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E_1930_Zeitung_Nr.050

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Landkarten für

Landkarten für Motorfahrer sollen rasche Orientierung und leichte Handhabung vereinen, sie sollen, nach rein motortouristischen Grundsätzen bearbeitet, bei leicht lesbarer Beschriftung das zu befahrende Strassennetz und dessen bedeutungsgemässe Abstufung und Kilometrierung deutlich hervortreten lassen, ferner einen Massstab aufweisen, der eine rasche Ueberslcht ermöglicht 0. R.Wagners Kartenwerke erfüllen diese Anforderungen in glänzender Weise Europa Touring Dem Ideal eines autotouristischen Orientierungsmittels kommt das fönffarbige, reliefartig bearbeitete, in 24 einzelne Blätter aufgeteilte, zum Preise von 12 Fr. erhältliche Kartenwerk v. 0. R. Wagners Strassenführer für Automobilfahrer CH Touring am nächsten. Dem Wunsch, zur Schonung dieses zum Entwerfen von Reiseplänen dienenden prächtigen Kartenbuches einen Sonderdruck in zusammenhängender Form zu besitzen, entspricht die Ausgabe einer Automobil-Karte Schweiz In dieser Karte findet der Fahrer alle touristisch wichtigen Merkmale der Landschaft vermerkt Der Massstab (1:350 000) gewährleistet grösste Uebersichtlichkeit, ohne die nötige Sicherheit in der Darstellung der Einzelheiten und die leichte Lesbarkeit der Beschriftung zu verletzen. Der Hauptvorzug besteht in der zweckmässigen Herausarbeitung der Hauptstrassenzüge, der Angabe der Kilometer von Ort zu Ort in Verbindung mit einer ßrosskilometrierung, die sofortige Orientierung über Richtung und Entfernung ermöglicht Eine sinnreiche Faltmethode lässt die Karte nach Gebrauch mit einer einzigen Handbewegung zusammenfalten, so dass sie bei Verwendung eines äusserst zähen Papiers eine lange Lebensdauer besitzt Preis Fr. &20. Automobil-Karte Schweiz in 2 Blättern Die gleiche Karte, in einem weitern Massstab, 1:250 000 (1 cm auf der Karte = 2£ km in der Natur), wird auch in zwei Blättern 'zum Preise von jo Fr. 3.20 erstellt Die Zweiteilung der Karte in Nord und Süd will die Benützung ohne die Unbequemlichkeiten des Weiterblätterns während längerer Fahrdauer ermöglichen« Der Schwarzwald Unter diesem Titel schuf O. R. Wagner vor drei Jahren defi ersten lirtwnaBo- nalen Automobilführer als faszinierendes Endprodukt systematischer Arbeit im Dienste autotouristischer Orientierung, ein Werk von Weltklasse, das unter der Offizialität des T. G. S. das Protektorat der über 2ü Millionen Automobilisten umfassenden Alliance Internationale de Tourisme in Bruxelles besitzt Der Preis dieses Buches, das in rascher Folge 7 Auflagen erlebte, beträgt nur 12 Fr. steHt ein bevorzugtet Ausflugsgebiet für Motorfahrer dar, für das die Schwarzwaldkarte von O. R. Wagner ein zuverlässiges Orientierungsmittel bildet. Sie enthält all« für den Touristenverkehr in Betracht kommenden Orte und Strassenzüge von Strassburg bis zum Bodensee, von Ölten—Zürich hinunter bis nach Mannheim. Die im Massstab 1 :250 000 erstellte Karte lässt sich bequem auch während dem Fahren ablesen. Preis Fr. 3.20. m Zentralkern gilt die auch für sieb. Automobil-Karte von Mittel-Europa Sie zeigt die grossen Dnrchgangsstrassen des AutomomlverrlJriirB auf dem europäischen Kontinent sowie die Verbindungsstrassen zwischen den Hauptorten nebst allen für die Strassenorientierung in Betracht kommenden Verkehrsplätzen. Ueber mustergültige Kilometrierung verfügend, lässt sie mit einem Blick die besten und kürzesten Verbindungen erkennen. Die Falzung ist äusserst bequem eingerichtet, durch zweckmässige Umlegung braucht nur derjenige Teil benützt zu werden, der für die jeweilige Strecke in Betracht kommt Preis auf Leinen Fr. 10.—, auf Papier Fr. 8.^ Einzelkarten der europäischen Länder Die weltwirtschaftliche Verflechtung der Gegenwart führt Öfter w» früher zu Reisen ins Ausland, in deren Dienst das Automobil als Verkehrsmitttd mn so mehr zur Geltung kommt, je mehr der europäische Touring-Verkehr an Umfang und Bedeutung zunimmt. Soweit diese Reisen nur in ein bestimmtes Nachbarland gehen, tritt auch das Bedürfnis nach einer Karte für dieses Land allein auf. Diesem Bedürfnis entsprechen, hiess autotouristisch bearbeitete Landkarten mit Länderführern aller europäischen Staaten herstellen. Das Zentralbureau Europa Touring hat unter Verwertung seiner Erfahrungen mit dem europäischen Reiseführer diese Bearbeitung unter Mitwirkung der massgebenden Verkehrsinstanzen der einzelnen Länder in monatelanger Arbeit durchgeführt, so dass wir in der Lage sind, auf den Beginn der Fahrsaison jedem Atitomobilbesitzer Europas ohne Rücksicht auf seinen Standort mit erstklassigem Kartenmaterial seineu Nachbarstaaten in» Massstab 1:1500000 zu dienen. Nr. 4 (Deutschland) TÜT.Vy T (Kauen) Nr. 8 (Frankreich) 1 A.C.S.H. __ Oeeterreioh/Üngam) Preis jeder Karte mit autotouristischem Führer, Stadtplänen und Auskünften hur Fr. 5.—L Bedienen Sie sich des Die Die untenstehenden Coupons. Er kostet bei Versand als Drucksache nur 6 Rappen Porto. Lieferung erfolgt In der Reihenfolge des Bestellungseinganges per Nachnahme. Karten können auch auf unseren Büros abgeholt werden. In Bern: Breitenrainstrasse 97 Zürich: Löwen st rasse 51 Genf: Rue Croix d'or 12 Einteilung der Automobil-Karte Schweiz in 2 Blättern. Abonnenten erhalten auf allen Preisen 20% Rabatt (Nur das liefern, was durch Ausfüllen dar Ex,»Zahl bezeichnet iat.) Senden Sie sofort per Nachnahmti Name». Ortt. BUCH ERZETTEL Ex. Karte der Schweif ltSSO.000 Ex. i, a „ ii*S0,000, Nord Ex. ri s * 11250,000, Süd Ex. Karte Zentral-Europa, Leinen Ex. „ „ Papier Ex. Karte für Kraftfahrer, Schwartwald Ex. Landesausgabe Nr. _„ Zum Abonnentenpreis Zum regulären Preis Waa nioht antrifft, iat gMtriohan ABTEILUNG TOURING-VERLAG .Varlaf, Adminiitration. Druck und Glichen©: HALL WAG A.-G. Hallersche Buchdruckerei und Waznersche VerlaxsanstaK Bern.

Bern, Dienstag 10. Juni 1930 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 50 MOrfloc^in^ konnte sich nicht beklagen, ebensowenig die Gefängnisverwaltung. Der Krieg kam und ging vorüber. Harry K. Thaws Unternehmungen belieferten das Heer. Und nachher, naoh dem Kriege, standen diese Unternehmungen weiter an der Spitze der amerikani- Der Millionär aus Pittsrrarg, Harry K. Thaw, traf in der Stadt ein. Die Leute standen Spalier. ET kam wie ein König. Mit einem Riesengefolge von Sekretären, Tippmädeln und Dienern. Nicht zu vergessen etwa ein Dutzend entzückender, bildschöner junger Damen. Harry K. Thaw kam geradewegs aus — Sing Sing. Zwanzig Jahre hatte er hinter den weltberühmten grauen Mauern New-Yorks zugebracht Und sah glänzend aus. So dass boshafte Zungen behaupteten, ein längerer Aufenthalt in Sing Sing wäre wirksamer als drei Operationen bei Professor Voronow. Harry K. Thaw empfing die Vertreter der Presse. Im vornehmsten Hotel bei einem königlichen Diner. Seine Ansprache begann er mit den Worten: «Wie ich höre, habt ihr hier einen miserablen Whisky! > Weswegen eich unter der Serviette jedes Gastes eine kleine Pulle echtesten schen Industrie. schottischen Whiskys vorfand. Kein Wunder also, wenn Harry K. Thaw in aller Munde war... Zwanzig Jahre war er da» allerdings auch — ohne Whisky. Damals erschien er am Dachgarten des noblen Madison Square Hotels, schritt suchend die Tische entlang, bis er seinen Mann fand. Dieser, «sein» Mann, war der bekannte und begehrte New-YorkeT Architekt Standford White. Die beiden Herren schüttelten sich freundlich die Hände, Harry K. Thaw hatte sein Vermögen verhundertfacht. Es gab daher auch des öfteren Festlichkeiten bei Harry K. Thaw. Mit Damen — selbstverständlich. In Sing Sing? Gott, der Mann war der beste Mieter — respektive Insasse — des Hauses, und da musste man schon ein Auge zudrücken! So gingen auch die zwanzig Jahre schnell vorüber. Als der berühmte Mörder entlassen wurde, erwarteten ihn Hundertausende jubelnd vor Sing Sing. Hinter den Mauern aber weinte eine Hundertschaft Gefängnisbeamter. dan zog Harry Thaw seinen Revolver aus der Kein Wunder also, wenn Harry K. Thaw in Tasche und sohoss Stanford White über den aller Munde war ... Haufen. Ohne sich weiter um diese Bagatelle zu kümmern, Hess sich Harry K. Thaw am nächsten Dieser Mann war in Hollywood eingetroffen. freien Tisch nieder und bestellte, wie alltäglich, sein Abendbrot. Er konnte es nicht zur Gänze verzehren. Einige Herren der Polizei ersuchten ihn ebenso höflich wie energisch — aufzustehen und mitzukommen. Ganz New-York war in hellster Empörung über diese Tat. Der Kopf des Mörders musste diesen Frevel sühnen. Aber obwohl man sonst nicht gerade sparsam umging mit dem elektrischen Strom in Sing Sing, diesmal machte man eine Ausnahme. Der Millionär Harry K. Thaw erhielt nur zwanzig Jahre schweren Kerkers ... Weshalb er eigentlich Stanford White erschoss? Aus Eifersucht Harry K. Thaw hatte die Unvorsichtigkeit begangen, eine um etliche Jahre jüngere Schauspielerin za heiraten, die schöne Evelyn Nesbit. Unvorsichtigkeit deshalb, weil er es vor der Ehe unterlassen hatte, über das Vorleben seiner Frau Erkundigungen einzuziehen. So erfuhr er erst nach der Ehe, das Stanford White seit einigen Jahren ihr intimster Freund waT. Stanford White hinwiederum war ein Mann, den eine Heirat oder Dollarmillionen nicht abschreckten, seiner geliebten Freundin treu zu bleiben. Also kam, was kommen musste. Er hätte da- Die blaue Wand Von Richard Washburn Child. Autorisierte Uebersetznag ans dem Amerikanischen von läse Landau. (Engelhorns Romanbibliothek.) (Fortsetzung aua dem Hauptblatt.} Sie werden Julianna ja wohl einmal zu sehen bekommen. Sie hat sich wenig verändert. Aber freilich, damals war sie zweiundzwanzig. Sie hatte eine Art, sich einfach zu kleiden, die das Ergebnis natürlichen Geschmacks und raffiniertester Kunst zugleich schien. Sie trug ein schwarzes, schmuckloses Kleid und dazu einen schwarzen Hut von anmutiger Form. Entschuldigen Sie, bitte, dass ich so ausführlich bin. Aber sie war wirklich so ganz anders wie die andern. Sie wirkte da wie ein Bild zwischen all den Büchern und Akten. Das, was einer Frau den stärksten Reiz verleiht, ist jene Vereinigung von Jugend, Reinheit, blühender Gesundheit und stiller Turückhaltung. Ein klarer Teint mit pfirsichzartem Flaum, der vorn am Halsausschnitt besonders zutage tritt, die langen Wimpern, unter denen der tiefe Blick sich halb scheu hervorwagt, die freie, stolze Haltung des zartrunden Kinns, die leise Wellenbewegung der atmenden Brust, die unbewusste Kraft eines jugendfrischen, anmutigen Körpers und ma.l-s schon schiessen können. Aber er war Amerikaner und wusste den Wert einer guten Reklame zu schätzen. Daher schoss er am Dachsarten des Madison Square Hotels. Kein Wunder also, wenn Harry K. Thaw in aller Munde war ... • Sing Sing ist ein düsterer Ort. Für Minderbemittelte. Für einen Millionär Hess es sich auch dort angenehm leben. Harry K. Thaw richtete eich die Zelle nach seinem Geschmack ein. Genau so verfuhr er mit dem «Menü>. Auch die «Strafarbeit> durfte er sich aussuchen: er verwaltete sein Vermögen. Und täglich gab er Börsenordres für Wallstreet auf, täglich erschien sein Generalmanager zum Geschäftsrapport, täglich lagen Zeitungen und Telegramme auf seinem Frühstückstisch. Später wurde ihm auch gestattet mal einen kleinen Spaziergang nach «aussen» zu machen. Der Mann Dort gab er der Presse den Galaempfang. Weshalb er nach der Fihnmetropole gekommen war, verriet er erst am Schluss seiner Rede. Er wollte eine Tonfilmgesellschaft gründen. Aber er will nur einen Tonfilm herstellen: «Den Roman seines Lebens.» Das ist die Geschichte von dem Mann, der einen Mord beging .. Sie ist wahr. Die geizigen Schotten Maopherson war eben in einer fremden Stadt angekommen und nahm sich ein Auto zum Hotel. Nach fünf Minuten Fahrt erreichte der Wagen den Gipfel eines steilen Hügels. Der Chauffeur zog. die Bremsen an, aber zu seinem Schrecken versagten sie den Dienst und der Wagen begann rückwärts den Berg hinabzurasen. «Hilfe!» schrie der Chauffeur. «Ich kann den Wagen nicht halten!» Im Nu war Macphersons Kopf aus dem Fen- der sanfte Ton einer Stimme, der zugleich Entschlossenheit und Bildung verrät, dabei der gänzliche Mangel an Gefallsucht — all dies zusammen sind gar seltene und herrliche Eigenschaften in einer Zeit, da die weiblichen Babies schon mit allen Künsten der erfahrenen Dame auf die Welt kommen. Aber schliesslich erwählen die besseren unter uns Männern sich wohl kaum eine jener modernen Jungfrauen, die in der Keckheit ihres Benehmens und ihrer Kleidung mit Vorliebe eine Abenteuerin oder eine Brettldiva nachahmen. Dieser Ehrgeiz unserer Frauen ist ein recht peinliches Merkmal des modernen Lebens geworden und hat verderblich genug auf die guten Sitten so mancher Familie eingewirkt, die im allgemeinen auf einem solideren Standpunkt steht. Aber wie anders war Julianna! Und in jenem Augenblick empfand ich deutlich ihre ganze weibliche Ueberlegenheit. Ich vermochte keine Silbe hervorzubringen. Wir wechselten kein Wort. Und doch, während wir einander stumm ansahen, wie die Kinder, musste dem Richter, so schien mir, irgend etwas dabei aufgefallen sein. Denn als mein Blick ihn streifte, bemerkte ich einen Schatten auf seinem ernsten Gesicht; aber dann war's, als ob er eine Quälende Vorstellung hastig abschüttle, und er lachte auf. < Julianna », begann er, « das ist also Mr. I. Grosse Schweizer 14./15. J-uxxl 193O Grosser Galaball im Hotel St« Gotthard am 14. Juni mit Vorführung der prämierten Kostüme. Ca. 150-200 Sujets gemeldet. Reservleren Sie Plätze bei Strandbad Udo Luzern. Tel. Nr. 38 06 Voranzeige: Internat. Fechtturnier, 21./22.3unii930 im entgegnete er, «ist ein Automat. Ich habe ihm den Namen «Scheik von Baalbek» gegeben. Aber ich glaube, er selbst nennt sich «der Spieler mit dem rollenden Auge». (Fortsetzung folgt.)