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E_1930_Zeitung_Nr.049

E_1930_Zeitung_Nr.049

en der Regierung neulich

en der Regierung neulich eine Eingabe mit einem Postulat für Radfahrwege zukommen lassen, und die neu gebildete Verkehrsliga von St. Gallen setzt sich ein für einen Radfahrerweg beim Umbau der Strasse St. Gal- Ien-Wil-Winterthur. Andernorts haben die kantonalen Radfahrerverbände entsprechende Eingaben gemacht, u. a der aargauische Verband zu Beginn des Jahres, als auf der Traktandenliste des Grossen Rates die Subventionierung im Betrag von 1,5 Millionen Franken figurierte, nicht etwa für Radfahrwege, sondern für Fussgängerwege. Der aargauische Verband äusserte den bescheidenen Wunsch, es möchten «nach und nach» auch Radfahrwege angelegt werden, erhielt aber vom Baudirektor den merkwürdigen Bescheid: «So lange nicht der grösste Teil unseres Strassennetzes mit staubfreien Belägen versehen ist, wird der Grosse Rat die Mittel für die Herstellung von Fuss- oder Radfahrwegen im Grossen nicht bewilligen:». Es könne sich nicht darum handeln, solche Wege planlos da oder dort zu erstellen, wo gerade Strassenverbesserungen vorgesehen seien. Im übrigen möge der Verband «durch Aufklärung der Bevölkerung dazu beitragen, die Erstellung solcher Radfahrwege zu erleichtern!» Es hätte nicht dieser schlecht angebrachten Ermahnung bedurft, um in den Radfahrerkreisen nicht bloss des Kantons Aargau eine gewisse Erregung auszulösen. Die Aargauer können es nicht recht verstehen, dass für Gehwege 1,5 Millionen aufgewendet werden sollen, für die der Fussgänger nicht einen Rappen beisteuert, dagegen nichts für die Radfahrer, die dem Kanton jährlich 120 000 Franken Verkehrssteuer bezahlen. Wer als Automobilist einmal eine Strasse mit angegliedertem Fahrradstreifen befahren hat, wird sich einer gewaltigen Verminderung der Verkehrsgefährdung bewusst. In einigen Ländern ist diese Erkenntnis sogar bis zu den Redaktionen der Tageszeitungen durchgedrungen. Wir denken dabei nicht nur an die nordischen Länder, die Tausende und aber Tausende von Radfahrwegen längst besitzen, sondern vor allem an Deutschland, das mitten in einer grossen Tätigkeit steht, nicht zum mindesten dank seiner Zentralstelle für Radfahrwege, einer Arbeitsgemeinschaft aller am Strassenverkehr interessierten Vereinigungen und Behörden, wobei sämtliche Automobilverbände mitbeteiligt sind. Unter den deutschen Tageszeitungen trat neulich das «Berliner Tageblatt» für ein Riesenprojekt ein: 200 Millionen Mark für ein Radfahrer- Wegenetz! In Deutschland, so wird ausgeführt, verschwinden die paar hunderttausend Autound Motorradbesitzer gegen die zwölf Millionen Radfahrer. Diese zwölf Millionen sollen jetzt zur Selbsthilfe mobilisiert werden: Deutschland braucht dringend ein weitzügiges Radfahrwegenetz. Nun besitzt Deutschland, das keine Fahrradsteuer kennt, bereits viele Hunderte von Radfahrwegkilometern. Den deutschen Radlern ist das Tempo der Erstellung durch den Staat jedoch zu langsam, woraus es sich erklärt, dass zahlreiche Städte Vereine für Radfahrwege besitzen. Demjenigen von Magdeburg z. B. gehören rund 75 000 Mitglieder an (da die Stadt etwa 100 000 Radler zählt, also drei Viertel), und von diesen sind in wenigen Jahren 400 Kilometer eigene Radfahrwege angelegt worden, die nur von den Mitgliedern befahren werden dürfen, die sich hiefür durch den sogenannten «Jahresring», für den 1 Mark bezahlt wird, ausweisen können. Was den deutschen Radlern nun empfohlen wird, ist nicht etwa eine Sondersteuer, sondern eine Sparkasse für Radfahrwege. 1 Mark von jedem deutschen Radler ergibt 12 Millionen Mark. Damit soll eine 100 Millionen- sie könnten den Spürsinn eines gewiegten Detektivs reizen ! » Ich neigte mich gespannt «ach vom. Solch ein Bekenntnis aus dem Munde eines beliebigen Mannes war schon beachtenswert; und Estabrook War nicht der Erstbeste. Er repräsentierte die gute Gesellschaft. Er gehörte einer Familie mit treubewahrten Traditionen an, einer Familie von wohlbekanntem und geachtetem Namen. Jermyns Vorfahren hatten seit langem, einer vom andern, bis zu ihm herab, eine grosse Anwaltspraxis übernommen, gleichsam als sei sie ein Familienerbstück der Estabrooks. «Es ist vielleicht besser, ich fange vom Anfang an», sagte Estabrook, sich mit der feinen, schlanken Hand über die Stirn fahrend. « Denn das alles ist so sonderbar — so sonderbar ! » Und wer Weiss, wie es ausgeht ! > Ich bat ihn, sich zu beruhigen und dann, so weit wie möglich, alle überflüssigen Einzelheiten in seiner Erzählung fortzulassen. Und nun will ich, so genau ich es vermag, die Geschichte wiedergeben, die er mir erzählt hat. Ich will versuchen^ sie in seinen eigenen Worten niederzuschreiben... (Fortsetzung folgt.) Anleihe zum Radfahrwegebau aufgenommen werden, und hiezu hätte das Reich 5 im Sinne der produktiven Erwerbslosenfürsorge weitere 100 Millionen beizusteuern ; denn zwei Drittel aller Kosten, etwa 140 Millionen Mark, würden in Form von Arbeitslöhnen auf den Arbeitsmarkt fliessen. Der Gedanke marschiert bereits. So hat der Ruhrsiedelungsverband für seinen Bezirk einen Bauplan für 1300 Kilometer Radfahrwege entworfen, deren Erstellung etwa 12,! Millionen Mark kosten soll. In Berlin hat die Forstverwaltung einen Plan zur Schaffung von 200 Kilometern neuer Radfahrwege in Berlins Wäldern entworfen, und für die Stadt selber beabsichtigt man die Anlegung eines äussern und eines innern Radfahrweggürtels, für die übrigens bereits Ansätze vorhanden sind. Die Stadtverordnetenversammlung hat auch schon beschlossen, dass alle Aasfallstrassen bei Neubau oder Umbau Radwege erhalten müssen. Wir sehen also, dass, abgesehen von der Selbsthilfe der deutschen Radfahrer, die Behörden die Notwendigkeit der Radfahrwege nicht bloss anerkennen, sondern daraus mit der Tat die Konsequenzen ziehen. Wir möchten dasselbe für die Schweiz wünschen, wo die Radfahrer nicht erst eine «Sparkasse für Radfahrwege> anzulegen brauchen, sondern diese Sparkasse seit vier Jahrzehnten durch die viele Millionen betragende Fahrradsteuer bereits angelegt haben. Nur hat diese Sparkasse der Fiskus konfisziert. indem der Ertrag im Beutel der Allgemeinheit verschwand, während damit ein vollständiges Netz von Radfahrwegen neben sämtlichen schweizerischen Hauptstrassen hätte angelegt werden können. Dass heute in systematischer Weise endlich etwas geschieht, Hegt nicht bloss im Interesse der Radfahrer, sondern ist mindestens ebensosehr eine Angelegenheit des Automobilverkehrs. Was uns nottut, ist eine schweizerische Zentralstelle für Radfahrwege im Sinne einer Arbeitsgemeinschaft aller Verbände, wie sie in Deutschland und Oesterreich bereits besteht. Ob diese Arbeitsgemeinschaft von der Schweizerischen Verkehrsliga geschaffen wird oder ob der Schweizerische Automobilstrassenverein sich mit der Sache befassen soll, darüber kann man geteilter Meinung sein. Die Hauptsache ist, dass etwas geschieht — und zwar bald. © Eine neue Autostrasse im Toggenburg? Das Problem, über den Kräzerenpass von Ness-lau—Neu St. Johann nach Urnäsch eine Autostrasse zu bauen, um damit die Durchgangsverbindung Obertoggenburg-Appenzell- St Gallen-Bodensee zu verwirklichen, ist alt. Es wird indes aUtäglieh älter und hat in einer kürzlich angehörten Aussprache ganz den Anschein erweckt, als ob diese Strasse und ihre Erbauung in noch sehr weiter Ferne liege. Indes weiss jeder Obertoggenburger, dass die Verwirklichung dieses Problems eine der grössten Notwendigkeiten schon in verkehrspolitischer Hinsicht für das Toggenburg bedeutet. Nun sind ja Bestrebungen im Gange, eine Säntisbahn zu errichten. Da die jetzige Säntisbahn A.-G., die die Konzession zum Bau einer Bahn bis zum Säntis bereits besitzt und dem Plane des Projekt Peter zugrunde legt, wonach die Bahn vollständig auf die innerrhodische Schwenditalseite käme, die ihr gestellten Termine nicht einhalten kann (der erste ist am 1. Juli 1930 fällig), so gelangte sie an den Bundesrat um Fristverlängerung. Der Toggenburgische Verkehrsverband, die Gemeinden und Bezirksämter der Bezirke, sowie auch ausserrhodlsche Kreise haben nun gegen eine Fristverlängerung Einsprache erhoben. Werden also bis 1. Juli die gestellten Forderungen nicht befriedigt, so fällt die Konzession dahin und die übrigen Säntisbahnprojekte, zwei Schwägalpprojekte von Ingenieur Sommer und Dr. Meyer können mit in Konkurrenz treten. Und damit wird auch bereits mit ziemlicher Sicherheit eines der Schwägalpprojekte verwirklicht, da die Interessengemeinschaft für ein solches Projekt bedeutend grösser ist als die des Schwenditalpröjektes. Zudem kommt ein Schwägalpprojekt auch um etwa die Hälfte billiger zu stehen. Trifft nun unsere Voraussetzung der Verwirklichung eines Schwägalpprojektes zu, was ziemlich sicher feststehen dürfte, so löst sich damit auch automatisch die Frage der Kräzeren-Verkehrsstrasse, da selbstverständlich bis zur Schwägalp Strassen gebaut werden müssen, die durch Autos und Autobusse befahren werden können. Daher rückt das Problem dieser notwendigen Strasse unzweifelhaft in den Vordergund. Diese Strassenverbindung würde eine kleine Abweichung der bisher vorgesehenen Kräzerenstrasse bedeuten. Heute kann man mit dem Auto bis Ennetbühl-Rietbad-Säge fahren. Der fahrbare Spazierweg endet bei Schiltmoos und von hier führt über den Kräzerenpass (ca. 1200 m) bis zum bewohnten Kräzerli nur ein AUTOMOBIL-REVUE toan vrn ±a einfacher Fussweg. Die Fortsetzung bis Steinfluh ist wieder ein Spazierweg und von hier aus ist Urnäsch zu erreichen. Wird keine Säntisbahn von der Schwägalp aus erbaut, so wird der gezeichnete Weg beim Strassenbau zur Hauptsache eingehalten. Anders verhält es sich nun bei dem wahrscheinlichen Bau eines der Schwägalpprojekte. Die Autostrasse würde in diesem Falle eine Abweichung erfahren. Heute läuft von Rietbad ein Spazierweg bis Dunkelboden, dem ein Fussweg zur Schwägalp (über 1300 m) bis zum Weisserlen-Wald folgt, wo sich ein Spazierweg nach Steinfluh-Urnäsch anschliesst. Bei Verwirklichung eines Schwägalpprojektes würde die Strasse höchstwahrscheinlich auf dieser letztgenannten Strecke erbaut. Jedenfalls wird mit der ganzen Säntisbahnfrage dieses Autostrassenproblem äusserst aktuell. f.fo. Unser Hilfsdienst für Familie Müller. Es sind nachträglich noch eine Anzahl Beiträge für Familie Müller eingelangt, die wir bereits dem Amtsvormund, Herrn Wyss in Solothurn, übermittelten. Die nachfolgenden Beiträge werden auch an dieser Stelle namens der Familie Müller herzlichst verdankt. Mit insgesamt Fr. 14,370.30 hat dieses Hilfsdienstwerk unseres Blattes damit seinen Abschluss gefunden; nochmals all den zahlreichen Spendern ein herzliches «Vergelt's Gott! >. Die Redaktion der «Automobil-Revue >. Vortrag Fr. 14,196.30 Ungenannt > 2. Oskar Anderweit, Bukarest 1. 10. A. J. Stiefel, Züiich » 50. Hs. Schaefle, Schaff hausen 1 5 . Herrn. Reiff, Zürich > 50. Dr. Hartenstein, Dornach •> 5.— Frau Schönenberger, Oerlikon > 10.— M. Steiger & Co., Bern > 20. Unbekannt > 10. Dr. H. Heusser, Basel > 10.— Billian, Zürich » 2 Die Sonne bringt es an den Tag... Unerwartete Entdeckung eines Strolchenfahrers. Wie die Zürcher Kantonspolizei mitteilt, verhaftete sie kürzlich einen Ausläufer, der beträchtlicher Unterschlagungen zum Schaden seines Arbeitgebers beschuldigt wird. Die durchgeführten Erhebungen ergaben nun, dass sich der Bursche im Laufe der letzten Jahre einer Reihe von Autodiebstählen schuldig machte, wobei er in der Stadt parkierte Wagen oder dann den Wagen seines Arbeitgebers entwendete, um in Begleitung eines Maurers, der nun auch hinter Schloss and Riegel sitzt, Strolchenfahrten auszuführen. Anlässlich einer solchen ungesetzlichen Fahrt, für welche ein vor einem Hotel im ersten Stadtkreis stehendes Automobil entwendet wurde, machte sich der Gauner eines ganz gemeinen Vergehens schuldig, indem er mit dem schlecht beleuchteten Wagen auf der Industriestrasse gegen Schlieren einen korrekt rechtsgehenden Fussgänger überfuhr und einfach liegen Hess. Der Passant ist dabei tödlich verunglückt. Es erinnern sich vielleicht einzelne noch an die im Anschluss an dieses sehr bedauerliche Unglück erschienenen Pressemeldungen, wo es von Schmähungen gegen «gewissenlose Zürich Bern Luzern ..... TJri Schwyz • •. « Obwalden .. Nidwaiden .. Glafus Zug Frfeibnrg .... Solothurn .. Basel-Stadt . Baselländ ... Schaffhausen App. A.-Rh. App. I.-Bh.. St. Gallen... Graubünden Aärgau ..... Thurgau .... Tessin ...... Waadt ..... Wallis Neuenbutg *. Genf ....... Verschiedene Beiträge 399,557.60 275,943.35 120,069.20 193,625.15 4,536.70 665.15 13,382.— 266,161.80 276,897.— 18,850.25 92,920.— 11,019.70 850.— 126,625.95 277,878.80 477,899.85 34,513.20 31,132.40 260,041.65 457,430.65 105,076.75 Fr. 14,370.30 * Dufchgangstaxen inbegriffen. f Taxen für Pferdefuhrwerke inbegriffen. 1 ) Ohne Anteile aus de? Ausgleichssu&nie. Die obenstehende Tabelle der «Einnahmen deT Kanton« für ihr Strassenwesen> und die Tabelle auf Seite 5 über «Aufwendungen der Kantone für ihr Strassen wesen> veranschaulichen die uneleichmässige Verteilung der Belastung bei den grossen 3,680,771.40 2,699,881.80 835,866.15 343,404.30* 156,332.30 108,317.25* 87,125.45* 130,387.40* 109,691.— 359,834.75 711,046.75 709,961.60 357,533.05 167,801.75 97,643.20 15,933.25 1,109,928.95 429,567.85* 1,200,493.70 872,064.40 736,455.30t 1,433,979.10 385,427.50* 461,531.70 1,427,112.25 Wohin an Pfingsten? An Pfingsten offene Alpenstrassen. Ausnahmsweise ist dies Jahr sogar schon der Klausenpass vom Pfinstsonntag an für den Automobilverkehr geöffnet, was ganz besonders hervorgehoben sei, denn in früheren Jahren war er wohl von der Urnerseite bis zum Hotel Klausenpasshöhe fahrbar, nicht aber durchgehend. Damit ist nun gerade für die Pfingsttage die Möglichkeit gegeben, eine recht hübsche Rundfahrt sich mit Einbezug des Klausen zusammenzustellen. Von den übrigen Alpenpässen seien folgende als offen erwähnt: Der Ofenpass. als Verbindung zwischen Zernez und dem Münstertal, dann Julier und Maloja als zusammengehörige Nordsüdverbindung vom Rheintal zu den Oberitalienischen Seen. In der Innerschweiz ist der Brünig selbstverständlich schon lange geöffnet und als Uebergänge aus dem Berneroberland ins Freiburuische und Waadtländer Gebiet kommen Jaunpass. Col des Mosses und Col de Pillon in Frage. Wichtig ist auch, dass schon seit 8 Tagen die Simplonstrasse dem Verkehr freigegeben worden ist, womit auch in den westlichen Schweizeralpen neben dem Col de la Forclaz noch ein wichtiger Strassenzug dem Nordsüdverkehr frühzeitig erschlossen wurde. Die Bergstrassen des Jura sind alle dem Automobilverkehr geöffnet. Lr. Automobilisten» etc. nur so hagelte. Nun wird aber wohl niemand im Ernste einen gemeinen Strolchenfahrer als «Automobilisten» im eigentlichen Sinne des Wortes qualifizieren wollen, so dass die Ergebnisse der vorerwähnten polizeilichen Untersuchung zeigen, wie sehr man damals der Automobilistengemeinde Unrecht tat. Vielleicht veranlasst dieser Fall den einen oder anderen meldungshungrigen Zeitungsmann, zukünftig bei ähnlichen Unfällen etwas vorsichtiger mit der Gilde der wirklichen Automobilisten umzugehen und mit voreilig gefassten Ansichten und Urteilen mehr zurückzuhalten. z. Eine interessante Verkehrskombination. Für die kürzlich eröffnete Postautolinie von Frauenfeld nach Diessenbofen hat die Postverwaltung eine recht originelle Neuerung veranlasst, welche die Frequenz dieser Route entsprechend steigern dürfte. Es werden nämlich Rundreisebillette abgegeben, welche, neben der Hin- und Rückfahrt im Postauto, eine Fahrt auf dem See mit dem Dampfschiff einschliessen. Der Fahrplan ist so getroffen, dass es in Diessenhofen oder Steckborn, den beiden Dampferstationen, zu einem mehrstündigen Aufenthalt reicht. Die Post ist zu dieser Initiative nur zu beglückwünschen und ist zu erwarten, dass der Reiseverkehr auch andernorts durch derartige Rejsefrombrnationen und -erleichterungen belebt wird. z. Das Solothurner Strassenbauprogramm Nun hat der Solothurner Kantonsrat trotz aller Opposition das zweite Strassenbauprogramm genehmigt, das den Ausbau von 129 Kilometern Kantonsstrassen für die Jahre 1930 bis 1939 vorsieht, nachdem das erste Programm (Ausbau von 102 Kilometern) bereits erledigt ist. Die Kosten des zweiten Programms belaufen sich auf 14 Millionen Franken, welche in den neun Jahren durch die Automobilgebähren und den Anteil des Kantons an dem Benzinzoll gedeckt werden. Der Ausbau der Passwangstrasse nimmt allein eine Million in Anspruch, eine zweite Million wird der Ausbau der stadtsolothurnischen Durchgangsstrassen erfordern. Diese Einnahmen der Kantone für die Strassen Kantone Total 2,881,569.75 400,000.— 1,202,507.40 18,528,092.15 V»B*I*GI** Total 4,040,329.— 2,975,825.15 955,935.35 503,404.30 349,957.45 112,853.95 87,790.60 130,387.40 123,073.— 625,996.55 986,943.75 728,811.85 450,453.05 178,821.45 97,643.20 16,783.25 1,236,554.90 1,107,446.65 1,678,393.55 906,577.60 1,225,018.35 1,694,020.75 510,504.25 461,631.70 1,427,112.25 Bundessnbventiönen 60,000.- 160,000.- Ncttoeinnahmen anl Verkehrgabgaben Benzinzolleinnahmen von 1925-1928 1 ) 2,726,436.85 3,104,767.66 533,532.65 40,119.70 154,720.70 57,630.40 31,142.10 195,708.65 235,014.40 672,184.40 607,264.40 1,090,064.55 620,668.05 189,571.80 471,146.50 40,143.60 1,113,942.65 564,777.95 1,173,738.20 715,685.50 635,360.85 2,116,136.65 569,489.— 452,635.70 1,645,536.05 22,613,169.30 19,757,407.95 Gesamttotal 6,766,765.85 6,080,592.80 1,489,468.— 543,524.— 504,678.15 170,484.35 118,932.70 326,096.05 358,087.40 1,298,180.95 1,594,208.15 1,818,866.40 1,071,121.10 368,393.25 568,789.70 56,926.86 2,350,497.55 1,672,224.60 2,852,131.75 1,622,263.10 1,860,379.20 3,810,156.40 1,079,993.25 914,167.40 3,072,648.30 42,369,577.25 und den kleinen Kantonen. Speziell auch die finanziellen Strassensorgen der Bergkantone lassen sich durch den Vergleich der Tabellen ermessen. Im übrigen verweisen wir auf den Leitartikel in Nr. 48.

49 - 1930 AUTOMOBTL-REVUE Sportnachrichten Ein Kilometer Lance im Tessin. In Nr. 46 berichteten wir von einem Projekt der N.S.K., das Bergrennen Kriens- Eigental, das bekanntlich dieses Jahr ausfällt, durch ein Rennen im Tessin zu ersetzen, um so dem nationalen Sportkalender vier Rennen zu erhalten, die nach dem Reglement für die Austragung der schweizerischen Automobilmeisterschaft vorgesehen sind. Nun ist erfreulicherweise die Sache viel früher perfekt geworden, als man hoffen durfte. Die Leiter der Tessiner Sektion des A. C. S. haben beschlossen, dieses Jahr einen Kilometer Lance auf der bekannten idealen Rennstrecke Giubiasco-Gadenazzo austragen zu lassen, wo in den letzten Jahren die Schweizer Rekorde für den Kilometer mit fliegendem Start aufgestellt worden sind. Wie di© Redaktion vernimmt, hat die Tessiner Sektion dieses Jahr zum Zeichen der Trauer für ihren verstorbenen Präsidenten Hugo Molinari ursprünglich keinerlei sportliche Veranstaltungen geplant. Als dann aber der Ausfall des Rennens Kriens-Eigental und die daraus entstehenden Schwierigkeiten bekannt wurden, entschloss sich die Sektion Tessin auf Anregung des Präsidenten ihrer Sportkommission, Herrn Zwahlen, eine nationale Veranstaltung zu übernehmen, für die übrigens zwei Tage in Aussicht genommen werden. Das Datum ist auf den 13. und 14. September festgesetzt worden. »Dieser mutige und ehrenvoll© Entschluss 'der Sektion Tessin des A. C. S. wird weitherum in der Schweiz beifällig aufgenommen werden. Nachdem der Kilometer Arrete in Genf so sehr unter der Witterung und unter andern Umständen litt, tritt das Rennen in der tessinischen Ebene in die Lück© und bereichert den nationalen Sportkalender um eine interessante Veranstaltung. Klausen 1930. Ein neuer Prämien-Modus. Das am 29. Mai in Zürich zusammengetretene Organisationskomitee konnte den normalen Verlauf der bis anhin unternommenen Organisationsarbeiten konstatieren. Das in deutscher und französischer Sprache erschienene Reglement ist in einer Auflage von zirka 4000 Exemplaren an die Automobil- und Motorrad-Clubs, die interessierte Industrie, an die Fach- und Tagespresse, die Automobilund Motorradhändler des Kontinents etc. z-um Versand gelangt und dürfte besonders durch die ausgesetzten hohen Barpreise berechtigtes Interesse erwecken. Es handelt sich hier um das erste in der Schweiz ausgetragene Automobil- und Motorradrennen, bei dem mit Ausnahme der Tourenwagen den Fahrern nur Geldpreise, und zwar in sehr respektabler Höhe winken. Barpreise als Klassenpreise, — zweifellos eine Neuerung, die sich in sehr befriedigender Weise auf die Beschickung des Rennens auswirken dürfte. Dazu kommt noch, dass die ausgesetzten Speziaipreise stark vermehrt worden sind. Nicht nur den allerbesten Fahrern winken nun stattliche Barpreise, sondern auch die Zweit- und Drittbesten werden noch besondere Preise in Empnehmen können. Neuerung ist ferner in der Weise vorgesehen, dass für besonders gute Leistungen aller Klassen zu den üblichen Klassenpreisen noch Zeitprämien (ebenfalls in bar) kommen, die wiederum in sehr ansehnlicher Höhe gehalten sind. Damit beschreitet das Klausenrennen vollständig neue Wege. Der neue Modus dürfte dem Grossen Bergpreis der Schweiz nicht nur eine stattliche Teilnehmerliste sichern, sondern speziell die Zeitprämien werden die einzelnen Fahrer auch zu besonders guten Leistungen anspornen. Alle diese Preise repräsentieren den stattlichen Wert von über Fr. 45,000. Die Vorarbeiten für das Plakat sind derart gefördert, dass dasselbe in Bälde zum Versand gelangen wird, ebenfalls der vorgesehene bildgeschmückte Faltprospekt, der in einer Auflage von 10,000 Exemplaren an alle Inhaber der internationalen Rennlizenz der europäischen Automobil- und Motorrad-Clubs gelangen soll. s. Strassenbauprogramm Solothurn. (Schluss.) waren bisher Gemeindestrassen und wurden deshalb nicht vom Staate ausgebaut, nach dem neuen Abkommen übernimmt nun der Kanton den Ausbau dieser Durchgangsstrassen, worauf diese an den Staat übergehen. Das Vorgehen des Kantons Solothurn mag man sich in Bern merken, wo man bekanntlich jede Subvention an den dringend nötigen Ausbau der Strasse Reichenbach-Kiental verweigert, weil diese eine Gemeindestrasse sei! Hoffen wir, dass auch hier sich die Erkenntnis durchsetze, dass eine wichtige Durchg^gsstrasse (die zudem noch von einer Autdpost befahren werden soll !) auch vom Staat übernommen und unterhalten werden sollte. In Solothurn hat man eingesehen, dass dies nur recht und billig ist. -f. Stuck am Rennen von Les Rangiere. Dem Rennen von Les Rangiers wohnte der berühmte deutsche Rennfahrer Stuck bei. Er erklärte, das nächst© Mal am Rennen ebenfalls teilzunehmen. mb. Rennen !n Chianti. Das auf den 8. Juni vorgesehen© Rennen auf der Bahn von Chianti (Italien), das auch auf dem internationalen Sportkalender eingetragen war, ist abgesagt worden. -o- Die 10 000-km-Fahrt verschoben! Bekanntlich hatten sich sowohl im Osten Europas wie in Deutschland Stimmen gegen diese Fahrt des A. V. D. erhoben, die sagten, dass die ganze Veranstaltung undurchführbar sei. Obwohl diese Befürchtungen durchaus übertrieben waren, so haben doch die Ereignisse anderseits auch dem Optimismus der Sportkommission des A. V. D. nicht Recht gegeben und diese hat sich nun genötigt gesehen, die Fahrt auf nächstes Jahr zu verschieben. Im Frühjahr 1931 soll die 10,000 km- Fahrt als internationale Veranstaltung durchgeführt werden und zwar wird beabsichtigt, sie für den 22. Mai bis 4. Juni im internationalen Sportkalender anzumelden. Die Gründe, die zu diesem Beschluss führten, der gewiss nicht leichten Herzens gefasst wurde, liegen vor allem in der Haltung der Autoindustrie, welche sich für die Fahrt aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu interessieren vermochte. Die Folge davon war, dass die Meldungen nur in ganz ungenügender Zahl eingingen. Die Vorarbeiten sind deswegen nicht verloren, sondern der A. V. D. hat im Gegenteil nun noch Zeit genug, um dafür eine grosse internationale Veranstaltung für das nächste Jahr vorzubereiten, an der schon wegen der ausländischen Konkurrenz auch die deutsche Industrie wird teilnehmen müssen. -o- Rallye Shell. Man teilt uns mit, dass die Klasse unter 1500 ccm dagegen Clerici auf Salmson. Anmeldefrist für das Rallye Shell bis zum Den Regelmässigkeitswettbewerb gewannen Maffeis 8. Juni verlängert wurde. Anmeldungen aus auf Fiat und Carlo Pesenti auf Alfa Romeo, -oder Schweiz sind zu richten an die Nationale Der Grosse Preis von Lyon. Am 15. Juni -wird Sportkommission, Rue du Mont-Blanc, 16 diese interessante sportliche Veranstaltung auf der Genf. Wir vernehmen über diesen Entschluss Rundstrecke von Quincieux bei Lyon abgehalten. noch folgend© Einzelheiten: Der A. C. von Auch aus der Schweiz, besonders aus dem nahen Belgien erhielt besonders von Verbänden der Genf, wird auch dieses Jahr wieder ein reger Besuch einsetzen, 6teht dieses Rennen doch auf dem Schweiz und Italien die Nachricht, dass infolge der durch die Uebersetzung der Regle- gehen zahlreich ein. Bis jetzt haben sich internationalen Sportkalender. Die Meldungen eintragen ment© verursachten Verzögerungen das Publikum erst spät auf diese Tourenfahrt, die bekanntlich zuerst an die Riviera und dann nach Lüttich führt, aufmerksam gemacht werden konnte. Dieser Tatsache Rechnung tragend, ist die Frist um acht Tage verschoben worden. Die Einschre,ibe-Bedingungen sind die gleichen geblieben: Di© Nenngebühr beträgt 2000 belgische Franken per Wagen. In dieser Summe ist das für die Fahrt nötige Shell-Benzin und -Oel, sowie Nachtessen, Zimmer und Frühstück für zwei Personen während der ganzen Fahrtdauer inbegriffen. -o- Eine Bergprüfungsfalirt bei Bergamo. Am Auffahrtstag fand in der N'ähe von Bergamo eine Bergprüfungsfahrt um die Coppa della Presolana statt, die von einer Regelmässigieitsprüfung gefolgt war. An dem Rennen nahmen nicht weniger als 166 Wagen teil, während etwa 250 andere Automobile die Zuschauer an Ort und Stelle brachten. Bei der Bergfahrt wurde in der Klasse über 1500 com Gerardi Aureliano, auf Alfa Romeo, Erster, in der Ein neuermumph des GUM-DIPPED-REIFENS Im klassischen SOO-MEILEH-REMNEH VON INDIANAPOLIS siegt Billy Arnold auf Miller-Hartz (Vorderachsantrieb) mit einem Stundenmittel von 167.260 km auf FIRESTONE Gum-Dipped-Reifen Von 38 Konkurrenten beendigten nur 4 das schwere Rennen, wobei alle auf Firestone, was dem Gum-Dipped-Reifen ein glänzendes Zeugnis für seine Sicherheit und Dauerhaftigkeit ausstellt. Verlangen Sie künftig nur die Reifen der Sieger! sport im 1B Bild Oben: Gräfin Lesguern auf Sima Standard gewann den Grossen Damenpreis von Montlhery. Unten: Zanelli gewann den 3. Grossen Bugatti- Preis. lassen: Hans Simons (D.K.W.), Goupülat (Bugatti 1500), Avon (Bugatti 1500), Ilaret (Salmson 1100), Eddoura (Bugatti 2000), Scaron (Amilcar 1100), Lobre usw. Es werden noch, weitere Meldungen erwartet. -£. S«hw«BfiaEe*>:s«l*4Bs Auch die Bundesbahnen kümmern sich um die Strassenbahngesetzgebung. Die Sicherung des Reise- und Güterverkehrs hat die Bundesbahnen immer und immer wieder in Konflikt mit dem Auto gebracht, da eben der Strassenverkehr infolge besonderer Vorteile den Bahnverkehr konkurrenziert. Da nun die finanziell© Lage der schweizerischen Bahnen eben kein© rosige ist, wurde die Automobilkonkurrenz von allen Seiten unter die Lupe genommen. Das Automobil hat natürlich kein© Transportpflicht, wie sie die Bahnen im Sinne ihrer Konzession zu erfüllen haben, hingegen ist die Entwicklung desselben durch Verkehrvorschriften und Steuermassnahmen wahrlich genügend zurückgebunden worden. Nun stellte die nationalrätliche Kommission, di© mit den Bundesbahnfragen betraut ist, ein Postulat mit folgendem Wortlaut auf: «Der Bundesrat wird mit Rücksicht auf die allgemeinen und finanziellen Interessen der schweizerischen Bahnen eingeladen, der Bundesversammlung mit möglichster Beschleunigung den Entwurf für ein eidgenössisches Strassenverkehrsgesetz zu unterbreiten, in dem neben dem allgemeinen Strassenverkehr, insbesondere die Arbeitsverhältnisse des Automobilpersonals geordnet werden. Der Bundesrat wird ferner ersucht, die Trage zu prüfen, ab nicht die Transportpflicht der Eisenbahnen eine gewisse Einschränkung erfahren könnte.» Es liegt den Bahnen wohl weniger daran, eine beförderliche und allen Strassenbenützern gerecht werdende Verkehrsgesetzgebung zu erreichen, als auf jeden Fall dem Automobil durch weitere Vorschriften wie Transportzwang, verschärfte Haftbestimmungen, ungünstigere Arbeitsverhältnisse usw. neue Hindernisse in die Fahrbahn zu schmeissen. lt. Strasse Brunnen-Gersau offen. Der Kurverein Gersau bittet uns, darauf hinzuweisen, dass die Strasse Gersau-Brunnen über Pfingsten selbstverständlich für den Automobilverkehr geöffnet sei. Dies zur Richtigstellung einer Notiz oder Angabe, die verschiedentlich veröffentlicht wurde. Die Automobilfähre Gersau-Beckenried wird an Pfingsten eröffnet. Die neue Autofähre, die dem Strassenverkehr und dem Tourismus am Vierwaldstättersee eine weitere und bequeme Route erschliesst, wird nun an Pfingsten definitiv eröffnet. Vorerst ist ein 25-Minuten-Fahrplan eingerichtet. Eine Eingabe gegen die Autostrasse Bern-Thun. Dem bernischen Regierungsrat wurde, wie die Tagespresse meldet, vergangenen Samstag eine von rund 8000 Personen unterzeichnete Eingabe durch den Geschäftsausschuss eines Aktionskomitees zum Schütze der Aare-TJferlandschaft Bern-Thun übergeben. Die Eingabe vei langt, der Regierungsrat möge das Expropriationsrecht für die Autostrasse nicht erteilen. Ueber die Begründung der Eingabe sind bis anbin keine Mitteilungen, gemacht worden.