Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1930_Zeitung_Nr.041

E_1930_Zeitung_Nr.041

hielt man es aber kaum

hielt man es aber kaum für durchführbar, an Stelle des verlorenen Triptyks oder Carnets ein analoges Ersatzdokument einzuführen. In diesem Falle bleibt dem Fahrer nichts anderes übrig, als sich itn betreffenden Land ein neues Triptyk oder Carnet zu beschaffen. Ebenso entschied man sich dahin, dass von einer Bezahlung von Zollgebühren keine Rede sein dürfe, wenn der Wagen zufolge der Weisung der Zollbehörden und ohne Willen dessen Besitzers das betreffende Land vor Ablauf der Gültigkeitsdauer nicht verlassen kann. Die Schweiz noch nicht der Internationalen Konvention 1926 beigetreten. Da noch nicht alle Staaten — auch die Schweiz gehört hierzu — der neuen internationalen Konvention betreffend den Motorfahrzeugverkehr vom 24. April 1926 beigetreten sind, wurde einem Antrag zugestimmt, dass für die Zwischenzeit die der neuen Konvention beigetretenen Länder, die gemäss der ailten Konvention vom 11. Oktober 1909 ausgesteillten .Dokumente akzeptieren müssen, und umgekehrt. Durch diesen Modus dürften gewisse Inkonvenienzen, die sich sonst eingestellt hätten, vermieden werden. Internationale Signalordnung. Dem vorgelegten Projekt betreffend die internationale Signalordnung wurde zugestimmt. Immerhin soll dessen Drucklegung erst erfolgen, wenn die in zwei Punkten noch bestehende Differenz mit dem Comite Permanent de Ia Circulation mutiere des Vö'l- 'kerbundes beigelegt sind, was Ende Mai der Fall sein dürfte. Die beiden Differenzen betreffen die Signale für Geschwindigkeitsbeschränkungen. Dem Vorschlag, dass inskünftig auch vorn am Wagen ein ovaler Nationalitätsschiild für Auslandsfahrten angebracht werden soll, stimmte die Internationale Verkehrskommission nicht zu, da man der Ansicht war, dass eine hintere Tafel genüge. Um in der Frage der Klassieiung der Strassen in solche 1. Klasse und 2. Klasse auch eine gewisse Signalisierung für die Strassenbenützer zu ermöglichen, wurde einem Antrag zugestimmt, wonach die Kilometersteine, wie sie in verschiedenen Ländern existieren, in verschiedenen Farben zu halten seien. Ausgenommen hiervon seien die Steine betreffend Distanz- und Richtungsangaben. Die Hauptstrassen sollen nun durch rote Steine gekennzeichnet werden. Von besonderer Bedeutung ist die Frage für diejenigen Länder," wo das Vortrittsrecht für die Hauptstrassen besteht und sich der Fahrer entsprechend orientieren muss. s. VI. Internationaler Strassenkongress. Wie wir bereits in Nr. 38 kurz berichteten, findet der VI. Internationale Strassenkongress dieses Jahr in den Vereinigten Staaten in Washington, statt. Er dauert vom 6. bis zum 11. Oktober. Das StrassenJcomitee der amerikanischen Automobil-Handelskammer hat die Organisation übernommen. Die internationalen Strassenkongresse wuchsen sich seit ihrem Bestehen zu stets grösserer internationaler Bedeutung aus. Das ständige Hauptquartier befindet sich in Paris und führt den Namen: «Association Internationale permanente des congres des routes». Der Washingtoner Kongress wird von Präsident Hoover eröffnet, welcher im Namen der Regierung die Kongressisten willkommen üeissen wird. Es werden an dem Kongress vertreten sein: Regierungsvertreter, Strassenbauingenieure, Automobilverbände, Touristenclubs, Handelskammern, Banken und Kreditgesellschaften, Pressevertreter, Konstrukteure von Automobilen, Autobussen, Lastwagen und Motorrädern, Vertreter von Grossstadtbehörden, Autohändler, Autobusund Lastwagen-Transportgesellschaften und viele andere interessierte Gruppen. Alle am Kraftfahrzeugverkehr und Strassenbau beteiligten Organisationen und Personen können an dem Kongress teilnehmen, indem sie vorübergehende Mitglieder der «Association internationale permanente des congres des routes» werden. Diese Mitgliedschaft berechtigt auch zu ermässigten Preisen auf Schiff und Bahn. Das Programm des diesjährigen Kongresses lautet: /. Bau und Unterhaltung von Strossen. 1. Welche Ergebnisse wurden erzielt durch Anwendung von a) Beton ? b) Pflasterung? 2. Neueste Methoden bei Verwendung von Teer, Bitumen und Asphalt zu Strassenbauzwecken. 3. Strassenbau in neuerschlossenen Ländern wie Kolonien und unentwickelte Gebiete. //. Strassenverkehr und Strassenverwdltung. 1. Mittel und Wege zur Finanzierung des Strassennetzes: a) Strassenbau; b) Unterhaltung von Strassen. 2. Strassenverkehr, Zusammenarbeit von Automobil und andern Verkehrs- und Transportmitteln. 3. Verkehrsregelung in Grossstädten und Vororten, Verkehrssignale, Bezeichnung der Strassen usw. 4. Stationierungsplätze und Garagen. Beschlüsse der III. Internationalen Konferenz für Autonormierung. Die Konferenz, die am 23. April in Mailand begann und über die wir bereits berichtet haben, zeigte eine intensive Beteiligung aller Vertreter für die heutigen Normierungstendenzen. Die Konferenz war sich bewusst, wie sehr für eine umfassende Normierung die Mitarbeit aller Kreise, die mit dem Automobil beschäftigt sind, von Nutzen ist Tatsächlich bietet die Normierung zahlreiche direkte und indirekte Vorteile, welche allen Autobenützern zugute kommen und nicht nur den Konstrukteuren. Einzelne mechanische Teile des Automobils werden heute noch in hunderten von verschiedenen Formen hergestellt, die — allerdings mit einiger Mühe — in wenige Modelltypen umgewandelt werden können. Im Verlaufe der Sitzung fasste die Versammlung eine Anzahl sehr wichtige Beschlüsse, die wir kurz zusammenfassen. Die Stellung der 3 Pedale ist folgendermassen festgelegt: Kupplungspedal (links), Bremse (Mitte), Gaspedal (rechts). Sämtliche Vertreter konnten sich mit dieser Lösung einverstanden erklären. Die Anordnung des Geschwindigkeitswechsels im Vierganggetriebe ist in Zukunft die nachstehende: Erster Gang links vorn, zweiter Gang links hinten, dritter Gang rechts vorn, vierter Gang rechts hinten, neutrale Position: Schalthebel in der Mitte. Für dreigängiges Getriebe gilt eine Disposition wie folgt: erster Gang links hinten, zweiter Gang rechts vorn, dritter Gang rechts hinten. Eine Uebereinstimmung wurde ferner in der Montierung der Stossfänger erreicht. Auch der Rotations-Sinn bei elektrischen Apparaten konnte einheitlich festgelegt werdend lt. } Das Resultat der «Safety First»- Bewegung in England. Die endgültigen Zahlen der letztjährigen Unfallstatistik für England sind noch nicht bereinigt, doch stehen bereits für eine Anzahl der wichtigsten Städte die Resultate zur Verfügung. Es zeigt sich nun, dass sich die bereits vorletztes Jahr geltend gemachte Tatsache, wonach die Unfallzunahme, dicht mehr proportional zur Verkehrszunahme wächst, sondern bedeutend geringer ist und sich teilweise sogar in eine Abnahme verwandelt, für 1929 noch viel mehr in Erscheinung tritt. Man darf dieses sehr erfreuliche und vielversprechende Resultat zu einem grossen Teil der unermüdlichen Arbeit der Safety First-Organisationen zuschreiben. Einige Zahlenangaben mögen in diesem Zusammenhang noch interessieren: Die Zunahme an Motorfahrzeugen betrug im Jahre 1929 rund 7 % gegenüber dem Vorjahre. Einige Städte melden nun folgende Abnahme an Verkehrsunfällen: Huddersfield 26,5 %, Folkestone 9,5 %, Plymouth 6 %, Edingburgh, eine Hochburg der Safety First-Bewegung, verzeichnet nun zum drittenmal einen jährlichen Rückgang der Unfälle um 5 %. Es folgen noch ein weiteres halbes Dutzend Städte, alle mit ansehnlichem Strassenverkehr, die eine Abnahme der Kollisionen von 3—5 % registrieren können. Eine zweite Gruppe von Städten, worunter sich auch London befindet, ist in der befriedigenden Lage, wenigstens eine stark verlangsamte Zunahme an Unfallereignissen zu melden, nämlich: Exeter 1,75%, Liverpool 2,5%, Leeds 2,5%, London 2,5%. Gerade dem Ergebnis in der Landeshauptstadt wird natürlich und mit Recht eine sehr grosse Bedeutung beigemessen. Es darf auch sicher als Gradmesser für den Erfolg des Safety First- Gedankens gewertet werden. bi. Autoverkehr am Länderwettspiel und Zürcher Polizei. Der Automobilverkehr anlässlich des Länderwettspieles in Zürich hat, wie auch die Tagespresse einstimmig feststellt, ganz gewaltige Proportionen angenommen. Insbesondere fiel die grosse Zahl von Fahrzeugen deutscher Provenienz auf, welche aus ganz Süddeutschland Gäste nach Zürich brachten. Nach Schluss des Ländermatches setzte dann auch auf der Durchgangsstrasse Zürich-Winterthur ein unabsehbarer Korso von Automobilen aller Gattungen und Dimensionen ein, die alle schwerbeladen wieder heimwärts strebten. Wir haben in weniger als einer Stunde an die Hundert stattlicher Omnibusse, alle bis auf das letzte verfügbare Plätzchen vollgepfropft, gezählt. Dazu gesellten sich so und soviel Privatwagen und hauptsächlich auch Lastr und Lieferungswagen, die mit Bänken oder Brettern für diesen besonderen AUTOMOBIL-REVUU 1930 - N° 41 Tag zur Personenbeförderung provisorisch eingerichtet worden waren. Was da an Improvisationen für Sitz- und Fahrgelegenheiten geleistet worden ist, lässt sich kaum vorstellen. Aber alle Passagiere schienen quietschvergnügt und ob dem Sieg der Eigenen den offensichtlichen Mangel an Reisekomfort ganz vergessen zu haben. Diese unendliche Autoschlange Hess mit eindringlicher Deutlichkeit erkennen, welche Rolle dem Automobilist als Gast und Besucher von Anlässen aller Art zukommt und wie sehr das Automobil die Frequenz solcher Veranstaltungen zu beeinflussen vermag. Die Veranstalter tun deshalb gut, diesen Faktoren in ihrem Organisationsplan gebührend Rechnung zu tragen. Wir denken da neben der geeigneten Propaganda, die speziell den Automobilisten erreichen soll, an die Bereitstellung zweckmässiger Parkplätze, die Sorge um günstige Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten, und vor allem auch an vernünftige Preise für die Parkierung der Wagen. Der Automobilist, der am Sonntagabend gen Zürich fuhr, hatte alle Mühe und Not, sich durch die in entgegengesetzter Richtung flutende Verkehrswelle zu lotsen. Die Strasse wäre ja an und für sich breit genug, aber es mangelte hauptsächlich bei den Führern von Omnibussen vielfach an der nötigen Verkehrsdisziplin. Man begreift ja, dass die Leute am Abend heimpressierten, um noch bei Tageslicht möglichst nahe dem Bestimmungsort zu kommen, und man weiss ja auch, dass man in Deutschland an etwas raschere Tempi gewöhnt ist als bei uns. Aber was sich; da einzelne Chauffeure punkto Kurvenschneiden und unvorsichtigem Vorfahren leisteten, überschritt ganz entschieden auch das toleranteste Mass. Dazu kommt, dass der Verkehr durch Bauarbeiten, die an verschiedenen Stellen dieser Heeresstrasse gerade ausgeführt werden, ganz erheblich behindert war. Wir erinnern nur an den bekannten Kemptthaler Rank und die Strecke unmittelbar vor Töss, wo beispielsweise nur die halbe Fahrbahnbreite für den Verkehr offen ist. Auf der ganzen Strecke war aber nirgends ein Verkehrspolizist zu sehen (ausserdem, es hätten einzelne im stillen Hintergrund gewirkt!), und so war der ganze Verkehr sich selbst überlassen. Dagegen fand dann am Ausgang von Winterthur eine von der Kantonspolizei durchgeführte Kontrolle der Verkehrsausweise statt. Es sei anerkannt, dass diese mit grossem Takf und prompt arbeitete und eine Kontrolle schliesslich an solchen Tagen nicht unbegründet ist. Wenn die Polizeibehörde aber selbst der Auffassung ist, dass^ bei derartigen Anlässen ein Besonderes getanwerden müsse, so beschränke sie sich nicht: auf eine Kontrolle der Verkehrsausweise, sondern gehe einen Schritt weiter und nehme sich auch des ausserordentlichen Verkehrs durch Ueberwachung und Regelung desselben an. Nachdem die Kantonspolizei nun mit Autos ausgerüstet ist, die für Kontrollzwecke zur Verfügung stehen, wäre es doch ein Leichtes gewesen, die Strasse Winterthur- Zürich, welche ja als Hauptanfahrtsstrasse für den Verkehr aus Deutschland und der gesamten Ostschweiz allein in Frage kam, abpatrouillieren zu lassen, und überall da einzugreifen, wo es die momentanen Verhältnisse eben erforderten. Erst wenn sich die Polizei auch in diesem Sinne des Strassenverkehres annimmt, wird sie ihre Funktion als Verkehrspolizei vollständig erfüllen, denn auch hier gilt die alte Wahrheit, dass vorbeugen besser ist als heilen. b. Der elngeschlafene Barrierenwärter. (Aus dem Gerichtssaal Baselland.) Ein Hilfsablöser, der seit dem 1. Oktober 1929 die Barriere beim Bahnübergang unterhalb Pratteln bediente, vergass am 1. November letzten Jahres nachts 1 Uhr bei der Durchfahrt des Schnellzuges Paris-Wien die Barriere zu schliessen. Der Zug, der mit einer Geschwindigkeit von 60 km heranbrauste, fuhr in das im gleichen Moment den Niveauübergang kreuzende Lastautomobil der Firma D. in B. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden. Der Angeklagte gibt an, dass er seinen Dienst um 9 Uhr abends angetreten habe. Er habe die Zeitung gelesen und müsse etwa fünf Minuten vor Eintreffen des Zuges eingeschlafen sein. Der Lokomotivführer, welcher das Auto erst auf eine Distanz von 30—40 m erblickte, hatte sofort den Zug gestellt und war zurückgegangen, um nachzusehen, ob jemand verletzt worden sei. Da der Angeklagte erst kurze Zeit verheiratet ist und nach dem Vorfall von der S.B.B. sofort entlassen wurde, sah das Gericht von einer Gefängnisstrafe ab. Es verurteilte ihn wegen Eisenbahngefährdung zu Fr. 80.— Busse und den Gerichtskosten. gr. Strassenbauten in Graubünden. In der am 19. Mai beginnenden Frühjahrssession des Grossen Rates von Graubünden sind u. a. folgende Traktanden vorgesehen: Beschleunigter Ausbau der klassifizierten Kommunalstrassen. Bewilligung eines Extrakredites für den Unterhalt des St. Bernhardin-Passes. Umbau der Promenade in Davos. Korrektion der Landstrasse in Arosa sowie Aufnahme der «Via retica», Samaden in die Klasse der Talstrassen. mb. Die Nebenbahnen passen sich an Die steigende Bedeutung des Automobilverkehrs zwingt die Bahnen, sich dem neuen Verkehr anzupassen. Die grossen Bahnnetze können der Autokonkurrenz wirksamer begegnen durch Beschleunigung und Vermehrung der Züge im Personenverkehr, durch raschere Beförderung und Rationalisierung im Güterverkehr, sowie durch Rationalisierung ihrer Verwaltung. Den Nebenbahnen ist die Anpassung bedeutend schwieriger gemacht, teils wegen der nur für einfachen Betrieb eingerichteten Geleise- und Stationsanlagen, teils auch wegen der für eine durchgreifende Verbesserung zu hohen Kosten. Auch in Deutschland beginnen die Nebenbahnen sich der Konkurrenz des Autos anzupassen. Im Lande Baden ist bereits eine derartige Umstellung vorgenomment worden. Die Mittelbadische Eisenbahn A.-G., welche die Strecken Lahr-Seelbach, Lahr- Kehl und Offenburg, sowie Kefal-Bühl-Rastatt umfasst, bezog für das Jahr 1928/29 bedeutende Zuschüsse des Reiches und des Landes Baden» sowie laufende Zuschüsse verschiedener Gemeinden. Da die Bahn trotzdem den Anforderungen eines modernen Verkehrsmittels nicht gerecht werden konnte, zeigen die Gemeinden keine Lust mehr, weitere Zuschüsse zu gewähren. Die Mittelbadische Eisenbahn A.-G. hat daher eine Umstellung ihres Betriebes beschlossen um die Kosten herabzumindern und den Wünschen der interessierten Bevölkerurngskreise entgegenzukommen. Im Sommerfahrplan sollen auf den Strecken Lahr-Seelbach und Lahr-Kehl eine Reihe von Dampfzügen wegfallen und durch den Autobus ersetzt werden. Man nimmt in Aussicht, dass später auch für die Strecken Kehl-Bühl und Rastatt der Bahnverkehr durch den Autobusverkehr teilweise ersetzt werden soll. gr. Sp» :«!»«: Eine gemeinsame Fahrt durch die Schweiz wird vom italienischen A. C. organisiert Es handelt sich um eine Huldigungsfahrt nach Brüssel, an der 100 Wagen teilnehmen werden. (Aus Brüssel stammt bekanntlich Italiens zukünftige Königin.) Die Abfahrt erfolgt am 3. Juli von Como. Es ist ein "Halt in Basel vorgesehen, wo sich die dortige Sektion des A. C. S. der Kolonne annehmen wird. _o- Alpenfahrt 1931. Dieses Jahr fällt bekanntlich diese Veranstaltung aus. Dagegen wird bereits an der Vorbereitung für die Alpenfahrt 1931 gearbeitet, die wahrscheinlich von der Schweiz durchgeführt werden soll. Das Zentralkomitee des A. C. S. hat bereits die Sportkommission mit den Vorstudien beauftragt. Die verschiedenen beteiligten Länder : Frankreich, Italien, Deutschland und Oesterreich sollen angefragt werden, ob Genf als Startpunkt und Zürich als Ziel in Betracht kommen können. Es wäre dies das erste Mal, dass die Fahrt im gleichen Lande endigt, wo sie ihren Anfang nahm. Die Route würde von Genf nach Frankreich führen, von da nach Italien, dann ins Engadin, ins Oberrheintal, Oberafp und über den Gotthard, wo besondere Geschwindigkeitskontrollen vorgesehen wären, deren Resultat in (Fällen der Punktgleichheit entscheiden würde. Vom Gotthard würden die Teilnehmer über Italien nach Oesterreidh gelangen und von da nach Deutschland und nach Zürich. Um Geschwindigkeitsexzessen vorzubeugen, wäre ein Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben, die nicht überschritten werden dürfte. Mf. Rallye Shell. Die Organisation dieser interessanten Tourenifahrt wird vom belgischen A. C. eifrig betrieben. Nach dem soeben erschienenen Reglement sind ais Schweizer Startplätze Bern, Basel und Genf bestimmt worden. Die Fahrt zerfällt in zwei Teile: 1. Sternfahrt nach Nizza. 2. Fahrt Nizza-Lüttich, zur Internationalen Ausstellung. Die aufgestellten Geschwindigkeitsgrenzen (40—50 km) sind weit genug, um ein bequemes Fahren zu erlauben. Es darf auch nicht länger als 13 Stunden per Tag gefahren werden. Eine besondere Eigenart der ganzen Veranstaltung besteht darin, dass in der Einschreibegebühr die freie Unterkunft in einem guten Hotel, Abend- und Morgenessen für zwei Personen, sowie die freie Abgabe des nötigen Shellbenzins und Shellöls inbegriffen ist, so dass der Fahrer nur noch das Mittagessen aus seiner Tasche bestreiten muss. Für die Schweiz sind die Anmeldungen an den A. C. S. zu leiten. Das Nenngeld beträgt 400 Beigas. Die Fahrt dauert, mit Einschliessung der Ruhetage an der Riviera, vom 22. bis 29. Juni: _o_

N°41 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE Zu den Berner Wahlen. Man schreibt uns: «Am Samstag und Sonntag finden im Kanton Bern bekanntlich wichtige «Wahlen statt; der Regierungsrat ist neu zu wählen, ebenso ist um die Sitze im Grossen Rat ein scharfer Wahlkampf eingetreten. Es soll an dieser Stellte weder für eine bestimmte Partei, noch für einzelne Kandidaten eine Lanze eingesetzt werden, dies geschieht zur Genüge von Seiten der politischen Presse und durch die massenhafte Wahlliteratur. Dagegen soll hier der Automobilist zum Automobilisten sprechen: Automobilisten und Motorradfahrer haben das grösste Interesse daran, dass Männer in der Rdgierung sitzen,-die einen offenen Blick, ein klares Verständnis und guten Willen für den neuzeitlichen Verkehr haben. Wir Automobilisten sind mit Sondersteuern auf unseren Fahrzeugen reichlich gesegnet, wir finden, wir leisten an Benzinzoll viele Millionen für die Allgemeinheit, wir befinden uns vor Gesetz und Recht vielfach noch in einer Ausnahmestellung. Diese Zustände werden nur dann mit der Zeit eine gerechte Lösung erhalten, wenn die Automobilisten mit dem Stimmzettel ihre Kraft zum Ausdruck bringen, also Männer wählen, die auch unseren berechtigten Forderungen Verständnis entgegenbringen. Automobilisten und Motorradfahrer, prüft deshalb jede Kandidatur auch von diesm Gesichtspunkt aus, sucht euch darüber Klarheit zu verschaffen, ob die von euch Gewählten Verständnis für die wirtschaftliche undver^ kehrsmässige Bedeutung des Automobils haben. Heutzutage ist fast jeder Bürger an Automobil- und Verkehrsfragen interessiert — gute Strassen — ein vernünftiges Verkehrsgesetz — Verwendung der Automöbilsteuern und des Benzinzolls für Verkehrszwecke, für all diese Dinge müssen diejenigen Verständnis haben, denen ihr gerne eure Stimme geben könnt.» DIE BERNISCHE KANTONALGRUPPE DES VERBANDES SCHWEIZ. MOTORLASTWAGEN- BESITZER erlässt an ihre Mitglieder folgenden Aufruf : Je mehr der Staat auf das Wirtschaftsleben, das Wirtschaftsleben auf den Verkehr und der Verkehr auf die öffentlichen Strassen übergreift, desto wichtiger wird die Strasse für das staatliche Leben •und um so nötiger ist es, dass diesem Verkehrswesen in der obersten gesetzgebenden Kantonalbehörde das richtige Verständnis entgegengebracht •wird. Dies zu ermöglichen, ist jetzt beste Gelegen-, heit geboten, indem wir die richtigen Männer an: diese Stelle wählen, wobei für uns die Parteizugehörigkeit nicht ausschlaggebend sein soll. Wir ersuchen Sie daher, bei Ihrer Stimmabgabe diejenigen Kandidaten speziell zu berücksichtigen, welche Verständnis für alle Strassenverkehrsfragen bekunden und die uns dafür bürgen, dass sie diese für uns sehr wichtige Frage auch im Grossen Rat in geeigneter Weise vertreten werden. A.C.S. SEKTION BERN. Der Vorstand übermittelt seinen Mitgliedern jm Wahlkreis Bern die nachstehende Mitteilung : «Wir erlauben uns, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass folgende Mitglieder unserer Sektion als Kandidaten atai Grossratslisten stehen : Büchler-Christen, Eduard, Buchdrucker, Bern. Degen, Max, Chefredakteur, Bern. Sieber, Emil, Buchdrucker, Bern, v. Stürler, Robert, Dr. jur.. Bern. Wirz, Otto, Notar. Bern. Ferner erwähnen -wir speziell, dass auch Herr Polizeikommissär W. Müller, der für uns als Verkehrsfachmann von grosser Wichtigkeit, ebenfalls Kandidat ist. Wir bitten Sie, von dieser Mitteilung gcbühr&Kl Notiz zu nehmen.» Echo vom italienischen Autosalon. Der diesjährige italienische Automobilsalon, der wiederum der grossen Mailänder-Messe angegliedert war, verzeichnete einen durchschlagenden Erfolg, was nicht zuletzt der günstigen Kombination mit der nationalen Ausstellung zuzuschreiben ist. Die italienische Automobilindustrie, die mit allem in Kontakt steht, das der Förderung des Automobilismus dienlich ist, war mit neun Marken vertreten, während die Amerikaner mit 21 Marken den Salon beschickt haben. Fünf französische, zwei englische und eine belgische Firma sowie vier bekannte Markenvertreter aus Deutschland ergänzten die Markenschau. Die italienischen Autofabriken stellen heute 24 verschiedene Modelle her, von denen sechs Modelle unter 1500 cem, acht zwischen 1500 und 2000 cem, fünf zwischen 2000 und 3000 cem, vier zwischen 3000 und 4000 cem und eines über 4000 cem. 42 Prozent der Modelle sind Sechszylinder, 16 Prozent Achtzylinder. Kunstgerechte und prachtvolle Karosserien mit vorherrschend dunklem Tone und neuen verchromten Leisten zeugen vom Geschmack der Mailänder- und Turiner-Karosseriewerke. Der Königlich - Italienische Automobilclub und der Mailänder Automobilclub veranschaulichten in besonderem Pavillon ihre Tätigkeit, besonders die Institution der Qrenzauskunftshäuser war in Verbindung mit Reliefs mustergültig dargestellt. Der Italienische Touringclub führte seine Autohilfsorganisation vor und das Laboratorium für Strassenbau-Untersuchungen gab seine Forschungsresultate bekannt. . La. Zur Targa Florio 1930 Der Start- und Zielplatz der.Tflrsra Florio. bei Cerda SICHEEHEIT auf Gum -Dipped-Reifen Firestone ist der sicherste Keilen, der je auf Motorrädern verwendet wurde. Der starke Unterbau aus Firestone- Gum-Dipped-Cordgewebe,die zähe Lauffläche mit den kräftigen Seitenstollen und dem idealen Gleitschutzprofil stempeln ihn zum Keifen der Extra- Klasse, der durch seine hervorragenden Leistungen Bewunderung erregt. DABEI IST ER SICHT TEURER ALS IRGEND EIN ANDERER REIFEN !! Verlangen Sie künftig nur Tirestone Motorrad Reif en die Sie restlos befriedigen. Das diesjährige klassische Rennen Siziliens war nicht nur ein Duell zwischen zwei Marken, sondern ein Duell zwischen zwei Männern. Varzi und Chiron jagten einander volle sieben Stunden hindurch mit einer Verbissenheit, die eine unglaubliche Ausdauer voraussetzte. Jede Kleinigkeit, jeder auch geringfügige Defekt an der Maschine des einen oder des andern, konnte über den Ausgang des Rennens entscheiden. Chiron war auf ebener Strecke dem italienischen Konkurrenten leicht unterlegen, dagegen zeigte er bei den vielen Bergpartien seine Ueberlegenheit. Er hatte Varzi in der vierten Runde überholt, brach aber dann beide Räder, was ihn kostbare Minuten kostete. Aber auch Varzi musste noch 20 Kilometer vor dem Ziel anhalten, weil er einen Felsen angefahren hatte und eine Störung der Benzinzufuhr eingetreten war. Das Rennen war ganz grosszügig organisiert. Ueberall waren Lautsprecher aufgestellt, durch welche die Zuschauer auf dem Laufenden gehalten wurden. Ueber den Verlauf des Rennens erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Die aufsehenerregende Aufgabe Divos, des Siegers der beiden letzten Rennen, erfolgte in der dritten Runde. Er hatte in Polizzi Benzin, Oel und Pneus gefasst (was er innerhalb 58 Sekunden fertig brachte) und fuhr talwärts, als er eine Kurve verfehlte. Der Wagen stieg an dem zu 45 Prozent geneigten Talhang empor und fiel wieder zurück, wobei ein Rad zerschlagen und die Lenkung abgedreht wurde. Divo fuhr dann, allerdings ohne grosse Chancen auf Erfolg, anstelle von W'illiams. Achille Varzi hat alle bestehenden Rekorde geschlagen. Der Rundenrekord Divos von 1 St. 25' 17" wurde von ihm auf, 1 St. 21' 21" verbessert. Der von Divo letztes Jahr aufgestellte absolute Rekord 7 St. 15' 41" (einem Stundenmittel von 74,366 km entsprechend), wurde von dem italienischen Fahrer ebenfalls gehörig unterboten, denn es gelang ihm, die Strecke in nur 6 St. 55' 16" zu bewältigen und ein Stundenmittel von 78,019 herauszufahren. Und fünf weitere Fahrer haben Divos Rekorde ebenfalls unterboten ! Es herrscht Jubel in Italien! Der Verkehrsminister Balbo, der speziell von Rom nach Sizilien an die Targa geflogen war, hat Varzi nach dem Rennen umarmt und hat so seinen Gefühlen und denen ganz Jtaliens einen symbolischen Ausdruck verliehen. -o- Julierstrasse eröffnet. Das Touristikbureau des Automobil-Club der Schweiz teilt mit, dass der Julierpass (2287 m) am Mittwoch nachmittag, den 7. Mai, dem Verkehr mit Fuhrwerken und Motorfahrzeugen übergeben werden konnte. Damit ist die erste diesjährige durchgehende Strassenverbindung mit Italien über Chur, Tiefenkastei, Julierpass, Silvaplana, Maloja und Chiavenna hergeteilt. Die Freilegung geschah durch das Baudepartement des Kantons Graubünden aui Vorschlag der Sektion Graubünden des A. C. S. und anderen interessierten Verbänden. Die Schneemassen sind bis auf den Erdboden durchgestochen, die Passstrasse kann ohne Ketten gut befahren werden. Achille Varzi, der Sieger der Targa Florio 1930. dl« Kein Rallye du Touquet. Die Sternfahrt nach dem bekannten französischen Meerbade, die auf den 19. Juli vorgesehen war, wird nach den neuesten Beschlüssen des Organisationskomitees nicht stattfinden. Stewart schlägt Rekorde. Am 2. Mai ist es Stewart in Brooklands gelungen, den Weltrekord der 500 Meilen auf einem Austin zu schlagen. Er fuhr die 500 Meilen (804,655 km) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 153,921 Kilometer, -o- RaJd Triest-Prag. Die Teilnehmer dieser Tourenfahrt sind kürzlich in Prag angekommen, wo sie gut empfangen wurden. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt werden sie die Rückreise ober Salzburg: antreten, -o- Ein Maserati-Rennwagen in Indianapolis.Mit dem Dampfer « Roma » ist am 2. Mai ein Sechzehnzylinderwagen Maserati nach New York abgereist, der für den Grossen Preis von Indianapolis bestimmt ist. Borzacchini wird ihn 'lenken. Dieser Fahrer, sowie Ernesto Maserati, werden kurz nach der Targa Florio, am 10. Mai, von Neapel mit einem andern Dampfer abreisen. Der Grosse Preis von Indianapolis findet bekanntlich am 30. Mai statt. -o- Rundrennen von Caserta. Am 18. Mai wird bei Neapel ein Rundrennen für Sportwagen abgehalten, das für die italienische Sportmeistersdhaft gilt. Die 25,370 km lange Rennstrecke Caserta-San Leucio ist zwölfmal zu durchfahren, das Total beträgt also 304,440 Kilometer. Es sind Preise von 40,000 bis 2000 Lire ausgesetzt. Mf. Rund um Frankreich. Diese Tourenfahrt über 5000 Kilometer ist mit der am Sonntag erfolgten Ankunft der Teilnehmer in Paris zu Ende gegangen. Eine gewaltige Menschenmenge erwartete die Fahrer beim Endplatz in Neuilly. Etwa 80 Prozent der Gestarteten haben die schwere Fahrt glücklich vollendet, die aber nicht nur den Teilnehmern, sondern auch der französischen Industrie das beste Zeugnis ausstellt. -f. III. Grosser Preis Bugatti. Die Organisatoren dieses Rennens haben kürzlich die- Bestimmungen für die diesjährige VeranstaLtung aufgestellt. Danach findet das Rennen am 1. Juni statt. Es sind Rennwagen von 1500, 2000 und 2300 cem zugelassen, mit oder ohne Kompressor. Das Rennen wird auf dem Circuit de la Sarthe ausgefahren. Die Rundstrecke muss 32mal zurückgelegt werden, die Gesamtstrecke beträgt 525 km. Die Veranstaltung wird von dem bekannten französischen Autosportler Charles Faroux vom «Auto» geleitet. • «o- Das Bergrennen Zbraslav-Jiloviste, das bekanntlich am 11. Mai abgehalten wird und für die europäische Bergmeisterschaft zählt, hat nicht sehr viele Anmeldungen vereinigt. Es sind 21 Renn- und Sportwagen gemeldet. Favorit ist natürlich der Inhaber des bestehenden Rekordes, Hans Stuck, der von einem Jahre auf der 5,6 Kilometer langen Strecke mit 2 Minuten 45,8 Sekunden eine Höchstleistung aufstellte, die schwer zu überbieten sein wird -o-