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E_1930_Zeitung_Nr.032

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N°32 Bett. Die Flecken an der Wand sind die Wälder, die Risse die Strassen in dem Lande der Phantasie. Auch eine Hauptstadt ist da: ein Haufen Fliegenschmutz an der Kreuzung zweier Strassen. Ich habe ihr auch einen Namen gegeben. Sie heisst « Stadt des Todes». Nun besitze ich eine Welt, eine Welt für mich. Ich gehe in ihr spazieren, durchwandere ihre Strassen, durchfahre ihre Meere. Ich habe mir auch einen neuen Na- men gegeben: ich heisse Pedro. Ich bin Schmuggler und liebe Carmen. Einen Eisberg sollte ich ihr aus dem Polarmeer holen. Lange war ich unterwegs in meinem Traumlande, schwamm durch die See und kam endlich zum Ziel. Rittlings fuhr ich auf dem Eisberg durch das Meer. Dann war ich ein Zöllner, ein Bandit in den Bergen. Ich lebte tausend Leben in meinem Lande. Einmal war ich eine Fliege. Der Drang nach Freiheit trieb mich hinaus. Ich flatterte, wie es mir gefiel, durch die grünen Täler des Landes, als ich mich plötzlich von allen Seiten umstrickt fühlte — ich war in das Gewebe einer Spinne geraten. Die Spinne kroch heran, ihr unheimlicher samtener Kopf schob sich näher. Gleich zwei blutroten Fackeln trug sie auf ihrem Haupt zwei grausame Augen. Bei jedem ihrer Schritte fühlte ich, wie sich das Netz um mich enger zog. Einer ihrer langen Füsse stiess auf meine Flügel und brach sie ab. «Ich wartete auf dich,» sagte sie. « Bist du der Henker? » schrie ich auf. «Was geht das dich an! Ich bin die Spinne. Erwache, Charrier! Sieh' um dich. Betrachte dein Fenster mit den zwölf Gitterstäben. Fühlst du nicht die eiserne Pritsche unter deinem Körper? Erwache aus deinem Traum. Dort ist die Tür, der Tisch, das Das Mikroskop zeigt Ihnen deutlich die Wirkung des Klinaenschärfers Allegro Herr K. N. in Sp. schreibt uns wie folgt: Seit mehr als l 1 /,, Jahren schärft der Allegro mir die gleiche Klinge derart ausgezeichnet, dass ich mich jedesmal beim Ilasieren über die Vorzüglichkeit des Apparates freue. Klinge nach dem Rasieren Eleganter, kleiner Präzisions- Apparat, m.Spezialschleifstein u. Abziehleder. Vernickelt Fr. 18.—.schwarz Fr.12,— inMesserschmiede-, Eisenwaren- u. allen andern einschlägigen Geschälten. Prospekt gratis durch Industrie A.-G. „Allegro 1 : Emmenbrücke 98 ILuzern) dann auf dem Allegro geschliffen Alkalisches Naturwasser von aussergewöhnlicher Klarheit. Ueberall erhältlich. Guckloch, dahinter der Wärter, der dich beobachtet. Hörst du nicht die Hammers'chläge der Männer, die das Schafott aufschlagen? Erwache, Charrier! » «An diesem Tage,» fährt das Tagebuch fort, « brach die Welt der Hirngespinste, die ich mir aufgebaut hatte, zusammen. Die nackte, schreckliche Wirklichkeit stand vor mir. War es nicht, als ob die Hände der Henkersknechte schon nach mir griffen? Ein So lebte Mecislas Charnor zwischen Wahnsinn, Genialität und Angst Echtes Henniez Mineralwasser kindlicher Gedanke schoss mir durch den Kopf und ich schrie: Mutter — Mutter —» Das Ende... So lebte Mecislas Charrier, zwischen Wahnsinn, Genialität und Angst hin und her taumelnd, die siebzig Tage, die ihm bis zum Tode blieben. Als ihn am Morgen des Hinrichtungstages die Henkersknechte weckten, war er scheinbar ruhig und gefasst. Aber er begrüsste den Henker in einer Weise, dass man glauben konnte, der gefürchtete «Bandit mit den Glacehandschuhen» habe unter den Einwirkungen der durchgemachten geistigen Folter den Verstand verloren. Als der Staatsanwalt ihn nach seinem letzten Wunsch fragte, bestellte er eine Tasse Kaffee und zwei Hörnchen. Er verschlang das Frühstück und rief dann: «Nun will ich mein Lieblingslied singen! » — Und Charrier stimmte die « Carmagnole », das berühmte revolutionäre Lied, an, während die Henkersknechte ihn fiinausschleppten... Im Restaurant. «Herr Wirt, vor dem Gänsebraten ziehe ich den Hut!» «Freut mich, wenn es Ihnen so gut schmeckt!» «Das gerade nicht, aber das Alter soll man ehren!» Festbesoldeten,Angestellten und Beamten werden von erstklassiger Firma in Zürich (kein Abz.-Oesoh.) 3*"" Frühjahrs - Anzüge und Mäntel nach Mass od Konfektion mit bequemer Zahlung, ohne jede Preiserhöhung eeliefert — Anfrag. unt. Chiff. Z 1603 and. Automobil • Revue, Zürich, werden diskret und umsehend behandelt. Vorteilhafte Klein Adler Offer, einige gebrauchte, an Zahlung genommene Schreibmaschinen Klein- Adler, zum Teil wie neu, von Fr. 140.— bis 220.—. 1 Jahr Garantie. Sehr günstige Gelegenheit! Auf Wunsch Zahlungserleichterung. — Verlangen Sie Prospekt u. Schriftproben W. Häusler-Zcpf, Ölten. Ford ladet zum Souper. Die amerikanischen Blätter bringen die Schilderung eines märchenhaften Soupers, das in New York stattfand. Wir entnehmen der Zeitschrift «Die herrschaftliche Küche» den folgenden Bericht: Der Gastgeber des Mahles war Henry Ford. Er hatte, ausser ein paar Geschäftsfreunden Vertreter der Universität Columbia, der Handelskammer und der Vereinigung der Grossindustriellen zu sich gebeten. Ausser den ersteren waren bloss Milliardäre anwesend. Zur Rechten des Automobilkönigs sass ein relativ armer Mann, nämlich Thomas Edison. Links hingegen sass Jules Rosenwald, der grösste Konfektionsinhaber von Amerika, neben diesem Harvey F. Firestone, der amerikanische Kautschukkönig, es' folgten dann E. Thomas Wilson, Präsident des Schlächtertrusts, und Karl M. Schwab, den man als den Kupferkönig der Welt ansehen kann. Unter den Anwesenden sah man noch George Eastman, den Kodakpatentinhaber, der in Amerika wegen seiner Wohltätigkeit besonders beliebt ist. Er stiftete an diesem Abend 300 Millionen Dollar «für diejenigen, denen es nicht vergönnt sei, so gut zu tafeln». Herr Lipton und Herr Wight waren auch da. Man sass an einem Tische, der aus Marmor besteht und die Form eines Pferdes (!) aufweist. Was man tafelte, darüber schweigen sich die Blätter aus, und was man trank, darf im Lande der Prohibition ebenfalls nicht verraten werden. Es dürfte aber nicht schlecht gewesen sein. Amtssprache im achtzehnten Jahrhundert. Ein hübsches Muster schwülstigen Amtsstiles bietet das folgende Schreiben des luzernischen Landvogtes Mohr in Sargans au die acht alten Orte: Verdruss erspart und Zeit gewinnt, wer zum Rasieren Barbex ist die glänzend bewährte, ideale Rasiercreme ohne Pinsel und Seife für starken Bart und empfindliche Haut. Tube ä Fr. 2.— in Apotheken, Drogerien etc. Mustertube gratis. Generalvertretung: Brassart, Pharmazeutica A.-G., Zürich. Moderne Sprach- und Handelslachscliulc mit abschliessendem Diplom. 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An Ihro Gnaden, und Herrlichkeiten Meine gnädig-gebietende Herren und Obere nemme die freyheith Einliegendes Allerunterthänigste Bitt- und Vorstellungsschreiben abzusenden, welches allhiesig-getreuiste Gemeindten Sargans,.Mels, Flumbs, Wallenstath, Warthauw, Vilters, Bärschis, und Tscherlach zu Möglichster, und demüthigister Beantwortung des § 57 letstjährigen Abscheydts zu verfassen für gut erachtet haben. Da nun diesere Ehrfurchtsvolle schrift alleine die Reine Wahrheith enthaltet, so werden Ihro Gnaden, und Herrlichkeithen, Meine Gnädig-gebietende Herren und Obere gnädigst erlauben, das Meine Wenigkeith obige getreue Gemeindt sambt ihrer so trefen anligenheith Ihro Gnaden, und Herrlichkeiten, Meinen Gnädig-gebiethenden Herren und Oberen zu Mildvätterlicher Huldvollm aufnam, und Wohlgefallen underthänigst, wie hiermit beschichtet, anempfehlen dörfe. Der Allmächtige erhalte in ewiger Dauer das Höchste Wohl Ihro Gnaden, und Herrlichkeiten Meiner Gnädiggebietenden Herren und Oberer, Höchstweichen meine geringfügige demüthigist Empfehle, under Göttlichem schütz in alltiefister underwerfung geharrend. Ihro Gnaden und Herrlichkeiten, Meiner Gnädig-gebietender Herren, und Oberer! Underthänigster Diener Mohr, Landvogt. Schloss Sargans d. 27. Marty 1787. Welcher Titel sich der Herr Landvogt beim Oberländer im Gespräch über seine Gnädigen Herren bediente, wenn diese einem seiner demüthigst underthänigst angebrachten Wünsche nicht entsprachen, steht nicht geschrieben... Ein Hundepalast. Die Budapester Hunde gehen herrlichen Zeiten entgegen: die ungarische Gesellschaft für Tierschutz hat einen der schönsten Paläste der Hauptstadt, den Cziraky-Palast, erworben, um ihn in ein Krankenhaus für Hunde umzuwandeln. Jeder der prachtvollen Staatsräume, die hier in langer Flucht liegen, wird für einen bestimmten Zweck eingerichtet, um den vierfüssigen Bewohnern alle Bequemlichkeiten zu bieten. Zentralhei-* zung und marmorne Bäder sind vorgesehen. Es gibt auch eine besondere Barbierstube für Hunde, in denen das Haarschneiden mit den modernsten Maschinen und ebenso das Ohrreinigen besorgt wird. Eine eigene Anlage sorgt für Desinfizierung, und am Nachmittag sind für besonders elegante Hunde Ausfahrten im Kraftwagen vorgesehen. Auch die Hunde ärmerer Leute finden Unterkunft im «Sanatorium», wenn sie krank und erholungsbedürftig sind; man kann hier schon Tiere für 25 Rappen den Tag unterbringen, Eine Ziege, die Banknoten frisst. In einem Dorf des französischen Departements der Somme erschien der Eigentümer eines Bauernhofes, um mit seinem Pächter abzurechnen. Der Pächter bezahlte und hatte hundert Franken Rest zu bekommen. Er ging in den Stall, wohin ihm der Verpächter nachkam, eine zusammengefaltete Hundertfrankennote in der Hand. «Hier, da hast du das Geld», sagte dieser. Aber im selben Augenblick schnappte eine Ziege nach der Note, riss sie dem Mann aus der Hand und frass sie auf. Zuerst waren die beiden Bauern sprachlos vor Staunen. Dann begannen sie heftig zu disputieren. «Es tut mir leid,» erklärte der Verpächter schliesslich, «aber ich habe dir schon gezahlt.» — «Was! Du hast mir gezahlt! Nicht schlecht!... Ich habe doch nichts bekommen!» — So, du hast nichts bekommen? Und die Ziege da?.-. Ist das nicht deine Ziege? ... Die hat's gefressen, folglich ist es in dein Eigentum übergegangen. » — «Schon recht! Aber du musst einsehen, dass sie mir die Note nicht geben wird... Also musst du nochmals zahlen! Du hast das Geld an die unrichtige Stelle gegeben... Dafür kann ich nichts.» Die zwei einigten sich nicht und nun wird sich das Gericht mit der Sache beschäftigen müssen. Ein Hut ist kein Regensckirm! Also mute man ikm audi nlciit so viel zu. Mit besonderem "Wohlgefallen werden Sie unsere neuen Modelle igSo betrachten, denn es lieifjt ja: Ein sdiöner Hut ziert den ganzen Mann! MMATnilAt 71 7MDiru iiuuiTn II A I

WO 32 — 1030 AUTOMOBIL-REVUE 13 Frauenberuf und Heiratskarriere Welch interessante Perspektiven! Eine amerikanische Zeitschrift kam auf diese originelle und sicher vielbeachtete Idee, an mehrere berufstätige Frauen die Frage zu richten, ob ihr Beruf Chancen für eine Heirat biete. Die beneidenswertesten Damen scheinen die Kellnerinnen zu sein, die den Rekord an Verheirateten ihres Berufes für sich beanspruchen dürfen. Schlimm steht es mit den Telegraphistinnen, die am wenigsten Möglichkeiten zu haben scheinen, in den Hafen der Ehe zu segeln. In der «Münchn. Telegramm- Zeitung» erfährt man über die Rundfrage interessante Einzelheiten: Eine junge hübsche Stenotypistin, die befragt wurde, erklärte: «Für uns ist es überhaupt nicht schwer, einen Heiratskandidaten zu finden, denn eine hübsche, Junge Bureauangestellte braucht nicht weit zu gehen, um einen Mann zu finden. Die einfachste Gelegenheit zu heiraten findet sich in ihrem Beruf, wenn der Chef noch kein Ehemann oder Bräutigam ist. Ich habe viele Kolleginnen, die auf diese Art und Weise Heiratskarriere gemacht haben. Ausserdem ist es auch für uns nicht schwer, ausserberuflich einen Gatten zu finden, denn die Männer schätzen ja eine berufstätige Frau, noch dazu, wenn sie intelligent, gebildet und selbständig ist.» Weniger Aussichten zu heiraten bestehen für die Aerztinnen. Eine Aerztin, die ich interviewte, erklärte : «Ich weiss nicht, woran es liegt, aber alle meine Kolleginnen beklagen sich, dass sie keinen Mann finden. Unser Beruf ist zu ernst und schliesslich will auch kein Mann eine Frau haben, die klüger ist als er. Wir müssen unsere Männer unter den leichtsinnigen jungen Leuten oder in Künstlerkreisen suchen. Es kommt sehr oft vor, dass der Mann einer Aerztin nur ein armer Musiker ist.» Eine Sportgrösse erzählt: « Heute ist der Sport so modern geworden, dass auch Damen, ebenso wie Männer, durch gute sportliche Leistungen berühmt werden können. Eine Schwimmerin, Tennisspielerin, Biskunstläuferin oder Fechterin findet sehr leicht einen Mann, um so mehr, als sie viel reist und dadurch viele Menschen kcntien .ernt, unter denen sich fast immer ein Heiratslustiger befindet. Ein Girl beantwortete meine Fragen mit einer Gegenfrage : «Haben Sie schon einmal ein Girl gesehen, das verheiratet war? Wir können uns das wohl leisten, aber wir wollen nicht. » Eine Filmschauspielerin antwortete mir : «Wir müssen heiraten. Glücklich oder unglücklich, ganz gleich. Zu unserem Beruf gehört es, dass wir einen Mann haben. Es ge- zu meinem Bad niemals irgendwelche Toi- Fichtennadel usw. verwendet, nügt auch nicht, dass die Welt von unslettewasser, spricht, sie muss auch von unserem Mann ich habe auch niemals in Kuh- oder Eselsmilch gebadet und erkläre hiermit feierlich, sprechen. Der Mann einer Schauspielerin ist meistenteils ein Boxermeister, ein berühmter dass alle noch so sensationellen Nachrichten, Schauspieler, ein Dollarmillionär oder ein dass ich mir zum Beispiel zwei junge Eselinnen halte, die nur die Milch für mein tägli- Fürst. Wir brauchen solche Männer. Sie müssen für uns Reklame machen.» ches Bad zu liefern haben, erfunden sind. Die Kellnerin dagegen erklärte mir folgendes : Wilde Orchideen... «Jeder Mann wünscht sieh eine Frau, die Und doch wurde ich in Amerika zum ihn vor allen Dingen zu Hause gut bedient, Parfüm bekehrt. Ich bekam natürlich Tag denn nichts geht über die Bequemlichkeit, für Tag Mustersendungen grosser amerikanischer und Pariser Firmen mit den erlesen- und ausserdem geht Liebe ja bekanntlich durch den Magen. Kellnerinnen finden sehr sten Wohlgerüchen in den herrlichsten geschliffenen Flakons. Ich gestehe, dass ich leicht einen Mann, auch wenn sie nicht schön sind. Wir werden von Freiern regelrecht bestürmt.» Die arme Telephonistin hingegen erklärte mir : Wir werden von den Männern gehasst, denn keine von uns kann die Männer bedienen, dass sie nur einmal mit der von uns hergestellten Verbindung zufrieden wären. Ich möchte wohl gerne heiraten, aber hört ein Mann, dass ich Telephonistin bin, sucht er sofort das Weite, denn er glaubt, mit mir könne er nur höchstens eine falsche Verbindung eingehen.» Parfüms Von Greta Garbo. In vielen Filmen konnte man die Schwedin Greta Garbo schon bewundern, nicht nur weil sie die ideale. Blondine ist, sondern weil ihr Spiel vor allem das Spiegelbild eines äusserst sensiblen und feinen Menschen ist, dessen geistige Fälligkeiten erheblich über das Starniveau sich erheben. Sie erzählt hier von ihrer Bekehrung zum Parfüm: Macht Parfüm unpersönlich? Es mag der hübsche Gedanke eines Dichters gewesen sein, die Frau in Blumenduft einzuhüllen, ihr die «Seele der Blume» zu geben, sicherlich war es aber der Gedanke eines Menschen, dem die Seele einer Frau nicht genügte. Das waren meine ersten « Bedenken» gegen Parfüms im allgemeinen. Mein erster Auflehnungsgedanke gegen die verlockenden Erzeugnisse französischer Firmen, die ich in Kristallflakons in den Schaufenstern grosser Firmen meiner Heimatstadt sah, entsprang der Angst, durch die Verwendung solcher Parfüms «unpersönlich» zu wirken, und das war etwas, wovor ich mich seit jeher fürchtete. Man versuchte manchmal, mich zu überzeugen, dass gerade das Gegenteil zutreffend sei, dass Parfüms, «individuell» erwählte Parfüms, die Persönlichkeit der Frau nur unterstreichen, ich fand aber (und finde es ? noch heute), dass eine echte Frau die Unterstreichung ihrer Persönlichkeit einfach nicht notwendig habe und blieb nach wie vor eine Gegnerin der Parfüms. Ich bin also lange Zeit ohne Parfüm ausgekommen. Selbst zur Körperpflege hielt ich es nicht für notwendig, da ich der Ansicht bin, dass klares, möglichst kaltes Wasser immer am besten sei. Ich habe durch all diese funkelnde Herrlickeit nicht zu rühren war, bis eines Tages die Etikette eines einfachen Fläschchens mir auffiel. «Wild Orchids» stand darauf. Wilde Orchideen ... Ich hatte bis dahin gar nicht gewusst, so erzählt Greta Garbo weiter im «N. W. J.», dass Orchideen auch riechen können. Aus Neugierde öffnete ich also das Flakon, um den Geruch meiner Lieblingsblumen, denn das sind Orchideen immer gewesen, zu spüren. Ich muss gestehen, dass der Eindruck faszinierend war. Es war ein Duft, der sich nicht brutal vordrängt, sondern der erst langsam aufsteigt. Ein eigentümlich fremder, süss-herber Geruch, der eine gewisse Traurigkeit und Sehnsucht vermittelte. In meiner Heimat wachsen keine wilden Orchideen, und dennoch gab mir dieser Duft irgendwie etwas Vertrautes, längst Vergessenes wieder. Vielleicht gibt es bei uns zu Hause, auf den endlosen, rostroten Wiesenflächen irgendwelche Blumen, den wilden Orchideen verwandt. Jedenfalls wusste ich, dass ich diesen Duft schon einmal gespürt hatte, wenn ich im Herbst über eine meiner Heimatwiesen ging, und der Wind mir den Duft der Blumen zutrug. Vielleicht ist auch mein Heimweh unterbewusst so stark, dass es durch ganz flüchtige Assoziationen zum Emporflammen gebracht werden kann. Vielleicht liebe ich in dem Duft von «Wild Orchids», irgendetwas Unbekanntes, Fernes ... Vielleicht sind Parfüms doch die unerfüllten Wünsche der Frau, wie irgendein Dichter behauptet hat. Meine unerfüllten Wünsche werde ich nie verraten, ich finde, dass ich schon genug getan habe, wenn ich mein Lieblingsparfüm verraten habe... • Empfindlich. «Als ich ihn fragte, wie alt er mich schätzte, sagte er dreissig. Da kehrte ich ihm doch natürlich den Rücken zu.» «Sehr richtig, mein Fräulein, auch ich hasse die Schmeichler.» Frau und Sport Die .jugendliche Schwimmerin Fräulein Bonnie Mcaliiig stellte in Sidney mit 1:20,6 einen neueu Weltrekord über 100 Meter Rücken auf. Rekorde von drüben Der Schaukelstuhlrekord. In Amerika hat man bekanntlich für allerlei Dinge Zeit, die wir uns nur aus der Ferne ansehen können. So hat man jetzt in Decatur im Staate Illinois einen Schaukelstuhl- Weltrekord ausgetragen. Es fanden sich 38 Personen jeglichen Alters und Geschlechts ein, setzten sich in ebensoviel Stühle und liessen sich schaukeln. Sie assen, tranken, schliefen, rauchten und machten noch allerlei andere Dinge auf diesen Stühen, bis nach 252 Stunden, also zehn und einem halben Tag, ein junges Mädchen namens Evelyne Baker als Siegerin hervorging. Den andern war es vorher schlecht geworden. Sie darf sich also nun Weltmeisterin nennen, wurde photographiert, abgebildet und bekam an die hundert Heiratsanträge. Hoffentlich braucht ihr zukünftiger Mann nicht den ganzen Tau mit ihr um die Wette zu schaukeln. Der Weltmeister des Bananenessens. Sam Hart, ein ehrsamer Hotelbesitzer d ~r Stadt Key West in Florida, rühmt sich, cL" Weltmeister im Bananenessen zu sein un.l kann darauf hinweisen, dass- noch nierrian l auch nur annähernd den Rekord erreic : hat, der er vor 40 Jahren bereits aufstell ., als er in genau einer Stunde 168 grosse B..- nanen verzehrte. Damals war er ein Anfänger. Die Methode, die er anwendet, macht es jedem andern Sterblichen unmöglich, aitf diesem Gebiete mit ihm in Wettbewerb zu treten. «Ich kaue die Bananen nicht >, sagt er, « sondern ich schlucke sie nur hinunter. Wenn ich mich darauf eingelassen hätte, d : e Dinger erst zu kauen, dann würde' ich es niemals zum Weltmeister gebracht haben. » r MARFINI Privat -Vorstellungen MARFIHI der bekannte Zauber - Passendes Programm lür jeden gesellkünstler und Telepath schaftlichen Anlass. Prima Referenzenwenden an LUZERN, Geseenetmattstr. 2, Tel. 31.74 iP. A. Marfurt) Mitgl. A. C S. Luzern empfiehlt sich spez. für Interessenten wollen sf~h J Dann erst ist's wirklich ein Genuß, dann macht der eigene Garten Freude, wenn lauschige, schattige Plätzchen zu träumendem 'Verweilen einladen. Eine behagliche Bank, einige farbige, heimelige Sessel, ein Tischchen zum Tee, zum Nähen und Plaudern und Sie fühlen sich geborgen. Alles in guter S.S.S.- Qualität. S UTER-8Tfl EH LER SOHNES Ausstellungsstrasse 36 — Ecke Hafnerstrasse neben Neubau Gewerbeschule: Tramhalte Klingenstr.. Linie 4 u. 12 Wachenprogramm I 7 hie 1.1 Inril I BERN: STADTTHEATER: Mo.: abends: Marlus. Di.: abends: Marius. 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