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E_1930_Zeitung_Nr.038

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Ausgab«: Deutsche Schweiz BERN, Dienstag 29. April 1930 Nummer 20 Cts. 26. Jährgang. - N° 38 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelb« Lbte« Halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter PortoJHisehlag, sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung 30 REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechnung HI/414. Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Schweizerisches Verkehrsgesetz, Eisenbahn und Lastwagen Die Gemeraldirelcticm der Schweizerischen Bundesbahnen stellt uns folgende Richtigstellung zu betr. eines Artikels in Nummer 21, in welchem ein Mitarbeiter der < A. R. > gegen die angeregte Konzessionspflicht der gewerbsmässigen Transportunternehmungen Vorbehalte machte. Wir geben gerne der Aeusserung Raum, da sie dazu angetan sein wird, gewisse Bedenken, die in Automobilkreisen herrschen, zu zerstreuen. Im übrigen wird unser Mitarbeiter in einer der nächsten Nummern zum behandelten Thema nochmals Stellung nehmen. Red. In Nr. 21 Ihrer geschätzten Zeitung vom 14. März d. J. veröffentlichten Sie unter dem Titel «Schweizerisches Verkehrsgesetz. Ein Begehren der S. B. B.», einen Artikel, der zur Anregung der Bundesbahnen, es sei im neuen Automobilgesetz der gewerbsmässige Motorlastwagen von einer gewerbepoliizeiichen Genehmigung abhängig zu machen, in ablehnendem Sinne Stellung nimmt. Der Verfasser spricht von einer «Strangulierung», einer «Unterbindung» des Automobils, erblickt in der Einführung des gewerbepolizeiliehen Konzessionszwanges die «Unterdrükkung des freien Autogewerbes» usw. Derartige unbegründete Befürchtungen lassen sich nur dadurch erklären, dass dem Verfasser wohl das «Begehren» der Bundesbahnen, nicht aber seine Begründung bekannt sein dürfte! Andernfals würde er den Bundesbahnen zweifellos nicht Absichten wie die vorerwähnten unterschieben. Im ihrer Vernehmlassung an das Justizdepartement führte die Generaldiirektion nämlich aus, dass im Falle der Einführung der Gewerbekonzessionspflicht für gewerbsmässiig betriebene Motorlasttransporte «die Verweigerung oder der Entzug der Erlaubnis im Hinblick auf die in der Verfassung gewährleistete Gewerbefreiheit niemals davon abhängig gemacht werden dürfte, ob ein gewerbsmässiger Transportbetrieb mit Lastwagen mit der Eisenbahnbeförderung in Konkurrenz trete oder nicht-». Ebensowenig dürfe die Erlaubnis vom Bedürfnis eines bestimmten geiwerbsmässigen Lastwagenbetriebes abhängig gemacht werden. «Im Gesetzestext », bemerkte die Generaldirektion, «müsste dies zur Beruhigung der Automobil- Der eiserne Wagen Kriminal-Roman von Sven Elvestad. (34. Fortsetzung) Nachdem die gekauften Sachen zusammengepackt waren, wünschten mir der Landhändler und sein Bruder guten Fang, und dann wanderte ich nach dem Hotel. Dort "waren alle Fenster erleuchtet, auch dasjenige von Asbjörn Krag, ein Umstand, der mich enttäuschte. Ich hatte darauf gerechnet, dass er nicht da sein würde, und glaubte bestimmt, dass er mir mit Absicht die Stelle Unten am Bergwege für das Stelldichein bezeichnet hätte. Traf ich ihn nun trotzdem hier im Hotel, so musste ich meine weitere Handlungsweise etwas anders einrichten. Aber es mochte biegen oder brechen, jetzt hatte ich meinen Entschluss gefasst und wollte ihn nun auch durchführen. Unten im Speisesaal traf ich einige Gäste, die ich fragte, ob sie mit auf den Fischfang gehen wollten, doch schien es nicht, als ob sie hierzu grosse Lust hätten, zumal ich ihnen auch eine ziemlich grosse Rudertour in Aussicht stellte. Dabei gab ich ganz genau die Zeit an, zu der ich aufzubrechen beabsichtigte. «In einer halben Stunde», sagte ich. «Ich werde das Boot des Landhändlers kehrsmittel Eisenbahn und Lastwagen nur günstig einwirken würde.» Um über die Auffassung der Bundesbahnen hierüber jeden Zweifel auszuscfoliessen, geben wir Ihnen von ihren Darlegungen im Wortlaut Kenntnis. Die Generaldirektion führte aus: «Wenn in Zukunft infolge der Anmeldung bei der staatlichen Genehmigungsbehörde bekannt würde, dass ein Unternehmer einen gewerbsmässigen Trainsportbetrieb zu eröffnen beabsichtigt, würden sich die Eisenbahnverwaltungen und namentlich die von ihnen eingesetzte Venmittlungsgesellsehaft «Schweizerische Express AG. (Sesa)» angelegen sein lassen, mit den betreffenden Lastwagenuniternehmem zu einer Verständigung und eventuell zu einer vernünftigen Verkehrsteilung zu gelangen. Auf Grund der sachkundigen Belehrung über die Selbstkosten eines Lastwagen'betriebs durch die Organe der Sesa würde vielleicht auch mancher Unternehmer von der Verwirklichung eines geschäftlichen Vorhabens, das ihm schliesslieh doch keinen Vorteil brächte, Umgang nehmen. Bei unserer Anregung gehen wir somit vom obersten Grundsatz der neueren Verkehrspolitik aus, dass Eisenbahn und Kraftwagen bei der Bedienung des öffentlichen Verkehrs zusammenarbeiten müssen. Durch die von uns beantragte Patentpflicht oder gewerbepolizeiliche Genehmigung des gewerbemässigen Lastwagenverkehrs würde diese Zusammenarbeit indirekt erleichtert und zweifellos eine wichtige Grundlage gesehalffen, um eine gewisse Ordnung in die heutigen wilden Verkehrsverhältnisse hineinzubringen. » Damit wird in gewiss eindeutiger Weise zum Ausdruck gebracht, dass es den Bundesbahnen, wenn sie für diese Unternehmungen die Einführung der Gewerbekonzessions-pfliicht befürworten, keineswegs um die Erdrosselung des Lastwagentransportes zu tun ist. Dass unsere Verwaltung in Wirklichkeit nichts Aussergewöhnliches beantragt, erhellt aus der Tatsache, dass die meisten europäischen Staaten, im besondern aber das Doradoi des Automobils, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die Genehmigungspflieht für gewerbsmässige Motorlastwagentransporte bereits eingeführt, ja darüber zum Teil noch weit schärfere Bestimmungen aufgestellt haben. So sehen z. B. die Vereinigten Staaten nehmen. Aber es scheint wirklich so, als ob niemand mitfahren will? » Dann ging ich durch den Korridor nach Asbjörn Krags Zimmer. Punkt 10 Uhr klopfte ich an seine Tür. Niemand antwortete. Ich klopfte wieder; als ich abermals keine Antwort erhielt, ging ich geschwind in das Zimmer hinein. Es war leer, doch die brennende Lampe stand auf dem Tisch. Ich wusste, dass Asbjörn Krag stets darauf bedacht war, sein Zimmer abzuschliessen; er konnte also nicht weit fort sein. So wartete ich an der Tür mehrere Minuten, aber niemand kam, und ich hörte auch keine Schritte. Völlige Stille umgab mich. Das kam mir verwunderlich vor, die Tür offen und die Lampe brennend auf dem Tisch... Der Detektiv, der die Pünktlichkeit selbst war, wusste, dass ich zur festgesetzten Zeit, Punkt 10 Uhr, kommen würde. Ich wusste, dass er Geheimnisse hatte und dass er um keinen Preis Fremde über seine Papiere kommen Hess, mich wahrscheinlich noch zu allerletzt. Warum war er dann aber nicht vorsichtiger? Ich öffnete die Tür, die auf den Korridor führte. Asbjörn Krags Zimmer lag ungefähr in der Mitte desselben. Ich musste also, woher auch jemand kommen mochte, die Schritte hören, ehe der Betreffende bis an die Tür interessenten ausdrücklich klargelegt werden. Die Verpflichtung zur FJmholliunig einer staatlichen Erlaubnis in mir gewerbepolizeilicheim Sinne biete aber für die Eisenbahn deshalb ein gewisses Interesse, weil sie auf die planmässige Zusammenarbeit der Verfür den innerstaatlichen Verkehr die Genehmigung nur vor, wenn ein Bedürfnis für solche Transporte besteht. In Deutschland darf sie erteilt werden, wenn Gewähr für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebes geboten ist und das Unternehmen den öffentlichen Interessen nicht zuwiderläuft. In Italien wird neuen Autobetrieben, die mit dem Eisenbahnbetriebe in Wettbewerb treten, die Genehmigung grundsätzilich verweigert. Wird im Einvernehmen mit der Eisenbahniverwaltung die Nützlichkeit und Zweck- Basel, den 26. April. Nicht ohne Stote und Freude denkt man an die Mustermesse Basel, nicht ohne ein Gefühl gespannter Erwartung betritt man den weiten sauberen Platz, auf dem sich das bei aller Sachlichkeit anziehende Gebäude erhebt, das während zwei Wochen der grosse Anziehungspunkt Basels, ja der Schweiz bilden wird. Aus der Not des Krieges geboren, entwickelte sich die Institution der Mustermesse zu einer allerersten nationalen Veranstaltung, die aus unserem Wirtschaftsleben gar nicht mehr wegzudenken wäre. Demi Einkäufer wie dem Laien ist dieser alljährliche Querschnitt durch unsere einheimische Produktion immer wieder ein Ereignis und für den Produzenten ein Ansporn, nur das Beste und Gediegenste zu schaffen, das sich neben den ausländischen Erzeugnissen sehen lassen kann. Heute Samstag morgen eröffnete die 14. Mustermesse ihre Tore dem Publikum. Der Andrang war, besonders am Nachmittag, schon ziemlich stark und Hess einen noch belebteren Sonntag voraussehen. In den Ständen wurde zwar hie und da noch diskret fertig gewachst und gewichst, gestaubt und gemalt, doch störte das nicht. Gegenüber früher ist die Ausstattung und die Aufmachung der Stände formvollendeter geworden. Die Stiltendenzen der modernen Reklame setzen sich mehr und mehr durch und verleihen dem Durcheinander der tausend Gruppen eine einheitliche Note, die überaus wohltuend und ansprechend wirkt. Einige Geschmacklosigkeiten gibt es zwar immer noch (solche soillte die Messeleitung durch eine Art Vorzensur ausschalten können), aber sie werden von Jahr zu Jahr seltener. Den Automobilisten zieht es vor allem in des Detektivs gelangt war. Dann schloss ich wieder die Tür und lauschte unbeweglich. Kein Laut war zu hören. Da trat ich an den Schreibtisch des Detektivs, wo viele Papiere in Paketen geordnet lagen. Oben auf dem. Tische dicht beim Fenster stand ein ovaler Toilettespiegel in versilbertem Rahmen, rings um den Spiegel lag eine Menge kleiner Gegenstände verstreut, darunter einige Schminktuben. Als ich diese Dinge zu sehen bekam, ging es mir durch und durch. Aber ich bemerkte noch etwas anderes. Neben dem Spiegel stand in einem geschnitzten Eschenholzrahmen eine Photographie. Es war das Bild des getöteten Forstmeisters Blinde, eine vortreffliche Photographie, anscheinend kurz vor seinem Tode aufgenommen. Ich nahm das Bild in die Hand und starrte lange darauf. Etwas von dem Gefühle beherrschte mich wieder, das ich hatte, als ich das Gesicht hinter der grünen Fensterscheibe sah. Aber es dauerte nur eine Sekunde, dann war ich wieder unerschütterlich ruhig. Ich begriff, dass Asbjörn Krag die Tür absichtlich hatte offen stehen lassen; er wollte, dass ich das Zimmer betreten und sehen sollte, was da auf dem Tische lag. So überraschte mich das alles nicht so INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile ode* deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarjf. Inseratenschluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern mässigkeit eines neuen Autobetriebes anerkannt, so muss die Autounternehmung zu Gunsten der italienischen Staatsbahnen einen verhältnismässigen Anteil der Bruttoeinnah* men abtreten. Im Vergleich zu diesen einschneidenden, die Freiheit der in Frage stehenden Erwerbsunternehmungen tatsächlich beschränkenden Bestimmungen müsste die Einführung der gewerbepolizeilchen Genehmigungspflieht wahrlich als harmlose Massnahme bezeichnet werden. Mustermesse Basel und Auto (Von unserem Sonderberichterstatter.) Halle IV, wo in der Gruppe Transportmittel unsere einheimischen Motorfahrzeuge ausgestellt sind. Im Stand Berna finden wir ein Autobus-Chassis mit Sechszylindermotor. Im Stand Saurer ebenfalls ein solches Chassis, das den Eindruck sauberster Arbeit macht. Weiter finden wir einen von Reinbold und Christa karossierten schweren Autobus. Der Stand Martini präsentiert ein Chassis für einen Vierzylinderwagen, sowie zwei fertig karossierte Viersitzer-Cabriolets von äusserst elegantem Aussehen. Eine Ueberraschung bringt ein kleiner Stand gegenüber Martini. Dort finden wir ein s'tufenloses Wechsel^ getriebe, das die Balor AG. noch rechtzeitig auf die Mustermesse fertiggestellt hat und dem, wenn es sich bewährt, eine grosse Zukunft vorausgesagt werden kann. Ganz in der Nähe hat sich auch die Benzin und Petroleum AG. «B.P.» ((British Petrol) niedergelassen, die eine ansprechende schematische Darstellung des Werdeganges vom Rohel bis zum Benzin bringt. So gibt es denn für den Automobilisten des Interessanten übergenug. Und nun noch einige statistischen Anga-> ben. Aller Voraussicht nach wird die diesjährige Mustermesse noch einen etwas grösseren Besuch aufweisen als letztes Jahr, während die Zahl der Aussteller ziemlich konstant geblieben ist. Es wurden bis zum Eröffnungstag ausgegeben: 40184 Einkäuferkarten (gegen 38110 im Vorjahre) und 68671 Empfehiungskar'ten (gegen 58794 im Vorjahre). Es sind viele Kollektivbesuche aus dem Auslande (Deutschland, Schweden, Jugoslavien und Portugal) angemeldet. An der Messe nehmen 1090 ((gegen 1083 im Jahre 1929) Aussteller teil. Die von Ausstellungsgütern belegte Fläche ist ungefähr; die gleiche wie im Vorjahre. -f. sehr, wie er es vielleicht erwartet hatte. Der Blick auf die Photographie, auf den Spiegel und auf die Sachen rings um diesen brachte meine Nerven nicht wieder in Aufruhr, wie es bei der Erscheinung des schrecklichen Gesichts hinter der Fensterscheibe geschehen war. Doch nun war ich jedenfalls meiner Sache sicher. Ich hatte jetzt einen unwiderleglichen Beweis dafür, dass alles, was ich bisher nur geglaubt hatte, in-der Tat zutraf. So stand ich und dachte darüber nach, was ich jetzt beginnen sollte. Ich wusste, dass Asbjörn Krag in diesem Augenblick auf mich draussen in der undurchdringlichen Dunkelheit bei den alten Bäumen am Meere wartete. In kurzer Zeit würde ich ihn dort treffen und sein kurzes, polterndes Lachen hören. Und so tat ich etwas, was durchaus mit meinem früheren Verhalten übereinstimmte« Auch ich ging fortan von einem bestimmten Gedanken aus und verfolgte einen Plan. Ich nahm ein Stück weisses Papier und legte es vor mich auf den Tisch, weil ich art ihn schreiben wollte. Auf ekem Schreibständer lagen eine Menge Bleistifte und ein© einzelne Feder, aber es fand sich keine Tinte* Die Feder stak in einem Füllfederhalter. Als ich mit ihr schrieb, wunderte ich mich selbst über meine geraden, festen Buchstaben: Fortsetzung siehe Autler-FeierabeniL