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E_1930_Zeitung_Nr.050

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Atisgabe: Deutsche Schweiz BERN, Dienstag, 10. Juni 1930 Ntrmmer 20 Cts. 26. Jährgang. — N° 50 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: HMbJthrHeh Fr. 5.-, Jährlich Fr. 10.-. Im Ausland unter PortoMetdag, sofern nicht postamtlich bestellt. Zusehlag für postamtliche Bstteüung 30 Rappen. Postcheck-Rechnung III/414. Zollpolitik und Auto Die Zoßmaaem erhöhen sich beständig. Sie beklemmen in zunehmendem Masse den Atem der freien Wirtschaft. Sie türmen "Hindernisse auf, die der freien Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens nicht förderlich sein können. Ob sie, wenn einmal überhaupt nicht mehr erldfmmbar, die Vernunft niederreisst, oder die Kanonen sie in Breschen schlagen werden, die Zukunft wird es lehren. Auch wir sind nicht ohne weiteres Fürsprecher der freien Wirtschaft. Wir begreifen, dass eine gewisse ZoMschutzpolitik am Platze fet, ganz speziell für unsere kleine Schweiz. Täten wir Tür und Tore auf, so lägen bald Landwirtschaft und gewisse Industrien darnieder. Dagegen wird die von den meisten Ländern eingeschlagene HochschutzzoMpoditik für uns ausserordentüch gefährlich. Unser nationales Vermögen besteht in der Arbeit Die Produkte dieser Arbeit müssen zum grossen Teil exportiert werden können, sofern wir leben wollen. Das Absatzgebiet für unsere landwirtschaftlichen wie auch industriellen Produkte ist viel zu Mein. In dem Masse, da unsere Erzeugnisse den Weg ins Ausland finden, sind Landwirtschaft und Industrie in der Lage, auch den Inlandsmarkt zu decken. Im Interesse unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit liegt es deshalb, möglichst viele Absatzgebiete uns sicherzustellen. Die durch den Krieg bedingte Verarmung vieler Völker, die Valntamiisere, ferner die zunehmende Umwandlung früher rein agrikoler Länder erschwert den Daseinskampf unserer Industrie. Nur mit grosser Mühe, mit viel Energie und mit Qualitätsprodukten, an die die ausländischen Erzeugnisse nun einmal nicht heranreichen können, ist es uns gelungen, bis heute auch die höchsten ZoUhnauern zu besiegen. u • ^^^^^^^^I^Ü^^^^^^H^J Die blaue Wand Von Richard Washbarn Chttd. Autorisierte Uebersetzung aus dem Amerikanischen von Lise Landau. (Engelborns Romanbibliothek.) (7. Fortsetzung) ZWEITER TEIL. wScheik von Baalbek», der Schachautomat! J-nliana. Es gibt Männer, die sich nicht verlieben. Nach der Art, wie ich mich von Anfang an •für diese Dinge interessierte, durfte ich schliessen, dass ich zu jenen Leuten gehörte. Es war mir nie zweifelhaft erschienen, dass ein Mann, mit gröberen Instinkten dazu neigt, diese oder jene Frau zu lieben, die ein glücklicher oder unglücklicher Zufall ihm gerade in den Weg führt Aber in unserer Familie gab es eine feststehende Tradition. Ich war von allen, die in meiner Jugend um mich waren, daraufhin erzogen worden, die Ehe nicht sowohl als das Ergebnis freieT Neigung, sondern vielmehr als das Resultat einer sorgsamen, wohlüberlegten Wahl zu betrachten. Ich hatte gelernt — weniger durch klugen Rat als durch eine Anhäufung von Eindrücken, die ich im Elternhause und im Laufe meiner Entwicklungsjahre gewonnen—, dass man zuerst das Erbteil an Charaktereigenschaften, Vermögen und sozialer Stellung einer Frau in Betracht zieht, ehe man sich in sie verliebt. Man nenne das nicht niedrige Berechnung. Es ist gebotene Vorsicht. Und diesem Prin- EneMnt Jeden Di#a»ta| «nd Fnttafl Monatlich „CWW ttoto« REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Dann kam die böse Kunde aus den Vereinigten Staaten, dass die verantwortlichen Behörden ebenfalls zur HochschutzzoUpoHtik übergegangen sind. Der Schlag musste treffen. Er traf hart, ganz besonders unsere Stickerei- und Uhrenindustrie. In beiden Gebieten kriselt es ganz bedenklich. Der Bund sieht sich zu neuen eigentlichen Notstandsmassnahmen gedrängt. In Amerika droht ttns ein wichtiges Absatzgebiet verloren zu gehen. Die verschiedenen Proteste der kleinen Schweiz mussten überm Wasser verhallen. Sogar unser schweizerischer Gesandter in den Vereinigten Staaten drohte in Ungnade zu fallen. Was nützt es, wenn der kleine David die Faust ballt gegenüber dem Riesen Goliath, der mit einem Steinwurfe nicht zu erreichen ist? Wirtschaftliche Massnahmen, wirtschaftlicher Boykott gegenüber den Vereinigten Staaten sind für uns ausgeschlossen, trotzdem gerade die kleine Schweiz für die Automobiltadustrie zu einem wichtigen Absatzgebiete geworden ist Nun leuchtet ein Hoffnungsstrahl auf. Der Draht meldet, dass die amerikanische Autoindustrie, die zweitgrösste Industrie des Landes, an den amerikanischen Kongress ein energisches ProtestsohreSben gegen die neuen amerikanischen Zolltarife gerichtet habe. Darin wird erklärt, dass diese den amerikanischen Export so gut wie gänzlich lahmlege und Tausende von Arbeitern auf die Strasse setzte. Alle grossen Automobilfabrikanten, darunter auch Henry Ford und viele andere mehr, sollen das Protestschreiben unterzeichnet haben. Vielleicht wirkt dieser Schritt. Wenn die Amerikaner infolge der Tatsache, dass sie sich heute als Bankier der Welt aufspielen können, nicht mehr gezwungen sind, auf die Europäer zu horchen, so dürfte vielleicht die Opposition der eigenen Lamidsleute sie doch zur Besinnung rufen. Hoffen wir diesbezüglich das beste. Hoffen wir, dass es dem Einfluss der Automobilfabrikanten gelingen möge, die neuen Zollmauern, die sich speziel für uns Schweizer bederakflich auswirken müssten, zu durchbrechen. Das Automobil kennt keine Zollschranken mehr. Es verbindet heute die entlegensten Länder, es verbindet sie zu einer grossen Interessengemeinschaft. Warum sollte es ihm nicht gelingen, auch in diesem Falle engstirnige Auffassungen zu beseitigen und die Menschheit auf neue Bahnen zu lenken? Wir in der Schweiz sehen der Wirkung dieses Protestschreibens mit grösstem Interesse entgegen zip folgte ich fast bis zu meinem dreissigsten Lebensjahre. Wenn der Beweis des Erfolges in der Tatsache liegt, dass ich bis dahin niemals mehr als ein vorübergehendes Interesse für ein weibliches Wesen empfunden, welches etwa hervorgerufen wird durch die weichen Linien entblösster Schultern oder durch den Zauber lebhaften Temperaments, so hat er mich jedenfalls erfolgreich vor dem Traualtar bewahrt. Und doch werden Sie sehen, wie ich schliesslich alle unsere Traditionen über den Haufen warf! Die Folge davon war ein höchst seltsamer Brautstand und ein Gewirr von geheimnisvollen Vorkomnissen, die niemand in unserer Umgebung auch nur vermuten würde. Sie Herr Doktor, haben ja den untrüglichen Beweis dafür, dass diese mein Glück ernsthaft bedrohen — und weiss Gott, zu welch grausigem Ende sie innerhalb meiner eigenen vier Wände gelangen mögen ! Das Unwetter heute nacht, mit dem Heulen des Windes und dem Rascheln welker Blätter, die der Sturm gegen die Fensterläden treibt, bildet einen seltsamen Gegensatz zu jenem hellen Frühlingstage, an dem ich sie, Julianna Colfax, zum ersten Male sah. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wer ihr Vater war, denn Sie haben sich wahrscheinlich oft genug neben ihm am Kaminfeuer des Clubs die Füsse gewärmt Er war ein Hüter des Rechts, und er war ebenso angegraut wie sein alter schottischer Jagdhund, der seit Mrs. Colfax' Tode sein ständiger Begleiter geworden war. Sein Wirken zum Besten all der unzähligen Männer und Frauen, denen er in einer mehr als zwanzigjährigen Amtszeit so getreulich zu ihrem Recht zu verhelfen suchte, hatte ihm in das und drücken die Erwartung aus, dass Amerika, bis dahin unser Freund und Gönner, nicht rücksichtslos seinen schweren Fuss auf den kleinen Schweizernacken setzen möge. D Rechtliche Betrachtungen zum Verkehrsunfall. Ans dem Vortrag von Dr. Meyer-Wild. Juristen, Versicherungsfachmänner tmd rom Tefl auch die Presseleute erfahren es fast täglich, wie hilflos und ungeschickt oft Automobilisten, •welche an einem Verkehrsunfall beteiligt sind, durch die erste Aufregung verwirrt werden und durch Unterlassungen aller Art ihre Position vielfach bedeutend erschweren. Es ist dies menschlich ja auch gut begreiflich, und glücklicherweise fehlt eben den meisten «die Praxis> der Verkehrsunfälle. Es war deshalb von der Sektion Zürich des T.C.S. sehr verdienstlich, ihren Rechtskonsulenten, Herr Dr. Meyer, bewogen zu haben, über das heikle Thema des Verkehrsunfalles in einem Vortrage zu. orientieren. Materie «nd Referent hätten einen gefüllten. Saal verdient, allein Zikafreuden and Sammerluft scheinen den Wissensdurst der Automobilisten ordentlich reduziert zu haben, so dass die wertvollen Ausführungen nur einem verhältnismässig kleinen Kreise zugute kamen. Aus der Fülle des Geboteiren, die decn Referenten auf Grund seiner vieljährigen Rechtspraxis zur Verfügung stand, können wir nur einige Hauptgedanken festhalten. Auch müssen wir davon absehen, im Bericht die im Laufe des Referates zahlreich eingeflochtenen Ratschläge Estenmässig festzulegen, da sich dieselben immer auf konkrete Fälle beziehen und sich nicht echemaösch für jedes Unfallereignis anwenden lassen. Die rechtliche Ahndung von Sachbeschädigung und Körperverletzung ist in den einzelnen Kantonen grundverschieden. Im Kanton Zürich wird die Sachbeschädigung nur dann strafrechtlich geahndet, wenn vorsätzliche Absicht nachgewiesen werden kann. In anderen Kantonen dagegen genügt dazu bereits grobe Fahrlässigkeit Auf Zürcher Gebiet wird dagegen das Delikt de* Körperverletzung von Amtes wegen verfolgt, also auch ohne Anzeige nnd sogar gegen den "Willen des Verunfallten. Man mues also darnach trachten, auch beim geringsten Verkehrsunfall mit Körperverletzung sich Beweise und Tatsachenmaterial zu sichern, damit der Automobilist gewappnet ist, wenn die Angelegenheit trotz eventuell gegenseitiger gütlicher Abmachung noch nachträglich eine Austragung vor Gericht erfährt. Die rechtlichen Folgen eines Verkehrsunfalles richten sich nach decn Tatbestand. Tatsächlich wird aber vom Gericht nach dem rekonstruierten Bestand geurteilt, so dass man nicht sorgfältig genug sein kann, um die Bestandesaufnahme und deren Rekonstruktion möglichst genau und vollständig zu erhalten. Wichtige Hilfsmittel dazu sind Aufnahme der tatsächlichen Verhältnisse unter Anfertigung von Skizzen und photographisohen Aufnahmen. Feststellung von Massen und Distanzen etc.. Einvernahme von Täter und Zeugen, technisch« Expertise, glattrasierte Gesicht tiefe, traurige, aber milde und, gütige Furchen gegraben. Jedermann mochte ihn gern, und wer ihn näher kannte, liebte Ihn. Hinter seiner äusseren Rauheit barg sich eine Welt von Empfindung und Zärtlichkeit Hatte er erst einmal seine kühle Zurückhaltung überwunden, so sprudelte er über von unversiegbarem, trockenem Humor, wie schäumender Wein, der an Kraft gewinnt, wenn er längere Zeit fest verkorkt bleibt Es war wiederholt — und besonders vom Richter Gaver vom Obersten Gerichtshof — behauptet worden, dass der alte Colfax nur deshalb immer noch das verhältnismässig bescheidene Amt eines Richters am Erbschaftsgericht bekleidete, weil er eine übertrieben genügsame Natur sei und daneben auch davon überzeugt war, dass er hier den Wirkungskreis gefunden hätte, in dem er seinen Mitmenschen am besten nützen konnte, ohne jede Aussicht auf persönliche Vorteile. Gross und hager, gebeugt und ergraut war er. Und jeden Tag ging er den gleichen Weg: vom Haus zum Gericht, von dort nach dem Klub, dann zu irgend einem Nachbar und wieder heim, in der Hand einen Stock aus Rebenholz von der Dicke eines Zaunpfahls. Das war ihr Vater. Am ersten Juni waren es gerade sieben Jahre — wir hatten einen Frühlingstag, an dem alle Singvögel der Umgegend sich in der Stadt ein Stelldichein gegeben hatten — da fuhr ich mit der Strassenbahn aus dem Geschäftsviertel herauf und sprang gerade vor dem weissen, schimmernden, neuen Gebäude des Erbschaftsgerichts ab. In meiner Mappe trug ich einen dicken Stoss Akten aus dem Prozess Welson contra Welson, den ich eben glücklich zu Ende geführt hatte. INSERTIONS-PREIS: Dfc> «chtgespultens 3 mm höh» &nndzeO« ode* deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen ans dem Ausland 00 Cti» Grössere Inserate nach Seitentarit. Inferatenschlnss 4 Tage vot Erscheinen der ifuiuuiefB Demonstration des Unfalls TOT Gericht, wemfaieB Augenschein durch die Gerichtel>ehörde. Es muss aber vor Augen, gehalten werden, dass später erfolgende Darstellungen und Rekonstruktionen immer gewisse Fehleniuellen aufweisen können and deshalb die unmittelbare Aufnahme am Tatort allein einwandfrei ist, sofern eie eben zurerlässi* und! vollständig erfolgt Der Automobilist eoH sich VOE allem sämtliche in Frage kommenden Zeogent notieren, auch wenn die nämlichen Notizen, vom den Polizei gemacht werden, da es •wohl möglich ist, dass in der Aufregung der eine oder andere Zeuao übersehen wird oder bis zum Eintreffen der PoEzej die Unglücksstelle verlässt Angefertigte Skizzen sollen wenn möglich von den Zeugen* unterzeichnet werden. Es sind 1 die äusseren! Umstände, "wie Fahl- «nd Bremsspuren des eigenen und der fremden Fahrzeuge festzustellen, und zwar auch mehrere Meter vor und nach der Kollision, Gehspuren von beteiligten Passanten zu fixieren. Besonders Brems- nnd Stoppspuren 'sind sorgfältig abzumessen, da diese vocn Gericht immer als Rückschlüsse, attf die innegehabte Geschwindigkeit verwendet werden. Der Standort der Fahrzeuge und der verletzten Personen unmittelbar nach dem Unfall, Zustand; des Fahrzeuges, Spuren am Auto und der Umgebm«: sind mit allen Details zu notieren. Bei photographiscbeB Aufnahmen ist darauf zu achten, dass die Oertüchkeit so aufgenommen wird, wie sie der Fahrzeuglenker gerade vor dem Unfall gesehen hat. Aufnahmen von einem ^beliebigen anderen Gesichtsfeld ans tragen weniger zur Abklärung bei. Oftmals Jegt man sich auch die Frag« war, ob es überhaupt notwendig sei, die Polizei «u alarmieren. Dies« Frage ist bei Unfällen mit grösserem Sachschaden and mit Personenverletzangen unbedingt zu bejahen. Die Erhebungen der Polizei, welche in Zürich beispielsweise von besonders routinierten und spezialisierten Beamten, die einem eigens für solche Zwecke geschaffenen Trwpo angehören, tragen wesentlich zur Abklärung bei und* sind imstande, manches für den Fahrer günstige Moment festzuhalten, das sonst in der Hitze des Gefechtes verloren gehen würde. Wenn die poözeiliche Einvernahme auf dem Unfallort ausgedehnt wird, so soll man da, wo es möglich ist, also ivorab in Ortschaften, Erstellung eines Protokolls, das der Befragte vor Unterzeichnung nochmals ruhig durchlesen kann, verlangen. Die Frage, ob Verletzte eofort abtransportiert oder bis zum Eintreffen der Polizeiorsane an Ort und Stelle zu belassen sind, soll stets zugunsten des Verletzten entschieden werden. Wenn baldige ärztliche Behandlung oder Einlieferung in Spital wünschenswert oder notwendig erscheint, soll keine Zeit mit dem Abtransport verloren werden. Es gibt genügend Möglichkeiten, um die Lage des Verletzten unmittelbar vor und nach der Kollision eonstwie zu markieren. Das nämliche gilt auch für die Beseitigung der Fahrzeuge, insbesondere wenn diese für den Transport von Verwundeten benötigt werden. Wenn die auf einer Unfallstelle vorzunehmenden Aktionen in eine bestimmte Reihenfolge katalogisiert werden sollen, dann wäre etwa eo vorzugehen: 1. Hilfe für die Verletzen, Benachrichtigung Hinter den grünen Flügeltüren neben der grossen Bank im Vestibül befand sich das Privatzimmer des Richters. Durch den halboffenen Spalt konnte ich wahrnehmen, dass die besondere Atmosphäre seines früheren Studierzimmers nicht in dem alten, schmutzigen Gerichtsgebände zurückgeblieben war, dessen Mörtel jetzt schon von der Spitzhacke abgetragen wurde, sondern dass sie mit der Person des Mannes in dieses elegantere Quartier ihren Einzug gehalten harte. In dem Privatzimmer des Richters war nämlich ein ganz besonderer Geruch von alten Gesetzesfolianten und Aktenmappen. Auf dem Boden standen zu Stössen aufgebaut die Dokumente und Aktenbehälter aus Eisenblech sowie Bücherstösse waren in die Ecken verteilt. Der schwarze Zylinderhut des Richters stand, die Innenseite nach oben gekehrt, an seinem gewohnten Platz, auf dem alten Nussbaumschreibtisch, den sein Besitzer pietätvoll mit hierhergenommen hatte. Wunderlich genug nahm er sich aus neben der eleganten Mahagonieinrichtung und neben dem neuen Teppich. «Herein!» rief der Richter, und dann machte er mit der einen seiner langen Hände eine Bewegung nach der entgegengesetzten Seite des Zimmers hin, wobei er meinen eigenen Namen und noch einen anderen nannte. Da war sie! Ich hatte sie nie zuvor gesehen. Da war sie! Ich dachte weder an ihre Herkunft, noch an ihr Vermögen oder an ihre gesellschaftliche Stellung. Da war sie, und im Hals fühlte ich etwas, das ich nie zuvor gefühlt hatte; ein heisser Blutstrom schoss mir ins Gesicht und ich atmete tief, tief auf. Fortsetzung siehe Autler-Feierabend.