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E_1930_Zeitung_Nr.043

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Abb. 1. Blenden beide

Abb. 1. Blenden beide einander kreuzende Wagen ab, so sind Hindernisse neben ihnen kaum mehr erkenntlich. er neben dieser Lichtquelle in seiner Fahrrichtung in vollständige Dunkelheit hineinfährt (s. Abbildung 1). Besonders bei Regenwetter oder Lichtreflexen auf nasser asphaltierter Strasse ist diese Dunkelheit noch unangenehmer. Es braucht oft grosse Aufmerksamkeit und Erfahrung, um neben dieser Lichtquelle im Dunkeln Personen zu erkennen. Es ist auch schon dem gewissenhaftesten Autofahrer passiert, dass er in solchen Fällen mit grossem Schrecken plötzlich vor sich eine Person auftauchen sieht, die er vorher gar nicht bemerkt hatte. Muss man sich da wundern, dass immer wieder auf diese Weise schwere Unfälle vorkommen, für die eigentlich nicht der Fahrer, sondern eine fehlende Beleuchtungsanordnung verantwortlich gemacht werden muss. Wie kann nun diesem gefährlichen Mangel abgeholfen werden? Das Problem ist dadurch zu lösen, dass der Raum auf der linken Seite des Automobils im Momente des Abblendens beleuchtet wird. Vor längerer Zeit ist diese Idee in der - «Automobil-Revue» vertreten worden; sie scheint aber vollständig unbeachtet geblieben zu sein; man hat wenigstens Abb. 3. Wie die vorgeschlagene Seitenbeleuchtung wirken würde. Abb der 2. Beim Abblenden der Scheimverfer sollte Raum seitlich des Wagens beleuchtet werden. hie mehr etwas davon gehört, trotzdem das Abblendproblem immer und immer wieder aufgerollt wird. Auf der linken Seite eines jeden Autos sollte eine starke Lampe angebracht sein, welche beim Abblenden eingeschaltet würde und das Licht schräg nach hinten aussen werfen muss (s. Abbildung 3). Der entgegenkommende Fahrer wird, dann Personen, die sich im Bereich des Lichtkegels oder davor befinden, deutlich erkennen können und eine Gefährdung derselben ist dadurch ausgeschlossen (s. Abbildung 2). Die Sicherstellung der Fussgänger ist eine so wichtige öffentliche Frage, dass sich Automobilverbände, Techniker und namentlich Behörden mit dieser Frage intensiv beschäftigen sollten. Ich hoffe, einen Weg gezeigt zu haben. Möge er eingehend geprüft und im Interesse der Verkehrssicherheit möglichst bald verwertet werden. G. Anmerkung der Redaktion : Die vorliegende Anregung ist zweifellos eines näheren Studiums würdig. Wenn auch in den letzten Jahren hauptsächlich durch die Einführung der Zweifadenbeieuchtung, ein gewaltiger Fortschritt erzielt wurde, so liegt doch noch kein Grund zur Annahme vor, dass Besseres nicht mehr geschafft werden kann. Der seinerzeit in der «A. R.» vorgebrachte Vorschlag eines Abblendsystems, bei welchen, wenn die Scheinwerfer angebiendet wurden, ein nach hinten gerichteter Scheinwerfer aufleuchtete, war allerdings nicht ganz einwandfrei. Wohl Hessen sich durch dieses System Hindernisse auf der (vom abblendenden Wagen aus gesehen) linken Strassenseite deutlich kenntlich machen. Gleichzeitig bestand aber die Gefahr, dass nun ein hinter dem abblendenden Wagen folgendes zweites Fahrzeug in die Blendzone des nach hinten gerichteten iScheinwerfers geriet. Und da der nach hinten gerichtete Scheinwerfer meist ganz plötzlich und wahrscheinlich oft auch in sehr geringem Abstand zum Aufleuchten gebracht worden wäre, hätten für den hintenna^h fahrenden Fahrzeuglenker mindestens Schreck- Störungen entstehen können. i m m • . ssi AUTüMUlilL-KtVUfi ii mt Bei dem System, wie es unser Einsender G. vorschlägt, ist nun zwar dieser Nachteil vermieden, da ja der Hilfelichtkegel nur nach der Seite gerichtet ist. Aber gans einwandfrei erscheint uns auch diese Lösung noch nicht. Wird die Hilfsbeleuohtung wirklich nur nach der Seite gerichtet, dann ist ihr Nutzen gering, weil bei rasch fahrendem Automobil die Hindernisse, die beleuchtet werden sollen, nur Bruchteile von Sekunden lang im Lichtkegel stehen, also auch noch sehr leicht übersehen werden können. Anderseits entsteht bei einer Verbreiterung des Hilfslichtkegels nach hinten wieder wie oben die Gefahr der Blendung oder mindestens Störung dritter Strassenbenützer. Immerhin wollen wir natürlich von Versuchen im Sinn des Einsenders durchaus nicht abraten. Es ist nicht ausgeschlossen, daes sich praktisch eine Strahlrichtung der Hüfsbeleuchtung finden lässt, die einen brauchbaren EJompromiss darstellt. Auf alle Fälle möchten wir dem Einsender auch an dieser Stelle unsern Dank für seine Anregung aussprechen. Wir sind überzeugt, dass unsere Leser, ebenso wie wir selbst, für derartiges Vorschläge grösstes Interesse ha'beu. Ganz allgemein : Welche Unmenge wertvollster Erfahrungen und Kenntnisse konnten der Allgemeinheit noch zugänglich gemacht werden, wenn upser Hunderttausend schweizerischer Motorfahrer etwas mitteilsamer wäre 1 In jedem zweiten Motorfahrer steckt ja ein Erfinder. Warum die schönsten Tricks. Erfindungen und Ideen für sich behalten, wenn sie geeignet sind, einer ganzen Sportbrüderschaft Nutzen und Freude zu bringen? y. Die Kupplung rupft... Für Wagen, deren Kupplung sehr scharf eingreift, oder Fahrer, die nicht genügend Ruhe oder « Fussfertigkeit» besitzen, um das Kupplungspedal gefühlvoll zu bedienen, wurde eine sehr sinnreiche kleine Hilfsvorrichtung geschaffen. Sie besteht, wie unten skizziert, aus einem kleinen Hebel, der gelenkig an der Pedalplatte befestigt und mit seinem obern Ende durch eine Kette mit dem Wagenboden oder der Eine sinnreiche einfache Vorrichtung zum leichten Bedienen der Kupplung. Spritzwand verbunden ist. Man erkennt wohl ohne weiteres, dass der Hebel eine doppelt so feine Betätigung des Pedals ermöglicht. Drückt man nämlich bei der gezeichneten Läge der Organe auf den untern Hebel, dann überträgt sich vorerst die Fussbewegung N°±; nur mit dem halben Weg auf das Pedal selbst. Umgekehrt wird beim Einkuppeln der Weg oder die Geschwindigkeit, mit welcher der Fuss zurückgezogen wird, in bezug auf das Pedal ebenfalls wieder halbiert. Einen weitern Vorteil kann die Vorrichtung dort ergeben, wo die direkte Pedalbetätigung infolge einer stark spannenden Kupplungsfeder unbequem grosse Kräfte erfordert. Durch die Hebelwirkung wird ja ebenfalls eine Halbierung der aufzuwendenden Kräfte erreicht. Wenn die Hebelplatte um soviel niedergedrückt worden ist, dass sie die Pedalplatte berührt, hört zwar die Hebelwirkung auf. Sie ist dann aber auch nicht mehr notwendig, weil Feinfühligkeit hauptsächlich ja nur in der hinteren Endstellung des Kupplungspedals notwendig ist. Ein 260-PS-Serien-Wagen. Zu den allergrössten «Kanonen» unter den im Handel befindlichen Wagen wird ein 9 S A -Liter- Sechszylinder zu zählen sein, an dessen Bau gegenwärtig zwei englische Konstrukteure, Hatton und McEvoy, arbeiten. Hatton und McEvoy, die sich übrigens schon durch ein paar sensationelle Motorrad-Konstruktionen bekanntgemacht haben, ist es darum zu tun, mit ihrem Wagen etwas «ganz Besonderes> herauszubringen. Mit seinen 260 PS soll ihr Geisteskind bequem eine Geschwindigkeit von 100 Meilen erreichen können, was man ihm wohl auch zutrauen darf. Der Motor erhält pro Zylinder vier hängende, durch Stosstangen und Kipphebel gesteuerte Ventile. Seine Kurbelwelle ist siebenfach gelagert und hohl. Die Gemischbereitung erfolgt durch drei Amal-Vergaser. Man berechnet, dass die angegebene Bremsleistung bei 3000 Totiren zustandekommt. Vom Einbau eines Kompressors wurde abgesehen, da dieser die Konstruktion unnötig verteuert und kompliziert hätte, das Chassis aber «nur» 25,000 Franken kosten darf. Auch sonst verzichten die Konstrukteure aus Preisrücksichten auf viele Finessen des eigentlichen Sportwagenbaues. Das Chassis ruht auf halbelliptischen Federn und geht unter den Achsen hindurch. Das Getriebe ergibt vier Vorwärtsgänge mit den Uebersetzungsverhältnissen 2,4, 3,5, 6 und 9 :1. Der Radstand beträgt rund 335 Zentimeter. Das erste Exemplar des Wagens soll in wenigen Wochen fertig sein und auf der Brooklands-Bahn ausprobiert werden, y. Für den Effingerstrasse 20 Motors O r i ä i n a I - Ers a tztei I e erhalten Sie prompt ! ; urid billigst ? ab unserem GARAGE EFFINGERSTRASSE DtZDkl Telephon Bollwerk ZÖii'l-' DtKIN und 70.12 iJiesolide^^BernerGrossgarageu. General Motors Service-Stationj Er gibt Ihnen jede gewünschte Kilometer-Leistung Kilometerleistung — Gleitsicherheit — Komfort — Vertrauen — und'selbst das Vergnügen, Ihn zu besitzen. Was immer für Eigenschaften Sie von einem Pneu verlangen müssen, können Sie stets in vollem Masse vom Dual-Balloon entnehmen. Sie mögen ihn aus diesem oder jenem Grunde bevorzugen und er wird Sie mit all seinen hervorragenden Eigenschaften bedienen, die in ihm aufgespeichert wurden. General Pneu A.-G., Zürich 8 Vertreter: Louis Meili, 10, Av. Ruchonnet, Lausanne. E. Möschfnger, Garage,Weinfelden. Qebr. Müller, Garage National, Luzern. Jean Stöckli, Mühlemattstr. 53, Bern. Rud. Strobel, Garage. Birrwil. A. Zeitz, Pneumatikhaus, Dufourstr. 5, Zürich. 'GENERAL 2toal*Balloon U

N°43 - 1930 ÄUTOMOBTL-REVUE Frage 7581. Entrussung mit Kampfer. Ich habe vor einiger Zeit gelesen, dass Motoren durch Zusatz von Kampfer zum Benzin entrusst werden, weiss nun aber nicht: mehr, in welchem Verhältnis zum Benzin die beizufügende Menge Kampfer stehen muss. Ich möchte Sie deshalb noch höflich anfragen, wie sich dieses Verfahren bewährt. Wenn Sie das Verfahren empfehlen können, soll es dann periodisch durchgeführt oder überhaupt immer eine gewisse Menge Kampfer dem Benzi.i beigefügt werden? R. J. in 0. Ant wo r t: Um einen Motor zu entrussen mischt man 75 g natürlichen Kampfer mit 10 Liter Benzin. Vorerst genügt eine Mischung von 20 Liter Benzin (mit 150 g Kampfer), um den Motor einigermassen zu entrussen. Späterhin genügt für den gewöhnlichen Betrieb 1 g per Liter Benzin, um der Verrussung vorzubeugen Ṡie können aber auch Ihren Motor nur von Zeit zu Zeit entrussen, wenn sich die Zündkerzen verölen, oder wenn das Klopfen des Motors häufiger iri Erscheinung tritt. s. Frage 7582. Knallen im Vergaser. Bei meinem Wagen fängt hie und da nach stärkerer Beanspruchung des Motors der Vergaser an zu knallen, ganz ähnlich, wie wenn der Motor noch kalt und das Gemisch zu benzinarm ist. Mit der Gemischzusammensetzung können diese Rückschläge aber nichts zu tun haben, da andere Vergasereinstellungen keine Abhilfe bringen. Die Rückschläge würden sich dann auch nicht gerade ausgerechnet bei heissem Motor einstellen. An einer Undichtigkeit oder unrichtigem Funktionieren der Ventile kann es ebenfalls nicht liegen. Der Motor wurde in dieser Hinsicht genau geprüft. Welche Ursachen kämen da noch in Betracht? . F. T. in W. Antwort: Es ist zunächst zu vermuten, dass die von Ihnen benutzten Zündkerzen nicht ausreichend wärmefest sind, so dass bei starker Beanspruchung durch die zu heiss gewordenen Kerzen vorzeitige Zündungen (Glühzündungen) entstehen, welche das Vergaserknallen verursachen. Diese Vermutung wird nahezu bewiesen durch Ihre Angabe, dass nach kurzem Stehen der Motor wieder ohne Knallen weiterläuft. Es empfiehlt sich hiernach, Zündkerzen mit etwas höherem Wärmewert (vgl. z. B. die bekannte Bosch-Tabelle) zu verwenden, -j- Frage 7583. Klopfen des Motors. Ich besitze einen Sechszylindexwagen, welchen ich neu kaufte und im April 1920 in Betrieb nahm. Nach 5000 km klopfte der Motor und musste entrusst werden, obwohl ich ein reines pennsylvanisches Oel, also eines der besten Oele fuhr, die auf dem Schweizer Markt erhältlich sind. Der Russ war trocken, locker, also nicht nass noch fest (ein Garagist erklärte mir. dass fraglicher Russ nicht vom Oel herrühre). Ich machte meinen Garagisten darauf aufmerksam, dass das Gasgemisch sehr wahrscheinlich zu fett und der Vergaser nicht richtig eingestellt sei, weil während dei Sommermonaten der Auspuff ziemlich stark nach Gasen roch. Die Antwort war, der Vergaser sei richtig eingestellt. Seit der letzten Entrussung bin ich nun weitere 4000 km gefahren, am Berg fängt der Motor erneut an zu klopfen. Sobald ich dann dem Motor dio Luft wegnehme, also den «Choke» um ca. 2—& Zentimeter herausziehe, ist das Klopfen weg. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir berichten könnten, woher das Klopfen kommt. Ich vermute, dass der Vergaser unrichtig funktioniert oder trotz der Versicherung des Garagisten unrichtig eingestellt ist. Betr. dem verwendeten Oel diene Ihnen, dass Freundo von mir 10—15,000 km fahren, ohne eine Kerze herauszunehmen oder den Wagen zu entrussen. F. S. in B. Antwort: Als moderne Konstruktion wird Ihr Motor bei Benzinbetrieb ohnehin etwas Klopfneigung besitzen. Schon eine geringe Verrussung kann deshalb genügen, um das Klopfen tatsächlich auszulösen. Aus der beschriebenen Art des Russbelages möchten wir ebenfalls auf einen zu brennstoffreich eingestellten Vergaser schüessen. Sie erwähnen, dass der Auspuff im Sommer stark riecht, was weiter für ein zu brennstoffreiches Gemisch spricht. Dass das Klopfen verschwindet, wenn die Luftzufuhr gesperrt wird (choke), bedeutet keinen' Gegenbeweis. Das dann auftretende, eehr stark brennstoffgcsätligte Gemisch verbrennt eben viel langsamer und setzt damit die Klopftendenz herab. Ein längerer derartiger Betrieb kommt aber natürlich nicht in Frage, weil sich sonst eine erst recht starke Verrussung der Vorbrennungsräume einstellen würde und der Motor dann nach kurzer Zeit erst recht wieder zu klopfen anfinge, und weil der Brennstoffverbrauch viel zu gross wäre. Lassen Sie also den Motor nochmals ontrussen und machen Sio dann wenigstens den Versuch, mit brennstoffärmer eingestelltem Vergaser auszukommen. Violleicht kann der Klopfneigung des Motors auch noch dadurch begegnet werden, dass die Zündung etwas zurückgestellt wird. Immerhin soll nicht soviel Nachzündung gegeben werden, dass die Motorleistung merklich nachlässt. y. Frage 7584. Steigerung der Kompression. Ist es ratsam an einem seitengesteiieTtea Motor das Kompiessionsverhältnia zu verbessern, und zwar durch Einbau einer Eisenplatte auf den Zylinderboden zur Verringerung des schädlichen Volumens? Sind keine Selbstzünduagen oder Ueberbitzungen zu befürchten bei guter zentraler Befestigung der Einlage ? Wie gross ist das Kompressionsverhältnis der heutigen Touren- und Sportmotoren ? Ein Tieferstellen des Zylinders ist nicht möglich. E. J. in Z. Antwort : Wir raten Ihnen von dem g planten Vorhaben dringend ab. Durch das Aufsetzen von Eisenplatten auf den Kolben würden sich die Kolben unzweifelhaft überhitzen, wodurch Selbstenzündungen einträten, die den Erfolg der Kompressionssteigerung zunichte machen würden. Wenn ein Abdrehen des Zylinderflansches oder Tiefersetzung des Zylinderkopfes nicht möglich ist, bleibt als einzig praktisch zu empfehlende Lösung der Ersatz der Kolben durch solche mit höherem oder gewölbtem Boden oder der Ersatz der Pleuelstangen durch solche von grösserer Länge. Je nach der Form des Verbrennungsraumes werden bei heutigen Touren- u. Sportmotoren (Kompre&sionsverhältnisse von etwaj 1:4,8 bis 1:5,5 angewandt. Diese Kompressionen gestatten noch ziemlich anstandelos einen Betrieb mit Benzin. Wird jedoch das Kampressdonsvenhältnis noch mehx gesteigert, eo können entweder nurmehr kompressionsfeste Brennstoffe wie Benzol und Benzol-Benzin-Gemische und dergleichen benützt werden. Nicht kompressionsfest© Brennstoffe ergeben Selbstzündung. Sie sprechen in Ihrer Anfrage von einem cschädliohen Volumen». Dieses schädliche Volumen» besteht in Wirklichkeit nicht. Wohl ist es möglich, durch Verkleinerung des Verbrennungsraumes und damit durch Steigerung der Konipression die Leistung des Motors zu erhöhen, aber nur unter, der Bedingung, dass der angewandte Brennstoff dio höhere Kompression verträgt, y. Sp Anfrage 892. Kollision auf der Strassenkreuzung. Im Oktober vorigen Jahres passierte mir ein Unfall. Ich bin der von rechts Kommende, habe bis zur Strassenkreuzung eine Stoppspur von 4.20 m und gab tüchtig Signal. Der andere Motorradfahrer kam in der Tramstrasse mit zirka 60 km über die Kreuzung, ohne Signal und erwischte noch mein Vorderrad, was bei mir zum Sturze führte, der andere dagegen fuhr unbekümmert weiter und davon. Durch einen Zufall wurde er aber nach zwei Tagen erwischt. Der Polizeirapport eTgab. dass der andere zu schnell die Strasse kreuzte, kein Signal gab und mich als von rechts Kommenden nicht passieren liess. Er wurde auch dementsprechend gebüsst und hat die Bussen und Fehler anerkannt, während, wie man mir mitteilte, ich im Recht war und nicht gebüsst wurde. Nun kommt die Versicherung des andern und will den Schaden an meinem Motor nicht berappen, und zwar schreiben sie, ich sei im Fehler, weil derjenige, der die Tramstrasse benütze, im Vorrecht sei und nicht der von rechts Kommende. Die Polizei teilte mir aber mit, von dem wissen sie nichts, ich soll mich nur auf den Rapport stützen. Sie wollten mich nachher mit 50% abspeisen, was ich aber verweigerte. W. in Z. An t w o r t: Im allgemeinen gilt die Regel, dass das Fahrzeug auf der Hauptstrasse das Vortrittsrecht hat. Handelt es sich um Strassen gleicher Breite, so hat der von rechts kommende Fahrer den Vortritt. Trotz geringerer Breite kann aber «ine Strasse doch als .Hauptstrasse angesehen werden, wenn auch die sie schneidende Strasse breiter angelegt ist, wenn sie dem Durchgangsverkehr dient. Wird eine Strasse vom Tram durchfahren, so wird sie deshalb noch nicht zur Hauptstrasse, sondern es müssen alle Umstände geprüft werden. Nach Ihrer Darstellung muss angenommen werden, dass es sich bei der Kreuzung, wo sich Ihr Unfall ereignete, nach Ansicht der Polizei um Strassen gleicher Breite oder gleicher Verkehrsbedeutung handelte, weshalb sie Ihren Gegenfahrer büsste, da er nicht Signal gab, sich offenbar vor dem Einfahren in die Kreuzung auch nicht genügend, vergewisserte, ob er etwa einem Fahrzeug den Vortritt gewähren müsse oder nicht und zudem noch zu rasch fuhr. Wäre Ihnen auch ein Fehler zur Last gofallen, so hätte die Polizei Sie auch dem Richter zur Beurteilung angezeigt. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich auf den Polizeirapport zu stützen, fügen ab< bei, dass für die Zivilansprüche (Schadenersatz) der strafrechtliche Tatbestand für den ZivUrichtor nicht absolut verbindlich ist, doch geht nach Ihrer Darstellung und den uns übermittelten Aeusserun* gen der Polizei hervor, dass Ihren Gegenfahrer -die Hauptschuld trifft. Wir erwähnen, dass Hire SchadeneTsatzforderung binnen Jahresfrist, seitdem Sie den Namen des den Unfall verursachenden Gegenfahrers inne wurden, verjährt. Sie müssen also Ihre Ansprüche bald geltend machen, und zwar gegen den Gegenfahrer (und nicht etwa gegen die Versicherung); denn er muss Sie entschädigen und wie weit ihn die Versicherung deckt, ist eine Sache der internen Abmachung zwischen ihm und ihr. — Wir würden Ihnen empfehlen, dem Gegenfahrer zuhanden seiner Versicherung nochmals per Charge zu schreiben und ihn höflich einzuladen, er möge Ihnen Ihren Schaden decken und die Versicherung veranlassen, Dinen ein besseres Angebot zu machen, sonst sahnen Sie sich gezwungen, die Angelegenheit einem Anwalte" zu übergeben. * Anfrage 893. Ungenügende Strassensoerre. Zur Warnung meiner Autokollegen tnöchto ich Ihnen in Nachstehenden einen krassen Fall einer sog. Autofalle erzählen. An einem der vergangenen Sonntage fuhr ich über Rheinklingen-Wagenhausen, um in Stein a. Rh. Mittagsrast zu halten. In Wagenhausen war die Strasse am Dorfanfang auf einer Strecke von ungefähr 100 Meter im Umbau begriffen; kurz davor stand eine Verhottafel. Ein Seitenweg führte darum herum, den auch ich. wie viele vor mir, benützte. Kaum war ich aber auf der anderen Seite angelangt, so erschien ein Zivilist und erklärte schadenfroh, das koste eine Busse. Es sei überhaup verboten, die Strasse zu benützen. Dies wäre meiner Meinung nach durch eine betreffende Anzeige den durchfahrenden Automobilisten kundzutun. Die ganze Art der Anlage liess mich sofort vermuten dass es sich um eine der für ein kleines Dorf sicher lukrativen Fallen handelte. Meine diesbezügliche Eingabe an das Bezirksamt Steckborn blieb denn, wie zu erwarten war, ohne Erfolg. Es handelt sich also hierbei nicht um die gerechte Prüfung eines Bussenfalles, sondern um die unbedingte Eintreibung der zu Unrecht verhängten Busse. D. in Z. Antwort: Der von Ihnen geschilderte Zu stand ist allerdings unbefriedigend, dürfte aber trotzdem nach dem Buchstaben des Gesetzes nicht, rechtswidrig sein; denn die Sperrung von Strassen (und um eine solche scheint es sich in Ihrem Falle zu handeln) wird jeweilen im kantonalen Amtsblatt publiziert, und das Gesetz verleiht dieser Publikation die Kraft, dass sie von allen Leuten gekann werden muss. Unkenntnis derselben ist kein Entschuldigungsgrund. Befriedigend ist diese rechtliche Ausgestaltung für die Bekanntmachung von Strassensperren in unserer Zeit, wo man sich rasch deplaciert, nicht; aber andererseits ist es für die Kantone auch ein Ding der Unmöglichkeit, den Einzelnen auf andere Weise als durch diese Publikation zu erreichen. Wir beeilen uns aber, beizufügen, dasa Kantone mit regem Autoverkehr sich der Unzukömmlicheiten dieses Systems bewuss sind und deshalb am Eingang der gesperrten Strassen oder Strassenstücke den Fahrer darau aufmerksam machen und ihm den Weg für die Umfahrung angeben. . Sollte Ihnen der Beweis gelingen, dass die Ab Sperrung der Strasse in W. nicht gehörig publiziert worden ist, so könnten Sie gegen das ergangene Urteil binnen Monatsfrist nach dessen Erlass den staatsrechtlichen Rekurs wegen Willkür an das Bundesgericht ergreifen. Jeder, der eine eigene Garage hat: der Privatmann, der Kaufmann und der Fabrikant für seinen Lastwagen - sollte sein Mobiloil in Fässchen zu 35 oder 59 kg einkaufen. Denn die Mobiloil-Fässchen bieten tatsächlich zwei grosse Vorteile: günstiger Einkauf und absolute Garantie für Echtheit/ - Leicht, plombiert, sehr handlich und wenig Platz versperrend, absolut dicht und mit einem praktitischen Hahn versehen, bildet so ein Fässchen in der ° ie mit einem vollkonf men dichthaltend«! Spund befestigt Unverletzbarkeit Mombe des Garage eine Quelle des besten, bekannten Schmier Öles. Ihr gewohnter Lieferant wird Ihnen Ihr Fässchen Mobfio* schnellstens besorgen. Decken Sie sich für die kommende Mire* zeit ein, Sie werden nur Vorteil daraus ziehen. VERLANGEN S/E GRATISZUSTELLUNG UNSERER SCHMIERTABELLE