Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1930_Zeitung_Nr.036

E_1930_Zeitung_Nr.036

m AUTOMOBIL-REVUE

m AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 36 In dlttsr Rubrik «rettenillcht» Objekt« zahlen eins Gebühr von Fr. 10.— für «In einspaltiges SO mm hohes Falü; DoppaHeldar, zweispaltig. Fr. 20.-, dreispaltig Fr. 30.-, grössere Inserate 45 Cts. pro einspaltige 2-mm-Zeile. Bei dreimaliger Wiederholung der nämlichen Anzeige 10% Rabatt Zu verkaufen grosse AUTOGARAGE Reparatur-Werkstätte mit Taxameter-Betrieb Prima Lage im Kt. Zürich. Grosse Kundschaft. Nachweisbar sehr rentables, gut geführtes Geschäft. Offerten von zahlungsfähigen Käufern unter Chiffre 44749 an die Automobil-Revue, Bern. AUTO-GARAGE In Stadt der Ostschweiz ist an erster Lage besteingerichtete 44608 Auto-Werkstätte zu verkaufen. Umsatz pro 1930 Fr. 170000. Taxibetrieb. Sichere Existenz. Reiches Inventar. Nähere I eparin Ausk. b. Schildknecht, Zürcherhof, Wil (St. Gallen). 6 Zyl. m. nach allen Seiten drehbaren Notsitzen, wunder- A vesidre iiüa mit Garage und bare Ausstattung, mit Separationsscheibe, 2 Re- belle ¥1LLA zu kaufen gesucht Besitzer von Villen, Herrschaf tsgütern u. andern Lie- GARAGE serverädern, Reisekoffer. 7 pieces de maitres, grand confort, 2 salles de bains, eventuell selbständige Leitung einer solchen zwecks Prächtig. Reisewagen, geeignet für Hotel od. besgenschaften finden durch eau courante eh. et fr. dans späterer Uebernahme oder Kauf. Nur deutsche ein Inserat im Liegenschaftsmarkt der c Autogeschäft. Wagen absolut sere Mietfahrten in Taxi- eh. a coucher, toutes dep., Schweiz kommt in Frage. garage, jardin, vue etendue, situee dans un des Automobil-Revue, Bern. Ausführliche Offerten unter Chiffre 44783 an die mobil-Revue » rasch geeignete, zahlungsfähige Marke, sparsam im Ver- wie neu, erstklassige frz. plus beaux quartiere de Liebhaber. In vielen Fällen hat sich die Ankündi- Lausanne. — Prix avantageus. S'adr. Banque Galbrauch. Preis Fr. 8500. Event, wird Wagen eingetauscht. Reelle Gelegengung derartiger Objekte land & Co., Services des für beide Teile mit bestem gerances, 3, PL St-Francois, Lausanne. 8645a ii Erfolg bewährt. Schreiben] Sie sofort an den Verlag der « Automobil-Revue ». lassen Si« nur in der Spezialwerkstätte Adolf KUSTERER, Zimmerg. 9, Zürich 8 ausführen. — Vertreter der Stewart Warner-, A. C.- F Waltham- NorthEast * Ola-Kilometerzähler. Alle Original-Ersatzteile am Lager Schöne, helle, geheizte Räume. Modern eingerichtete Werkstätten. Peugeot-Vertretung für den Kanton Bern. Platz für 80 Wagen. Einzige Orossgarage im Kirchenfeld. Garage m. Spezial- Reparatur-Werkstätten Soot catte nibrliine In oDJets tont insores au prix d« ttu 10.— sar uno colonne de 50 mm de haiHeur, stir deux colonnes Ire. 20.— et lur trois colonnes frs. 30.—, Annonce! d'un plus grand ronnat 45 Cts. la ligne da 2 mm de haut Pour trois parutions un rabais de 10%. En pleine prosperite, bonne Situation sur route internationale, Suisse romande, ä remettre de suite, cause depart. — Excellente affaire. S'adresser chez 1_ Rouge, regisseur, 15, rue du Midi, Lausanne. 44607 Auto-Werkstätte in Industriestadt (Nordostschweiz), in bester Geschäftslage zu verkaufen. Grosser Kundenkreis, Werkzeuge und Maschinen in bestem Zustande. Kaufpreis Fr. 6500. Für tüchtigen Mechaniker gute Existenz. — Anfragen unter Chiffre 44576 an die Automobil-Revue, Bern. Garage direkt hinter dem Bärennralen Einstellhalle Reparaturen - Benzin und Oele. - Telephon Ch. 46 54 E. Meyer * Sohn, Bärengraben 6 mit Garage Von erstklassigem Garage-Chef-Mechaniker zu mieten gesucht Cüches Hallwag sind erstklassig saHii^irjigfflraaa^aEfflsiHEaHfflnnHnEaüHBHBiüaB ICilomeferzähler Reparaturen Telephon CAMION SAURER A vendre 1 type 5 AD et 1 type 5 AE, en parfait etat. — Unser Stolz: Zufriedene Kunden : Grand Garage Burgernziel Telephon 105. Lanz & Co. Ocff-Qaes meeamafem Liesbergerstrasse 15 E. SchwafZ B. 66.13 Bern Bex Karosserie- Sattler-, Spengler-Arbeiten Kristallglas-Seitenteile Neil: Clel oovert „Arbenz Snnsaloon" gesucht i. Autoreparaturwerkstätte (•Wagenheber- Kettenzug). Offerten unt. Chiffre U. 21177 U. an Publicitas, Biel. 44750 heit. — Fritz Wild, LeonhardstraSse 34, Basel. Telephon Safran 30.85. 4-Plätzer, Torpedo, wie neu, Fr. 2800.— Modell Grand Luxe, 4-P1., Torpedo, prima Zustand, Fr. 3000.— Adr.: Case postale 83, B. 14, 10 PS, Limousine, Yverdon. 44746 4-Plätzer, 1928, wie neu, Fr. 4000.— E. SCHMID (Jarage Viscardi & Cie. avenue de la Gare, tel 113 Atelier mecanique, Service de depannage. — Box partieullers. Toutes fournitures et pneus en stock. — Agence Peugeot. GAEAGE CENTRAL S. A 1 ItIKOl IM; (anc F. »afflon) Telipüono 506 Auto-Taxis. — Ambulance. — Service jour et nuit Reparations et revisions. — Service de depannaee Verdecke, UeberzOge, Seltenteile diverser Systeme, Gummi- und Velour«-Teppiche, Tuch- und Leder-Polsterung, PneuhQllen, Staubdecken. Kuhlerdecken, sowie alle einschlägigen Arbeiten bei Qcc aslons-Werkzeuiie Prächtige 6-7-Plätzer- Limousine FIAT 509 A FIAT 501 CITROEN CITROEN Cabriolet, 3-Plätzer, 1927, Vierradbremsen, Ballonreifen, Fr. 2400.— Moser & Cie., Langnau (Bern). Telephon 210. CHALMERS 6 Zylinder, 18 PS, Torpedo, 6/7plätzig, in gut fahrber. Zustand und mit bereits neuem Gummi, b. sofortiger Wegnahme zum Spottpreis v. Fr. 1000.— zu verkaufen Anfragen unter Chiffre 11295 an die Automobil-Revue, Bern. Arbeit für ca. Fr. 1500.— wird an mech. Werkst, gegeben, wenn AUTO im Preise sehr günstig, bezogen wird. Angebote gefl. unt. Chiffre 11296 an die Automobil-Revue, Bern. Occasion! Inf. Abreise nach Sumatra sofort zu verkaufen: BUICK 6 Zyl., 5-Plätzer, in tadellosem Zustande, mit allen Schikanen ausgerüstet. — Kassapreis Fr. 3200.—. Off. an Ludwig Helfenberger, Gossau (St. Gall.). Tel. 3.59. 44767 Zu verkaufen LANCIA Trikappa 8 ZyL, Mod. 1924, Innenlenker, m. getr. Chauffeursitz, 6 Räder, elektr. Licht und Anlasser, Vierradbremsen, in gutem, fahrbereitem Zustand, Karosserie Farina, Turin. Vorteilhafter Preis. Würde sich für Miet-Auto eignen. Garage du Casino, Fleu- OttO KuSterer, Karosserie, Zürich 3 Relnhard8trasse 11. Telephon Hott, 37.16 Filiali Wintirtbur, TSsstalstrasse 29b — Telephon 22.58 ROLLSYNOL MOTOR OIL das Oel mit der Kanne höchste Schmierkraft rassiger Antrieb ERNST HÜRLIMANN, WÄDENSWIL ABTEILUNG OELE UND BENZINE [st das Urteil der Berna-Fahrer über ihren Lastwagen. Mit seinem Ritzel-Antrieb bietet er die grösste Sicherheit! MOTORWACEN- FABR11< Autobesitzer, Achtung! Bin fortwährend Kaufer von Automobilen sämtlicher italienischer Marken, auch Unfall- und Abbruch-Wagen Offerten an Postfach 13625. Zürich. Zu verkaufen mit Garantie SAURER-Kardanwagen 4 ZyL, 20 HP, AUwetteTkaross. Gangloff, Luxusausführung, alle Schikanen, 6/7-PL, ausgezeichn* Tourenwagen, in bestem Zustand, wenig gefahren^ m. Garantie zu verkaufen. Tonnen, 45 PS, durchrevidiert, elektr. Licht Preis Fr. 8000. — Offert unt. Chiffre 44712 an dia Automobfl-Revue, Bern. K (Duplo), pneubereift, neuer Kabinenführersitz, mit neuer Brücke, bei G. Bärtschi, Autorep.-Werkstätte, :lagj Administration, fieuck and CücWne: fiALLWAQ A,-G, Halleische Buchdruckerei and ffagnersche» jfetlacunat<, Bern, VQ AVION

Bern, Dienstag 22. April 1930 Automobil-Revue" No. 30 Letzte Romantik des Reiselebens Vor tausend Jahren zogen die Gralsritter in die Welt hinaus, gepanzert, die Lanze an der Seite, die Armbrust auf dem Rücken. Sie begegneten Drachen und Kobolden, erlegten sie und zogen weiter. Als Siebzig] ährige kamen sie heim, ohne den heiligen Gral, doch satt an Ehren und Ruhm, um dann ihre Söhne — wie waren sie doch zu ihnen gekommen? — auf die gleiche Fahrt hinauszusenden. Das war das goldene Zeitalter der Romantik. Vor hundert Jahren bestiegen die Reisenden die Postkutschen, die mit sechs Pferden bespannt waren. Sie brauchten einen Tag, um vier Meilen zurückzulegen — und drei Monate, um nach Rom zu kommen. Sie begegneten Räubern, die «Hände hoch» riefen, sie wurden in Felsenhöhlen gesperrt und schrieben Briefe an ihre Angehörigen, ihr Leben durch ein Lösegeld zu retten. Die Räuberhauptmänner hatten zuckerhutförmige Hüte und lederumwickelte Beine; sie lasen am Lagerfeuer Plutarch und lachten teuflisch, wenn ihr Todfeind ihnen eine Kugel durch den Schnurrbart jagte. Aber was sie den reichen Touristen raubten, das schenkten sie den Witwen und Waisen in den Apenninen. Das war das silberne Zeitalter der Romantik. Vor neunzig Jahren begann sich eine neumodische Erfindung von England auf den Kontinent zu verbreiten. Sie bestand aus einer Dampfpumpe, die einen Wagen über zwei Schienen zog. Binnen kurzem waren die Postkutschen ebenso ausgestorben wie die Gralsritter. Alle Menschen fuhren mit der Dampfpumpe. Sie begegneten keinen Drachen, auch wurden sie von keinem Rinaldo aufgehalten. Aber ein letzter Schimmer von Romantik lebte auch in ihrer Epoche fort: In jedem Hotel lauerten Scharen befrackter Personen auf: Portiers und Unterpörtiers begehrten Zoll, um sie passieren zu lassen; Schuhputzer machten sie völlig blank, und drehtüröffnende Knaben schickten sie mit einem geringschätzigen Lächeln wieder in die Welt hinaus. Das war das kupferne Zeitalter des Reiselebens. Und jetzt? so fragt Frank Heller in der «B.Z.». Jetzt ist die Eisenzeit angebrochen ! Die Industrialisierung geht ihren unerbittlichen Gang. Das Trinkgeld, dieser letzte Rest der Romantik des Reiselebens, wird verschwinden! Ein Hotel nach dem andern schafft es ab. Es wird verschwinden, wie Rad und Pranger aus der Rechtspflege vor 100 Jahren verschwanden, wie der Spanische Stiefel vor Der eiserne Wagen Kriminal-Roman von Sven Elvestad. Fortsetzung ans dem Hairpiblatt. Als ich gehen wollte, fing Asbjörn Krag an zu lachen und blieb noch etwas stehen. «Sie sind auffallend wenig neugierig», äusserte er. Ich schüttelte den Kopf, da ich nicht verstand, was er meinte. «Ich hätte erwartet, dass Sie mich fragen würden, warum Sie gerade um 10 kommen sollten.» «Wahrscheinlich haben Sie Ihre Gründe hierfür.» «Selbstverständlich, ich habe einen bestimmten Grund. Um 10 Uhr beginnt es dunkel zu werden.» «Ist denn die Dunkelheit für Ihre Pläne notwendig? » «Durchaus notwendig.» « Also werde ich um 10 Uhr kommen. * Als ich mich wenige Schritte von ihm entfernt hatte, rief er meinen Namen. « Ach, hören Sie», sagte er, « es kann doch möglich sein* dass Sie mich im Hotel nicht antreffen.» * Soll ich dann auf Sie warten? » «Nein, gehen Sie dann bitt*» nach einer Stelle hin, wo ich Sie erwarte, falls ich nicht im Hotel bin.» * Wohin? > Asbjörn Krag zeigte hierbei auf das Meer. «Sehen Sie die grossen Baumgruppen dort unten?» «Ja», 200 Jahren verschwand, wie die Feuerprobe und die Magdeburgische Eiserne Jungfrau vor 400 Jahren der Vergessenheit anheimfielen. Die letzte Form der Romantik der Unterklasse im Kampf gegen die Oberklasse soll nach Fachvereinsprinzipien geregelt werden. Gesichert gegen Ueberrasehungen wird fürderhin der Bürger aus Stockholm « Sa einen Himmel», dachte der blonde junge Mann nach im Bois de Boulogne, «so einen himmlischen Himmel hätte ich damals brauchen können ». Frohgemut pfiff er die ersten Takte des Tipperary-Liedes vor sich hin. 'S war ein weiter, weiter Weg damals — gottlob, dass er ihn hinter sich hatte. Und das Paris von damals, die Photographen, bei jedem Spaziergang gleich scharenweise aus der Erde gestampft, die Begeisterten auf den Strassen, die den plötzlich Bekannten umringten und zerrissen. Das Paris von heute war liebenswerter. Wie kostbar, inkognito spazierenzugehen, ein Passant und Privatmann, von dem niemand verlangte, ein zweites Mal über den Ozean zu fliegen. Er konnte sich sogar Zigaretten kaufen; Ypsilon-Zigaretten, deren Fabrik ihm damals hunderttausend Franken geboten hatte, wenn er nun bei der Landung zu den ersten Menschen sägte: «Gebt mir um Gottes willen eine Ypsilon- Zigarette! » Damals hatte er energisch abgelehnt; heute wollte er sie einmal unbefangen versuchen. Er kaufte eine Schachtel und las auf der Umseite des Deckels: « Zerknirscht hat Charles Lindbergh zugegeben, dass er für uns nicht Reklame machen könne. Sein Ruhm reicht keineswegs an den Ruhm der Ypsilon- Zigarette heran. Charles Lindbergh konnte nicht für sie sprechen; sie sprechen besser für sich selber.» Charles Lindbergh musste lachen. So verwandeln Amerikaner Niederlagen in Siege. Dann wurde er plötzlich ernst und dachtet «Wie verwandeln sich Siege in Niederlagen?» Noch war von seinem Ruhm nichts abgebröckelt, schreibt Hans Kafka in der «Prager Presse ». Noch schrieben über ihn die Boulevardblätter, noch konstatierten sie fast täglich, wo er sich aufhielt; und zwar stand in jedem ein anderer Aufenthaltsort (einzig Paris war nirgends vermerkt) und keinen störte das. Aber von Zeit zu Zeit kam auch die Frage nach der nächsten Leistung. Zwar war •die letzte noch von keinem andern überboten. Aber er selber hätte doch wieder einmal etwas für die Boulevards unternehmen können. Vielleicht, so schlugen einige vor, denselben Flug von vorne, nur vielleicht etwas schneller... Lindbergh umging den Are de Triomphe «Dort können Sie mich finden, aber gehen Sie zunächst nach dem Hotel.» «Da unten», murmelte ich, «wo der Weg anfängt, der auf die Höhe führt. > * Jawohl», erwiderte er. Er nickte mir zu und ging rasch von dannen. Ich blieb stehen und sah ihm nach. Er schlenderte durch den violetten Klee, der sich zwischen dem Wald und dem Hotel ausbreitete, dann ging er auf die Veranda und öffnete lärmend die Glastür. Ich hörte noch, wie er einen lauten und freundlichen Gruss ins Zimmer rief ... Der heisse Tag ging langsam zu Ende. Ich lag in meiner Hütte im Schaukelstuhl und Hess die Stunden vorübergleiten. Das Knarren des Stuhls war lange Zeit der einzige Laut, den ich hörte. Es war windstill. Die starke Hitze strömte gegen mein Häuschen, drang durch das offene Fenster und erfüllte das Zimmer. Meine Papiere wurden im Sonnenschein warm und hart, als ob sie vor einem Kachelofen gedörrt würden. Ich hatte das Gesicht nach dem Fenster zugewandt und sah so das lichte, blaue Meer im Fensterrahmen. Die grünen schweren Laubkronenund die blaue See erschienen im Fenster wie die leuchtenden Farben eines Bildes. Hie und da wippte ein Blatt, auf dem ein Insekt sass, ab und zu erschien ein weisser Fittich im Hintergrund; es war ein Segel, das über das Meer dahinglitt. Endlich hörte ich auch einen Laut. Dünne Stimmchen kleiner Kinder, die nahebei im Sande lagen und mit einer Blechbüchse spielten. Glänzende Libellen segelten durch die Luft und sausten hie und da gegen die Wände wie summende Geschosse. Allmählich wurde mir die Hitze im Zimmer zu drückend. Ich ging hinaus, legt© mich ins nach Rom und Tunis ziehen; von der Wiege bis zum Grabe kann er auf seinen Reisen mit zehn Prozent alles machen. Vielleicht auch auf der letzten, der unabwendbaren Reise? Die Voltaire das einzige grosse Abenteuer nannte.! Zehn Prozent von der Rechnung in der Hölle? Ja, warum nicht? Armer Lindbergh Der Ozean flieger hat Sorgen und bog in die gigantische Avenue. Da lag links das Theater, an dem er im Grunde vermutlich hatte vorbeikommen wollen. Da wurde das Lindbergh-Stück von Sacha Guitry gegeben. Nachdem er abgelehnt hatte, darin zu spielen, war lange Zeit nach seinem Doppelgänger gesucht worden. Da hatte der Dichter und Direktor einen einfachen Menschen entdeckt, der Charles Lindbergh täuschend glich. Die Bilder hingen aus. Lindbergh trat ein und betrachtete sich selber. Da grüsste ihn der Theaterportier; natürlich galt der höfliche Gruss dem überaus begabten Herrn, der derzeit in diesem Theater die .Haupt- und Titelrolle spielte. Lindbergh •flüchtete, um weitern Verwechslungen vorzubeugen. Vorher hatte er allerdings durch den höflichen Portier ein Billett besorgen lassen;-das Geld dafür wurde zurückgewiesen, es war natürlich ein Freibillett.. Abends sass Lindbergh im Theater; vergnügte sich an dem Stück und an dem Spiel seines täuschenden Doppelgängers. Er war im Schutz der Dunkelheit hereingekommen. Aber bald nach dem Anfang des ersten Aktes wurde ihm eine Visitenkarte in die Hand -geschoben. Darauf stand kühn geschrieben: « Sie sind erkannt, ich muss Sie sprechen.» Und darunter gedruckt: « Generalmanager Hirsch ». Mit diesem Generalmanager Hirsch sass Lindbergh dann in einer kleinen Bar. Der sagte: «Ich wollte schon nach Amerika fahren, um Sie zu suchen. Da führt Sie' mir das Schicksal gerade entgegen.» — «Um was handelt es sich? » fragte Lindbergh, und der andere entgegnete: «Ich habe eine Idee. » Er legte ein Paket Zeitungen auf den Tisch: « Die ganze Welt fragt jetzt bereits nach Ihrer nächsten Leistung. Ihre letzte ist zwar von keinem andern überboten worden. Aber Sie selber könnten doch wieder einmal etwas für die Boulevards aller Weltstädte unternehmen. Die nächste Sensation wäre Ihr Flug noch einmal, doch viel, viel schneller.» «Ich hatte nur die Leistung im Auge», sagte Lindbergh. «An der Sensation oder wie Sie das nennen wollen; waren nur die andern schuld.» — « Das ist egal », erwiderte Herr Generalmanager Hirsch, «wollen Sie etwa wieder vergessen werden? » — « Nein », Gras und verschränkte die Hände unter dem Kopf. Ich sah gen Himmel und versuchte immer weiter den Himmelsraum mit meinem Blicke zu umfassen. Dabei dachte ich, dass die Augen, die das ganze Himmelsgewölbe auf einmal umspannen könnten, die Fülle der Schönheit wie eine Offenbarung der Ewigkeit empfinden müssten. Feine weisse Lämmerwölkchen standen in der Nähe des Sonnenballs wie Rauchwolken, die von einer glimmenden Zigarre aufsteigen, und hinten am Horizont jagte ein Heer von weissen Wolken vorüber. Sie waren vorbei. Nun war keine Bewegung mehr am Himmel. Die Wolken standen still, als schlummerten sie in der Luft. Darüber spannte sich die hellblaue Unendlichkeit, weit, weit, bis in Räume, zu denen der Menschengeist niemals vordringen kann. Welch eine Kuppel über der Erde ! Wie herrlich war das alles! Wie erschien die Erde hiergegen unansehnlich, dunkel und ärmlich... Die Berge ragten in dieses Lichtmeer wie Schlagschatten hinein — dort oben auf dem höchsten Gipfel stand eine Föhre und badete ihre Krone im Licht! Ich fühlte, dass der Sommer heute einen seiner letzten grossen Siegestage feierte. Sobald der Sonnenwagen unter den Horizont herabgerollt war, kam die Dämmerung. Hinter ihr her war schon der Herbst mit seinen (langen kalten Fingern, und die Nächte begannen kühl zu werden. Wenn man merkt, dass der Sommer schwindet, hat'man stets ein Gefühl, als ob er niemals wiederkehre, und man will dann die letzten Tage noch mit vollen Zügen gemessen... Als die Schatten auch in mein Zimmer hineingilitten, das Laub im Abendwinde wippte und winkte, die See grau wurde, überkam gab Lindbergh zu, «eigentlich nicht. Aber was soll ich tun? Es liegt ausserhalb des Menschenmöglichen, schneller über den Ozean zu fliegen. » — Er bekam zur Antwort: «Tatsächlich wohl — jedoch scheinbar nicht.» Auf den Vorhalt, dass er in Rätseln rede, führte Herr Generalmanager Hirsch folgendes aus: Halten wir fest, dass Sie nun binnen sieben Stunden oder später binnen fünf oder drei — den Atlantik überqueren müssen. Tatsächlich ist das nun unmöglich. Fra* gen wir uns nun, ob in so einem Fall einei Täuschung* zu verdammen wäre. Praktisch ist so ein Flug vollkommen wertlos. Es handelt sich allein um das Bedürfnis der Welt nach einem Helden und einer Tat. Es wird ein Vorbild gebraucht, eine Fabelfigur für die Lesebücher, kurz ein Lindbergh — dessen Leistung nun echt sein kann oder falsch; kommt man niemals hinter den Schwindel, so ist natürlich die erschwindelte Leistung für das, wozu man sie braucht, genau so gut wie die echte. Vielleicht sind alle Helden und Heroen der Menschheit — Hochstapler und Fälscher gewesen, denen man niemals dahinterkam. Ich persönlich zweifle daran, dass Alexander in Indien war, Kolumbus in Amerika, und Siegmund Freud auf dem Grund des Unterbewusstseins. Das haben sie wahrscheinlich alle den Geschichtsschreibern nur so vorgespiegelt. Das Resultat ist jedenfalls genau das gleiche.» «Ich weiss nicht, worauf Sie mit solchen Sophismen hinaus wollen», sagte Lindbergh ungeduldig. «Ich wollte Ihnen die ethische Grundlage für unser Unternehmen bereitstellen. Ich habe einen Trick ersonnen, vermittelst dessen Sie scheinbar auch in 5 Minuten über den Altantik fliegen können. Haben Sie heute Abend Halt! Weniger Nervöse! « Kaffee Hag ist der beste Kaffeö für Mütter und Wöchnerinnen und kann auch der Männerwelt nur sehr empfohlen werden. Wenn nur «Hag» getrunken würde, gäbe es weniger nervöse Menschen auf der Welt! Für, das Kind ist Hag der aasge* zeichnetste Kaffee.» Prof. Dr. E. in L. Kaffee Hag ist echter Bohnenkaffee von hervorragender Qualität, jedoch befreit von dem Herz- und Nervengift Coffein und garantiert unschädlich. Die Hausfrau ist der gerechteste Richter. Trinken Sie 4 Wochen lang Kaffee Hag und dann wissen Sie, der Arzt wahr gesprochen hat. mich eine tiefe Traurigkeit. Das Herz harnmerte mir in der Brust, ich hatte das flüchtige Empfinden, als ob nun das Leben auf-* hörte. Wie langsam doch die Abendstunden, da-» hinflössen. Ich schloss die Fenster und wunderte mich über die blutige Farbe des Gla-t ses. Es war der Widerschein des Sonnenuntergangs; die Sonne zog mit sich ins Meer herab ein Gefolge rostbrauner Wolken, von 'jener hässlichen Farbe, die dem Herbste eigen ist. Die Tinten wurden von der Luft zurückgeworfen und spiegelten sich auch im Glase meines Fensters. Ich fuhr mit dem Fingern über die Scheiben und wunderte mich aufs neue, denn auch meine Finger sa-* hen blutig aus. • So kam die Dämmerung heran. Die Dun-» kelheit füllte mählich jeden Winkel, wurde ständig dichter und breitete ihren Mantel weit aus. Nur die goldenen Rahmen der Bilder an den Wänden leuchteten noch in dem schwachen Schimmer, der von den Fenstern kam, und das Zifferblatt starrte lange von der Wand durch das Dunkel wie ein weisses blödes Auge. Gegen 10 Uhr schwand auch der letzte Schimmer des Tages, im Zimmer wurde es ganz dunkel, nur im Fenster stand noch ein undeutlicher schwacher Lichtschim-i mer, der von Minute zu Minute schwächer und blasser wurde. Zuletzt hatte ich dagesessen und darüber nachgedacht, was ich tun sollte. Ich wusste, dass sich etwas Entscheid dendes im Laufe der Nacht ereignen würde, und hatte das bestimmte Gefühl, dass dieser Tag der letzte hier wäre. In keinem Falle mochte ich länger die nervenerschütternden Vorkommnisse hier ertragen. (Fortsetzung folgt.)