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E_1930_Zeitung_Nr.035

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einem Sprung vor dem

einem Sprung vor dem Ueberfahrenwerden schützen muss. In Altdorf muss der Mann durch höhere Beamte gezwungen werden, der Vorschrift nachzukommen. Andere Bilder lassen sich beliebig anreihen. Dies alles, auch z. B. das vielfach rücksichtslose Fahren in unsern engen Ortschaften, sind im Volke bekannt und wirken sich nicht zum bessern gegenseitigen Verständnis aus. Autotouristik und Gewerbe. Wie verhält es sich nun mit dem oft erwähnten Nutzen des, grossen Automobil verkehrs für Land und Volk? Tatsache ist, dass der Automobilverkehr in ungeheurer Weise gewachsen ist und über den Sommer die Strassen des Kantons vollständig beherrscht. Kaum können noch Fuhrwerke zur Not verkehren; für Fussgänger sind tagsüber die Hauptstrassen ein «Bussweg». Tatsache ist auch, dass durch das enorme Anwachsen dieses Verkehrs die Ortschaften des Tales als eigentliche Kurorte ausgeschaltet wurden. Ein hoher Magistrat des Kantons sagte i jüngst im Landrate anlässlich einer Debatte: «Ich muss in meiner Stellung des Sommers oft mit den Herren vom Automobil verkehren, muss freundlich und entgegenkommend sein und doch hat das Automobil mein Geschäft, wenn nicht ruiniert, so doch stark entwertet!» Der Mann, ein Hotelier, hat das gesagt, was mit ihm noch viele andere sagen können. Man kann auch nicht ohne weiteres über eine kaltgestellte Gewerbegruppe hinwegschreiten und zur Tagesordnung übergehen. Diese Gruppe ist mit der Landwirtschaft und dem Gewerbe eng verbunden und sein Misserfolg wirkt sich auch in diesen Kreisen aus. So entsteht eine Atmosphäre der Missstimmung, die sich nach oben und unten auswirkt und für gewöhnlich erfolgen die Entladungen dann gar nicht durch die Betroffenen selbst, sondern durch ganz andere Instanzen. Dass das alles durch Pressefehden nicht besser wird, ist klar; dazu ist die Ursache viel zu ernster Natur. Mit etwas Solidaritätsgefühi und gutem altem Schweizersinn Hesse sich hier viel verbessern. Landrat und Klausenrennen. Und nun das Klausenrennen. Der Spruch des Landrates ist durch die Tagespresse bekannt geworden und zur Stunde wissen wir noch nicht, ob das Rennen abgehalten wird oder nicht. Wird es abgesagt, so wird wahrscheinlich erneut ein Sturm entfacht;' man; wird vielleicht diese dem Verständnis gewidmeten Zeilen entsprechend kritisieren und. dem Kanton Uri Rache, vielleicht Boykott androhen. Wir würden das zu tragen wissen, haben aber doch noch so viel Glauben auf Schweizersinn und Loyalität des anständigen Automobilisten. Und bei allem handelt es sich nur noch um 1000 Franken, und man muss sich fragen, ob eine derartige Propaganda denn wirklich noch berechtigt sei. Man möge sich doch in der Beurteilung der ganzen Sachlage auch bemühen, dem Standpunkt von Uri gerecht zu werden. Wir haben eine Vergnügungssteuer, die Gesetz ist; jedes Hausieren ist von einer Bewilligung abhängig; die Reklamen müssen Steuern entrichten. Die Regierung hat das Recht nicht, auf Anwendung dieser Gesetzesbestimmungen zu verzichten, an welche in Uri jede Veranstaltung und jeder Verein gebunden sind. Wenn nun für die Dauer des Rennens auf alle diese Rechte, die zahlenmässig gerechnet ein vielfaches der heutigen Forderung einbringen würden, verzichtet und sie gleichzeitig dem Rennkomitee überträgt, gegen eine Minimalgarantie von 1000 Franken, so kann doch wahrlich nicht mehr von mangelndem Entgegenkommen gesprochen werden. Das Rennkomitee wollte nun 20 % der Reineinnahmen dem Kanton zurückerstatten, weigerte sich aber, eine Minimalgarantie anzuerkennen, da das Rennen mit Ausnahme des letzten Jahres meistens Defizite gebracht hatte. Man vergisst aber dabei, dass der Kanton nicht schuld ist am Defizit und dass mindestens drei Viertel der ganzen Einnahmen, mit Ausnahme der Nenngelder, auf Urner Grund und Besitz eingehen. Man weist auf die grosse Reklamewirkung des Rennens hin; wir wollen diese nicht bestreiten, aber man möge sie auch nicht übertreiben; schliesslich ist das nicht eine vom Rennkomitee gewollte, sondern mit dem Anlass selbst zusammenhängende Nebenerscheinung. Dafür sperrt aber Uri an 4—5 Trainingstagen für mehrere Stunden seine Strasse und an beiden Renntagen für lange Zeit überhaupt; das ist auch ein Entgegenkommen und kann für den Kanton auch Nachteile haben. Und nun, last but not least, der materielle Wert für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe ! Für erstere direkt kein Vorteil, sondern eher ein Nachteil; man denke nur an die vielen Scherben, Büchsen und Resten, welche nachher im Weidegebiet des Alpviehs herumliegen. Für das Gastgewerbe waren die ersten Rennen gut; dann verschlimmerten sie sich von Jahr zu Jahr und letztes Jahr war Uri, zum Teil infolge der gegen Schwyz ausgesprochenen Boykottparole, mit wenigen Ausnahmen eher benachteiligt. Dies alles sind Punkte, die für eine objektive Beurteilung erwogen werden müssen. Der Landrat hat in erster Linie die Anfeindungen der letzten Zeit an seine und der Regierung Adresse mit allem Nachdruck zurückgewiesen; es ist nicht zu leugnen, dass diese Art Agitation nur Schaden stiftete. Mit dem absoluten Mehr wurde die Minimalgarantiesumme gegenüber einem Antrag auf 1500 Franken auf 1000 Franken herabgesetzt, anderseits dann wieder einstimmig diese Bedingungen für drei Rennen gültig erklärt, wie es das Komitee gewünscht hat. Wir glauben nun doch, dass infolge so minimer Differenzen das Klausenrennen nicht scheitern sollte, falls nicht Sonderströmungen vorhanden sind. Sollte es aber doch der Fall sein, so wird ;man das hrUri'bedauern; wir haben aber das Bewusstsein, alles zur Vermeidung des Bruches getan zu haben, und so wird man sich damit mit Ruhe zu finden wissen. J. Neueste Meldungen über die Klausenfrage siebe Seite 3. i«r«l« AUTOMOBTL-REVUE 1930 - N° 35 Bau einer S'trasse ins Meiental. Unter den verschiedenen Alpenstrassetiprojekten gibt es auch eines, das ein© Strasse über den Susten zum Gegenstand hat. Nun, wurde jüngsthin im urnerischen Landtag diese Frage berührt, indem ein Interpellant die Behörden anfragte, ob nicht das Meiental (also die Zufahrt zum Susten) wenigstens eine Güterstrasse erhalten könnte, die dann später nötigenfalls zur Autostrasse umgebaut werden würde. Der Interpellant führte aus, dass die Bevölkerung dieses Tales in 15 Jahren von 452 auf 260 Personen zurückgegangen sei. Schon im Jahre 1928 wurde dem Regierungsrat Auftrag erteilt, innert Jahresfrist Plan und Kostenberechnung einer solchen Güterstrasse vorzulegen, seither sei aber nichts geschehen. In der Beantwortung der Interpellation führte Regierungsrat Furrer aus, dass bereits zwei Projekte ausgearbeitet wurden und dass diese vom Bunde geprüft werden müssen, der 50 Prozent Subvention bezahlt. Die Sustenstrasse liege noch in weiter Ferne. In der Diskussion berichtigte Walker aus Wassen, dass die Gemeinde Wassen ausdrücklich eine Fahrstrasse ins Meiental wünsche, auf der auch Automobile verkehren können. -f. Eine Güterstrasse als Vorläufer der Prageistrasse. Es geht einen kleinen Schritt vorwärts. In den jüngst abgehaltenen Beratungen im Rathaus zu Schwyz, an denen die Glarner Regierung, die interessierten Lokalbehörden und andere Interessenten teilnahmen, wurde die Frage eingehend besprochen. Leider war die schwyzerische Regierung auffallenderweise nicht vertreten. Nach Ansicht der Interessenten ist der Bau der Prageistrasse auf lange Zeit hinaus eine Unmöglichkeit, weil Schwyz zuerst sein Talstrassennetz ausbauen muss, bevor der Kanton an die igrosse Aufgabe einer Alpenstrasse herantreten kann. Auch wird vielleicht die Revision des schwyzerischen Steuergesetzes abgewartet werden müssen. Immerhin würde natürlich die grosse Prageistrasse auch früher gebaut werden, falls der Bund eine besonders hohe Subvention bewilligte. . Dagegen ist der Bau einer Güterstrasse auf dem für die Pragelstrasse vorgesehenen Trasse praktisch sofort durchführbar. Sie würde 9,33 Kilometer lang. Die Kosten sind auf 500,000 Franken veranschlagt. Glarus würde einverstanden sein, an die drei Meter breite Strasse eine Subvention zu leisten, wen n dieselbe genügend Ausweichstellen erhält und gerriäss. dem. grossen Pragelstrassenpfojekt angelegt wird. Die Gemeinde und Genossame Muotatal sind sehr mit dem Bau der Güterstrasse einverstanden und haben entsprechende Beiträge zugesichert. Auch die Gemeinden Schwyz und Ingenbohl sind sehr für das Projekt und würden ebenfalls Beiträge leisten. Das gleiche gilt vom Bezirk Schwyz, von der Oberallmeind und von privaten Besitzern. Eine gegenteilige Meinung wurde von keiner Seite geäussert. Die nähere Ausarbeitung des • Planes wurde der Oberallmeind übertragen und es wurde ferner beschlossen, diesen Sommer die Strecke gemeinsam zu begehen, einen Kostenvoranschlag festzulegen und die verschiedenen Beteiligungen an Bau und Unterhalt etwas abzuklären. Im Falle, dass die bezüglichen Verhandlungen nicht erfolgreich wären, würde eine Genossenschaft gebildet. Subventionen von Bund und Kanton werden erwartet. Bis zum Herbst 1930 hofft man das ganze Projekt fertig durchberaten und den Bau grundsätzlich beschlossen zu haben. -f. « Vue des Alpes » in Neuenbnrg. Der Verband der Strassenbenützer des Neuenburger Jura hielt vor einigen Tagen seine Mitgliederversammlung in La Chaux-de-Fonds ab. An der Versammlung protestierten verschiedene Redner gegen die Strassenarbeiten an der Vue des Alpes, die den Verkehr ernstlich gefährden und zeitweise unterbinden. -f. Gute Kunde. Aus dem eidgenössischen Bundeshause dringt gute Kunde. Die eidgenössische Staatsrechnung schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von rund 24 Millionen Fr. ab. Es ist ein Abschluss, wie ihn der Voranschlag nicht vorsehen konnte. Unter den Einnahmen figurieren die Kapitalerträgnisse von 26,t Millionen Fr. gegenüber 25 Millionen Fr. nach dem Voranschlag. Das Finanz- und Zolldepartement weist eine Einnahme von 348,8 Millionen Fr. auf, währenddem der Voranschlag nur mit 309,7 Millionen Fr. rechnete. Wenn auch zugegeben ist, dass das Budget jedenfalls sehr vorsichtig aufgestellt wurde, so darf wohl behauptet werden, dass der Einnahmenüberschuss alle Erwartungen übertrifft. Bei dieser Gelegenheit darf wohl noch einmal mit allem Nachdruck daraufhingewiesen werden, dass jedenfalls die gewaltige Einnahmevermehrung zum grossen Teil auf den vermehrten Benzinzoll zurückzuführen ist. Währenddem noch für das Jahr 1928 27,2 Millionen Fr. an Benzinzoll registriert werden konnten, hat sich im Jahre 1929 diese an und für sich beträchtliche Summe um 5 Millionen Fr erhöht. Der Bund beantragt nun, diesen Einnahmenüberschuss folgendermassen zu verwenden : 1. 5 Millionen Fr. zur Zurückvergütung an die Kapitalrechnung, der den Schweizerischen Bundesbahnen vom 6. Juni bewilligten Kredite von 35 Millionen Fr. für ausserordentliche Leistungen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. 2. 2,4 Milionen Fr. zu Spezialzwecken und 3. 6,59 Millionen Fr. für den Tilgungs-Reservefonds. Wir können mit diesem Verteilungsschlüssel nur bedingt einverstanden sein, indem wir nicht recht zu begreifen vermögen, warum ganz speziell die Automobilisten für die Finanzsanierung der schweizerischen Eidgenossenschaft bluten sollen. Auf jeden Fall müssen wir auch heute mit aller Entschiedenheit die Forderung aufstellen, dass von dem beständig wachsenden Benzinzollstrom ein vermehrter Teil den Kantonen zur Verfügung gestellt werde, damit diese ihren Verpflichtungen für den Strassenausbau und den Strassenunterhalt besser nachzukommen vermögen und zugleich einen immer dringender werdenden Automobilsteuerabbau ins Auge fassen können. In Anbetracht, dass das Automobil unbestreitbar zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren geworden ist, dürfte auch für die Behörden der Augenblick da sein, dem. Automobilisten durch Steuerentlastung entgegenzukommen. Das wäre leichtermöglich, wenn die dem Bunde zufliessenden gewaltigen Millionenbeträge nicht zu allen möglichen Zwecken verwendet, sondern ihrer eigentlichen Zweckbestimmung zurückgeführt werden würden. Wir begreifen die Bedürfnisse des Bundes vollkommen und sind die ersten, ihnen gerecht zu werden. Allein auch hier heisst es* alles mit Mass und Ziel. Es geht in einem demokratischen Staate wohl nicht gut an, dass man eine Bevölkerungsschicht zugunsten anderer einseitig belastet. Dies trifft augenblicklich für die Automobilisten in reichem Masse zu. Patentaustausch in Amerika. Unter den Mitgliedern der amerikanischen Automobil- Handelskammer besteht ein allgemeiner Handelsaustausch, der sich auf 1700 Patente erstreckt Dieses Austauschverhältnis wurde auf weitere fünf Jahre verlängert E U I L L Der eiserne Wagen Kriminal-Roman von Sven Elvestad. (31. Fortsetzung) «Bald sollen Sie alles zu wissen bekommen. Ich habe eine Liebhaberei für Effekte und schätze die kleinen Ueberraschungen sehr. Aber so viel habe ich Ihnen ja bereits gesagt, dass der eiserne Wagen nicht das geringste mit dem Morde zu tun hat.» «Mit der Ermordung des Forstmeisters?> «Ja; weiter liegt ja überhaupt kein Mord vor. Zufällig sind auch andere Dinge hier hinein verflochten worden; in erster Reihe der eiserne Wagen und ausserdem der Tod des alten Mannes.» «Aber jetzt haben Sie vermutlich die Fäden entwirrt?» «Ja, das Rätsel mit dem alten Gjaernaes ist bereits gelöst. Er wurde durch einen unglücklichen Zufall vom eisernen .Wagen getötet, gerade als er auf der Flucht über die Heide begriffen war, um von hier wieder zu verschwinden. Derselbe unglückliche Zufall trieb auch den Mann mit dem eisernen Wagen in den Tod.» «Aber was wollte der Mann mit dem eisernen Wagen dann an jenem Abende draussen auf der Heide?» Asbjörn Krag schlug auf das Zeitungspaket. «Hierin steht alles genau beschrieben,» sagte er; der Mann mit dem eisernen Wagen ist der bedeutendste von den drei Toten. Die deutschen Blätter schreiben von ihm, dass die Wissenschaft durch seinen Tod einen grossen Verlust erleidet. Haben Sie denn in der letzten Zeit gar keine Zeitungen gelesen, lieber Freund?> «Nein,» erwiderte ich; «wenn ich Ferien habe, interessiere ich mich nicht für die* übrige Welt.» «Hm, ich weiss auch nicht, ob die Nachricht bereits in die norwegischen Blätter gelangt ist Ich habe sie selbst den deutscheriübermtttelt. Der Mann in dem eisernen Wagen ist ein Deutscher.» Wir näherten uns nun der Lichtung, wo der Abhang von der Heide nach dem Meere herunterführte.. Als wir schliesslich dort angelangt waren und heruntersahen, wunderte ich mich über die Menge Menschen, die am Ufer versammelt war. Die weissen Kleider der Damen und die gelben Strohhüte leuchteten hell herauf. Ein Bergungsdampfer lag noch immer in der Bucht, aber alle die kleinen Boote waren jetzt rings um ihn versammelt, wie die Küchlein um die Henne. Die Menschenmenge betrachtet neugierig einen wunderlichen Gegenstand, der auf den Strand heraufgezogen war. Aus der Entfernung sah er wie eine einzige verworrene Masse von Eisenstangen und Rädern aus. Beim Näherkommen glaubte ich, dass es das Wrack eines kleinen Dampfbootes wäre, zumal ich zwei Schrauben entdeckte und das helle Deck des Dampfers zu sehen vermeinte. Es war aber weder ein Dampfboot noch ein eiserner Wagen. Ueberhaupt befand sich wohl kaum etwas von Eisen an dem Wrack. Was ich für Eisenstangen angesehen hatte, war ein feines Gestänge aus Nickel oder Aluminium. Es war eine eigenartige Form von Flugmaschine, ein Monoplan. Asbjörn Krag ergriff mich am Arme. «Verstehen Sie nun?» fragte er. «Ja», erwiderte ich, «nun fange ich an zu verstehen.» «Dieses Flugzeug hörten wir in Jener Nacht, 7 dieses Flugzeug ging so niedrig, dass es den alten Gjaernaes tötete, und dieses Flugzeug war es auch, das sie in der unheimlichen Mordnacht gehört haben. Es ist eine Maschine ohne Motor, die sich einzig mit Hilfe von Luftströmungen bewegt hat. Den Ton, den wir hörten, und der uns wie Wagengerassel vorkam, entstand durch das Saugen der Luftströme in den Röhren. Während Asbjörn so sprach, sammelten sich die Neugierigen haufenweise um ihn. Es berührte ihn augenscheinlich peinlich, Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit zu sein; darum zog er mich aus dem Haufen fort. «Lassen Sie uns ein wenig längs des Strandes spazieren, ich will Ihnen dann alles erzählen.» Die anderen verstanden dieses Manöver und blieben zurück. Asbjörn Krag erklärte: «Das Unglück mit dem alten Gjaernaes war zugleich auch der Anlass zur Vernichtung der Flugmaschine. Diese feinen, eleganten Dingerchen sind noch keineswegs so vollkommen, dass sie nicht ein unerwarteter Stoss aus dem Gleichgewicht bringen sollte. So kam es, dass die Maschine den Abhang herunterschwirrte und geradewegs ins Meer stürzte. Ich kann mir denken, dass der Luftschiffer versucht hat, das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen, aber es glückte ihm nicht.» «Aber ich verstehe nur nicht,» wandte ich ein, «warum er seine Versuche gerade hier oben in Norwegen machte?» «Das will ich Ihnen erzählen,» erwiderte Krag und begann einige der ausländischen Blätter auseinanderzufalten. «Hier sehen Sie .Svenska Dagbladet' vom 24. August. Eine kleine Notiz berichtet kurz folgende Tatsache : «Dem Vernehmen nach hat der bekannte deutsche Aviatiker Doktor Brahms eine sehr bemerkenswerte Erfindung zur Vervollkommnung der Flugmaschine ohne Motor gemacht. Man weiss noch nicht, worin die Erfindung besteht, aber wir erfahren von eingeweihter Seite, das der Erfinder eifrig mit seinen Experimenten beschäftigt ist Da es jedoch schon mehrfach vorgekommen ist, dass aviatische Geheimnisse gestohlen wurden, hat! Doktor Brahms seine Uebungen nach einer wenig bewohnten Gegend verlegt und umgibt sich mit äusserster Geheimniskrämerei. So sind die Teile seiner Flugmaschine in grossen Kisten fortgeschafft worden, die die Aufschrift trugen « Bechsteinflügel ». Ein Gerücht will wissen, dass Doktor Brahms die hellen norwegischen Sommernächte benutzt, um seine Experimente gerade dann vorzunehmen, wenn andere Menschen schlafen. » (Forts, iolst.)

N° 35 - 1930 Glarus vermittelt. Einen noblen Vorschlag haben, wie wir kurz vor Redaktionsschluss erfahren, die Glarner dem A. C. S. bezüglich des Klausenrennens gemacht. Die Verkehrskommission Glarnerland offeriert in einer telegraphischen Offerte « an A. C. S. Zürich Uebernahme der von Uri verlangten Minimalgarantie und der strittigen Differenzsumme an Korporation Uri. Glarnerland hofft auf Intervention und Zustimmung des Zentralkomitees des A. C. S.» Damit hat die Klausenfrage eine neue überraschende Wendung genommen und die Aussichten für die Abhaltung, die eine Zeitlang recht trübe waren, haben sich plötzlich wieder aufgehellt. Die Glarner Offerte stellt der Automobil- und Sportfreundlichkeit der Qlarner ein ausgezeichnetes Zeugnis aus, das weitherum in Automobilistenkreisen einen guten Eindruck machen wird. Ein Mahnwort der Glarner Regierung. Nach Bekanntwerden des Beschlusses des Urner Landrates richtete die Glarner Regierung an den Regierungsrat von Uri ein freundeidgenössisches Schreiben, worin die Durchführung als gemeinsame Angelegenheit beider Kantone betrachtet und auf die grossen Nachteile beim Fallenlassen des Rennens verwiesen wird: An den Regierungsrat des Kantons TJn, Altdorf. Getreue, hebe Eidgenossen! Der Automobil-Club der Schweiz teilt uns mit, dass das internationale Klausearennen für dieses Jahr und die kommenden Jahre nicht mehr abgehalten werden könne, wenn Ihr Euere Ansprüche an den Club aufrechterhaltet. Da es sich hier um eine gemeinsame Angelegenheit beider Kantone handelt, wobei allerdings jedem Kanton das freie Entschliessungsrecht gewahrt ist, erlauben wir uns, Euch auf die grossen Nachteile aufmerksam zu machen, welche mit dem Fallenlassen dieses Rennens verbunden wären. Vor allem hat das Klausenrennen einen wundervollen Alpenübergang in allen europäischen Ländern bekannt gemacht und wesentlich zur Steigerung und Belebung des Verkehrs beigetragen. Für die Hotellerie und den Gewerbestand wirft das Rennen so bedeutende Einnahmen ab, dass ein Verzicht darauf sehr empfunden würde. Wir glauben, dass auch bei Euch dieselben Kreise grossen direkten und indirekten Nutzen vom Rennen haben. Wir sind daher von jeher der Auffassung gewesen, dass diese Veranstaltung nicht erschwert, sondern eher erleichtert werden sollte. Die glarnerische Bevölkerung nimmt deswegen auch einige Tage Strassenlärm gerne in Kauf, weil sie die wirtschaftliche Bedeutung für weite Volkskreise einsieht. Es wüTde uns leid tun, wenn Ihr den indirekten Nützen für den Kanton unterschätzen würdet und das Rennen deswegen unterbleiben müsste und hoffen zuversichtlich, dass der Kanton Uri auf eine einmalige Einnahme verzichtet zugunsten späterer, Titl nachhaltiger wirkender Vorteile. Wir empfehlen Euch, getreue, liebe Eidgenossen, anmt ans dem Machtschutze Gottes. AUSLAND Ein internationaler Behälter (Container)- Wettbewerb. Der Weltmotorkongress hat im Herbst 1928 in Rom die Frage des Behältersystems für den durchgehenden Eisenbahn-, Motorwagen- und Seeschiffverkehr zum erstenmal unter internationalen Gesichtspunkten erörtert. Auf Vorschlag des Präsidenten der Internationalen Handelskammer wurde darauf von der Internationalen Handelskammer, vom Völkerbund, vom zwischenstaatlichen Eisenbahnverband und anderen zuständigen Fachverbänden ein internationaler Ausschuss gebildet für eine'n internationalen Behälterwettbewerb. Für die besten Entwürfe sind wertvolle Preise ausgesetzt. Die Gesamtsumme steht noch nicht fest. Der Königliche Automobil- Club von Italien und der zwischenstaatliche Eisenbahnverband haben bereits je 5000 Doll. bzw. 2000 Doll. zur Verfügung gestellt. Durch den Beitritt anderer Organisationen dürfte dieser Betrag noch beträchtlich erhöht werden. Alle Mitteilungen sind zu richten an den Internationalen Ausschuss für den Behälterwettbewerb, Internationale Handelskammer, Paris, 38, Cours Albert Ier. Ein Wettbewerb für Diebstahlsicherungen. Die stets wachsende Zahl der Autodiebstähle ruft einem vermehrten Bedürfnis nach Sicherungsvorrichtungen. Um die Erfindung und Ausarbeitung solcher Vorrichtungen zu fördern, hat der A. C. von Deutschland beschlossen, einen Wettbewerb für Automobilsicherungen auszuschreiben. Alle in- oder ausländischen Apparate sind zugelassen, und zwar in Klasse A serienmässig hergestellte Sicherungen, die entweder im Zubehörhandel erhältlich sind, oder solche, die bereits von den Autofabriken mit den Wagen geliefert werden. In Klasse B werden alle diejenigen Sicherungen aufgenommen, die noch nicht für den Verkauf hergestellt werden. Von diesen muss ein Muster vorgelegt werden, das fertig zum Einbau ist. In dieser Gruppe werden sich also vorab die Erfinder melden, deren Idee noch nicht kaufmännisch ausgewertet ist. Die Nenngebühr beträgt 25 Mark. Anmeldungen werden bis 1. Mai entgegengenommen (A. v. D., Leipzigerplatz 16, Berlin W9). Nachmeldungen mit doppelter Gebühr bis 15. Mai. Es sind sechs Geldpreise Kaum kann man es fassen, dass Europas grösstes Strassenrennen schon der Vergangenheit angehören soll. Wochenlange, monatelange Vorbereitungen, Tausende von Sitzungen von Behörden, Sportleuten, Komitees und Unterkomitees, eine Aufklärungs- und Propagandaarbeit wie sie auch bei grösster Begeisterungsfähigkeit der Massen nicht fehlen darf, und diese Unsumme von Arbeit und Ausgaben wird wörtlich über Nacht gegenstandslos! Am vergangenen Samstag und Sonntag befand sich ganz Italien in einem nationalen Rausch. Es war der grosse Tag des Automobils, wo auch der letzte Gassenjunge mit technischen Ausdrücken nur so um sich warf und mit sachkundiger Miene die Unterschiede zwischen den knallroten Alfa Romeo und dem Mercedes-Benz Caracciolas besprach. Die Tausend Meilen von Brescia sind eine einzigartige Rennfahrt, wie sie sonst nir- ausgesetzt (der erste beträgt 500 Mark). Die Ausstellung der Modelle wird das Publikum mit den neuesten Erfindungen in dieser Hinsicht bekanntmachen und die Nachfrage steigern. Für den Handel und die Industrie aber wird die Sammlung eine ausgezeichnete Gelegenheit sein, neue Modelle aufzugreifen und neue Ideen zu verfolgen. -f. Dieser unvergleichliche Wagen r AUTOMOBIL-REVUB Tausend Meilen und eine Nacht Caracciola belegte den ersten Ratz seiner Kategorie. Rückblick auf die Mille Miglia 1930 gends in Europa, nicht einmal Im sportbegeisterten England, möglich wäre. 1630 Kilometer auf offenen Strassen im 100-km-Tempo und die gesamte Bevölkerung der durchfahrenen Gebiete am Rand Spalier stehend! Die Disziplin des Publikums war ganz ausgezeichnet. Willig unterzogen sich die Zuschauer den Anordnungen des Ordnungsdienstes. Geduldig harrten sie stundenlang aus, bis tief in die Nacht hinein, um ja ihren Favoriten vorbeifahren zu sehen. Die starken Kurven wurden von ganzen Menschenklumpen belagert, ebenso die Rekordstrecke Forli-Bologna, wo jeweils die grössten Geschwindigkeiten herausgeholt werden. Ein Tropfen Wermut fiel in den Becher der überschäumenden Begeisterung. Der sympathische Benini stürzte aus Gründen, die wohl nie aufgeklärt werden können, zu Tode. Er wurde bereits am Montag in Florenz unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung beigesetzt. Im Vergleich zu den ungeheuren Anforderungen an Maschinen und Fahrer waren die Ausscheidungen nicht sehr zahlreich. Von den 122 gestarteten Maschinen erlitten 26 Defekte und Pannen. Am Start kamen insgesamt 72 Rennwagen an. Wir haben bereits in der letzten Nummer die zehn ersten Rangplätze angegeben. Nun veröffentlichen wir die Resultate nach Kategorien geordnet: I. Absolute Klassierung: 1. Nuvolari-Guidotti (Alfa-Romeo 2000 ccm, Pneus Pirelli), 16 Std. 18 Min. 59^ Sek.. Geschwindigkeit 100,450 km. II. Klassierung nach Zylinderinhalten: 1100 ccm: 1. Periccioli-ApoUonia (Fiat), 21 Std. 30 Min. 42 Sek., Geschwindigkeit 76,191 km. 1500 ccm: 1. Pirola-Guatta (Alfa-Romeo), 18 Std. 30 Min. 46 Sek., Geschwindigkeit 88.533 km. 2000 ccm: 1. Nuvolari-Guidotti (siehe oben). 3000 ccm: Bassi-Gazzabini (O.M.). 17 Std. 18 Min. 34% Sek., Geschwindigkeit 04.687 km. 5000 ccm: 1. Leonardi-Barbieri (Chrysler), 21 Std. 24 Min. 43 Sek., Geschwindigkeit 76540 km. Ueber 5000 ccm: i. Caracciola-Werner (Mercedes), 17 Std. 20 Min. 17% Sek., Geschwindigkeit 94.531 km. —o— Letzte Schöpfung der Chrysler Werke, hat sich in der Automobilwelt sofort eingeführt durch seinen vollkommenen Mechanismus, seine absolut geräuschlosen Karrosserien ganz aus Stahl, seine Eleganz. AARAU Hydraulische De Soto Innenbackenbremsen auf alle vier Räder wirkend, alle Organe eingeschlossen, gegen Kot und Staub geschützt Vier doppelt wirkende hydraulische Stossfänger. — Vergaser mit fallendem Ansaugrohr ergebend 10 % Kraftzuwachs. Hochleistungsmotor " Silver-Dome" — Halbeliptische Federn in Gummi-Lagerung — Vordersitz verstellbar, etc. Exklusiver Import für die Schweiz : /\GENCE /\MERICAINELS.A Administration 17, Boulevard Helvetique, Genf Administration BASEL LAUSANNE LUZERN ZÜRICH s P *1 Nuvolari und Camparl an der Targa Florio. Zu der klassischen sizilianischen Fahrt sind schon zahlreiche Anmeldungen eingelaufen. Unter andern haben sich eingeschrieben: Nuvolari, Campari, Borzacchini und das bekannte Bugatti-Dreigestirn: Divo, Chiron und Williams. Das Rennen findet am 4. Mail statt Die Rundstrecke der Madone (540 km) ist fünfmal zu durchfahren. Es sind Preise im Gesamtbetrag von 250,000 Lire ausgesetzt, -o- Internatlonales 10. Wiesbadener Automobil-Turnier. Den Anfang der vier grossen international zugelassenen Automobilveranstaltungen in Deutschland macht Wiesbaden mit seinem weltbekannten Automobil-Turnier, das in diesem Jahr sein© 10. Wiederkehr feiert. Die Einleitungsarbeiten sind beendet. Im Turnierprogramm findet man ein© Sternfahrt nach Wiesbaden, eine Geschicklichkeitsprüfung, eine Gesellschaftsfahrt, die Bergprüfungsfahrt < Hohe Wurzel», eine Flugzeugverfolgung und eine Schönheitskonkurrenz für Automobile. Die Sternfahrt ist unterteilt in die < Deutsche Sternfahrt > mit 96 Stunden Fahrtdauer, die « Kreuz- und Querfahrt» mit 48 Stunden Fahrtdauer und die cPlakettenfahrt». Bei den beiden erstgenannten Veranstaltungen wird bei der Wertung die Luftlinienentfernung bzw. gefahrene Landstrassenkilometer berücksichtigt. Teamsowie Clubwertung ist bei den beiden erstgenannten Veranstaltungen zugelassen. Der Veranstalter führt ferner die in ihrer Art sehr interessant© Bergprüfungsfahrt < Hohe Wurzel» durch. Dieser Wettbewerb sieht einen «Leistungsvergleich für serienmässige Tourenwagen » und eine Geschwindigkeitsprüfung für Renn- und Sportwagen vor. Die Ballonverfolgung ist in diesem Jahr nicht vorgesehen, dafür aber eine weit interessantere und schwierigere Flugzeugverfolgung. Den sportlichen Veranstaltungen folgt als Abschluss eine Schönheitskonkurrenz für Automobile, die durch eine grürfdliche Vorschau das sicherste Ergebnis bringen wird. Für alle Veranstaltungen sind teils Ehren-, teils Geldpreise ausgesetzt und Plaketten für die Sternfahrt und die Schönheitskonkurrenz. Ausstellungen 7. Zagreber Automobllsalon. In Zagreb* dem Handelszentrum Jugoslawiens, findet zum 7. Mal eine internationale Automobilschan statt. Der Umfang dieser Ausstellung? ist nur bescheiden, er ist in keiner Weise mit denen der westeuropäischen Salons zu vergleichen. Die Automobile werden alle aus dem Auslande bezogen und der Bedarf nimmt stetig zu, trotzdem ein Wertzoll von 20%; auf den Wagen ruht. Auch muss in Jugoslawien in den Städten für Personenautomobile eine Art Luxussteuer entrichtet werden. Den Löwenanteil an der Einfuhr bucht Amerika für sich. Die Ausstellung umfasst 44 Marken von Personen- und Lastwagen und 13 Motorradmarken. Italienischer Autosalon. Der Salon dauert, wie bereits gemeldet, vom 12. bis 27. April. Aus Mailand wird das endgültige Ergebnis der Einschreibungen für den dritten internationalen Salon des Automobils, der, wie schon mitgeteilt wurde, in Verbindung mit der alljährlichen Mailänder Messe stattfinden wird, veröffentlicht. Es werden also in Mailand ausgestellt: die Produkte von 4 t Automobilfabrikanten, •worunter 23 amerikanische, 9 italienische, 4 französische, 2 englische, 2 deutsche und 1 belgisches Erzeugnis. Ferner stellen 33 Fabrikanten von gewerblichen Motorwagen aus, und diese Produkte werden in den Seitensälen des Sportpalastes zu sehen sein; weiter 15 Fabriken von Karosserien und 34 Fabriken von Akzessorien. Internationale Mailänder Mustermesse. Vom 12.—27. April dieses Jahres findet in Mailand die Internationale Mustermesse statt. Die schweizerisch© Beteiligung ist sehr gross, mehr als doppelt so viele Aussteller als das letzte Jahr haben ihre Produkte zur Schau gestellt. Die schweizerische Industrie ist durch ungefähr 20 Firmen vertreten. Der Pavillon unseres Landes ist durch die schweizerische Zentrale für Handelsförderung vielversprechend eingerichtet. mb. Zürcher Kantonsrat und Motortahrzeug- •erkehr. Wegen Platzmangel mussten wir einen entsprechenden Artikel, der die Motiv© der Motion Kägi des nähern beleuchtet, auf Nr. 36 verschieben. Red. Wegen Stoffandrang mussten verschiedene Interessante Artikel auf nächste Nummer verschoben werden.