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E_1930_Zeitung_Nr.033

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Hindernis rechtzeitig

Hindernis rechtzeitig wahrnehmen kann. Ihre Scheinkraft soll auf mindestens 30 Meter genügen. Motorfahrzeuge, die eine Geschwindigkeit von über 30 Kilometern in der Stunde erreichen können, sollen überdies vorn mit zwei Lichtern versehen sein, welche die Strasse auf einer Strecke von 1000 Metern beleuchten. Der Gebrauch dieser Scheinwerfer ist in Ortschaften nicht gestattet. Von den einspurigen Motorfahrzeugen wird selbstverständlich vorn ebenfalls ein weisses, nicht blendendes oder ein abblendbares und hinten ein rotes Licht verlangt. Der Polizeidirektion ist es vorbehalten, über diesen ganzen Fragenkomplex noch genauere Vorschriften aufzustellen. Einspurige Motorfahrzeuge, bei denen eine zweite Person mitgeführt werden soll, müssen hiefür besonders eingerichtet und mit einem zweiten Sitz versehen sein. Das Mitführen mehrerer Personen ist verboten. Die Verkehrsbewilligung ist bei Veräusserung der Motorfahrzeuge übertragbar. Diese ist dem Strassenverkehrsamt spätestens binnen acht Tagen mitzuteilen. Fahrzeuge, die den Verfügungen des Strassenverkehrsamtes und der Polizeidirektion nicht nachkommen, können beschlagnahmt werden. Soweit die Bestimmungen über die Motorfahrzeuge, die im grossen und ganzen den Bedürfnissen des modernen Verkehrs und der Strassensicherheit entsprechen und unter Vorbehalt gewisser Bestimmungen auch vom Automobilisten angenommen werden können. Das neue st. gallische Strassengesetz. Es ist noch nicht so lange her, da war ein Strassengesetz gegenüber anderen Erlassen des Gesetzgebers von durchaus untergeordneter Bedeutung. Die Eisenbahn schien allen Verkehr an sich zu ziehen und man glaubte, die Bedeutung der Strassen gehe immer mehr zurück. Wir sind in den letzten Jahren eines Bessern belehrt worden. Seit dem Weltkrieg hat sich mit der Entwicklung des Automobilwesens die Wichtigkeit der Strasse ungeheuer gesteigert. Damit wuchs auch die Bedeutung der Strassengesetzgebung. Allerdings ist das Tempo des Gesetzgebers nicht das gleiche wie dasjenige des Technikers. Immerhin ist es erfreulich, zu konstatieren, dass auch auf diesem Gebiete Jahr für Jahr neue Fortschritte gemacht werden. Schon haben sich einzelne Kantone zeitgemässe Verkehrsordnungen geschaffen. Ein eidgenössisches Verkehrsgesetz ist in Vorbereitung. Es verspricht, ein fortschrittliches,,der Entwicklung keine Hemmnisse entgegensetzendes Gesetz zu werden. Auch die Strassengesetzgebung passt sich immer mehr den Verhältnissen an. Sie ist — der bundesstaatlichen Teilung der Kompetenzen entsprechend — Sache der Kantone. Als neuestes Erzeugnis der kantonalen Strassengesetzgebung ist das neue Strassengesetz des Kantons St. Gallen zu nennen, das vor kurzem in Kraft getreten ist. Das neue Gesetz entspricht einem langgefühlten Bedürfnis. Schon während der Kriegszeit war die Revision des alten Strassengesetzes in die Wege geleitet worden. Die Perimeterlasten waren drückend und es regnete Proteste. Ein Gesetzesentwurf des Baudepartementes hatte gesetztechnisch we-^ sentliche Vorteile, bot jedoch dem privaten Grundbesitz keine Erleichterung. Als wesentliche Neuerung enthält das neue Gesetz eine Neuordnung des Perimeterwesens. Die Behörden sind gehalten, in Zukunft für die Erstellung öffentlicher Strassen mehr öffentliche Mittel zur Verfügung zu stellen als bisher. Nach Artikel 11, Absatz 2 und 22, Absatz 2 des neuen Gesetzes darf die Belastung der Bodeneigentümer für Bau und Kor- •ektion von Staatsstrassen nicht mehr als 25% der gesamten Erstellungskosten betragen; bei Gemeindestrassen und Gemeindewegen nicht mehr als 50 %, bei Nebenstrassen und Nebenwegen nicht mehr als 75 %. Die Gemeinden sollen also in Zukunft keine Strassen einzig und allein auf Kosten des Perimeters bauen können. Wenn Grundbesitzer über die Bedürfnisse des Verkehrs und der Bautätigkeit hinaus Strassen bauen wollen, können sie von den Gemeindebehörden zum Bauen ermächtigt werden. Die Pläne bedürfen der behördlichen Genehmigung. Art. 11, Absatz 1 und Art. 22, Absatz 1 bestimmen, dass der einzelne Grundeigentümer nicht zu einer Leistung verpflichtet werden darf, welche grösser ist als der Mehrwert, den sein Grundstück durch den Strassenbau erfährt. Die Feststellung dieses Mehrwertes erfolgt durch eine sorgfältige Prüfung des Zustandes der Liegenschaft vor und nach der Erstellung der neuen Strasse. Vom Standpunkt der Billigkeit ist die Einführung dieser Mehrwertbestimmung etwas ganz natürliches und es ist nicht recht verständlich, weshalb sie stark angefochten wurde. Im Gegensatz zur bisherigen Regelung müssen nach dem neuen Strassengesetz alle Streitigkeiten über die öffentliche Beitragspflicht an Strassen und Wegen in einem einheitlichen Verfahren zum Austrag kommen. Die bisherige Zweiteilung unter Regierungsrat und Gerichte hat sich nicht bewährt. Als neue Entscheidungsinstanzen werden eine Schätzungs- und eine Oberschätzungskommission eingesetzt. Die Schätzungskommission wird vom Regierungsrat von Fall zu Fall bestellt; die Oberschätzungskommission besteht im Einzelfalle aus einem Kantonsrichter und zwei Mitgliedern der Oberschätzungskommission (welche im ganzen sechs Mitglieder zählt). Eine andere Ordnung wurde für die Güterstrassen, welche nicht dem öffentlichen Verkehr dienen, aufgestellt. Es handelt sich bei den Beiträgen an Güterstrassen um Subventionen zur Unterstützung der Landwirtschaft, nicht um Förderung des allgemeinen öffentlichen Verkehrs. Wo im Streitfall die Behörden über den Bau solcher Güterstrassen beschüessen, müssen sie von Gründen der Bewirtschaftung ausgehen und nicht von allgemeinen Verkehrsbedürfnissen. Da kein öffentliches Werk im engen Sinne vorliegt, fehlt auch die Grundlage, die Kosten, welche über den Mehrwert der Grundstücke der direkt Beteiligten hinausgehen, der Allgemeinheit aufzuerlegen. Für Verkehrsinteressenten wichtig ist noch die Neuerung des Gesetzes, dass beim Bau von Trottoirs längs den Staatsstrassen und für die erstmalige Erstellung künstlicher Beläge von Staatsstrassen neben dem Staat nur noch die politischen Gemeinden finanziell beteiligt sind, nicht mehr die Grundbesitzer. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Gemeinden unter bestimmten Voraussetzungen die Hälfte ihrer Auslagen auf die Anstösser abwälzen können. Die Automobilisten wird es besonders interessieren, dass nach dem neuen Gesetz die gesamten Steuern auf Motorfahrzeuge für den Ausbau und den vermehrten Unterhalt der Staatsstrassen Und der dem Durchgangsverkehr dienenden Gemeindestrassen, sowie für vermehrte Strassenpolizei verwendet werden müssen. Während der ersten Bauperiode (bis zum Ausbau der Staatsstrassen), d. h. für die nächsten sechs Jahre, soll der gesamte Steuerertrag für die Staatsstrassen verwendet werden. Wenn man das neue Gesetz mit der frühern Ordnung vergleicht, muss man dem Gesetzgeber zu seiner Arbeit gratulieren. Der Kanton St. Gallen hat heute eines der fortschrittlichsten Strassengesetze der Schweiz. .. .,. Gr. SpezialVorschriften als Fallen für Fahrer anderer Kantone? Das Bezirksgericht Horgen hat nach eingehender Beratung kürzlich einen Entscheid getroffen, der von grundsätzlicher Bedeutung ist, weil er anerkennt, dass ein Automobilist, dessen Fahrzeug nach den Vorschriften seines Wohnsitzkantons ordnungsgemäss ausgerüstet ist, nicht in einem andern Kanton, den er durchfährt, belangt werden kann, weil sein Fahrzeug nicht in allen Punkten den besondern Vorschriften, die dieser Kanton aufgestellt hat, entspricht. Es lag folgender Tatbestand zu Grunde: Ein Lastauto einer grossen Luzerner Firma war mit Anhänger in den Bereich des Bezirkes Horgen, also des Kantons Zürich, gekommen. Lastwagen und Anhänger entsprachen den Vorschriften im Kanton Luzern und warü von der dortigen Motorfahrzeugkontrolle zum Verkehr zugelassen worden. Im Kanton Zürich besteht jedoch eine besondere Vorschrift, wonach Anhängerwagen nicht nur das im Konkordat vorgeschriebene rote Schlusslicht am hintern Ende des Wagens, sondern auch zwei weisse Lichter an der Stirnseite des Wagens haben müssen; es wird also für sie dieselbe Beleuchtung wie für die mit eigener Kraft angetriebenen Fahrzeuge verlangt. Der erwähnte Anhänger besass nun diese Lichter an der Stirnseite des Wagens nicht. Der Chauffeur wurde deshalb gebüsst. Aus grundsätzlichen Erwägungen heraus stellte daraufhin die Subdirektion Zürich der DAS das Begehren um gerichtliche Beurteilung des Falles. Diesem Begehren wurden folgende Erwägungen zu Grunde gelegt: Die Abnahme eines Fahrzeuges durch die Motorfahrzeugkontrolle irgend eines Kantons hat die Bedeutung der Zulassung zum Verkehr, aber nicht nur für das Gebiet des abnehmenden Kantons, sondern ohne weiteres für das Gebiet aller Kantone, die dem Konkordat beigetreten sind, und darüber hinaus für die ganze Schweiz. Wenn nun ein Kanton für sich allein besondere Einzelvorschriften erlässt, so kann man diese Vorschrift zwar für die der eigenen Motorfahrzeugkontrolle des Kantons vorzuführenden und dort kontrollierten Wagen zwingend machen, nicht aber für die Fahrzeuge aus andern Kantonen, deren Eigentümern auch nicht zugemutet werden kann, dass sie über solche SpezialVorschriften in einzelnen Kantonen orientiert sein müssten, wozu sie gar keine Möglichkeit besitzen, es sei denn, dass sie diese Kenntnis durch einen Zufall oder durch eine Warnung seitens der Behörden des durchfahrenen Kantons erfahren. ÄÜTOMOBIL-REVUE 1930 - 33 Der betreffende Verteidiger konnte vordem Bezirksgericht Horgen, das über den Fall zu entscheiden hatte, auf einen analogen Fall hinweisen. Der Kanton Basel-Stadt untersagt auf seinem Gebiet die Anwendung des Klaxons. Wiederholt sind Autofährer aus andern Kantonen, auch zürcherische, die nichtsahnend von ihrem im Heimatkanton amtlich zugelassennen Klaxon auf Basler Boden Gebrauch gemacht hatten, gebüsst worden. Auf das Begehren um richterliche Entscheidung hin sind jedoch solche Bussenverfügungen aufgehoben worden — eben auch, weil es nicht angängig ist, einen Automobilfahrer wegen etwas zu belangen, das nach den Votschriften seines Wohnsitzkantons zulässig ist, und von dem er nicht ohne weiteres ahnen kann, dass es nun gerade in Basel-Stadt nicht geduldet wird. Das Bezirksgericht Horgen hat nun in der Tat die Bussenverfügung der betreffenden Gemeinde, die in ihrer Haltung überdies vom kantonalzürcherischen Polizeikommando bestärkt worden war, aufgehoben und damit in erfreulicher Weise bekannt, dass Spezialvorschriften eines einzelnen Kantons nicht zur Falle für Fahrer aus andern Kantonen werden dürfen. Immerhin zeigt der erwähnte Fall und zeigen die angeführten Beispiele aus Basel, wie notwendig es ist, dass die Regelung aller solcher Dinge den einzelnen Kantonen entzogen und dem Bunde übertragen werde: ein Verkehr im Zeitalter der Freizügigkeit, für den kantonale Grenzen nicht mehr existieren, selbst Landesgrenzen möglichst geöffnet werden, darf nicht mit Einzelvorschriften von Kirchturm zu Kirchturm belastet werden! V. Das Automobil und der Kanton Schwyz. Die andauernden Anstände mit den schwyzerischen Gemeinden wegen der schikanösen Automobilkontrollen führten im letzten Jahre zu einem fühlbaren, inoffiziellen Boykott des Kantons Schwyz. Der rührige Gewerbeverband des Kantons Schwyz versuchte mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln, auf eine Besserung der unhaltbaren Zustände hinzuwirken. Im Herbst letzten Jahres fand zwischen Vertretern des Gewerbeverbandes und Vertretern des Automobil-Clubs der Schweiz eine Besprechung aller dieser Fragen statt. Es würde dabei festgestellt* dass erfreulicherweise im Jahre 1929 eine ausserordentliche Köfitfolltätigkeit nurniete in de«-Gemeinden; Schwyz und Lauerz ausgeübt wurde,- -während sich die andern Gemeinden des Kantons mit gelegentlichen Kontrollen begnügten, wie sie auch in andern Kantonen vorgenommen werden. Weiter wurde festgestellt, dass durch solche Boykottmassnahmen in der Regel nur diejenigen Kreise zu leiden haben, die den Automobilisten gegenüber durchaus nicht ablehnend eingestellt sind. In der Zwischenzeit hat das schwyzerische Volk durch Genehmigung der nötigen Strassenbaukredite endlich gezeigt, dass es in seiner Mehrheit seine autofeindliche Einstellung aufgegeben hat, und gewillt ist, ein einwandfreies Strassennetz zu schaffen. Der schwyzerische Gewerbeverband verpflichtete sich seinerseits auch fürderhin sein Möglichstes zu tun, um durch Einwirkung auf die Behörden für ein Verschwinden des bisherigen unwürdigen Zustandes zu sorgen. Wir empfehlen deshalb den Automobilisten, speziell über die Osterf eiertage, dem schwyzerischen Volke durch einen regen Besuch seines Landes zu zeigen, welchen grossen Nutzen die Autotouristik einzelnen Gegenden zu bieten hat, wenn das Volk sich dem Automobil gegenüber nicht feindlich zeigt. A. Zur Lausanner Verkehrswoche. Im Lausanner Gemeinderat kam letzthin der Kredit für die Lausanner Verkehrswoche zur Behandlung. Trotzdem ein Mitglied fand, das Problem des Parkierens sei viel dringender als andere Verkehrsfragen,: stimmte der Rat doch einmütig für den verlangten Kredit von 5700 Fr. ... f. Nachtfahrverbot im Aargau ? Vom Bezirksvorstand der freisinnig-demokratischen Partei des Bezirks Zofingen ist an den Regierungsrat das Gesuch gerichtet worden, mit aller Beförderung ein Nachtfahrverbot für lärmende Motorfahrzeuge zu erlassen. Wie verlautet, hat nunmehr die Polizeidirektion eine bezügliche Vorlage ausgearbeitet, die in den nächsten Tagen dem Regierungsrat zugehen soll. Berufung. Der Schulrat hat als Werkmeister und Fachlehrer an die neu errichtete Abteilung für Automechaniker an der Metallarbeiterschule Winterthur Hrn. Max Walder, Maschinentechniker berufen. Um die Stelle hatten sich 47 Anwärter beworben. Der Gewählte war zur Zeit als Prüfungsexperte bei der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle in Zürich tätig. Es ist dies nun innert kürzester Zeit die zweite Berufung eines Zürcher Autoexperten als Lehrer an eine Bildungsstätte. So sehr die betreffenden Schulen für ihre Wahlen zu beglückwünschen sind, so veranlasst die Tatsache doch auch zum Nachdenken. Es zeigt dies mit aller Deutlichkeit, wie sehr sich einzelne der tüchtigeren Kräfte unter dem Personal der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle um anderweitige Stellen interessieren, wobei der Grund dazu sehr wahrscheinlich vorab in einer finanziellen Besserstellung zu suchen ist Bekanntlich sind die für die Experten geltenden Besoldungsansätze recht bescheiden, sodass es nicht überrascht, wenn sich die regsameren unter diesen Beamten gelegentlich nach aussichtsreicheren Posten umsehen. Wenn die kantona'e Motorfahrzeugkontrolle auch bezüglich Personal weiterhin auf der Höhe bleiben will, so wird eine Revision der derzeitigen Salärklassen unbedingt notwendig werden. Behörden wie Verkehrsinteressenten haben alles Interesse, wenn es dem Staat möglich ist, durch entsprechende Bezahlung auch wirklich erste Kräfte als Experten heranzuziehen und zu behalten. z. Kontrollen Wegleitungen für die Vornahme von Automobilkontrollen. Es ist in der Schweiz oder wenigstens in einzelnen Kantonen stets Klage darüber geführt worden, dass die Kontrollen der Motorfahrzeuge durch die Polizeibehörden wenig zweckdienlich und oft sehr oberflächlich vorgenommen werden. Es mag dies zu einem grossen Teil davon herrühren, dass oft nicht nur zuverlässige Apparate (Chronometer) fehlen, sondern dass auch keine Wegleitungen gegeben wurden, wie solche Kontrollen vorgenommen werden sollen resp. dürfen. Es ist hiebei vielleicht von Interesse, festzustellen, wie in andern Ländern diese Dinge gehandhabt werden und sei daher in Nachstehendem kurz auf die bezüglichen Instruktionen verwiesen, die das sächsische Ministerium kürzlich erlassen hat. In seiner Verfügung werden nur die Kreishauptmannschaften ermächtigt, den zuständigen Polizeibehörden auf Antrag bestimmte Zeiten für die Vornahme allgemeiner Kontrollen vorzuschreiben. Die Vornahme von Messungen der Geschwindigkeit, d. h. die Einrichtung von Stpppstrecken bedarf stets der Genehmigung der Kreishauptmannschaft, wobei diese - die Zeiten und Strecken für derartig^ Kontrollen vorschreiben kann. Es soll aber auf möglichste Einschränkung dieser Kontrollen hingewirkt werden. Was noch die Bestrafung der Uebertretungen anbetrifft, so schreibt die sächsische Verfügung vor, dass Uebertretungen verkehrspolizeilicher Vorschriften, soweit es gesetzlich zulässig sei, nach Möglichkeit auf dem Wege des abgekürzten Strafverfahrens geahndet werden. Die vorstehenden Vorschriften des sächsischen Ministeriums dürfen wohl unsern Kantonen zur Nachahmung empfohlen werden, s. Internationale Alföld-Alpenfahrt. Wie wir bereits berichtet haben, ist diese Alpenfahrt, die in einem weiten Bogen von Wien über Bad Aussee, Klagenfurt, Graz, Keszthely, nach Budapest führt, auf die Tage vom 11.—13. Juli festgesetzt. Das Reglement ist jüngst erschienen. Dnnach ist am ersten Fahrtag die Strecke Wien-Aussee (359,9 km), am zweiten Tage Aussee bis Graz (478,1 km) und am dritten Tage die Endstrecke (482 km) zu durchfahren. Die Gesamtlänge der Strecke beträft demnach 1320 km. Sie wird mit Pfeilen bezeichnet sein. Die Wagen sind in zwei Kategorien, Sportwagen und Tourenwagen, eingeteilt. Je nach Hubvolumen wird eine gewisse Mindestbelastung und Mindestbesetzung vorgeschrieben. Lässt ein Wagen nicht die vorgeschrie bene Personenbesetzung zu, so muss durch Ballast ein Ausgleich geschaffen werden. Die Tourenwagen müssen mit einem serienmässig hergestellten Chassis versehen sein. Nicht geschlossene Wagen müssen ein Verdeck haben, das alle Sitze wirksam schützt. Die Windschutzscheibe soll aus splittersicherm Glas bestehen. Die Anlasser müssen in gebrauchsfähigem Zustande sein. Jedes andere Mittel zur Inbetriebsetzung des Motors ist verboten. Fahrerwechsel ist nicht gestattet. Die Fahrt besteht im Einhalten vorgeschriebener Höchstgeschwindigkeiten. Die Strecke muss unbedingt gemäss Vorschrift eingehalten werden. Es sind Geheimkontrollen aufgestellt. Der erste Nennungsschluss ist am 10. Juni 1930. Nachnennungen mit doppeltem Nenngeld bis 25. Juni. Anmeldungen nimmt der Oesterreichische Automobil-Club, Kärtnerring 10, Wien I, entgegen. Das Nenngeld beträgt: für Wagen bis 1100 cem 100 Schilling, bis 2000 cem: 125 Seh., über 2000 cem: 150 Seh. .o.

N° 33 - J930 AUTOMOBIL-REVUE Unser Hilfsdienst für Familie Müller Mit vorliegender Liste erreicht die Sammlung für Familie Müller bereits den stattlichen Betrag von Fr. 11,237.—. Das, was wir bei Eröffnung der Sammlung erwähnten, dass die Automobilisten sich der unglücklichen Familie annehmen werden und dass sie im Hinblick darauf, dass Herr Müller mehr oder weniger das Opfer eines Systems geworden ist, weil unsere Behörden den Automobildiebstählen zu wenig scharf zu Leibe gehen, hat sich bewahrheitet. Aus allen Teilen des Landes flössen zahlreiche Beiträge und noch ist der Quell dieser Hochherzigkeit nicht versiegt; mit jeder Post treffen neue Gaben ein. Wir erinnern daran, dass die Sammlung am 15. April zum Abschluss kommen soll (Postcheckkonto III/5890), der Betrag wird noch vor Ostern an Familie Müller überreicht. Die Red. Vortrag von Liste 8 Fr. 9897 A. Spichiger, Nidau » 5— F.. Bader, Waidenburg > 5.— E. Meyer. Ariesheim » 5.— Ungenannt. Zürich » 10— K. Kauffmann. Kriens • 5.— Wehrli. Zürich » 10.— H. Lier. Zürich » 10— P T., Seh. » 5— J. Pf.. Baden > 10.— Schmied. Zürich » 5.— R. Hofrnajin. Uznach » 10.— Dr. Amsler. Schaffhausen , 10— Ungenannt. Schaffhausen » 10.— Riettnann, St. Gallen > 20— H. Heer & Co.. Ölten > 10.— VV. H.. L. > 30— Dr. K. G. Frank. Baden > 5— L. E. Jaccard, Auberson . » 3.— Secfion Automobile Fribourg. du T C. S. Friboure » 50.— G. D. Brütsch. Zürich > 10— R. Feix. Zürich » 5.— S. Loewenstein. Zürich » 10.— F. Aeschbach, A.-G.. Aarau > 5.— C Kinkelin. Romanshorn > 10.— T A. Kuepp, Sarmenstorf » 20. P. Rotigi. Celerina > 20— Dr. W. Christen. Bern > 20— Unbekannt. Lausanne > 10.— A. Dettling. Brunnen > S. Ungenannt > 20.— Schweiz. Damen-Automobil-Club. Sekt. Zürich > 20.— Dr. T Schucany, Zürich > 5— F. Pfisterer. Bern > 10— Dr. v. Riedemann. Lugano » 25.— Henri Deppeier, Gstaad » 10.— .1. Schärer's Söhne. Wohlen (AaigJ » 20— K. Jordan, Brittnau > 5— A. Hofer. Bern > 10. J. Kleiner, Bern > 10. F Knell. Horgen > 10— M Jarraud. Bussiiny > 5. Th. Heusser-Hürlimarui. Bach > 10— E. Eberle, Rickenbach > 10. Frau Kommerzienrat Zicky. Obermeilen » 20.— C. Steffen. Berg > 5— A. Wälchli. OUen > 5.— A. Racine. Lengnau » 10— H. Stutz. Zürich » 10,— C. Sigs, Zürich » 5^- P. Bloch-Weil. Zürich > 3__ Hürlimann. Zürich > 20— Otto Wild. Muri (Aarsan) , Ja— A. Bonaria, St. Gallen , 5— Dr. E. Wiedmer. Zofingen » 5,__ Mme Schumacher, Biel » S— H. Klingler. St. Gallen > 20.— H. Büchi. Bern , io_ Ad. Gafner-Kindler. Einigen > 5— W. Blau. Bern , i0;_ Ch. Meystre. Bern > s»— F. Eberhardt, Bern > &_ Ed. Junod, St. Croix > 5_ Briner & Haupt. Uster > 5.— Kurhaus Wilderswil , s„ M. Ch. Haenni, Cernier » 5^_ Leobuchhandlung, St. Gallen > 5— E. Wyss. Zug , io_ Frau Billeter, Goldbach > 5 Bucher-Guyer. Maschinenfabrik Niederweningen » 20,— H. Hürlimann. Frauenfeld » 5. L. Gindrat, Tramelan > 2.— D. R.. Teufen , 20— R E. Haemiker, Zürich > 20*— .1. Strässli. St. Gallen > io. Frau Dr. A. Sulzer. Winterthnr » 10. R. Breitsehmid. Wohlen > 5. Dr. C Sturzenegger. Zürich > 5. O. Waaner. Baden > 10. R. Gysi, Zofingen > 5— Hi Andersen. FIüela-Hospiz • 5. J. Messala, Bern > 10. Dr. Th. Kocher, Bern » ZCL— Drogerie Neiger. Meiringen » S. Dr. Ha., Zürich » 5— W. Trolber. Bassersdorf > 5— M. Favre.. Cernier > 20— Fran A. Doepfner, Interlaken • 6^— E. Anderegg, St. Gallen » 5.— Ad. Brennwald, Grenchen » 10— C. Stutz, Basel > 2.— Dr. S. Rhonheimer, Zürich » 10— G. u. S. Luthiger. Zug > 5— Dr. Boche. Gd.-Hotel Palace. Vovey » 100.— J. Lässer, Aibon » 5.— Fran Dr. Witzinger. Basel > 10.— 0. Gerster. Basel > 20. Dr. Grünniger. Davos-Dorf > 5.— C. Ulmi. Winterthur > I0_ Ad. Gilsi. Weinfelden > 10— C. Beyeler. La Chaux-de-Fonds » 5— J. Huot. Les Bois » S^- A. Schürch-Menth. Neuchätel > 5,- S. Mylius. .Basel > 20— K. Meier, Lichtensteü: » 5— H. Surer-Zumsteg. Bern » 5»— J. Noser. Glarus » 5.— G. With. Rorschach » 5— T Grand, Fribourg > 5.— E. U. Schaer. Winterthur > 10.— Unbekarmt. Basel » 100— R. Matossi-Sulzer, Wintertüur » 50.— Schneider-Frauenfelder. Winterthnr » S.— 1. Grob-Feurer, Nesslau > 5.— Automobile-Club de Suisse. Sect. Valais » 25.— Ungenannt » 5.— Tota Fr. Berichtigung aus Liste Nr. 2: Müller & Co., Spezialhaus f. Pianos. Luzern, Fr. 25 (statt 20). Auf der Spur des Zürcher Mörders? Nach einer Meldung in der «National-Zeitung» glaubt man, dem Zürcher Autobanditen auf der Spur zu sein. Letzte Woche wurde einem Händler aus Ermatingen in Konstanz eine Summe von 6000 Franken aus der Rocktasche gestohlen. Der Dieb brachte dem Händler das Geld am nächsten Tage zurück, •wobei er verhaftet werden konnte. Der bestohlene Händler war zuerst laufen gelassen worden, konnte dann jedoch wieder verhaftet werden, da er in Verdacht gekommen war, mit dem Mörder von Zürich identisch zu sein, auch wurde er wegen Kokainhandel verfolgt Eine Haussuchung bei dem Händler sol] helle Kleidungsstücke zutage gefördert haben, wie sie in dem Signalement des Zürcher Mörders angegeben waren. Das Zürcher Polizeikomniando erklärte, der Verhaftete komme als Mörder nicht in Betracht gt. Der kommende Sportsonntag Mitle Miglia. Schon die ganze laufende Woche steht Italien unter dem Schatten des grossen Rennens von Brescia, das nächsten Samstag einsetzt und die ganze Nacht über dauern wird. Das Training ist bereits seit Montag in vollem Schwung. Der Sieger der vorjährigen Mille Miglia, Campari, ist am Dienstag eingetroffen. Gampari; der 'letztiährige Sieger der Millo Miglia. Er erklärte sich voller Zuversicht. Sein Wagen gehört dem gleichen Typ an, mit dem er letztes Jahr einen glänzenden Sieg davontrug. Es ist das ein Alfa-Romeo, dessen vorzügliche Strassenhaltung und ausgezeichnete Bremsen bei frühern Anlässen gerühmt wurden. Eine grosse Enttäuschung war die Absage Birkins. Der Engländer erklärt in einem Brief an die « Qazetta dello Sport», dass er nicht wegen der Schwierigkeiten des Rennens (wie berichtet worden war), sondern wegen verspäteter Ablieferung seines Rennwagens auf die Teilnahme verzichten müsse. Er habe alles getan, nur zur rechten Zeit zum Training eintreffen zu können, aber ohne seine Schuld sei die Ablieferung seines Wagens immer wieder verzögert worden. Gut 20 Marken werden an den Mille Miglia 1930 vertreten sein. An erster Stelle steht Fiat mit 41 Wagen, dann kommen Alfa-Romeo Sie nehmen jede Kurve sicher mit mit 35, O. M. mit 26, Lancia mit 7, Maserati und Citroen mit je 6. Bugatti und Salmson entsenden je 5 und Itala 4 Wagen. Mit je einem Wagen sind vertreten: Mercedes, Ford, Overland, Chrysler, Rally, Talbot, Ceirano, Jordan. Nach Zylinderinhalten eingeteilt, ist die 2- Liter-Klasse mit 45 Konkurrenten am zahlreichsten, doch wird sie nahezu von der 1L00 ccm-Klasse erreicht, die 44 Teilnehmer aufweist. 32 Fahrer starten in der Dreiliter- Klasse, 23 in derjenigen mit 1500 ccm, 4 in der 5-Liter-Klasse. Mehr als 5 Liter weist nur ein Wagen auf. Die Strecke ist bereits in vollster Rennbereitschaft Ueberall sind leuchtende Wegweiser aufgestellt, in jeder Stadt und in jedem Städtchen ist die schwarze Miliz aufgeboten und fast jede Ortschaft hat ihr besonderes Organisationskomitee. Der Start der 151 Maschinen erfolgt in Abständen von je einer bzw. einer halben Minute für die letzten sechzig Startnummern Samstag von 11 Uhr morgens an, wobei eine welche die Strasse halten. Kennen Sie das eigenartige Gefühl, das den Automobilisten erfasst, wenn er mit grosser Schnelligkeit durch die Kurven fährt? Werden Sie die Strasse halten? Sie denken dabei an Ihre.abgefährenenReifen . , . und kommen zum Schluss, dass dieselben für Ihre Sicherheit zu glatt und zu schwach sind. Wenn nun das, was Sie befürchten, wirklich eintreten sollte? Möchten Sie es für den Preis einer neuen Garnitur Firestone Gum-Dlpped-Reifen, die sichersten, stärksten und dauerhaftesten der Welt, darauf ankommen lassen? Lassen Sie Ihre Reifen heute noch prüfen I Sie vorteilhaft beraten! Caracciola amf seinem Mercedes-Benz. Als Sieger der letztjährigen Tourist-Trophy hat er gute Aussichten an den Mille Miglia, an denen er zum erstenmal teilnimmt. Unterbrechung zwischen 12 und 13 Uhr vorgesehen ist Das 151. Fahrzeug verlässt Brescia um 13 Uhr 59. Die ersten Fahrzeuge werden in den frühen Morgenstunden des Sonntags am Ziel einlaufen. wmms OMA j Tir:n_ in„i:_ /4a*>r\ t_ \ Grand Prix Marokko Gleichzeitig mit der Mille Miglia findet dieses bekannteste aller Rennen Afrikas auf einer 710 Kilometer langen Strecke statt, die mit ihren geringen Kurven und gut ausgebauten Strassen geradezu zu Rekordleistungen verlockt. So erreichte 1928 der Amateurfahrer Meyer aus Casablaiica eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 147,7 Kilometer! Das letzte Jahr musste das Rennen ausfallen, dafür wird die Veranstaltung dieses Jahr ganz besonders grosszügig. Die Strecke wird abgesperrt. Start und Ziel sind in Casablanca. Der Sultan wird den Sieger persönlich erwarten. Die Preise sind verlockend: 130,000 französische Franken sind ausgesetzt, dazu kommen dann noch der Sultanspokal und verschieden« von den Behörden gestiftete Becher. Diese interessante Fahrt wird sicher die Augen mancher Automobilisten auf dieses ideale Autoland, wie es Marokko in den letzten Jahren geworden ist, lenken. -©- Die Preisverteilung der Grossen Saharafahrt hat jüngst stattgefunden. Es dauert© lange, bis alle Dokumente und Kontrollberichte eingetroffen und geprüft worden waren. Im ersten Rang klassiert sich Gruppe 1 (Cottin-Desgouttes). Die Gruppe 5 (Renault) wurde zweite, obwohl sie die besten Durchschnittsgeschwindigkeiten erzielt hatte, weil die Hilfsräder verschiedener Wagen untereinander ausgewechselt worden waren, was nach Reglement nicht statthaft war und mit Punktabzügen geahndet wurde. Ohne diesen Verstoss gegen die Vorschriften wäre diese Gruppe unbedingt die Erste geworden. Die Gruppen 2 und 4 wurden ebenfalls mit je 20 Punkten Abzug bestraft, weil sie sich in einer Formsache gegen einen andern Punkt des Reglements vergangen hatten. Die endgültige Klassierung ist also folgende: 1. Rang: Gruppe 1, Cottin-Desgouttes, erhält den ausgesetzten ersten Preis von 30,000 frz. Franken, sowie den Becher des Matia. 2. Rang: Gruppe 5, Weisse Renault, erhält den 2. Preis im Betrage von 20,000 frz. Franken. 3. Rang : Gruppe 8, Bugatti, erhält einen Preis •von 12.000 frz. Franken. 4. Rang: Gruppe 6, Ford, erhält 8000 frz. Franken. 5. Rang: Gruppe 3, CitroSn-Bugatti, erhält 5000 foz. Franken. 6. Rang: Gruppe 3, Grüne Renatalt. 7. Rang: Gruppe 4, Delahaye-Talbot 8. Rang : Gruppe 7, Citroen. 9. Rang; Gruppe 9, verschiedene Marken. -o- Brooklands eröffnet die Saison. Die englische Autorennbahn hat Samstag, den 5. April die Saison eröffnet Trotz des schönen Wetters hatten sich nur wenige Zuschauer eingefunden. Wie wir bereits berichteten, wird nun bei jedem Rennen auch eine Damengruppe starten. Das war auch Samstags der Fall. Die Resultate waren : 1. Handicap (6% Meilen): 1. Stanfland (Bugatti), Durchschnitt 173 km; 2. Birkin (Bentler); 3. Thomas (Bugatti). 2. Handicap: 1. Branckenbury (Bugatti), Durchschnitt 133 km; 2. Horsmann (Triumph); 3. Thorogood (Bugatti). 3. Handicap: 1. Burdy (Thomas), Durchschnitt 177.500 km; 2. Paul (Delage); 3. Dunfer (Sunbeam). 4. Handicap (für Damen): 1. Mrs. Widson (Nash), Durchschnitt 145 km; 2. Mrs. Scott (Bngatti). scratch. 5. Handicap: 1. Birkin (Bentley), soratrru Durchschnitt 191,600 km; 2. Thomas (Bugatti); 3. Dunfee (Bailot). —o— An unsere Leser! |KJ*U Wegen der Osterfeiertage erscheinen die nächsten zwei Nummern ausnahmsweise schon Montag und Donnerstag.