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E_1930_Zeitung_Nr.043

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Die Lausanner

Die Lausanner Verkehrswoche. In Lausanne wird vom 11. bis 17. Mai eine Verkehrswoche durchgeführt, die nach dem Muster in andern Städten eine Disziplinierung der Strassenbenützer erstrebt und auf die grossen Gefahren hinweisen soll, welche Nachlässigkeit auf der Strasse nach sich ziehen kann. Den Vorwurf zur Durchführung einer solchen Woche bildeten die vielen Verkehrsunfälle in Lausanne. Nach einer Statistik vom 1. Januar 1930 kommt im Kanton Waadt ein Auto auf 26,1 Einwohner. Im ganzen waren letztes Jahr 12,128 Automobile und 41,967 Fahrräder eingetragen. Die Polizei musste 4776 Uebertretungen der Fahrordnung verzeichnen, 136 Führern wurde die Fahrbewilligung entzogen und 533 Unfälle wurden registriert, von denen 45 tödlich verliefen.. Die Verkehrswoche soll deshalb durch Veranstaltungen aller Art, durch Wort und Bild, auf die grossen Gefahren, die der stets wachsende Verkehr mit sich bringt, treffend hinweisen. In den Strassen wurden grosse Tafeln und Plakate aufgehängt, die in kurzen Sätzen den Passanten zur Einhaltung der Vorschriften ermahnten. Auf dem Place St. Francois wurde dem Verkehrspolizisten ein weithin sichtbares Piedestal errichtet. In den grossen Kinos rollt ein besonders hergestellter Film, der eingehend sich mit dem Problem des Verkehrs in Lausanne beschäftigt. Die einzelnen Szenen bringen geschickt ausgewählte Bilder aus der Stadt; sie veranschaulichen das « Wie man sich verhalten soll» und das Gegenteil durch drastische Beipiele, die ihre Wirkung auf das Publikum nicht verfehlen. Auch an die Kinder werden in diesem Film mahnende Worte gerichtet; sie werden darauf hingewiesen, dass die Strasse nun eben einmal kein Spielplatz mehr ist und dass man die Augen offen halten muss, um sicher auf die andere Seite zu gelangen. Am Sonntag zog ein langer Umzug durch die Strassen der Stadt, flankiert von einer grossen interessierten Menschenmenge. Der Zug war in zwei Teile zerlegt, die verschiedene Gebiete behandelten. Der erste Teil vereinigte alle möglichen Spielarten von Motorfahrzeugen, vom simpelsten Wägelchen bis zum eleganten schnittigen Luxusfahrzeug. Der zweite Umzug betonte die historische Entwicklung der Verkehrsfahrzeuge und wenn auch kaum einzusehen ist, dass durch diese Idee das Publikum nun die Strasse aufmerksamer benützt, so erhielt man doch einen ungemein lebendigen und farbigen Eindruck von den alten Karren und Kutschen aus Grossvaters Zeiten. Während der Verkehrswoche soll auch versuchsweise der Linksverkehr für Fussgänger auf der Grand- Pont eingeführt werden. Ein besonderer Zeichnungswettbewerb und ein Schaufensterwettbewerb, die ebenfalls das Thema Verkehrsproblem zum Vorwurf hatten, fanden grosse Teilnahme und wiesen volle Erfolge auf. Die Tage sind mit Vorträgen und Demonstrationen aller Art ausgefüllt, so dass zu hoffen ist, dass Lausanne von dieser Verkehrswoche gewinnt. mb. Ausbau der Solothurner Haupt- und Postautostrassen. Der solothurnische Regierungsrat unterbreitet, wie wir bereits an anderer Stelle berichteten, dem Kantonsrate ein neues Programm mit Richtlinien für den Strassenbau der nächsten zehn Jahre. Bereits am 27. Dezember 1927 wurde ein Programm für den \usbau der Durchgangsstrassen mit einer Kreditsumme von 4,1 Millionen bewilligt. Dasselbe erstreckte sich über fünf Jahre. Bis Ende 1929 konnten im Kanton rund 87 Kilometer der Durchgangsstrassen ausgebessert werden. Nachdem nun das Programm mit Ausnahme der Passwangstrasse zum grossen Teil durchgeführt werden konnte und das Strassenbaugesetz vom 2. Dezember 1928 neue grundlegende Bestimmungen einführte, wurde ein weiteres Programm fällig. Vorerst legt der Regierungsrat dem Kantonsrat ein revidiertes Verzeichnis des Kantonsstrassennetzes vor, das rund 620 Kilometer umfasst. Neu aufgenommen in das Netz werden rund 9,3 Kilometer. Der Ausbau des Strassennetzes umfasst vor allem die Durchgangsstrassen mit dem stärksten Verkehr und die Kantonsstrassen, welche mit Postautos befahren werden. Das in den nächsten 15—20 Jahren auszubauende Netz umfasst 23 Kilometer Strassenstreeke, wobei das Augenmerk nicht nur auf die Verbesserung der Fahrverhältnisse durch staubfreie Beläge, sondern auch auf die Korrektion der Kurven, sowie der Längen- und Querprofile gerichtet wird. In der allernächsten Periode, die immerhin 10 Jahre umfasst, sieht der Regierungsrat den Ausbau von 129 Kilometer Strassenstrecke vor. Die Solothurner Stadtstrassen sind darin inbegriffen. Ein fester Kostenvoranschlag wird nicht vorgelegt, aber mit einem durchschnittlichen Kostenbetrag von Fr. 60,000 proStrassenkilometer gerechnet. Schätzungsweise würde während dieser zehnjährigen Periode eine Morgen Samstag, den 17. Mai, wird die Berner Lorrainebrücke eröffnet! Ein Festzug mit Musikkorps, den städtischen Honorationen und Vertretern vieler bekannter Vereine wird vom Bärengraben bis zum Bauwerk ziehen. Dort wird man das Schauspiel erleben, wie die Brücke von der Hand des Bauingenieurs in diejenige der Stadt übergeht. Trotz dem ungünstigen Wetter sind die Arbeiten an den Zufahrtsstrassen rasch fortgeschritten. Wochenlang dampften die Hexenkessel auf der Stadtseite und wurde brodelnder Asphalt auf die Strassen geschüttet. Wochenlang wiederhallte die Lorraineseite von den Schlägen der Pflasterer. Die Lampmasten auf beiden Seiten der Brücke prangten eines Tages im schönsten Knallrot, als hätten auch sie den Frühling erlebt, um dann wieder die Farbe des grauen Alltags anzunehmen. Der Verkehr auf der schon freien Brücke nimmt täglich zu. Obwohl sie an verschiedenen Stellen abgesperrt ist, dient sie doch bereits den Velofahrern, die das dreimalige Absteigen gerne in Kauf nehmen. Mit der Lorrainebrücke erhält Bern ein Seitenstück zur Nydeckbrücke. Obwohl sie nach den modernsten Verfahren und mit den neuesten Materialien gebaut ist, stellt sie den behäbigen Berner Typus einer währschaft-soliden Brücke vor, die vorzüglich in die Mutzenstadt passt. Der Hauptbogen überspannt den Fluss mit 82 m; er ist an seinem Scheitelpunkt rund 40 m über dem Wasserspiegel der Aare. Die Breite der Fahrbahn beträgt 11 m, die der Gehwege 3 x /2 rn. Die Brücke ist 178 m lang. Gesamtsumme von rund 8 Millionen Franken für den Ausbau der Strassen beanspruchen. Das Strassenprogramm wird richtigerweise aus dem Steuer- und Gebührenertrag, sowie aus den Benzinzollanteilen finanziert. Der erstere beläuft sich im Jahr auf rund 1 Million Franken, während der jährliche Benzinzollanteil mit durchschnittlich Fr. 250,000 in Rechnung gesetzt wird. Der Steuerertrag der nächsten Periode darf somit auf rund 11,5 Millionen und der Benzinzollanteil gesamthaft auf 2,5 Millionen veranschlagt werden, was ein Total von 14. Millionen ergibt, mit dem die Ausbau- und Amortisationskosten, sowie der Strassenunterhalt der Kantonsstrassen bestritten werden kann. Wenn das neue Bauprogramm abgelaufen ist, sollen auch seine Kosten amortisiert sein. Erfreulich ist die grosszügige und klare Festsetzung des Programmes und die restlose Verwendung der Benzinzollanteile und der Motorfahrzeugeinnahmen für Strassenverbesserungen. La. Ausdehnung des Zürcher Omnibusbetriebes. Diese Woche ist der Betrieb der Omnibusrundlinie Rigiplatz-Utobrücke durch die Beder- und Mutschellenstrasse nach Wollishofen ausgedehnt worden. Diese Betriebserweiterung erfolgt gemäss einem Beschluss des Grossen Stadtrates vom vergangenen Jahre. Die auf den gleichen Termin vorgesehene Taxgemeinschaft zwischen Omnibus und Strassenbahn musste noch hinausgeschoben werden, da die gleichzeitig damit verbundene Eröffnung der Strassenbahnlinie nach Oerlikon verschiedener Umstände wegen noch nicht erfolgen konnte. Die Taxgemeinschaft, welche den Omnibusverkehr sicher sehr beleben wird, ist nur noch eine Frage der Zeit, wird aber nur noch wenige Monate auf sich warten lassen. z. Zufriedenstellendes Betriebsergebnis der städtischen Omnibusse Jn Zürich. Das Resultat des ersten vollen Betriebsjahres der städtischen Omnibusse ist, wie der Weisung des Stadtrates betr. die Rechnung pro 1929 entnommen werden kann, zwar noch ein negatives. Es ergibt sich nämlich bei 326,600 Franken Einnahmen und 362,000 Fr. Ausgaben ein Betriebsdefizit von rund 35,000 Fr. AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N°43 Die Eröffnung der Lorrainebrücke in Bern Zürcher Notizen Einige Zahlen mögen die Menge von Material, die für das Werk benötigt wurden, veranschaulichen. Es wurden verwendet : 285 Tonnen Rundeisen, 600 Wagen Zement, 650 Kubikmeter Holz, 16,000 Kubikmeter Kies, 13,000 Kubikmeter Sand und 3400 Betonblöcke. Der Hebekran hatte einen Motor von HO PS. Die Nettokosten der Brücke betragen 2,350,000 Franken, doch machen die Gesamtkosten (mit Landerwerb, Zufahrtsstrassen usw.) wohl gegen VA Millionen Fr. aus. Einen Schönheistfehler stellt nun die neben der Lorrainebrücke sich befindende Eisenbahnbrücke dar. Es ist zu bedauern, dass es nicht gelang, gleichzeitig mit dem Bau der neuen Strassenbrücke auch die Bahnlinie definitiv zu verlegen und damit die Zufahrtsstrassen endgültig auszubauen. Die Lorrainebrücke stellt eine neue und kürzere Verbindung nicht nur mit dem Lorraine-, sondern auch mit dem Breitenrainquartier her. Automobile, die vom Bahnhof oder überhaupt vom Westen der Stadt in den Breitenrain fahren wollen, brauchen nun nicht mehr die unbequeme Route durchs Stadtzentrum einzuschlagen. Die neue Brücke wird deshalb die Kornhausbrücke stark entlasten, rechnet man doch damit, dass 70 % des Verkehrs auf der letztern sich auf die neue Strecke übertragen werden. Als ein besonderer Vorteil muss auch bezeichnet werden, dass keine Strassenbahn den Verkehr auf der neuen Brücke hemmt. Dagegen wird ein Fünfminutenverkehr mit Autobussen das Lorrainequartier mit dem Bahnhof verbinden. Mf. Wichtig ist aber zu wissen^ dass im Voranschlag ein solches von 151,000 Fr. vorgesehen war* so dass die Erwartungen weit übertroffen worden sind. Wenn berücksichtigt wird, dass es sich in Zürich bis dato einzig um den Betrieb einer Ringlinie handelte, welche nur die äussereu Quartiere unter sich verbindet und deshalb kaum etwas vom grossen Verkehrsstrom von und nach dem Stadtzentrum für sie abfällt, so darf das Ergebnis ais recht ermutigend bezeichnet werden. Das Resultat zeigt auf alle Fälle, dass man künftig bei Kostenvoranschlägen für einen Omnibusbetrieb nicht mehr so schwarz zu sehen braucht, wie dies scheinbar bei der Einstellung des letztjährigen Defizitpostens der Fall gewesen war. z. Von der motorradfahrenden Abteilung der Zürcher Polizei, welche im Dienste der Verkehrsregelung steht, wurde in der Tagespreise gemeldet, dass sie demnächst verstärkt werde. Nähere Erkundigungen an massgebender Stelle haben nun ergeben, dass vorläufig am jetzigen Bestand nichts geändert wird. Bekanntlich verfügt das Poüzeiinspektorat über vier Motorräder mit Seitenwagen und vier Solomaschinen. Erstere sind mit Kontrollapparaten ausgerüstet und dienen zur Vornahme von Geschwindigkeitskontrollen bei privaten Motorfahrzeugen. Den Solofahrern dagegen fällt die sympathischere Aufgabe zu, den Verkehr und die Strassenbenützer im allgemeinen zu überwachen und überall da belehrend und korrigierend einzugreifen, wo sich gerade Anlass dazu gibt. Diese erzieherische Tätigkeit erstreckt sich auch auf die Fussgänger, die ebenfalls zurechtgewiesen werden, wenn sie gegen die Verkehrsvorschriften verstossen. Die bisherigen Erfahrungen, die freilich erst eine kurze Zeitspanne umfassen, sind recht ermutigend. Im allgemeinen nehmen Publikum und Fahrer die wohlgemeinten Ratschläge ruhig entgegen und es kommt glücklicherweise selten zu unerfreulichen Diskussionen mit den Zurechtgewiesenen. Wie uns bedeutet wird, würde eine Erweiterung des polizeilichen Motorradkorps eher dazu benützt, um diese «Aufklärungsbrigade» auszubauen, so dass es bis auf weiteres beim bisherigen Bestand der Kontrollpatrouillen mit Seitenwagen bleiben wird, was wohl niemand bedauert! b. Der Kanton Zürich baut Radiahrerwege. Wie einem Bericht der Verkehrskommission der Stadt Zürich des T. C. S. zu entnehmen ist, hat das kantonale Tiefbauamt bezüglich der Anlegung von Radfahrerwegen an der Hauptdurchgangsstrasse nach Winterthur mit den Verkehrsinteressenten verhandelt. Inzwischen hat der Regierungsrat auf Antrag des Tiefbauamtes folgenden begrüssenswerten Beschluss gefasst : für den Ausbau des ganzen Strassenzuges, der übrigens teilweise bereits in Angriff genommen worden ist, wurde ein generelles Profil festgelegt, wonach beidseitig an die 9 Meter breite Fahrbahn je 1,4 m breiter Streifen als Radfahrerweg und daran anschliessend je 1,4 Meter Breite als Fussgängerreservat gebaut wird. Die Radfahrerstreifen liegen also der Fahrbahn entlang, sind aber durch Erhöhung und festen Abschluss von dieser getrennt. Radfahrer- und Fussgängerweg sind in der Breite so berechnet, dass sich je zwei dieser Strassenbenützer bequem nebeneinander in gleicher Richtung bewegen können. Durch die beidseitige Anordnung solcher Streifen wird es zudem möglich sein, einen strikten Richtungsverkehr einzuführen, wonach sämtliche Strassenbenützer ohne Ausnahme immer in der von ihnen eingeschlagenen Richtung rechter Hand bleiben. Damit wird u. W. die erste grosse kantonale Ueberlandstrasse der Schweiz mit speziellen Wegen für Radfahrer versehen, eine Neuerung für welche die Radfahrer schon lange kämpfen und die im Interesse der Verkehrssicherheit auch von den Motorfahrzeuglenkern nur begrüsst werden kann. Es handelt sich bei dieser Strecke um eine versuchsweise Anordnung. Es ist jedoch mit Bestimmtheit anzunehmen, dass das kantonale Tiefbauamt auf dem eingeschlagenen Wege weitergeht und bei der Ausgestaltung oder dem Neubau von grossen Verkehrsadern über Land diese Dreiteilung der Fahrbahn beibehalten wird. Kantonsingenieur und Regierung sind zu dem obgenannten Beschluss zu beglückwünschen und bleibt nur zu hoffen, dass die guten Erfahrungen, welche man mit dieser Neuerung machen wird, auch in andern Kantonen Nachahmung finden, b. Hat Asches Statistik und Schweizer Automobilismus. Das eidgenössische statistische Amt beschäftigt sich gegenwärtig mit der Ausarbeitung einer grössern Broschüre über Autornobilstatistik. Neben zahlreichen statistischen Tabellen, welche über die Entwicklung und die Charakteristik des schweizerischen Motorfahrzeugverkehrs Aufschluss geben, finden sich darin auch graphische Darstellungen und Karten mit Angaben über die Zahl der Tourenwagen, Lastwagen und Motorräder in den grössten Städten und Gemeinden der Schweiz. Die Darstellungen bieten reichhaltiges Tatsachenmaterial. Diese Arbeit wird demnächst im Druck erscheinen. lt. Aus den Kantonen Autofähre Gersau-Beckenried. Die Autofähre, « Tellsprung» genannt, macht bereits ihre Probefahrten auf dem Vierwaldstättersee Sie kann 10 Automobile aufnehmen. Leider ist die Eröffnung des Fährdienstes wegen Einspruchs der Dampfschifffahrtsgesellschaft noch nicht möglich. -o- Rheinbrücke Koblenz-Waldshut und Aarebrücke Koblenz. Vor einigen Tagen behandelte der aargauische Grosse Rat eine Interpellation von Nationalrat Fricker von Laufenburg, den Bau einer Aarebrücke bei Koblenz betreffend. Baudirektor Studier beantwortete die Anfrage. Er sagte, dass vor allem die Rheinbrücke Koblenz-Waldshut, für die ein baureifes Projekt vorliegt, an die Reihe komme, die Aarebrücke dagegen erst bei Gelegenheit des Baues von Kraftwerk Klingnau (das einen Beitrag von einer Viertelmillion leisten wird) erstellt werden könne. , -f. Ein neues Projekt der Wallenseestrasse. Nachdem sowohl das Projekt der rechtsufrigen Wallenseestrasse wegen der drohenden Bergstürze, wie das Projekt einer linksufrigen Strasse wegen der vielen Strassenkreuzungen keine ungeteilte Zustimmung erhalten haben, wird gegenwärtig in der ostschweizerischen Presse eine dritte Variante erörtert. Es betrifft dies eine linksufrige Strasse, die parallel zur Bahnlinie und von dieser aus rechts, also seewärts, gedacht ist. Dieses Projekt hätte den Vorteil, dass es mit dem Bau einer Doppelspur der S. B. B.-Linie verbunden werden könnte und so mit geringeren Kosten verbunden wäre als das bisherige linksufrige Projekt. Auf jeden Fall käme eine solche Strasse bedeutend billiger als die rechtsufrige zu stehen. Die Anlage ermöglichte ein ungehindertes Fahren, da die Strasse keinen anderen Verkehr aufzunehmen hätte. Man glaubt auch, dass dieses Projekt die Anlage von besonderen Fusssteigen erlauben würde. triff.

N°43 — 1930 REVUE AUTOMOBILE (Art. 19 i der Statuten). Bericht des C. C. 9. Festsetzung des Ortes der Winter-Delegiertenversammlung 1930. 10. Verschiedenes und Unvorhergesehenes. Im Namen des Zentralkomitees des A. C. S.: Der Präsident: (sig.) Dr. Mende. Der Geschäftsführer: (sig.) Primault. Die Jubiläumsfeier der Sektion Bern des A. C. S. die morgen Samstag, den 17. Mai, im KornhauskoUer stattfindet, vorspricht cino eindrucksvolle Kundgebung zu -werden. Die Feier wird 19.30 Uhr durch ein Bankett eingeleitet, an welchem neben den Sektionsmitgliedern und ihren Angehörigen auch die Vertreter und Delegierten der Schwestorsektionen teilnehmen werden. Für die Tafelmusik sorgt die gesamte Bcrnor Stadtmusik. Nach den verschiedenen offiziellen Reden folgt ein reichhaltiges Uatorhailtungsprogramm,, u»us •welchem nur die Jodlervoi-tiägo einer Jodlcrgruppe, Gharaklertänze, ausgeführt von Damen der Schule Mohx- Macciaechini, besonders erwähnt seien. Für die Parkicrung dor Fahrzeuge sind umfassende Maesnahmen getroffen worden. Die Parkings eind bewacht. Wie wir in letzter Minute erfahren, sind bereits sämtliche Plätze — rund 700 an der Zahl — vergeben, so dass für eventuelle Nacliziidcr leider keine Möglichkeit mehr vorhanden ist, sich Karten zu verschaffen, um -dem prächtigen Jubiläumsakte ebenfalls beizuwohnen. Aus dem Inhalt: Uebersicht über die Lastwagen 1930. Salon- Bilder. Vorteile der Motorfahrzeuge im Transportwesen. Weekend-Häuschen. Personenwagen-Karosserien. Lastwagen- Karosserien usw. Die Berner Autavia im Bild« Delegiertenversammlung des A. C. S. An die Herren Delegierten! In Uebereitistimmung mit den von der Delegiertenversammlung vom 8. Dezember 1929 und vom C. C. am 22. März gefassten Beschlüssen laden wir Sie hierdurch ein zur Ordentlichen Frühjahrs-Delegiertenversammlung 1930, 18. Mai 1930, in Bern. Diese Versammlung fällt zusammen mit dem von der Sektion Bern zur Feier ihres 25jährigen Bestehens veranstalteten Fest. PROGRAMM : Samstag den 17. Mai. 10.00 Uhr : Sitzung des C. D. in den Clubräumen der Sektion Bern (Restaurant Du Theätre, II. Stock). 14.30 Uhr : Sitzung des C. C. in den Clubräumen der Sektion Bern. 20.00 Uhr : Feier des 25jährigen Jubiläums der Gründung der Sektion Bern, im Kornhauskeller in Bern. Bankett, Attraktionen. Sonntag den 18. Mai. 10.00 Uhr : Delegiertenversammlung im Burgerratssaal (Casino). Aperitif, angeboten von der Sektion Bern. 13.00 Uhr : Bankett der Delegiertenversammlung im Casino. Die Bankettkarten werden bei der Unterzeichnung der Präsenzliste abgegeben. Tagesordnung der Delegiertenversammlung: 1. Präsenzliste: Feststellung der Zahl der vertretenen Sektionen und der anwesenden Delegierten. 2. Wahlen : a) der Protokollführer b) der Stimmenzähler. Vor dem Bergrennen Les Rangiers. Letzten Samstag versammelte sich das Organi- 3. Protokoll der Delegiertenversammlung vom 8. Dezember 1929. sationskomitee im Bahnhofbuffet Delsberg, 4. Jahresbericht. um über den Verlauf der Vorbereitungsarbeiten für das Bergrennen, das zum ersten Mal 5. Jahresrechnung 1929 und Bericht der Finanzkommission. ein nationales Rennen sein wird, zu diskutieren. Polizeihauptmann Borer nahm eben- 6. Berichte der Kontrollstellen : a) Bericht der Schweiz. Revisionsgesellschaft AG.; denen Berichterstatter melden konnten, falls an der Sitzung teil. Wie die verschie- b) Bericht der Geschäftsprüfungsstelle. schreiten die Vorarbeiten in sehr befriedigender Weise fort. 7. Bericht des C. C. über das Ergebnis der einer Unterkommission übertragenen Gemäss dem Nationalen Sportreglement Spezialstudie (siehe Protokoll der Sitzung des C. C. vom 16. April 1930). säre für das Rennen bestimmt: HH. Geiss- wurden folgende Offizielle als Sportkommis- 8. Bestimmung des Sitzes des A. C. S. hüsler, Luzern, Dr. M. Schmid, Basel. Rennleiter : Herr I. Levy, Präsident der Sportkommission der Sektion « Les Rangiers » des A.C.S., welche das Rennen veranstaltet. Unter den Teilnehmern werden bereits Hans Stuber, E. Markiewicz, Alfred Keller, Jean Pedrazzini und Eugen Berli genannt. Der Gabentisch wird täglich reicher. Besonders weitherzig hat sich die Firma Shell gezeigt, welche eine grössere Geldsumme zur Verfügung stellt und beim Rennen den Fahrern das nötige Oel gratis abgibt. Noch eine interessante Mitteilung: Hauptmann Borer hat dem Organisationskomitee den Feldtelegraph der Verkehrspolizei zur Verfügung gestellt, der viel zur reibungslosen Abwicklung des Rennens beitragen wird. -o- LA PLUS BELLE MECANIQUE du MONDE ESSAYEZ LES NOUVELLES et vous serez convaincus qu'aucune autre voiture n'a jamais atteint un tel degre de perfection. Ces veritables chefs d'oeuvre ont emerveille tous les connaisseurs par leur tenue de route et leur securite absolue; leur direction ne necessite aueun effort et permet d'atteindre 140 kms ä Pheure sans aueune apprehension. - On plus de ces avantages uniques, leur silence et leur ralenti pousses ä l'extreme limite, procurent un angrement de conduite encore inconnu ä ce jour. Telephone 26112 3 LITRES et 5 LITRES On demande encore quelques bons agents. 8 CYLINDRES AGENCE GENERALE: pour Geneve, Vaud, Valais, Fribourg, Neuchätel et Berne BLANC&PAICHE PLACE DES ALPES, GENEVE Catalogues franco Obersfes Bild links : Die Flugzeuge am Startplatz. Untere Reihe: (links) Major Primault, Pilot der Siegerequipe; (rechts) Herr Ruckstuhl. Führer des 1. Autos der Siegerequipe. Oben rechfs • Der Führer des 2. Autos der Siegerequipe: Dr. Mendo (Präsident des A. C. S. und der Rechtsberater der Sektion Bern: Dr. v Stü-rler (links.). (Siehe Fussnote.) Der Grosse Preis von Algerien. Ein prächtiger Tag begünstigte den Ablauf dieses grossen nordafrikanischen Rennens, das am 11. Mai abgehalten wurde. Am Morgen fand eine Ausscheidungsprüfung statt, in der Dupont auf Amilcar 1100 cem undLehoux und Dreyfus auf Bugatti 2300 cem sich an erster Stelle klassierten. Am Nachmittag wurde dann unter gewaltigem Zudrang des Publikums das dreistündige Handicap-Rennen um den Grossen Preis von Algerien abgehalten. Sogar die kriegerischen Häuptlinge aus dem Hoggar waren einer Einladung der französischen Behörden gefolgt und nahmen einen leidenschaftlichen Anteil an der Veranstaltung. Bei Beginn schien Michel Dore in Vorteil zu kommen, doch hatte er das Pech, ein Ventil zu zerbrechen. Etancelin kam immer mehr auf, während Dreyfus und Lehoux sich einen erbitterten Kampf lieferten und volle 200 km Achse gegen Achse fuhren. Hiercourt und Frau Itier lieferten ebenfalls ein sehr gutes Rennen. Leider wurde der Tag durch einen schweren Unglücksfall getrübt, dem die sympathische Rennfahrerin Baronin d'Elern zum Opfer fiel. Beim Versuch, einen Konkurrenten zu überholen, überfuhr sie den Strassenrand und rannte gegen eine Telephonstange. Sie wurde herausgeschleudert und blieb tot liegen. Dreyfus hätte sich wahrscheinlich vor Lehoux klassiert, wenn nicht ein Stein seine Brille zerschlagen häte. Er musste eine halbe Runde ohne Brille zurücklegen und dann anhalten, um sich mit einer, neuen zu versehen. So verlor er gut eine Minute. Auch Frau Itier verlor viel Zeit, da ihr Wagen sich mehrmals um sich selber drehte. Folgendes sind die besten Resultate : 1. Etancelin (Bugatti 2300 cem), Stundcnniiltel 274 km 728. 2. Lcho-ux (Bugafti 2300 cem), 267 km 02ä 3. Dreyfus (Bugatti 2300 cem), 265 km 224. 4. Scaron (Amilcar 1100 cem). 255 km. 300. 5. De Maleplan« (Bugatti 2000 cem), 253 km 600. 6. Czai'kowski (Bugatti 1500 com), 259 km. 600. 7. Hiercourt (Bugatti 1500 cem). 8. Frau A. Itier (Rally 1100 cem), 0. Avon (Bugatti 1500 cem). Das X. Internationale Automobil-Turnier in Baden-Baden. Das endgültige Programm dieser Veranstaltung, von der wir bereits berichtet haben, lautet wie folgt: 25. Juni • Eintreffen der Sternfahrts-Teilnohmci' und Abnahme der Fahrzeuge. 26. Juni : Flachrennen (offen, international). 27. Juni : Vorm. Bergrennen (offen, international), Nachmittags Int. Schönheitskonkurrenz für Wagen. 28. Juni. Internationale Schönheitskonkurrenz für Wagen (Fortsetzung). 29. Juni : Vorm. Gesckicklichkoitsprüfung im Kurgarten. Nachmittags Blumenkorso mit Blumensehlacht. Abends Schlussbankctt mit Preisverteilung im Kurhaus. Neue Weltrekorde. Auf der Rennbahn in Brooklands hat Stewart folgende Weltrekorde auf Alfa Romeo 1750 cem Sechszylinder aufgestellt: Stundenmittel 500 Meilen 152,92 km 6 Stunden 152,88 km 1000 Kilometer 151,31 km 1000 Meilen 151,4-3 km 12 Stunden 153,69 km Autavia Bern. Für die Zeitmessung stellte das Uhrenhauß Türler in liebenswürdiger Weise drei Chronogra;phen zur Verfügung.