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E_1930_Zeitung_Nr.037

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Neue üerkehrsverordnung

Neue üerkehrsverordnung des Kantons Bern (Schluss.) Art. 68 macht sich auf dem Papier sehr gut. Er verlangt, dass bei staubiger oder kotiger Strasse so gefahren werden soll, dass andere Strassenbenützer nicht erheblich belästigt und nicht bespritzt werden. Es wird dies immer da möglich sein, wo die betreffende Strasse sich durch eine gute Instandhaltung auszeichnet. Im andern Fall wird der schöne Satz des Art. 68 papieren bleiben. Auch Art. 75 ist sehr schön zu lesen. Das Abstellen von Fahrzeugen darf darnach auf öffentlichen Strassen auf verhältnismässig kurze Zeit gestattet sein, soweit der Verkehr nicht gehemmt oder gestört wird. Auch dieser Artikel hat auffallend kautschukartigen Charakter, so lange der Begriff «verhältnismässig kurze Zeit» nicht näher umschrieben wird. Dazu kommt die Frage der Parkierungsmöglichkeit. In einer Stadt, beispielsweise wie Bern, wo es an den nötigen Parkierungsplätzen fehlt und wo sogar dasi Bundeshaus seine Ruhe haben will, bleibt dem Automobilisten nichts anderes übrig, aJs eben auf der erstbesten Strasse, wo er noch Platz findet, seinen Wagen abzustellen. Sogar wenn nach Art. 76 dauerndes Abstellen auf der öffentlichen Strasse verboten ist. Einig gehen wir mit der Bestimmung des Art. 79, wonach während der Dunkelheit oder bei Nebel auf der Strasse aufgestellte Fahrzeuge entweder die ordentlichen Lichter zu führen haben, oder auf der der Strasse zugekehrten. Seite durch ein hell brennendes Licht, das aus beiden Richtungen der Strasse wahrnehmbar ist, zu beleuchten sind. Für selbstverständlich halten wir es, dass dieses Licht bei sehr guter Strassenbeleuchtung nicht erforderlich ist. Was Verkehrsunfälle anbetrifft, so bestimmt Art. 82, dass bei einem Verkehrsunfall beteiligte Fahrzeuge sofort anzuhalten haben. Es ist dies ein Begehren, das von Seiten der Automobilverbände seit langem gestellt wird und wonach jeder anständige Fahrer bereits heute handelt. Selbstverständlich ist auch, dass, wenn Personen Verletzungen erlitten haben, die Führer oder Insassen der beteiligten Fahrzeuge diesen jede gebotene Hilfe angedeihen lassen soJlen. Die Bestimmungen über Zeichengebung für Führer und Verkehrsposten bringen nichts Neues. Es ist nur zu wünschen, dass sich alle Strassenbenützer an die vereinbarte Zeichengebung halten werden. Näher interessiert uns Art 88, der den Fussgängerverkehr zu regeln sucht. Es wird gut sein, wenn der Inhalt des Art. 88 immer wieder ganz besonders in den Schulen den Kindern eingeprägt wird. Er bestimmt, dass Fussgänger überall da, wo ausschliesslich für sie bestimmte Steige oder Fusswege vorhanden sind, diese zu benützen haben. Wo infolge dichten Verkehrs der Platz hierzu nicht ausreicht, haben sie sich am Rande der Strassenfahrbahn zu halten. Sie sollen bei Benützung der Strasse alle durch den Verkehr gebotene Sorgfalt beobachten, auf die Signale und Zeichen der Fahrzeuge und der Verkehrspolizei acht geben, andern Strassembenützern soweit möglich rechtzeitig ausweichen und jede mutwillige Verkehrsstörung unterlassen. Die Fussgänger sollen die Fahrbahn auf dem kürzesten Wege, wenn möglich senkrecht kreuzen und '-regebenenfalls die hiefür von der Strassen- > erwalrung oder der Polizei bezeichneten Stellen benützen. Wir haben diesbezüglich letztes Jahr ein krasses Beispiel in der Stadt Uern erlebt, wo die von der städtischen Poiizeidirektion angeordneten Uebergangsstellen systematisch von den Fussgängern ausser \cht gelassen wurden. Was die Strassensignalisation anbetrifft, enthält Art. 91 die Bestimmung, dass als einheitliche Zeichen die in der Pariser Konvention über den Automobilverkehr vorgesehenen Gefahrenzeichen, sowie die von der Verkehrskommission des Völkerbundes festgesetzten Zeichen für die Kenntlichmachung polizeilicher besonderer Verkehrsanordnungen in Betracht fallen sollen. Damit hat die zuständige bernische Behörde den Willen kundgegeben, sich ebenfalls auf die einheitlichen Vorschriften, wie sie letzthin vom eidg. Justiz- und Polizeidepartement erlassen wurden, festzulegen. Wir freuen uns dessen, dürfte doch damit der Vereinheitlichung der Strassensignalisation ein grosser Dienst erwiesen worden sein. Ebenso erfreulich ist die Bestimmung des Art. 93, wonach Angehörige fremder Staaten, die in der Schweiz nicht dauernd Wohnsitz nehmen, mit den konventionsgemässen internationalen Fahrausweisen oder mit ihren nationalen Ausweisen verkehren dürfen, wenn die Staaten ihrer Heimat oder ihres ordentlichen Wohnsitzes Gegenrecht halten. Damit werden die vielen Schikanen, die bis heute ausländischen Automobilisten erblüht sind, aus der Welt geschafft zu Nutz und Frommen des schweizerischen Automobiltourismus. Art. 94 bestimmt, dass auf Anruf oder Zeichen eines Angehörigen der Strassenoder Polizeiverwaltung, der sich als solcher zu erkennen gibt, jeder Fahrzeugführer anzuhalten hat, und dass auf Verlangen die Ausweise vorzuzeigen sind. Wir hoffen, dass durch diese Bestimmung die versteckten Kontrollen endgültig im Kanton Bern fallen gelassen werden. Es läge dies gewiss im Interesse einer erspriesslichen Zusammenarbeit der Polizeidirektion mit allen anständigen Automobilisten. Es wäre einem Begehren Rechnung getragen, das seit Jahren die Automobilverbände beschäftigte. Das der Polizei unwürdige Strauchrittertum wäre aus der Welt geschafft und der Kanton Bern Am Bahnübergang der Bodengasse in Rüschlikon an der Linie Zürich-Thalwil ereignete sich am /. Juni 1929, kurz nach 9 Uhr vormittags, ein schwerer Unfall, indem der in Thalwil wohnhafte Tierarzt Dr. W. Siegfried, der auf dem Motorrad diesen Bahnübergang passieren wollte, von dem im nämlichen Augenblick heranbrausenden Luzerner Schnellzug erfasst und sofort getötet worden war. Das Unglück wurde dadurch verschuldet, dass die an diesem Bahnübergang stationierte Barrierenwärterin die Barriere beim Herannahen des Zuges nicht geschlossen hatte, sondern in jenem Augenblick gerade ins Wärterhäuschen getreten war, um sich den Znüni zu holen. Der tragische Unfall er- Tegte auch deshalb Aufsehen, weil schon am 27. August 1924 zwei Automobilisten, ebenfalls infolge Nichtschliessens der Barriere, das Leben verloren hatten. Dienstag den 15. April, nachmittags, hatte sich die 30jährige Frau, die am Unglückstage den Barrierenwärterdienst am fraglichen Niveauübergang zu versehen hatte, vor dem Bezirksgericht Horgen zu verantworten gegenüber der Anklage auf jahrlässige Bahnbetriebsgefährdung, gemäss Art. 67, Abs. 2 des Bundesstrafgesetzes. Mit der Witwe des Getöteten haben sich die Schweiz. Bundesbahnen bereits gütlich auseinandergesetzt. Der Verteidiger der angeklagten Barrierenwärterin, Dr. Schätti, Rechtsanwalt in Zürich, bestritt die Schuldfrage. Er begründete diesen Standpunkt damit, dass die Angeklagte sich nicht bewusst sein konnte, fahrlässig ihre Dienstobligationen zu verletzen. Die Frau hatte sich, wie dies in der Praxis üblich ist, auf das Läutwerk verlassen, hatte aber mangels genügender Instruktion unterlassen, dasselbe rechtzeitig aufzuziehen, wie dies bei dem regen Zugsverkehr — durchschnittlich 162 Züge pro Tag oder während der Verkehrszeit etwa alle sieben Minuten ein Zug — mehrmals pro Tag notwendig ist. Die Frau nahm daher, als kein Signal bei Fälligkeit ertönte und der Vorzug 10 Minuten Verspätung aufgewiesen hatte, an, dass auch der fragliche Luzerner Schnellzug verspätet sei und ging rasch ins Wärterhäuschen, wo sich Diensttelephon, Uhr, Fahrplan, Reglemente etc. befinden, um den Znüni ,zu holen. Die Frau hatte nämlich schon um 5 Uhr den Dienst angetreten und verspürte Hunger. Im gleichen Augenblick brauste der Zug vorbei. Die Frau versah erst seit zwei Monaten provisorisch den Wärterdienst, wobei die Anstellung mündlich bei einem Gelegenheitsgespräch mit einem Bahnmeister erfolgte. Die Instruktion über die Dienstobliegenheiten besorgten in ganz oberflächlicher Weise zwei Qramper der S. B. B., weil sie selber sich natürlich für eine solche Instruktion in keiner Weise eigneten. Genauere Dienstvorschriften fehlten. Erst im November 1929 ist ein eigentliches Reglement über den Wärterdienst (Nr. 226) erlassen worden bei den sonst mit Erlassen reichlich genug gesegneten Bundesbahnen. Auch die technische Einrichtung des Wärterpostens war unzulänglich. Das Wärterhäuschen befindet sich trotz des regen Zugsverkehrs ohne Notwendigkeit volle 24 Meter vom Barrierenstock entfernt. Am Läutwerk fehlt eine Einrichtung, die anzeigt, wie weit es abgelaufen ist und wann es aufgezogen werden muss. Das vom Personal geforderte Rasselwerk, das an besser übersichtlichen Uebergängen eingerichtet ist, fehlt. Im Wärterhaus befindet sich eine ungenau funktionierende Schwarzwälderuhr, die noch aus den Nordostbahnzeiten herstammt. Alle diese mangelhaften Einrichtungen wurden trotz des Unglücks von 1924 nicht verbessert und bestehen noch heute. Die Schuld am Unfall vom 1. Juni 1929 muss daher, so schloss der Verteidiger, einzig in der technisch mangelhaften Einrichtung des Barrierenwärterpostens, in der ungenügenden Instruktion der provisorisch in Dienst genommenen Frau gesucht werden. AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N° 37 könnte sich seines bis dahin nicht gerade guten Rufes entledigen und sich die Herzen aller Automobilisten im Sturm erobern, was wiederum der bernischen Volkswirtschaft in grossem Masse dienlich sein würde. Dies wäre in grostsen Zügen die Bestimmung der Verordnung über die Strassenpolizei des Kantons Bern. Im grassen und ganzen können wir, wie gesagt, damit einiggehen. Wir gratulieren dem bernischen Poli zeidirektor dafür, dass es ihm gelungen ißt, jedenfalls eine Verordnung abzufassen, die fortschrittlichen Qeist trägt und die dazu angetan sein wird, viele Unannehmlichkeiten aus der Welt zu schaffen und den Strassenverkehr neuzeitlich und modern zu ordnen. Einzelne Artikel der Verordnung werden zur Diskussion Aralass geben; wir werden in einem gesonderten Artikel auf sie kurz zu xückkommen. G Der gefährliche Bahnübergang in Elisch9ikon ZOer gericlxtliclae ES;» Das Bezirksgericht Horgen erklärte die Angeklagte schuldig im Sinne der Anklage, verurteilte sie jedoch nur zu einer Geldbusse von 150 Franken. Wie der Gerichtsvorsitzende zur mündlichen Urteilseröffnung beifügte erblickt das Gericht, wie in der noch folgenden schriftlichen Urteilsbegründung näher ausgeführt wird, die Hauptschuld am Unfall vom 1. Juni 1929 in den absolut ungenügenden Vorkehren der Bahn selbst und weniger in einem schuldhaften Verhalten der verurteilten Barrierenwärterin. E. K. (Bilder von Bahnübergang bringen wir auf Seite 3. Die Red.) Ein Bahnübergang mit ungenügenden Signalen. Vor dem basellandschaftlichen Gericht wurde letzte Woche ein Unglücksfall beurteilt, der sich am 31. August 1929 beim Bahnübergang Therwil zwischen dem nach. Basel fahrenden Zug der Birsigtal-Bahn und einem von Reinach kommenden Personenautomobii zugetragen hatte. Der dortige Bahnübergang ist so unübersichtlich, dass eine Vorschrift der Bahnverwaltung dem Zugführer vorschreibt, den Uebergang mit einer Stundengeschwindigkeit von nur 8 km zu befahren. Der Wagenführer und Angeklagte H. hat den Bahnübergang mit einer Geschwindigkeit von 15,9 km passiert Er gibt an, dass er die Vorschrift wohl kenne, dass sie aber von niemanden innegehalten werde. Zeugen bestätigen, dass fast alle Züge mit mehr als 8 km Geschwindigkeit in die Station einfahren. Der Verteidiger des Automobilisten beantragt Freisprechung, da eine Fahrlässigkeit vorliege. Die Bahn treffe ein Verschulden, weil sie die Vorschriften über die Geschwindigkeit nicht einhalte und zudem an jener gefährlichen Stelle ungenügende Signale aufgestellt habe. In der Regel müssten Passanten die herannahenden Fahrzeuge über das Einfahren eines Zuges verständigen, um einen Zusammenstoss zu verhüten. Das Urteil. Der Wagenführer wird zu einer Qeldbusse von Fr. 10.— und der Automobilist zu einer solchen von Fr. 20.— und zwei Drittel der Kosten verurteilt. Die übrigen Forderungen werden auf den Zivilweg verwiesen, gr. Die Korrektion der Gerbergasse in Basel. Eine Interessentenversammlung in Basel diskutierte kürzlich über das Projekt Eichenberger und die Korrektion der Gerbergasse. Baupolizeiinspektor Eichenberger referierte in einem zweistündigen Vortrag über die heute vorliegenden Schwierigkeiten und über deren Behebung durch einen neuen Bebauungsplan. Die heutige Gerbergasse ist zweifellos zu schmal. Sie hat auch viel zu schmale Trottoirs, so dass der Fussgängerverkehr auf die Strasse beschränkt wird. Eine Umleitung des Verkehrs über Petersgraben und Steinengraben und eine weitere Linie über Leonhardsgraben und Kahlenberg wird die Innerstadt entlasten. Das Hauptübel für den Verkehr in der Innerstadt liegt beim Casino und bei der Hauptpost. Man sollte danach trachten, die Hauptpost zu einem Neubau zu veranlassen, der eine Verbreiterung der Strasse ermöglichte. Der verlorene Platz könnte durch ein Hochhaus wieder eingebracht werden. Die Durchführung einer 17 m breiten Entlastungsstrasse von der Spiegelgasse durch das heutige Gerbergässlein hätte den grossen Nachteil, dass eine ganze Reihe von Häusern abgebrochen werden müssten. In einer zweiten Versammlung erläuterte Polizeinspektor Eichenberger sein von ihm zur Sanierung der Gerbergass-Verhältriisse entworfenes Projekt. Das Prinzip der Neubebauung besteht darin, dass mit -dem Abbruch der Häuser von hinten begonnen wird. Es sollen zuerst die hintern Partien am Gerbergässlein riedergelegt, die Stützmauern neu erstellt und dann die Bebauung mit grossen Geschäftshäusern durchgeführt werden. Dadurch ergäbe sich der Vorteil, das die Geschäfte, die gegenwärtig an der Gerbergasse sind, ihre Läden möglichst lange ausnützen könnten. Das Projekt Eichenberger sieht für den ganzen neuen Baublock eine einheitliche Fernheizungsanlage vor. Das Hochhaus mit 14 oder 15 Stockwerken ist rückwärts der heutigen Volksbank gedacht und erhielte einen Zugang ebener Erde von der Gerbergasse her. Am untern Heuberg möchte der Projektverfasser unter Benützung des Berges grosse Garagen mit einem Turm schaffen, so dass vom obern Plateau ein Zugang mit Hilfe eines Tunnels möglich wäre. Die Garage könnte 600 bis 800 Wagen fassen und so den Garagen- und Parkingbedürfnissen der Innerstadt genügen. In der Diskussion dankte alt Nationalrat Dr. Rothenberger als Versammlungsleiter für die Fülle des Gebotenen. Er bezeichnete es als eine Aufgabe unserer Zeit, das geniale Projekt zu studieren und seine Verwirklichung zu fördern. Nach verschiedenen Votanten konnte Dr. Rothenberger die Versammlung schliessen mit dem Danke an den Referenten des Abends. Gr. Rationelles verladen im Auto-Bahn-Verkehr. Ueber den internationalen Behälter-Wettbewerb, der zur Ausfindigmachung des besten « Containers » durchgeführt werden soll, haben wir bereits kurz berichtet. Die folgenden Organisationen unterzeichnen für die Veranstaltung: Internationale Handelskammer, Beratender technischer Ausschuss für Verkehr und Transit beim Völkerbund, Internationaler Eisenbahnverband, Ständiges Internationales Bureau der Automobilkonstrukteure, Internationaler Verband anerkannter Automobilclubs, Zentralrat für Internationalen Fremdenverkehr, Internationale Vereinigung für Automobil - Handelstransporte, Internationales Normalisierungsburean für das Automobil. Es handelt sich bei diesem Wettbewerb um die Lösung des Problems, eine durchgehende Warenbeförderung mittelst Eisenbahn, Automobil und Schiff zu schaffen und dabei Verpackungs-, Sortierungs- und Lagerkosten möglichst zu verringern. Die Waren sollen rasch vom Herstellungs- an den Verbratichsort gelangen. Zu diesem Wettbewerb sind zugelassen alle Firmen, die rollendes Material für Eisenbahn und Automobile herstellen, Transportunternehmungen, Syndikate dieser Industrien, technische und Handelshochschulen und alle öffentlichen Organisationen, die sich mit Verkehrs- und Transportfragen befassen. Der ganze Wettbewerb steht unter französischem Recht. Unter den wichtigsten Bedingungen sind angeführt: Es sind offene und geschlossene Behältertypen erwünscht; jeder dieser Behälter soll fünf Tonnen aufnehmen können, das Gewicht des Behälters nicht mitgerechnet Diese müssen sehr leicht sein, jedo>. :i ausserordentlich widerstandsfähig. Sie müssen alle mit Lastautomobilen, auf Plattfonrgüterwagen mit Normalspur oder Schma - spur, sowie auf Schiffen befördert werden können. Die offenen Behälter sind bestimmt für die Beförderung von Rohstoffen und Halbfertigwaren, die keinen Schutz gegen die Witterung benötigen. Die geschlossenen Containers hingegen müssen so gebaut sein, dass sie die Ware vor allen Witterungseinflüssen sichern können. Das Innere der Behälter darf keine Vorsprünge haben. Sie dürfen durch Beschädigungen durch Kranketten oder durch sonstige Verbeulungen nicht unbrauchbar werden. Die nötigen Vorrichtungen zum Heben mittelst Kran, Greifern, Hubkarren usw. müssen vorhanden sein. Bei der Beurteilung werden die Preisrichter vor allem folgende Eigenschaften berücksichtigen: Geringstes Gewicht, billigste Herstellungskosten unter Berücksichtigung event. Lizenzgebühren, geringste Unterhaltungskosten, grösste Dauerhaftigkeit, einfachste, schnellste und wirtschaftlichste Handhabung des Behälters, geringste Erfordernisse für die Befestigung des Behälters auf dem Güterwagen oder dem Lastauto, bester Verschluss. Der Wettbewerb besteht in zwei Teilen, für den ersten haben die Bewerber ihre Entwürfe der Internationalen Handelskammer vor dem 10. September einzureichen, für den zweiten Teil haben die Bewerber die Apparate herzustellen. Alle Mitteilungen und Auskünfte sind zu erhalten vom Internationalen Ausschuss für den Behälter-Wettbewerb bei der Internationalen Handelskammer, Paris, 38, Cours d'Albert Ier. mb.

N°37 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE Die 14. Schweizerische Mustermesse. Vom 26. April bis 6. Mai 1930. Morgen Samstag beginnt in Basel die 14. Schweizerische Mustermesse. Monatelange rege Arbeit ging ihr voraus. Aller Voraussicht nach fügt sie sich ihren Vorgängerinnen würdig an, denn längst ist die Schweizerische Mustermesse zu einem festen Bestandteil des nationalen Wirtschaftslebens geworden, wenn auch nicht zu einem Spiegelbild überhaupt, so doch zu einer Messe, die in den Beziehungen von Produzent zu Konsument ein gewichtiges Wort mitspricht Die Basler Mustermesse hat noch nicht das Nationale abgestreift, sie ist keine internationale Messe wie man sie in Leipzig, Wien und andern Orten findet, sie bekennt sich vielmehr treu zu dem Begriff einer Schweizer Schau. Ihr eigentliches Wesen ist national, sie ist aus Bedürfnissen des eigenen Landes entstanden, das in schweren Zeiten nach Auswegen suchte und sie fand in Form der Messe. In unruhigen Stunden hat man sie aus der Taufe gehoben. Der Weltkrieg stand drohend über allem Leben, als man im Jahre 1917, in Erkenntnis der stets wachsenden Abhängigkeit vom Ausland und der eintretenden Materialknappheit, das Experiment einer Schweizer Messe unternahm. Das Ganze erweckte damals den Eindruck der Improvisation, die immerhin keine Unsummen verschwendete : Turnhallen und Kasinosaal mussten herhalten, um die Produkte der Schweizer Erzeugung und Veredlung aufzunehmen! Und doch, der Gedanke fand Anklang, er wurde mit Interesse aufgenommen, und das Ergebnis war ein unbestreitbarer Erfolg, der für die damalige Zeit doppelt willikommen war. Bereits im Jahre 1918 konnte man auf die dezentralisierte Führung der Messe verzichten. Auf dem Gelände des ehemaligen Badischen Bahnhofes standen Baracken, welche die Stände aufzunehmen hatten. Bereits nach einem Jahr musste das Provisorium erweitert werden, ein neues Zeichen des unbedingten Wertes der Basier Messe. Das Feuer spielte in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle; der Bau des Messepalastes musste bekanntlich früher als vorgesehen in Angriff genommen werden. In der Nachkriegszeit empfand man stärker als in der Kriegszeit selbst die Notwendigkeit einer Messe, die eine Lockerung der wirtschaftlichen Hemmungen herbeizuführen imstande sein sollte. Industrie und Handel, Gewerbe, Handwerk und Landwirtschaft spürten die Erschütterungen des Krieges bis ins Mark. Die Verhältnisse waren ausgesprochen schlecht, hohe Zölle, insolvente Käufer, verlorene Absatzgebiete erschwerten den Existenzkampf. So benutzte man gerne die Gelegenheit, im eigenen Lande seine Produkte vorführen zu können, um mit den Interessenten persönlich in Fühlung zu treten. Im Jahre 1926 wurde der Messepalast vollendet. Nach dem Tiefstand der Ausstellerzahl von 800 im Jahre 1922 stieg die Ziffer der Ausstellenden rasch an; bereits 1926 konnte schon mehr als 1000 Aussteller verzeichnen. Der Messe Palast stellt in seinem Umfange einen richtig berechneten Bau dar, wenn auch die Zukunft der Messe wahrscheinlich den heute noch genügenden Rahmen wieder sprengen wird. Die schweizerische Motorfahrzeugindustrie ist in Basel wieder gut vertreten. Diese Industrie, die für die Schweiz von hoher Bedeutung ist, hat gegen schwere Hindernisse anzukämpfen. Das Ausland versucht sie mit seiner Konkurrenz zu erdrücken und in der Schweiz selbst entsteht der Motorfahrzeugindustrie ein Gegner in den Eisenbahnen. Trotz alledem schafft sich diese Industrie erfreulich vorwärts, allen Hemmnissen entgegen. Der Begriff schweizerischer Qualitätsindustrie gilt auch in hervorragendem Masse für die noch junge Industrie, in der heute schon grosse Werte investiert sind, die vielen Tausenden Arbeit und Brot verschafft und mithilft, durch raschen und geregelten Verkehr den Lebensstandard zu heben. Die Schweizerische Mustermesse ist mit den Jahren zu einem Bestandteil unserer Wirtschaft geworden. Sie vermittelt eine Uebersicht über den Stand der Industrie und des Handels, des Gewerbes und des Handwerkes in unserm Lande. Schweizer Qualitätsarbeit ist in Basel zu finden. Jedes Jahr bringen die Firmen ihre Neuheiten, ihre Verbesserungen, wenn auch gesagt sein soll, dass die ewige Neuerungssucht unter Umständen weniger zu befürworten ist als zähes Weiterarbeiten und Korrigieren an dem schon Vorhandenen. Die Mentalität, die immer nach dem Neuesten hastet, hat etwas Oberflächliches an sich. Fortschritt heisst Ausbau und Weiterarbeit, Aufbau auf den Resultaten, die man schon früher erzielt hat. Basel wird für einige Tage wieder der Treffpunkt unserer Wirtschaftsinteressenten sein. Produzenten und Wiederverkäufer haben 3Vl"v©a\xxil3ergran.gr von Rüsclxlikon So sieht der Uebergang von der Bergseite aus. Die Anfahrt ist vollständig unübersichtlich. So sieht der Bahnübergang von der Seeseite aus. Auch hier ist keine Uebersicht möglich. SICHERHEIT auf Gum -Dipped-Reifen Firestone ist der sicherste Reifen, der je auf Motorrädern verwendet wurde. Der starke Unterbau aus Firestone- Gum-Dipped-Cordgewebe,die zähe Lauffläche mit den kräftigen Seitenstollen tmd dem idealen Gleitschutzprofil stempeln ihn zum Reifen der Extra- Klasse, der durch seine hervorragenden Leistungen Bewunderung erregt. DABEI IST ER NICHT TEURER ALS IRGE.ND EIN ALNDERER REIFEN !! Verlangen Sie künftig nur Tirestone Motorrad Reifen die Sie restlos befriedigen. * ''^7^' . ü im Verein mit der Direktion die Mustermesse weiter ausgebaut. Sie hat den Charakter einer grossen nationalen Schau erhalten, an der sich das Können unseres Landes zeigt Es bleibt zu hoffen, dass auch dieses Jahr wieder alle Teile an der Mustermesse gewinnen werden, zum Wohle der Wirtschaft unseres ganzen Landes, die nach schweren Krisenzeiten wieder in aufsteigender Linie sich bewegt mb. Wie aus Glarus berichtet wird, hat zu Beginn dieser Woche eine Delegation aus dem Kanton Glarus unter Führung von Herrn Regieruingsrat Hefti in Altdorf mit verschiedenen Behörden, Vertretern der Gemeinden, Korporationen, der Sektion des A. C. S. und der Verkehrsvereinigung Uri Rücksprache genommen. Der Korporationsvorstand hat sich nun zu einem dreijährigen Abkommen bereit erklärt, während andererseits die Gej meimde Altdorf für dieses Jahr die von den Urner Behörden verlangten Minimalbeträgö von 1000 Franken garantieren will. Damit wäre die Lösung der Umer Begehren näher gerückt, wenn in der Zwischenzeit nicht ©in© anderweitÜge Komplikation der Lage eingetreten wäre. Das Organisationskomitee des Klausenren-> nens hat .sich nämlich letzte Woche neuerdings mit der geschaffenen Lage eingehend befasst. Wenn auch die grosszügigen Bemühungen der Glarner vollauf gewürdigt und der nachträgliche Verständigungs-wille der- Gemeinden sowie der Korporation Altdoirf anerkannt werden, ist das Komitee doch einstimmig der Auffassung, dass es hier nicht nur um däe finanzielle Seite der in Frage stehenden 1000 Fr., sondern um eine prinzipielle Angelegenheit handelt. Die Aufstellung des nationalen und internationalem Rennkalemders, in welchem das Klausenrennen elme bedeutende Stellung einnimmt, ist ausseist schwierig, ja sogar gefährdet, weil- Jahr für Jahr neue Schwierigkeiten von seiten der Urner befürchtet werden müssen. Zudem ist es für das Organisationskomi'-' tee, das ohne irgendwelche Entschädigung jeweilen die aufreibenden Vorarbeiten übernimmt, sehr bemühend, wenn immer wieder unerfreuliche Unterhandlungen mit den dortigen Behörden gepflegt werden müssen. Das Komitee hat sich deshalb entschlossen, um der unruhigen Markterei ein Ende zu machen, sein Mandat niederzulegen und hat dem Zentralvorstand seine Demission eingereicht Däeser hat dieselbe vorläufig noch nicht angenommen und wird die neugeschaffene Lage in seiner nächsten Sitzung beraten* Anderseits ist auch der Vorstand der. Sektion Zürich des A. C. S. zu einer Sitzung einberufen worden, um ebenfalls zu der Situation Stellung zu nehmen, nachdem die Mitglieder des Komitees mehrheitlich der Sektion Zürich angehören. Z. S» Das Klausen-Problem. «1*4 Ein Rekord in Brooklands. Auf der englischen Brooklands-Bahn fanden am Ostermontag, trotz des ungünstigen Wetters, zahlreiche Autorennen statt, an denen sich bekannte Grossen wie Major Campbell, Pamponi und Birkin beteiligten. Birkin gelang es im Verlaufe der Rennen, den von Kaye Don aufgestellten Bahnrekord von 134,25 auf 135,33 Stunden-Meilen (217,7 km/Std.) zu verbessern. Kaye Dons Rückkehr. Ohne den Nimbus des Siegers hat sich Kaye Don auf der Aquitania eingeschifft. Seine Silberkugel begleitet ihn in die Heimat. Vor der Abreise hat er den sensationsbegierigen amerikanischen Berichterstattern noch seine Absichten auseinandersetzen müssen. Nach seiner Ansicht war der schlechte Zustand der Rennptste allein für das Fehlschlagen des Versuches verantwortlich. Man darf aber wohl annehmen, dass das lange Warten den Sportsmann ebenfalls angegriffen hat, so dass der Beschluss der amerikanischen Sportbehörde, die Strecke bis nächstes Jahr für Rekordversuche zu sperren, als durchaus vernünftig bezeichnet werden muss. Kaye Don hat sich von dem Hersteller des Wagens, den Sunbeam-Werken, das alleinige Recht erwirkt, in den nächsten drei Jahren mit dem « Silver Bullet» Rekordfahrten zu unternehmen. Der nächste Versuch soll bereits im Januar 1931 stattfinden. -o- Umstelgen Auto-Flugzeug in voller Fahrt Eine sonderliche sportliche Uebung wurde am Ostermontag auf dem Flugplatz Tempelhof in Berlin dem Publikum vorgeführt. Ein von Hans Stuck gelenktes Rennauto fuhr mit voller Geschwindigkeit über den Flugplatz. Ein Eindecker flog in der gleichen Richtung und senkte sich soweit, bis der Passagier Stucks die herunterhängende Strickleiter ergreifen und daran ins Flugzeug hinaufklettern konnte. Allerdings streifte er dabei einen Augenblick den Boden, da sich die Strickleiter unter der Last streckte, doch erhob «ich das Flugzeug sofort -o-