Aufrufe
vor 7 Monaten

E_1930_Zeitung_Nr.034

E_1930_Zeitung_Nr.034

sehnlich vermisst hat.

sehnlich vermisst hat. Vergangen die dunkeln Stunden der Winternächte, bange vor Heimweh nach dem Licht, das Vergessen des Ichs in den dunstigen Räumen der Theater und des Kinos, vergangen die Abende in den Cafes, voll leidenschaftlicher Diskussionen um mühsam erkämpfte Weltanschauungen. Und in der Ferne tauchen die Erinnerungen wieder auf an die Erlebnisse der Sommertage und -Nächte, das Schwelgen in Licht und Wärme, das Verbundensein mit der Erde. Man wird sich wieder in die Wiesen werfen und in den blauen Himmel hinein starren, und den Wolken nachsehen, die über einem hinwegziehn, man wird das klare Wasser um den Leib sich spülen lassen und tief die Lust der Stunde einatmen. Und man wird wieder halbe Nächte hindurch beim Lichte der Stehlampe im Freien sitzen, im Park, im Garten, umschwirrt von den Mücken und Käfern, gegen die man von Zeit zu Zeit mit dem Buche schlägt... Noch sind wir nicht im Blähen des Frühlings, noch immer drängt er nach Ausbruch, die Knospen heben sich dem Lichte entgegen, und dies ist gut so. (Denn die Sehnsucht ist das Glück.) Und ein Kirschbaum voller Säfte, die ausbrechen wollen, ist ergreifender als wenn er blüht. Wir gehen Ostern entgegen, dem Feste der Auferstehung. Auferstehung in tief religiösem, in natürlichem und rein menschlichem Sinne. Auferstehung im Sinne Tolstois. Die Osterhasen stehen wieder hoch im Kurs. Sie sind wieder Mode. Wird das ein Arbeiten sein in der Werkstatt des lieben Hasen! Und wie der Eier legen muss... Gebt uns für Stunden unsere Kindheit wieder, und wir wollen in frühester Morgenstunde in die Kleider schlüpfen und uns in das dämmernde Licht des Tages hinauswagen, und wir werden zitternden Herzens uns auf die Zehenspitzen stellen und nach dem Hasen Ausblick halten. Dann suchen wir den ganzen Garten ab, und unsere Füsse werden nass und kalt, aber das gehört dazu, wir finden nichts, kein Ei, kein schokoladener Hase, bis uns ein kleiner Schrei weckt, und wir sehen, dass es doch nicht ganz stimmen kann mit dem Garten. Alle die Frühlingsblumen zerzausen wir unbarmherzig, und da kommen sie zum Vorschein, rot, blau, grün, gelb, violett, bunte Eier, und wir stürmen durch den Garten, unter den Bäumen hin und durch taufrisches Gras, auf den Spuren des Osterhasen... Und irgendwo beginnt es zu läuten, weil es eben Ostern ist, und wir schämen uns unseres Aufzuges und tappen glückstrahlend zu den Eltern, die nicht begreifen können, dass es der Osterhase so gut mit uns gemeint hat, und wir brüsten uns und sind stolz, während wir das erste Ei hinunterwürgen... Aber eben ja, da kann man lange die Phantasie zum Vorspann nehmen. Da muss man sich zufrieden geben mit einer Schüssel voll farbener Eier, die man entweder selbst in einen schönern Zustand versetzt oder in höchst prosaischer Weise im Laden gekauft hat. Da sitzt man denn vor diesen Zauberdingen und fragt sich, ob sie dem Magen wohl nicht schaden könnten. Du lieber Himmel, wie ändert sich die Welt... mb. Der Föhn Von Ossip Kalenter. Er ist blau wie Enzian, warm, weich und wild, märzenzärtlich und frühlingsdekadent, böse und wollüstig wie ein Despot aus einem trübsinnigen Gedichte von Baudelaire. Er kommt von den blauen Bergen der Lessinischen Alpen und den milden Wiesen des Monte Baldo, auf denen der Schnee schmilzt, und orgelt über die Gipfel und Almen, durch Täler und Schluchten und unterm Himmel hin peitscht den opalenen See von Garda, dass die weissen Dampfer sich bäumen, stürzt auf Krokus, Veilchen, Narzissen und Hyazinthen, bläst den zärtlichen Mandelbäumen gallig das Licht ihrer Blüten aus, rauft den alten, ehrwürdigen Oliven das silberne Haar ihrer Wipfel, biegt junge Zypressen zu Sicheln, zu Türkensäbeln, mit denen er die Wolken spaltet, die enzianblauen, tiefen, dunkeln und treibenden... Er kommt mit dem Duft von Mimosenund Mandelblüten und wühlt die Rüche von Winter, Moder und dürrem Staube auf. Er bricht, grausig und verführerisch parfümiert, ein Räuber und absonderlicher Kavalier, in die Gärten und Gassen Veronas, hebt den Bürgern die Hüte vom Haupt, rührt den Frauen und Mädchen an die Knie, knickt, als wären es Streichhölzer und Zahnstocher, mächtige Licht- und Telegraphenmasten, knallt, als wären es Erbsen und Kiesel, Dachziegel und Fenster in die Strassen... Da aufs Pflaster... Dort durch die ganze enge, verwinkelte, finstere Gasse... Hier dem verstockten Sünder aufs Haupt- Wenn der Föhn weht, ist zu Verona eine süsse, wilde, verderbliche Luft. Alle Köpfe sind verdreht, alle Herzen beunruhigt. Das ist' der Wind vom Monte Ba!do», sagt man und meint: es geht nicht mit rechten Dingen zu, der Teufel ist los, der Veitstanz geht um. Der «Wind vom Monte Baldo» ist im Veronesischen fester Begriff. Lexika und Enzyklopädien verzeichnen ihn. Wenn der Föhn weht, fiebrt die ehrwürdige Stadt,- und es liegt etwas wie Todesangst in der Luft. Die Trambahnen taumeln. Sie heulen in Aengsten. Die Autos fliehen, Sie stöhnen bang, Der Gemüsemarkt bebt, und die zierliche Madonna Verona inmitten, mit dem Engelsgesicht und der Zackenkrone, ist von Spinat und Möfrren und Blumenkohl bedroht und ragt zierlich und zitternd, ragt hoch immer, ragt trotz allem über den gelben und grünen und blauen Gemüsemarktständerschirmen... (Ossip Kalenter schildert dies in der «Prager Pressen) Das Fieber steigt Wenn die Nacht die schwarze Adige herabgeschwommen kommt, windet der Föhn einen Kranz pechschwarze Wolken um die Zitadelle. Der wilde Cangrande, der lachend und stumm auf seinem Grabmal reitend steht, « Voici des fruits, des fleurs. des ieuilles et des bTanches ... » (Verlaine). Ehe der Regen begann, brachten Freunde der Genesenden noch diese letzte reiche Ernte aus dem Park : Georgien; Bauerndirnen in anilinfarbenen, gestärkten Kleidern; die Knospen haben kleine, dumme Gesichter wie in altmodischen Kinderbüchern. Chrysanthemen mit spitzen, feinen, federkielartigen Blütenblättern, weiss und lilarosa, emigrierte Anemonen. Und diese hier, die Gekräuselten, sehen aus wie Perücken, wie safrangelbe Pudel, wie Straussengefieder; und der brennende Busch der Sternförmigen sieht einem barocken Feuer AUTÜMUtilL-REVUE 1930 - Tage der Genesung Ich schlage den Weg zum Dorfe ein hebt sich im Bügel, reckt sich im Sattel, sticht mit der lästerlich frechen Nase spitz in die Luft: «Ein Wetter zum Morden!» Blut, vor Jahrhunderten vergossen, taut aus den Mauern, von Guelfen und GHibeHinen, hündischen Scaligern und bestochenen venezianischen Kapitänen. Hinter dem Pozzo in der engen Via Barbaro lauern die Schatten der Bravi, die Dolche gezückt. Und vor den Wällen der festen Stadt, bei den Pferdeställen und Rummelplätzen, am alten, verfallenen und entweihten Franziskanerkloster findet Julia in ihrem Grabe nicht Ruh. Es ist eine schlimme Nacht, und : «Gekreisch wie von Alraunen, die man j aufwühlt, das Sterblich, die's hören, sinnlos macht», erfüllt die Lüfte. Und zwischen Lebenslust und Todesangst flüstert's: «Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern...» Nie vielleicht war er ferner als in dieser Stunde, der Nachtstunde des Föhns, die den Pesthauch des Verderbens atmet und die Sommerglut der Begierden» die böse Träume eingibt und tnühlsteinschwere Nachtmahre auf die leinenen Hemdbrüste ehrenwerter Leute jagt, die die Gassen zittern und die Erde gären macht... Aber morgen, morgen schon werden wir zum Frühling erwacht sein, gut und fromm, Österlich und mit grünem Glück. goldner Strahlen und Pfeile gleich. In ihrem bittern und heftigen Duft ist der ganze Herbst. Aber die sanften Wangen der wilden Zitronen duften süss nach Aprikosen: so riecht auch frisch gefälltes Holz in der Sommersonne. Schöner als zur Zeit ihres simpel-einfarbigen Lebens sind die Hortensien im Tode, denn lange noch bleibt die genaue Form und Glätte der Blüte, während die wunderbare Metamorphose der Farbe sich vollzieht. In subtilen, falben Nuancen sind die raschelnden Kugeln kleiner Blüten gewoben. Es sind Färbungen alter Tapisserien, die Seladongrün, die beige und taubenblauen Töne, die bleichen Rosa, Türkis und Violett — ein Triumph des Todes. Um den Strauss, so weiss Anny Pohl mit ihrer schönen Sprache in der «Frankfurter Zeitung» zu schildern, ringelt sich zierlich eine Weinranke als Arabeske. Röntgenzimmer. . , r , . ".. Man.-'"ist in eihe : "sinM-Q^;i*ure|t "geworfen, die.äri ICindheitsträume "anknüpft. Da "sitzt man, ein Erwachsener, und es ist wie damals, als man mit fieherheissen Wangen bat: «Nimm das Schwarze weg! Nimm das Schwarze weg!» (Dies — ein einziges winziges Zwiebackkrümelchen, das ins Bett geraten war und auf dem man lag und das man vergeblich suchte, und das wie ein Stein' wurde und wuchs und wuchs... Das war das Fieber.) Als ob der Raum kompakt wäre, man selber sozusagen die Hohlform, das Negativum des Raumes. Auch die Worte stossen wie auf eine Gegenwehr: verstummt und wie erblindet sitzen Arzt, Assistent und das « Objekt» da und warten, bis die Gestirne ' dieser. Nadht'aufgehen, von irgendwo oben ein böses, rotes Licht herunterschielt, irgendwo seitlich rote Punkte aufglühen und sich langsam aus dem Dunkel lösend, ein Das schönste modernste u. praktischste Grammophon des Weltmarktes ist unbestreitbar das neue elektrische In Truhenform, Nussbaum poliert, oder anderes Holz auf Wunsch, automatische Ein- und Ausschaltung, Motor u. Werk mit 5 Jahren Garantie, alles Schweizer Qualitätsarbeit, kein Spielzeugmotor. Dieses Grammophon ist ein Schmuckkästchen für jeden Wohnraum, Sajon oder Wohnstube. Eint ach, gediegen und vornehm, dem man das . Grammophon nicht sofort ansieht. Infolge Verkaufes von der Fabrik an die Kunden direkt gelangt der Fabrikpreis zur Berechnung. Sie erhalten' einen erstklassigen elektri- : sehen Apparat tür Fr. 650.- für den beim Händler etwa Fr. 1500.- bezahlt werden müsste. Keine Vertreter. Besuchen Sie .mich bitte ' in der Fabrik und lassen Sie sich zuerst einen Prospekt kommen. J.Th. Fontana, Igis Münden) El-So! Grammophon- und Violette-Strahlen-Apparate-Fabrikation rechteckiger, mattgrüner Mond hervordämmert: die Platte. Währenddem schnurren uni surren imaginäre Telegraphendrähte, Lifts, Bienenschwärme. Dann, schattenhaft, mit maulwurfsartigen Bewegungen, tasten sielt drei durch die Finsternis: der Assistent zun* Schaltapparat, der Arzt vor die Platte hin, das «Objekt» dahinter, hoffend, dass es innerlich «recht freundlich» leuchte. Und jetzt ist es, als ob Tausende von Nadeln durch einen völlig anästhesierten Körper sausten, aus der knisternden Strahlenquelle im Rücken. Fahlgrün kreist suchend ein Schädelball der Scheibe entlang: der Arzt — Forscher vor einer atmenden Landkarte. Lampen erhellen wieder die blanke Mechanik der Apparate, die aber selbst nun, wo gleichsam die natürlichen räumlichen Valeurs wieder hergestellt sind, nicht ganz geheuer scheinen. Die vier Jahreszelten. Ich schlage den Weg zum Dorf ein. Vor der werdenden Nacht, kurz nach Sonnenuntergang, bricht noch einmal Helle hervor. Wie eine riesenhafte Intarsie, Fläche gegen Fläche, breitet sich die Landschaft gegen Süden aus. Ein tiefes Dunkelblau fasst alle Dächer ein, ein weicheres Kobalt die voreinander geschobenen Berge. Von den Bauplätzen — Inseln des Lärmes und der Unruhe — tönen die stampfenden, schnaubenden Geräusche der Maschinen; manchmal fällt eine Eisentraverse zu Boden, und es klingt lange nach wie bei einem Gong. Eiertanz über das holprige Pflaster, hin zum See, der reglos in kaltem Rot unter hochgewölbtem Himmel dämmert. Am andern Ufer kriecht die Raupe eines Zuges. ' Eine Musterkarte der Jahreszeiten entfaltet sich: an kahlen Aesten hängen die goldenen Bälle der Khaki-Aepfel. (Innen haben sie viel zu stark gesüsstes Aprikosen-Gelee.) An der Felswand, in Spinngewebe und Gestrüpp, baumeln die runden Knöpfe schwarzer und roter Beeren-Ueberbleibsel des Herbstes. Einzeln, zwischen Gestein; lila Windrädchen des Immergrün; Knospenreiser eines Forsytiastrauchs; leiser Narzissenduft entströmt den blasgelben, weinrot geäderten Alycantusblüten: die Avantgarde des Frühlings. Winterlich ist die grosse Stille, sind die entlaubten, greifenden Platanen, die nackten Reben'und der silberne Scheitel der Berge. Vom Sommer übrig geblieben ^- ich selber. -Gegenüber dem beleuchteten Zifferblatt der Turmuhr balanciert der messingne Teiler des Mondes eine Weile am Bergkamm, steigt langsam und bleibt als hellgrüne Ampel in den verwehenden Schleiern der Abendröte hängen. Die kleinen Geschichten Eine Weltmeisterschaft der Literatur. In Amerika soll demnächst, wie sich die « Literarische Welt» aus New York berichten lässt, ein literarischer Wettbewerb um die Weltmeisterschaft abgehalten werden. Dieser Wettstreit soll feststellen, wer am schnellsten und gleichzeitig am besten dichten kann. Den vorher sorgfältig ausgewählten Anwärtern werden in einem Saal, in dem der Wettbewerb stattfindet, ein Bündel Papier und eine Schreibmaschine übergeben. Ausserdem wird an jeden der Teilnehmer die Kopie eines Szenarios ausgehändigt, nach dem ein Roman oder besser eine lange Novelle zu schreiben ist. Nach einem Gongschlag werden sich die Maschinen in Bewegung setzen und unter den Augen eines vorbeidefilierenden Publikums werden die Schriftsteller - Rekordanwärter versuchen, die Meisterschaft in Schnelligkeit und «Qualität» zu erringen. Das Championat dauert drei Tage und drei Nächte, im Verlauf derer jeder Konkurrent mindestens 100 Seiten zu 300 Worten, d. h. mindestens 30,000 Worte getippt haben muss. Die Sehnelliteraten dürfen sich von einem «Manager» unterstützen lassen, der ihnen das Essen vorbereitet, sie massiert und durch sonstige Pflege in schwjerigen Momenten aufrechterhält. Der Preis Beläuft sich auf die verhältnismässig kleine Summe von 2000 Dollar. Doch wird das Werk des Siegers in 100,000 Exemplaren verlegt, für die er die Autorenhonorare im voraus erhält. Glückliches Amerika! Metamorphose. Vor einem Menschenalter schnitt ein junger Mann bei einem Spaziergang mit seiner Liebsten in einen Baum seinen und deren Vornamen. Als er nach Jahrzehnten wieder an dem Baum vorbeikam, hatte die Rinde die Buchstaben teilweise überwuchert. Jetzt hiess es: «...alter ... esel» ... Reisen in den Schwarzwald gelingen am besten durch Benützen von O. R. Wagners Schwarzwaldkarte. Preis Fr. 4— Verlag Automobil-Revue. Bern.

N° 34 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Hurra, die Osterferien haben begonnen! Die Elfenkinder und der Wassermann Es waren einmal zwei kleine Elfenkindchen, die Wessen zu Namen Primulus und Krokus. Primulus war weiss und rosig und hatte goldene Locken. Er wohnte in einer grossen lichtgelben Primel. Krokus dagegen hatte blassbraune Gliedchen und blauschwarzes Haar; seine Wiege war der Kelch einer veilchenblauen Krokusblume. Die beiden Blumen wuchsen mitten im Walde am Rande einer tiefen, klaren Quelle. Auf dem Grunde dieser Quelle aber hauste der Wassermann. Primulus und Krokus konnten den Kerl nicht leiden; denn jedesmal, wenn der mächtige Kopf des Wassermanns mit seinem triefenden Tanghaar aus dem Quell auftauchte und mit seinen kalten glotzenden Fischaugen in die Sonne blinzelte — putsch, platsch — da fing es gleich an in Strömen zu regnen. Und so hatte er den beiden lieben Elfenkindern schon so manchen goldenen Sonnentag arg verdorben und Primulus und Krokus kannten denn auch keinen sehnlicheren Wunsch als den, dass sie den garstigen Wassermann einmal so recht nach Herzenslust wieder ärgern könnten.. • Eines Tages nun geschah es, dass der Wassermann tief drunten auf dem Grunde seiner Quelle lag und schlief, — so fest, als wollte er das ganze Jahr nicht mehr aufwachen. Ha — das kaim Primulus und Krokus eben recht für ihren längst geplanten Schabernack. Rasch sammelten sie eine Menge kleiner Kieselsteine auf, die sie unter dem Moos versteckt fanden. Dann legten sie sich am Rande der Quelle hin und warfen ein Steinchen nach dem andern ins Wasser hinab. Ping! — Das traf den Wassermann mitten auf die faltige Stirn! — Pang! — Das auf die breite, platte Schnüffelnase! — Peng! — Das auf die borstige Seehundsschnauze! — Der Wassermann aber dachte wohl, ein paar fürwitzige Fischlein wären ihm zu nahe gekommen — er schlug trag und nachlässig mit.der grünen Pfote um sich, um die Zudringlichen zu verscheuchen, dann wälzte er sich missmutig und verstimmt auf die andere Seite und schlief weiter. Primulus und Krokus strampelten vor Vergnügen mit den Beinchen, sie hätten sich über den dummen Wassermann fast totlachen können. Und übermütig, wie sie waren, warfen sie ihren ganzen Vorrat an Steinchen auf Waldstatt (Appenzelienand) Bendez • vous der Automobilisten. Renommierte Küche u. Hotel Hirschen Keller. Spez. Forellen. Garaee. Tanks. H.DUBACHER MAYER. GAIS rieh, der König des Elfenvolkes; und König Elferich sprach und seine silberne Stimme klang heller noch als die seiner Glöckchen: « Aufgepasst, Primulus! Mut gefasst, Krokus! Was nützt euch langes Weinen? Ich weiss jemand, der euch helfen kann! Dieser Jemand ist eine blaue Blume. Sie ist klein, aber gross ist ihre Wunderkraft, aber — sie ges nun, als sie von einem reissenden wilden Wolf verfolgt, unter einem Dornenstrauch wächst gerade vor der Türe von Meister Zuflucht gefunden hatten, überkam sie mitReineke, dem Fuchs! Ist nun euer guter Wille einem Male der ganze Jammer ihres Schicksals., Eine herzliche Reue beschlich sie. Sie euern Uebermut in Demut verwandelt haben, und eure Reue so wahr und gross, dass sie vergossen bittere Tränen; und sagten: « Ach, so werden sie auch eure Feigheit in Tapferkeit verwandeln können und ihr werdet warum sind wir nur so bös und unartig ge- die E. MANSKK-DÖiJIG. Ia. Ruttefküche. Spez.: Lebende Bachforellen. Ia. Krügli-Wein. Neuer Pächter. Bekannt für reelle, gute Bedie> oung ans Küche und Keller. — Schöne Gesellschaltsräumo. 6a Schöner, schattiger'Guten. Starkton-Grammophon. ra.re. Telephon 65. B. SEEMANN. Hift MaMfor« Voiee. Weissbad 820 ü.M. Telephon 21. 120 Betten. Hotel Kurhans BekanntesFamilienhotel. Ausfiugs- Appenzellerland. Alpines Schwimm* und Strandbad, 5000 m a . Parkanlagen! Tennis. Rendez-vous der Herren Automobillisten. Gr. Gartenterrasse. Pension von Fr. 10.— an. Spez. Bachforellen. Zimmer mit ü; Kalt-u Warmwasser. Zentralheizung. Tank u. Garage im Hotel. Jahresbetrieb. Dir. H. GRUNEWALD-SIMON. Urnäsch Ein Blumenmärchen. TELEPHON NR. 1 Bekannt gutgeführte Küche. Stets lebende Bachforellen. Spezialität: Ia Oberländerweine. Ideale Autohaltestel'e. U ALDER, Mitgl. d. A. C S. einmal ins Wasser! Plidder, pladder —, klirr, klirr—wie ein Hagelschauer prasselten die Kiesel auf den Wassermann nieder. Hoho! Da war's aber; gründlich vorbei mit der Gemütlichkeit! • Der Schlaf des Wassermanns war "futsch, er fuhr auf, mit einem einzigen Stoss tauchte er über dem Wasser empor, schnaufend/und prustendl «Brekekekex! Ihr Krotten! Unverschämtes Gesindel!» Primulus und Krokus-hatten allerdings das nicht erwartet. Sie prallten erschrocken zurückund rannten davon, so schnell ihre Beine sie trugen. «Brekekekex! Feiges Pack!» schimpfte der Wassermann: hinter ihnen her, denn er konnte ihnen ja nicht: auf das trockene Land folgen; Dann aber lachte .er giftig auf und starrte: die zitternden Kleinen mit seinem bösen Zauberblick an! «Feige seid ihr und laufen könnt ihr wie junge Hasen, freches Pack! So sollt ihr denn von Stund' an als Hasen in diesem Walde; leben, in steter Angst, gehetzt und gejagt,: vom ;Fuchs und Dachs, vom Wolf und Hund! Das sei eure Strafe! Brekekekex!» Und:ehe Primulus und Krokus auch nur ein Wort sagen konnten,, waren sie schon in zwei arme Häslein; im grünen Gras verwandelt Ach, : was war das für eine schlimme, schlimme Geschichte, für Primulus und Krokus, diesesrHasenieben! Denn es erging ihnen genau nach den Worten des Wassermannes. Sie hatten kein ruhiges Stündlein mehr bei Tag und bei Nacht, sie wurden gejagt, und gehetzt, von Fuchs und Wolf, von Hund und Dachs, und sie lebten viele bange Wochen in steter Angst und Not. Eines Ta- Appenaell-A.-Hh. 930 m u.M. Hotel »r Krone Gut bürgerlich«« H*us. Selbrtgftfnhrte Küche, Qaalit&tsweine. • Bachforellen. Automobilisten bestens empfohlen. . Grosae Antogarage ! _- Mit 1-*fi:j.li ' E» _l«l.fi..%~ Tl_- DA« 4 OTT Altbekannt gutbürgerliches Haus. Herrliche Aassiebt auf Bodensee. Neue Terrasse. Saal für 200 Personen Telephon Nr «1 J. Künstler. HEKISAU Gasthof drei Könige Büffel Fisch-Butterküche. Qualitätsweine. Gesellschaftssaal. Oarage. Tel. 245. Massige Preise. Car-Leb. Bachforellen. Der neue Inhaber; Selbstgeführte Butterküche. Ia. Qualitätsweine. Aipins-Haltestelle. A. Voney-Kooh. Q. BÄCHNÜEK-FISCHER J Ap»p*^nz^lle*lancl Uerisau Hotel Storchen Kl ICH AI N Linie: Appenzell-Urnäsch-St.Gallen isaa BSÄUIIÜI SSpeiolxer Hotel Krone Cafe-Conditorei Kürsteiner. Walzenhausen wesen!» Und: sie klagten dem Dornenbusch all ihr Leid. Da trieb der kahle, dürre Dornenstrauch plötzlich eine blutrote,, duftende Rosenblüte, und: aus dem Kelch dieser Rose sprang ein kleiner Elf hervor,, der trug eine Kappe mit silbernen Glöckchen, die gar wunder lieblich läuteten. Klingelingelingeling! Primulus und Krokus erkannten ihn gleich.: Das war Elfetiut aoigmertu K.uoüe und tvelier. Spezialität: JBachforellen. Gartenwirtschaft. Autogarage. AKOKS« VI» Tel. 3. Gonten ties JÖH. BLSER-DORIG Herisou Bol " n £«!: Wunderblume finden! Küsst das Blümlein dreimal auf seinen Mund, sprecht dreimal den Zauberspruch des Wassermannes: Brekekex — und ihr seid erlöst! » Klingelingeling! Die silbernen Glöckchen erklangen, — König Elferich war verschwunden... Primulus und Krokus machten sich eilig auf den Weg. Als sie nun endlich in die Nähe von Meister Reinekes vielgefürchtetem Verlangen Sie überall Isolier» Haschen PATENT-HARTGLASund Speisegefässe Spezial-Fabrikatefür Automobilisten Nächst aller Sehenswürdigkeiten gelegen. 120 Betten. Qrosser Park, Tennis, Terrassen. Altdeutsche Bier- u. Weinstube. Forellen. Autohallen. — Telephon 302 Besitzer: I.BURI Bau kamen, zitterten sie gar sehr und ihre kleinen Hasenherzen stockten, aber da sahen sie das blaue Wunderblümchen so schön und tröstlich im grünen Moose aufleuchten, dass sie all ihre Angst vergassen. Rasch huschten sie hin, und taten, wie König Elferich ihnen gesagt hatte. Sie küssten das Blümlein mit ihrem Rosaschnäuzehen dreimal auf seinen goldenen kleinen Mund und riefen beide drei^ mal « Brekekex ». Da glitzerte ein Strahlenkranz wie eine goldene Krone um das Köpfchen der kleinen blauen Blume auf und wie ein zauberfeines Glöckchen läutete eine dünne Stimme aus dem Kelch: «Erlöst seid ihr, Primulus und Krokus, erlöst!» Und da war der böse Zauber des Wassermannes von ihnen genommen, und sie fielen einander lachend und weinend in die Arme. Freude und Glückseligkeit übermannten sie. Sie waren keine kleinen Häschen mehr, sondern zwei feine, niedliche Elfenkindchen! Reineke Fuchs aber steckte seine spitze IN DEN SCHWARZWALD HOTEL SOLBAD SCHÜTZEN DONAUESCHINGEN TITISEE HOTEL BÄREN fl. Wasser. Zimmer mit Privatbad und W C-, Tanzdiele Boxen, Tankstelle, Parkplatz Tel. Neustadt (Schw.) 223 Wolfs Hotel Titisee Das bevorzugte neuzeitliche, preiswerte Haus I Ranges in schönster Seelage. Treffpunkt der Schweizer Automobilisten. Tel. Neustadt (Schw.) 227 AUTOFAHRER verlangt überall die ausgezeichneten Weine der Oompagnie Vlticole de Cortalllod Neuchatel blanc ,.CLOS DE LA REINE BERTHE" Cortaillod rouge „VIGNE DU DIABLE" ZÜRICH 1 In allen Preislagen stets das Neueste in Hüten u. Mützen für Herren und Knaben SPEZ IALITÄTJ Damen-Trotteur und ßeithüte Fachmannische Bedienung REPARATUREN