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E_1930_Zeitung_Nr.044

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N 1 mit O. R. Wagners AufomobilkciPtGH Siii? @11@ IJSIII^I©^ Minfopss Für Fahrten in der Schweiz: O.B. Wagners Automobilkarte Schweiz 1:250,000 in 2 Blättern, Nord und Süd (Sonderdruck des Kartenwerkes y. O. R. Wagners CHTouring) Preis jedes Blattes Fr. 3.20 Dieselbe Karte in einem Blatt im Masstab 1:350.000 Fr. 3.20 Jede Karte mit den Fahrreglementen Automobilkarte von Mittel-Europa in einem Blatt, 1:150,000 auf Papier Fr. 8.-, auf Leinen Fr. 10.- Für Fahrten In die Nachbarländer: (Aus der Serie der 15 Länderkarten Europa Toüring) Nr. 4 Deutschland. Nr. 8 Frankreich. " Nr. 10 Italien. Nr. 1 Oesterreich, Ungarn, Tschechoslo vakei ; Massstab 1:1,600,000. Preis Fr. 5.— Jede Karte enthalt einen autotouristischen Führer, Stadtpläne und Angaben über die Einreiseformalitäten. Sohwarzwaldkarte f. den Kraftfahrzeugverkehr 1:250,000, Preis Fr. 3.20 Dolomitenfahrten. Preis Fr. 5.—. (Nur das liefern, was durch Ausfüllen der Ex.-Zahl bezeichnet ist.) Senden Sie sofort per Nachnahme: ' : .'. Ex; Automobilkarte der Schweiz, 1:350,000 Ex. „ „ 1:250,000, Nord Ex. „ „ „ 1:250,000, Süd Ex. Karte Zentral-Europa, Leinen , Ex. „ „ Papier Ex. Karte für Kraftfahrer, Sohwarzwald Ex. Landesausgabe Nr. Name: Ort: Zum Abonnentenpreis Zum regulären Preis Was nicht zutrifft, ist gestrichen ^^^j Reliefartige, mehrfarbige Terraindarstellung, zuverlässige Situationsangabe u. Qbersichtliche Beschriftung und Kilometrierung. Sinnreiche Faltmethode zum Aufschlagen und Zuklappen Sofort lieferbar in der Reihenfolge des Bestellungseinganges. Abonnenten erhalten auf allen Preisen 2Ö°/ 0 Rabatt. Hallwag A.G., Bern, Zürich, Genf Abteilung Touring-Verlag y«rl*f, AdminUtration, Stock und Qichiri«; fiALLWAQA.-Q. Hailersche Bochdrucku«! nn^ Wfg*i"-" h n Ttr'Tfnft^'lt. Buu.

Bern, Dienstag 20. Mai 1930 !U'?l att derf «^° m ° bil " ReVUe "^o- 44 Good old England (Momentaufnahmen aus der englischen Provinz.) « Das liebe folgsame Tier », so nannte ein englischer Omnibusführer seinen « Bus », und er wusste warum. Nur wenn er schlechter Laune war, zischte er bisweilen zwischen den Zähnen : « Rohling ! », wobei aber nicht sicherstand, ob das dem Wagen oder gar — dem Verkehrshindernis galt. Da ich öfters nach der Kreisstadt fuhr, kannte ich den Führer bald. Wenn ich einmal mein Geld vergessen hatte, sagte er einfach : « Ach, Sie bezahlen das nächste Mal.» Wenn ich irgendwo am Wegrande stand, hielt er vor mir still, ohne dass ich eine Hand .zu erheben brauchte. Ich musste also, wenn ich nicht mitfahren wollte, beizeiten abwinken. Der,Bus.beförderte nicht nur mich, er beförderte auch meine Waren. Wenn ich etwas aus der Stadt benötigte, brauchte ich nur ein Wort zu sagen und der Busdriver brachte mir die Sachen vor die Türe, ohne dass ich hätte mitfahren müssen. Einmal bezog ich zwei 4% Meter lange Bretter aus einer Sägerei. Das Holz wurde in der Stadt bei der Busstation niedergelegt. Ich bat den Busführer, mir doch die Bretter mitbringen zu wollen. Eine Stunde später standen sie vor meiner Türe, an die Hauswand gelehnt, im Trockenen. Es war ein regnerischer Tag und das eine der Bretter zeigte deutlich ein Dutzend Schuhsohlenumrisse mit den dazugehörigen Nägeln. Ein Detektiv hätte daraus bequem die Identität der Passagiere, mit denen die Bretter den Wagen teilten, feststellen können. So hat mir der Bus manchen Zeitverlust und manche Unannehmlichkeit erspart und gern gab ich jeweilen das übliche Trinkgeld. Man wird denken, der Chauffeur und ich: seien ausnahmsweise gute Freunde gewesen. Keine .Spur: jeder Bewohnt der Gegend war seiri Freund, jedem brachte er seine Schuhcreme, sein Kinobillet, seinen geflickten Staubsauger, seine Granv •mophonplatte ins Haus — wenigstens wenn dieses am Wege lag. Der Bus ist in England für das. Publikum da. Offizielle Haltestellen gibts ausser der Endstation nicht. Es lässt sich eben nicht hinter einem grünen Tisch entscheiden, wo das Verkehrsbedürfnis am grössten sei. Wo immer jemand ein- oder aussteigen will, wird angehalten, was immer einer mit sich schleppt, sei es ein Sack Kartoffeln, oder ein Kinderwagen mit oder ohne Inhalt, oder ein Nachttischchen öder ein Fahrrad, es wird gratis mitgeführt. Ein typisches Beispiel, für das ich bürgen kann: Ein junger Franzose, der dort seit kurzer Zeit in Pension war, hatte einmal mit seinem Velo einen Ausflug gemacht. Auf dem Rückweg bekam er einen Nagel und da er kein Flickzeug bei sich hatte, schickte er sich eben an, das Rad nach Hause zu stossen, als der des Weges kommende Bus vor ihm stillehielt. Der Chauffeur hatte die Situation schon von weitem erfasst. Er lud den Jungen ein, mitzufahren. Dieser musste gestehen, er habe kein Geld und ausserdem wolle er doch sein Rad nicht im Stiche lassen. Nur beide herein, lautete die Antwort, Sie bezahlen das nächste Mal ! Und schon wurde die Hintertür aufgemacht und das Velo hereingeschoben. Das sind ja eigentlich nur gesunde kaufmännische Grundsätze. So wenig ein Geschäft einem bekannten Kunden die Ware deswegen verweigert, weil er seinen Geldbeutel zu Haus liegen gelassen hat, so wenig verweigert der Bus seinen Dienst im gleichen Fall. Dieser durch keine amtlichen Vorschriften und Dienstreglemente erstickte «Dienst am Kunden » ist es, der den Bus so ungeheuer populär und so billig macht. Er ist das Universalbeförderungsmittel von Dorf zu Dorf, vom Dorf zur Stadt geworden. Die Bahn benützt man nur auf längeren Strecken. Als Kontrastbild fällt mir da ein krasser Bild einer amtsverschimmelten Mentalität aus unsern heimtlichen Gauen ein. Auch diese Geschichte kann ich (leider !) verbürgen, ist sie mir doch selbst passiert. Ich fuhr einmal in einem Lokalzug nach Zürich. Eine halbe Stunde vor der Ankunft verlangte der Kondukteur mit Stentorstimme mein Billet und fand es in Ordnung. Kurz vor Zürich verlangte er mit noch dröhnenderer Stimme alle Billette. Da konnte ich in der Hast meines nicht finden. Der Beamte gab zu, er erinnere sich genau, dass ich ein Billett nach Zürich gehabt habe (auch Mitreisende bestätigten das), trotzdem führte er mich aber im Bahnhof Zürich ab und verlangte 30 Rappen für die Strecke Zürich-Oerlikon und 50 Rap.- pen Straftaxe, weil ich ohne gültigen Fahrausweis «betroffen» worden sei. Meine Betroffenheit kann man sich vorstellen! Eine solche Mentalität kennt der Busführer : nicht, darf sie nicht kennen, sohsf würde «r entlassen. Man wird denken, ein Bus, der an jeder beliebigen Stelle anhalte, komme recht langsam vorwärts. Das ist keineswegs der Fall. Erstens sind die Leute flink beim Aussteigen und zweitens hält der Bus einem direkt vor der Nase, sodass man mit einem Schritt drin ist. Die sechs Kilometer lange Strecke von meinem Wohnort bis zur Kreisstadt legte der Bus bei etwa viermaligem Anhalten anstandslos in 15 Minuten zurück. Manchmal ging es sogar nur 10 Minuten. Die Einrichtung fester Haltestellen würde den Verkehr keineswegs beschleunigen, wohl aber das Publikum schlechter bedienen. Der Bus verkehrt pünktlich nach einem Fahrplan, der jedem gratis überreicht wird. Die Zeiten sind knapp berechnet, es kommt also nicht vor, dass man, wie bei manchen eidg. Autoposten (z. B. der von Ollon nach Chesieres), auf jeder Haltestelle 5 Minuten zu früh ankommt und dann eben warten muss, bis die Abfahrtszeit heranrückt. So ein Zustand würde sowohl den Passagieren wie dem Führer unerträglich vorkommen. Einmal aber hat mich der Bus doch etwas im Stiche gelassen. Ich wartete eines Tages zur richtigen Zeit auf den sonst so pünktlichen Wagen. Fünf, zehn Minuten verrannen, eine Viertelstunde verging, und kein Bus erschien. Ich glaubte schon an eine Panne, als ich in der Ferne eine schwarze Masse und darüber, das weisse Dach des Bus erblickte. Die schwarze Masse war ein Leichenzug, und der Bus kroch taktvoll im dritten Gang hintendrein! Andreas. Man 99 «Um Zeit zu sparen, benutzt man jetzt das Flugzeug, wenn man zum Sport fahren will.» — So stand kürzlich unter einer Photographie zu lesen, die zeigte, wie zwei schicke junge Damen in die Luftkabine stiegen. Wer ist « man »? Wer wird uns da verlockend als die unbegrenzte Möglichkeit unserer eigenen Existenz vorgeschwindelt ? «Man» ist der Leim, den alle Reklame- Fachleute für die vielumworbene Käufer- Seele auslegen. Ja, wenn « man » jetzt wirklich diese Marke Gänseleberpastete bevorzugt, wer wird wohl so unartig sein, sich auszuschliessen ? «Man» ist der Appell an den Nachahmungstrieb der Masse. Kein, Zweifel, das unpersönliche Fürwort wird beliebter. Wo ich mich schäme, mich vorzudrängein, verstecke ich mich hinter dem breiten Rücken von « man ». Wie; ist «man» nun eigentlich beschaffen ? Wie wünscht jedermann zu sein? Fragen Sie die Redner der grossen Parteien, fragen Sie die Modepuppenfabrikanten, fragen Sie das Spiegeleih an der Wand in den Filmgarderoben. Wenn es Ihnen gelingt, herauszubekommen, wie «man» heute ist, dann sind .jjjie souveräner Herrscher über die Kbtuuti.t- ;tur, und wenn Sie die Richtung eihmärwissen, ist es 1 nicht schwer, gerade lim difc Nasenlänge voraus zu sein, dje den Erfolg ^sichert. «Man» 'ist natürlich genau informiert, was « man » jetzt trägt und was « man» jetzt liest, in welche Theaterstücke «man» zu gehen hat. «Man» ist selbstverständlich überall dabei. Zuweilen wünsche ich mir diesen und jenen, meinetwegen einen Ziegenbock in Menschengestalt, meinetwegen einen siamesischen Zwilling — nur nicht den faden, elenden «man», dies höfliche, heuchlerische Gewächs ohne jede Physiognomie, diesen Verbraucher von Parfüm und Schokolode. Ich hatte mir eingebildet, «man» litte augenblicklich sehr bitter unter den harten Zeiten, aber jetzt sehe ich eine klare und objektive Photographie vor meiner entzückten Phantasie: «Man» klettert keck und anmutig in ein Flugzeug: Gute Reise nach St. Moritz!: Vielleicht sieht «man» sich zum Frühjahr in Monte Carlo? Die Abbildung hat mir endlich verraten, wer und wie « man» ist: Beileibe kein Marin, sondern jung, hübsch und weiblich. Vergessen Sie Wie oft sehnt man sich nach einer Gele~ genheit, einem lieben Menschen seine Zunetgung und treue Freundschaft zu beweisen. Man träumt von Errettung aus Todesgefahr mit Hingabe — oder zumindest unter Einsatz — des eigenen Lebens, von grossen Opfern und Leiden um des Freundes willen und fragt vielleicht sich und den andern immer wieder: «Was soll ich tun, um zu beweisen, wie lieb ich dich habe?» Man erhofft die Gelegenheit, die ganz grosse Gelegenheit, die Zeugnis ablegen soll von der ganz, grossen Liebe — aber über die ganz grosse Gelegenheit versäumt man die vielen, vielen kleinen Gelegenheiten, dem andern Freude und Sicherheit zu geben, lieber den Träumereien von Kämpfen mit Bösewichtern, und wildem Getier vergisst er das Veilchenstraussehen, auf das sie heimlich wartet, oder den Grnss von einer Reise, den sie ersehnt, oder das Lob ihres selbstgeschneiderten Kleides, das sie anspornen würde, und über den Traumereien von der Zurückweisung des Dollarmitlionärs im Rolls-Royce um seinetwillen vergisst sie, sich für ihn ein bisschen hübsch zu machen zum Frühstückstisch, oder seine Zigarettendose heimlich und unaufgefordert nachzufüllen, oder vielleicht an seine Mutter hält die Fielen des Betriebes von D. * Co. mit unfehlbare» Sicherheit in der Hand. Ständig stürmen tausend Dinge auf ihn ein, doch sein ruhiges Blut und sein klarer Kopf bc« wahren ihn vor Obereilten Entschlossen. Seineganze Lebens' gestaltung steht unter dem Gesichtspunkt: „Erfolg und Sicherheit!" Das Personal bewundert ihn und sieht in ihm sein Vorbild. Prokurist R. „Auf die Nerven kommt es an - sagt er oft zu seinen jOngeren Mitarbeitern - ob man Erfolg im Leben hat. Und nun wissen Sie auch, warum ich stets Hag trinke. Ich haltet' den eoffeinfreien und völlig unschädlichen .Kaffee H«gfQj einen ganz wichtigen Faktor in meinen.1 Leben." nicht...! Die blaue Wand Von Richard Washburn Child. Autorisierte Uebereetzunsr aus dem Amerikanischen von Liso Landau. (Engelhorns Romanbibliothek.) Fortsetzung ans dem Hauptblatt Die grobknochige Person schauerte leise zusammen, wie mir schien. «Ja, das sage ich mir ja auch, Herr Doktor,» gestand sie. «Es ist offenbar irgend ein Einfluss da. Sie scheint zu fühlen, dass ihr Leben von dem Befinden irgend eines andern abhängt, oder von den Schmerzen und Leiden irgend eines andern — jenseits — jener — Wand.» «Dummes Zeug,» fuhr ich sie an. «Da käme was Nettes dabei heraus, wenn vernünftige, ganz normale Aerzte in ihrer Praxis anfangen wollten, an —» «St — St!» unterbrach mich die Pflegerin hastig. «Sehen Sie, jetzt erwacht sie!» Ich zog mich ein wenig vom Bett zurück, als Virginia sich rührte; aber ich konnte die milchweissen Lider ihrer Augen sehen, T- dieser Augen, die blau und tief schienen, wie die Wand hinter ihr. Ihren zarten Körper durchlief ein Zittern, wie im Anfangsstadium eines Krampfanfalles. Ihr Gesicht verzog sich zu einem Ausdruck, wie man ihn sich auf dem Antlitz eines verängstigten Engels vorstellen könnte, und der Atem kam in einem tiefen Seufzer aus ihrem Munde. Dabei fiel mir auf, dass sie sich nicht zu uns wandte, sondern mit einer kaum merklichen Drehung ihres Körpers und mit ihren kleinen Händen der Wand zustrebte. Ich muss bekennen, ich hatte fast die Empfindung, als ob sie sich in dem endlosen Blau der Wand da auflösen und in seiner Tiefe verschwinden tnüsste. Gespannt folgten meine Augen den ihren. Mir war; als empfände ich selbst das Vorhandensein irgend einer furchtbaren oder wunderbaren, einer grausigen oder wohltuenden Macht hinter jener Grenze. Aber ich habe ja versprochen, nur nüchterne Tatsachen zu berichten. Also: die Kleine blickte starr auf die Wand, bewegte leise die Lippen, streckte die Arme aus, und dann als ob sie sich vor etwas Entsetzlichem fürchte, schrie sie leise auf. Ihr Gesicht wurde bleich, ihre Unterlippe begann zu zittern, sie fiel zurück — wenn man die leise Körperbewegung so bezeichnen darf — und lag schwer atmend in ihren Kissen. Die Pflegerin benutzte den Augenblick, um den Eisumschlag zu erneuern. Aber ich, der ich gespottet, der ich im stillen des armen Mac Mechems Ratlosigkeit verhöhnt hatte, ich stand da und starrte auf jene kahle, blaue Wand, in der Erwartung, dass sie im nächsten Augenblick durchsichtig werden, dass sie sich öffnen und ihr irgend ein unirdisches Wesen entsteigen müsste, um der kleinen Virginia eine Lebensaussicht oder den Todesspruch zu verkünden. Meine erste Regung war zweifellos, die ganze Geschichte von der jenseitigen Wand als sinnlos von mir zu weisen. Wäre ich jünger gewesen, so hätte ich sicherlich dem ganzen Erlebnis ein rasches Ende bereitet, hätte einfach erklärt, dass die Kleine deliriert und würde jetzt nicht eine Geschichte zu erzählen haben, deren Ende mir immer wieder den Atem benimmt. Aber meine Wissenschaft ist auf Beobachtung und Erfahrung gegründet. Wir arbeiten weniger mit Massen und. Gewichten, als mit tastenden Vermutungen. Wir wissen nichts Sicheres. Wer von uns das Unbekannte einfach verwirft, ist ein mittelmässiger Arzt. Hier, in meinem Falle, sah ich nur zwei Möglichkeiten: entweder riefen irgendwelche Krampfzustände im Rückenmark stets sich wiederholende Wahnvorstellungen hervor, oder hinter jener Wand ging tatsächlich irgend etwas vor. Entweder wurde des Kindes Zustand durch innere oder durch äussere Einflüsse bestimmt. Es musste mir gelingen, die Kleine zu retten. Auch ein Arzt,' der Patienten und Fiebertabellen im allgemeinen mit dem gleichen, nur auf das , Sachliche gerichteten Blick betrachtet, kann sich einmal von persönlichen Neigungen leiten lassen. Und ich empfand tiefe Anteil* nähme für jenes kleine Geschöpf. Ich war entschlossen, alle Möglichkeit«'« auszunutzen. Und wie der arme Mac Meciem, so stellt© ich jetzt dieselbe Frage: Was ist hinter jener Wand? Ich berührte Virginias Haiid mit meinen Fingerspitzen. Ihre Augen windten sich mir zu. Und von neuem gewann ich die Ueberzeugung, dass kein Delirium aus ihnen sprach. «Sie haben das Kind niclt darnach gefragt?» redete ich Miss Peteis an. Die Pflegerin verschränkte die Arme und schüttelte feierlich den Kopf. «Nein,» gab sie gleichsam missbilligend zurück. Ich beugte mich über Virginia. «Ich bin der neue Doktor,» erklärte ich. «Verstehst du?» Sie lächelte, und der verhärtetste Sünder hätte diesem sanften Lächeln nicht widerstanden. «Was ist dort?» flüsterte ich, mit der freien Hand auf die Wand deute.id. Ihre Augen öffneten sich weit in kindlichem Erschrecken; ihre schmale Hand zuckte in der meinen wie ein klenes verflogenes Vögelchen. In ihr Gesicht trat wieder der Schmerzensausdruck. (Fortsetzung folgt.)