehen, diesem Block vorbei beim Barfüsserplatz einmünden. Durch die vorgesehene Korrektion des Barfüsserplatzes (die wir an Hand einer Zeichnung schon früher erläutert haben) wird für den Sammelverkehr der einmündenden Strassen genügend Raum geschaffen. Durch die Verlegung der Strassenbahn in den neuen Strassenzug würden die Stauungen in den jetzigen Verkehrsstrassen zwischen Schiffländte und Barfüsserplatz aufhören. Der skizzierte Vorschlag ist eine bemerkenswerte Lösung der Verkehrsschwierigkeiten durch den Tramverkehr. Radikaler würde diese Frage allerdings gelöst durch das Projekt Musfeld, welches die Verlegung des Trambetriebes in eine Untergrundbahn vorschlägt, gr. Fahrt anständig und nehmt Rücksicht auf die Mitmenschen, denn nur so werben wir Freunde für unseren schönen Sport! Diese Pneus verleihen Ihnen unvergleichlichen Halt auf der Strasse. Zuverlässigkeit. Gebrauchsdauer. — Dies ist der Grund, warum in der ganzen Welt mehr Wagen auf Goodyear laufen als auf irgend einer andern Marke. THE GOODYEAR TIRE & RUBBER EXPORT COMPANY ZÜRICH, Badenerstrasse 338, Telephon Selnau 27.58 GENF, 24, Avenue Pictet de Rochemont, Tel. 24.983 Durch die Stände Berna. Der Berna-Stand weist in diesem Jahre hochinteressante Neuerungen auf, so einen 6-Zylinder-Rohöl-Dieselwagen, der sich trotz der kurzen Zeit seiner Fabrikation dank seiner hervorragenden Qualitäten auf dem in- und ausländischen Markt rasch ingeführt hat. Eine zweite, nicht weniger interessante Berna-Neuerung ist das Berna- Dreiachser-Chassis Type Nr. 3, für schwere Stadtomnibusse bestimmt. Die ganze Konstruktion macht einen äusserst gediegenen und soliden Eindruck. Die beiden Hinterachsen sind durch ein drittes Differential miteinander verbunden, welches den Pneuverschleiss auf ein Minimum reduziert. Ferner ist ein Berna-Car Alpin-Ghassis E 5 (Nieclerrahmen-Ghassis), mit einer Luxus-Karosserie versehen, ausgestellt, das die interessierten Kreise wegen seiner Eleganz besonders fesseln dürfte. Die Firma baut natürlich nach wie vor die bekannten Berna-Spezialitäten, d. h. 5—6-Tonnen-Lastwagen und Dreiseitenkipper mit Benzin-oder Rohölmotoren (Diesel). Das Hauptcharakteristikum der Berna- Lastwagen stellt bekanntlich der Innenritzelantrieb der Hinterräder dar. Die Innenflächen der Hinterräder tragen eine Innenverzahnung, an der die zugehörige Differentialwelle mittels eines Ritzels angreift. Die so zwischen Rad und Differentialwelle eingeschaltete Uebersetzung vermindert die Beanspruchung der Differentialwelle um ein Vielfacht?, so dass dieses Organ auch gegen schlechteste Behandlung und rauhesten Fahrbetrieb, der bei Lastwagen ja oft nicht zu vermeiden ist, absolut unempfindlich ist. Anhang. Wie im Vorjahre konnte die Motorwagenfabrik Berna AG. in Ölten auch für das Jahr 1929 ihren Aktionären eine Dividende (Fortsetzung siehe Seite 5) Grosser Preis von Tripolis.