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E_1930_Zeitung_Nr.042

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N°42 unseren Weg. Draussen trennten wir uns in kleine Gruppen. Ich ging mit. Beer zu holen. Wir mussten tiefer graben als gedacht. Hässlicher-süsslicher Geruch stieg aus der Erde auf. Rauchen durften wir nicht we?en des Feindes. Erst fanden wir einen Infanteristen, der als dritter in dieses Grab gebettet war. Dann hoben wir den armen Beer heraus. Ihn habe ich mitgetragen. Vier Mann blieben da, um Lichtenberger auszugraben. Wir wickelten unseren Toten in eine Zeltfahne und befestigten Stangen zum Tragen an der Seite. Langsam ging der Tag mit blassem Rot auf. Ich musste an das Lied von Hauff denken. Ein Toter, so primitiv gebahrt, hat schon seine Last, aber am Rande des Nonnenbusches wartete ein Wagen. Knoblauch und Hunger lagen schon darauf. Jener, den Kopf mit dem schönen, dunkeln Vollbart im Nacken, sah einem leidenden Christus ähnlich. Dann brachten sie Lichtenberger, der einzige, der noch wie im Leben aussah, und Zietschmann, mit blutüberströmtem Antlitz. Limke war nicht gefunden worden, sein Grab war leer. Im Polygonwald, in unserem Lager, hielten wir kurze Rast. Dann gingen wir über die alte Stellung und den alten Ablösungsweg nach Becelare. Dort arbeiteten die Fahrer an den Gräbern, auf einem kleinen Soldatenfriedhof neben der Kirche. Wir holten grosse Glasurziegel vom Dache eines Nachbarhauses zum Einfassen der Gräber und brachen blühenden Flieder und gelbe und rote Zweige zum Schmücken. Dann vertieften wir die Gräber noch genügend. Inzwischen hatten sich alle eingefunden, die bei diesem letzten Ehrenakt dabei sein wollton. Wir senkten die Kameraden in die Erde. Ein Freund sprach herzliche Worte. Der Flieder duftete, die Zweige glänzten auf den frischen Schollen, aber ungeduldig bröckelte die Erde nach. In den Augen des alten Bohne standen ein paar grosse Tränen. Dann warfen wir die Blüten und Blätter auf die Toten und begannen die Gräber zuzuschaufeln. Der letzte Dienst, den ich meinem lieben Rudolf tun konnte, war, dass ich ein blaues Käferchen von seiner kalten Wange strich. Als ich ihr am Morgen zum erstenmal im Tode gesehen hatte, hätte ich ihn beneiden können um seine Empfindungslosigkeit. Aber als ich jetzt sah, wie die Regenwürmer und anderes Getier mitverschüttet wurden und das letzte Endchen Zeltbahn verschwand, freute ich miqh doch, dass mir die Maisonne so schön schien und mir der Flieder duftend blühte. — (Gefallen am 12. September 1916 an der Somme.) Johannes Nogielsky, Technische Hochschule Charlottenburg. Geboren am 4. März 1892 in Breslau. (Gefallen im Luftkampf am 22. Januar 1917 in der Champagne.) Liebe Mutter 1 Wenn Du diese Zeilen liest, bin ich nicht mehr unter den Lebenden. «Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben.> Weint nicht um mich, denn ich bin im Reiche des Lichts, und warum da trauern. Es kam der Krieg und ich zog mit vielen anderen Kameraden auch hinaus und war getreu bis in den Tod. Da ich diese Zeilen schreibe, weiss ich noch nicht, wo mein Grab sein wird. — Kümmert Euch nicht um meine sterblichen Reste, mögen sie in Schutt und Trümmern vermodern und wieder zu Staub werden. Die Seele lebt und ist göttlich. Mögt Ihr noch lange leben auf der schönen Welt! Grüsst alle, die ich lieb gehabt und die mir nahe standen. Feinde habe ich nicht gehabt, wie ich hoffe. Und nun seid nicht traurig, denn in einer kleinen Weile werden wir uns wiedersehen. Ich grüsse Euch und bin bei Euch im Geiste. Otto Helmuth Michels, stud. phil., München. Geboren am 9. August 1892 in Oderkirchen (Rheinland). Flandern, Januar 1915. Eins sage ich Euch immer wieder: Ihr in der Heimat vergesset nie, wie igrässlich der Krieg ist. Betet ohne Unterlass. Macht ernst. Lasst alles Oberflächliche. Haut sie hinaus aus Theater und Konzert, die lachen und witzeln, indes ihre Kämpfer und Schützen leiden und bluten und sterben. Wieder war ich drei Tage in der schrecklichsten Blutschlacht der Weltgeschichte, 200 Meter vor dem IN DEN SCHWARZWAtLD HOTEL SOLBAD SCHÜTZEN DONAUESCHINGEN Nächst aller Sehenswürdigkeiten gelegen. 120 Betten. Qrosser Hark, Tennis, Terrassen. Altdeutsche Bier- u. Weinstube. Forellen. Autohallen. — Telephon 302 Besitzer: I.BURI Feind, im hastig und notdürftig aufgeworfenen Graben. Drei Tage und drei Nächte lang Granate über Granate — ein Krachen, Pfeifen, Gurgeln, Schreien, Stöhnen. Fluch denen, die den Krieg heraufbeschworen. «Haltet aus — haltet aus!» Stunde um Stunde abwechselnd Deckung und Beobachten. Die Nerven laufen wie Feuerfäden durch den Körper. cJetzt ist es zu Ende.» — Stumpfe Hingabe. «Nein, leben will ich, leben, leben!» — und man kämpft um sein Leben tagelang. Vier Kameraden wurden zu Tode getroffen (meist wird der Kopf weggerissen) und sind dann Schwerverwundete. Ein kleiner Granatsplitter traf mich am Oberarm. Nun habe ich schon fünf Wunden am Körper — ich bin unendlich müde. (Anmerkung: Nach mehrmaliger schwerer Verwundung, Arm-, Bauch- und Knieschuss kriegsuntauglich geschrieben, meldete Otto Michels sich wieder zur Front.) II. Wasser. Zimmer mit Privatbad und W C, Tanzdiele Boxen, Tankstelle, Parkplatz Tel. Neustadt (Schw.) 223 Das bevorzugte neuzeitliche, preiswerte Haus I Ranges in schönster Seelage. Treffpunkt der Schweizer Automobilisten. Tel. Neustadt (Schw.) 227 Unfall-, Haftpflicht- und Lebens- Schweizerische Unfall - Versicherungs- Gesellschaft Flandern, 2. September 1917. Morgen rücke ich zum Regiment. Heute nachmittag gehe ich mit zwei ruhigen, lieben Leuten durch Brügge, um Memling und van Eyk zu suchen. Es ist ein beständiges Streben in mir, durch den verwirrenden Weltnobel hindurch das in sich ruhende Bild der eigentlichen Welt, d. h.: Gottes zu sehen. Brügge, 11. Oktober 1017. Ich habe mir aus den «Büchern der Rose> Goethes Gedichte gekauft. Der alte Ewigkeitsgesang aus dem Westöstlichen, Divan (ich habe ihn mit eigenen Worten nachgedichtet, Du kennst das Lied wohl: Millionen Sterne träumen — wandelnd meiner Liebe nach...), der alte Gesang vom Vergehen und Werden hat mich wieder mächtig gepackt: Und solang Du das nicht hast, Dieses Stirb und Werde! Bist Du nur ein trüber Gast Auf der dunkeln Erde. Oudenburg, 26. Oktober 1917. Ich habe viel Leid erfahren. Mein bester Kamerad, mein einziger Freund in der Kompagnie ist gefallen. Hermann Bartel war einer der edelsten Menschen, die ich gekannt habe. Er hatte nicht viel Schulbildung, aber einen natürlichen Anstand, eine seelische Anmut, die ihm jedes gute Herz gewann. Frei und stark und mutig, immer fröhlich und gefällig, wenn er mich sah lachten ihm Güte und Treue und Lebenslust aus den Augen. Ich habe geweint vor den andern, als ich die Nachricht empfing. 14. November 1917. Grau, grau — dio Erinnerung an Dich weht wie ein rotes Sonnensegel durch den Nebel.. l.Mai 1918. Das Auge sieht nichts auf tagelangen Märschen. Nichts als Greuel der Verwüstung. Ein Brett an einen Baumstumpf genagelt, darauf ein Name; ein vernichtetes Dorf. Kein Stein, kein Strauch, kein Baum, nichts gibt Kunde vom einstigen Glück und Wohlstand — der Name blieb. Das Mittelalter gab dem Teufel eine furchtbare Fratze. Wer kann den Teufel malen? Diese zerwühlte, zerrüttelte Landschaft, die toten Wälder, Kreuz um Kreuz, — das alles ist ein Zug in der Fratze des Teufels. 9. Mai 1918. Deine lieben Grüsse — ich halte beide Hände auf und weisse Blütenblätter fallen hinein. Sturm sollen sie wirbeln und tanzen machon. Aber in der Stille der Nacht sollen sie sich weich auf mein Herz legen. Was ist Wahrheit? Frage ich noch? Los vom Ich, hin zum Du! «Niemand hat grössero Liebe, denn dass er sein Leben lässt für seine Freunde> — darin ist alle Wahrheit, alle Schönheit. Das itst alles. (Letzter Brief vor dem Tode.) 19. Juni 1918. Seit ein paar Tagen bin ich wieder an der Front, und heute abend versinke ich für unabsehbare Zeit in dem Irrsinn des Schützengrabens. Das Leben draussen, mit dem meine Seele während der Ruhezeit wieder leise Fühlung gesucht hatte, liegt nun fern. — Ihr Menschen da mit euren Mühen und Freuden, eurem Tun und Denken, seid so seltsam schemenhaft. Sah so Christus die Welt, als er zum Himmel fuhr? Auf und ab fluten die Wellen im Meer. Auf Leben s- VepsicherungS' Gesellschaft Dr. Bruckner, Apoth.,Spiez, hilft sicher geg. Kopfweh, Fieber, Neuralgien, Migräne. Schachtel Fr. 2.—. — Erhältlich in allen Apotheken. aoend ken herrührend von der Bedachung des eidgenöss. Schützenfestes in BELLINZONA in tadellosem Zustande, zu sehr günstig. Preium abzugehen. Diese Decken sind Qualitätsware, absolut wasserdicht und in Jeder beliebig. Gröiie erhältlich. Blume verblüht, aber das Bild auch des törichtesten Körper, — o meine Liebe, — und du mein gefeslig- Blümchens blüht und wandelt in Ewigkeit mit den Sternen. Alles, was in heisser Lust geblüht, das tes Herz — mein Gott. Und nun gehe ich . blüht weiter im Himmel in alle Ewigkeit. Darum (Gefallen am 2. Juli 1918 in Avellny bei ist es auch dort so schön. Contalmaison.) Oh, wenn doch alles Hässliche, Niedrige, Klanglose von mir abfiele. Stille Seligkeit! 0 du mein vom Verlag Georg Müller in München oder von jeder Buch- (Das Buch «Kriegsbriefe gefallener Studenten» kann direkt Kleid, mein Lied, meine Musik, mein verklärter handlung bezogen werden.) Das Kind in der Strassenbahn. In « Reclams Universum » wird erzählt: Ich sitze in der Leipziger Elektrischen. Mir gegenüber ist nur noch ein Platz frei, der an einer Haltestelle von einer Dame, die ein Kind bei sich hat, besetzt wird. Die Mutter mit ihrem wohlgenährten Durchschnittsgesicht interessiert mich nicht. Aber das Kind! Es ist ein Mädel, vielleicht fünfjährig, mit blitzenden Luchsaugen, die die ganze Umwelt auf einmal erfassen möchten. Jetzt kommt der Schaffner herein mit seiner für den vollen Wagen typischen Frage: «Noch jemand hier?» Auf dem Spitzbubengesichtchen der Kleinen macht sich höchste Spannung bemerkbar! Die Mutter verlangt auf die Frage: «Eefach, oder Umsteiger?» ihren Umsteiger. «Und die Kleene?» — «Wird erst vier.» — Misstrauischen Blickes geht der Gewaltige ab. Als er durch die hintere Tür verschwunden ist, strahlt die Kleine übers ganze Gesicht und zirpt laut und vernehmlich durch den ganzen Wagen: «Mutti, da haben wir mal wieder Schwein gehabt!» Entdeckung des ältesten Alphabets? Französische Archäologen haben in Syrien an der Mittelmeerküste in der Nähe der alten Stadt Latakieh an einem Punkte, den man als Kreuzungspunkt von Okzident und Orient ansehen kann, bei dort unternommenen Ausgrabungen bedeutende Funde zutage gefördert. In einem armseligen Alawitendorf wurde ein Palast entdeckt, der aus dem Jahre 1300 vor Christi Geburt stammt. Er muss also ungefähr zur Zeit des Auszugs der Kinder Israel aus Aegypten errichtet worden sein. In der Nähe des Palastes fand man ein grosses Gräberfeld mit zahlreichen Fürstengräbern. Die Grabstätten sind allerdings ausgeraubt worden, aber es ist doch noch genug in ihnen geblieben, um die religiösen Gebräuche erkennen zu lassen, welche die Errichter der Gräber befolgten. Die wichtigste Entdeckung aber war die Auffindung einer Tontäfelchenbibh'othek. Man nimmt an, dass man nach ihrer Entzifferung das älteste Alphabet der Welt vor sich haben wird. Es braunen Stoffes, den er nach Paris zur Untersuchung sandte. Wie die Pariser Gelehrten feststellten, handelt es sich um Ochsenblut, das mindestens 400 Jahre alt ist. Auch mehrere Vasen und Krüge mit Kindergerippen wurden dort gefunden. Ein Film für den Automobilisten. Die technische Vervollkommnung des Tonfilms macht riesige Fortschritte. Aus einem undeutlichen Lautgemisch, das knarrend und krächzend wiedergegeben wurde, löste sich scharf und rein der klare Ton ab. Wenn man jetzt im Tonfilm spricht, so wirken die Worte sauber und verständlich. Die Musik verliert den Charakter des Mechanischen, schon schwingen die Töne sauber differenziert und eigengesetzlich. Dem Tonfilm eröffnen sich dank seinem weiteren Spielraum ganz ungeahnte Möglichkeiten, die auszuschöpfen er bis jetzt kaum begonnen hat. Eine ganz originelle und erfolgreiche Idee behandelt der deutsche Grosstonfilm «Die Nacht gehört uns», der zur Zeit in den schweizerischen Lichtspielhäusern die Runde macht und allen Automobilisten empfohlen werden muss. Die Targa Florio als Mittelpunkt eines Tonfilms, das Rennen als Höhepunkt! Die fieberhafte Tätigkeit der Fabriken hinter den Kulissen, die Probefahrten, die tolle Spannung vor dem Rennen, das ganze Drum und Dran um ein grosses autompbilistisches Sportereignis ist mit einer verblüffenden Kunst eingefangen. Der Funke springt auf das Publikum über, das, derweil in den letzten Tagen die 21. Targa Florio vor sich ging, hier seine Targa erlebt und nicht weniger fiebert und spannt als wenn es sich unten in Sizilien über die Brüstung der Tribüne lehnte! Da brüllen die Wagen auf, donnern los, dem Sieg oder dem Verhängnis entgegen, winden sich in beängstigender Schnelligkeit die Kurven empor, durch Sizilien, vorbei an den gaffenden Bauern, die das Kreuz schlagen. Die stille Gegend ist erfüllt von dem Rasen der tobenden Meute und die jede Gefahr, die in dem Abgrund grinst, verächtlich verneint. Die moderne Welt verkündet sich hier, am übereinander gebaut worden. In der zweiten Stadt fand man einen Tempel der Göttin Nin-Egal und eine Inschrift, aus der hervorgeht, dass man es hier mit der Stadt Katna zu tun hat, die im Altertum eine der berühmtesten Städte war. Graf de Mesnil fand zwei Kapellen, in denen der blutdürstigen Göttin Opfer gebracht worden waren. In grossen Tonbecken fand er Spuren eines wird wahrscheinlich geraume Zeit in An-Lärmspruch nehmen, bis die Gelehrten imstande an jeder Reklametafel, die in den blauen Geschrei, Telephongeschrill, Publikum, sein werden, die Buchstaben mit genügender Genauigkeit zu identifizieren, um fest- besten Oel und dem besten Wagen schreit. Himmel hinaus die Verkündung von dem zustellen, in welcher Sprache die Tontäfelchen verfasst sind. Weitere Entdeckungen Kinoklubsessel sitzt und neben sich seine Der Automobilist jedoch, der im weichen sind bei Katna in der mittelsyrischen Wüste Frau hat, durchlebt einige Minuten gewaltigster Spannung und echter Aufregung, die gemacht worden. Dort sind drei Städte ihm neu beweisen, dass es doch etwas Grosses hat mit dem Automobil, das den Raum überwindet. mb. Tabarin - Bar Grosse Konzerte und ab flutet das Blut in meinem Herzen. Die UMIIMNM4IAM DM MM Schönste Tropfsteinhöhlen der Schweiz. TITISEE HOTEL BÄREN Wolfs Hotel Titisee Versicherungen aller Art schliessen Sie vorteilhaft ab bei 99 WINTERTHUR in Winterthur u ti[floväsan Kopfwehpulver 1929« Marzemino Kretzer Ausgezeichneter Tischwein per Flasche Fr. 1.60 E. Gentner-Aldiroth h Co. Zürich L. 16.23 Zelt-o.Decken-Fabrikation F. Plcard, Blei Bunte Chronik aus aller Welt nOIigrÖlten Daar ZÜRICH Grand Cafe Esplanade Naturwunder I. Ranges. Das schönste modernste u. praktischste Grammophon des Weltmarktes ist unbestreitbar das neue elektrische In Truhenform, Nussbaum poliert, oder anderes Holz auf Wunsch, automatische Ein- und Ausschaltung, Motor u. Werk mit 5 Jahren Garantie, alles Schweizer Qualitätsarbeit, kein Spielzeugmotor. 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42 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE 15 Blond oder braun ? Eine Rundfrage unter Frankreichs grossen Romanciers. Da heisst es schon: Farbe bekennen! Blond oder braun? Ein Weltproblem seit Anita Loos, das bisber bedauerlicherweise weder dem Haager Weltgericht, noch dem Genfer Völkerbund unterbreitet worden ist. Um einen etwaigen blutigen Weltkrieg im Zeichen «Blond oder braun» zu verhüten, unterbreitete das «N. W. J.» dio brennende Frage einem Tribunal von höchster Kompetenz, den grossen Romanciers von Paris, deren unvergleichliche Sachkenntnisse bezüglich des Thomas «Frau» nicht angezweifelt werden können. Hier die entscheidenden Antworten: ANPASSUNGSFRAGE! sagt Maurice Bedel. Blonde sind Ebenbilder der Sonne. Brauns der Nacht. Männer mit heiterem Gemüt lieben die Blonden. Dunkle Seelen die Braunen. Das Ganze eine Anpassungsfrago. Ausserdem gibt es Ausnahmen. Die bestätigen dio Regel. SCHWER ZU LÖSEN ! sagt Francis Carco. Ich besang die blondo Frau im «Rien qu une Femme». Meine «Marietta» ist eine Huldigung der Blonden. Nach all dem heiratete ich freilich eine Schwarze. Ich liobo sie. — Die Schlussfolgerungon überlasse ich dem Leser... NUTZANWENDUNG ! behauptet Francis de Cwisset. Nicht immer zieht man dio vor, dio man hebt. Dies ist eine Frage der Nutzanwendung. Der eine Blonde liebt, hat überzeugt zu sein, dass blond sein Typ ist. Liebt man braun, so ist eben nur braun der Typ zum Verlieben. Auch Geschichte wird so geschrieben. Immer unvoreingenommen. — Indessen gibt es Starrköpfe ... TRÖSTET DIE ROTEN ! sagt Maurice Dekobra. Ich kannte einen Don Juan in Golfdress. Er, der Sachverständige, sprach: «Unvergänglichen Ruhm den Blonden, die uns die Braunen vergessen machen. Ewiges Lob den Braunen, die uns für die Blonden vorbereiten.» Ich aber sage: Bös ist dio Frage; eie ist ungerecht Ehrenbeleidigung für Frauen mit Tizian- Haaren. Und um aie, unschuldige Opfer, zu trösten, die zwischen braun und blond auf der Erde sitzen, behaupte und verkünde ich laut: Die Rote über alles! IN BYRONS FUSSSTAPFEN tritt r Andr& Mamols. Ich lebe in Byron, dessen Leben ich nachlebte, und antworte daher mit Byron. Er wiederholte stets mit Ueberzeugung, dass ihn einzig die Frauen, «von orientalisch braunem Typ» bezaubern. Sein einziger Typ seien «die wundervollen Braunen vom Orient, Alkoholfreier APFELWEIN DasErFriscKüri6s6errcinl — Bemerkenswert ist, dass gerade jene «orientalisch braunen» Frauen es waren, mit denen Byron sich nie im Leben verstand. Die einzige aber, der er verhältnismässg treu blieb — die war blond! Ganz und gar blond. Das, sehen Sie, ist der Wert allgemeiner Behauptungen. Und auch das ist eine allgemeine Behauptung... NUR CHARAKTER! sagt Pierre Mille. Ob braun oder blond, ist meines Erachtens Nebensache. Mich interessiert an der Frau Charakter und Intelligenz, nicht die Schönheit. Seltsam, aber wahr. Allgemein sagt man, die Blonden seien feinfühlig und gefühlvoll. Dio Braunen dagegen entschieden, impulsiv, energisch — eventuell brutal. Meine Erfahrungen widersprechen dem. Ich kenne impulsive Blonde und sensible Braune. Was aber Intelligenz, gesunden Menschenverstand, Urteilskraft und Intuition betrifft: all dies ist von der Haarfarbe unabhängig. UND WARUM IHM DOCH DIE BLONDEN GEFALLEN erklärt uns Marcel Prevost. Weil Eva blond war. Und auch die Venus. Das Ideal der Menschheit war, wenigstens in der Vergangenheit, die blonde Frau. Zur Revanche überredeten die Braunen die Welt, dass sie pikanter, glühender und geistvoller sind. Ein bemerkenswerter Umstand: Unzählige Braune färben sich blond. Dagegen seltenste Naturerscheinung, die Blonde, die sich braun färbt. SCHWER IST DAS TREUSEIN ! bekennt Paul Reboux. Warum sucht man vor allem die blauäugigen Braunen beziehungsweise jene Blonden (ich meine nicht die gefärbten), deren Auge dunkel ist? Wahrscheinlich weil man auf diese Weise in gleicher Person zwei Frauen auf einmal lieben kann. Mag dies die Lösung der Frage sein? Es macht das Treusein weniger schwer ... MASSGEBEND IST DER BIOLOGISCHE STANDPUNKT! erörtert Maurice Rostand. Das Problem blond und braun ist weniger romantisch und fanatisch als wissenschaftlich, das heisst biologisch. Die Haarfarbe wird durch die in den Zellen unseres Körpers versteckten winzigen chromosomischen Körnchen entschieden. Die Zellen aber bergen das Geheimnis der mannigfaltigsten seelischen und körperlichen Verschiedenheiten der menschlichen Individualität. Es ist nicht anzunehmen, dass die Farbenuancen der Haare sich bloss auf diese Einzelheiten beschränken. Gewiss kommt jenen chromosomischen Abweichungen eine tiefere Bedeutung zu, die sich auf die körperlichen und sogar auf die intimsten seelischen Eigenschaften des Menschen erstreckt. Für den Biologen gehören Blonde und Braune verschiedenen Rassen an. Der einer Haarfarbe den Vorrang gibt, zieht eine Rasse vor. Man glaubt, das blonde Haar zu lieben und liebt er eigentlich die blonde Seele. AUTOMOBILIST HABEN SIE DAS AUTORENNEN TARGA FLORIO PIERRE VEBER — DURCHS TELEPHON. «Hollo — Hollo! Hier Pierre Veber.» «Werter Meister, antworten Sie geschwind: Die Blonde oder die Braune?» «Jedenfalls jene, die Liebe sucht, nicht Vorteil... Wohnt sie weit von hier?» «Wo «sie» wohnt...? Aber nein! Sie irren, Meister: Es handelt sich bloss um eine Rundfrage.» «Ach so, in Theorie also? Literatur... Um so besserl, In der Praxis wäre diese Frage unbeantwortbar. Sogar literarisch schwer.» «Gibt es denn noch wirkliche Blonde und Braune? Und überhaupt, was ist das für eine Frage, ob wir Männer die oder jene lieben? — Fragen Sie lieber, ob die Blonde oder die Braune uns Männer vorzieht. Denn wir, das schwächere Geschlecht, richten uns danach. Die Frage bedarf jedenfalls einer eingehenden Erforschung. Doch wo kann man das studieren? Bemerkten Sie schon, dass die Frau in einem gewissen Alter eine rötliche Reife bekommt, wie Edelobst im Herbst? Diese Farbe liebe ich, die dem Silberweiss wie einleitende Musik vorangeht. Bedauerlicherweise sind weisse Haare bei Damen nie in Mode — ausser wenn das Weiss vorzeitig oder künstlich ist. Es kommt ja für jede Frau jenes Alter, da sie nicht mehr «Farbe wechselt». Aus diesem Gesichtspunkt ist Weiss am dauerhaftesten: die einzige waschechte Farbe. Doch gilt all das nur für Haare, wo doch ausschlaggebend der Teint ist, die Farbe der Haut. Und nun erst: Unter Blonden und Braunen sind am wertvollsten jene Rötlichen, die ich erwähnte. Sie sind verständiger als alle anderen. Sie sind friedlich und bieten die lächelnde Ruhe. Sollen die Männer so aassehen? Wie sich die Frauen uns Männer in Idealgestalten vorstellen, das erkennen wir immer am besten an den Figuren, die unsere symbolischen Stellvertreter sind: in den Schaufenstern stehen sie und tragen Wäsche, Fest- und Hausanzüge, die für uns bestimmt sind. Sie sagen immer nur das eine: So seht ihr aus, wenn ihr vollendet gut ausseht. Lange Jahre hatten diese eleganten Puppen-Männer den Ideal-Typ der Frauen getroffen. Damals wollten unsere Damen, dass wir alle Friseurgehilfen, OperettentenÖren, Unteroffizieren ähnlich sahen. Das Wachsgesicht unserer stummen Stellvertreter hinter den Schaufenstern war schön weiss und rot; wir hatten eine wohlgelockte Tolle und einen kleinen, hochgezwirbelten Schnurrbart. Also rechte Herzensbrecher waten wir! Dann wurde Geist modern; es war die Zeit, da jeder Stift eine runde Hornbrille trug, was ihm Bedeutung geben sollte. Die Darsteller unseres eleganteren Ichs hinter den Glasscheiben hatten überhaupt keine Körperlichkeit mehr, sie waren nur noch hölzerne Schlangenlinien mit einem ovalen GebMb an der Stelle, wo der Hut hingehört ... Und jetzt? In einem Wäschgeschäft stehen, wir in Holz modelliert so, wie wir wohl als Ideal unseren Frauen vorschweben. Ein Anblick, so klagt die « B. Z. >, scheusslich und gemein! Wir haben lange, kesse Himmelfahrtsnasen, blinzelnde, freche Aeuglein, ironisch verzogene Lippen; unsere Hautfarbe entfernt garantiert ohn Hautreiz das bewährt Mittel «PARTI». Keim SCHON GESEHEN? brennende, übelriechende Creme ! — Kein Eintrocknen möglich 1 Wirklich WENN NICHT. SO KOMMEN SIE IN DAS TONFILMTHEATER Bubenberg ohne Jeden unangenehmen Geruch 1 Sehr ausgiebig u. sparsam im Verbrauch Preis Fr. 3.75. R. Koch kosmet. Präparate, Basel Birmannsgasse 18. WO SIE DASSELBE IM RAHMEN EINER SPANNENDEN HANDLUNG IM TONFILM .DIE NACHTGEHÖRTUNS'SEHEN KÖNNEN Nur noch diete U/oghi>^BI^BiiH8iliillBIHfcirt Berner Trompeten-Lanehter Frau und Mode Unser Bild zeigt ein reizendes Sportkostüm def kommenden Sommermode, der Grund grün, die aufgedrückten Figuren in schwarz und gelb gehalten, mit kurzer schwarzer Jacke und dazu passender Kappe. 5 ist ein kränkliches Gelb, unser Gesicht ist von lasterhaften Falten durchzogen. > Mit einem Wort: Wir sahen aus, als waren wir aus den Kaschemmen des höchsten Nordens entschlüpft; die eleganten, seidenen Schlafröcke und samtenen Hausjacken, die wir da tragen, passen zu uns wie die schwarze Schleife zum Frack. Wer das sieht, kriegt einen rechten Schreck! Stellen sich unsere Damen ihr Männerideal wirklich als hoffnungsvolle Zuchthäusler vor? Sollen wir soo aussehen? Wir denken gar nicht dran! 5 Wenn Frauen reden.», Märchen 1930. cEs gibt nichts Schöneres,» sagte Tan»« Amalie, cals den Kindern beim Spielern unbeachtet zuzuhören. Dieser naive Herzenstoo. Dieser Märchenklang ihrer kindlichen Sprache! Dieses anbeschwert© Schweben in goldenen Gefilden...> ' " '• Leise wippend, auf den Zehenspitzen, schlich sie sich heimlich an die Kinder heran, um sie zu belauschen. Da tönten ihr aus der erregten Unterhaltung der Kleinen die Worte entgegen: «Kickstarter... Ueberkompression... 80 PS... Achtzylinder-Limousine.. * hydraulische Stossdämpfer... Viertaktmotor ...» Leise wippend, auf den Zehenspitzen, schlich sie wieder weg... PochonSilber handgetrieben In eigenem Atelier nach alten REHFUSS-Mustern u. Original -Zeichnungen Gebr. 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