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E_1930_Zeitung_Nr.034

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE itfdü — bereitet der jubelnden Kinderschar immer grosse Freude. Warum bringt der Osterhase die Eier? Seltsamerweise muss bei uns der Osterhase dazu herhalten, den Kindern die Eier zu bringen. Dies muss auffallen, er hat doch sonst mit dem Eierlegen nicht das Geringste zu tun. Er ist nämlich das Tier der Frühlingsgöttin Ostara und wahrscheinlich auch das Symbol der Fruchtbarkeit. Das Ei, vor allem das mit bunten Farben bemalte, in dessen Schale ein neues Leben schlummert, das nach Ausbruch drängt, ist ein wundervolles Sinnbild für das wiedererwachte Leben in der Natur. Wie die Brutwärme die Schale sprengt und das neue Leben auferstehen lässt, so bricht das wachsende Licht die starre Macht des Winters, und der Lenz zieht triumphierend ein. In diesem Sinne wurde das Ei Symbol der Auferstehung, und so leitete es in richtiger Weise vom Heidentum zum Christentum über. Aprilgestöber . . . Die Landschaften. Ich liebe Landschaften im April, irgendwelche Landschaften mit viel Hügeln, Baumgruppen, kleinen Bachläufen und verschlossenen Weinberghäuschen, wo im Mai schon das Versteck der Liebenden ist. Wenn ich das kleine Viereck meines Fensters abmale, sehe ich links im Himmel die ganze Sonne stehen über leichtgetönten, nackten Wipfeln, die sich im frischen Westwind halb zur Erde biegen. Graue Regenschnüre stürzen aus einer schwarzen, mantelartigen Wolke, die rasch und drohend nach Osten zieht. Auf die niederfallenden Regenfäden zeichnet die Sonne sanfte, farbige Feuerbogen. Da bekommt die Landschaft, auf der ein Schatten von Sturm und Unwillen lag, ein Gesicht voll versteckter Anmut und fröhlicher Laune. Da es gegen Abend wird, höre ich die gelbschnäbelige Amsel auf der Spitze der blätterlosen Pappel eine kleine Abendkantate singen. Die Landschaft scheint auf diesen gluckernden und kecken Ton eingestellt zu sein; sie bedeckt den süssen Ton, der von einem Vogeltraum erzählt, mit leichter, blauer Dämmerungsluft. April, April: klingt das nicht wie Spott, wie Schäkerei,- wie der Ruf: «Sucht mich?» In diesem Namen liegt Luftiges, nicht zu ZUR BERUHIGUNG U STÄRKUNG DES GESAMTEN ORGANISMUS BEI NERVEN U.STOFFWECH5EISTORUNGEN Ki GALLUS-APOTHEKE Jr^O/AFFOLTER - CATHOMAS CKJr TEATERPLATZ ST.GALLEN TEL Viel geübter Brauch war früher auch die in allen germanischen Landen übliche Sitte der Osterfeuer, die an «Ostaraabenden» noch heute in Norddeutschland. Dänemark, Schweden und Norwegen bekannt sind. Bei uns ist diese Sitte verschwunden. Als letztes Ueberbleibsel ist das Sechseläutenfeuer von Zürich zu nennen, bei welchem der als «Bögg» symbolisierte Winter elendiglich verbrennen muss, während der sieghafte Frühling seinen Einzug hält. Alle diese Gebräuche, enger Verbundenheit mit der Natur entsprungen, haben sich bis auf den heutigen Tag überliefert. Selbst die modernste Zeit mit ihrer aller Tradition abholden Einstellung hat es nicht vermocht, sie auszurotten, und dies ist nur von Gutem, denn diese alten Sitten streuen in unsere vom Hasten und Jagen erfüllte Zeit ein wenig Licht und Wärme und lassen uns an vergangene Zeiten erinnern, die längst verklungen sind. Fassendes und Hinterhältiges. Keiner weiss, wie er daran ist. Wir waren am Morgen unter einem Schutt von Schnee und Regen aus der Haustür getreten, und am Abend lag die Sonne wie ein sanftes Tuch auf einem Veilchenfeld. So plaudert Anton Schnack in der « Grünen Post». Graue Regenschnüre stürzen aus einer schwarzen, ••-;. mantelartigen Wolke. " • *?; 1 P T T fr M IDEALE SPORf UND TRAININGSNAHRUNG Der seit mehr denn 50 Jahren ärztlich empfohlene - gesunde - Magenbitter Merkwürdigkeiten. In dem Briefwechsel des Lords Burghley befindet sich ein im Jalrre 1633 geschriebener Brief an seinen Sohn, worin er ihm einen Ratschlag gibt, den wir, da wir die geheimen Zusammenhänge nicht mehr feststellen können, nur als kleine und hübsche Seltsamkeit hier anfügen möchten. Der alte, ganz in geheimnisvolles und schwarzes Licht getauchte Mann bittet seinen Sohn, am ersten Montag im April nichts Neues zu unternehmen, weil an diesem Tag© Kain geboren wurde und an diesem Tage auch seinen Bruder Abel erschlagen habe. Die Gelehrsamkeit des alten Lords ist erstaunlich. Ich will's mit dem Neuen einmal der Neugierde wegen versuchen. Doch können wir eigentlich noch viele neue Dinge unternehmen? Es wird wie jeden Tag dabeibleiben: um sieben Uhr aufstehen, um 8 Uhr in das graue, überheizte Kontor gehen und bis zur Abendstunde die gleichen Briefe schreiben. Sollte aber von Lord Burghley noch ein Nachkomme vorhanden sein, so dürfte er wohl in Nizza springenden Tennisbällen nachjagen oder in Indien auf einem Elefanten durch die Dschungel reiten. Nichts wird ihm geschehen. Aber dem kleinen Mann auf dem Kontor wird der Ghef. vielleicht sagen: «Ich bin mit Ihren Leistungen unzufrieden, schauen Sie sich nach einer anderen Stelle um!» Erinnerungen. In diesem Monat sind Andersen geboren, Jens Peter Jacobsen und Wilhelm Busch. In ihnen ist die Seele des Aprils Fleisch geworden. Sie haben zwischen innigster Zartheit, heller Heiterkeit und schattenvollster Trauer ihr Leben verbracht. Sie waren fröhlich und weinten zugleich. iDie Märchen Andersens haben den Duft zarter Veilchen; die Geschichten von Jacobsen den innigen und halb traurigen Ton eines lockenden und sehnsuchtskranken Frühlingsvogels. Busch sprudelt wie eine Aprilwolke Sonne durch die schweren Wetterwolken des Lebens. Wäre ich der Sohn eines Edelsteinhändlers, so würde ich Jür den Monat April einen Goldtopas als Talisman tragen. Die Steinmythologie erzählt, dass das Tragen eines Topases die Nerven beruhige, vor Aufregungen bewahre und von Aerger freihalte. Aber ich habe keinen Goldtopas. Ich halte mich an Busch: Auch er hält vom Aerger frei und. beruhigt die Nerven... Eine Aprilgeborene. Sie war zierlich, ihr Haar hatte einen sanften Kastanienglanz, und sie begegnete dem 22jährigen Klavierlehrer, der immer träumend und bewundernd den Frauen nachsalu Als er das erste Mal mit ihr in die Berge 1 spazierenging, sagte er: «Sehen Sie, Amalie, die schöne, graue Farbe, die das Gestein beschattet!» — «Aber Tollpatsch,> erwiderte 'sie schnippisch, «das ist doch gelb, ein sanftes und etwas angerötetes Gelb.» Auch war ihr der Weg nicht recht; er hatte zu viele grosse Steine. Aber der Weg war wunderschön und führt© mit leichten Bögen in die unendliche Bläue des Himmels. Sie Hess ihn warten, wenn er sich mit ihr verabredet hatte. Und wenn sie bei ihm war, fing sie an seiner Krawatt© zu kritteln an. Sein Hut war ihr nicht recht, sein Spazierstock nicht hübsch genug, und das Buch, das er ihr geliehen hatte, nicht spannend und interessant. Amalie war im April geboren. Und als er ein alter Mann war, fand er einen Kalenderspruch, der lautete: «Frauen im April geboren, Lieben Streit und haben Launen !> Und er dachte traurig an Amalie. Am Abend werde ich mit der Geige ans Fenster treten und ein wenig spielen. Ich weiss, dass mir jemand zuhört Ich bin diesem jemand auf der Treppe begegnet: es war ©in Mädchen und lächelt© mich an. Hoffentlich ist sie nicht im April geboren. Weg am Abend Schon ist es nötig, die Scheinwerfer ein- 1 zuschalten, um von der kompressen Strasse einen Seitenweg wahrzunehmen, der verboten und darum geeignet ist, den Wagen aufzunehmen. Hier ist noch Wald, der sich! später bald auflöst, ungeheure Bäume, schwarz wie Nacktschnecken, feuchte Sträucher, in Nässe stehende Luft. Den gerade Weg fühlt sich weich an, wahr* scheinlich ist er mit Gras bewachsen, der helle Streifen lässt in sich hineintreten, ea ist Sand. Eine gestürzte Barriere liegt über den Weg, schon ist das Land flach wie ein Teller: wie der Teller hat es einen erhöhten Rand, den hier gezackte Büsche und einzelne Koniferen gegen den Himmel bezeich-i nen. Ich stehe inmitten einer weiten Brand-i statte, einzelne Balken ragen auf, schwerer Rauch liegt über dem Boden. Da die Landschaft kein Ende hat als den Himmel, meint man, ihre Erdwölbung zu fassen, wie sia Blumenhaus GEORG PANELLA MAR KTPLATZ ST. GALLEN Telephon 28.87 •2z Besorgung von Blumenspenden für Jeden Anlass, In allen grösseren Orten der Welt durch die „FLEUROP". (Europäische und amerikanische Blumenspenden-Vermittlung). 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N° 34 — i»au AUTOMOBIL-REVUE immer weiter geht, und sich immer mehr um die Erdkugel herumlegt. In der grauen und schweren Luft steht verstreut immer wieder ein vereinsamter Mann, schwarz eingehüllt wie ein Hirte: Wacholder. Mitten in dieser Oede kommt ein Lachen aus einem Gestrüpp. Ein kalter Finger berührt Stirn und Wangen. Aber keine Nässe ist wegzuwischen, wenn man hingreift, nicht einmal eine kalte Stelle ist von der Berührung zurückgeblieben. Eine Pichtenwand hängt glänzend wie das benetzte Fell eines Jagdhundes herunter, ich möchte darüber streichen, dass das Wasser gerinnt, aber sie weicht zurück. Starker Geruch kommt aus der Erde, die hier moorig wird, die Hirtenmänner sind schon weit zurück, es wird auf einmal beinahe hell, in Laub. Dieses Laub ist welk und darum grau, es müsste knistern, aber die Feuchtigkeit hat das Papier aufgeweicht zum Zergehen. In dieser kühlen Luft beginnen sich die Gedanken zu ordnen, einer nach dem andern legt sich zur Ruhe, die Stirne wird kalt, bald liegen sie in Reih und Glied wie im Spital. Der Wächter geht durch die abgekühlten Räume, dreht das Licht ab und Gewehr vorgehalten. Rechts oder links, aber nicht gerade weiter. Gleichmütig gehen die Füsse den bekannten Boden zurück, sie sind nur vorsichtig, die Gedanken nicht zu wecken, was Laub und was Brand Grau ist die Luft, die man atmet, und kühl und erfrischend. Schon ist die gestürzte Barriere da, der Sand und das Gras, aber auch noch weit ist die kompresse Strasse, weiter als an derselben Stelle im umgekehrten Weg. Beinahe ein Chok: — das starke Wieder sehen mit den schwarzen, ungeheuren Bäumen. Hier steht noch der Grosse mit den abgezirkelten Zweigen auf dem grauweissen Hintergrund, ein Schattenriss in drei Dimensionen. Morgenluft, Aufstehzeit für die Gedanken? Sie sind unruhig geworden, aber sie werfen sich nur auf die andere Seite. Ihr strahlender Schlaf ist jetzt weit in der frühern Zeit. Damals schienen* die entlaubten alten Freunde bei aufbrechendem Mond 80 gewältig vom Park her in unser Kinderfenster, die Rinde fühle ich wieder, schildert Erich Wickenburg in der «Frankfurter-Zeitung», von Feuchtigkeit versperrt sie, die Nacht kommt und dievoll, und geglättet, das grünweisse Holz Ruhe aus dem Boden. Die Augen sind geschlossen für aussen, sie sehen nicht mehr glatt sind wie Sehnen und sich in Ringen darunter, mit seinen zähen Fasern, die nach Fichtenwänden und Wacholderhirten, der Atem nimmt jetzt die Umgebung der besten Erde mit kräftigem Hub Saft erneuern. Sie saugen von tief unten aus auf, die weisse Haut hat sich geöffnet und auf, der, von der Kraft aufgeworfen, emporschiesst bis in die Krone und sich in den auf eine unbewusste Weise dringt das Land in den Menschen ein. Kein Gedanke will Spitzen der Zweige bricht. In diesen Fingerspitzen endet oben der Baum, der un- aufstehen, die Ruhe tut ihnen gut, und man fühlt es; der Besitzer des Sanatoriums kann ten mit muskelharten Wurzeln in die Erde kein Ende finden, durch die Nacht zu gekrallt ist. Unbarmherzig hält er sie nieder, aus der er die Kraft saugt, wie spürt gehen. Doch der schnurgerade Weg endet an man die ziehende und die haltende Kraft, dieser Stelle, quer wird uns gleichsam ein das Aufschlügen und das Umklammern. Der berühmte Schauspieler feierte zu Beginn dieses Monats seinen 50. Geburtstag. Wir entnehmen hier dem «B. T.» die kleine Kriegsnovelle «Zu spät», die den sicher von den meisten unserer Leser schon bewunderten Mimen zum Verfasser hat. Im Kriege war's!... Aber ich werde mich nicht verfahren, mich nicht erkühnen, die Hintergründe jener immensen Transaktion mit Titanenfeueriackel und Flammenschrift zu beleuchten oder die Schrecken der Schlachten zu schildern.... Ich rnasse^mir auqh gewiss nicht an, alle Todesarten aufzuzählen, die dem Patrioten da draussen zugedacht sind — als erschossen, zerfetzt, vergiftet werden, bei besonderem Pech mit Flammenwerfer (wie Wanzen mit der Kerze lebendig verbrannt usw. usw.). Auch verstehe ich nichts von Taktik und Strategie und sogar Brest- Litowsk, Bukarest, Versailles, St. Qermain, Trianon und alle Friedenspaläste lasse ich ungeschoren... Aus diesem ganzen epopöeischen Irrenhaus möchte ich Sie nur mit dem Wir passierten ein langgestrecktes Dorf. jungen Schullehrer Bergmann bekannt machen. Dieser Lehrer Bergmann war mein Freund, ich hatte ihn lieb, darum kannte ich ihn wohl — Liebe ist das schönste Erkennen. Ich kannte ihn nicht lange, aber Kriegstage zählen zuweilen mehrfach. Es gibt da Stunden, Minuten, die Schicksale in sich pressen — länger als manches Leben. Bergmann war schlank und blond, 177 Zentimeter hoch (beim Kommiss weiss man das), feines Gesicht, blaue Augen — kein rauher Krieger also — aufrichtig war er, höflich, klug und belesen. Im vordersten Schützengraben kamen wir uns erst näher. Am Rande des Dorfes Pimprez an der Oise lagen wir, eine jener Stellungen, wo «nicht viel los ist». Täglich — auch Sonn- und Feiertags — zu irgendeiner Tageszeit, schlugen so ein Viertelhundert 75-Millimeter-Granaten ein und nachts etwas Gewehrgeknatter — sonst Zu spät Von Alexander Moissu schönster Friede. Wir fanden diesen Krieg recht harmlos, ja drollig, die Granaten eine Abwechslung, eine kleine Sensation. Im Graben gab's Deckung, im.. Dorf« Mauern, in den Häusern Keller, und in zwei langen Wochen hatten wir einen einzigen Verwundeten zu beklagen — auch um ihn mussten wir nicht gerade weinen, es war ja bloss ein Granatsplitterchen im rechten Schenkel. Nur der junge Lehrer Bergmann erstarrte schon beim ersten Aufschlag, jedesmal. Das Wort erstarb in seinem Muride, das Gesicht gespannt, die Äugen geschlossen, die Hände an die Ohren gepresst — es sass da einer, der sein Todesurteil nicht hören will. Ein andermal ballten seine Hände sich zu Fäusten, so plötzlich und heftig, dass die Nägel die Haut seiner Handflächen durchbohrten. Nach dem Bombardement konnte ich ihm lange kein Wort, kein Lächeln entlocken. Wenige Wochen später wurde das Bataillon zurückgenommen, es kam in Ruhe nach Schlettstadt. Bergmann und ich trugen schon die Unteroffizierstressen, er, weil er länger diente, ich als Anerkennung für eine Patrouille — ich hatte nämlich — bei meinem Glück — einen überlaufenden Zuavenoffizier gefangengenommen — und so wurden wir beide zum Offizierskursus kommandiert. Sehr anstrengend! Früh sechs Uhr Appell und noch um die Mitternacht kämpften wir in der Umgebung schwere Manöverschlachten... Ich sehnte mich bereits nach dtm richtigen Krieg von Pimprez, trotz der täglichen Granatenration. Einmal gegen Abend sassen wir — Bergmann und ich — in meinem Zimmerchen bei einer Tasse Kaffee. In meinem Unmut sagte ich nur so beiläufig: «Diese Schinderei ist unerträglich, besser Trommelfeuer mit all seinem Mord und Tod...» Als hätte ich eine Bombe in den Raum geschleudert, so fuhr Bergmann auf — «Sprich nicht von Tod» und hielt sich — so gut es mit beiden Händen ging -^ Ohren, Augen, Mund zu, als wollte er alle seine Sinne fest verschliessen einem Klang, Sinn, Begriff, Gedanken: Tod!... Erschreckt, gebannt, starrte ich ihn an... Jetzt streckte er seine Hände aus und zeichnete — von seinen Augen unbewacht — in der Luft, ganz langsam tastend, ein Etwas und — als erklärte er seine Zeichnung — «Nicht einmal in so einem Ding werde ich da draussen ruhn...» Wie ihn beruhigen? Ich suchte nach Worten, fand sie nicht, gab ihm eine Zigarette. Er rauchte sie stumm bis zu Ende... ich schaute aus dem Fenster... dann schlug ich einen kleinen Spaziergang vor in dem schönen lauwarmen Abend. Wir unterhielten uns über Schulmethoden, ich lobte die Schweiz als vorbildlich... er war anderer Meinung... einem langsam bummelnden Vizefeldwebel leisten wir den Gruss... er bleibt stehen... «Na, wissen Sie schon?» Nein, wir wu$sten nicht... «Also: 250000 Russen gefangen, Hindenburg marschiert morgen in Petersburg ein — jawohl — wenn er nicht schon dort ist. Die Engländer in den Aermelkanal geworfen. Von Calais bombardieren die 42er Ihr Sohn nach NeucHätel?NEUVEVILLE Wünschen Sie sein Wohlbefinden in moralischer und materieller Beziehung? Die Pension Noel bietet Ihnen volle Gewähr; vorzügliche Verpflegung; schöne Lage. Pension Noil. Beaux Arts 14. Offiz. Handelsschule Kaufmännische Abteilung für Jttnglinge and Töchter. Abteilung für Sprachen u. Haushaltung für Töchter. Gründliche Eilernung der französischen Sprach e ^orgiältige Erziehung und Autsicht. Neues ^chu]? L'ebäude. — Schulbeginn Ende April. — Mitte Jul;| Französischer Ferienkurs. — Auskunft d. d. 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