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E_1930_Zeitung_Nr.030

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Ein Jurist über

Ein Jurist über Behandlung von Verkehrsunfällen. Im Kantonsrate von Zürich wurde kürzlich ein Postulat eingereicht, welches die Spezialisierung und raschere Behandlung der Verkehrsunfälle verlangt. Es wird vorgeschlagen, zu diesem Zwecke zwei Beamte der Bezirksanwaltschaft zu bestellen, welche allein mit der Durchführung der Strafuntersuchungen von Verkehrsunfällen beschäftigt sein sollen. Spezialisierung der Verkehrsunfälle? Das Postulat stellt sich mit seiner Forderung nach Spezialisierung der Verkehrsunfälle an den Gerichten in eine Linie mit neueren Bestrebungen, die darauf hinauslaufen, einzelne Zweige der Gerichtsbarkeit zu spezialisieren. In der Hast des modernen Lebens ist es den Gerichten, die noch nach zum Teil veralteten Verfahrensvorschriften urteilen müssen, nicht möglich, Schritt zu halten. Anderseits verlangt die Kompliziertheit des Erwerbslebens und der sozialen Struktur unserer Gesellschaft vielfach besondere Kenntnisse, über welche nicht jeder Richter verfügt. Diese Tatsache hat zur Einführung von Spezialgerichten geführt. Dazu gehören z. B. die Handelsgerichte, die Gewerbegerichte und die Schiedsgerichte für Konflikte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es liegt — daran ist nicht zu zweifeln — also durchaus in dieser Entwicklungslinie, wenn vor dem Zürcher Kantonsrat die Einführung einer besondern Abteilung für Verkehrsunfälle verlangt wurde. Es war dabei der Gedanke massgebend, dass erstens für solche Fälle eine grössere Raschheit der Behandlung wünschbar ist, und dass zweitens bei der enormen Entwicklung des Verkehrswesens und der überhandnehmenden Motorisierung des Verkehrs besondere Fachkenntnisse des Richters nötig sind. «Brandtour» der Bezirksanwälte. Zu dem Postulat hat nun in der «Zürcher Post» ein Fachmann, Bezirksanwalt K. Zürcher, das Wort ergriffen. Er kommt auf Grund der Geschäftsverteilung an den Zürcher Gerichten zur Ablehnung des Postulates. Wir resümieren die Hauptgründe, welche dort gegen eine spezielle Abteilung für Verkehrsunfälle aufgeführt werden. Es war bisher Usus, dass sich sämtliche Bezirksanwälte, in einem bestimmten Turnus mit den Verkehrsunfällen zu befassen hatten. Es geschah dies in der Weise, dass jeder Bezirksanwalt in einer bestimmten Woche die sogenannte « Brandtonr > zu übernehmen hatte. Dies bedeutete, dass er in dieser Woche auf Pikett gestellt war und auf Benachrichtigung der Polizei zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Tatbestandaufnahme gerufen werden konnte. Diese Anordnung habe sich ausserordentlich bewährt und die Möglichkeit ergeben, die Untersuchung so rasch wie möglich zu fördern. Die Grosszahl der Rapporte über Verkehrsunfälle gelangen, nach Angabe von Bezirksanwalt Zürcher, infolge verspäteter Anzeige oder infolge Vornahme polizeilicher Erhebunsren erst nach 14 Tagen oder noch später an den Bezirksanwalt. Die Verkehrsunfälle werden wie alle andern Kriminalsachen behandelt, sie werden den andern nicht vorgezogen, stehen ihnen aber auch nicht nach. Sie fuhren langsam, bis sie die Falle hinter sich hatten; dann aber rasten sie über einen breiten Boulevard, der den Namen « Missionsweg » trug. Hier hatten die Stras- ^en häufig seltsam klingende Namen: «Teufelsgarten-Weg », « Rand-der-Welt-Strasse », «Tausend-Palmen-Canon». Es gab auch eine «Telegraphen-Strasse» und das regte den Knaben auf; er hatte von einer Schlacht im Bürgerkrieg gelesen, wo um den Besitz einer «Telegraphen-Strasse» erbittert gekämpft worden war. Nun vermeinte er hinter allen Büschen die Infanterie lauern zu sehen, sah die Kavallerie über die Felder sprengen. Er schauderte zusammen und der Vater fragte: « Was ist dir? » « Nichts, Vater, ich dachte nur nach.» Ein merkwürdiges Kind! Stellt sich immer irgend etwas vor! Man sah hier auch noch spanische Namen, die von den frommen Bodenmaklern des Landes voller Ehrfurcht bewahrt wurden. Bunny verstand sie, weil er Spanisch lernte, um eines Tages mit mexikanischen Arbeitern umgehen zu können. « El Camino Real» bedeutete: «Die Königliche Landstrasse» und « Verdugo Canon » den « Henker-Hohlweg ». «Was ist hier geschehen, Vafer?» Vater kannte die Geschichte nicht; ausserdem war er der Ansicht, die Weltgeschichte sei grösstenteils « Schwindel». VII. Nun war die Strasse aus Asphalt; sie schimmerte in der Hitze; dort, wo sie abfiel, sah sie wie Wasser aus. An beiden Seiten Orangenhaine; dunkelgrüne, leuchtende Bäume, golden mit einem Teil der alten Ernte, schneeweiss mit den Blüten der neuen. Bisweilen trug ein Windstoss süsse Düfte Salon-Erinnerungen Toilette. Der Vorwurf über zu lange Dauer der Prozesse trifft nicht die Verkehrsunfälle allein, sondern sämtliche Strafprozesse. Man hofft, dass durch die kürzlich erfolgte Anstellung zweier neuer Funktionäre in Zukunft die Geschäfte rascher erledigt werden können. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist fortwährend im Steigen. Sie beträgt zur Zeit zirka 900 Fälle jährlich. Da diese Unfälle sehr inkonstant sind und je nach Jahreszeit und Witterungsverhältnissen schwanken, so ergäbe sich für eine besondere Abteilung ein stark schwankender Geschäftsgang, der sich bedeutend ungünstiger auswirken müsste, als bei Verteilung unter alle Bezirksanwälte nach dem bisherigen Brauch. durch die Luft Es gab auch Walnusshaine, mächtige, üppig belaubte Bäume, die auf den gepflegten braunen Boden schwarze Schatten warfen. Blühende Rosenhecken erstreckten sich längs der Strasse, acht bis zehn Fuss noch. Hoch aufragende hagere Eukalyptusbäume hielten den Wind ab; sie hatten lange, gekräuselte Blätter; ihre Rinde schälte sich, so dass der nackte Stamm sichtbar wurde« Hier musste man abermals langsamer fahren und unentwegt die Strasse im Auge behalten; es gab zahllose Strassen und Wege, die auf die Landstrasse mündeten, der Verkehr ging auf beiden Seiten vor sich; man musste das Vorfahren genau berechnen und darauf achten, nicht von einem entgegenkommenden Auto zuschanden gefahren zu werden. Es war interessant, Vater beim Lenken zu beobachten. Alle fünf bis zehn Meilen erreichten sie eine Stadt, mussten immer wieder langsam fahren, wurden stets von neuem gezwungen, ein Tempo einzuhalten, das eine gesunde Schnecke gereizt hätte. Die Landstrasse mündete stets in die Hauptstrasse der Stadt; dafür hatten schon die Kaufleute gesorgt, erklärte Vater; sie hofften, die Vorüberfahrenden würden aussteigen und etwas kaufen. Würde die Landstrasse, um den Verkehrshindernissen auszuweichen, sich ausserhalb der Stadt hinziehen, die Kaufleute kämen ihr nach und würden dort ihre Läden eröffnen. Bisweilen versuchten sie sogar durch falsche Wegweiser den Fremden in eine Geschäftsstrasse zu locken. Vater bemerkte derartige Kniffe mit der belustigten Nachsicht eines Mannes, der sie auch selbst anderen gegenüber angewandt hat. Aber er fiel nicht auf sie hinein. Jede Stadt bestand aus zehn, hundert oder AUTOMOBIL-REVUu 193 0 - N° 30 ... Und das nennen Sie einen 5-PS-wagen I Da seht ja nicht einmal 1 Pferd hinein. Das ist der richtige Wagen für eine Sternfahrt! Kausalhaftung bringe Entlastung der Gerichte. Bezirksanwalt Zürcher bestreitet, dass 1 strafrechtlich für Verkehrsunfälle eine besondere Behandlung nötig sei. Eher könne durch polizeiliche Kontrolle eine Besserung herbeigeführt werden, mit andern Worten: Vorbeugen ist besser als strafen! Auch durch die Einführung der Kausalhaftung wird für die Bezirksanwaltschaft eine Entlastung eintreten. Heute müssen noch eine grosse Zahl Strafuntersuchungen durchgeführt werden, in denen der Verletzte zugibt, zu 97 Prozent selber schuld zu sein. Die Versicherung zwingt ihn jedoch dazu, auf der Bestrafung des Angeschuldigten für seine dreiprozentige Schuld zu beharren. Der Verletzte selber denkt nicht daran, Bestrafung des Angeschuldigten zu verlangen. Fast immer kommt es in diesen Fällen zur Einstellung des Strafverfahrens, weil die geringe Schuld des Fahrers strafrechtlich nicht relevant ist Zuerst sind aber dem Staate und den Parteien durch die nutzlose Untersuchung bedeutende Kosten und Umtriebe entstanden. Bezirksanwalt Zürcher glaubt, dass mit der Einführung der Kausalhaftung (also mit Inkrafttreten des eidgenössischen Verkehrsgesetzes) eine grosse Zahl unwichtiger Unfälle gar nicht mehr zur Meldung kommen und damit automatisch eine raschere Erledigung der verbleibenden Fälle ermöglicht wird. Ein weiterer Punkt, der ohne umständliches Verfahren die Liquidation von Verkehrsunfällen vor Gericht ermöglicht, ist die Erledigung durch Strafbefehl. Wenn in Bagatell-Sachen der ^Angeschuldigte ein ....offenes".. Schuldbekenntnis ablegt, so kann ohne Gerichtsverhandlung ein Bussenbefehl zugestellt werden., — Im Interesse der Automobilisten dürfte die Ausdehnung dieser Praxis nicht liegen, denn sie kann zu Willkür und Ungleichheit in der Behandlung führen, da bei der Ausstellung der Bussenverfügung allein auf die Anzeige der betreffenden Verkehrspolizisten abgestellt wird. Gr. Anwachsen des deutschen Automobil* bestandes. Man schätzt die Zahl der auf der ganzen Welt vorhandenen Automobile auf 31,7 Millionen. Auf die Vereinigten Staaten entfallen davon allein über 25 Millionen Wagen, so dass in den U. S. A. auf je 4,9 Einwohner ein Auto kommt. Für Frankreich beträgt die Verhältndszahil 37,4, für England tausend vollständig rechteckigen Blocks, die sich aus modernen Villenwohnungen zusammensetzten; vor jeder Villa befand sich ein Rasenplatz und auf dem Rasenplatz stand eine Hausfrau und begoss ihn mit einem Schlauch. Im Weichbild der Stadt waren Bauplätze zu sehen; rote und gelbe Fahnen flatterten kühn im Winde; rote und gelbe Plakate stellten Fragen und beantworteten sie umgehend: « Gas? » « Ja.» « Wasser? » «Das allerbeste.» Beleuchtung?» «Unübertrefflich. » « Schulen? » «Im Bau begriffen.» «Landschaftliche Schönheit?» «Uebertrifft die der Alpen.» Ein kleiner Verschlag oder ein Zelt stand am Strassenrand, davor sass ein junger Mann, eine Feder in der Hand, bereit, nach einer Unterredung von zwei Minuten einen Kaufvertrag aufzusetzen. Diese Leute hatten das Grundstück zu 1000 Dollar den Acre erworben; sobald jedoch das Zelt errichtet worden war und die kleinen Fahnen im Winde wehten, wurde es 1675 Dollar wert. Auch dies erklärte Vater dem Knaben mit gutmütiger Belustigung. Es ist eben ein grosses tüchtiges Land, dieses Amerika! Sie Hessen Angel City seitlich liegen; nun fuhren sie abermals mit fahrplanmässiger Geschwindigkeit; erreichten den «Beach- City-Boulevard», eine breite Asphaltstrasse, auf der Tausende von Autos dahinrasten. Unzählige Bauplätze wurden angeboten, schlaue Reklamen lenkten die Aufmerksamkeit des Automobilisten auf sich, verlockten ihn, Halt zu machen. Die Bodenmakler hatten anscheinend «Tausend und eine Nacht» oder Grimms Märchen gelesen; sie hausten in kleinen drolligen Bureaus, die hoch in die Luft emporschössen, oder schief standen wie ein betrunkener Matrose, orange, rosa, blau und grün oder buntscheckig leuchtend. Es 34,3, für Deutschland 117,2 Personen. Das bedeutet für Deutschland sehr viel, denn vor zwei Jahren noch betrug dies© Zahl 215 Personen, mb. Freies Gewerbe? Vor kurzer Zeit meldete der Draht, dass, nachdem der Verband der Handels-, Transport- und Lebensmittelarbeiter der Schweiz den seit fünf Jahren bestehenden Gesaintarbeitsvertrag für das Transportgewerbe auf Ende März 1930 gekündigt und die Verhandlungen bisher zu keiner Einigung geführt hätten, eine Versammlung der Arbeiterschaft der Fuhrhaltereien und Transportgeschäfte des Platzes Zürich grundsätzlich den Streik beschlossen habe, vor dessen Auslösung jedoch noch das kantonale Einigungsamt angerufen worden sei. Der Schweizerische Fuhrhalter-, Pferdebesitzer- und Spediteurverband hat es jedoch abgelehnt, an der Sühneverhandlung teilzunehmen mit der Begründung, dass die direkten Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Fuhrhalter- und Spediteurgewerbe nicht abgebrochen seien. Inzwischen wurde der Konflikt beigelegt. Der Kampf bedeutet wiederum nur einen kleinen Ausschnitt aus dem grossen Existenzkampf, den heute das Gewerbe auf der ganzen Linie zu führen hat. Die stets zunehmenden Verstaatlichungstendenzen, die Konkurrenz gewaltiger Trusts und kapitalreicher Gesellschaften machen es dem Einzelgewerbe schwer, sich durchhalten zu können. Der Kampf ist jedenfalls kein leichter, da leider zuverlässige Bedienung und Qualitätsarbeit nicht immer die ausschlaggebende Rolle für die Zuteilung eines Auftrages spielen, Das Transportgewerbe speziell sieht sich vor einen gewaltigen Konkurrenten gestellt. Es ist die Sesa, die mit allen Mitteln versucht, die Strassenschiene zu monopolisieren und das freie Transportgewerbe zu untergraben. Es ist demnach auch gar nicht verwunderlich, dass die Arbeitgeberschaft des TranspoTtgewerbes den vermehrten Ansprüchen der Arbeitnehmerschait nicht immer entgegenkommen kann. Manche Betriebe müssen direkt froh sein, wenn sie sich über Wasser halten können und wenn sie ihre Arbeitnehmerschaft nicht auf die Strasse stellen müssen. In Zeiten schwerster Konkurrenz durch halbstaatliche und staatliche Gebilde suchen diese Freierwerbenden wenigstens sich und ihre Arbeiterschaft durchzubringen. : Anstatt deshalb stets nur den Verstaatlichungstendenzen zu frönen, wäre es volkswirtschaftlich' wohl klüger und besser, dem freien Transportgewerbe eine gewisse Betätigungsmöglichkeit zu lassen, die es ihm gestatten würde, auch für den Lebensunterhalt ihrer Arbeiterschaft in billiger Weise sorgen zu können. Wir betrachten es als ganz verfehlt, dass nun neben der Schiene auch die Strasse ä tout prix auf Kosten des Freierwerbes monopolisiert und verstaatlicht werden soll Es wäre unseres Erachtens an der Zeit, dass dieser für das Transportgewerbe gefährlichen Entwicklung Einhalt geboten werden könnte. Mit den beständigen bereits erwähnten Verstaatlichungstendenzen, wie sie sich auf allen Gebieten bemerkbar machen, untergräbt man das freie Gewerbe und rüttelt damit an den Fundamenten des Staates. X gab Buden, wo man Limonade bekam ui:4 Obst, auch Gemüsebuden mit japanischen Verkäufern; andere wiederum forderten d:is Publikum auf, «Amerika zu bevorzugen *. Die interessanten Dinge wollten kein Ein!; nehmen; jedes einzelne erschien dem Ge^t eines Dreizehnjährigen aufregend und irteressant. Wie seltsam und reizvoll ist do. i diese bunte Welt. « Weshalb tun die Leute das, Vater? Und weshalb jenes?» Nun lag vor ihnen Beach-City, mit der breiten Allee am Ufer des Ozeans. Sechs Uhr fünfundzwanzig zeigte die kleine Uhr; also fünf Minuten vor der verabredeten Zeit. Sie machten vor dem grossen Hotel Halt, Bunny stieg aus, und schon kam der Portier herbeigerannt; freilich, er kannte ja Vater und die Dollar und halben Dollar, die in Vaters Tasche klimperten. Der Portier packte die Reisetaschen und Mäntel und trug sie ins Haus. Bunny folgte ihm, kam sich verantwortungsvoll und wichtig vor, denn Vater konnte noch nicht kommen, musste erst das Auto in die Garage bringen. Bunny betrat die Halle und blickte sich nach Vaters « Pachtschnüffler » um. Da sass er ja auch schon in einem grossen Lederfauteuil, eine Zigarre im Mund, die Augen auf die Tür gerichtet. Bunny erblickend, erhob er sich, streckte den langen, hageren Körper, verzog das magere, hässliche Gesicht zu einem Grinsen des Willkommens. Der Knabe, hoch aufgerichtet, erfüllt von dem Bewusstsein, dass er J. Arnold Ross junior und der Vertreter seines Vaters in einer wichtigen Angelegenheit sei, schüttelte dem Mann die Hand: «Guten Abend, Herr Skutt Sind die Verträge aufgesetzt? » — ENDE —

N° 30 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE Unser Hilfsdienst für Familie Müller. Wir sind in der Lage, nachstehend unsere 6. Liste für die Familie Müller zu veröffentlichen, dieselbe erreicht den stattlichen Betrag von annähernd 3000 Fr. Es ist herzerhebend, festzustellen, weldh Echo edller Sympathie unser Aufruf für die Familie Müller gefunden hat. In allen Teilen des Landes ist ein Wettstreit entstanden, um das Los der unglücklichen Familie lindern zu helfen; erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Tagespresse ihren Lesern in sympathischen Worten vom Hilfsdienst Kenntnis gab. Frau Müller in Luzern ist gerührt vom Opfersinn der Automobilisten; die Spende kommt eitler würdigen Familie zu gut. Auf mehrere Anfragen erwähnen wir, dass Herr Müller vor seinem Tod 9 Jahre im nämlichen Geschäft tätig war, die Firma stellte ihm ein vorzügliches Zeugnis aus; sie selbst hat sich der finanziellen Lage der Familie Müller sofort nach der ruchlosen Tat bestens angenommen. Die Red. Vortrag Fr. 1558.— W. Schumann, R o r s c h a c h » 5.— A; Meyenberg, Brig » 5.— Mme. A. Carrand, Zürich » 50.— Mme. & Mr. A. Lozerond, Auvernier » 10.— Gh. Spahr, La Ghaux-de-Fonds » 5.— R. Goetschmann, N'euchätel » 10.— J. Streiff. Bern » 20.— F. H.-H., Z. » 10.— C. Danioth, Engelbert » 10.— Ch. Dubost, Montana » 5.— F, Weber, Laupen » 5.— C. Möth, Zürich » 5.— Fr. Winkler, Zürich >• 10.— Ungenannt, Solothurn » 5.— G. Hirsch, Brienz » 5.— E. "Walder-Bretscher, Winterthur » 20.— A. T., Luzern » 10.— H. Burkhart, Luzern » 20.— Fourier Gillard, Fort de Dailly » 5.— Ch. Ruchti, Lausanne > 3 . — Une «Chaufferotte >, Geneve » 5.— G. Einsiedler, Kilchberg (Zürich) » 20.— N. Kläsi, Massagno-Lugano » 10.— Dr. med. A. Sutter, Basel » 20.— R. Bosshard, Wollerau » 30.— M. Kiener, Luzem » 10.— Dr. med. W. Handschin, Zürich ;> 50.— Chr. ZUli, St. Moritz-Dorf » 10.— F. Arn, Bern » 10.— Ch. Gindraux, La Chaux-de-Fonda ••> 5.— J. Dormond, Vevey, ä la Merciere * 5.— Hermann Gräub, Bern » 5.— A. W. Graf, Ilbaau » 16.— G. A., Zürich » 50.— E. Kraus, Huttwfl » 5.— E. E. Wenger, Blonay » 1O— Fr. A. Kunz, Zürich » 20.— Fr. Riesen, Lausanne » 10.— M. J. Meylan, La Chaui-de-Fonds » 5.— Seh. & Co., Zürich » 100.— Frau Escher, Zürich » 20.— K. Gschwind, Emmenbrücke st 10. E. Riff, Bern »• 3.50 J. Bllttler, Konditorei. Hergiswfl »• 20.— R. Bringolf-Huber, Haiku « 10.— Gebrüder Grell, Rheinfelden ;• 20.— John Spitz, Glarus » 10.— J. Tschudi-Freuler, Schwanden » 25 H. 0. Graef, Kilchberg » 5._ Frau Bertschinger-Wirth, Zürich :. 20. A. Meier-Heusser, Weinfelden » 5. Ungenannt •., 30. Dr. med. P. Hüssy, Aarau •,, 50.— Ungenannt, Geneve •,> 5 . J. Müller, Castagnola, P. H. » 50. Gh. Sagne, Leysin, P. H., » 5. Jakob Bossert, Lenzburg •,, 5. Chrysler-Vertretung, Zürich » 15. Guido Gerster, Laufen » 15. R. I-. Z. •, 2.— H. Orell-Rindi. Zürich » 5. B. Pierrehumbert, Le Locle » 20I J. Büchi, Zürich > 50 Familie Hirt-Mollet, Trimbach » 10— Frau H. A„ Zürich > 30. A. Breitenmoser, St. Gallen > 50. J. Burkhardt, Zürich » 100. J. Jeanguenin. G r a n g e s • 5. , Jak. Lüdi, Huttwil » 5'_ Dr. Alfred Eg. Zürich » 5.L. M. Schläppi, Clarens « 2. G. Sprenger, Tramelan > 5. Spinnerei a. d. Lorze, Baar > 10. Dr. M. Gamper, Winterthur > 5., Dr. med. R. Matossi, Winterthur :. 20* M. Stromeyer, Kreuzungen :» 20 — W. Vob, Bern |, IQ] Max Richard, Bern ;, 5' Hw. W. Hegetechweiler, Adliswil , 5.— Stand am 28. März 1930 Fr. 2858.50 Weitere Zuwendungen können dem Hilfsdienst der « Automobil-Revue », Bern, Postcheck-Konto III/5890 übermittelt werden. Die militärische Prüfungsfahrt durch die Sahara. Wie wir bereits in einer früheren Nummer berichteten, führt diese Fahrt nicht bis an den Nigger, wie die grosse Saharafahrt für Tourenwagen, sondern nur bis an den Rand des Hoggar. Es nehmen daran sowohl Personen, als Lastwagen teil, wobei letztere als Verproviantierungswagen und auch als Tanks ausgerüstet sind. Am 26. März verüess die dritte Gruppe Algier. Sie bestand aus: 2 Citroen-Raupenwagen, 2 Renault dreiachsigen Tourenwagen, 2 Berliet-Tourenwagen (zweiachsig), 2 Citroen-Raupenwagen, armiert, 1 Autobus Berliet mit 16 Plätzen, 1 Citroen-Tourenwagen. Die einzuschlagende Route ist folgende: Algier, Boghari, Laghuat, Ghardaia, Uargla. In Uargia werden alle Gruppen zusammentreffen und gemeinsame Prüfungsfahrten unternehmen. -. Kurz vor Redaktionssohluss trifft die Kunde vom Tode Theo Sarbachs ein. Nun hat also doch die unglückliche Strasse von Eaux- Mortes mit ihrer Tramschiene ein Opfer gefordert! Die « Automobil-Revue » hat schon mehrmals, zum letzten Mal in Nr. 27 dieses Jahres, darauf hingewiesen, dass die Rennstrecke bei Eaux-Mortes auch für einen Kilometer mit stehendem Start nicht mehr genügt. Besonders der Auslauf ist gefährlich, da er nicht gerade verläuft und hier hat sich denn auch der Unfall Sarbachs ereignet, der nun einen tötlichen Ausgang nahm. Auch der Strassenbelag soll nach Aussagen von Fahrern nicht den Ansprüchen genügt haben, die man unbedingt im Interesse der Lebenssicherheit stellen muss, indem die reparierten Stellen schlüpfrig waren und so das Schleudern begünstigten. Der traurige Vorfall ist eine ernste Mahnung an die Behörden, den Ausbau einer Renn- und Prüfungsstrasse in der Nähe von Genf zu fördern. Theo Sarbach f. Theo Sarbach auf seinem Amilcar-Rennwagen. Wesentlich erhöht Aber gleich geblieben Sein Lebenslauf. Theo Sarbach, wurde am 27. März 1883 geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Clarens. Dann trat er als Lehrling bei der Waffenfabrik Thun ein. Nach Beendigung seiner Lehrzeit arbeitete er bei verschiedenen mechanischen Werkstätten in Genf. Mit dem Aufkommen des Automobils kam er in die Garage Pablet & Perrelet, dann zur Garage Ansermier. Schon im Jahre 1898 erlangte er seine Fahrbewilligung. Mit dem Jahre 1914 wurde er selbständig, indem er eine Reparaturwerstätte im Prieure gründete, die bald bekannt wurde. Sarbach wurde der Vertreter von Scintilla, sowie der Automobile Amilcar. 1927 übernahm er die Metropolgarage, deren Inhaber er bis zu seinem Tode blieb. Als Rennfahrer hat er besonders beim Kilometer von Eaux-Mortes, sowie auch bei der Bernina jeweilen erfolgreich abgeschnitten. Sonntag den 23. März kam sein Amilcar bei der Hutfabrik im Auslauf des Kilometers ins Schleudern und geriet auf die Tramschie^ nen, worauf er sich überschlug. Der Sanitätsdienst nahm sich sofort des Verunglückten an. Er wurde nach einer vorläufigen Behandlung ins Spital übergeführt, wo sein Zustand zu keinen Bedenken Anlass gab. Letzten Sonntag den 30. März fand ihn seine Familie abends 7 Uhr noch in bester Verfassung. Der Tod erfolgte um 20 Uhr 30. Als Ursache des plötzlichen unerwarteten Hinschiedes wurde Adernverstopfung festgestellt, die zu einem Herzschlag führte. in Motorkraft • Geschmeidigkeit - Steigund Ajizugsvermögen - Stabilität von Chassis und Karosserie - Vollständigkeit der Ausrüstung - Geräumigkeit - Ausgezeichnete Federung und Fahrruhe (vier hydraul. Stossdämpter) im Preis, der heute, mit dem hohen Werte des Essex verglichen, vorteilhalter ist als Je. 9 verschiedene Karosserietypen von Fr. 8,300.— bis 9,950.—. Nur 13,3 Steuer- HP bei 58 effektiven HP, Benzinverbrauch 12 Liter auf 100 km. ESSEX ist heute der bewährteste und beliebteste Sechszylinder! s» >ss Brooklands. Die bekannte englische Rennbahn ist im Besitze einer Dame, Frau Ethel Locke King. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass verhältnissmässig viele Damen durch Veranstaltung von offenen Wettbewerben dort Gelegenheit zur Teilnahme erhalten, -o- Die Saharafahrt ist zu Ende. Donnerstag, den 27. März ist die letzte Gruppe der Saharafahrer in Algier eingetroffen. Nachdem ein Wagen eine Panne gehabt hatte, die nicht behoben werden konnte und auch zwei andere aufgegeben hatten, kam von dieser Gruppe nur ein Wagen zurück. Wir werden in einer spätem Nummer die grosse Gefahr durch die Sahara in ihrer Gesamtheit besprechen, -o- Dameniahrt Paris-Cannes. Das Preisgericht hat seine Arbeiten beendet. Den ersten Preis erhielt Frau de Ganay, welche mit einer Renault-Reinastella an dem Rennen teilgenommen hatte. Sie hatte dabei eine ganz seltene Ausdauer bewiesen, indem sie die Strecke Paris-Aix (Provence) ohne einen Halt zurücklegte. Fräulein Deutsch, die Zweite geworden wäre, hatte im letzten Augenblick eine Panne und klassierte sich deshalb erst im achten Rang. -o- Neuestes von den Mille Miglia. Als 56. Meldung (siehe unsere Liste in Nr. 29) ist diejenige von Amadeo Ruggeri eingelaufen. Dieser Fahrer, der sich bereits einen Namen gemacht hat, aber dieses Jahr zum ersten Mal an den Mille Miglia teilnimmt, wird auf einer O. M. am Start erscheinen. — Die Strecke ist bereits in ihrer ganzen Länge von verschiedenen Beauftragten abgefahren worden. Sie befindet sich in ausgezeichnetem Zustande. Die nötigen Warnungszeichen werden von den lokalen Clubs vorbereitet Das gleiche gilt von den Absperrungsmassnahmen innerhalb der Ortschaften, -o- Ftalien ehrt Brilli-Peri. Am 28. März kam die sterbliche Hülle Brilli-Peris in Rom an. Der Zug fuhr um 12.25 in der Station Termini ein. Eine auserwählte Gesellschaft, worunter viele Verwandte des grossen Rennfahrers, sowie prominente Mitglieder des A. C. Rom waren am Bahnhof anwesend. Der Wagen, in dem der mit Blumen reich bedeckte Sarg lag, wurde geöffnet. Zwei grosse- Kränze, einer vom König!. Automobil- Club Italiens, der andere vom A. C. Rom, wurden auf den Sarg niedergelegt. Bis 15 Uhr, wo der Zug nach Florenz weiterfuhr, hielten Mitglieder des römischen Ghibs die Ehrenwache bei dem geöffneten Wagen. Am gleichen Tage, um 20 Uhr, erreichte der Wagen Montevarchi. Wieder fanden Ehrenbezeugungen der Behörden und der Clubs statt, denen sich die ganze Bevölkerung anschloss. Am Samstag wurde dann der Sarg um 18 Uhr nach Florenz übergeführt, wo die sterbliche Hülle Brilli-Peris den ganzen Sonntag über in der Cappella Pura aufgebahrt. Das Begräbnis ist auf Montag den 31. März festgesetzt. Es wird vom A. C. Florenz besorgt. -o- Der St. Galler Flugplatz. Diesen Sommer werden die Kursflugzeuge St. Gallen-Zürich- Basel nicht mehr auf dem vollständig ungeeigneten «Flugplatz» Breitfeld bei Winkeln landen, sondern Start- und Landungsplatz ist nun der Flugplatz Altenrhein bei Rorschach. Für St. Gallen macht dies wegen der sehr guten Autostrasse nur eine Verlängerung von etwa 20 Minuten aus. Einheitliche Regelung des Strassenverkehrs in der Schweiz. Für die Regelung des Strassenverkehrs in der Schweiz ist nun auf Anregung interessierter Kreise hin vom eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement eine Signal-Ordnung herausgegeben worden, die den Kantonen von den genannten Instanzen zur Einführung empfohlen wird. Das kleine Heftchen enthält sämtliche auf Tafein angeordnete und mit Erläuterungen versehene Signale. Es kann bei der Polizeiabteilung des eidg. Justiz- und Polizeidepartementes bezogen werden. Strassenverbesserungen im Kanton St. Gallen. Der Regierungsrat des Kantons St. Gallen genehmigte am 26. März das Strassenausbauprogramm für das Jahr 1930. Demnach werden ausgebaut die Strecken: Muolen-Wiesenthal, Werdenberg-Mädle, Sevelen, Sargans-Ragaz, Bahnhofstrasse in Wallenstadt, Wallenstadt-Mols, Mols-Unterterzen, Kaltbrunn, Bütschwil-Lüttisburg, Bronschhofen, Brunnadern, Rossrüti. Die Kosten dieses Ausbaues belaufen sich auf Fr. 1,143,000. Zu diesen Ausgaben für Teer- und Aspha't- Betonbeläge kommen noch Fr. 211,900 für; Pflasterungen und Zement-Betonbeläge, bituminöse Oberflächenbehandlung Fr. 265,000, Neubauten im Betrage von Fr. 346,000, insgesamt Ausgaben im Betrage von 2,177,800 Franken. mb.