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E_1930_Zeitung_Nr.031

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Notizen gestzgcbung

Notizen gestzgcbung seien dem Bundesrat in einem Schreiben zu unterbreiten. Diese Wünsche Zur Diskussion über Motorfahrzeuggesetzgebung im Zürcher Kantonsrat. Das Postulat eidg. Automo'bilgesetz bis spätestens Ende gipfelten in der Erwartung, dass das neue KUgi, das hauptsächlich wegen seinem Verlangen nach Nachtfahrverboten für Lastwa- event. Volksabstimmung passiert habe. Fer- 1932 durchberaten sei und bis dann auch eine gen und Motorräder von sich reden machte, ner sollen in diesem Gesetz verankert sein: ist seinerzeit bekanntlich zur neuen Vernehmlassung an die Kommission, welche Nachtfahrverbot für Lastwagen, Nachtfahr- die Regelung der Arbeitszeit für Chauffeure, unter dem Vorsitz von Herrn Gassmann verbot für Motorräder mit starkem Lärm, tagt, zurückgewiesen worden. Die Kommission hatte sich hauptsächlich mit dem Vor-Die Mehrheit der Kommission bescbloss nun Verbot der Besteuerung der Fahrräder etc. schlag der Minderheit zu befassen, die Wün-mische betreffend Neuregelung der Automobiltragen, es sei der Vorschlag auf 6 gegen 4 Stimmen, dem Rate zu bean- Ausfertigung AUTOMOBIL-REVUE 1930 - eines Schreibens an den Bundesrat abzulehnen. Dieser Antrag ist nur zu begrüssen, denn wenn jede dissidente Gruppe in allen kantonalen Parlamenten ihre besonderen Wünsche bezüglich des neuen Automobilgesetzes dem Bundesrat mit auf den Weg geben wollte, so würde gerade die gleichzeitig geforderte Beschleunigung der Vorarbeiten und der Beratung verunmöglicht. Die mit den einschlägigen Verbänden geführten Verhandlungen des Departementes sowie die Herbeiziehung von .Fachleuten aller Art bei der Ausarbeitung des Entwurfes bieten genügend Gewähr dafür, dass den hauptsächlichsten Interessen aller Strassenbenützer Rechnung getragen werden kann. i>! na dass noch jeder Kantonsrat sein Licht ei!.!iten lässt, wie dies der einseitig bahnonentierte Herr Kägi anstrebt! z.. Haben Sie unsere Aprilscherze in Nr. 30 herausgefunden? Haben wir Sie tatsächlich in den ApriJ geschickt? Wir werden in Nr. 32 unsere Erklärungen abgeben und bitten Sie bis dahin um Verzeihung. • • • Absperrung Staatsstrasse Worben-Lyss. TJcher die Sperre vom nächsten Sonntag ist Genaueres auf der Tabelle «Gesperrte Strassen», Seite 6 ersichtlich. Gebnüden Tuschen & Co. Zürich, Hand türm stp. 201. Qualitätsarbeitenifür jeden Zweck> Reparaturen: eigene SattlepeLWagneneLSpenglerei und Schmiede. Allwetter-Karosserien. wochenpraeramm 4. bis 8. 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N°3i - 1930 Motor-Camping. Ein neuer Sport Der bekannte Soziologe Werner Sombart hat behauptet, dass die heutige Völkerwanderung der Individuen bei weitem nach Masse und nach Intensität die so berühmt-berüchtigteVölkerwanderung des frühen Mittelalters übertreffe. Absolut genommen ist das fraglos richtig: denn jenes Europa war überaus spärlich bevölkert und auch wenn ganze Stämme «wanderten», so waren doch nur wenige tausend, höchstens hunderttausend Individuen auf den Beinen, eine Bagatelle im Vergleich zu den ungezählten Millionen, die heute durch Bahn, Schiff und Auto in Bewegung gesetzt werden. Aber auch relativ wird es so sein. Der moderne Mensch ist unsäglich beweglicher als je ein Mensch der Vergangenheit war. Noch Vor der französischen Revolution war es ein Grosses, wenn ein Thuner der untern oder mittlern Schich-, ten einmal im Leben nach Bern kam oder ein Stadtberner dieser Schichten nachThun. Und heute! Gelegenheit macht nicht nur Diebe, sondern noch allerlei anderes. Aber nun hat sich innerhalb dieser allgemeinen modernen Völkerwanderung eine spezielle entwickelt — zunächst natürlich in Amerika — die schon enorme Dimensionen aufweist und noch gewaltig wachsen wird: Motor-Camping. Dem Mailänder «Corriere della sera» schreibt ein Italiener aus New York, dass im letzten Jahr sage und schreibe elf Millionen amerikanische Bürger mit dem Auto von einer Lokalität zur andern das immense Territorium der Vereinigten Staaten gewissermassen touristisch abgrasten, indem sie sich an den touristisch bemerkenswerten Orten auf unbestimmte Zeit im Autohaus oder Zelt häuslich niederliessen. Die Bewegung daure das ganze Jahr an, sei aber am intensivsten im Sommer und im Winter, indem in der heissen Jahreszeit die kalten Gegenden aufgesucht würden, in der kalten dagegen die berühmten Distrikte der nordamerikanischen «Riviera». Dann gebe es auch speziell interessante Gegenden, so namentlich Kalifornien, das auf alle Bewohner des ungeheuren Landes einen Zauber sui generis ausübe, ferner Mexiko, wo man sich Lokal- ' färbe und die berühmtesten Schnäpse ohne Gefährde leisten kann, ferner die grossen Nationalparks,,wo man mit dem aus allen Indianergeschichten uns wohlvertrauten Grizzli, der aber in diesen Parks ein fast harmloses Tier ist, nächste Bekanntschaft sohliessen kann, und dann namentlich das paradisische Florida. Und die Bewegung wachse und wachse, je mehr das Strassennetz ausgebaut werde. Noch vor fünf Jahren seies es wenige Tausende gewesen, jetzt, wie gesagt, schon elf Millionen. Der Motor-Camper sei ja nicht mit dem Touristen zu verwechseln. Diesem sei es nur darum zu tun, möglichst schnell von einem bestimmten Ort zu einem andern zu gelangen; hingegen der erstere «bummle» ziellos, bis er eine ihm zusagende Gegend gefunden -habe, einen romantischen See, einen grandiosen Ausblickspunkt. Hier lasse er sich dann auf unbestimmte Zeit nieder, allenfalls auch wohl mitten in einem Walde, und «campiere». Erster und wichtigster Bestandteil der Ausrüstung sei ein Zelt, natürlich mit allem Komfort. Zu diesem Komfort gehört ein Wollsack, in den man hineinschlüpfen kann wie die Polarjäger in den Pelzsack, und mit Hilfe allenfalls von ein paar Decken könne man jeder Temperatur Trotz bieten. Dann ein Schrank mit Petrolofen, Nahrungsmitteln in Büchsen. Dieser Kasten ist so gebaut, dass er auch als Tisch dienen kann usw. So lerne der Amerikaner, der sich bis jetzt um die Schönheiten seines Landes wenig gekümmert-habe, dieses Land kennen und auch nach dieser Seite lieben. Die Naturschönheiten seien aber unerschöpflich; beispielsweise habe der einzige Staat Maine ungefähr 1500 bezaubernde Seen mit Tausenden von Flüssen, Flüsschen und Bächen, die durch wunderbare Birken- und Nadelholzwälder fliessen. Dies? Wälder bedecken 20,000 Quadratmeilen, und sind reich bewohnt von Hirschen, Elen und Bären. Dieses Camping sei, schreibt der Mitarbeiter des Mailänder Blattes, nicht nur die bequemste und billigste Art zu reisen, sondern auch die heilsamste. «Der wichtigste Vortei des Motor-Campings ist die Verjüngung des Organismus sowohl nach der physischen wie der moralischen Seite. Wer geistig tätig ist, kann in diesem Camping unerschöpfliches Material zu Beobachtung und Nachdenken finden, und wer für die Betätigung des Körpers schwärmt, kann mit völliger Freiheit seinen Trieb auswirken. Er wird Gelegenheit haben zu fischen, zu jagen, zu schwimmen, ausser den übrigen Sports seiner gewöhnlichen Heimat.» So nehme denn dieser Sport rapid überhand und er habe sich schon auf die Arbeiterwelt ausgedehnt. Beispielsweise Seite der Unterhaltung hätten letztes Jahr 30,000 Arbeiter New Yorks in der «Bear Mountain» genannten Gegend diesem Sport obgelegen und der Staat New York, der diese Gegend als Naturpark eingerichtet hat, habe Vergünstigungen gewährt. Europa und namentlich dicht bevölkerte Länder wie die Schweiz haben nun freilich nicht so viel freies Land wie die noch «halbwilden» Vereinigten Staaten, die vor 150 Jahren von wenigen Millionen Trappern und Wilden bewohnt waren. Bei uns ist jeder Fussbreit Land in festen Händen und Motor-Camping in amerikanischem Stil würde bedenklich in die Nähe dessen kommen, was wir «zigeunern» zu nennen gewohnt sind. Aber die heilsame, «entspannende» Wirkung dieses Sports ist durchaus glaubhaft und ebenso, dass ein fast magischer Reiz von dem Sport ausströmt In jedem nicht ganz Verbildeten steckt ein Stück Robinson. Und das muss namentlich auf diejenigen unter den Sportmenschen wirken, die Sport um des Sportes willen treiben möchten. Bun««-> Chronik Das Auto im Dienste der Reklame. Wozu doch das Auto alles da ist! Vor ein paar Tagen schickte Mussolini in Anwesenheit von vielen Zuschauern seinen himmelblauen « Weizenzug » von Rom aus auf die Wanderschaft, die nach dem Süden führen und deren Bestimmung die Aufklärung sein soll, Orientierung der Bevölkerung über die Vorteile emer modernen und rationalisierten Ackerbauwirtschaft Man will jetzt in Italien vor allem die Unabhängigkeit in der Getreideversorgung erkämpfen. Die Wagen lassen sich seitwärts öffnen, und so bieten sie dem Bauer eine Uebersicht über die Eigenschaften des modernen Ackerbaubetriebes; anhand von Tabellen, Statistiken und Bildmaterial wird dies dem ländlichen Publikum eingebläut. Der Wagenpark verfügt über Einrichtungen für Filmvorführungen, er besitzt drahtlose Empfangsstation, hat Lautsprecher, grosse Aufschriften aus Reden von Mussolini zieren die Wände, und so zieht diese- wandernde Reklame von Ort zu Ort und verkündet gleichzeitig die unbeschränkte Verwendungsmöglichkeit des Automobils... mb. AUTOMOBIL-REVUE Das geflügelte Auto. In Amerika ist man auf dem Gebiete der beschleunigten Fortbe wegung wieder einen Schritt weitergekommen, wenn auch die Erfindung zunächst wie ein Akrobatenkunststück anmutet. Man startete in zahlreichen Versuchen mit einem Flugzeug von einem in höchster Geschwindigkeit fahrenden Auto aus. Mit Hilfe eines besonderen Gestells kann das leichte Sportflugzeüg sich vom sehr rasch fahrenden Automobil aus erheben. Beim Start wurden beide Motoren miteinander angeworfen und das Auto in Bewegung gesetzt. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km erhob sich das Flugzeug langsam vom Auto in die Luft. Das Flugzeug- Mutterschiff dürfte in Amerika also jetzt durch das «Flugzeug-Mutterauto» ersetzt werden, zweifellos wird die originelle Idee auch sportlich ausgenützt Zum eigentlichen «geflügelten Auto» ist es jetzt nur mehr noch ein Schritt. Das Ganze wird eine Frage genügend grosser Motorenanlagen und der geeigneten Konstruktion sein. mb. Ein grosser Autofeind gestorben... Marcel Deconnier hiess er, sein Hass gegen das Automobil war ganz Paris bekannt, er übte fast ein Menschenalter das Amt eines guten, alten Droschkenkutschers aus und stand auf einem verlorenen Posten in seinem Kampf gegen das Auto, und nun ist er dem Feind selbst zum Opfer gefallen. Deconnier war seit 1875 Droschkenkutscher; er trieb täglich seinen Gaul, die treue « Cocotte» durch die Strassen von Paris und beobachtete mit stillem Ingrimm, wie sein© Kollegen einer nach dem andern das alte Pferdefuhrwerk aufgaben und sich dem Automobil zuwandten. Aber Deconnier schwur seinem Gau ewige Treue, fuhr durch die Stadt und knurrte zwischen den Zähnen: «Wenn der Tag kommen sollte, da es nur noch eine einzige Pferdedroschke in Paris geben sollte, so bin ich der Kutscher!» Vor ein paar Tagen fuhr er mit einem Fahrgast durch das Bois de Boulogne; Cocotte trabte in ihrem gewöhnlichen steifen Gang, während Deconnier auf seinem Posten friedlich döste. Plötzlich stand der Feind ein grosses Auto, vor der armen Droschke es stiess mit dem Fuhrwerk' zusammen unc Deconnier lag gefällt, schwer verletzt, al Opfer seines Todfeindes am Boden. Man hob ihn schwer verletzt auf. Er starb vor einigen Tagen... mb. • * * Linkskurven dürfen unter keinen Umstanden geschnitten werden, es sei denn, dass man sie, und die Fortsetzung der Strasse dahinter, voll und ganz übersehen kann. Unter den Automobilkäufern gibt es wohl wenige, die nicht wissen wollen, was sie für ihr Geld bekommen. Der Besuch des Genfer Salons ist deshalb für jeden Kaufliebhaber von praktischem Wert. Wer daran verhindert war f der kann sich durch die grosse Katalognummer der Illustr. Automobil-Revue orientieren. Dieses Heft ist als Jahresschau der Automobile aller Länder soeben erschienen. Als Ergänzung zum Genfer Salon enthält es in Wort und Bild eine Beschreibung der 300 Automobilmarken und Typen, die im regulären Handel unseres Landes angeboten werden. AUS DEM UEBRIGEN INHALT UNSERER SONDERNUMMER: Eine Schaustellung der schönsten Karosserien - Wegleitende Grundsätze beim Kauf eines Wagens - Finanzierung des Landstrassenbaues - Oberitalien und oberitalienische Riviera - Fahrprüfung in U. S. A. - Abriss der Geschichte des Automobils - Das Autostrassennetz der Schweiz. Diese Sondernummer, von der noch einige Exemplare vorhanden sind, ist im Abonnement unserer „Illustrierten* inbegriffen. Preis für Abonnenten der Wochenausgabe nur Fr. 6.— statt Fr. 10.—. Sie kann aber auch für sich allein zum Preis von Fr. 2.— bezogen werden. Administration der Automobil-Revue (In offenem Kuvert mit der Aufschrift „Drucksache" versehen and mit 5 Rp. frankiert der Administration der Automobil-Revue einzusenden) Der unterzeichnete Abonnent der Wochenausgabe der „Automobil-Revue" wünscht: Bern 1 Jahres-Abonnement der „Illustrierten Automobil •Revue", elnechliessl. Jahressohau 1930, zum Vorzugspreis von Fr, G.— *) 1 Expl. der Jahresschau 1930, zum Vorzugspreis von Fr. 2.— *) Der Betrag ist per Nachnahme mit Porto-Zuschlag zu erheben. t Nichtzutreffendes streichen. BUCHERZETTEL den.