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E_1930_Zeitung_Nr.038

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Die Strasse von Gandria.

Die Strasse von Gandria. Einen Schritt weiter. Die Projekte für die Strasse von Lugano über Gandria nach Porlezza sind seit Jahren beraten, aber immer wieder verzögert wor- "den. Wenn nun heute sich der Bundesrat, wie wir bereits in letzter Nummer melden konnten, mit dem Entwurf der Subventionierungsbotschaft befasst hat, so darf diese Nachricht mit grosser Befriedigung aufgenommen werden. Di© Gandriastrasse wird nicht nur von den Tessiner Automobilisten, sondern auch von den Bündner Automobilisten und den zahlreichen Autotouristen der Schweiz, Italien und Oesterreich längst erwartet. Die Strasse verbindet Lugano mit Porlezza, Menaggio und dem Veltlin. Sie ist die direkteste Verbindung des schweizerischen Ufers des Luganersees mit der grossen Verkehrsader, die dem westlichen Ufer desComersees entlang führt. Zieht man auch in Berücksichtigung, dass gegen den Kanton Graubünden hin mehrere Pässe, wie Splügenpass, Maloja, ferner der Julier und gegen das Tirol hin das Stilfserjoch an die grosse Verkehrsader Lugano-Gandria-Porlezza angeschlossen werden, so versteht man die ausdauernden Bemühungen um den Bau dieses vier Kilometer langen Strassenstückes zwischen Castagnola und Albogasio. Auf die Geschichte der Strassenprojekte, die schon mit einem Postulat im Tessiner Grossen Rat im Jahre 1860 beginnt, werden wir diesmal nicht eintreten. Durch die Liebenswürdigkeit des Departementes für öffentliche Arbeiten im Kanton Tessin werden wir in der Lage sein, einen genauen Plan der Strasse, die bei Castagnola die Luganeserstrasse verlässt und ständig am obernHang entlang durchführt, zu veröffentlichen. Gandria selber liegt vollständig unterhalb der Strasse. Damit würde das sogenannte obere Projekt mit einigen Abänderungen zur Durchführung gelangen. Das mittler© und das untere Projekt fallen, hauptsächlich aus Gründen des Naturschutzes, dahin. In Verbindung mit dem Bau dieser Strasse wird man auch einen Nationalpark schaffen, in dem auch der berühmte Sasso di Gandria inbegriffen ist. Der Bundesrat verlangt von der italienischen Regierung die Zusicherung des Baues des Anschlussstüekes, das erst die Schaffung einer grossen Durchgangsroute ermöglicht. Diese Bedingung bietet noch Anlass zu Unsicherheiten. Immerhin darf man hoffen, die neue- Strasse schon im Jahre 1932 befahren zu können. Die Wichtigkeit dieser internationalen Durchgangsroute erhellt sich auch aus dem Plane der Tessiner Regierung, eine zweite Anschlusstrasse zu bauen, die Lugano mit Castagnola über den Hügel von Viganello führen würde. Hoffen wir, der Bundesrat werde die italienische Regierung zum Bau des zwei Kilometer langen Anschlussstückes bewegen können, wodurch dem Tourismus eine hervorragende Verkehrsader würde. Slvassen eröffnet La. Expropriationsgesuch für die Autostrasse Bern - Thun. Dem Berner Regierungsrat wurde zuhanden des Grossen Rates vom Initiativkomitee der Autostrasse Bern-Thun ein Gesuch eingereicht, das die Erteilung des Expropriationsrechtes für die Erstellung der Strasse wünscht. Der Bund für Naturschutz will gegen den Bau der Strasse hingegen protestieren, da die idyllische AareJandschaft hei Muri zerstört würde. 6. Internationaler Strassenkongress 1930. In Washington findet vom 6 11. Oktober dieses Jahres der 6. Internationale Strassen- Ivongress statt. Mit dem Kongress soll eine durch die American Road Builders' Association veranstaltete Strassenausstellung verbunden, werden. An dem Kongress können sowohl ständige wie zeitweilig© Mitglieder des Internationalen Ständigen Verbandes der Strassenkongresse teilnehmen. Di© Mitglieder sämtlicher Kategorien haben Anspruch auf die Vergünstigungen, die durch Besuch des Kongresses eingeräumt werden. Die Eisenbahnen einer Reihe von Ländern, darunter auch die U. S. A., gewähren eine Reduktion von 25—35 Prozent, die der «Atlantic Conferenz» angehörenden Schiffahrtslinien zwischen Europa und Amerika räumen eine Ermässigung von 25 Prozent ein. Nähere Mitteilungen über Vergünstigungen, Programm usw. macht die Geschäftsstelle der Vereinigung Schweiz. Strassenfachmänner, Bahnhofquai 7, Zürich. Im Interesse der sicheren Platzreservierung empfehlen die Schiffsgesellschaften, sich schon spätestens ein halbes Jahr vorher anzumelden, mb. Der Zugang zur Halbinsel Au wird breiter. Durch den starken Automobilverkehr erwies sich der Zugang der Austrasse zur Halbinsel Au am Zürichsee schon lange als zu klein. Der Gemeinderat von Wädenswil beschloss nun, das öffentliche Teilstück dieser Strasse vom Bahnübergang bis zum Au- Hafcn um einen Meter zu verbreitern. Der unbewachte Bahnübergang westlich des Dorfes Les Breuleux im Berner Jura war im Juli 1928 der Schauplatz eines Zusatmmenstasses zwischen einem Auto und einem Zuge der elektrischen Bahn Tavannes-Tramelan- Breuleux-Noirmont. Die Bahn nähert sich an dieser Stelle der Strasse in einem Bogen, wobei sie auf etwa 50 Meter durch einen Geländeeinschnitt verdeckt wird, so dass von einem fahrenden Zug von der Strasse aus nur noch die Leitungsbügel sichtbar bleiben. Beim Näherkommen verschwindet dann der .Zug nochmals hinter einem Gebäude, so dass er erst 20 Meter vor dem unibewachten Niveauübergang von der Strasse aus wiederum sichtbar wird. Der Autofahrer, der in der Richtung nach La Chaux-de-Fonds fuhr, liess sich weder durch ein vom Zugführer abgegebenes Pfeifensignal noch durch eine 45 Meter vom Uebergang entfernt angebrachte Sdgnaltafel warnen und will im entscheidenden Augenblick dadurch abgelenkt worden sein, dass er einem Fuhrwerk vorführ. Beim Zusammenstoss kamen die Insassen des Autos mit dem Schrecken davon, dagegen wurde das Auto fast gänzlich zertrümmert. Nach dem Eisenbahnhaftpflichtgesetz (Art. 8f, Art. 11, Abs. 2) konnte die Bahn für den Sachschaden nur haftbar gemacht werden, wenn sie ein Verschulden traf. Der Automobilist, der die Bahn auf 11000 Fr. Schadenersatz und 1000 Fr. Genugtuung belangte, machte geltend, das Bestehen eines unbewachten Ueberganges an dieser Stelle bedeute ein Verschulden der Bahn, auch habe das Zugspersonal fahrlässig gehandelt. In Uebereinstimmung mit dem Berner Appellationshof hat das Bundesgericht durch Urteil vom 11. April die Bahnlinie zu 3000 Franken Schadenersatz verurteilt. Dabei erblickte es jedoch das Verschulden der Bahn nicht in dem Umstand, dass der Niveauübergang nicht abgeschrankt und nicht bewacht war. Die gesetzlichen Bestimmungen schreiben für die Nebenbahnen bewachte Barrieren nur vor, soweit sich dies als unbedingt nötig erweist. Der Entscheid der bahnamtlichen Aufsichtsbehörde, ob ein Niveauübergang Zum kommenden Grossen Preis von Europa, der dieses Jahr in Belgien abgehalten wird, geben wir im folgenden die Resultate dieser Veranstaltung seit 1923 an, also dem Jahre wo sie zum erstenmal stattfand: 1923: Italien, Monza. Erster: Salamono (Fiat). 1924: Frankreich, Lyon. Erster: Campari (Alfa Romeo). 1925: Beilgien, Spa. Erster: Ascari (Alfa Romeo). 1926: Spanien, San Sebastian. Erster: J. Goux (Bugatti). 1927: Halfen, Monza. Erster: R. Benoist (Delage). 1928: Italien, Monza. Erster: L. Chiron (Bugatti). 1929: wurde nicht abgehalten. Der R.A.C. von Belgien wird das Rennen nach der dieses Jahr zum letztenmal ge^ brauchten Rennformel des A.I.A.C. vorbereiten. Diese Formel hat bekanntlich den Nachteil, dass sie den Benzinverbrauch beschränkt. Diese Bestimmung zwang letztes Jahr Italien, das die Organisation übernommen hatte, sich zurückzuziehen, womit das Rennen nicht durchgeführt werden konnte. -o- Der Grosse Preis von Oranien. Noch ein nordafrikanisches Rennen und ein (nordafrikanischer * Grosser Preis! Er heisst der Grosse Preis von Oranien und wurde letzten Samstag und Sonntag ausgefahren. Es waren Sport- und Rennwagen zugelassen. Zurückzulegen waren 35 Runden des Circuit von Arcole bei Oran, total 315 km. Bugafti und Amilear waren die meistvertretenen Marken. Resultate: 1. Graf Czaikowski (Bugatti 2300 ccm). 270 km in 2 Std. 41 Min. 13 Sek. (Durchschn. 100,996 km). 2. Vincentd (Bugatti), 2 Std. 45 Min. 2 Sek. 3. Mollar (Bugatti), 2 Std. 47 Min. 4 Sek. 4. Moll (Lorraine), 2 Std. 57 Min. 5. Mazzorati (Fiat), 3 Std. 6 Min. 44 Sek. 6. Lancry (Chenard-Walcker), 3 Std. 15 Min. 52 Sek. (Durchschnitt 83,131 km). Erster der Kategorie 1500 ccm. 7. Ve 7 ron (E.H.P.), 3 Std. 21 Min. 32 Sek.. Zweiter der Kategorie 1500 ccm. Eine Damenequipe an der Prüfungsfahrt in Mans. Zum ersten Mal werden dieses Jahr auch Frauen an dieser Fahrt zugelassen. Wie mitgeteilt wird, hat sich denn auch bis jetzt eine Damenequipe eingetragen, und zwar besteht sie aus Madame Mareuse und Madame Siko, die eine Bugatti 1500 oem lenken werden. Madame Mareuse hat bekanntlich dieses Jahr versucht, mit einem Peuseot AUTOMOBIL-REVUE 1930 - 38 Unbewachte Niveauübergänge Aus dem Bundesgericht. einer Nebenbahn abgeschrankt und bewacht werden müsse, ist freilich für das Gericht nicht bindend, das unabhängig hievon im Haftpflichtprozess zu untersuchen hat, ob das Fehlen einer bewachten Barriere an der betreffenden Stelle ein Verschulden bedeute. Im vorliegenden Fall ist dies jedoch zu verneinen, da der Niveauübergang dem Expertenbefund zufolge für einen vorsichtigen Fahrer gefahrlos ist. Es dürfen in dieser Hinsicht an die Nebenbahnen keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden, da viele von diesen die Kosten für eine Abschrankung ihrer sämtlichen Niveauübergänge nicht zu tragen vermöchten; die mit jedem solchen Uebergang verbundene Gefahr muss in Kauf genommen werden. Wohl aber muss von der Bahn beim Befahren unbewachter Uebergänge erhöhte Vorsicht verlangt werden, und gegen dieses Gebot hat der Zugführer verstossen, indem er statt anhaltender und wiederholter Warnungssignale ein einziges Pfeifensignal, und zwar gerade im Geländeeinschnitt, abgab. Ein wiederholtes Signalisieren wäre um so mehr angezeigt gewesen, als der Zugführer den herannahenden Motorwagen bemerkt hatte; es könnte sich fragen, ob nicht ein weiteres Verschulden der Bahn darin liege, dass der Zugführer mit 25 km Geschwindigkeit, statt der VOM der Bahnleitung vorgeschriebenen 10 km, sich dem Uebergang näherte. Indessen trifft den Kläger ein schwereres Verschulden als die Bahn, da er, ofoschon ortskundig und auch mit dem Fahrplan der Bahn vertraut, offenbar dem unbewachten Niveauübergang keine Aufmerksamkeit schenkte; bei dem Tempo von 10 km, das er eingehalten haben will, hätte ihm auch das rechtzeitige Abstoppen möglich sein sollen, als der Zug auf 20 Meter Entfernung hinter dem Hause hervorfuhr. Der eingetretene Schaden, der im Werte des zerstörten Autos besteht, beläuft sich auf 7000 Fr., und angesichts des schwereren Verschuldens des Klägers hat dieser den grösseren Teil des Schadens selber zu tragen, während die beklagte Bahngesellschaft ihn für 3000 Franken zu entschädigen hat. W. Sportnachrichten Der Grosse Preis von Europa. 6 PS von Athen aus an der Sternfahrt nach Monte Carlo teilzunehmen, hat dann aber vor den unüberwindlichen Schwierigkeiten aufgeben müssen. Die Prüfungsfahrt findet am 21. und 22. Juni statt. -o- Rund um Frankreich im Automobil. Nach dem Muster des berühmten « Tour de France > für Radrennfahrer ist nun auch ein « Tour de France automobile » organisiert worden, der allerdings, wenigstens dieses Jahr, an Popularität und Teilnahme weit unter dem klassischen Radrennen steht. Es handelt sich um eine Regelmässigkeitsfahrt mit ziemlich hohem Stundenmittel (50—40 km). Unter den Teilnehmern erwähnen wir Roberts auf Gardner, den Sieger des Rallye de Pau. -o- Echo vom Grossen Preis von Marokko. Allmählich verlautet etwas über den Verlauf dieses nordafrikanischen Rennens, das bekanntlich am Ostermontag durchgeführt wurde und dessen Resultate wir bereits in Nr. 36 veröffentlicht haben. Das Rennen eröffneten die Sportwagen, die morgens 7 Uhr starteten. Nachdem diese Gruppe abgefertigt war, folgte eine Pause für die Vorbereitung der Rennwagen. Diese fuhren mit Unterbrechungen zwischen 9 Uhr 45 und 11 Uhr 35 los, zuerst die kleinzylindrigen, dann die zwei Bugatti 1500 ccm ohne Kompressor, dann ein Bugatti 1500 ccm mit Kompressor, dann ein© Anzahl Bugatti 2000 ccm mit Kompressor. Das Rennen war ausserordentlieh schwer. Von 15 Gestarteten erreichten denn auch nur fünf das Ziel. Benitah auf Amilcar 1100 ccm, Typ Grand Sport, wurde Sieger. Er fuhr mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 111 km! Er und der Zweitklassierte, Lehoux, (149 km!) unterboten die entsprechenden Klassenrekorde. Der bekannte Bugatti-Fahrer Zehender war von Pech verfolgt, indem seine Fussbremsen versagten und er 700 Kilometer allein mit der Handbremse fahren musste. Aehnliches Unglück hatte Etancelin. -o- Die V. Fahrt von Peronne. Dieses Rennen, welches unter den französischen Veranstaltungen von Jahr zu Jahr an Wichtigkeit gewinnt, ist auf den 18. Mai festgesetzt worden. Es wird organisiert von dem A.C. de Picardie et de l'Aisne und findet auf einer Rundstrecke von 9,665 km in der Nähe von Peronne statt. VI. Rundfahrt durch Sizilien. Am letzten Samstag und Sonntag fand die vom A. C. Sizilien organisierte Rundfahrt durch Sizilien statt. Sie dauerte etwa 20 Stunden durch eine laue Frühlinssnacht und fand am Sonntag morgen ihren Abschluss. Die Marken Fiat, O. M. Alfa Romeo, Bugatti, Lancia und Maserati waren vertreten, von den bekannten Rennfahrern Italiens kamen aber nur Strazza und Morandi, da es sich nur um ein Rennen für Sportwagen handelte. -o- Samstag, Punkt 23 Uhr, wurde der erste Startschuss abgegeben. Als Erster fuhr Demaria (Fiat) ab, die übrigen folgten in Abständen von je drei Minuten. Die Nacht war günstig: der Himmel war klar und die Sterne funkelten um die Wette. Unter den Zuschauern bemerkte man Nuvolari, Divo, Williams. Der Sieger Rosa hatte bereits einige Stunden nach Rennbeginn einen Vorsprung von 10 Minuten vor den andern, doch konnte Arcangeli später ihm wieder etwas näher rükken. Das ganze Rennen verlief ohne einen nennenswerten Unfall. Rosa legte die 975 Kilometer lange Strecke in 12 Stunden 43 Minuten und 1 Sekunde zurück, brauchte also 1 Stunde, 40 Minuten und 50 Sekunden weniger als letztes Jahr, wo er ebenfalls als Sieger hervorging. Die Resultate sind folgende: 1. Rosa auf O.M. in 12:43:01 (88,318 km), neuer Rekord. 2. ArcangeK auf Alfa Romeo in 13:01:49. 3. Guidotti auf Alfa Romeo in 13:07:04. 4. Strazza auf Lancia in 13:09:39. 5. Balestrucro auf O.M. in 15:29:04. Alle andern aufgesehen. Der Klausen ist gesichert! Eine gute Kunde erreicht uns : das Klausenrennen ist gesichert! Das Hangen und Bangen um den Ausgang der Verhandlungen, die Ungewissheit, die sich widersprechenden Behauptungen, alles ist vorbei. Der Klausen ist gerettet und die Blamage vor dem Ausland bleibt uns erspart. Wie es gelang? Donnerstag abend hielt das Komitee der Sektion Zürich des A. C. S. eine Sitzung ab, in der es angesichts der Versicherungen des Glarnerlandes und der Garantie der Gemeinde Altdorf grundsätzlich beschloss, das Klausenrennen durchführen zu wollen, trotzdem das Organisationskomitee seine Demission eingereicht und aus dieser Sache eine Sache des Prinzips gemacht hatte. Ein neues Organisationskomitee wurde gewählt, in dem übrigens fast alle alten Mitgliedervertreten sind ausser den Herren Töndury, Frey und Badertscher, die sich weigerten, in das neue Komitee einzutreten und die ersetzt werden müssen. An Stelle des Herrn Töndury tritt der Sektionspräsident, Herr Hürlimann. Die Sektion Zürich des A.C.S. schlägt nun dem A.C.S. vor, das Klausenrennen durchzuführen. Nachdem das Zentralkomitee sich in dieser Frage ganz auf die Zürcher Sektion verlässt, kann das Rennen als gesichert gelten. Alle Sportfreunde werden die gute Nachricht mit ungeteiter Freude aufnehmen, -o- (Zum gleichen Thema erfahren wir noch: Nach dem Beispiel der neu gegründeten « Pro Autowoche St. Moritz » soll nun auch eine Vereinigung « Pro Klausen » Zustandekommen, um die Abhaltung des Rennens für die Zukunft sicherzustellen.) Eine Nachtfahrt des A.C. Varese. Wie letztes Jahr veranstaltet auch diesen Sommer der A.C. Varese eine Nachtfahrt durch die Lombardei. Das genaue Datum ist noch nicht festgesetzt, doch wird Mitte Juli oder Anfang August in Aussicht genommen. Es handelt sich um eine reine Prüfungsfahrt, von der Rennwagen ausgeschlossen sind. -o- Der Grosse Preis der Tschechoslowakei. Der tschechische A. C. hat soeben die Einzelheiten für den Grossen Preis der Tschechoslowakei ausgearbeitet, welcher am 2^ September in der Nähe von Brno (Brünu) abgehalten wird. Es handelt sich um eiü Rennen auf einer 29,212 Kilometer langen Rundstrecke, die 17 Mal durchfahren we - den muss, so dass die Gesamtstrecke 496,604 Kilometer ausmacht. Die Fahrt ist sehr schwierig, sind doch bei jeder Runde 119 Kurven abzufahren. -o- Eine Autorennbahn bei Hamburg. Der Bau einer grosszügigen Automobil-Rennbahn steht für Hamburg in sicherer Aussicht, der nach den Plänen und Ideen der Architekten Bock und Wohlers der neugegründeten Auto- Rennbahn-Gesellschaft Gross-Hamburg entstehen soll. Die neue Gesellschaft hat ein 300,000 m 2 grosses Gelände bei Eidelstedt an der Pinneberger Chaussee erworben und will mit den Arbeiten in vier Wochen beginnen. Die Eröffnung ist für Pfingsten nächsten Jahres vorgesehen. Die Bahn wird in doppelter Schleifenform gebaut und aus Beton hergestellt, bei einer Länge von genau drei englischen Meilen (etwa 5 km). Die Breiten sind für die Gerade mit 18 bis 20 m und in den Kurven bis zu 32 m vorgesehen, so dass Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometern erzielt werden können. Im Innenraum der Bahn ist noch eine Anlage einer 1-Meilen-Bahn für Dirt-Track-Rennen beabsichtigt. Neben einer Haupttribüne sollen drei weitere Tribünen gebaut werden, so dass für insgesamt 180,000 Zuschauer gut Sichtmöglichkeit gegeben sein dürfte. Die Baukosten sind auf zwei! Millionen Mark veranschlagt.

N°38 — 1930 AUTOMOBIL-KHVUE Umbau des Bubenbergplatzes in Bern. Eine Eingabe der kanlonal-bernischen Strassenverkehrsliga. Es ist selbstverständlich, dass die kantonal-foernisehe Strassenverkehrsliga, also die vielen ihr angeschlossenen und am Verkehr interessierten Verbände, dem Projekt der Gemeindebehörden für den Umbau dieses wichtigen Platzes grösste Beachtung schenken. Leider war zwischen der Genehmigung des Projektes durch die Behörden und dem Zeitpunkt der Abstimmung die Zeit zu knapp, um das ganze Problem öffentlich gründlich zu diskutieren. Wohl veranstaltete im Monat März die Liga im Hotel «National» in Bern einen öffentlichen Diskussionsabend. In den Vorstandssitzungen der Liga vom 31. März und 1. April wurde aber beschlossen, dem Projekt keine Opposition zu machen, sondern der Baudirektion I der Stadt Bern in einer Eingabe nachträglich verschiedene Wünsche zur freundlichen Berücksichtigung während der Umbauperiode zu unterbreiten. Diese Eingabe ist nun am 24. April der Baudirektion eingereicht worden, und es wäre sehr zu wünschen, dass die hierin gerügten Mängel am jetzigen Projekt vor der definitiven Ausführung weitgehendst berücksichtigt würden! Nichteinhaltung des Rechtsverkehres. Als solche bezeichnet die Eingabe in erster Linie die Nichteinhaltung des Rechtsverkehrs bei der Tramführung. Ohne Zweifel muss es als ein sehr schwerwiegender Fehler bezeichnet werden, wenn man bei einer neuen Verkehrsregelung, wie sie für den Bube bergplatz vorgesehen ist und wo die Raumverhältnisse nicht allzu günstige sind, der Strassenbahn, die an die feste Schiene gebunden ist, eine Ausnahmestellung bewilligt. Der Tram gehört heute zu den unübersichtlichsten Fahrzeugen. So hätte man hier eine ständige Verkehrsgefahr, wenn man beim Tramway, entgegen der übrigen Verkehrsleitung, nicht die gleichen Verkehrsprinzipien einhalten wollte. Keine doppelte Linienführung. Damit im Zusammenhang wird in der Eingabe auch die doppelte Linienführung des Trams auf der Nord- und Südseite der grossen Mittelinsel soiwie bei der birnenförmigen Insel beanstandet. Für die kreuzenden Strassenzüge (Fortsetzung Hirschengraben und EMgutgasse) bildet die doppelte Fahrrichtung auf diesen Linienpaaren entschieden eine grösse ständige Verkehrsgefährdung. Es ist einfach unmöglich, dass sich bei derselben der Verkehr von der Spitalgasse wie vom Bahnhof her nach der Christoffeilgasse frei bewegen kann wie bisher, da er zur Kreuzung der Geleise um die birnenförmige Insel herumgeleitet wird. Das dort plazierte neue Stationsgebäude schränkt die Sicht übrigens ganz bedeutend ein. Es wäre ohne Zweifel das Richtige, wenn auf der Nordseite lediglich Richtung Ost-West und auf der Südseite lediglich Richtung West-Ost gefahren würde. Kein Manövrierbahnhof! Mit Recht wird die erweiterte Tramanlage mit Rückstellgeleisen auf dem Bubenbergplatz kritisiert. Durch Heranziehung angrenzender Strassenzüge (Christoffeiligasse, Bundesgasse, Schwanengasse etc.) hätte man sicher eine bessere Lösung finden können, die den grossen Strassenverkehr nicht in unverantwortlicher Weise eingeengt hätte. Auf dem Bahnhoifplatz dürfte übrigens auch die Solothurn-Bern-Bahn mit ihrer verkehrshemmenden Geleiseanlage verschwinden. Der zu erstellende Rückstellbahnhof auf dem Bubenbergplatz wird durch den erhöhten Randstein, mit dem er umgeben sein wird, ebenfalls eine Gefahr bilden. Denn schon die beiden erwähnten Doppelgeleise auf der Nord- und Südseite zuzüglich der doppelten Rückstellgeleise bringen eine bedeutende Verengung der parallel laufenden ßtrassenzüge. Die Ausweiclimöglichkeiten auf den letztem wird gerade durch diese Randsteinabgrenzung bedeutend verschlimmert. Die birnenförmige Insel zu gross. Die birnenförmige Insel wird in ihren heutigen Ausmassen als überreichlich dimensioniert angesehen. Es ist gewiss nicht nötig, dass die Raumverhältnisse für den Strassenverkehr verengt und verschlimmert werden! Der hohen Bedeutung des Strassenverkehrs wird in dem Projekt zu wenig Rechnung getragen, dagegen ist man den Liebhabereien der Tramdirektion viel zu weit entgegengekommen ! Stationsplätze für Autobusse. Auch scheint die Linienführung der Autobusse noch nicht als einwandfrei gelöst. Die Ausgangsstation, z. B. diejenige der Lorrainelinie, liegt zu weit ab. Die ideale Lage des Bubenbergplatzes als zentraler Verkehrsknotenpunkt sollte eine Lösung ermöglichen, wo iür sämtliche Linien nächstliegende Anschluss- und Umsteigemöglichkeiten gefunden würden. Beim heutigen Projekt fehlen diese. In ihrer Eingabe an die Baudirektion bittet die Strassenverkehrsliga erneut um Prüfung einer seinerzeit gemachten Eingabe betreffend Oeffnung der Hirsehengrabenpromenade für den Fussgängerverkehr, wodurch die Verkehrsverhältnisse im westlichen Teil des Bubenbergiplatzes wesentlich verbessert werden könnten. Ein Appell. Alle diese kurz angeführten Punkte sind entschieden einer eingehenden Prüfung wert und im Interesse einer vollkommenen Verkehrsregelung an diesem wichtigen Platze wäre es sehr zu begrüssen, wenn diese Postulate seitens der Behörden weitgehendst berücksichtigt würden. Wenn irgend jemand nicht nur ein Interesse, sondern auch das Recht hat, an einer praktischen Lösung dieser wichtigen Verkehrsfrage mitzureden, dann sicher die vielen der Strassenverkehrsliga angeschlossenen Verbände. Rv. aust recke 4 km km ä construire Generalversammlung der Autosektion Aargau des T.C.S. Die « Automobil-Revue» einstimmig als obligatorisches Cluborgan bestätigt. Generalversammlungen bieten im allgemeinen immer das nämliche Bild: der vollzählig versammelte Vorstand und ein Trüpplein getreuer Mitglieder, "welche die Traktanden über sich ergehen lassen. Glücklicherweise kann man aber von diesen Veranstaltungen in Anlehnung an ein klassisches Zitat auch berichten: «Die Generalversammlungen folgen sich, aber sie gleichen sich nicht»! Und so war's letzten Samstagabend im «Löwen» in Aarau, wo die Versammlung zu einem freundlichen Familienfest und nicht zu einer trockenen Geschäftsdebatte wurde. Freilich wurde deswegen der geschäftliche Teil nicht minder gründlich und aufmerksam behandelt, aber unter dem gewandten Vorsitz von Präsident Lehner, der die Verhandlungen mit manchen trefflichen Bonmot würzte und in der Der Bandesrat hat sich, wie wir bereits in letzter Nummer berichteten, mit dem Bau der Gandriastrasse beiasst. Unsere Kartenskizze veranschaulicht die enorme touristische Bedeutung dieses 4 km langem Strassonstückes. Die technische Vollkommenheit des neuen Horch 8 auf Tiefrahmenchassis ist das Ergebnis seiner folgerichtigen undzielbewussten Entwicklung. Horch 8 war der erste serienmässig hergestellte Achtzylinder Deutschlands. Die Horchwerke haben alle ihre Kräfte auf die Förderu ng dieses ei nen Typs, des Horch 8, konzentriert, und ihn zum meistgekauften Achtzylinder Kontinents gemacht des 8reslia j Auromobilsrrassen { Routes pour automobilisres. Slrassenproiekr Casfagnola - Gandna- Oria. (Bousrrecke *KT Projef de roure Cojragnola-Gandna Generalvertretung "v^j-SP 1 Basel, Zürich, Bern C. SCHLOTTERBECK freundschaftlichen Atmosphäre, die gleich von Anfang an sich behaglich geltend machte, verlor die Traktandenliste von ihrer üblichen ominösen Trockne. Der Präsident nahm gleich bei der Begrüssung die Gelegenheit wahr, um eine prächtige Zinnkanne, welche den Aargauern anlässlich der Teilnahme an der Sternfahrt zum Jahresfest der Zürcher Kollegen überreicht wurde, zu verdanken, und es fehlte später auch nicht an der gebührenden Einweihung, kreiste sie doch oft und kredenzte einen guten Tropfen ! Als äusseres Zeichen der angenehmen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarsektionen war die Kanne besonders willkommen, sind doch die Aargauer ständig bestrebt, einen engen Kontakt mit den Schwestervereinen zu schaffen und zu pflegen. Das Protokoll der letzten Generalversammlung wurde diskussionslos genehmigt und auch der Jahresbericht des Präsidentin, der allen Mitgliedern gedruckt zugestellt wurde und über den an dieser Stelle bereits berichtet worden ist. fand ohne weiteres die verdiente Anerkennung. Der Vorsitzende knüpfte an seine schriftlichen Ausführungen noch einige ergänzende Bemerkungen, die aller Beachtung wert sind. Er wies auf das grosso Arbeitsfeld hin, das von den Automobilverbänden noch zu bestellen ist, wobei insbesondere das sich in Vorbereitung befindende schweizerische Verkehrsgesetz die volle Aufmerksamkeit verdient. Es gilt auch, die gesetzgebenden und richterlichen Behörden immer mehr mit den IS'otwendigkeiten des modernen Verkehrslebens vertraut zu machen, was aber eine gründliche Verkehrserziehung in den eigenen Reihen zur Voraussetzung hat. Der Kassier, dessen präzise und vorbildliche Buchführung mehrfach gebührend erwähnt wurde, konnte mit einem recht erfreulichen Vermögensvorschlag aufwarten, der dank einer sorgfältigen Finanzpolitik herausgewirtschaftet werden konnte. Auf Antrag der Rechnungsrevisoren wird einstimmig Decharge erteilt und dia Rechnung verabschiedet. Der Sportpräsident wartete hierauf mit einer roichen Auswahl an Tourenvorsclilägen auf. und dio Diskussion ergab, dass nachfolgende Projekte am besten gefielen: halbtägige Maifahrt nach Luzern zur Teilnahme an der von der Sektion Waldstätte organisierten Seerundfahrt; halbtägige Ausfahrt nach RheinfeMen mit Besichtigung der Brauerei Feldschlösschen; eintägiger Pickndckausflug auf die Seebodenalp beim Rigi. Ferner ist eine dreitägige Auslandsreise nach Heidelberg vorgesehen, über welche ein detailliertes Programm noch ausgearbeitet wird. Die Sportkommission wird beauftragt, für die vorgesehenen Touren die genauen Richtlinien noch festzulegen, und in der «Automobil-Revue» wird rechtzeitig über die einzelnen Fahrten berichtet. Die Vorstandswahlen konnten glücklicherweise auf eine einzige Ersatzwahl beschränkt werden, indem sich mit Ausnahme von Herr Dr. Ursprung alle Herren wieder zur Verfügung stellten. Herr Direktor Zimmermann, Brugg, wurde neu in den Vorstand berufen und wird das Komitee wieder mit dem üblichen Eifer und dem bisherigen grossen Interesse die Geschäfte der Sektion in nachfolgender Zusammensetzung weiterführen: Präsident: Fürsprech H. Lehner, Lenzburg? Vizepräsident: F. Znmkeller, Architekt, Brugg; Sekretär: Dr. K. Rohrer, Aarau; Kassier: J. Staub,, Aarau; Beisitzer die Herren K. Berner. Aarau; F. Müller, Zofingen; P. Kaufmann, Schönonwerd?, A. Berner, Ennetbaden; 0. Hug, Aarau; E. Meng„ Aarau; X. Suter, Aarau; W« Obrist, Windisch;, Direktor Zimmermann; Brugg. Als Rochnungsrevisoren beliebten die Herren X. Suter und Baumann^ _ Da® nun seit der Gründung- getroffene Abkommen mit der Automobil-Revue, welche als obligatorische» Sektionsblatt allen Mitgliedern zugestellt wird, wurde nach kurzer Diskussion, die sich nur in zustimmendem Sinne ä/usserte, auf drei weitere Jahro erneuert. Die Mitglieder sind ersucht, den Mitteilungen der Sektion jeweilen die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, insbesonders als die Bekanntmachungen des Vorstandes und Einladungen zu Anlässen immer mehr durch das Blatt und nicht mehr auf dem Zirkularwege erfolgen sollen. Der Jahresbeitrag pro 1931 wird auf dem bisherigen Ansatz von Fr. 25.— belassen. Mit Vergnügen nahmen die Anwesenden auch von zwei Sympathiotelegrammen Kenntnis, welche von den Sektionen Ölten und Schaffhausen eingetroffen waren. Ohne besonderes Zeremoniell leitete der Vorsitzende nun zu dem gemütlichen Teil über, den eine Reihe von Damen, "welche den Geschäften aufmerksam (und bitteschön: mäuschenstille) gefolgt waren, den besonderen Reiz verliehen. Ein erstklassiger Musikapparat, unermüdlich vom Wirt in persona betreut, sorgte für rassige Tanzweisen, während sich da und dort frohe Runden bildeten die wohl als Trost für entgangenes Tanzvergnügen dem guten Tropfen aus dem Löwenkeller um so lebhafter zusprachen. In bester Harmonie und Stimmung trennte man sich erst nach mitternächtlicher Stunde, wobei der noch zurückzulegende Heimweg in einzelnen Fällen sogar durch fröhliche Zwischenstationen, zu denen liebenswürdige Gastgeber ä l'im- •prevu verhallten, angenehm unterteilt wurde, b. AUTO-SEKTION ZÜRICH DES T.C.S. Generalversammlung vom 27. April in der Krone zu Töss. Es braucht entschieden Liebe und Interesse zu einer Sache, um bei so prachtvollem Frühlinswetter, wie es uns der vorgestrige Sonntag bescherte, unter Dach und hinter Mauern einer Generalversammlung beizuwohnen. Die Zürcher Sektion war nun in der glücklichen Lage, unter ihren viertausend Mitgliedern auch trotz verlockendstem Sonntagswetter eine stattliche Schar Getreuer zusammenzubringen, die es sich nicht nehmen Hess, zusammen mit dem Vorstand die Jahresgesehäfte zu überprüfen und zu verabschieden. Zwar wird den Mitgliedern die Orientierung über die Tätigkeit der Sek^ tion ja furchtbar leicht gemacht, indem der ausführliche Bericht über alles Wissensworte, zusammen mit dem umfassenden Mitgliederverzeichnis, das an Dicke bald einem Adressbuch gleicht, gedruckt ins Haus zugestellt wird. Dieser Generalbericht sei übrigens allen zur eingehenden Lektüre lebhaft empfohlen. Die Beiträge der verschiedenen Vorstandsinstanzen sind zudem so geschickt redigiert, dass sie zur Unterhaltung werden und nicht wie trockene Geschäftsberichte anmuten. Die Geschäfte konnten durch die Drucklegung der Berichte wesentlich vereinfacht weiden, indem vom Verlesen des letztjährigen Protokolls, des präsidialen Jahresberichtes und der Rechnung abgesehen werden konnte, da eben nur auf die Publikation zu verweisen werden brauchte. Der Vorsitz zende, Herr Fehr, steuert noch einige mündliche Ergänzungen bei und befasst sich vorab mit einigen Geschäften, deren Behandlung im Druck zu weit geführt hätten. Die Frage des eigenen Clubheims, die noch lange diskutiert wurde, auch nachdem der projektierte Ankauf des Kursaals nicht möglich