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E_1930_Zeitung_Nr.028

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N° 28 sein Automobil ab. Das war für mich das Zeichen zum Aufbruch. In der Nähe dieses Wunderautos entdeckte ich endlich ein kleines Auto in einem Rosenbukett. Niedliches Wägelchen. Wenn ich eine zweizentnerschwere Schwiegermutter hätte, würde ich nur diese Marke kaufen. Die würde die Fahrt bestimmt nur einmal mitmachen — vorausgesetzt, dass sie überhaupt hinein käme. Das Wägelchen hat mir deshalb sehr gefallen und auch ein kleiner Junge war meiner Meinung, denn er sagte zu seinem Papa: Regarde, Papa, ca c'est la notre! Ich bin doch sehr froh, dass ich kein Auto kaufen kann, denn die vielen Vorteile — und jeder Wagen am Salon hat seine Vorteile — würden mir die Wahl sehr schwer machen. In der Taverne habe ich mich von der Besichtigung erholt. Da gab es auch allerhand zu sehen: fein karossierte Damen spazierten da vorüber und solche mit Allerweltskarosserie. Ja, alle Wetter! Das nächste Mal, wenn ich an den Salon komme, nehme ich meine Frau auch mit. Die versteht sich nämlich auf Automobile. Unter 12 Zylindern tut sie's nicht und dabei habe ich doch schon einen Zylinder zu Hause, den ich nie brauche. Wenn ich meine Frau dabei habe, kann ich auch eher eines kaufen, denn die lässt sich von einem Staubwedler nichts aufschwatzen. Die Hauptsache ist, dass die Blumenvasen und das Reise-Necessaire nicht fehlen und das Polster muss zum neuen Sommerhut passen. Alles andere ist Nebensache. Aber ich bin für das kleine Wägelchen im Rosengarten. Von wegen der Schwiegermutter! Muralto. Muss das Klausenrennen abgesagt werden? Schildbürgerstücklein der Urner Behörden? Noch jedermann sind wohl die langwierigen Verhandlungen mit den urnerischen Behörden in Erinnerung, die schon die Abhaltung des letztjährigen Klausenrennens in Frage stellten, da die finanziellen Ansprüche der Regierung anfänglich viel zu weit gingen. Und auch heuer scheint wieder das nämliche Damoklesschwert über dem «Grossen Bergpreis der Schweiz» zu schweben. Es scheint, dass man in urnerischen Regierungskreisen unbedingt ein Geschäft mit dem Klausenrennen machen will und daher die finanziellen Forderungen von Jahr zu Jahr höher geschraubt werden. Man begnügt sich nicht mehr damit, einen erklecklichen Anteil an einem allfälligen Reingewinn in Anspruch zu nehmen, sondern fordert auch für den Fall eines Defizits, was beim Klausenrennen stets in greifbarster Nähe steht, eine Minimalentschädigung in einer Höhe, zu der die nötige rechtliche Unterlage zweifellos fehlt. Man will sich zwar hierbei auf eine scheinbar ausgegrabene Verordnung betreffend Reklame- und Billettsteuer stützen, übersieht dabei aber ganz, dass selbst, wenn eine solche angewendet werden müsste, was noch keineswegs feststeht, kein Betrag in der Höhe des geforderten in Betracht kommen könnte. Das Vorgehen des Kantons Uri mahnt zum Aufsehen! Andernorts werden von den Behörden alle möglichen Schritte unternommen, um Veranstaltungen solcher Art nach bestem Können zu erleichtern. Der Kanton Qlarus, d. h. dessen Regierung, bekundet dem Klausenrennen alljährlich die weitgehendste Sympathie und Unterstützung, weil sie eben den grossen Nutzen, den das Klausenrennen den beiden Kantonen Uri und Qlarus in reichem Masse bringt, vollauf erkannt hat. Anders im Lande Wilhelm Teils, wo man dem Rennen Jahr für Jahr neue «rosse Schwierigkeiten in den Weg legt und es wahrlich eine weitgehende Geduld der Organisatoren braucht, um noch genügend Liebe zur Durchführung des schönsten Bergrennens der Schweiz und Europas aufbringen zu können. Man sollte einmal auch in IV. Sie erreichten ein kleines Gebäude mit einem Schuppen als Garage. Ein rundes Transparent, halb Glas, halb rote Farbe, verkündete, dass es hier Benzin zu kaufen gab. Vater hielt das Auto an und hiess den Mann, der herbeigeeilt kam, die Ketten abnehmen. Das geschah. Er holte auch die Oelkanne hervor. Vater sagte immer: «Schmiere ist billiger als Stahl!» Er liebte derartige Aussprüche, konnte ein ganzes Buch moderner Sprichwörter auswendig, die der Knabe ebenfalls auswendig lernte. Der Vater war ausgestiegen, um sich zu strecken. Ein grosser starker Mann, der jede Falte des Mantels ausfüllte. Seine Wangen waren rosig und stets glatt rasiert; blickte man ihn genauer an, so sah man unter den Augen kleine Tränensäcke und ein ganzes Netz von winzigen Runzeln. Sein Haar war grau; er hatte viele Sorgen gehabt und begann alt zu werden. Die Züge waren grob, das ganze Gesicht rund; aber er hatte harte Kinnbacken, die er grimmig entschlossen zusammenbeissen konnte. Meist jedoch war sein Ausdruck ruhig, ein wenig kuhartig; dert Kreisen der urnerischen Regierung einsehen, dass die Durchführung des Rennens den Organisatoren, d h. den beteiligten Mitgliedern der Sektionen Zürich, Uri und Glarus des A. C. S., nur ein ungeheures Mass von Mühe und Arbeit bringt und ihre alljährliche Aufopferung einen etwas andern Empfang im Lande Uri verdiente. (Dass übrigens die Opposition gegen die Gewährung leichterer finanzieller Bedingungen, wie verlautet, besonders von einem Hotelier aus dem Urserntal, der sonst die Automobilisten gerne als seine Klienten sieht, geführt wird, verdient ebenfalls als spezielles Merkmal festgehalten zu werden.) Es ist daher verständlich, wenn der Zentralvorstand des A. G. S. an seiner letzten Sitzung beschlossen hat, die von urnerischer Seite gestellten zu weitgehenden Forderungen nicht anzunehmen und an der gestellten Offerte des Organisationsausschusses des Rennens festzuhalten. Lenken die urnerischen Behörden nun auch hierauf nicht ein, so wird ihnen nicht mehr zu helfen sein. Es ist damit das Schicksal des Klausenrennens für 1930 und vielleicht für immer besiegelt. Die europäische Automobilbergmeisterschaft 1930 wird dann am Berninarennen ausgetragen und und man wird sich so andernorts freuen ob des «SchOdbürgerstückleins», das die urnerische Regierung vollbracht hat. Im Lande Teils aber wird man dann des Spruches eingedenk sein: «Allzustraff gespannt, zerbricht der Bogen.» Vielleicht überlegt man sieh aber in letzter Stunde noch den Ernst der Situation und sucht nicht durch zu starkes in den Vordergrundstellen des finanziellen Interesses eine automobilistische Sportveranstaltung zu verunmöglichen, die in Europa bis anhin ihresgleichen Süchte und dem Lande Uri eine grossartige kostenlose Reklame geschaffen hat, die ihm während der Renntage und in den Monaten vor und nach dem Rennen Zehntausende von Franken alljährlich zugeführt hat. Sollte es aber doch zu einem Bruch seine Gedanken kamen langsam und blieben lange haften. Bisweilen, wie eben jetzt, konnte er sich von der liebenswürdigen Seite zeigen; er plauderte gerne mit den Männern seiner Art, die sein ungebildetes Englisch nicht bemerkten, die nicht versuchten, aus ihm Geld herauszuholen, — wenigstens nicht viel. Er berichtete dem Manne von der « Benzinstation» über das Wetter in den Bergen: ja, der dichte Nebel habe sie aufgehalten; die Strassen seien glitschig. Viele Autos hätten dort oben Unglück, meinte der Mann; der Boden sei glatt wie Glas. Die Strasse müsste besser gebaut werden. Das wäre eine grosse Arbeit, sagte Vater; man müsste noch einen ganzen Teil des Berges abtragen. Der Mann erklärte, der Nebel werde sich nun verflüchtigen; im Mai gebe es oben immer Nebel, doch verschwinde er um die Mittagszeit. Der Mann wollte auch wissen, ob Vater kein Benzin brauche, aber Vater wollte keines kaufen; tatsächlich liebte er es nicht, ein Benzin zu verwenden, das er nicht selbst destilliert hatte; aber das verschwieg er, um den Mann nicht zu kränken kommen, so dürfte es aber unerlässlich sein, dass über -die Verhandlungen und «Forderungen» der urnerischen Behörden alle schweizerischen Automobilisten genaue «Aufklärung» erhalten und dann ihre entsprechenden Konsequenzen ziehen können, s. Die deutschen Automobilisten gegen erhöhte Brennstoffsteuern. Die von der deutschen Reichsregierung geplante Erhöhung der Betriebsstoffe hat in den interessierten Kreisen die erwartete Opposition bereits hervorgerufen. So: besprachen die Präsidenten des Allgem. Deutschen Automobilklubs letzten Mittwoch in Berlin im Reichsfinanzministerium die für den deutschen Automobilisnms verhängnisvolle Neuerung. In der Diskussion, der neben dem Staatssekretär die zuständigen Referenten beiwohnten, wurde betont, dass die neuen schweren Mehrbelastungen eine ernste Gefahr nicht nur für die Weiterentwicklung, sondern auch für das Weiterbestehen des deutschen Automobilismus in seinem heutigen Umfange bedeute, und dass das Steueraufkommen infolge der durch die Höhe der Steuern hervorgerufenen Erdrosselung des Autoverkehrs voraussichtlich niedriger sein werde, als wenn man die gegenwärtigen Steuern, die bereits schwer genug drückten, beibehalten würde. Durch die geplante Erhöhung des Benzinzolles in Verbindung mit Beibehaltung der Pauschalsteuer werde derAutomobilbesteuerung selbst vorgegriffen. Demgegenüber vertrat das Finanzministerium die Ansicht, dass die geplante Benzinzollerhöhung bereits den Anfang einer Umstellung in der eigentlichen Besteuerung des Automobiles darstelle, und dass man den Abbau dieser erwähnten Steuer von- 15 auf 10 % durchführen wolle. (Diese Kompensation ist nun aber nur sehr geringfügig.) Den einzigen Trost, den das Finanzministerium machen konnte, war der, dass es sich Charaktergalerie vom Salon (Erste Serie: Sport) CHtROM Dann gab der Vater dem Manne einen Dollar für seine Bemühungen. Als der Mann herausgeben wollte, winkte er ab. Der Mann war ganz erschüttert, salutierte und schien zu begreifen, dass er es hier mit einem « grossen Manne » zu tun hatte. J. Arnold Ross war selbstverständlich an derartige Episoden gewöhnt; aber sie erwärmten dennoch jedesmal von neuem sein Herz. Er trug stets silberne Dollar und halbe Dollar in der Tasche. «Arme Teufel,» pflegte er zu sagen, « sie bekommen ohnehin so wenig.» Er wusste es; hatte doch er auch zu ihnen gehört. Er Hess keine Gelegenheit vorüber gehen, ohne dies dem Knaben zu erklären. Für ihn handelte es sich hier um etwas Wirkliches, für den Knaben hingegen um etwas Romantisches. Sie nahmen von neuem ihre Sitze ein und wollten eben losfahren, als plötzlich hinter ihnen der Verkehrspolizist erschien. Ja, Vater hatte recht gehabt: der Mann falgte ihnen, warf Ihnen grimmige Blicke zu. Da sie nichts mit ihm zu schaffen hatten, fuhren sie weiter; zweifellos würde sich der Polizist in der Benzinstation auf die Lauer legen. Die Annahme vielleicht nur um ein Provisorium handeln werde, bis die Regierung aus der misslichen Finanzlage gerettet sei. Neben dieser Konferenz nahm in Berlin vor einigen Tagen auch die Generalversammlung des Reichsverbandes des Autamobilhandel.s Stellung zu den Betriebsstofferhöhungen. Der deutsche Autohandel ist grundsätzlich für die Einführung der Betriebsstoffbesteuerung, er betont jedoch, dass sie die Motorfahrzeugsteuer, die heute 15 Prozent hoch ist, eliminieren msse. Vor allem soll Gewähr dafür geboten werden, dass durch die erzielten Zölle Wegebauten erstellt würden. Der Umstand, dass deutsche Automobilclubs sich wirtschaftlich betätigen, gab Anlass zu einer Diskussion, die sich scharf gegen diese Einstellung gewisser Clubs wandte, die durch Sonderrabatte privat gewinnen wollen. Handel und Gewerbe der Autobranche würden erwarten, dass in diesen Krisenzeiten ihnen nicht noch die Cluborganisationen in den Rücken fallen werden. In seinen weitern Verhandlungen kam die Versammlung auch auf die Stellung desAutomobilreparaturgewerbes zu sprechen, und es wurde betont, dass man mit allen Mitteln darauf hinwirke, dieses Gewerbe von den Lasten eines hn'idwerksmässigen Betriebes zu erlösen, da es sich hier um eine Sonderstellung im Gewerbe handle, die gegenüber dem Durchschnitt deutliche Unterscheidungsmerkmale aufweise. mD « Beginn des Frühlings-Luftverkehrs in Europa. Am /. April wird der tägliche Luftverkehr auf folgenden Linien aufgenommen: Genf-Ziirich'München-Wien-Budapest (Ba-> lair/Lufthansa); Zärich-Stuttgart-Halle-Leipzig-Berlin (Ad Astra/Lufthansa); Genf-Lyon-Paris-London (Air-Union). Die Linie Genf-Budapest verlässt Genf um 8.30, Zürich um 10.20 und ist um 12.05 in München, um 15.10 in Wien und um 17.05 in Budapest. In der Gegenrichtung startet das Flugzeug erst um 12.00 in Wien und trifft um 17.05 in Zürich und um 19.00 in Genf ein. Die Berliner Linie gewährt in Zürich den Anschluss von und nach Genf, sie verlässt Zürich um 10.15, erreicht Stuttgart um 11.25, Halle-Leipzig um 14.50 und Berlin um 16.10. Anderseits verlässt man Berlin um 11.00 und trifft um 17.00 in Zürich ein. In Stuttgart finden sich Richtung Frankfurt Anschlüsse nach und von Hannover, Bremen, Hamburg, Dortmund, Köln, Düsseldorf und Essen-Mülheim. Die Linie Genf-Lyon-Paris verlässt Genf um 10.30 bis zum 12. April und ab 14. April erst um 12.45, womit dann der definitive Sommerflugplan in Kraft tritt. Dreimal pro Woche verkehrt auch die Spanienlinie: Basel-Genf-Marseille-Barcelona (Lufthansa), die es gestattet, am gleichen Tage von Basel (ab 9.30) resp. Genf (ab 11.35) noch Spanien zu erreichen, was auch in umgekehrter Richtung der Fall ist. Ab 14. April nimmt die englische Linie ZUrich-Basel-Paris-London (Imperial Airways) wiederum den täglichen Betrieb nach Sonimerflugplan auf, und zwar ab Zürich um 8.45, ab Basel 10.00 und an Paris 13.15 und an London 17.00. Am /. Mai wird der Frühlingsflugplan durch den definitiven Sommerflugplan 1930 abgelöst, der der Schweiz wiederum eine reiche Anzahl ausgezeichneter Tages-Schnellverbindungen nach allen übrigen wichtigen Punkten des Kontinents sichern wird. S. L. V. erwies sich als richtig. Sie waren nun etwa zwei Meilen in langsamem Tempo von dreissig Meilen gefahren, als hinter ihnen eine Hupe tutete und ein Auto rasch vorüber kam. Sie Hessen es vorfahren; eine halbe Minute später blickte Vater in den kleinen Spiegel und bemerkte: «Da kommt der Polizist!» Der Knabe schaute nach hinten; er sah das Motorrad angerast kommen und an ihnen vorüberfahren. Der Knabe vermochte nicht still zu sitzen. «Ein WettrennenI» rief er. « Ein Wettrennen! Oh, Väterchen, wir wollen sie einholen!» Der Vater war noch nicht alt genug, um jeden Sinn für Sport verloren zu halten; ausserdem bedeutete es einen Vorteil, wenn der Feind vorne war, konnte man ihn beobachten, er jedoch konnte einen nicht sehen. Vaters Auto schnellte vor, abermals sprang der Zeiger auf dem Geschwindigkeitsmesser vor, fünfundreissig — vierzig -- fünfundvierzig — fünfzig — fünfundfünfzig. Der Knabe wurde fast von seinem Sitz geschleudert; seine Augen leuchteten, er hielt die Hände zu Faust geballt. (Fortsetzung folgtJ

N° 28 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Unser Hilfsdienst für Familie Müller. Wir veröffentlichen nachstehend die fünfte Liste der eingetroffenen Gaben. Die Sammlung wird fortgesetzt. 5. Liste. A. B. Frasco Ein Abonnent, Ölten Caroline Brun. Luzern J. Wegmann, Wallisellen A.L.E..WÜ F. Allemann, Thalwil Paul Frei, Davos-Platz Robert Gehrig, Langenthai Aug. Schwarz, Geneve Club de quilles National, Delemont M. Christoffel-Speich. MiÜödi Albert Gerber, TJele'raont Bäckerei Gabriel, Mitlödi J. Schaufelberger, Berg-Gibswil Adolf Erm, Lugano Fritz Zumkeüer. Brugg E. Tissot, Wilderswil Lucie Hirt, Solothurn-West Jak. Koller, Garns Albert Forster, Schaffhausen Ungenannt, Zürich Fr. Knobel-Rüegg, Wald W. Merker-Arbenz, Baden Dr. med. G. Fries, Oerlikon R. Danzi, Bellinzona Henri Schmidhauser, Zürich Emile Vachet, Neuchätel Total bis 26. März Fr. 1558.— Weitere Zuwendungen können dem Hilfsdienst der « Automobil-Revue », Bern, Postcheckkonto HI/5890, übermittelt werden. Freitag, den 28. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15.30—17.80: Konzert. 10 Uhr: Schliessung. Fr. 5.— 2.— 5.— 10.— 2.— 10.— 5 — 5.— 10 — 10 — 5 — 20- 10 — Genfer-Salon Das allgemeine Programm 3.— 5 — 5.— 10.— 5.— 10.— 10.— 15.— 50.— 5.— 5.— 5.— 10 — Samstag, den 29. März. 9 uhr Oeffnunc 15^0—17.80: Konzert. 18.30: Diner in der Taverne des Ausstellungspalastes. 20.30—22.80- Konzert. 23 Uhr: Schliessung. Sonntag, den 30. März. 0 ühr: Oeffntmg. 15.80—1750: Konzert. 19.80: Diner in der Taverne des Ausstellung»» Palastes. 23 Uhr: Schliessung: Konzerte. In 3er Ta-rarn« tarlich von 12.80 bis 14 Uhr mrd von 15.90 bis 1750 sowie nacht«, wenn die AuMfeDung bis 23 Uhr offen bleibt Im Ausstellungspalast und im Bitiment Eleotoral: täglich von 1530 bis 17 30. Internationale Touristik. Die Jahrestagung des Zentralrates für internationale Touristik wurde am 26. März durch eine Sitzung der Verkehrs- und Zollkommission in den Räumen des Automobil- Clubs von Frankreich eingeleitet. Als bemerkenswertes Ergebnis der Tagesverhandlungen ist die Beibehaltung der Triptyks zu nennen. Demnach werden die sog. Carnets nicht eingeführt Die Regulierung eines Triptyks kann von nun an innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Gültigkeit erfolgen. Jugoslawien erklärte sich damit einverstanden, dass zur Regulierung der Triptyks und Carnets eine Konsulatsbescheinigung genüge, falls von der Zollverwaltung ein Ausweis nicht erbracht werden könne. Anscheinend stösst die Frage, ob die amtliche Feststellung eines Wagens im fremden Lande für die Heimatbehörden als Austrittsbescheinigung gelten soll, auf nicht unerheblichen Widerstand; nach den Zollverhandlungen wird dieses Problem auch noch in den Vollversammlungen zur Sprache kommen. Es wurde ferner der Vorschlag gemächt, dass die Strassenwarnungstafeln an Bahnübergängen usw. ausnahmslos auf dreieckigen Schildern angebracht werden sollen. Man tendierte auch auf Anbringung eines zweiten Nationalitätenabzeichens vorn am Wagen. mb. Charaktergalerie vom Genfer Salon (Zweite Serie: Geschäft) Einige Standinhaber, wie eiö raiser Berichterstatter sah. Von ünfcs nach rechts die Hexren Ador, Goy, Maurer — Nigg,, Aeberhard, Blano jun. —> Schmidt und Blichet. Was die Schmierung für den Motor, ist das ^%f£0$®W% Gum- Dipping für den Reifen« Was macht Kaye Don? Kaye Don ist seit mehr als zehn Tagen in Daytona. Drei- oder viermal ist er gefahren, ohne aber zu versuchen, aus seiner Maschine herauszuhoJen, was darin steckt. Das macht die Engländer, die auf einen leichten Triumph ihres Landsmannes hofften, allmählich etwas ungeduldig. Kaye Don tut nichts, also muss da ein Grund vorliegen. Und weil man den Grund nicht weiss, so fabriziert man einen. Je unglaublicher, je schlagender, desto besser! Kaye Don fährt nicht, also muss er tot sein! Kaye Don verunglückt! So hiess es am letzten Sonntag in London überall. In, allen Zügen, in den Omnibussen, in der Underground, überall raunte man vom Tode des Helden. Die Zeitungen wurden mit Anfragen bestürmt. Sie wussten nichts. Es waren keine diesbezüglichen Nachrichten eingetroffen. Eine neue Wendung nahm die Sache erst, als Sir Henry Segrave, der bisherige Inhaber des Weltrekordes, in Paris ebenfalls von dem Gerücht hörte und sich mit einer Londoner Zeitung, der « Sunday Dispatch », in Verbjndung setzte. «Haben Sie nichts von dem Unglück gehört, das Kaye Don zugestossen sein soll? » fragte er an. Einer so grossen Persönlichkeit konnte die Zeitung nicht mitteilen, dass sie überhaupt nichts wisse und seit mindestens 24 Stunden ohne Nachricht von Daytona sei. Kurzerhand antwortete die Londoner Redaktion : « Wir sind gerade daran, nach Amerika zu telephonieren und werden Ihnen die Antwort sofort berichten.» .. Eine Viertelstunde dauerte es, und dann war die Londoner Zeitung mit Daytona verbunden und verlangte Kaye Don zu sprechen. « Guten Abend», erklang seine Stimme, die gar nicht wie die Stimme eines Toten klang, durch das Telephon. Der Londoner Journalist fragte dann, ob nicht irgend ein Unfall passiert sei. « Unfall ? » war die Antwort. « Nicht dass ich wüsste.» Der Londoner erklärte, was für Gerüchte in England herumgeschwirrt seien. Kaye Don antwortete : « Kein Wort davon ist wahr. Es ist gar nichts passiert. Ich und der Wagen befinden sich wohl und gesund.» .« Sind Sie gut trainiert ? > :« Ausgezeichnet in jeder Beziehung.» K Und der Rennwagen ? » « Ebenfalls durchaus in Ordnung.» »Wie ist das Wetter?» :« Sehr schlecht.» :«Ist Aussicht vorhanden, dass Sie am Montag eine Rekordfahrt machen werden?» « Es sieht nicht danach aus. Es scheint, als ob das schlechte Wetter andauern sollte.» « Dieses Wetter macht die Oberfläche des Strandes sehr schlecht, nicht wahr ? » .« Ja, sehr schlecht und uneben.» Das Renault-Bankett. Wie jedes Jahr, lud auch bei Gelegenheit des Salons 1930 die srosse Firma Renault die Mitglieder des Organisationskomitees, Agenten und Unteragenten u. a. zu einem traditionellen Bankett ein. Die « Automobil-Revue » wurde zu dem Bankett ebenfalls freundlich eingeladen. Es fand in dem eleganten Restaurant Garance % statt, das durch seine Bedienung und die ' Qualität der Speisen seinen Ruf aufs neue bestätigte. Alle Eingeladenen wurden in prächtigen «Reinastellas» nach dem Restaurant geführt, und nach dem Essen konnte man wieder nach dem Salon zurückfahren. Die Zusammenkunft gewann noch durch die Anwesenheit von Präsident Robert Marchand, der trotz seiner nicht geringen Arbeitsbelastung die Einladung nicht ausschlug. Herr Morin, Verwaltungsrats-Präsident der Schweiz. Gesellschaft für die Automobile Renault, begrüsste die Anwesenden aufs herzlichste. Er hatte einige besonders anerkennende Worte für Herrn Eberhard, Direktor für die Schweiz, der nicht wenig zur Verbreitung der Marke in unsertn Lande beigetragen hat. Beifällige Worte fand der Redner ferner auch für die Rolle der «Automobil-Revue», welche diese im Kampf um die Interessen des Automobilismus in unserem Lande spielt. Während dem Bankett herrschte grösste Herzlichkeit. Diese Sitte einer freien Zusammenkunft, die Gedankenaustausch erlaubt und in der Tagesarbeit einen angenehmen Unterbruch bedeutet, stellt eine glückliche Idee dar, der man nur beipfichten darf. Wie die dünne Oelsehicht die Reibung der Metallteile Ihres Motors verhindert, schützt eine sämtliche Fasern und Fäden des Firestone Cord - Gewebes umgebende Gummischicht vor innerer Reibung und Erhitzung. Durch das patentierte Gum-Dipping Verfahren, der grössten Errungenschaft auf dem Gebiete des Reifenbaues, werden jährlich Tausende von Mehrkilometern erzielt. Die Verwendung von Firestone Gum-Dipped-Reifen ist deshalb gleichbedeutend mit grösster Kilometerleistung zum niedrigsten Preis. Am meisten Kilomeier per Franken ! «Hfte&t nee« Die Erinnerungsmedaille, die alle diesjärigea Sternfahrer erhielten. «Ist das Wetter schuld an der Verzögerung ? » «Ja. Ich bin bereit und der Rennwagen auch, aber wir müssen warten, bis der Strand wieder trocken ist.» « Was denken Sie über Ihre Aussichten ? > « Nun, ich bin ganz überzeugt, dass ich den Weltrekord brechen werde.» Damit war das Gespräch, das Hunderte von Franken kostete, beendet und der «Sunday Dispatch» konnte Sir Segrave telegraphisch von der guten Nachricht in Kenntnis setzen. Es war aber doch etwas vorgefallen. Zwar kein Unfall, aber ein kleiner Disput zwischen Kaye Don und dem Konstrukteur des «Silver Bullet», dem Franzosen Louis Coatalen. Der Vergaser war nicht ganz in Ordnung gewesen und da hatte Coatalen allerlei Aenderungen vorgenommen, die nicht nach dem Geschmacke Kaye Dons waren. Auch hatte sich bei einer Probefahrt das Rohr für die Benzinzufuhr gelockert. Die Diskussion dauerte die ganze letzte Woche. Auch die Sportbehörden nahmen daran teil, und es scheint ihnen gelungen zu sein, eine Einigung zwischen Rennfahrer und Konstrukteur herbeizuführen. Wenigstens veröffentlichte am Samstag die Sunbeam Motor Co. in Wolverhampton, welche bekanntlich den Rennwagen baute, ein Telegramm aus Daytona, in dem Kaye Don sagt, dass alle Meinungsverschiedenheiten beigelegt seien. Es wurde auch ein Komitee gewählt, das den Zustand der Rennpiste täglich untersuchen soll und ohne dessen Erlaubnis der Versuch nicht stattfinden kann. -0'